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Hersfelder Kreisblatt
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Fernsprech-slnschlutz Nr. 8
Nr. 143.
Donnerstag, den 38. November
1913.
Amtlicher teil.
Hersfeld, den 18. November 1912.
Aus meine im KreiSblatt Nr. 125 und 132 veröffentlichte Bekanntmachung vom 7. Oktober d. JS., V. 3249, betreffend die Wahl der Vertrauensmänner und Ersatzmänner (§ 145 ff. deS VersicherungSgesetzeS für Angestellte) sind von den Arbeitgebern und von den versicherten Angestellten folgende Vertrauensmänner und Ersatzmänner in den eingereichten Vorschlagslisten vorgeschlagen worden:
1) Vorschlagsliste der Arbeitgeber: Vertrauensmänner: Paul Schilde, Fabrikant, hier, Gustav Römer, Prokurist, Heringen a/W., Georg Bolz, Kaufmann, hier. Ersatzmänner: Hugo Goericke, Direktor, hier, Alex Rehn, Fabrikant, hier, Paul Thiel, Direktor, PhilippSthal, Julius Baumann, Domänenpächter, Eichhoi, Adam Webert, Buchhändler, hier, Hermann Randerath, Schuh- warenhändler, hier.
2) Vorschlagsliste der verficherungSpflichtigen Angestellten: Vorschlagsliste A der vereinigten Verbände im Kreise HerSfeld (Deutsch nationaler HandlungSgehilsen- Verband, Hamburg):
Vertrauensmänner: Gustav Krause, Kausmann, hier, Karl Otterbein, Epinnmeister, hier, Paul König, Prokurist, hier.
Ersatzmänner: Ernst Henri'ci, Kaufmann, hier, Christian Kreis, Werkmeister, hier, Peter Hager, Kaufmann, hier, Franz Detto, Buchhalter, hier, Georg Wolfs, Färbmeister, hier, Otto Dahl, Kaufmann, hier.
Vorschlagsliste B der Privatangestellten deS Werra-JndustriegebietS:
Vertrauensmänner: OSkar Ortmann, Guts- inspektor, PhilippSthal, Gustav Wollägger, Registrator, Heringen a/W., Frank Reinecken, Buchhalter, PhilippSthal. Ersatzmänner: Hugo Kreuzer, Kassierer, PhilippS- thal, Wilhelm Schrumpf, Lohnbuchhalter, Heringen a/W., Otto Brösicke, Laborat.-Borfleher, RöhrigShos, Karl Keienburg, Maschinensteiger, Nippa, Paul Freund, Buchhalter, PhilippSthal, Peter Echäser, Maschinenmeister, PhilippSthal, August Sperber, Magazinverwalter, Nippa, Fritz Lindemann. Bautechniker, PhilippSthal.
Vorschlagsliste C der freien Bereinigung für die soziale Versicherung der Privatangestellten:
Vertrauensmänner: Stephan BongartS, Ingenieur, hier, Wilhelm Horn, Kaffierer, hier, August Echwarzburg, Werkmeister, hier.
Ersatzmänner: Max Wünscher, Ingenieur, hier, Konrad Marth, Bürovorsteher, hier, HanS Freund, Werkmeister, hier (Hof Wehneberg), Heinrich Mohr, Kaufmann, hier, Gustav Wüst, Brauerei-Ingenieur, hier, Metha Möller, Correspondcntm, hier.
Da mir von den Arbeitgebern innerhalb der vorgeschriebenen
Der Erbe des Millionärs.
Roman von Clara Rheinau.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
„Ich gratuliere Ihnen von ganzem Herzen, Sir Elliot," sagte Rhoda, „und auch Ihnen, Herr Mervyn. Ich glaube im Sinne unseres ganzen Personals zu sprechen, wenn ich Ihre Ankunft als ein ersehntes Ereignis für Mervyn-HauS begrüße."
Lionel erwiderte mit einnehmender Bescheidenheit auf diese Worte und Sir Elliot ließ Champagner bringen, um die festliche Gelegenheit gebührend zu feiern. Seine Freude, fein Jubel waren fast zu viel für den sonst so würdevollen, alten Herrn. In seinem sehnsüchtigen Verlangen nach einem Erben hätte er sich mit so wenigem begnügt, und so viel war ihm gegeben worden, so viel mehr, als er zu hoffen gewagt hatte.
„Aus das Wohl meine» Enkels I" rief er begeistert sein GlaS erhebend, „meines teuern Enkels, Lionel Mervyn!"
„Jsa wird überrascht sein, wenn ich ihr den unerwarteten Gast mitbringe," bemerkte Sir Elliot lächelnd. Ich habe fast Lust, Dich unter einem fremden Namen einzu- führen."
„Jsa?" wiederholte der junge Mann, ein wenig verwirrt. „Wer ist Jsa?" _
„Sie ist Deine Kusine, Jsa Barkerl" sagte Sir Elliot. „Ah, richtig, Du hast von ihrer Existenz noch nicht» gehört. Vi« ist Deiner Tante Helene Tochter und vier Jahr jünger al» Du. DaS arme Kind verlor sehr früh beide Eltern, und ich nahm sie zu mir. Sie war stet» meine einzige Gefährtin. Jsa ist ein liebe», hübsche» Mädchen, ich hoffe, sie wird Dir gefallen, Lionel."
„O gewiß," versetzte der Enkel mit einem gewissen Zögern. Er schien kaum zu wissen, waS er antworten sollte.
Während der Fahrt nach dem Hanse sprang die Unterhaltung von einem Gegenstand zum andern über. Lionel
Frist nur eine Vorschlagsliste mit den zu 1 genannten Personen ringereicht worden ist, gelten diese Personen gemäß § 16 der Wahlordnung für die Wahl der Vertrauensmänner und Ersatzmänner (§ 145 a. a. O.) alS gewählt.
Die auf Sonntag, den 1. Dezember d. Js. Hier anberaumte Wahl findet daher nur auf die Wahl der Vertrauens- und Ersatzmänner der verfiche- rungspflichtigen Angestellten Anwendung.
Die Vorschlagslisten zu A und B sind gemäß § 14 der Wahlordnung rechtzeitig durch übereinstimmende Erklärung der bevollmächtigten Vertreter der Verbände miteinander verbunden worden.
WaS die Art der Abstimmung angeht, so mache ich daraus aufmerksam, daß nur für unveränderte Vorschlagslisten abgestimmt werden kann, nicht etwa für Namen einzelner Vorgeschlagener. Hierbei genügt eS, wenn statt der auf dem Stimmzettel etwa zu vermerkenden Bezeichnung deS Verbandes, von dem die betreffende Vorschlagsliste aufgestellt ist, einfach die oben bezeichneten Buchstaben A oder B oder C, mit der die verschiedenen Listen amtlich gemäß § 12 der Wahlordnung kenntlich gemacht sind, auf den Stimmzettel eingetragen werden. Der Umstand, baß die Vorschlagslisten A und B miteinander verbunden find, ändert nicht» an der Bestimmung, daß nur für eine Liste — also nicht für die verbundene gleichzeitig — abgestimmt werden darf.
V. 3476. Der Landrat.
I. V.:
Dr. Dietz v. Bayer, RegierungS-Reserendar
Auf Beschluß deS BundeSratS findet im Deutschen Reiche am 2. Dezember d. J. eine allgemeine Viehzählung und eine Zählung der in der Zeit vom 1. Dezember 1911 bis einschließlich 30. November 1912 vorgenommenen amtlich nicht beschauten Schlachtungen statt.
Ich rechne auf die Mitwirkung der selbständigen OrtS- einwohner bei der Austeilung, Ausfüllung und Wiederein- sammlung der Zählpapiere und hege die Erwartung, daß bei der Wichtigkeit dieser Zählung für die StaatS- und Gemeindeverwaltung, wie für die Förderung wissenschaftlicher und gemeinnütziger Zwecke allerorts die HauShaltSvorstände die für das Zähleramt bestimmten Personen bereitwillig unterstützen werden. Ich weise ausdrücklich darauf hin, daß die unter der Bevölkerung noch immer verbreitete Annahme, die Viehzählung und die Zählung der vorbezeichneten Schlachtungen er- folge zu steuerlichen Zwecken, durchaus, irrig ist. (A. III. 5519.) Cassel, den 25. September 1912.
Der Regierungspräsident. I. V. gez. v. W u s s o w.
* *
♦
Hersfeld, den 25. November 1912.
Wird veröffentlicht.
I. 11549, Der Landrat.
J. A.
Wessel, Kreissekretär.
erzählte von seinen Stümpfen und Abenteuern in Mexiko und Kalifornien und auf deS Großvaters ausdrücklichen Wunsch von den letzten Lebensjahren und dem Tode seines Vater».
Eir Elliot gab sodann eine umständliche Schilderung von den ausgedehnten geschäftlichen Verbindungen und Unternehmungen der Firma „Mervyn u. Sohn" und von der Stellung, die er Lionel zugedacht hatte.
„Aber erschrick nicht, mein Junge, ich erwarte natürlich nicht, daß Du wie ein Sklave von früh bis spät auf dem Bureau arbeitest. Rhoda ist eine unschätzbare Kraft und Du sollst meine Stelle vertreten, die Oberleitung der Ganzen übernehmen, daS ist alles. Ich aber werde zu Hause bleiben und der Ruhe pflegen in dem behaglichen Bewußtsein, daß mein Erbe die Interessen der Firma wahrt, jetzt, da meine eigene Arbeitszeit vorüber ist."
„Und ich werde mich Ihres Vertrauens würdig zeigen, Großvater," antwortete der junge Mann so ernsthaft, als ob er sich selbst innerlich ein Gelöbnis mache. „DaS beste, waS ich zu geben habe an Herz und Hirn, soll „Mervyn u. Sohn" zu gute kommen."
„Ich glaube Dir, mein Junge," versetzte Sir Elliot, „Du hast ein ehrliches Gesicht."
Jsa hatte den Wagen ansahren hören und kam gerade in die Halle, als die Türe sich öffnete.
„Wie lange Du auSgeblicben bist, Großvater!" rief sie lebhaft. „Ich fürchtete schon, eS fei Dir etwas zugestoßen."
Jetzt erblickte sie Lionel, dessen Auge mit der natürlichen Bewunderung eines jungen Mannes für ein schönes Mädchenantlitz auf sie gerichtet war, und brach kurz ab.
„Ich habe Dir einen Gast mitgebracht, Jsa," sagte Sir Elliot, „einen Gast, der, wie ich hoffe, mein ganzes Leben bei mir bleiben wird. Rate, wer eS ist."
Jsa stieß einen leisen Schrei aus und eilte näher.
„Ist er eS — kann er es fein? Großvater, ist eS — Lionel?"
„Ja, eS ist Lionel, mein Kind. Endlich gefunden, Gott fei Dank!"
„O wie ich mich freue, wie sehr ich mich freue I" Mit
HerSfeld, den 25. November 1912.
DaS Thüringische Ulanen-Regiment No. 6 feiert in Hanau am 17. und 18. Februar 1913 das Fest seine» Hundertjährigen Bestehens und zwar findet am 17. Februar Abend» Empfang und Begrüßung der Gäste, am 18. Februar die eigentliche Feier statt. Zur Teilnahme an diesem Feste haben sich schon zahlreiche ehemalige Angehörige deS Regiments ge- meldet.
Soweit solches noch nicht geschehen fein sollte, werden alle ehemaligen Angehörigen deS Regiments, welche beabsichtigen an der Feier teilzvnehmen, hierauf nochmals aufmerksam gemacht mit dem Ersuchen, ihr« Anmeldungen noch alsbald dem Regiment« einzusenden.
Der Landrat.
I. A.
W e s s e l, Kr«iSsekr«tär.
HerSfeld, den 22. November 1912.
Der Anstreichermeister Wilhelm Schuch aus Kirchheim ist von mit als Vertreter in BehinderungSfällen für den Fleisch- beschauer und Trichinenschauer Klotzbach in Reckerode bestellt und am 22. Oktober d. JS. eidlich verpflichtet worden.
I. 11851. Der Landrat.
3. A.
Wessel, KreiS sekretär.
Bekanntmachung.
In P e t e r S b e r g im Kreise HerSseld ist eine Telegraphen- anstatt mit Unfallmeldedienst und öffentlicher Fernsprechfielle in Wirksamkeit getreten.
Cassel, 22. November 1912.
Kaiserliche Ober-Postdirektion. ♦ *
HerSfeld, den 25. November 1912.
Wird veröffentlicht.
I. 13708. Der Landrat.
I. S.:
W e s s e l, Kreissekretär.
nichtamtlicher Ceil.
Ein mannhaftes Wort.
Sehr beachtenswerte Ausführungen über die Weltfriedens- Bestrebungen gewisser Kreise machte der Armee-Inspekteur der 7. Armee-Inspektion Saarbrücken, Exzellenz von Eichhorn aus einem Bierabend, den die Stadt Saarbrücken aus Anlaß der Berlegung hoher militärischer Behörden nach Saarbrücken gab.
Nach einem herzlichen Willkommensgruß, den der Oberbürgermeister Mangold den neu nach Saarbrücken abkomman- dierten Herrn bot, erhob sich Exzellenz von Eichhorn, um etwa solgende Worte an die Erschienenen:zu richten: »Wir leben
einer raschen, anmutigen Bewegung streckte sie dem jungen Manne beide Hände entgegen. „Willkommen zu Hause, lieber Vetter!"
„Ich danke Ihnen, Kusine Jsa," versetze Lionel mit einem warmen Händedruck. „Sie find so gütig gegen den au» dem Exil Heimgekehrten wie Ihr Großvater."
ES war eine heitere, kleine Gesellschaft, die bald darauf an dem FrühstückStisch Platz nahm. Sir Elliot befand sich in einem Zustand fast überschwänglichen Glückes, und die» wirkte ansteckend auf Jsa. Auch Lionel hatte feine anfängliche Zurückhaltung abgestreift und zeigte sich von feiner vorteilhaftesten Seite. Er war mit seinen sechSundzwanzig Jahren schon viel herumgekommen in einem Lande, da» den Verstand zu schärfen weiß, und entzückte Sir Elliot durch seine Erzählungen, die von gutem Humor und einer feinen Beobachtungsgabe zeugten. Trotz deS etwas wilden Lebens, daS er geführt haben mußte, gab eS keine rauhen Ecken obzu- schleifen, keine zu großen Lücken in der Bildung auSzufüllen. Er war ein Mann von Welt, ein feiner, witziger Kopf, den Amerika dem alten Kaufherrn heimgeschickt hotte. Sir Elliot wenigstens sah keine Fehler an ihm, er war bereits auf dem besten Wege, den Enkel zu seinem Abgott zu machen.
AlS daS Gabelfrühstück vorüber war, ergriff er die erste Gelegenheit, um Jsa» Ansicht über ihren Vetter zu hören.
„Ein prächtiger Mensch!" sagte Jsa mit aufrichtiger Begeisterung, „prächtig in jeder Beziehung. Und wie anders hätte er ausfallen können 1 Wir müssen Gott unendlich dankbar dafür fein." Sie hing sich plötzlich an deS Großvaters »rm und schmiegte ihre Wange an feine Schulter: „Du wirst doch auch noch ein klein wenig Liebe für Deine Jsa haben, nicht wahr, Großväterchen?"
Sir Elliot lachte.
»Wirklich schon eifersüchtig, kleine MauS? Sei nur zu- frieben. Dich wird niemand, nicht einmal Lionel, bei mir verdrängen."
Jsa hatte im Scherz gesprochen, aber eS war ihr tatsächlich ein wenig bonge zu Mute. Ein Bekenntnis bedrückte ihr Herz, da» für ein jung«» Mädchen stet» keine ganz leichte Sache ist. Im Lause deS Nachmittag- wollte Perry Walsoret