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Oesterreichs Rüstungen.

Wien, 23. Novbr. Die Loge wird heute ernst beuudit An einer Ausdehnung der russischen Rüstungen kann nicht gezweifelt werden. Die Besorgnis vor ernsten Ereignissen hat daS Interesse an allem anderen erstickt. Die Damen geben kein Geld zu Einkäufen auS und legen sich Zurückhaltung auf. Fabriken und Handelshäuser größeren Stils, die um diese Zeit Hilfskräfte aufnehmen, schränken ihren Betrieb und daS Personal ein. Man gibt sich der Hoffnung hin, daß bis Ende dieses MonatS eine Enlscheidrmg getroffen ist, wagt aber kaum aus einen günstigen AuSgang zu rechnen. Der morgige Tag wird als besonders kritisch betrachtet, erstens, weil der Thronfolger au? Berlin zuröckkcbrt und dem Kaiser Bericht erstatten wird, und weil der Gesandte v. Ugron König PeterS Antwort übermitteln wird. AuS Zagic in Galizien wird gemeldet, daß gestern versucht wurde, die große steinerne Brücke über die Pruth aus der Eisenbahnstrecke Worochta-Woronienka in die Luft zu sprengen. Der Anschlag wurde noch rechtzeitig vereitelt. Die Bahnbrücke wird nunmehr von einer starken Gendarmeriepatrouille Tag und Nacht bewacht. Auch die Nordbahnbrücke bei Wien wird streng überwacht, da ein russischer Ingenieur verhaftet wurde, alS er nachts auf der Brücke Messungen vornahm.

Budapest, 24. Novbr. Abends wird die Situation in Regierungskrisen als kritisch ausgefaßt, wozu nicht so sehr die serbische Frage, als die Nachrichten auS Rußland beitragen. Dennoch glaubt man, daß die Entscheidung über Krieg oder Frieden erst in einigen Tagen erfolgen wird. Den Ernst der Lage beweist auch die Tatsache, daß die Regierung große militärische Vorbereitungen trifft. DaS Amtsblatt wird morgen daS seit dem 20. März 1909 bestehende Verbot wiederholen, wonach Veröffentlichungen über Truppenbewegungen, den Zu- stand von Festungen und befestigten Orten, über die Vorräte von Waffen und Munition, über KriegSrüstungen und über den Bestand an Lebensmitteln im Sinne des GesetzeS von 1878 mit Gefängnis oder Geldstrafe geahndet werden. Unter den gestern srüh angekündigten Beschlüssen, die in der Ofener Hofburg gefaßt wurden, befand sich die Klärung gewisser militärischer Fragen, die nur unter Mitwirkung des General- stabSchesS erledigt werden können. Deswegen mußte Feld- «arschalleutnant Echemua die Reise nach Berlin antreten. Von dem Ergebnis seiner Konferenzen mit dem deutschen GeneralstabSchef v. Moltke ist man hier sehr befriedigt. Morgen erscheint Echemua in Echönbrunn beim Kaiser in Audienz, um über daS Ergebnis seiner Berliner Reise zu be­richten. Dann wird eine Beratung deS Chefs deS General- stabS mit dem Kriegsminister und beiden Landesveileidigungs- Ministern stattfinden. In leitenden Kreisen wird hin Hehl daraus gemacht, daß die Berliner Reise Echemuas als Zeichen großer Schwierigkeiten anzusehen ist, die die internationale Lage augenblicklich bietet. Oesterreich-Ungarn trachtet danach, die Schwierigkeiten in friedlicher Weise zu überwinden, doch find die Hoffnungen, ob dieS möglich sei, nicht sehr groß. Man warnt entschieden vor übertriebenem Optimismus, trotz­dem noch nicht alle Versuche, den Frieden aufrechtzuerhalten, erschöpft find.

Wien, 24. Nov. Die Blätter stellen fest, daß die Nachrichten über Rüstungen Rußlands an der Nordoftgrenze Oesterreich-Ungarns, deren Zweck nicht klar sei, hier mit großer Ruhe und Kaltblütigkeit ausgenommen werden. Sollte eS sich jedoch dabei um einen Versuch zur Einschüchterung Oesterreich- UngarnS in der Geltendmachung seiner gewiß berechtigten Politik Serbien gegenüber handetzr, Ho würden die militärischen Maßregeln Rußlands diesen Zweck gewiß verfehlen, da die Monarchie von ihren minimalen Forderungen nicht obgehen werbe. Auch die ReichSpost konstatiert, daß die erwähnten Nachrichten in Wien ohne Nervosität ausgenommen worden find.

Wien, 24. Nov. Die in ausländischen Zeitungen ver­breiteten Nachrichten über umfangreiche militärische Vorkehrungen Oesterreich-UngarnS find stark übertrieben. In Wirklichkeit handelt eS sich nur um die Komplettierung der FriedenSstände einzelner Truppenkörper, somit um eine SicherungSmaßnahme. Daher find alle Gerüchte einer Mobilisierung vollkommen haltlos.

Jur Lage bei Tschataldscha.

Der militärische Mitarbeiter deS8. 8. schreibt: Die Nachrichten über den Stand deS KampseS um die Tschataldscha- linie laufen äußerst dürftig ein. Am 22. November sand nur ein schwacher Artilleriekampf statt. Zum Jnfanteriekamps ist es nirgends gekommen. Die Meldungen, daß die Bulgaren sich bis aus etwa 500 Meter an die türkischen Stellungen herangearbeitet und Schützengräben ausgehoben hätten, scheint wenig glaubhast, da von mehreren Seiten berichtet wird, die

Bulgaren zögen sich im Gegenteil weiter zurück und ihre vordersten Truppen ständen bei PappcS BurgaS, während kurdische Bataillone daS vor der Mitte der Stellung gelegene Dorf Ez-ntin wiebergenommen hätten.

Sicher scheint eins: Die Bulgaren haben vor derTschataldscha- stcllung bereits srüher in Besitz genommene Positionen wieder geräumt. Ob dies die Folge deS sehr wirksamen türkischen ArtilleriefeuerS war, oder ob man in zu großem Vertrauen aus baldigen Abschluß deS Waffenstillstandes zur Vermeidung weiterer Verluste und auS sanitären Gründen (Räumung der von Cholera verseuchten Unterkünfte) so gehandelt hat, ist zweifelhaft.

Offenbar haben die mit riesiger Energie und großer Rück­sichtslosigkeit geführten ersten Schläge den Bulgaren unerwartet große Opfer gekostet. Sie mußten den Truppen eine kurze Ruhepause gewähren, die allerdings ihren Gegnern in viel höherem Maße zugute kommen mußte. Denn bei diesen trafen fortgesetzt frische Truppen auS den asiatischen Provinzen ein, die wohl geeignet sind, die eingetretenen Lücken bestens auS» zufüllen, während auf bulgarischer Seite nur mehr Truppen zweiter Linie nachgeführt werden konnten. Die bulgarische Führung droht jetzt sehr viel damit, Serben und Griechen nach Tschataldscha heranzuführen. Ganz abgesehen davon, daß ein solcher Hilscruf nach Unterstützung anderer immer ein Zeichen großer Schwäche ist, dürfte dieser Antransport doch auf große Schwierigkeiten stoßen. Saloniki und- Monastir find rund 400500 Kilometer (Luftlinie) von der Tschataldscha- stellung entfernt. Ein Transport größerer Truppenmassen über See läßt sich nicht von heute auf morgen vorbereiten. Er könnte vorerst nur bis in den Golf von XeroS durch- gesührt werden, da eine Forcierung der Dardanellen durch die schwache griechische Flotte kaum möglich ist. Auch Landungen zu einem Angriff aus die Dardanellenbefestigungen von der Landseite her bieten wenig AuSsicht auf Ersolg. Ob der Bahntransport aus der mehrfach zerstörten Linie Ealoniki- Diewtika schon in absehbarer Zeit möglich ist, darf bezweiselt werden. ES bliebe also nur ein Abtransport über Serbien via SofiaMustafa-Pascha und Umgehung Adrianopels. Serbien dürste übrigens bei der jetzigen politischen Lage kaum große Lust zeigen, sein Land und die eben eroberten Gebiete noch mehr von Truppen zu entblößen. Man wird deshalb nicht fehlgehen zu vermuten, daß die Bulgaren sich bereitfinden werden, ihre ersten Bedingungen ganz wesentlich zu modifizieren. Der Türkei dürste die Schwäche ihres Gegners allerdings auch kaum verborgen bleiben. Vielleicht spornt sie diese Erkenntnis doch noch zu einem ganzen Entschlüsse an, der durchaus be­rechtigt und nicht aussichtslos wäre. Dies zu verhindern scheint der russische Botschafter sehr lebhaft bemüht zu sein.

Untergang eines türkischen Kanonenbootes.

Athen, 24. Nov. Der Chef der Flottendivision im Aegäischen Meer telegraphiert: Torpedoboot Nr. 14 in den Hafen von Aivaly eingedrungen und hat ein türkisches Kanonenboot angegriffen. Beim Anblick des Torpedobootes verließ die türkische Mannschaft ihr Schiff, nachdem sie die Wasserwege geöffnet hatte. Griechische Matrosen bestiegen daS Kanonenboot, mußten eS über wieder verlassen, da es ihnen nicht gelang, die Wasserwege zu schließen. Während daS türkische Schiff sank, wurde ein Torpedo darauf abge- schossen. DaS gesunkene Schiff soll der mit drei Kanonen armierte Zephir fein.

Rückgang der Cholera.

Paris, 25. Nov. Der Sonderberichterstatter deS TempS in Konstantinopel meldet: Mitglieder deS von Engländern geleiteten ägyptischen Roten Halbmondes, die sich bei der türkischen Tschataldschalinie befinden, berichten, daß infolge der getroffenen strengen sanitären Maßnahmen die Cholerasälle der gesamten Armee in den letzten Tagen von 3000 auf 100 täglich zurückgegangen sind.

Die Schlacht bei Monastir.

Belgrad, 24. November. Nach einem hier vorliegenden auSsöhrlichen Bericht über die Schlacht bei Monastir hatten die Türken bei Monastir drei Armeekorps und zwei selbständige Truppendivisionen. Am westlichen Flügel besand sich das 5. Armeekorps unter Dschavid Pascha, welches daS Terrain von Gopefch bis zur Höhe von 1150 Metern besetzt hielt. DaS türkische Zentrum (daS 7. KorpS) unter Feihi Pascha befand sich auf der Linie ConobokKukurecaniReSna. Am östlichen Flügel stand das 6. KorpS unter Zekki Pascha im Raume TruKaramanaNovki. Die Schlacht bei Monastir spielte sich in einem Raume von 50 Kilometern Breite ab und war äußerst blutig und erbittert. Nach Privatmeldungen

blieben auf dem Schlachtselde 17 000 Leichen und 30 000 Verwundete liegen. Die serbischen Truppen hatten 13 000 Tote und eine große Anzahl Verwundeter. Beide Gegner kämpsten mit wahrhafter Todesverachtung. Die serbischen Truppen stürmten mit größter Todesverachtung die türkischen Batterien trotz deS mörderischen Kartetschen- und Schnellfeuers.

Aus 3«' und Wriana.

Berlin, den 24. November 1912.

Seine Majestät der Kaiser traf mit dem Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich, dem Reichskanzler Dr. v. Bethmann Hollweg und den übrigen Jagdgästen, sowie Gesolge um 9 Uhr 8 Minuten von der Hofjagd in Springe, auf der Fürstenstation Wildpark ein. Die Aller­höchsten Herrschaften verweilten bis zur Absahrt deS öster­reichischen SonderzugeS im Fürstenzimmer der Station. Später geleitete der Kaiser den Erzherzog zum Wagen. Nach herzlicher Verabschiedung setzte sich der Zug um 9 Uhr 25 Minuten nach Berlin in Bewegung. Mit dem Erzherzog suhr der österreichisch-ungarische Botschafter am Berliner Hof Graf v. Szögyeny-Marach nach Berlin. Der Kaiser begab sich nach der Abfahrt des Zuges im Automobil noch dem Neuen Palais.

DieNorddeutsche Allgem. Zeitung" schreibt: In der Presse sind Angaben über ein Telegramm Seiner Majestät nach der Einnahme von Saloniki an Ihre Königl. Hoheit die Frau Kronprinzessin von Griechen­land ausgetaucht, daS mit Hurra! Hurra! Hurra 1 geschlossen haben soll. Ein solche- Telegramm existiert nicht.

Vorverhandlungen, die von der Berliner militärischen Zentralstelle mit den hessischen Behörden geführt werden, deuten darauf hin, daß daS Kaisermanöver 1914 am VogelSberg, etwa zwischen Fulda und Marburg, stattfindet. In dem Schlosse Romrod des GroßherzogS von Hessen, un­weit AlSseld, werden große bauliche Veränderungen auSgeführt, weil, wie eS heißt, das Schloß zum Wohnorte deS Kaisers während der 1914er großen Herbstübungen bestimmt ist Während im September 1913 nur zwei Armeekorps, daS 5. (posensche) und daS 6. (schlesische) KorpS, gegeneinander fechten werden, ist sür 1914 wieder der Kamps zweier Armeen, und zwar in noch viel größerem Umfange alS je bisher ge­plant. Voraussichtlich werden sechs volle Armeekorps zu diesen hessischen Manövern herangezogen werben, und zwar daS 7. (westfälische), daS 8. (rheinische), daS 10. (hannöversche) das 11. (kurhessische), daS 18. (hessen-naffauische), ein bayrisches KorpS (das 2., daS sein Generalkommando in Würzburg hat und zahlreiche HeereSkavallerie.

EinLuftflottengefetz soll, wie dieTägl. Rdjch." meldet, durch die bürgerlichen Parteien im Reichstag gefordert werden. Sie wollen gemeinsam einen Antrag aus Schaffung einer LustflottengesetzeS einbringen. Die Verhandlungen da- rüber sind erledigt. Der Antrag ist von hervorragenden Ab­geordneten verschiedener Parteien unterschrieben. In BundeS- ratSkreiscn steht man der Absicht, auS der Mitte deS Reichs­tages heraus die Mittel zum Bau großer Luslfchiffe zu ver­langen, sympathisch gegenüber.

Die Düsseldorser Regierung hat eine Entscheidung erteilt, die für den Kampf, der sich an vielen Orten gegen den Sonntagsunterricht in der Fortbildungs­schule wendet, von grundsätzlicher Bedeutung ist. ^Fn« EMs WermelSkirchen bestanden über die Frage der Abschaffung deS SonntagSunterrichtS an der gewerblichen Fortbildungsschule tiefgehende Meinungsverschiedenheiten zwischen bet Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung und den Schuh- und Schäftesabrikanten. Der Regierungspräsident hat diesen Streit jetzt dadurch entschieden, daß er die Genehmigung zur Ab­schaffung deS SonntagSunterrichtS erteilt hat. Die bisher an den Sonntagen stattgefundenen Unterrichtsstunden werden auf einen Wochentag verlegt. Der Regierungspräsident hat dabei angeordnet, daß die Wünsche der Schuh- und Schäftesabrikanten bei der Wahl deS für den Unterricht anzusetzcndcn Werktages berücksichtigt werden sollen, und daß der Sonnabend vormittag in den Stunden von 6 bis 1 Uhr für die Festsetzung der Unterrichtszeit an der Fortbildungsschule ausgeschlossen wird.

Ist eine NachnahmesendungohneordnungS- mäßige Einziehung des Nachnahmebetrages auS- gehändigt worden, so leistet die Postverwaltung dem Absender sortan bei Einschreib- und Wertsendungen sowie bei gewöhn­lichen Paketen mit Nachnahme für den entstandenen unmittel­baren Schaden bis zum Betrage der Nachnahme Ersatz. Diese Bestimmung, durch welche die Postordnung jetzt ergänzt worden ist, trägt den Wünschen weiter Kreise Rechnung.

ein unbeschreibliches Glück strahlte auS seinen Augen, auS jedem Zug seines erregten Gesichtes.

Mein Enkel! Lionel! Du bist eS!" jubelte der alte Herr und schloß den Langentbehrten in seine Arme.

Drittes Kapitel.

Lionel Mervyn war sichtlich erfreut über den warmen Empfang, der ihm zu teil wurde. Sein Benehmen war tadellos, ehrerbietig und herzlich zugleich, dabei von einer gewissen Schüchternheit und Zurückhaltung, die man natürlich finden konnte. Er und sein Großvater waren einander doch völlig sremd trotz der Bande deS Bluts, die Sir Elliot von Anfang an so stark zu empfinden schim.

Ich kann Dir nicht sagen, wie glücklich mich Dein Kommen macht," sagte der alte Herr mit tiefer Bewegung, seines Enkels Hände umklammernd und ihn fast mit den Augen verschlingend.Laß mich Dich einmal gut betrachten. Ich sehe nicht viel von den MervynS in Deinem Gesicht, vielleicht ein klein wenig in den Augen. Du bist größer als Dein Vater, größer als ich, aber ein hübscher Junge, Lionel, Gott segne Dich!'

Ich danke Ihnen, Großvater," entgegnete der Enkel lächelnd.Hier find meine Papiere die Beweise meiner Identität"

Sir Elliot nahm seinen früherm Platz wieder ein, und Lionel setzte sich an seine Seite. Mit etwas zerstreuter Miene durchblätterte der alle Herr die Papiere, die vor ihm aus dem Tische lagen. Der Trauschein der Eltern, der GeburtS- unb Tausschein LionelS befanden sich darunter; sodann ein Pak: alter Briefe. ES war alleS in Ordnung.

Ich fürchtete schon, eS sei Dir etwa? zugestoßen, Du seiest tot," bemerke Sir Elliot.Warum schwiegst Du so lange?'

Ich hatte keine Ahnung, daß Sie meiner bedurften, Großvater. Leider war ich damals in Mexiko, in einem wilden Teil des Landes, und monatelang kam mit kein Zeitung-blatt vor die Augen. Zufällig führtm mich vor drei Wochen Geschäfte in die nächste Stadt und dort fand ich

eine alte Nummer deS New Iork Herold mit Ihrem Ausruf. Wie Sie sehen, antwortete ich sofort darauf.'

Gott sei Dank, daß Du hier bist, mein Junge. Und du hegst keinen Groll wegen der Vergangenheit?"

O sprechen Sie nicht davon, Großvater; dergleichen kann in jeder Familie vorkommen."

Also ist alles gut, und wir sangen jetzt von neuem an. Wie alt bist Du, Lionel? SechSundzwanzig Jahre, nicht wahr? Ein köstliches Alter! Und waS triebest Du drüben feit seit dem Tode Deines VaterS I"

Nicht viel, Großvater, fürchte ich,' war die ehrliche Ent- gegnung.Ein Junge, der mit fiebenzehn Jahren sich selbst überlassen ist, fi. det in der Regel den Kampf mit dem Leben ziemlich hart.'

O, warum schriebst Du mir nicht!' riet Sir Elliot. Mit fiebenzehn Jabren warst Du allein! Armer Junge!"

In den schönen Augen deS jungen Mannes schimmerte eS feucht.

Ich war trotz der Jugend wohl zu stolz, um die erste Annäherung zu versuchen," sagte er leise.ES ist eine Schwäche der MervynS, nicht wahr, Großvater? Zum Glück war ich sehr kräftig und das Zureiten von Pserden in der frischen Lust konnte mir jungen Burschen nur zuträglich sein."

DaS ist wahr. Aber eS tut mir wehe, daß Du entbehren mußtest, während ich so viel für Dich hätte tun können. Doch diese Tage find vorüber. Natürlich wirst Du jetzt bei mit bleiben und mein Teilhaber im Geschält und später mein Nachsolger werden. Sobald Du Dich in daS Geschäft ringe- arbeitet hast, werde ich Dir dessen Leitung allein übertragen."

Sie find zu gütig, Großvater," entgegnete Lionel.

Du bist mein einziger männlicher Erbe, Lionel, und wirst deines VaterS Stelle einnehmen. Noch eine Frage* Sir Elliot hielt inne und eS ging wie ein Kampf über feine Züge bist Du vielleicht schon verheiratet, mein Junge?"

Nein, Großvater."

Gott sei'S gedankt! Ich habe andere Pläne für Dich, alS jene Art von Heirat, die Du in Mexiko hättest machen können. Doch davon ein andermal. WaS hast Du mit deinem Gepäck angefangew'

Ich ließ es am Bahnhos zurück daS wenige, daS ich hatte."

Ich werde eS holen lassen. Natürlich wirst Du Dich neu equipieren müssen. Ich will Dir einen Scheck ausstellen.'

Der alte Herr war in fieberhafter Hast, zu handeln und zu geben. In seinem stolzen Glück hätte er am liebsten deS jungen Mannes Taschen mit Gold gefüllt; eS drängte ihn, möglichst rasch wieder gut zu machen, waS er am Vater und Sohn gefehlt hatte.Vielleicht auch einige Schulden jenseits deS großen WafferS?" fragte er mit nachsichtigem Lächeln.

Keine, Großvater," sagte Lionel.

DaS ist gut, sehr gut in Deinen Jahren. So, hier hast Du ein kleines Taschengeld, mein Junge."

Der Scheck, den mit diesen Worten Sir Elliot dem Neffen gab, lautete auf tausend Pfund. Lionel errötete heftig und seine Hände bebten, als er den Schein in Empfang nahm.

Ich weiß kaum, wie ich Ihnen danken soll, Großvater," sagte er mit gepreßter Stimme.Sie sind zu gut, zu hoch­herzig. Und Sie haben meine Papiere noch kaum angesehen. Wenn ich nun gar nicht Ihr Enkel wäre?"

Still, still, mein Junge. Glaubst Du denn, ich würde auch ohne Beweise mein eigenes Fleisch und Blut nicht kennen? Ich bin ein alter Mann, Lionel, und habe meine Erfahrungen in der Welt gesammelt. Und waS daS Geld betrifft, so nimm eS ungeniert. Elliot Mervyn ist Millionär, und Du bist seines GohneS Sohn. Ich werde jetzt jemand nach Deinem Gepäck senden, und dann wollen wir zum Gabelfrühstück nach Hause gehen."

Er klingelte und einer der jüngeren Buchhalter erschien, mit verstohlener Neugier auf den Fremden blickend. Sir Elliot erteilte ihm seinen Auftrag und fügte bei:Ich lasse Herrn Rhoda bitten, einen Augenblick hierher zu kommen."

Er ist mein Geschäftsführer, Lionel," sagte er erklärend, unser Geschäftsführer. ES würde ihn kränken. Dich nicht sogleich kennen zu lernen."

Rhoda trat ein; er hatte bereits eine Ahnung deS Vor- gefallenen und freute sich, feine Annahme bestätigt zu finden. Strahlend vor Stolz und Glück stellte der alte Herr ihm feinen Enkel vor. (Forts, folgt.)