Der englische Marineminister Churchill erklärte auf dem Guidhall-Bankett, die Deutschen seien eine Nation mit tiefem Gesühl für Ehre und Billigkeit; sie verlangten nicht, daß man Tatsachen beschönige, sondern wollten sie ungeschminkt dargestellt haben. Die BeziehungenDeutschlandS und England« hätten sich während deS verflossenen JahreS stetig gebessert. Diese Besserung sei stetig vonstatten gegangen zugleich mit dem Entschluß England-, seine maritime Vorherrschaft aufzubessern. Die beste Art, die Beziehungen beider Länder gründlich, gesund und angenehm zu gestalten, wäre, damit sortzusahren und aller Flottenrivalität ein Ende zu bereiten, indem sie bewiesen, daß sie nicht übertroffen werden könnten. (Lauter Beifall.) Churchill sagte weiter, die Macht der britischen Flotte habe nie aus sestere Grundlage geruht alS jetzt. Gleichviel, was die Zukunft bringe, niemand zweifle daran, daß sie alles mit Sicherheit überstehen könne.
In der R e v ol u ti o n in Mexiko haben neue Kämpfe stattgesunden. Die Revolutionäre, welche sich nach MoreloS zurückgezogen haben, werden von der Regierung eifrigst verfolgt. Der Kommandant der RegierungStruppen AngeleS im Verein mit dem General Blanget stellte nördlich von Cuernavaca die Aufständischen. ES entspann sich eine blutige Schlacht, bei der die RegierungStruppen 200 Tote verloren. Die Revolutionäre flohen nach allen Richtungen.
JU$Piwinz i Nachbakgebiel.
):( Hersfeld, 11. November. Für die auSgeschiedenen KreiStag-mitglieder Herren Rentner Ludwig Auel, Apotheker Ludwig Becker und Fabrikbesitzer Hermann Braun fand heute morgen eine Ergänzung?» Wahl statt. Hierbei wurden sämtliche Herren einstimmig wiedergewählt. Bon den städtischen Körperschaften waren 11 Personen zu dem Wahlakte erschienen.
RöhrigShof, 8. November. Der hiesige Gasthof „Glückauf!", Besitzer Herr Job. Bommer, ist sür den Preis von 52 000 Mark in den Besitz der Gewerkschast „Hattorf" übergegangen. Die Gewerkschaft hat die Bewirtschaftung desselben vom 15. November ab dem rührigen Restaurateur, Herrn August Helling, Pächter der Kantine in Nippa, übertragen.
Hana«, 9. Nov. DaS Schwurgericht verhandelte gestern und heute gegen eine Anzahl junger Burschen auS Elm bei Schlüchtern, die am Abend des 8 Juli d. I. einem Stiftungsfeste des Sportklubs in Elm beigewohnt, dort wegen einer „Extratour" beim Tanzvergnügen mit dem MüllerSsohn Kaspar Stoppel in Streit geraten waren, diesen auf dem Heimwege ausgelauert und mit Gummischläuchen, Holzscheiten und anderen gefährlichen Werkzeugen so furchtbar zugerichtet hatten, daß er am Tage daraus starb. Auf der Anklagebank saßen der Fabrikarbeiter Müller, der Maschinenführer Röder, der Bahnarbeiter Schott, der Bahnarbeiter Kaspar Schmidr und der Landwirt Adam Schmidt, sämtlich im Alter von 22—26 Jahren. Der Angeklagte Schott hat auch noch mit einem Holzscheit den Bruder deS Erschlagenen mißhandelt. DaS Urteil lautete gegen Schott, der der Körperverletzung mit tödlichem Erfolg schuldig gesprochen worden war, auf drei Jahre 1 Monat Gefängnis, Röder erhielt 1 Jahr 5 Monate, Müller 1 Jahr 4 Monate, KaSpar Schmidt 1 Jahr 2 Monate, Adam Schmidt 9 Monate Gefängnis.
Fulda, 7. November. Die Arbeiten am Distelrasen, tunnel bei Schlüchtern sind so gefördert, daß die Inbetriebnahme voraussichtlich schon am 1. Juli 1913 erfolgen kann. E« ist dieS der größte Tunnel Deutschlands mit einer Gesamt
länge von 6,3 Kilometer.
Fulda, 7. Nov. Der Zigeuner Ernst Ebender wurde heute früh nach Meiningen übelführt, um sich auch dort wegen Mordversuchs zu verantworten. Wann er nach Mainz vor das Schwurgericht kommt, ist noch unbestimmt.
Bischofsheim v. d. Röhu, 8. Nov. Der ReichS- tagSabgeordnete Müller-Fulda soll das Bergwerk auf dem Bauersberg von dem seitherigen Besitzer Rudolf Starke in Melle käuflich erworben haben. Herr Müller hat bekanntlich auch ein Kohlenbergwerk in der Nähe von Wüstensachsen in Betrieb gesetzt.
Hauau, 9. Nov. Aus der Kahltal-Kleinbahn wurde heute früh beim Rangieren der verheiratete Hilfsarbeiter Peter auS Schöllkrippen überfahren und getötet. — Im benachbarten Forst öffnete sich ein 19jähriger Bauernsohn mit einer Nadel einen kleinen Pickel unter der Lippe. ES trat Blutvergiftung ein und er starb unter schrecklichen Leiden.
Rockensüß, 9. Nov. Der vor einigen Tagen hier er- mordete Maurer Schuchard ist, nachdem die Leiche von der Königlichen Staatsanwaltschaft freigegeben worden ist, unter großer Beteiligung zur letzten Ruhe bestattet worden. Der verhaftete Täter C. Hollstein III ist, wie bereits gemeldet, gefesselt auS dem GerichtSgefängniS zu Sontra von dem Gendarmeriewachtmeister Münchhoff in daS Untersuchungsgefängnis nach Caffel transportiert worden. Unterdessen hat man auch daS MordinstlUwent, mit dem der Todesstreich versetzt wurde — ein größere- Jagdmesser — an dem von Hollstein bezeichneten Acker ausgesunden.
Frankfurt a. M., 8. Novbr. ES besteht die Absicht, in Darmstadt eine Lustschiffbauwerst zu errichten, die sich neben dem Bau von Flugapparaten nach dem System Kondor (Zweidecker) besonder- mit der Erbauung von Luftschiffen nach einer neuen Erfindung deS Ingenieur? Büchner beschäftigen soll. DaS neue Lustschiff stellt gewissermaßen eine Bereinigung von Starr- und Prall-Schiff dar und sieht auS wie ein großer Drache oder Fisch. Der Durchschnitt ist linsensörmig und im Innern ist eine Verspannung von Drahtseilen konstruiert, die genau so wirken soll, wie die Speichen eines Fahrrades. DaS Gewicht deS Luftschiffes soll so leicht sein wie daS der Parsevalfchiffe. Die Propeller können wie bei den Zeppelin-Schiffen angebracht, jedoch auch an der Gondel befestigt werden.
Frankfurt a. M., 9. Nov. Die Unterschlagungen deS russischen Generalkonsuls v. Baumgart, der in Petersburg verhaftet worden, betragen über 100 000 Rubel. Baumgart, der hier als Generalkonsul fungierte, hat sich an Mündelgeldern vergriffen und große Summen unterschlagen, die ihm für politische Zwecke überantwortet worden waren. ES handelt sich um Gelder für geheimen Polizeidienst, namentlich für Sicherheitsdienst während deS AusenthalteS deS Zarenpaares in Friedberg.
DT. Erfurt, 8. Nov. In Ersurt ist vor einiger Zeit die katholische Spar- u. DarlehnSkaffe Sankt Joses in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Gestern sand eine außerordent- Versammlung der Mitglieder der Kasse statt. Wie sich herausstellte, hat bei der Kasse eine sehr große Mißwirtschaft geherrscht, die hauptsächlich dem srühcren, jetzt verstorbenen
^^"' ®in ebensallS verstorbenes Aufsicht?- eT‘$bLM »"M. Wk »S bei der WEMiA?" Schulden gemacht, für die bei seinem Tode nur 200 000 Mark eingebracht werden konnten. AlS
dann in diesem Jahre boS Erfurter Bankhaus Laun von Löwenstein zusammenbrack, wurden auch die Sparer der Darlehenskasse ängstlich und kündigten in großen Mengen ihr Guthaben. Dadurch war die Kasse gezwungen, ihre Zahlungen einzustellen. Um den Konkurs zu vermeiden, ist eine Hilfsaktion eingeleitet worden; eS wurden bereits sehr erhebliche Summen gezeichnet.
Eifeuach, 9. Nov. Am Freitag abend hat sich in der Nähe EisenachS der Bankier Paul Srauß, Mitinhaber der Eisenacher Bankgesellschast Strauß und Heberlein, mit seinem Jagdgewehr erschossen. Die anderen Inhaber der Bank sind flüchtig. DaS Bankgeschäft ist zusammengebrochen. Viele Eisenacher Geschäftsleute und Privatleute verlieren zum Teil große Summen. Der Zusammenbruch deS Bankhauses Strauß u. Hebcrlein, offene Handelsgesellschaft, ist der größte finanzielle Krach, der Eisenach feit Jahren betroffen hat. In seinen Folge- erschcinungen kommt er einer wirtschaftlichen Katastrophe gleich. Wie sich herausstellte, sind die DepotS sämtlich angegriffen. Zahlreiche aktive und inaktive Offiziere erleiden hohe Verluste. Der Schaden wird auf lVa Millionen Mk. geschätzt. Im allgemeinen hat sich daS Bankhaus eines guten Rufes erfreut. Verfehlte Spekulationen sind die Urfache deS ZusammenbrucheS.
Naumburg, 5. Nov. Ein von der Forstakademie EberSwalde hier bei den 4. Jägern als Einjährig-Freiwilliger eingetretener junger Mann machte seinem Leben durch Selbstmord ein Ende. Die Gründe sind privater Natur.
Weißenfels, 6. Nov. Im Tagebau der Gewerkschast „Leonhardt" bei Neumark lösten sich infolge deS Regen? Erdmaffen und verschütteten einen ausländischen Arbeiter. Nach halbstündiger angestrengter RettungSarbeit gelang eS, den Verschütteten zu bergen. Er war jedoch schon tot.
Niedermarsberg, 8. Nov. Arbeiter hatten gestern einen Zustreckeweg über eine über die Diemil führende Eisenbahnbrücke benutzt. Einer derselben war mit einem Fuße infolge eine? Fehltritts zwischen zwei eiserne Bodenplatten hängen geblieben. Während ihm ein Kamerad zu Hilfe eilte, wurden beide von einem heranbrausenden Zuge überfahren. Der eine ist seinen Verletzungen bereit? erlegen.
Gotha, 9. November. Zu dem Verschwinden deS Direktors Völker von der Privatbank zu Gotha wird noch bekannt: Bei einer gestern unverhofft vorgenommenen Revision entdeckte der AussichtSrat, daß die Bank durch Völker und den Buchhalter Eifler geschädigt worden ist und zwar durch ordnungswidrige Manipulationen. Unter Berücksichtigung der Dienstkaution und anderer zur Verfügung stehender Mittel dürfte die Bank einen Schaden von 56 000 Mk. erleiden.
Ostheim v. d. Rhö«, 7. Nov. Der Gutsbesitzer Collenbusch aus Schloß Vippach bei Weimar ist bei der im hiesigen Revier abgehaltenen Waldtreibjagd von seinem Sland- nachbar nicht unerheblich angeschossen worden. Es wurde eine Verletzung der beiden Unterschenkel durch 36 Schrotkörner ärztlich konstatiert.
Weimar, 9. November. Der 18jährige Schüler Burk- Hardt aus Auma, der wegen Teilnahme an einer Schüler- Verbindung vom hiesigen Realgymnasium entfernt worden war, schoß sich mit einem Revolver in? Herz und wurde schwer verletzt inS Krankenhaus gebracht.
Kleinvach, 7. Nov. Der Landwirt Heinrich Groß von hier stürzte gestern so unglücklich vom Scheunenboden, daß er heute an den erhaltenen Verletzungen verstarb. Damit ist wieder ein Veteran von 1870-71 zur großen Armee abgegangen.
Halberstadt, 10. November. Als sich heute vormittag eine Hochzeitsgesellschaft auS BöhnShausen hierher zur Trauung b geben wollte, kam der Wagen in- Rutschen und prallte gegen einen Mast der elektrischen Leitung. Sechs Personen wurden schwer verletzt inS Krankenhaus gebracht.
Uermiscbtes.
— BreSlau, 9. Nov. Gestern wurde in einem Hotel in der Bohrauer Straße ein Liebespaar mit Schußwunden tot aufgesunden. Beide hatten sich außerdem mit Sublimat ver- giftet. Nach Vorgefundenen Briesen handelt eS sich um Mord und Selbstmord. Der Mann ist Kandidat der Medizin, daS Mädchen eine Verkäuferin auS Kattowitz.
— (Der Kamps beim Lichte der Schein- Werfer). In den Nachtkämpfen bei Lüle-Burgas haben die von den Bulgaren mitgeführten Scheinwerfer eine große Rolle gespielt, aber baS grelle, blendende Licht hatte noch eine andere Wirkung, als die Sichtbarmachung deS Gegners, und zwar eine Wirkung, die für die Taktik der Zukunft vielleicht nicht unbeachtet bleiben wird. Den ganzen Tag über war gesümpft worden, wobei die Türken besonders durch daS Artilleriefeuer schwer litten; als nach der Dämmerung die Dunkelheit einfetzte, hörten Plötzlich die bulgarischen Angriffe auf, und eine fast unheimliche Stille senkte sich über die Walstatt. „Unsere Leute," so berichtet ein türkischer Offizier, der an diesen Kämpfen in vorderster Linie teilgenommen hat, „waren von den furchtbaren körperlichen Anstrengungen und von der steten Nervenanspannung erschöpft. Zu essen gab eS nichts, also suchte man wenigstens ein wenig Ruhe. Wo man stand, sank man nieder. Um elf Uhr aber begann plötzlich wieder der Angriff der Bulgaren, die noch vor Sonnenuntergang versucht hatten, unsere Nachtstellungen zu erkunden. Die Angreifer kamen sehr nahe an unsere Vorposten und Vortruppen heran. Und nun begann daS Neue und Ungewohnte: in einer Entfernung von 300 Metern richteten sie daS grelle, blendende Licht der Acctylen-Schcinwerser auf unsere Linien. ES war unseren Mannschaften damit vollkommen unmöglich, irgendetwaS zu sehen, sie waren geblendet, konnten nicht schießen, konnten den Gegner nicht sehen, konnten sich überhaupt nicht verteidigen. Der Gegner dagegen konnte die geringsten Bewegungen bei unS deutlich wahrnehmen, konnte zielen, konnte unS mit einem mörderischen Feuer überschütten, während wir außer stande blieben, unS zu verteidigen oder daS Feuer auch nur zu erwidern . . ."
TomSk, 10. November. Auf der sibirischen Eisenbahn ist ein Zug mit Arbeitern für die Amurbahn entgleist, wobei 3 Mann getötet und 26 verwundet wurden.
Hetzte Nachrichten.
Der Balkankrieg.
Rjela, 10. November. Gestern und heule war heftige?
Geschützfeuer vom Tarabosch und auS Skutari hörbar. Den Montenegrinern ist eS gelungen, einige Fort? an der Südseite deS Tarabosch zu zerstören. Gestern konnten trotz deS ununterbrochenen Geschützfeuer? der Türken mehrere schwere Angriffskanonen in Position gebracht werden. Seit heute find auch Aeroplane bei der montenegrinischen Armee in Verwendung. In Skutari soll die Not aufS höchste gestiegen sein. — König Nikolaus ist heute mittag nach Antivari abgereist.
Konstantinopel, 10. November. Heute wurde ein grabe veröffentlicht, nach welchem gestattet wird, daß je ein zweiter Kreuzer der Großmächte sowie je ein rumänische«, spanische- und holländische- Kriegsschiff die Meerengen passieren. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika haben da- Ersuchen gestellt, zwei Kriegsschiffe passieren lassen zu dürfen.
Konstantinopel, 10. November. Privatmeldungen türkischer Blätter auS Adrianopel besagen, daß die Kämpse bei Marrasch mit Ersolg für die Ottomanen andauern. Durch den türkischen Fesselballon fei festgestellt worden, daß die Bulgaren fich zurückziehen. Die schwere bulgarische Batterie bei Akbunar sei von der türkischen Artillerie zum Schweigen gebracht worden.
DT. PariS, 10. November. Die italienische Presse ist entschieden gegen SerbienS Bestrebungen, einen Hafen an der adriatischen Küste zu erhalten. Man rät den Serben, fich mit einem Hafen am ägäischen Meer zu begnügen und ein Abkommen mit Montenegro zu treffen, damit dieses den Verbündeten eine Ein- und AuSsuhrstation einräumt. Dem römischen „TempS"-Korrespondenten hat ein italienischer Politiker einige bemerkenswerte AuSsührungen zu dieser Hafenfrage gemacht. Bemerkenswert ist, daß dieses Interview zwölf Stunden von der römischen Zensur zurückgehalten worden ist.
Daraus dürste hervorgehen, daß die dreibundseindlichen Ausführungen dieses PolitikerS keinesfalls die Billigung der italienischen Regierung finden. Der Politiker erklärte nämlich:
Wenn Serbien daraus besteht, den Hafen Durazzo zu erhalten, wirb dieS eine Verständigung Oesterreichs mit Italien zur Folge haben. Das entspricht aber keineswegs den Interessen deS Balkanbundes und auch nicht denen Rußland-, deS natürlichen Beschützer- bet Balkansloven. Serbien- Politik hat hierbei zu entscheiden, ob eS Oesterreich allein oder den ganzen Dreyund gegen sich haben will. Die Lage der Balkanstaaten ist sehr delikat. Sie müssen auf jeden Fall aber vermeiden, Italien zu ihrem Gegner zu machen.
DT. London» 10. Nov. Die „Pall Mall Gazette" will wissen, daß die Dreibundmächte bezüglich deS serbisch- österreichischen Abkommen? folgende- Programm ausgestellt haben: Ersten-, Unabhängigkeit und Selbständigkeit Albanien-, zweitens Jnternationalifierung deS Hasen- von Saloniki; dritten- Bau einer Eisenbahn von der serbischen Grenze bis zum adriatischen Meere und Ueberweisung eine- Hafen- all alleinige Ein- und AuSsuhrstation für Serbien, jedoch ohne territoriale Zugehörigkeit zum serbischen Königreich; vierten-, Abschluß eine- Handelsvertrages, der die österreichisch-serbischen Handelsbeziehungen mit der durch die obigen Bedingungen geschaffenen Lage in Einklang bringt; sünsten-, Regulierung der serbisch-boSnischen Grenze zu Gunsten SerbienS. Dieses Programm soll den Regierungen in Belgrad und PeterSbmg bereit- mitgeteilt worden sein.
Adrianopel gefallen!
DT. Sofia, 10. Nov. Die Einnahme von Adrianopel wird offiziell bekannt gegeben. Die gesamte Garnison, bestehend auS über sünszigtausend Mann, davon zehntausend Mann irregulärer Truppen, ist gefangen genommen worden. Nachdem eS der bulgarischen Jnsanterie gelungen war, die beiden Forts Kartal Tepe und PapS Tepe trotz bei türkischen ArtilleriescuerS zu stürmen, war die Festung selbst nicht mehr zu halten. Rattal Tepe, 143 Meter hoch gelegen, beherrscht mit seinen Geschützen Adrianopel und die übrigen FortS. Da die LebenSmittel zu Ende waren, ein Teil der Stadt durch die Ablenkung der Maritza durch die Bulgaren unter Waffer gesetzt ist und ein weiterer Widerstand nur unnütze- Blutvergießen bedeutet hätte, ergab sich die gesamte Garnison mit ihrer Munition und ihren Waffenvorräten bedingungslos.
PariS, 11. Nov. Mehreren Blättern wird auS Sofia gemeldet, daß die Gesandten Frankreich-, Deutschland-, Ruß- landS, Englands und Italiens der bulgarischen Regierung ein gemeinsames VermittlungSanerbieren überreicht hätten. Oesterreich-Ungarn habe eS abgelehnt, sich diesem Schritte anzuschließen. ES sei unwahrscheinlich, daß Bulgaren diese Vermittlung annehmen werde.
Konstantinopel, 11. Nov. DaS Preffebureau veröffentlicht offiziell ein Telegramm deS KommandmrS der Westarmee, in dem gemeldet wird, daß die türkischen Truppm erneut die Griechen bei Sorowitsch angegriffen und dabei sieben Kanonen und Munition erbeutet haben. Die Griechen wären in Unordnung geflohen. Auch am 9. d. MtS. hätten die Türken zehn griechische Kanonen und Munition erbeutet.
K o n st a n t i n o p e l, 10. November. Die Pforte ist verständigt worden, daß ihre Bitte um Mediation den vier Balkanstaaten durch eine Großmacht übermittelt worden ist.
DT. PariS, 10 Nov. Nach einer Wiener Meldung deS „Echo de PariS" werden Kaiser Wilhelm II. und Erz- Herzogthronfolger Franz Ferdinand demnächst entweder in Donaueschingen anläßlich der Hochzeit der Prinzessin Lotti von Fürstenberg oder in Setzlingen, wohin der Kaiser den Erzherzog zur Jagd einladen dürste, eine Begegnung haben.
DT. Madrid, 10. Nov. König Alphons von Spanien hat sich im Manöver eine Verletzung am Knie zugezogen. Er wollte einem Offizier, dessen Pferd scheute, zu Hilse eilen, dabei schlug daS Pserd auS und ein Hufschlag traf den König am Knie. Obwohl die Verletzung keine ernste Folgen habm wird und der Hauptsache nach schon wieder der Heilung zu- schreitet, sind doch die Hosempfänge füt die nächste Zeit abgesagt worden.
Oeffentticher Wetterdienst.
Wetterdienststelle Frankfnrt a. M. Wetterausstchten für Dienstag, den 18. Nov. Wechselnde Bewölkung Niederschläge in Schauern, später ausklärend, kälter, Nordwestwinde.