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teilnahmen. 8m Donner-tag vormittag reiste der Kronprinz nach DreSden zurück.

Der deutsche K r o n p r i n z hat sich bei einer Schleppjagd in der Umgegend von Donzig durch einen Sturz mit dem Pferde mehrfache Verletzungen zugezogen, namentlich im Gesicht und am Kopf. DaS Befinden der Kronprinzen gibt, wie man vernimmt, nicht zu den geringsten Besorgnissen Anlaß.

Das preußische Abgeordnetenhaus sührte am Mittwoch zunächst die Spezialberatung der Sparkaffengesetze- zu Ende, die einzelnen Bestimmungen der Vorlage im all- gemeinen in der KommissionSsafsung genehmigend. Dann folgte die vom Abgeordneten v. Korsanty begründete Inter­pellation, betr. die Enteignung ländlicher Besitzungen in den Ostmarken zu AnsiedlungSzwecken nach. LandwirtschastSminister V. Echorlemer beantwortete die Interpellation dahin, daß die preußische Regierung entschlossen sei, daS EnteignungSgesetz aufrecht zu erhalten. Nach kurzer Debatte trat Vertagung ein.

Die Lage deS deutschen ArbeitSmarkteS war im vergangenen Monat zufriedenstellend und wies gegen­über dem Vorjahre eine Verbesserung aus. Namentlich der Steinkohlenbergbau und die Roheisenerzeugung hatten flott zu tun, während in der Textilbranche, im Baugewerbe usw. die Beschäftigung befriedigend war.

AuS Anlaß seines Namenstages hat der P r i n z r e g e n t von Bayern auS der Luitpold-JubiläumSspende sür Jugendfürsorge Zuwendungen an Vereine und Wohlfahrts- anstalten ohne Unterschied der Konsession im Betrage von 237 100 Mark gemacht. Weiter hat er mit einem Kapital von 25 000 Mark eine Stiftung errichtet, die zum Andenken an seine verstorbene Enkelin Prinzessin-Rupprecht-Stiftung heißen soll.

In London ist die englisch-deutsche Verstän - digungSkonferenz unter Vorsitz deS LordmayorS er­öffnet worden. Der Lordmayor wies in einer kurzen Ansprache auf den Zweck der Konferenz hin und gab der Ueberzeugung Ausdruck, baß ein Krieg zwischen den beiden blutsverwandten Völkern unmöglich sei.

Der neueste und größte amerikanische D r e a d - noughtNeuyork" ist gestern srüh aus der AdmiralitätS- werst in Brooklyn in Gegenwart deS Präsidenten Tast und deS MarinesekretärS Meyer vom Stapel gelaufen. DaS Schiff wird zehn 14zöllige Geschütze sühren und soll eine Geschwin- digkeit von 21 Knoten erreichen.

AuS Washington wird gemeldet: Angesicht- der zunehmenden UnordnungaufSanDomingoundderverzweiselten Straßenkämpse in den äußeren Straßenvierteln in Puerto Plata, wobei Leben und Eigentum amerikanischer Bürger gefährdet sind, hat daS Marinedepartement angeorbnet, daß sofort zwei Kriegsschiffe dorthin abgehen.

-I« Provinz m. Dachbargebiet.

p. Hersfeld, 1. November. (November.) Der November war im altrömischen Kalender der neunte Monat deS JahreS, und vom lateinischen Zahlworte novem, daS heißt neun, hat er auch seinen Namen. Er heißt auch Nebel­monat oder Reifmonat, denn er pflegt mit Nebel, Regen und Kälte nicht zu kargen. Aber gerade so wünscht ihn sich der Sandmann, wie die alten Bauernregeln besagen.

Im November viel Naß, Auf den Wiesen viel GraS.

Dagegen

November, trocken und klar,

Bringt wenig Segen fürS nächste Jahr.

Draußen ist die Feldarbeit im großen und ganzen beendet, nur Zuckerrüben und Kartoffeln werden oft erst in den ersten Novembertagen geborgen. Die letzte Wintersaat wird in den Boden gebracht, auch macht sich der Landmann nunmehr da­ran, daS Getreide auSzubreschen. Die Wiesen werden reguliert, und im Weinberg werden die Reben bedeckt. Im HauS- garten aber schützt man die Pflanzen, die im Freien über­wintern sollen, vor den Unbilden der Witterung, auch manche Obstbäume, wie Pfirsiche und Aprikosen, müssen sür den Winter besonders geschützt werden. Die Jagd ist im November aus ihren Höhepunkt, und namentlich am 3. November feiern die Jäger ihren Schutzpatron, den heiligen HubertuS, durch sröh- liche Jagden. Der 11. November ist der Kalendertag deS heiligen Martin, Bischos von TourS, der in alter Zeit mit üppigen Echmausereien und sestlichen Gelagen begangen wurde, und noch heute wird in Deutschland vielsach der MartinStag durch ein fröhliches Essen gefeiert, bei dem die MartinSganS nicht fehlen darf. Der November ist überhaupt der Monat deS Gänsebraten-, und manches fette Gänschen muß sein Leben lasten. Der 30. November ist der GedächtniStag des Apostels Andreas, deS Bruder- deS Petrus. Am Andreasabend pflegen die jungen Mädchen Blei zu gießen oder Aepfelschalen zu wersen, um zu erfahren, ob sie bald heiraten werden, wie der Zukünftige auSfieht, wo er wohnt, ob die Ehe glücklich sein wird und dergleichen mehr. Auch zwei ernste, mahnende Tage fallen in den Monat November, der Bußtag und daS Totensest, die so recht in die Stimmung passen, die draußen in der ganzen Natur herrscht.

Fnlda, 30. Oktober. Der Erste StaatSanwalt in Hanau hat die öffentliche Klage zur Aburteilung deS Zigeuners Ernst Sbender wegen Mordversuchs vor dem Schwurgericht in Mainz erhoben. ES handelt sich in diesem Falle um den Ueberfall EbenderS auf den Gendarmeriewachtmeister Nigel, auf den er am 22. Juli 1911 auf der Landstraße zwischen HildeSheim und HarSheim einen Revolverschuß abgab.

Fulda, 31. Oktober. Heute abend zwischen 5 und 6 Uhr ging hier ein von heftigen Blitzen und Donnern begleitetes Gewitter nieder, dessen Regen sehr stark mit Hagel vermischt war. Stellenweise waren die Straßen unserer Stadt vom Hagel weiß bedeckt, der die Größe von großen Erbsen hatte. Zur jetzigen Zeit für unsere Gegend eine große Seltenheit.

Frankenberg, 30. Okt. In verflossener Nacht und im Lause deS heutigen TageS ist die Eber infolge der ununter- brochm anhaltenden Regengüsse 115 Zentimeter über Normal- stand gestiegen; der Fluß ist bereit, aus seinem ganzen Laufe über die User getreten und hat Wiesen und Felder unter Wasser gesetzt. .

Winterberg, 29. Oktober. Der Lehrer Lütgemerer in unserem Nachbarorte Schwalenberg wurde bei einem Treib» jagen durch die Unvorsichtigkeit eines Schützen durch eine Schrotladung schwer verletzt. JnS Krankenhaus nach hier verbracht, ist derselbe an Blutverlust und einer hinzugetretenen Blutvergiftung gestorben. t

DT. Gaffel, 31. Oktober. Die Verwaltung des hresigen Krankenhause» vom Roten Kreuz hat gestern sechs Schwestern, mit SanitätSmaterial ausgerüstet, nach dem bulgarisch-türkischen Kriegsschauplatz abgeschickt.

Marburg, 30. Oktober. Die Zahl bet immatrikulierten Studierenden erreichte heute rund 2000, ohne die nur zum Hören der Vorlesungen berechtigten Damen und Herren. Da »st Immatrikulationen erst am 5. November ihr Ende erreichen,

steht zu erwarten, daß die Frequenz der Universität auch in diesem Semester in gewobnlei Weise sich erhöht.

Kirchham, 31. Okt. Durch die reichen Regengüsse führen Ohm und Wohra Hochwasser. Weite Strecken der Umgebung sind unter Wasser gesetzt, sodaß daS Gelände einem See gleicht. Die Arbeiten an der Neubahnstrecke Kirch- HainGemünden mußten eingestellt werden.

Mühlhausen, 31. Okt. In einer Gothaer Weinstube wurden der Sohn deS hiesigen BezirkSkommandeurS Picrer und eine junge Dame erschossen aufgefunden. ES handelt sich wahrscheinlich um ein Eifersuchtsdrama.

DT. Frankfurt a. M., 31. Oktober. DieZ.-Lust- schiffe"Viktoria Louise" undHansa" sollen in der nächsten Zeit keine größeren Flüge mehr unternehmen. DieViktoria Louise" wird am 3. November noch eine Fahrt nach Wies- baden machen. Sodann werden die Luftschiffe vorerst nur noch zu kleineren Possagierfahrten in der Nähe ihre» EtationS- orteS aufsteigen.

Frankfurt a. M., 30. Okt. Ein Leinengroßhändler, der auf seiner Geschäftsreise nach Franksurt kam, traf hier nach einem festlichen Trunk auf der Straße zwei Damen, mit denen er eine Reise durch verschiedene Cassr und BarS unternahm. Die beiden Damen bemerkten, daß ihrKavalier" viel Geld bei sich hatte, und beschlossen, ihn zu berauben. Am anderen Morgen, als der Herr auS seinem Rausch erwachte, waren ihm 500 Mk. gestohlen. Der Kriminalpolizei gelang eS glücklicher­weise, die beiden Damen sestzustellen. ES sind zwei Tänzerinnen, von denen die eine ein Sparkassenbuch von über 700 Mk. besitzt.

Hann. Münden, 31. Okt. Großfeuer brach in der vergangenen Nacht um Va6 Uhr morgen- in dem benachbarten Dorse Lutterberg auS. Bei dem rasenden Sturmwind ver­breitete sich daS Feuer schnell aus angrenzende Gebäude und auf die zu den Gehöften gehörigen Ställe und Scheunen, die mit Erntevorräten gefüllt waren. Gegen 9 Uhr waren 3 Gehöfte völlig niedergebrannt.

Wiesbaden, 30. Okt. Der Stadtsekretär von Eltville, Philipp Mohr, wurde wegen Unterschlagung und Untreue, die er in seiner Eigenschaft als Stadtsekretär sich hat zuschulden kommen lassen, zu acht Monaten GesängniS verurteilt. Außer­dem wurde ihm die Befähigung abgesprochen, innerhalb dreier Jahre ein öffentliches Amt zu bekleiden.

Eifenach, 30. Okt. Der Einjährig-Freiwillige Referendar Fuchs, der vor zwei Jahren beim hiesigen Bataillon eintrat, dann aber desertierte, hat sich jetzt, wie demErf. Allg. Anz." gemeldet wird, der Militärbehörde wieder gestellt und ist im Untersuchungsgefängnis untergebracht worden.

Heiligenstadt, 30. Oktober. Ein Großfeuer äscherte in KirchworbiS 4 Wohnhäuser und 9 Scheunen total ein.

Wochenbericht der Berliner Produktenbörse.

In der am 30. Oktober zu Ende gegangenen BerichtSwoche übten gleich wie in den vorangegangenen Wochen die politischen Verhältnisse einen bestimmenden Einfluß aus den Markt auS. Die HandelSkrise wurde außer durch die KriegSereignisse auf dem Balkan auch hauptsächlich durch allerlei noch verhängnis­vollere Verwicklungen und andeutcnde Gerüchte im hohem Grade beunruhigt. Bei dieser Sachlage konnte sich ein regel­mäßige- Geschäft nicht entwickeln. Allgemein herrscht die Ueberzeugung vor, daß der hohe Preisstand deS Getreide- feinen hauptsächlichsten Halt an der für bedrohlich angesehenen politischen Lage hat. Zum Teil bildete aber auch daS knappe Angebot von neuer Ware aus dem Jnlande für die Preise eine Stütze. Doch die Kartoffelernte, deren Ertrag vielfach als außerordentlich groß geschildert wird, dürfte nun im wesentlichen ebenso wie die Feldbestellung beendigt sein, und damit ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, daß die Landwirtschaft wieder reichlicher die Märkte mit Getreide versehen wird. Ein weiteres Hemmnis für ein lebhafteres Geschäft sind die abnorm hohen Frachtraten. Gleichwohl finden von Nordamerika sehr lebhafte Verschiffungen an Weizen, von Argentinien an MaiS statt, sodaß an diesem Getreide nach den europäischen BedarfS- ländern schwimmende Mengen bedeutend größer find als gleichzeitig im Vorjahr. Daneben find die Weizenofferten der Vereinigten Staaten von Amerika nach wie vor reichlich, und in Kanada drängt die große Ernte immer stärker an die Küste und in die Speicher. In Argentinien find die Ernteaussichten glänzend geblieben. Diese Umstände haben natürlich nachteilig auf die Unternehmungslust eingewirkt und wesentlich dazu beigetrogen, daß die Weizenpreise 2 bis 3 Mk. einbüßten. Roggen war zur Abwicklung deS Oktobertermins wegen der knappen Zufuhren auS dem Jnlande anfangs stark gesucht und sür den laufenden Monat beträchtlich höher, gab aber schließlich bei reichlicheren Zufuhren wieder nach; spätere Lieferfristen stellten sich 2 bis 3 Mk. niedriger. Auch Hafer wurde bei vermehrten Zufuhren aus dem Jnlande nachgiebiger. Mais war in greifbarer Ware knapp und fest, aber Argentinien bietet fortgesetzt reichlich an. Am letzten Tage der BerichtS­woche stellten sich die Preise für den Dezembertermin wie folgt: Weizen 209,50, Roggen 177,50, Hafer 181, MaiS 151,50, Mk.

Letzte Nachrichten.

Der Balkankrieg.

Sofia, 31. Okt. In Lüle-BurgaS haben die Bulgaren zwei weitere Eisenbahnzüge, die mit LebenSmitteln, Waffen und Munition beladen waren, abgefangen.

Sofia, 31. Okt. Der türkische Kreuzer Hamidieh feuerte heute neun Granaten gegen den Leuchtturm auf Cap Emineh zwischen BurgaS und Warna und beschädigte ihn. Die Regierung wird gegen die Beschießung dieses Gebäudes, daS ausschließlich friedlichen, kulturellen Zwecken dient, Protest einlegen.

Athen, 31. Okt. Die griechischen Truppen marschieren aus Saloniki. Die Schenkungen von Privatleuten zum Besten der nationalen Bedürfnisse haben bereits mehrere hunderttausend Drachmen erreicht.

DT. Berlin, 31. Oktober. In Berliner diplomatischen Kreisen ficht man die politische Situation auf dem Welt- thcater als ein wenig gebessert an. Man glaubt, daß Oester­reich-Ungarn tatsächlich mit Rußland und auch mit Serbien sich bereits jetzt schon in ein gewisses Einvernehmen gesetzt hat und daß dadurch, wenn die Dinge weiter einen guten Verlauf nehmen, die Gesahr eine» europäischen KriegeS tat­sächlich als beschworen gelten darf. Einzelheiten über die Verhandlungen werden auf der Berliner Oesterreichischen Bot- schast der Presse noch nicht mitgeteilt. Doch wird in ein' geweihten Kreisen mit Bestimmtheit erklärt, daß man in

Oesterreich der festen Ueberzeugung ist, auf dem in dm letzten Tagen eingetragenen Wege zu einem besseren Ziele p» ge­langen, als durch daS Mittel eines in seinen konseqmzm völlig unberechenbaren bewaffneten Einschreitens.

DT. 6 emlin, 31. Oktober. Serbische Truppen haben mittags die albanische Stadt PriSrend im Sturm genommen.

Im Tale von Kumanowo stehen alle Dörser in Flammen. Albanierbanden fallen den serbischen Truppen in den Rücken, stören die Transportverbindungen, zerschneiden Telephon- und Telegraphendrähte und übersallen einzelne Patrouillen. Die Serben wollen daher systematisch gegen die Albanier vorgehen-

Pari», 31. Okt. Zur Frage der Vermittlung in der Balkankrisis will ein Mitarbeirer desEcho de PariS" von einem Diplomaten, der dem gestrigen Empfang beim Mi­nisterpräsidenten Poincars beigewohnt hatte, erfahren haben, daß Rußland durch Vermittlung PoincarSS mit Oesterreich- Ungarn unterhandle. Der Diplomat habe ferner erklärt, daß der hiesige serbische Gesandte Besnic die Meldung über direkte Verhandlungen zwischen dem Grasen Berchtold und dem serbischen Gesandten in Wien nicht dementiert habe. Man beschäftigt sich gegenwärtig damit, auf dem Papier eine evt. Austeilung deS Balkans vorzunehmen. Man gehe einer Konferenz entgegen und sage bereits voraus, daß diese in PariS stattfinden werde, von wo die Anregung zu einer Intervention ausgegangen fei.

DT. London, 1. November. AuS Konstantinopel wird um Mitternacht gemeldet: Der türkische Ministerrat, der seit AbendS versammelt ist, tagt noch um Mitternacht auf der Hohen Pforte. ES geht daS Gerücht, daß die Pforte FriedenS- verhandlungen mit den Balkanverbündeten einzuleiten gedenkt-

Ein Sedan der türkischen Armee?

DT. Sosia, 1. Nov. Ueber die Entscheidungsschlacht von Lüle BurgaS wird gemeldet: In der Schlacht wurden 20 000 Türken getötet und verwundet. 50 000 find gefangen genommen worden. Zahlreiche Pserde, Kanonen, Gewehre und anderes Kriegsmaterial fielen in die Hände der Bulgaren.

Der Wert dieser Beute wird aus 70 Millionen Mark ge­schätzt. ES bestätigt sich, daß Nasim Pascha, der türkische Oberbefehlshaber, gefangen genommen worden ist. Damit verliert die Türkei ihren fähigsten General. Nasim Pascha hatte versucht, sieben Kilometer südlich von Lüle BurgaS die fliehenden KorpS noch einmal zu sammeln und sich von neuem den Bulgaren entgegenzustellen. Diese drängten jedoch trotz bet Ermüdung einer dreitägigen Schlacht zu ungestüm nach.

Bei Tschorlu, wo Nasim Pascha nochmals Front zu machen versuchte, wurde er gefangen genommen. Er hatte noch 120 000 Mann unter seinem Befehl, also die Hälfte be* türkischen Armee. Diese befindet sich weiter aus der Flucht und ist disziplinlos und bemoraliftert. DaS erbeutete Eisen­bahnmaterial wird zum Transport der gefangenen Türken benutzt, die vorläufig in einem Zeltlager bei Kirkkiliffe unter« gebracht werden.

DT. Pari», 1. Nov. Wenn die türkische Regierung jetzt, nach der Niederlage von Lüle BurgaS, die Intervention der Mächte verlangt, wird Bulgarien mit seinen Verbündeten nichts gegen eine Einstellung der Feindseligkeiten haben. Allerdings nur dann, wenn die Mächte in eine Aenderung deS territorialen Statusquo einwilligen.Der Balkan den Balkanstaatm i" Das ist der von der bulgarischen Re­gierung befolgte Grundsatz. Sonstantinopel soll daher dm Türken bleiben, und die Bulgaren haben durchaus kein Ver­langen, ihre Flagge über der Hagia Sophia wehrn zu sehen, wo 1453 der Halbmond baS Kreuz verdrängte. Wenn Europas Diplomatie eS will, werden die Bulgaren auf denMeitermarsch ver­zichten, obwohl ihnen der Weg nach Konstantinopel jetzt sreisteht.

Alles kommt also auf die Einigung der Mächte an. Zwischen den Staaten der Triple-Entente besteht vollkommene» Einvernehmen. Aber auch die DreibundSstaaten wüsten baS große Ziel versolgen, sodaß Rußland und Oesterreich, gestützt aus ihre Bundesgenossen, die notwendige Autorität den Balkan- staaten gegenüber besitzen. Diese allgemeine Einigkeit scheint jedoch, wie in Pariser diplomatischen Kreisen erklärt wird, unter den Großmächten noch nicht erreicht zu sein. Rußland hat seine Wunschlosigkeit auf dem Balkan schon erklärt, noch nicht ober Oesterreich. Solange dies noch nicht geschehen ist, kann von einem internationalen Schritt Europas nicht die Rede sein. Doch dürfte in spätesten- zwei Tagen Mch da- österreichische Hindernis beseitigt sein.

Moskau, 31. Oktober. Der Führer deS französischen Ballon- Jkle de France, Leblanc, ist mit seinem Begleiter Jourdan hier eingetroffen. Der Ballon war 45 Stunden nach seinem Ausstieg in Stuttgart 40 Werst von Kaluga gelandet, nachdem er eine Strecke von 2000 Kilometern zurückgelegt hatte.

Düsseldorf, 1. November. Der andauemde Regen der letzten Tage rief im Saargebiet Hochwasser hervor. Auch die Ruhr führt seit gestern Hochwaster. Dasselbe wird von der Mosel gemeldet.

R e i ch e n b e r g (Böhmen), 1. November. In der Nacht

aus den 31. Oktober trafen hier etwa 200 türkische Soldalm und 13 türkische Offiziere ein. Die Truppenteile, denen sie angehörten, standen im Sandschackgebiete und wurden in den Kämpfen auf bosnische- Gebiet gedrängt, wo man sie ent­waffnete. Nach derVoff. Ztg." versagten die österreichischen Behörden ihre Ueberführung nach Reichenberg, wo sie in dm Kasernen bis zum Friedensschluß untergebracht werden.

Oeffentlicher Wetterdienft.

Wetterdienststelle Frankfurt a. M.

Wetterausfichten für Sonnabend den 2. Novbr.

Vereinzelt leichte Niederschläge, meist heiter, vielfach Nacht, srost, nördliche Winde.