auch in ein Kleeflück. Da sehr ich vor mir einen Hasen im Lager, und alS ich mich ihm nähere, rutscht er heraus und macht sich auS dem Staube, waS das Zeug halten will. Ich lege meinen Stock aus ihn an und drücke in Gedanken loS, aber wer beschreibt mein Erstaunen, als in demselben Augenblick der Hase, wie von einem meisterhaften Kopsschuß gekosten, einen eleganten Purzelbaum schlägt und dann verendet liegen bleibtI Ich stürze hinzu, in der Meinung, der Hase wäre in eine von Wilddieben gestellte Schlinge geraten, aber — i bewahre — keine Spur; erst als zu Hause der Hase aufgeworfen wurde, zeigte sich'S, daß das arme Hasenherz vor Angst und Schreck buchstäblich gebrochen war."
„Auch nicht schlecht! Misten Sie aber, meine Herren, waS ich da neulich mit meinen eigenen Augen gesehen habe? ES war kurz nach Weihnachten, und eS lag hoher Schnee. Ich wollte für den NeujahrStag noch einen Küchenhafen schießen und sehe, alS ich eben auS meiner Tür trete, wie in einiger Sntscrnung von meinem Hause an einem Erlengebüsch ein FuchS die Rebhühner füttert."
„Sie meinen, er füttert sich mit den Rebhühnern?" „Nein, durchaus nicht, er streute ihnen Futter hin."
„Na, Verehrtester, da wüsten Sie sich Sonntagsjäger auS- suchen, denen Sie so etwa- aufbinden können."
„Aber durchaus nicht! Die Sache ist sehr einfach; eS war mein Jagdaufseher, der Fuchs heißt!"
„Hohaha! Sehr gut! — Apropos, meine Herren, kennen Sie den Unterschied zwischen einem Sonntagsjäger und einem LotterieloS?"
„Nein, schießen Sie loS!"
„Ganz einfach, eS besteht gar keiner, denn beim Sonntagsjäger wie beim LotterieloS ist ein Treffer reiner Zufall."
„DaS stimmt! Können Sie mir aber sagen, waS daraus wird, wenn ein Sonntagsjäger an einem kalten Wintertage Jagdgeschichten zum besten gibt!"
„Nein! WaS denn?"
„Nun, kalter Aufschnitt!"
„Eine hübsche Treibjagdgeschichte kann auch ich Ihnen erzählen, meine Herren," meinte jetzt ein anderer. „Bei der letzten Treibjagd deS JagdklubS in Z. schoß ein Herr einen Hasen. Der überschlug sich und blieb mausetot liegen. Der Nachbar jenes Herrn, ein dicker Bäckermeister, schießt nach minutenlanger Pause zum Erstaunen der übrigen Jagdgäste noch eine Ladung aus den unglücklichen mausetoten Lampe. Da tritt ein Herr auS der Jagdgesellschaft an den biederen Bäckermeister heran und fragt ihn: „Gehört der Hase vielleicht zum Kriegerverein?' ^Wieso denn?" fragt dieser. „Na, Sie haben ihm ja noch eine Salve überS Grab geschoflen!"
„Kennen Sie übrigens die Geschichte von dem Apotheker in M„ der bekanntlich Vegetarier, aber doch ein eifriger Jäger ist — wenn er auch nichts trifft?"
„Nein, nein 1* WaS ist'S mit dem?"
„Eines TageS war er mit dem alten Hauptmann H. auf der Hasensuche und hauste dabei wieder einmal fürchterlich unter den Kohlköpfen auf dem Felde. „Aber Herr Apotheker, Sie treffen ja keinen einzigen Hasen!" sagte der Hauptmann zu ihm. — „Nun, ich gehöre ja zum Tierschutzverein." —
„So? dann begreife ich erst recht nicht, wie sie als Vegetarier so gegen die Kohlköpse wüten können!"
„FomoS! Das sieht unserm braven Hauptmann ähnlich l" Und so geht eS weiter, bis die Gemüter infolge deS ge- uostenen JagdtrunkS immer erregter werden, schließlich aber doch allgemeine Abspannung folgt, denn so ein Jagdzug ist anstrengend.
Zum guten Schluß sei hier noch eine hübsche Jagd- anekdote zum besten gegeben. Die Großherzogin von I. hatte ihrem Gemahl den Wunsch ausgesprochen, einen Auerhahn in Freiheit zu sehen, und der Großherzog beauftragte einen alten, bewährten Jagdausseher, der hohen Dame abends einen solchen zu zeigen. Nachdem sie den Hahn gesehen hatte und dieser zur Ruhe gekommen war, fragte sie ihren Führer, wie sie fortkommen könne, ohne den Hahn zu stören, und erhielt die treuherzige Antwort: „Königliche Hoheit, kriechen Se aus alle Biere, dann denkt der Hahn, cS,wär' r' wilde Sau" l —
Durch die Lupe.
Ein Stückchen Zeitgeschichte in Versen.
Alle Mühe war vergebens, — trotz Europas Machtgebot — herrscht nun dennoch auf dem Balkan — überall jetzt Krieg und Tod, — weil die größten Schreier drunten, — König Ferdinands Bulgaren — gegen jedes Zwifchenreden — völlig unzugänglich waren, — die Türkei hat nun aus'S neue — auf der ganzen Linie Krieg, — wenig Hoffnung bleibt ihr diesmal — auf Erfolge oder Sieg. — An den Grenzen, wie wir hören, — tobt der Kampf schon überall, — allerdings auch diesmal wieder — scheint so mancher Siegerschall — beiderseitig glatt erfunden, — denn wenn man die Zeitung liest, — findet man, daß allen Ländern — hold das Glück gewesen ist. — Deutschlands große Blätter sandten — eig'ne Mitarbeiter fort, — diese folgen jetzt den Heeren — auf dem Kriegsschauplätze dort, — bald d rum werden wir'S erfahren,
— waS erlebt und waS erdichtet, — wenn der Kriegsberichter- statter — nächstens schriftlich erst berichtet, — denn die Telegramme auch — werden ja nach altem Brauch — gut zensiert in aller Eil — und verkehrt inS Gegenteil, — nur ein Bries alleine bringt — darum Wahrheit unbedingt.----
AuS Amerika gelangte — eine Nachricht durch die Welt, — schwer verletzt von Mörderhänben — sei dort Teddy Roose- velt, — wie inzwischen wir erfahren, — bessert sich sein Zustand noch — und er kann im weit'ren Kampfe um die Präsidentschaft doch — noch wie vor sich noch bemühen, — wird er wieder hergestellt, — hört man sicher von ihm reden — lange noch in dieser Welt, — denn man nennt durch diese Sache — allerorts jetzt seinen Namens— und gerade drüben nutzen — stets am besten die Reklamen.
Walter-Walter.
Vermischtes.
— (Wüste Szenen in Berliner Markthallen.) Vor der Markthalle in der Reinickendorserstraße fanden sich schon um 5 Uhr morgens etwa 2000 Frauen
bei der Eröffnung der Halle ein, stießen die dort stationierten Polizeibeamten zur Seite und stürmten vor die BerkausSstände des russischen Fleisches. Die Fleischer erklärten, kein Fleisch verkaufen zu können, da ihnen zu minderwertige Qualitäten angeboten seien. Daraus drangen die Frauen unter Echimps- rufen in die BerkausSstände, drängten die Fleischer unter Schlägen und Stößen hinaus und bemächtigten sich aller er- reichbaren Fleisch» und Wurstwaren. Mit Mesiern schnitten sie aus den aufgehängten Rindervierteln und Schweinen große Stücke heraus und steckten sie in ihre Taschen. Würste wurden von den Stangen heruntergerissen und zu Brei gestampft. Ein Schlächtermeister ist blutig geschlagen worden. Ein Hausen Frauen stürmte zu den Gemüsehändlern, raffte Obst, Rüben und Kohlköpfe zusammen und begann ein wütender Bombardement auf die Schlächter. Die zu Hilfe gerufenen Schutzleute wurden von den Frauen tätlich angegriffen und mit Würsten, Fleischstücken und anderen LebenSmitteln bombardiert. Der angerichtete Schaden beträgt viele Tausende. Dieselben Szenen spielten sich in der Markthalle am Wedding ab, wo die Frauen, von Rotten junger Burschen unterstützt, die Fleischwaren von den Ständen herunterrissen und den Schlächtern an die Köpse warfen. Die Markthalle in der Ackerstraße war von früher Morgenstunde an von einer so großen Menschenmenge belagert, daß der Straßenverkehr für längere Zeit lahmgelegt war. Als die Fleischer erklärten, daß sie kein ausländisches Fleisch bezogen hätten, weil daran nicht genügend zu verdienen sei, kam eS zu ähnlichen Tumultszenen, so daß die Polizei die Halle schloß. Oberbürgermeister Wermuth überzeugte sich durch den Besuch der Zentralmarkt- Halle persönlich von dem Massenandrang deS Publikums.
— (DoppelterTodessturzbeimsüddeutschen R u n d f l u g). Der Aeroplan-Wettbewerb in Süddeutschland hat gestern auf der Etappe Nürnberg—Ulm leider zwei Todesopfer gefordert. Leutnant Beißbarth und sein Paffagier, die bei Giengen an der Brenz eine Zwischenlandung vorgenommen hatten, stürzten kurz nach dem Start zum Weite,flug ab und fanden den Tob.
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