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Erscheint wöchentlich dreimal und gelangt Montag, Mittwoch und $reitag nachmittag zur Ausgabe. Der Bezugspreis beträgt für Hersfeld vierteljährlich 1.40 Mark, durch die Post bezogen 1.60 Mark, wa

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herrfelder Armblatt

Gratisbeilagen: Illustriertes Sonntagsblatt" und Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage"

Sernsprech-Snschlutz Nr. 8

Nr. 119.

Sonnabend, den 5. Oktober

ISIS.

Erstes Blatt.

Bestellungen

auf daS Bersfelder Kreisblatt

werden für das

4. Quartal 1913

von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher Leil.

HerSfeld, den 30. September 1912.

Mit dem Inkrafttreten deS neuen BiehseuchengesetzeS sind wesentliche Neuerungen und Aenderungen inbezug auf die Bekämpfung der Viehseuchen eingetreten. Die Erfahrungen bei der über ein ganzes Jahr im Kreise HerSfeld verbreitet gewesenen Maul» und Klauenseuche haben zur Genüge gelehrt, wie wenig die breiteren Bolkskreise mit den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen vertraut Hub. Bei der großen Anzahl der Anzeigen wegen Uebertretung der behördlich ge­troffenen Anordnungen zur Bekämpfung der Seuche lag zumeist kein böswilliger, absichtlicher und wissentlicher Grund alS Ursache zur Straftat vor und eS wurde wiederholt bei der strafrechtlichen Verfolgung der Uebertretungen und Ver- gehen Unwissenheit der gesetzlichen Vorschriften vorgeschützt. Solche Einreden begründen freilich keine Straffreiheit, wenn fie auch in manchen Fällen von den Gerichten alS mildernde Umstände bei Bemessung deS Strafmaßes gewürdigt worden sind. Auch sind in Rücksicht auf die neuen Vorschriften die Straftaten bisher noch oft mit besonderer Milde beurteilt worden. Mit dem Bekanntwerden der neuen Vorschriften kann biet für die Folge nicht mehr in Betracht gezogen werden. Es liegt daher im eigensten Interesse jedes Einzelnen, sich mit den einschlägigen Bestimmungen möglichst bald selbst eingehend vertraut zu machen. Alle in dieser Materie er­gehenden Vorschriften kommen, gleich den übrigen amtlichen Bekanntmachungen, im KreiSblatt deS Kreises zum Abdruck. Bei dieser Gelegenheit nehme ich daher Anlaß, den dauernden Bezug deS amtlichen KreiSblattS zu empfehlen. Für Vieh­händler, Schlächter und überhaupt für jeden Privaten sind die amtlichen Bekanntmachungen aus den angeführten Gründen von größtem Interesse.

I. 10687. Der Landrat

von GruneliuS.

HerSfeld, den 27. September 1912.

Der auf Donnerstag, den 10. Oktober b. Jr. in der

Frauenherzen.

Groteske aus dem Feldzuge von 1870.

Nach dem Englischen von Klara Rhein au.

(Nachdruck verboten.)

(Schluß.)

Mr. Beauchamp ist gegangen; sein Aerger und seine Entrüstung waren zu tief für Worte, und ich kann eS mir nicht verhehlen, daß ich mir in meinem galanten Kusin einen Feind fürS Leben gemacht habe. WaS kann mir daran liegen? Wie konnte Tantchen eS von mir erwarten? Aus diese Weise möchte ich nicht einmal den Prinzen von WaleS selbst zum Gatten haben I Gerade wie man einem hungerigen Hund einen Knochen hinwirst i Nun, einen wenigstens hatte ich aus den Knieen vor mir, der eS nicht an ehrerbietigen Worten fehlen ließ. Aber ich will jetzt mit keinem von diesen noch etwas zu tun haben!

Inzwischen hat der Tanz im Saale sein Ende erreicht und die Gäste sangen an, sich zum Souper zu begeben. Ich bleibe zurück, denn ich fühle nicht den geringsten Appetit. Plötzlich tritt der stolze Graf auf mich zu, mit der Frage, ob ich die Güte haben wollte, mit ihm durch die Gewächshäuser zu wandeln. Ich willige ein, und wir beginnen unsern Rund­gang, doch eS will keine rechte Unterhaltung auskommen.

Unter einer herrlichen Pflanzengruppe lassen wir unS endlich nieder. Er streicht wie verlegen seinen hübschen, blonden Schnurrbort, und ich wünsche sehnlichst, er würde sprechen. Ich mache eine leichte unruhige Bewegung, und plötzlich blickt « aus und heftet seine tiefblauen Augen fest auf mein Gesicht.

, -Nun Mademoiselle, Sie sehen, ich habe Ihre Befehle buchstäblich befolgt. Ich klammerte mich an daS Leben, obschon bessere und glücklichere Kameraden an meiner Seite fielen. Sie wünschten eS und o sehen Sie nicht so be-

"^ Ach habe nicht die Absicht, Sie mit neuen ^"Ncherungen meiner Treue zu belästigen. Fürchten Sie nicht-. Ich weiß es jetzt bester.«

Stadt Fulda angesetzte Viehmarkt wird unter den seither be­kanntgegebenen Bestimmungen abgehalten. Mit dem Austrieb darf um 6V2 Uhr morgens begonnen werden.

I. 11192. Der Landrat.

3. A.:

Wessel, KreiSsekretär.

Hersseld, den 1. Oktober 1912.

Im Monat September d. I S. find diesseits den nach­benannten Persönlichkeiten Jagdscheine erteilt worden:

A. Jahresjagdscheine:

am

W

H

M

a) entgeltliche:

3/9. dem Ober-Post-Assistenten Karl Stelzner in HerSfeld, 3/9. Kaufmann Heinrich Landstedel in RanSbach, 4/9. BergwerkS-Direktor Ludwig Willing in Heringen, 7/9. Königl. Forstmeister Mantels in HerSfeld, 16/9. Kaiserl. Postinspektor Fritz GieS in Hersseld, 16/9. Gastwirt Georg Wilhelm Apel in Meckbach, 16/9. Bäckermeister Wilhelm Spangenberg in HerSfeld, 19/9. Landwirt Johannes Trost in GerSdorf, 19/9. Kandidat Heinrich Dieterich in HerSfeld, 21/9. Landwirt Wilhelm Wenzel in Rotterterode, 23/9. Gastwirt Adam Wettlaufer in GerShaufen, 23/9. Kellner Theodor Mandel in Essen, 23/9. Dr. med. Walter Kratz in Hannover, z. Zt. in HerSfeld.

24/9. Maurermeister Heinrich BStza in HerSfeld, 24/9. GerichtS-Assessor Ernst Schweißer in HerSfeld, 28/9. Seminarist Fritz Reinecke zu Hos Heifenstein bei Holzheim,

28/9. Bierbrauerei-Geschäftsführer Friedrich Steinweg in HerSfeld,

28/9. Malermeister Peter Brandau in HerSfeld, 28/9. Holzhändler Wilhelm Heil in HerSfeld, 30/9. Gastwirt Jakob Stein in Niederaula, 30/9. Privatier Andreas Beier in MengShaufen, 30/9. Königlichen Landmesser Link in HerSfeld, 30/9. Gutsbesitzer Heinrich Theune in Gethsemane, 30/9. Landwirt u. Müller JohS. Wiegand in UntergciS, b) unentgeltliche:

1/9.

Königl. Oberförster Kerstins in Friedewald,

1/9.

II

Hegemeister Rohloff in Friedewald,

1/9.

If

Förster Studenroth in Friedewald,

1/9.

n

*

Breitenstein in Friedewald,

1/9.

w

II

Müller in Friedewald,

1/9.

w

11

Radeck zu ForsthauS HilmeS,

1/9.

w

1»

Forstaufseher Zimmermann in Friede­

wald.

3/9.

II

II

Förster Rühr in Heringen,

9/9.

»

II

Schmidt in HedderSdorf,

9/9.

II

*

Simon in Obergeis,

11/9.

II

W

, Roloff zu ForsthauS Sorga,

11/9.

W

11

Schnepp in Obergeis,

16/9.

11

w

Franz in KathuS,

Er blickt trübselig vor sich, aber plötzlich fährt er mit ungeduldigem Achselzucken fort:

Ich weiß nicht, warum ich überhaupt hierher kam ich hatte durchaus nicht diese Absicht, häßlich und verstümmelt, wie ich bin; aber ihr gastfreundlicher Onkel ließ mir keine Ruhe, er wollte mich sogar selbst holen. Doch ich war ein Tor; in dem Augenblick, alS ich dieses Haus betrat, wünschte ich wich in meine Heimat zurück ich sah, daß man mich hier nicht brauchte, nicht erwartete. Aber ichw. Ein tiefer Seufzer und die schwärmerischen blauen Augen bohren sich mit voller Macht in die meinen.ü Miß Lotti, Miß Lottie, warum verabscheuen Sie mich auch gar so sehr? Warum sehen Sie erschreckt und ruheloS aus, so wie ich nur daS Wort an Sie richte? Ich beobachtete Sie den ganzen Abend; Sie lachten und tanzten und waren vergnügt mit andern jungen Männern. Wollen Sie denn niemals, niemals vergeben?«

Er hält inne, meine Antwort erwartend, aber diese bleibt aus.

Ah, Sie find hart,« fährt er in bitterem Tone fort sehr hart, trotz Ihres lieblichen GesichtchenS! Aber missen Sie ich gehe, gehe unverzüglich noch in dieser Nacht. Ich habe Ihr GeburtStagSfest schon genug durch meine unerwünschte Gegenwart verdorben. Leben Sie wohl; an Ihren Onkel werde ich von London aus schreiben.«

Zum ersten Mal öffne ich jetzt meine Lippen.

Sie müssen sich noch etwäS länger hier gedulden, mein Herr. Der letzte Zug ging bereits vor einer Stunde ab.«

Aber der nächste geht früh am Morgen nicht wahr.

O ja, schon zehn Minuten nach sieben und der Expreß­zug fünf Minuten vor acht. Wählen Sie diesen, er wird Sie am raschesten nach London bringen.«

Nachdem ich diese Auskunft gegeben, blicke ich gerade vor mich hin und probiere ein kleines Solo mit dem rechten Fuße, wie ich eS in ähnlichen Fällen aus der Bühne gesehen habe. ES hat jedoch nicht die gewünschte Wirkung auf meinen einfachen, loyalen Ulanen. Noch einen Blick aus mein ab- gewandteS Haupt, eine tiefe zermonielle Verbeugung und er schreitet der Türe zu. Hier drehte er sich noch einmal um

am 19/9. dem Königl. Hegemeister Sippe! in Mecklar, 20/9. , Forstlehrling Klotz in ForsthauS Stöckig, 25/9. Königlichen Förster Lehmann in Friedlos, 25/9. Forstlehrling Franz Lehmann in Friedlos, 30/9. Forstlehrling Walter Rogatz in Tann, 30/9. Königlichen Förster Wiegand in LengerS, B. Tagesjagdscheine:

am 25/9. dem Landwirt Adam Bieber in Hos BeierSgraben bei Rotterterode.

Der Landrat

von Grunel iuS.

HerSfeld, den 1. Oktober 1912.

In letzter Zeit haben sich die Fälle nicht unerheblich vermehrt, in denen Fuhrwerke beim passieren der Bahnüber­gänge durch die Eisenbahnzüge überfahren worden sind. Diese Unfälle sind fast ausschließlich aus den Nebenbahnen durch Unachtsamkeit der Geschirrführer herbeigesührt worden.

Dieser Umstand läßt eS geboten erscheinen, den Wagen­führern erneut die größte Vorsicht beim Ueberfahren von Eisenbahngleisen zur ganz besonderen Pflicht zu machen. Ganz abgesehen davon, daß die Wagenführer bei unachtsamen Ueber- fahren der Bahnübergänge ihr eignet Leben geführten, setzen sie sich auch einer Bestrafung auf Grund deS § 316 Straf- gefetzbuchS aus.

ES kann daher nicht dringend genug zur Vorsicht gemahnt werden.

I. 11269. Der Landrat.

3. A.:

Wess el, KreiSsekretär.

HerSfeld, den 1. Oktober 1912.

Die Herren OrtSvorftünve erhalten in den nächsten lagen die Rekrutierung-stammrollen der Jahrgänge 1890, 1891 und 1892 zurück. Dieselben sind gemäß § 46 12 der Wehr- ordnung in der Gemeinderepositur sorgfältig auszubewahren. I. M. Nr. 1605. Der Landrat.

3. A.:

von Heusinger, RegierungS-Referendar.

Bekanntmachung.

Im Forsthause Falkenbach im Kreise Hersseld ist eine Telegraphenanstalt mit Unsallmeldedienst und öffentlicher Fernsprechstelle in Wirkfamktit getreten.

Casfel, den 25. September 1912.

Kaiserliche Ober-Postdirektion. *

Hersseld* den 28. September 1912.

Wird veröffentlicht.

I. 11234. Der Landrat.

I. «.:

Wessel, KreiSsekretär.

und erwischt mich hm I nun ja, wie ich ihm nachblickte. Ich dachte ja gar nichts dabei, aber wie der Blitz ist er wieder an meiner Seite und forscht ungeduldig:

Nun, Fräulein, waS ist Ihnen? Sie wollten mir etwa­jagen. SBaS ist eS? O, waS ist eS?"

Nichts,« antworte ich leise, aber nicht ungehalten.

Er fällt mir zu Füßen und flüstert in weichen Tönen: Lottie, Lottie, muß ich wirklich gehen? Ich begreife el nicht, Ihre Augen heißen mich bleiben, wenn ich darin zu lesen verstehe. Sagen Sie mir, o sagen Sie mir, muß ich gehen, Lottchen?«

Wie Sie wollen, ganz wie Sie wollen,« antwortete ich, sehr hitzig und in fast verzweiselter Stimmung.Niemand will Sie zwingen, daS ist sicher. Sie sind nicht im GesängniS. Gehen Sie, wenn Sie Lust dazu haben.«

Lust dazu haben ha, ha I Ich gehe, wenn Sie mich gehen heißen aber auch nur dann.

Wie kann ich Sie auS meinem eigenen HauS fortschicken, selbst selbst wenn ich eS noch so sehr wünsche? Wie könnte ich dies? Aber wünsche ich eS denn auch wirklich?« stammle ich hervor.O ich weiß eS nicht ich weiß el wirklich nicht I Wie kann ich eS sagen? Vielleicht viel­leicht wäre eS besser, Sie blieben noch zum Frühstück ja vielleicht noch zum Frühstück. Onkel Fred hat ein so heiß­blütiges Temperament und Tantchen sie könnte auch beleidigt dadurch fein.

Aber Sie Sie Sie?«

»Ich? O, wie kann ich daS sagen? Nein, nein, nein 34 will mich nicht überrumpeln lassen. Lasten Sie meine Hände loS. Ich ich habe nicht die geringste« . . .

Ach, ich Arme I Ich fühle, daß der harte Kampf, den ich gefochten, ein verhängnisvolles Ende nehmen wird. Der Feind drängt näher und näher mit jeder Minute. Mir bleibt kaum noch ein einziges Geschütz. Aber ich will noch einen letzten Versuch machen. Ich sammele meine ermattenden Kräste und versuche mit einer verzweifelten Anstrengung die Türe zu erreichen I ES hat keinen Zweck ich werde zurück- getrieben, die Arme deS Feinde- umschließen mich zu fest und mit einem kleinen sehnsüchtigen Seufzer, halb der Freude, halb