Herr Direktor Fürst gab dann einige Erklärungen zu den von ihm angestellten Versuchen über Haferdüngung, Luzerneimpsung und Bodenbearbeitung. DaS Ergebnis aller dieser Versuche war sehr interessant an den betreffenden Pflanzen zu sehen. Herr Landrat von GruneliuS empfahl derartige Versuche sehr und bemerkte, daß Herr Direktor Fürst jederzeit gern zu Auskünften bereit sei. Es wäre sehr erwünscht, wenn auch Eortenanbauverfuche im Kreise gemacht würden und die Versammlung bewilligte hierfür ca. 50 Mark als Beihülse. Bei dem nächsten Punkt der Tagesordnung stellte der Herr Vorsitzende die Anschaffung von Ziegenböcken sür den KreiS zur DiSkuffion. Bekanntlich habe der Kreis HerSfeld die Ziegenbockhaltung übernommen und man müsse sich nun schlüssig werden, welche Art von Ziegen hier gezüchtet werden sollen. Sehr vorteilhaft wäre die Festlegung auf eine bestimmte Rasse, damit der KreiS als Zuchtgebiet bekannt würde. Nach vielsachen Umfragen sei er zu der Ueberzeugung gekommen, daß sich die Eaanenziege sür unS am besten eignen würde. Auch von anderen Seiten wird dieser Rasse der Vorzug gegeben, da sie bei richtiger Pflege die meiste Milch liefere. Der Herr Landrot hält die Ziegenzucht im Interesse einer rationellen Ferkelauszucht für hochwichtig, da die Ziegenmilch sür die Ferkel Verwendung finden könnte, während heute die Kuhmilch dasür bei unS zu knapp sei. Infolgedessen gehen jede? Jahr große Summen für den An- kaus von Ferkeln nach der Provinz Hannover. Bei dieser Gelegenheit möchte er daran erinnern, daß unS dadurch mehr- sach die Maul- und Klauenseuche eingeschleppt worden ist. Die Aussprache ergab, daß die Eaanenziege den Vorzug vor allen anderen Arten verdiene. — Herr von Pappcnheim- Wilhelmshos regte an, daß die Hengststation von Heringen nach Friedewald oder SchenklengSseld verlegt würde. ES wurde beschlossen, eine dementsprechend« Eingabe an die LandwirtschaftSkammer zu machen. Nachdem noch einige Vereinsangelegenheiten zur Kenntnis gegeben worden waren, wurde die Versammlung gegen 5 Uhr geschlossen. Die nächste Versammlung soll in der LulluSwoche statifinden.
Hanau, 13. Sept. Der hier seit Jahrzehnten alS Lehrer der Tanzkunst tätige Franz Söhnlein hat sich in der verflossenen Nacht in seiner Wohnung in einem Anfälle von Geistesstörung erhängt.
Nansis bei Neukirchen, 14. Sept. Gestern früh hatte daS 3jährige Mädchen deS Landwirts H. von hier aus einer aus dem Tische stehenden Kanne kochend heißem Kaffee ge- trunken. Noch an demselben Abend starb das Kind an den erlittenen Verletzungen.
Frankfurt a. M., 14. September. Ein aufregender Vorfall ereignete sich heute im Aquarium des zoologischen Gartens. Dort befindet sich seit etwa zwei Monaten eine Riesennetzschlange, die seitdem nichts gesressen hat und fast unbeweglich zusammengerollt dalag. Heute betraten vier Wärter den von starken Glaswänden abgeschlossenen Käfig, um daS Tier in daS Wasserbassin hinabzustoßen. Die Schlange, ein Prachtexemplar von acht Meter Länge, ließ sich daS einige Zeit gefallen, schritt aber dann auf einmal zum Angriff, und eS schien, daß sie die Absicht hatte, die vier Leute zu umschlingen und zu erdrücken. Drei von ihnen brachten sich rechtzeitig in Sicherheit. Den vierten packte die Schlange und biß sich in seinen rechten Arm fest. Aus die Hilferufe hin sprang noch weiteres Personal herbei, das alle möglichen Versuche machte, um den Kameraden von der Schlange zu befreien. Man bemühte sich lange Zeit vergeblich mit einem Meißel und einem Stück Holz den Rachen der Schlange zu öffnen. Schließlich blieb nichts andere? übrig, als daß die einen den Wärter festhielten und die anderen mit Gewalt die Schlange sortzogen. Dabei wurde dem Wärter ein großes Stück Fleisch, etwa ein halbes Pfund aus dem Arm gerissen. Infolge der großen Schmerzen und deS Blutverlustes brach er ohnmächtig zusammen und wurde rasch auS dem Käfig geschafft. Die Schlange büßte bei dem Vorfall einige Zähne ein, verhielt sich aber ganz ruhig. Die Verletzungen deS Wärters sind schwer, aber nicht lebensgefährlich.
Wächtersbach, 12. Sept. Ein bedauerlicher Unsall ereignete sich gestern auf der Eisenbahnstrecke der Bebraer Bahn. Mit dem um Va2 Uhr nach Frankfurt a. M. hier abgehenden Personenzug fuhr der Gefreite Sch. aus Wiesbaden. In der Nähe der Station Wirtheim fiel derselbe plötzlich auS dem Zug. Soweit festgestellt werden konnte, trug sich der Unfall wie folgt zu: Der Genannte hat während der Fahrt an der linken Seite der Fahrtrichtung aus dem Coupssenster hinausgesehen, hierbei ging die Tür auS noch nicht ausgeklärter Ursache aus (anscheinend hat er den Tür- drücker mit dem Knie ausgedrückt) und Sch. stürzte auS dem in voller Fahrt befindlichen Zug. Der Bahnwärter fand ihn mit schweren Kopf- und anscheinend inneren Verletzungen und ließ ihn durch eine Maschine nach hier verbringen, wo er verbunden und sodann mit dem nächsten Zug nach Hanau inS Garnisonlazarett befördert wurde.
Duderstadt, 14. September. Heute mittag wurde unsere im vorigen Jahre von zahlreichen Bränden heimgesuchte Stadt wieder einmal von einem Großseuer betroffen. Der Brand brach in dem Kohlen- und Salzlager der Speditionsfirma Stier aus. Zwei Gebäude der Firma mit Inhalt brannten nieder. Ferner wurde daS Tabaklager von Senator Kopp, ein Teil deS Wohnhauses der Witwe Becker, sowie daS Hintergebäude deS Etierfchen Wohnhauses ein Raub der Flammen. Ueber die EntstehungSursache ist noch nichts bekannt geworden.
Göttingen, 14. Sept. Eine absichtliche Einschleppung der Maul- und Klauenseuche in den gesunden Viehbestand eineS Gehöftes hatte die hiesige Ferienstrafkammer abzuurtcilen. Der Viehwärter Otto Herb aus Jnningen bei Ulm wollte sich an feinem früheren Dienstherrn zu Catlenburg bei Northeim rächen. Seine Braut, die Magd Johanna Wiede aus Northeim, mußte ihm Rüben, an welchen kranke Rinder gefressen hatten, in Papier wickeln und er warf sie im Nachbargehöst den gesunden Tieren vor, die natürlich sofort an der Seuche erkrankten. Als H. sich mit seiner Braut entzweite, zeigte sie alles dem Gendarmen an; H. revanchierte sich damit, daß er denunzierte, die W. habe mit Erfolg ein Verbrechen gegen daS keimende Leben begangen und einen zweiten Versuch unternommen. Natürlich wurde festgestcllt, daß H. die Medikamente beschafft hatte! Nachträglich hat sich daS einander würdige Paar vertragen, wohnt zusammen und will heiraten. Vorher hat jedoch H. eine Gesamtstrafe von neun Monaten, die W. eine solche von sechs Monaten Gefängnis zu verbüßen.
Hann.-Mündeu, 12. Sept. Die Leidensgeschichte zweier Kinder wurde heute vor dem hiesigen Schöffengericht verhandelt. Sie waren bei einer Frau in Pflege, die die Kinder arg vernachlässigte und sie bei jeder passenden und un- passenden Gelegenheit in grausamster Weise züchtigte. Hunger und Schmutz war der Kinder tägliche? Lo?. Dazu die unendlich vielen Prügel. AlS die Sache endlich an den Tag kam, und die Kinder untersucht wurden, waren ihre Körper bedeckt mit Schwirlen, blauen und grünen Flecken. Da»
kleinere Kind hatte sogar einen Oberschenkelbruch, herrührend von einer Züchtigung. Die böse Frau wurde mit zwei Monaten Gefängnis bestraft.
Gotha, 14. Sept. Der Militärballon Z. 3 ist gestern nachmittag unter Führung des HauptmannS Lohmüller hier eingetroffen und in der Halle untergebracht worden. Der Ballon bleibt noch etwa 10 bis 14 Tage hier, da für die Mannschaften, die während deS Manövers einen außerordentlich angestrengten Dienst hatten, zwei Ruhetage festgesetzt worden sind. Sodann findet eine Uebung deS Z. 3 aus dem Ohr- druser Exerzierplatz statt, wo Versuche mit einem Bomben- Lancier-Bpparat vorgenommen werden sollen. ES handelt sich um eine neue Erfindung, die eine ziemlich große Treffsicherheit selbst auS bedeutenden Höhen gewährleistet und die einige Aehnlichkeit mit dem Torpedo-Lancier-System besitzt. Aus dem Exerzierplatz wird aus dem Boden ein Viereck von 180 Meter Länge und 25 Meter Breite ausgezeichnet werden, daS in seinem Aeußern etwa einem SchiffSrumpf gleicht. Der Z.
3 soll nun aus kriegSmäßigen Höhen zwischen 1200 und 1600 Metern versuchen, Bomben von 10 bis 15 Kilogramm Schwere aus dieses Viereck herabzuwersen. Die bereits in Metz angestellten Versuche fielen zur Zufriedenheit der Führer auS.
Eisenach, 12. September. Am Donnerstag abend gegen 11 Uhr verunglückte auf der Vachaer Höhe daS Lastautomobil der hiesigen Vereinigten Brauereien. DaS Automobil fiel eine ca. 20 Meter hohe Straßenböschung hinab und wurde vollständig zertrümmert. Der Begleiter deS Chauffeurs wurde tödlich verletzt, während der Chauffeur keine Verletzung erlitt.
Einbeck, 13. September. Ein tödlicher UnglückSfall ereignete sich beim Herabwersen von Stroh im benachbarten Dorfe Drüber. Die Arbeiterfrau Meyer stürzte so unglücklich auS der Bodenluke, daß sie daS Genick brach und auf der Stelle tot liegen blieb.
Jena, 12. Slptember. Eine Dorftragödie, die in ihren Einzelheiten noch ziemlich ungeklärt ist, wird demnächst vor dem Schwurgericht zur Erörterung gelangen, nachdem die Staatsanwaltschaft die Anklage erhoben hat. Vor einiger Zeit wurde der Landwirt Richard Wagner in seinem Bett tut ausgesunden. Die Untersuchung ergab, daß wahrscheinlich Mord vorlag, worauf der Bruder Karl Wagner, die Schwester und der Schwager deS Toten in Haft genommen wurden. Karl Wagner beging in der UnterjuchungShast Selbstmord; gegen die beiden anderen Verdächtigen wurde die Untersuchung weitergeführt. Zunächst nahm man an, daß daS Motiv zur Tat Habsucht gewesen sei, jetzt ist aber ein neues Moment anS Licht gekommen, das geeignet ist, die Tat in anderer Weise zu erklären. ES wurde bekannt, daß der Ermordete seinem Bruder Karl kurz vor der Tat während eines Streites die Worte zugerusen habe „Du willst es wohl mit mit ebenso machen, wie mit der auf der Katze." Mit dem Ausdruck „Katze" wird ein bewaldeter Berghügel bezeichnet, auf dem vor jetzt 6 Jahren die LandwirtStochter Berta Iahn erwürgt aufgefunden worden war. Richard Wagner unterhielt mit der Berta Iahn ein Verhältnis und hatte in seinem Bruder Karl einen Nebenbuhler. Die öffentliche Meinung beschuldigte damals Karl Wagner, daß er daS Mädchen auS Eifersucht umgebracht habe. Er wurde auch in Untersuchungshast genommen, man konnte ihm aber die Tat nicht nachweisen. Die Anklage nimmt nun an, daß Karl Wagner seinen Bruder im Einverständnis mit Schwager und Schwester umgebracht habe, um den unbequemen Mitwisser eines Geheimnisses aus der Welt zu schaffen. Die Verteidigung der Angeklagten in dem Prozeß, der wahrscheinM in Weimar zur Verhandlung kommen wird, hat RechtSanwalt Dr. Froebcr (Jena) übernommen.
Was Spielhöllen abwerfen.
Durch einige Aufsehen erregende Vorfälle der jüngsten Zeit ist die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit wieder stätker auf jene Unterwelt deS Spiels und der Spielleidenschast gelenkt worden, die sonst in ein geheimes und verschwiegenes Dunkel gehüllt bleibt. Aber während bei unS die Spielhöllen durch die Strenge deS GesetzeS zu einem lichtscheuen Treiben verurteilt sind, entfalten sie in andern Ländern viel lauter und öffentlicher ihr Wesen und sind zu schweren, bedrohlichen Gefahren deS sozialen LebenS herangewachsen. In London, in New-Dork und PariS sind in den letzten Jahren luxuriöse Spielhäuser wie die Pilze emporgeschoffen, verschlingen Millionen und fordern zahllose Opfer. Gewaltige Summen werden in diesen Kämpfen der Göttin Fortuna geopfert, wenngleich man nur selten ersährt, wieviel der einzelne hier zurückläßt. Eine gutunterrichtete englische Zeitschrift teilt darüber eine Reihe interessanter Zahlen mit. In London verlor in jüngster Zeit ein hervorragender Vertreter deS englischen RennsportS bei einer einzigen Sitzung im Baccarat 80 000 Mk. und ein bekannter Peer wurde in einer Woche um 300 000 Mk. erleichtert. Besonders werden die Frauen leicht zu wehrlosen Opsern der furchtbaren Leidenschaft. So ist eS nichts Ungewöhnliches, daß Damen der Gesellschaft Tag sür Tag 2000—10 000 Mk. verspielen. Dieses Fieber wütet so stark in den höchsten Kreisen der britischen Gesellschaft, daß viele Frauen für nicht? anderes mehr Interesse haben. DaS Aufheben der einen oder anderen Spielhölle, die Verurteilung der Inhaber zu großen Geldsummen, die sie bereitwillig zahlen, weil sie bereit? daS Hundertfache davon verdient haben, nützen wenig. Denn rasch entstehen neue Spielhöllen in andern Vierteln; die Köpfe dieser Hydra wachsen mit erstaunlicher Schnelligkeit nach. Der durchschnittliche Verdienst deS Leiter? einer solchen Spielhölle ist mit 20 000 Mk. pro Woche niedrig angegeben. Der Croupier eine? dieser Tempel der Fortuna im Londoner Westend, in dem die vornehme Gesellschaft verkehrte, zog sich mit einem Vermögen von 2 Millionen zurück, daS er in sehr kurzer Zeit erworben hatte. Der Besitzer erhält gewöhnlich dasür, daß er daS Lokal hergibt und alle Gesahren auf sich nimmt, von den Leitern deS Spiels einen bestimmten Prozentsatz deS Gewinne?, der sich auf 4—6000 Mk. für die Sitzung beläuft. In Frankreich führt der Staat, um daS Spielen so viel als möglich zu beschränken, über etwa 150 Spielhöllen, die dadurch anerkannt sind, eine polizeiliche Aussicht. Aber die Polizei gibt selbst zu, daß die Häuser, in denen gespielt wird, viel zahlreicher sind, und schätzt sie in ganz Frankreich aus wenigsten? 4000. In Pari? gibt eS ca. 200—300 unerlaubte Klubs, in denen allnächtlich sehr hoch gespielt wird. Was dabei verdient wird, läßt sich auS der Tatsache ermessen, daß die Gewinne der vom Staat anerkannten Spielhöllen im vergangenen Jahr mehr als 50 Millionen Mk. betrugen. Die heimlichen französischen Epiel- klubS werden gewöhnlich von dunklen Existenzen geleitet, die bereits vielfach bestraft sind und einer Aufhebung und Verurteilung ohne Scheu entgegcnfehen. Manche Leute gewinnen kolossale Vermögen. So konnten drei Brüder — der eine von Beruf ein Kutscher, der andere ein Koch und der dritte ein Lakai — nach mehrjähriger „angestrengter" Arbeit in Spielhöllen ein Vermögen von 30 Millionen unter sich teilen. Der Verdienst eine» Spielhöllenbesitzer?, der als kleiner
Restaurateur begann, wird jährlich auf 2 Millionen, sein Vermögen auf 40 Millionen Mk. geschätzt. DaS find riesige Summen, aber sie werden erklärlich, wenn man bedenkt, daß daS Budget so mancher eleganten Pariserin 200 000 Mk. an Spielverlusten ausweist, und daß häufig noch mehr in den Taschen deS Croupier» wandert.
— Metz, 13. Sept. Wie aus St. Avold gemeldet wird, ist in der Arbeiterkolonie Frojchweiler eine aus Mann, Frau und fünf Kindern bestehende Familie nach dem Genuß von gesammelten Pilzen erkrankt. Der Mann und die fünf Kinder sind bereits gestorben. Die Mutter liegt hoffnungslos darnieder.
— Belfast, 15. September. Während eines Fußballspieles kam eS hier am Sonnabend nachmittag zu ernsten Ausschreitungen. Angehörige der einen Partei entfalteten eine grüne Flagge, die sie unter die Zuschauer trugen. Die Anhänger der anderen Partei entfalteten den Union Jack. Da- raushin kam er zum Handgemenge, Mauer- und Feldsteine wurden geschleudert. Binnen kurzem befanden sich Tausende von Leuten in einer wütenden Schlägerei. Ueberall sah man Menschen blutend zu Boden fallen. Auch Revolverschüsse wurden während deS KampfeS abgeseuert. Die Schutzleute waren machtlos. Erst herbeigezogenen Verstärkungen der Echutzmannschast gelang eS, die Menge auseinander zu bringen. Krankenwagen schafften insgesamt 58 verletzte Personen inS Krankenhaus, von denen 5 Schußwunden hatten und mehrere bedenklich verletzt waren. Am Abend war die Stadt ruhig Verhaftungen wurden nicht vorgenommen.
Standesamtsbezirk Hersfeld. Monat Juli 1912. Eheschließungen.
Am 6. Gustav Philipp Schörling, Friseur zu Cassel mit der Haushälterin Anna Elisabeth Steckel von hier. Konrad Marth, Bürovorsteher mit der Schneiderin Anna Elise Beriet, beide dahier. — 10. Engelhard WeiSbecker, Kaufmann von hier mit Emma Roos auS Anspach. — 20. JustuS Heinrich Körbe, Drechsler mit Elise Dorothea Schirm, beide dahier. Johannes JustuS Gutheil, Schneidergeselle mit dem Dienstmädchen Katharina Elisabeth Roos, beide dahier. Wilhelm Johann Fischer, Weichensteller zu Obornik mit Dorothea Spangenberg von hier. — 25. Johannes Wilhelm Stutzmann, Eisenbahnschaffner zu Bebra mit Elise Anna Reinhard von hier
G eburten.
Am 1. Ernst August Gustav, S. des Dachdeckers Karl August Franske. — Elisabeth, T. des Fabrikarbeiters August Heß. — 5. Hugo Anton Adolf, S. des Fabrikarbeiters Peter Abbondanza. — 6. August, S. des Tuchmachers Karl Meding. — 8. Heinrich, S. des Pferdeknechts David Gutheil. — 9. Johannes, S. des Posthalters Heinrich Louis Cornelius. — 10. Maria Anna, T. des Schlossers Heinrich Rudolph. Anna Martha, T. des SchlosierS Heinrich Rudolph. — Anna Martha Elise. T. des Kaufmanns Valentin Seelig. — 14. Getrud Emma Lina Liddy Elisabeth, T. deS Kaiserlichen Bankassistenten Oswald Heinrich Graf. Ernst Georg, S. des Telegraphenarbeiters Justus Hartwig. Georg, S. des Kaufmanns Heinrich Karl Börner. — 16. Martha Elisabeth, T. des Kaufmanns Friedrich Heinrich Karl Landgrebe. — 19. Friedrich Johann Ernst, S. des Ingenieurs Georg Friedrich Dümmler. — 21. Sophie Wilhelms Elfriede, T. des Buch- druckereibcsitzers Franz Funk. — 22. Ernst Wilhelm Ferdinand Nikolaus, E. des Sattlermeisters Christian Wilhelm Mantz. Heinrich, S. des Maschinisten Heinrich Hild zu KalkobeZ. — 23. Anna Barbara Elisabeth, T. deS Metalldrehers Jean Adam Dich- mann zu Allmershausen. Heinrich Konrad, S. deS Schreiners Jakob Stock. — 26. Elisabeth, T. des Fabrikarbeiters Friedrich Heinrich. — 27. Hermann, S. des Fabrikarbeiters Friedrich Georg Kurz. — 29. Lisette, T. des Heizers Georg Most.
Sterbefälle.
Am 1. Helene, T. des Webers Heinrich Kühn, 21 Stunden alt. — 2. Katharina Auguste Höcker, ledig, 18 Jahre alt — 4. Ein Knabe totgeboren. — 9. Wilhelm, S. deS Eisenbahnarbeiters Heinrich Dollmer aus Friedlos, 1 Jahr alt — 10. Wilhelmine, T. des Schmieds Philipp Bernhard Wiegand, 5 Monate alt — 13. Johannes Ludwig Fihler, Maurer aus Obersuhl, 50 Jahre alt — 17. Dorothea, Witwe deS WeißbindermeisterS Jakob Werschmidt, 78 Jahre alt Konrad Falz, Maurer aus Tann, 31 Jahre alt. — 22. Martha, T. des Dachdeckers Heinrich Wilhelm Rößing 7 Monate alt. — 23. Mathilde Frieda, T. des Arbeiters Ferdinand Harthausen, 6 Jahre alt — 25. Maria, T. bei Fabrikarbeiters Joseph Mann, 9 Jahre alt, — 30. Heinrich Brandau, Arbeiter auS LiSpenhausen, 21 Jahre alt Sophie Auguste Bätz, Rentnerin, ledig, 65 Jahre alt
Letzte Nachrichten.
WilhelmShaven, 15. Sept. Der Kaiser ist 8 Uhr
50 Min. hier eingetroffen. Der Zug wurde nach der kaiserlichen Werft durchgeführt. Der Kaiser begab sich aus dem Wasserwege an Bord der Hohenzollern und nahm daselbst Wohnung.
New York, 5. Sept. Hier find Gerüchte im Umlauf, daß morgen au? Anlaß de? Unabhängigkeit?tage? in Juarez eine Gegenrevolution der nördlichen mexikanischen Bundet- armee au?brechen werde. In Mexiko durchzogen gestern abend Hunderte die Straßen der Stadt, die Madero auSpfiffen, während sie auf den früheren Präsidenten Hochrufe auS- brachten. Dem Herold zufolge hat der Botschafter der Vereinigten Staaten in Mexiko, Wilson, an das Staattdepartement in Washington eine Depesche gerichtet, in der e? heißt, daß die Amerikaner im Hinblick auf den Unabhängigkeit?tag äußerst besorgt seien. Er sei der Meinung, daß e? ganz gut zu einer Erhebung kommen könnte, in deren Verlauf die Fremden getötet werden könnten.
Berlin, 15. Sept. Der Landtag?abgeordnete Obermeister Rahardt hat seine Aemter im Hanfabund und in der Mittelstandsvereinigung niedergelegt, um die Interessen bei Handwerks voll und unabhängig vertreten zu können.
Hamburg, 15. Sept. Den mit 100 000 Mark dotierten Hammonia-Prei? zu Hamburg-Gros-Borstel gewann heute die Graditzer Erute Grita gegen die Oesterreich«. Damit hat der fiskalische Stall alle drei deutschen 100 000 Mark Rennen in diesem Jahre gewonnen.
Hagen, 16. Sept. Heute vormittag wird die erste Einäscherung in Preußen erfolgen und die Leiche einer Kreseld« Dame eingeäschert werden.
Oeffentticher Wetterdienst.
Wetterdienststelle Fraukfnri a. M.
Wetteranssichten für Dienstag den 17. Sept.:
Zunächst meist heiter, trocken, kalt, vielfach Morgennebel, päter erneute Trübung und Erwärmung.