Einzelbild herunterladen
 

Armeekorps (Brondenburgischcs) teilnimmt, eröffnete gestern abend 7 Uhr im Weißen Saal deS königlichen Schlosses die Galotasel für die Provinz Brandenburg. Im Laufe deS Mahles erhob sich der Kaiser zu folgendem Trinkspruch aus die Provinz Brandenburg:

Meine Herren von der Provinz Brandenburg!

Die großen Herbstübungen und Besichtigungen deS Garde- und deS dritten Armeekorps geben mir erwünschten Anlaß, die Vertreter der Provinz Brandenburg und der ReichShauptstadt wieder einmal um mich zu versammeln. Seien Sie, zugleich im Namen Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin, herzlich begrüßt und willkommen geheißen in dem Schloß meiner Väter, auf dem Grund und Boden der ersten kurfürstlichen Hohcnzollernburg!

Ich hoffe, Sie find gern und leichten Herzens gekommen und nicht wie jene Abgeordneten der Mark zu Kaiser SigiS- mund mit begründetm Klagen und Bitten um durchgreifende Abhilfe. Denn ich meine, wir können mit den heutigen Vcr- hältnifsen trotz der Unvollkommenheiten, die nun einmal allem Irdischen anbasten, zufrieden sein. Vor feindlichem Uebermut und kriegerischen Ueberfällen durch ein schlagsertigeS Heer und eine wachsende Flotte geschützt, kann in unserem geordneten StaatSwesen der Landmann seinen Acker bestellen, der Kauf­mann, Fabrikant und Handwerker seinem Geschäfte nachgehen und der Arbeiter seines wohlverdienten LohncS gewiß fein; sie alle können sich der Früchte ihrer Arbeit und der Gaben unserer Kultur erstellen. Wer aber glaubt, Grund zu Klagen zu haben, oder wer eine neue Kraft und Freudigkeit zu weiterer Arbeit sei eS sür den eigenen Herd, sei eS sür daS Gesamtwohl sucht, der mache mit mir hin und wieder aus seinem Wege halt und schaue zurück auf die Zeiten, wo eS nicht so wie jetzt in unserem Vaterlande aussah. Zu solchem Rückblick bietet daS Jahr 1912 mit seinen Gedenktagen gute Gelegenheit. Ist eS doch 500 Jahre her, daß Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg seinen weltgeschichtlichen Zug in die Mark unternahm, um aus Geheiß seines Kaiserlichen Herrn zunächst als Verweser wieder Ordnung in die durch Eigennutz und Willkür verfahrenen Verhältnisse zu bringen und die Mark vor dem Untergänge zu retten. Wahrlich eine Aufgabe, deren Lösung nur einem Manne anvertraut werden konnte, der, wie Friedrich, klug, gerecht, energisch und ziel­bewußt war und sich in Treue zu Kaiser und Reich bewährt Halle. Wie er die ihm von der Vorsehung zugewiesene Mission ersüllt, und welche Bedeutung der erste Fußtapse eines Hohenzollern aus märkischem Boden für unser Land Halle, daS tritt unS heute klar vor Augen, wenn wir aus die Geschichte deS brandenburg-preußischen EtaateS und deS Deutschen Reiches blicken, deren gemeinsames Fundament sest aus märkischem Boden steht. Markgraf Friedrich aber wie die nach ihm kommenden Heroen seines Geschlechts hätten ihre segensreichen LebenSwerke nicht vollenden, und daS Staats- schiff nicht so sicher durch Brandung, Sturm und Wogen führen können, hätten sie nicht ihre Märker hinter sich gehabt. Diese haben, nachdem daS anfängliche Mißtrauen gegen den fremden Herrn überwunden, mit Gut und Blut treu zu ihren Markgrafen gehalten, und ihnen auS ihrer Mitte Männer von echtem Schrot und Korn gestellt, die wie die märkischen Eichen Sturm und Wetter widerstanden und eine feste Stütze in Kriegs- und FriedenSzeiten boten. Auch in Zukunft werden deS bin ich gewiß die brandenburgischen Mannen, wenn König und Vaterland rufen, als erste sich stellen mit weithin schallendem »Hie guet Brandenburg allewege". Daß solche Männer mir stets und meinem Hause erstehen mögen, und daß der märkischen Eichen, der märkischen Kiefern und deS märkischen EandeS nie alle werden möge, daraus leere ich mein GlaS. ES lebe die Provinz Brandenburg l Hurra! huna! Hmral"

$tr Stieg zwischen Wien M Her Arkei.

Der offiziöse Telegraph berichtet zum Beweise, daß der Krieg noch weitergeführt wird, über ein neues Gefecht vom Freitag: Heute morgen versuchte der Feind, während er die BefestigungSwerke der Italiener angriff, die Karawanen der Italiener, welche von MiSratah nach der italienischen Opnations- basiS unterwegs waren und sich zurückzogen, aufzuheben. Die italienischen Truppen, welche die Karawane eskortierten, schlugen nach einem heftigen Kamps die Feinde zurück und brachten ihnen erhebliche Verluste bei. Die Feinde hatten über hundert Tote und Verwundete, die Italiener einen Toten und zehn Verwundete.

Zum ersten Mal sah ich sie lachen, als sie wieder in ihrer schmutzigen Hütte am Strande stand und ihre ganze Familie mit allen Nachbarn sie umringten. Da wußte sie zu erzählen, zu plaudern, und am Abend da hörte ich auch ihre volle melodische Stimme, alS sie inS Meer hinauSsuhren."

Ach," unterbrach er sich,da find sie ja, Ihre Fräulein Tochter und die junge Dame. Nun, etwas klüger und be­deutender, alS die kleine, schwarze, italienische Ratte sieht diese junge Dame schon auS.

Gabriele und Magda waren soeben einer Droschke ent- stiegen und traten jetzt in das HauS. Die beiden Herren eilten dm Damen entgegen. Gabriele reichte ihnen herzlich die Hand zum Gruß, dann umarmte sie stürmisch ihre Mutter; und nun zog sie Magda in die Mitte deS Salons, sodaß daS strahlende Licht der GaSkronen voll aus die beiden weib- lichm Gestalten fiel.

Die schwarzen Haarflechten Gabrielens glänzten im blau« sunkelnden Schimmer, daS zarte Inkarnat ihrer Wangen hob sich fast leuchtend ab von dieser dunklen Haarfülle und den strahlenden, schwarzen Augen. ES lag etwas Blendendes, Berückendes in dieser Erscheinung, zu welcher Magda einen eigenen Kontrast bot. Wind und Regen hatten in den braunen Locken arg gehaust, dazu daS etwas sonnenverbrannte Antlitz, die schlanke Gestatt in dem schlichten Kleide. Und doch hafteten die Blick« der Anwesenden mit großem Interesse auf ihr. ES lag in ihrem Wesen und Auftreten jenes ungekünstelt Graziöse, welches fast nur schönen Kindern eigen ist. In der ländlichen Einsamkeit, in welcher sie erwachsen, war ihr dieser Reiz geblieben. Außerdem leuchtete in MagdaS Augen wirklich ein ganz eigentümlicher Glanz, der von ihrem Genie Zeugnis abzulegen schien. Mit der Unbefangenheit eines Kindes blickten ihre Augen auf die neue Umgebung, die fremden Menschen. Sollte daS die böse Well sein, vor welcher ihr Vater sie so oft gewarnt! Sie schien ihr durchaus nicht gefahrbringend.

Gabriele hatte den Anwesenden Magda feierlich vorgestellt, und jetzt saß man gemütlich um den schnell arrangierten Tee- tisch, in eifriger Unterhaltung begriffen. DaS schwirrte aller­dings seltsam in die Ohren deS jungen Mädchen, Stadt- und Theaterklatsch bunt durcheinander. Normann war der Haupt-

flut 3m- und Ausland.

Berlin, den 2. September 1912.

Im Verfolg der Festlichkeiten anläßlich der Kaiser- Manöver, an denen daS III. Armeekorps beteiligt ist, wurde heute mittag um 12 Uhr auf dem Tempelhoser Felde feierlicher Feldgottesdienst abgehalten. Neben dem Altar war ein Kaiserzelt errichtet. Zur Seite deS Altars standen die Feldzeichen. Rechtwinklig nach beiden Seiten bauten sich die Abordnungen, evangelische und katholische Mannschaften gemischt, von den in Berlin und dessen nächster Umgebung untergebrachten Truppen deS GardekorpS und deS III. Armeekorps aus, alles zu Fuß, dabei auch die Leib­gendarmerie. Die beiden anderen Seiten deS Vierecks waren von Kriegervereinen und SanitätSkolonnen aus Berlin, den anderen Standorten deS GardekorpS und dem Territorial­gebiet deS III. Armeekorps gebildet, die in Stärke von über 30 000 Mann mit ihren Fahnen je drei Treffen bildeten. Um 11% Uhr erschien die Kaiserin mit der Prinzessin Viktoria Luise im geschlossenen Automobil, kurz vor 12 Uhr der Kaiser, allein im offenen Automobil sitzend. Die Ge­wehre wurden zusammengesetzt, ein Trommelwirbel gab daS Zeichen zum Gebet. Der Sängerchor der zweiten Garde- Jnfanterie-Brigade, begleitet von den Spielleuten und der Musik der Garde-Füsiliere und den Trompetern und Kessel- paukern von Artillerie- und Kavallerie-Regimentern trug daS Niederländische Dankgebet vor, die Gemeinde sangGroßer Gott wir loben dich." Dann predigte der evangelische Feld- probst der Armee Wölfing über Psalm 50, VerS 23. DaS Gebet nach dem Zapfenstreich" (Ich bete an die Macht der Liebe) schloß die Feier. Nach dem Abschlägen wurden die Fahnen zu den Truppenteilen gebracht. Der Kaiser stieg zu Pferde. ES erfolgte ein Vorbeimarsch der beteiligten Truppen­teile deS III. Armeekorps und deS GardekorpS in Zugkolonnen. Hierauf nahm der Kaiser die Rapporte der Kriegervercine und Sanit6t8!olonneh entgegen und ritt die Fronten der drei Treffen der Vereine ab, wobei er viele alte Krieger durch Ansprachen auSzeichnete. Nach IV2 Uhr kehrte der Kaiser nach dem Königlichen Schlosse zurück. Die Feier war von gutem Wetter begünstigt. Ungeheure Menschenmassen hatten die Straßen Unter den Linden, die Friedrich- und Bellealliance- Straße und die Umgebung deS ParadeseldeS besetzt und be­grüßten die Majestäten und die Fürstlichkeiten. Aus dem Königlichen Schlöffe waren die drei Standarten gehißt, viele Gebäude hatten geflaggt. Der Kaiser unternahm heute morgen einen Spaziergang.

Die Herbstmanöver u n s e r e r F l 0 t t e, die be­reits mit AusklärungSübungen deS 1. und 2. HochseegeschwaderS und der AufklärungSkreuzer in der Nordsee sowie deS Linien­schiffs- und AufklärungS-ReservegeschwaderS in der Ostsee eingesetzt haben, nehmen am Montag unter dem Oberkommando deS Admirals von Holtzendorff ihren Anfang. Insgesamt nehmen an den Manövern teil: 8 Dreadnoughts, 8 Linien­schiffe, 6 Reservelinienschiffe, 9 Kreuzer und 10 Reservekreuzer, also 41 größere Kriegsschiffe, zu denen sich noch mehrere Torpedobootsflottillen gesellen. An den LandungSmanövern, dessen Schauplatz noch geheim gehalten wird, soll die Marine- infanterie mitwirken.

In vielen Kreisen der Bevölkerung ist die Absicht geäußert worden, auS Anlaß deS bevorstehenden 2 5jährigen RegierungSjubiläumS deS Kaisers ihrer Ver­ehrung sür den Monarchen und ihrer Freude über diese- Fest durch Geschenke und Darbietungen verschiedener Art Aus­druck zu geben. Durch mehrfache Anfragen sind diese Wünsche auch zur persönlichen Kenntnis deS Kaisers gekommen. In­dessen möchte der Kaiser bei aller Anerkennung der hierbei zum Ausdruck kommenden Gesinnung sich die Annahme von persönlichen Geschenken auS dem erwähnten Anlaß versagen, dagegen würde eS dem allerhöchsten Wunsche entsprechen, wenn Die hiersür etwa in AuSsicht genommenen Mittel wohl­tätigen, gemeinnützigen und patriotischen Zwecken unter be­sonderer Berücksichtigung der Bedürsniffe der betreffenden Bevölkerung-kreise zugewendet werden. Dieser Wunsch deS Kaisers wird sicher überall Verständnis finden und be­rücksichtigt werden.

Der Magistrat von Nürnberg beschloß einstimmig, eine Eingabe an den BundeSrat zu richten und ihn hierin zu ersuchen, im Hinblick auf die herrschende Fleischteuerung die umgehende Einberufung deS Reichstages zu veranlassen. Dem Reichstage sollen dann, nach einem weiteren Wunsche der Eingabe, Anträge auf zeitweise Aushebung aller Lebensmittelzölle und Oeffnung der Reich-grenzen sür eine erweiterte Einsuhr von Schlachtvieh und Fleisch unterbreitet

precher. Gabriele lauschte mit gespanntem Ausdruck in den chönen Zügen aus NormannS Berichte.

Und übermorgen sollen schon die Proben beginnen 1* klagte sie. Ach, wie war eS doch so schön in dem Thüringer Wald! Wie hat mich diese Luft erquickt. Freilich sür immer möchte ich dort nicht sein, und besonders im Winter muß eS dort schauerlich sein. Da lobe ich mir die große Stadt mit ihrem bewegten anregenden Leben. Auch hier daS kleine Waldfräulein mochte nicht länger in den dunklen Wäldern bleiben. Die Künstlerseele wax erwacht mit all' ihrem Sehnen. Zur rechten Stunde ward ich von der Vorsehung in die Wälder gesandt, ihre Fesseln zu sprengen. Sie folgte, wie sie ging und stand, nur mit dem Nötigsten auSgestattet. Heimlich verließ sie daS väterliche HauS, so recht wie eS eben eines Genies würdig ist. Freilich der gestrenge Herr Vater wird nicht gerade des Himmels Segen für mich erflehen, meinen Sie nicht auch, Fräulein Magda? Er mag wohl grausam zornig sein!"

Davongelausen find Sie?" lachte Normann.DaS ist recht, daS freut mich, ganz mein Fall. Hinter dem Laden­tische, beim Dütenbrehen und Kaffeeabwiegen erwachte mein künstlerisches Genie. Eine herumziehende Schauspielergesellschaft, welche auch kleine Opern gab, hatte in mir den Funken ent­zündet, heimlich zog ich auf dem Thespiskarren mit ihnen davon, einen wutschnaubenden Vater, eine händeringende Mutter und vier in der höchsten Blüte der Jungfräulichkett stehende Schwestern zurücklaffend. ES mag damals ein schönes Lamento in dem alten ehrbaren KausmannShause gewesen sein. Aber sie haben sich nun alle getröstet, weil sie eingesehen haben, daß ich nur auf diese Weise die Feffeln sprengen und Künstler werden konnte, und seitdem ich Heldentenor mit Zwanzig- taufenb Mark Gage an der Königlichen Oper bin, find sie sogar stolz aus mich."

Habe ich eS Ihnen nicht gesagt, Kind, alle großen Künstler find ihren Eltern davongelausen!" rief Gabriele lachend.Und nun machen Sie nicht solch' ernsthaftes Gefichtchen, schließlich findet sich Ihr Vater auch in daS Unvermeidliche. Jetzt dürsen Sie nicht mehr zurückblicken, nur vorwärts in die lachende rosige Zukunft. Wenn Sie sich gestärkt und gesättigt fühlen,

werden. ES steht indessen zu vermuten, daß der BundeSrat die Nürnberger Eingabe ad acta legen wird.

DaS bisherige Gesamtergebnis der Sammlungen für eine deutsche Nationalflugspende beläuft sich nach einer Berliner Meldung aus rund 6 Millionen Mark. DaS ist ein gar stattlicher Ertrag, er übertrifft die Gesamtsumme der in Frankreich verunstalteten nationalen Sammlung sür Lustfahrzeuge erheblich. Dabei wird daS genannte bisherige Gesamtergebnis der deutschen Sammlung, da sie sortdauert, zweifellos noch eine Steigerung erfahren.

Die neueste deutsche S p i 0 n a g e a s s ä r e hat sich in Wohlgesallen ausgelöst. Der in Gumbinnen wegen Spionage- verdachtes verhastete Brigadeschreiber Wohlgemuth vom Infan­terie-Regiment Nr. 33 ist auS der Haft wieder entlassen worden.

Nach einer gestern in S a m 0 S abgehaltenen lärmenden Versammlung wurde den Konsuln der Schutzmächte ein An­trag zugestellt, derdenAbzugdertürkischenTruppen und die Revision der Verfassung verlangt. Gendarmen, die einschritten, wurden entwaffnet. Zwei sind verwundet worden. Der ruffische Konsul stellte in AuSsicht, daß die türkischen Truppen die Insel verlassen würden, sobald die einheimische Gendarmerie in SamoS organisiert sein werde. Unter den Einwohnern von SamoS herrscht größte Erregung.

Der französische Lenkballon Cl5ment-Bayard, der für die Armee bestimmt ist, ist gestern früh um 10 Uhr mit acht Personen an Bord von Lamotte-Breuil abgefahren und in Dieppe eingetroffen. Hieraus suhr er über den Kanal hin. Der Führer steuerte das Luftschiff während der Nacht mit Hilft deS Kompasses, kehrte heute srüh zurück und landete 6 Uhr srüh, nachdem er mehr als 800 Kilometer zurückgelegt hatte.

Die neueren Nachrichten über die Konflikte der Türkei mit Montenegro und mit Bulgarien lauten wieder etwas günstiger; die nachdrücklichen Vorstellungen der Großmächte in Cettinje und Sofia scheinen dort wie hier die Lust am Spiel mit dem kriegerischen Feuer einigermaßen ge- dämpft zu haben. Dagegen machen die ausständigen Libanesen der Psorte noch immer Schwierigkeiten. Die in Djakova zahlreich versammelten Arnauten auS der gesamten weiteren Umgebung haben Schadenersatzansprüche an die türkische Re­gierung gestellt und drohen, salls diesen Ansprüchen nicht sofort stattgegeben würde, sich der RegierungSkassen in Djakova zu bemächtigen. Der Wali von UeSküb erbat von Kon­stantinopel telegraphisch die Ermächtigung, die Forderungen der Arnauten von Djakova befriedigen zu dürfen. Die Antwort der Psorte hierauf ist noch nicht bekannt.

Eine Havarie des

Militärluftschisss3 2".

Wieder

hat ein tückischer Windstoß einem Zeppelin

luftschiff, während eS auf festem Boden noch im Bereich der Halle lag, schweren Schaden zugefügt. ES handelt sich diesmal um das MilitärlustschiffZ 2", daS die Birkendorfer Halle bei Köln zum Standquartier hat. Dem letzten Unfall dieser Art ist, wie erinnerlich, daS LustschiffSchwaben" zum Opfer gefallen, daS vor der Düsseldorfer Halle durch den Wind Be­schädigungen am Gerippe erlitt und dann infolge einer Explosion deS Gases verbrannte. Glücklicherweise ist der Unfall des Militärluftschiffes erheblich geringfügiger. Er schließt aber doch die geplante Teilnahme deSZ 2" an den Kaiser- manövern auS. Ueber die näheren Umstände des Unfalles gehen die Angaben auseinander. Nach der einen Version soll sich daS Unglück bei dem HerauSbringen deS Luftschiffes auS der Halle, nach der anderen beim Landen nach einer kurzen Fahrt ereignet haben. DaSWölfische Bureau" meldet folgendes:

AlS der Zeppelin-LuftkreuzerZ 2" Sonnabendmittag zu einer Fernfahrt aus der Halle gebracht wurde, erfaßte ihn ein Windstoß, der ihn gegen daS Tor der Halle drückte, wobei die Steuerung einen Defekt erlitt. Infolge deS starken WindeS mußten die Bedienungsmannschaften die Haltetaue loslassen und daS bemannte Luftschiff, dessen Motore angekurbelt waren, erhob sich und riß einen Schornstein um, konnte aber wieder landen. Es hat einigen Schaben erlitten.

Hierzu berichtet dasselbe Bureau noch folgende Einzelheiten: Durch den infolge der Nässe sehr glatten Lehmboden verlor die Mannschaft, die daS Luftschiff auS der Halle bringen sollte, die Gewalt über den riesigen Ballonkörper, der vom Winde zur Seite gedrückt wurde und an daS Hallentor anstieß, wobei die Steuerflächen beschädigt wurden. Der Führer deS Luftschiffes mußte trotz deS Defektes aussteigen, da ein Halten deS Ballons zur Unmöglichkeit geworden war. DaS Luftschiff

dann wollen wir Ihre Stimme probieren, denn daraus kommt eS jetzt allein an."

Nach einer halben Stunde erhoben sich die beiden jungen Damen und gingen nach dem Flügel.

Frau Sanno sah den Baron vielsagend an und bemerkte spöttisch:Ich bin neugierig, ob Sie dieses Opferlamm auch wieder nach der Heimat expedieren müssen."

Lassen Sie uns erst hören, ihre Erscheinung ist ungemein sympathisch, vielleicht ist eS die Stimme auch I" meinte der Baron.

Ich wasche meine Hände in Unschuld, Gabriele mag eS verantworten, wenn der gestrenge Herr Papa uns über den Hals kommt," erwiderte Frau Sanno, doch sie verstummte plötzlich, alS MagdaS Stimme weich und voll durch den Salon klang. Sie hatte ein Lieblingslied ihres Lehrers, DaS Nachtstück" von Schubert, gewählt und sang' eS mit all' der Innigkeit im Ausdruck, wie eS ihr Bernhardt Strophe für Strophe eingeübt.

Ueber das Antlitz der alten Dame flog ein seltsames Leuchten, als würden alte, längst verwehte Jugendträume wach.

So fang er, er allein mit diesem Ausdruck," sagte sie leise und strich sinnend mit der Hand über die Schläfen, als wollte sie dort die blonden Locken zurückstreichen, die in jenen Jugendtagen die weiße Stirn umrahmt.

Kind, wer ist Ihr Lehrer gewesen!" rief sie erregt, als Magda geendet.

Herr Bernhard«, 0, der versteht Musik! Er lebt schon sehr lange in unserm Dorfe, von seinem früheren Leben spricht er nie, aber ich glaube, er ist einst ein berühmter Künstler gewesen."

(Fortsetzung folgt.)

(Sieben spanische Winzer vom Schnell­zug überfahren.) Eine Gruppe spanischer Landleute, die zur Weinlese noch Frankreich bestellt war, suchte, dem Bahngeleise solgend, die Grenze zu erreichen. Sie wurde bei Banyult vom Zug, der gerade den Tunnel verließ, überrascht, und drei von ihnen sanden sofort den Tod, während vier schwer verletzt wurden.