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neigte sich mehrmals dankend auf die Stadt hernieder und wandte sich dann gegen 10V- Uhr nach der Richtung Salz- uflen und Bad Oeynhausm, Plätze, die 16 Minuten später in etwa 200 Meter Höhe passiert wurden.

Hamburg, 3. August. DaS LustschiffHansa" ist hier glatt gelandet! Nach beinahe vierzehnstündiger guter Fahrt ist der LustkreuzerHansa" 1 Uhr 45 Min. aus dem FulSbütteler Flugplatz gesichtet worden. Infolge der Luft­strömungen wurde von Minden i. W. nicht die direkte Rich­tung aus Hamburg genommen, sondern die Weser entlang nach Hannover geflogen. Minden wurde 11 Uhr 15 Min. Berden an der Aller 12 Uhr 10 Min., Langwedel 12 Uhr 40 Min Rotenburg 12 Uhr 55 Min., Wintermoor 1 Uhr

5 Min. und Buchholz 1 Uhr 30 Min. passiert. 1 Uhr 40 Minuten überflog die »Hansa" die Elbe bei WilhelmSburg und kam 1 Uhr 45 Min. in Sicht des FuhISbütteler Flug­platzes. worauf die Landung glatt erfolgte. 3n Hamburg war eine nach Taufenden zählende Menschenmenge aus den Straßen und auf den Dächern versammelt, die dem Lustschiff einen enthusiastischen Empfang bereitete.

Homburg, 3. August. An der heutigen Fahrt deS Luftschiffes Hansa von FriedrichShasen nach Hamburg nahmen teil Dr. Eckener, Diplomingenieur Dörr und außer den übrigen Ingenieuren und Monteuren sechs Passagiere, ferner Frau Dr. Eckener mit ihrer Tochter. Die Fahrt ging von FriedrichShasen über Ulm, Aalen, KrailSheim, wo sich starker Nebel einstellte, Würzburg, Fulda, Bebra, Göttingen, Detmold, Lage, Bielescld, Hersord, Minden, Nienburg nach Hamburg. Schon in Würzburg wurde daS Luftschiff trotz der srühen Morgenstunde mit lebhasten Kundgebungen begrüßt, die sich an allen Orten, die daS Luftschiff berührte,- wiederholten. Die Fahrt verlief bei wechselnden Winden, die anfangs schwächer waren und später an Stärke zunahmen. Die Orientierung war in der Gegend von KrailSheim infolge deS starken Nebels sehr erschwert und eS mußte lediglich nach dem Kompaß ge­fahren werden. Aber trotzdem hatten sowohl die Führung wie die Passagiere daS Gefühl der Sicherheit, da die Moybach-Motoren ohne jede Störung ausgezeichnet arbeiteten.

Die Fahrt erfolgte mit einer Geschwindigkeit von 22,2 bis

23,3 Sekundenmeter in Höhen von 600800 Meter. Bei der letzten Schleisenfahrt über Homburg, bei der eS sich darum handelte, zur Erleichterung der Landung deS Luftschiffes schlechtes GaS abzulasien, wurde eine Höhe von 1800 Meter erreicht. Der Empfang auf dem Flugplatz FuhlSbüttel war sehr herzlich. Der Vorstand der Hamburger Luftschiffhallen- gesellschast begrüßte den Führer deS Luftschiffes Dr. Eckener und die übrigen Herren, denen daS Publikum zujubelte.

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In Frankreich wird zurzeit viel Lärm von einem fran­zösisch-russischen Flottenabkommen gemacht, daS bei dem Besuch deS russischen Admirals Fürsten Lieven vor einigen Wochen vorbereitet und verabredet worden ist und nun bei dem nahe bevorstehenden Besuch de- französischen Ministerpräsidenten Poincarö in PeterSburg unterzeichnet werden soll. Die fran­zösischen Zeitungen zeigen über diese Meldung eine besondere und lebhafte Freude und bezeichnen sie als die richtige Antwort auf Baltischport. Wir können unseren Nachbarn diese Freude gönnen. Da zwischen Rußland und Frankreich eine Allianz besteht, so ist e- selbstverständlich, daß im Falle deS casus foederis nicht nur die russische und französische Armee, sondem auch die Flotten beider Länder zusammen wirken werden. Ob das besonders festgelegt wird oder nicht, ist ohne Bedeutung. ES ist jedenfalls kein neues Faktum. Und wenn die Franzosen besonders damit paradieren, so entspricht daS eben nur ihrem Bedürfnis, sich ihrer Erfolge auch dann zu freuen, wenn diese keine Bedeutung haben, und ihrem selt­samen Hunger nach dem schönen Schein. Anders wäre eS, wenn in diesem neuen Flottenabkommen irgend etwa? aus­gemacht wäre, war sich auf den Bündnisvertrag selbst bezieht und etwa die Fälle, auf die nach dem Wortlaut dieses Vertrogi der Casus foederis Anwendung findet, erweitern würde. Davon aber hat man nichts gehört, und daS ist auch außerordentlich unwahrscheinlich. Man kann wohl ver­muten, daß der Ministerpräsident Poincare über die Ver- öffentlichung deSTemp?" nicht besonders erfreut sein wird. Er wollte die Sache wohl aussparen, um dann aus Peters­burg einen Erfolg mitbringen zu können. Das hat ihm nun die in Frankreich übliche Geschwätzigkeit verdorben.

Bekanntlich haben die Ruffen zurzeit gor keine irgendwie in? Gewicht fallende Flotte in der Ostsee. Aber, sagen die Franzosen, sie find im Begriffe, eine bedeutende zu bauen. Bekanntlich kann da? die russische SchiffSbauindustrie nicht

Nun, einmal und nicht wieder in solche Gesellschaft! DaS stand ihr fest. Ernst halle schüchtern protestiert, sie hätten ja daheim schon gegessen. Aber der Hüne klopfte ihm aus die Schulter:Ein anständiger Mensch, mein lieber Hinke, ißt niemals so viel, daß er nicht immer noch waS essen könnte!"

Allgemeines Gläseranstoßen.Deine Frau hat ja kein GlaS!" rief jetzt der Dritte, ein schmächtiger älterer Mann mit bartlosem Gesicht. Im Augenblick hatte er sich auch schon noch dem Kellner umgewandt. Da legte Martha ihre Hand hastig aus feinen Arm:Lasten Sie, bitte, ich trinke kein Bier."

So, was denn? Nur Wein?" Die Erwiderung klang höhnisch.

Gar nichts, höchsten? nippe ich mal mit bei meinem Manne." Martha zitterte vor Aerger.

Sie haben aber feine Hände!' sagte nun die ihr zunächst sitzende Frau, eine kleine, breite Gestalt mit unglaublich breitem Munde und stechen Augen.

WaS sollte Martha dazu sagen? Nun, etwa? mußte sie doch sagen. Sie zwang ihr Gesicht zur Freundlichkeit und fragte:Ihr Mann ist wohl Setzer?"

Meiner? Ach ja! Der ist Packer und Expedient!" Sie tat, alS ob daS ein höherer Berus fei.Der ihrer ist Drucker," fügte sie unter Hinweis auf ihre Nachbarin hinzu, die ausgezeichnet war durch einen riesengroßen blauen, mit Grasgrün auSgeputzten Rembrandhut.Ja!" bestätigte diese selbst.

Man; Marthchen würgte, endlich schob sie Ernst ihren Teller hin. du!" sagte sie leise. 6r nahm ohne ein Woll und ohne sie anzusehen. Sie hatte nur ein unan- genehmeS Gesühl an diesem Abende: DaS Gefühl, daß Ernst sich in dieser Gesellschaft ebenfalls nicht wohl zu fühlen schien. Die Männer fingen einen Skat an.

Sie haben daS PelUeug schon vorgeholt?" fragte die Frau mit dem großen Hute bissig, weil sie leinS besaß.

Ist wohl Karnickel?" fragte die Frau mit dem großen Munde geringschätzig, DaS war eine Unterhaltung! Langsam

ganz aus eigener Kraft. Werden nach diesem Flottenab­kommen die Russen nun ihre Maschinen und Kanonen und namentlich ihr Pulver in Frankreich bestellen? Oder sind die Franzosen nach ihren eigenen Erfahrungen vielleicht der Ansicht, daß daS den Kampswerr der russischen Flotte nicht gerade steigern würde.

Wir haben also gar keinen Grund zur Beunruhigung und Ausregung. Die Franzosen wollen natürlich, daß wir unS ärgern und so ihren Ersolg unterstreichen. Diesen Gesallen tun wir ihnen nicht. Mögen sie immerhin Flottenabkommen abschließen! Die Unterschristen von Ministern machen daS Pulver nicht besser und die Schiffe nicht seetüchtiger.

Aus Jn- und Ausland.

Berlin, den 4. August.

DieHohenzollern", mit dem Kaiser an Bord, wurde wie auS Swinemünde berichtet wird, gestern nachmittag einige Minuten nach 5 Uhr gesichtet, gefolgt von derBreSlau". Die auf der Reede liegenden KriegsschiffeDreSden",Köln", Mainz",Stuttgart" undKolberg" feuerten Salut. Die Hohenzollern" dampfte sodann langsam an der Mole vorbei in den Hasen und vertäute am Bollwerk. Dort hatte sich ein vieltausendköpfiges Publikum eingefunden, daS den Kaiser lebhaft begrüßte. Der Kaiser erwiderte die ihm dargebrachten Ovationen durch fortwährende- Anlegen der Hand an die Mütze. Für heute ist daS Programm wie folgt festgelegt: Vormittags Gottesdienst, nachher Besichtigung der auf der Reede ankernden Kriegsschiffe; nachmittag- eine AuSsahrt, doch ist noch nicht bestimmt, ob eS nur nach Ahlbeck oder auch nach HeringSdorf geht.

Am 3. August hat die Jahrhundertfeier der Kruppschen Werke in Esten begonnen, und wird diese Feier eine ganze Woche hindurch dauern. Zunächst wurden zu der Feier 800 Jubilare der Kruppschen Werke geehrt, sie waren alle in die Villa zum Hügel geladen und wurden dort in der großen Festhalle von Herrn Krupp v. Bohlen und Halbach und Frau Gemahlin festlich empfangen und bewirtet. Am 6. August findet ein Bankett im städtischen Saalbau zu Essen zur Feier der Kruppschen Arbeitsgemeinschaft statt. DaS Hauptjubelfest wird aber erst am 8. August im Hauptver- waltungsgebäude der Firma Friedrich Krupp in Essen abge­halten werden und werden zu dieser Feier der Kaiser, der Prinz Heinrich von Preußen, die Spitzen der ReichSbehörden und der preußischen Staatsbehörden, sowie der sächsische Kriegs­minister v. Hausen und noch viele andere Vertreter der deut­schen BundeSstaaten erscheinen.

Man trifft in der Presse vielfach auf die Ansicht, daS deutsche Volk sei nicht in der Lage, eine weitere Ver­stärkung deS Heeres finanziell tragen zu können. An­gesicht- dieser Behauptung ist eS gut, sich einmal vor Augen zu halten, was Jena und Auerstädt den preußischen Staat und sein Volk getestet haben. Durch den Tilfiter Frieden wurde Preußen von 570 Quadratmeilen mit 93h Millionen Einwohnern aus etwa 280 Quadratmeilen mit 4Va Millionen Einwohnern heruntergedrückt. Trotzdem mußte von diesem aus die Hälfte verkleinerten Preußen die volle Schuldenlast deS früheren BesitzbestandeS übernommen werden. Durch daS Pariser Traktat vom 8. September 1808 hatten die 41 /a Millionen Preußen volle 1129 Millionen Mark auszubringen, in den drei solgenden Jahren wurden, wie Oberstleutnant Wagner in seinenGrundlagen der KriegStheorie" feststellt, vertragswidrig Lieferungen und Leistungen im Betrage von 10Vä Millionen abgepreßt. Der Durchzug der großen Armee gegen Rußland kostete 136 Millionen Taler. Der Gesamt­schaden, den dieser Durchzug verursachte, 309 Millionen Taler. DaS Land war derartig verarmt, daß eine zu allen vorhergegangenen Steuern erst 1812 neu ausgeschriebene starke VermögenS- und Einkommensteuer fast gar keinen Nutzen für den Staat hatte. Die Provinz Alt-Preußen brächte statt der veranschlagten 25 Millionen Taler nur 4^/2 Millionen. AlS Napoleon geschlagen auS Rußland zurückkehrte und Preußens Volk sich zur Befreiung erhob, hatte die HauptstaatSkasse nur 6000 Taler baren Geldes. Trotzdem gelang eS im Laufe weniger Monate, das nur 40 000 Mann starke Heer auf 271000 Mann zn vermehren, obgleich man allgemein an- nahm, daß Preußen nicht mehr alS 80 000 Mann auf die Beine zu bringen imstande fei. Gegen diese Lasten und Leistungen, die von 4Va Millionen Preußen getragen wurden (auf den Kops der Bevölkerung verrechnet, kosteten die sieben Jahre französischer Herrschaft 458 Mark für jeden Einwohner Preußens), nimmt sich daS heutige Jammern über die drückende Wehrlast" recht, recht kläglich auS. WaS wir

rückte der Zeiger auf neun. Martha versolgte ihn mit Ungeduld.

Laß du mal eins spielen I" rief die Expedientensrau ihrem Manne zu. Er warf von feinem Skatgeld einen Fünfer über den Tisch.

Mattha tat, als sei sie ganz Ohr. Einmal trank ihr Ernst verstohlen zu. Nachdem er sein GlaS abgesetzt hatte, sagte er, vom Spielgewinn lustig:

Muß ich doch auch unsern Leibwalzer mal spielen lassen." Sie wehrte eS ihm nicht, lächelte ihn vielmehr freundlich an, zog ihn am Aermel zu sich, steckte ihm unterm Tisch ihr Geldtäschchen zu und flüsterte:Laß eS aber nicht wieder unter den Tisch sollen!" Er warf ihr einen verständnisvollen Blick zu.Und Ernst, um 9 wollen wir gehen. Ich bin todmüde." Da sah er sie an, als habe er nicht recht gehört. Dann nickte er, und sie gingen trotz der heftigen Einreden der Kollegen.

Aus dem Nachhausewege herrschte zunächst zwischen beiden Schweigen. Ernst hatte ein schlechter Gewissen; Martha aber wollte ihn nicht auf belebten Straße zu einer heftigen Ant­wort reizen. Erst als sie auf der freien Strecke gingen, redete sie ihn an, nachdem sie sich die anzuschlogende Tonart rAflich überlegt hatte.Na, haben wir denn ein glänzendes Geschält gemacht?"

Nun, daS Bier habm wir umsonst getrunken," erwiderte er heiter.

Wieso?" fragte sie erstaunt.

Nun ja, ich habe ein furchtbarer Glück im Bierfkat gehabt," lachte er und fuchtelte mit dem freien Arme.

Ach so. Ja, aber im übrigen find wir wohl kaum billiger weggekommen, als wenn wir daheim blieben."

Die Kerle waren aber auch heute unverschämt."

DaS land ich allerdings auch. Wenn sie eS nur nicht immer sind."

Ach daS glaube ich ja nicht. Die habm sich mal vor dir schneidig und nobel zeigen wollen," meinte Ernst mit schlecht verhehltem Stolze.

Danke für diese Schneidigkeit. Wenn wir schon wieder

aber sür im Frieden versäumte Pflicht im Ernstfalle an Gut und Blut zu zahlen haben, steht aus einem ungeschriebenen Blatte; darüber nachzudenkm scheuen viele, die über die drückende Wehrlast großes Geschrei erheben.

Er kehre mit der Gewißheit nach Deutschland zurück, daß Deutsch-Südwestasrika eine große Zukunft habe, sagte Staatssekretär Dr. Sols bei einem ihm zu Ehren veranstalteten Bankett im Deutschen Klub zu JohanniSburg. In Britisch-Südasrika habe er gesehen, waS die Zukunft Deutsch-Südwestasrika? sein werbe. Dr. Sols betonte den Wert harmonischer Beziehungen zwischen der deutschen Kolonie und der südafrikanischen Union.

Der Saaten st and in Preußen zu Ansang August 1912 ist, wenn 2 gut, 3 mittel, 4 gering bedeutet: Winter­weizen 2,6; Sommerweizen 2,5; Winterspelz 2,1; Winter- roggen 2,5; Sommerroggen 2,8; Sommergerste 2,4; Hafer 2,7; Erbsen 2,8; Ackerbohnen 2,4; Wicken 2,6; Kartoffeln 3,0; Zuckerrüben 2,6; Futterrüben 2,6; Flachs 2,6; Klee 3,4; Luzerne 3,0; Rieselwiesen 2,5; andere Wiesen 3,1. In den Bemerkungen der Statistischen Korre­spondenz heißt eS: Auf die übermäßig nasse Witterung im Juni folgte im ganzen Staatsgebiete Trockenheit, die bei mitunter tropischer Hitze und ziemlich lebhaften Winden den BerichtSmonat hindurch anhielt. Obgleich in der zweiten Hälfte deS Juli zahlreiche Gewitter niedergingen, waren die Niederschläge doch viel zu unregelmäßig verteilt und nicht immer anhaltend und ergiebig genug. Hiernach ist eS nicht verwunderlich, daß die Körnersrüchte vielfach frühreif, auf leichten Böden und namentlich die der Sommerung notreif geworben sind. AlS weitere Schädigung kam noch hinzu, daß die heftigen Niederschläge sowohl bei der Winterung wie bei der Sommerung umfangreiches Lagern, hier und da auch Ueberschwemmungen herbeisührten. Weitere Beeinträchtigungen der Ernte wurden durch Schädlinge, wie allerlei Unkräuter und Insekten, verursacht. Sodann werden deS öfteren Pflanzenkrankheiten angegeben. Die Getreideernte ist in vollem Gange. Der Winterroggen ist größtenteils ge­hauen, aber erst zur Hälste eingesahren. Auch mit dem Schneiden deS Winterweizens ist stellenweise begonnen worden, und mit dem sämtlichen Sommergetreide sollte eS binnen einigen Tagen geschehen.

Schon wieder sind deutsche Bodenverluste in d e r O st m a r k zu verzeichnen. Nach demGoniec Wiel- kopolSki" haben die Erben deS in Kösteritz verstorbenen Rechts- anwaltS und NotarS Neubauer dessen Wohnhaus an den Polen Skierzewski für 32 000 Mk. verkauft. Ferner erwarb der Pole Kitzermann (!) in Okonin von dem Deutschen Husse ein 100 Morgen großes Besitztum. Husse ist Gemeinde­vorsteher und hat daS erste Besitztum feiner Gemeinde aus deutscher in polnische Hände übergehen lassen. Der deutsche Restaurateur Thunig auS Ostrowo verkaufte sein Wohnhaus an den polnischen Fleischer Rojna für den Preis von 101000 Mark. Im Kreise Znin erwarb der Pole TrzcinSki ein 450 Morgen großes Gut auS der Hand deS Deutschen Koldromb.

Ueber die Kämpse an der montenegrinisch- türkischen Grenze wird amtlich gemeldet: Gestern abend kam eS im Gebiete von Kolaschin bei Moikovac zu einem blutigen Grenzkonflikt. Die Türken hatten von ihrer Kule in einer Entfernung von 200 Metern auf montene­grinischem Gebiete eine Berschanzung errichtet. Trotz wieder­holter Vorstellung seitens der montenegrinischen Regierung wollten die Türken diese Verschanzungen nicht entfernen. Von srüh an wurde der Wachtposten der montenegrinischen Grenz­wache von den Türken auS der Berschanzung angegriffen. Die Montenegriner erwiderten. Der Kamps, der sich darauf entspann, dauerte bis zur sinkenden Nacht. Die montenegrinische Grenzbevölkerung, die durch die Provokation in höchstem Grade bestürzt war, eilte zu den Waffen und unterstützte die Grenz­wache. Die Verschanzungen wurden schließlich entfernt und die Kule dem Erdboden gleichgemacht. Die Verluste der Montenegriner betragen 10 Tote und 15 Verwundete. Die Türken ließen 60 Tote zurück.

Nach einer Nachricht auS Washington ist T a s t nun offiziell zum PräsibentschastSkandibaten der Republikaner im Weißen Hause erklärt worden. Tast hat nach dieser Erklärung sein RegierungSprogramm entwickelt und dabei die Herabsetzung der hohen LebenSmittelpreise, die Unabhängigkeit der Gerichte, die Regulierung der Eisenbahn- fragen und die Fürsorge für die Arbeiter als die vernünftigen Ziele seiner Regierung bezeichnet. Seine Gegenkandidaten, darunter natürlich auch Roosevelt, hat Taft alS Radikale, die beinahe Umstürzler seien, bezeichnet. ES ist wahrscheinlich, daß Taft mit diesem Programme siegen wird.

mal auSgehen, suchen wir unS andere Gesellschaft alS diese Kollegen von dir."

Jetzt ward Ernst etwas verdrossen.Na, soviel wie ich find sie allemal, ich bin ja doch nur so'n lumpiger Lehrjunge. Daß sie mehr zu verzehren haben als wir, da- hast du ja gesehen."

Nein, Ernst, davon habe ich nicht« gesehen, nur baß sie mehr Mut, mehr Dreistigkeit im GeldauSgeben haben, das sah ich.»

Damit traten sie in ihr Häuschen. Sie nannten eS niemals anders alSihr" Häuschen. Marthchen- Dankbarkeit aber duldete nicht, daß Ernst ganz und gar vergaß, wem er fein Hau-recht verdanke.

Im Zimmer während deS AblegenS sagte Marthchen auf- seuszend:Na, einmal muß eS ja doch besser werden. ES find ja nur noch wenige Tage, dann ist deine Lehrzeit um." Daraus sagte der Ernst gar nichts.

AlS aber die Probezeit um war, kam er, statt wie Marth. chen gehofft, freudestrahlend, mit einer bösen Wut im Leibe nach Haufe.

Hunde sind sie alle miteinander, die Reichen!" schrie er immer wieder. Elly war beim ersten AuSbruch scheu zu- sammrngesahren. Sie schien den Mann für betrunken zu halten. Martha deutete ihr mit einer Handbewegung an, sie solle ruhig sitzen bleiben. Dann sagte sie mit beruhigender Stimme:Aber Ernst, über wa- hast du dich denn geärgert?"

Jetzt ärgere ich mich überhaupt erst über mich, daß ich ihm den Hammer nicht gleich inS Gesicht geschmissen habe und bin meiner Wege gegangen."

WaS sind denn daS für Reden, Mann?" (Fortsetzung folgt.)

London, 3. August. AuS Rio de Janeiro wird hierher telegraphiert, daß aus dem dortigen Zentralbahnhof gestern zwei Personenzüge zusammenstießen. Zweihundert Passagiere wurden getötet und verletzt. Die RettungSarbeiten dauerten den ganzen Tag. Man sürchtet, daß noch viele unter den Trümmern liegen.