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folget niebergeffreit. Unterbeffen waren die Babnarbeiler zu dem regungSlo- daliegenden Kleinschmidt geeilt und hatten einen Moment die beiden Verbrecher aus den Händen gelassen. Derjenige, der Kleinschmidt erschossen hatte, lies zu seinem in- zwifchen hingestürzten Genossen, dessen Verletzungen nicht töd­lich gewesen waren und schoß ihn in den Kops, so daß der Tod aus der Stelle eintrat. Dann raffte er von den Beute- stücken soviel auf, wie zu soffen war und suchte in der Rich­tung nach Finkenkrug daS Weite. Die Bahnarbeiter hatten den AmtSdiener ausgehoben und trugen ihn nach dem Ritter- gut, wo man Wiederbelebungsversuche machte, die aber vergeb­lich warm. Der Tod war unzweifelhaft sofort nach den Schüssen eingetreten. Auch die Leiche deS erschossenen Ein- brecherS wurde aufgehoben und sichergestellt. Die Polizei- behörde und daS LandratSamt in Raum wurden von dem blutigen Vorfall benachrichtigt und organisierten sofort ein großes Aufgebot von Beamten, die sich an die Verfolgung der flüchtigen Verbrechers wachten. Vom Rittergut Bredow machten sich der Inspektor und die Förster aus, um den Bredown Forst abzusuchen, den der Flüchtige inzwischen er­reicht hatte. Er gelang auch, gegen 10 Uhr den Gesuchten zu entdecken. AlS die Beamten, die alle bewaffnet waren, auf den Verbrecher eindrangen, zog dieser seinen Revolver und schoß mehrsach nach seinen Verfolgern, die daS Feuer jedoch sofort erwiderten. ES wurde eine ganze Anzahl Schüsse gewechselt, bi» aus einmal der Verbrecher zusammensank. ES hatte ihn entweder eine Kugel seiner Verfolger getroffen, oder er hatte sich mit der letzten Kugel auS seiner Waffe selbst entleibt. Der getötete AmtSdiener Kleinschmidt war erst 30 Jahre alt, und hotte vor noch nicht langer Zeit geheiratet.

Wie auS Berlin gemeldet wird, find die Einbrecher von Nauen nunmehr als die arbeitet Koch und Pieper festgestellt worden. Beide find bereits mit Zuchthaus vorbestraft. Pieper ist derjenige, der Den AmtSdiener Kleinschmidt und seinen Komplizen erschossen hat.

Uernii$cbte$.

(Eine Mutter, die der Tochter den Bräutigam nimmt.) AuS Budapest wird berichtet: Durch den Selbstmord eines 16jährigen Lehrlings wurde hier eine erschütternde Familientragödie offenbar. Eine Frau Berg«, deren Mann im vorigen Jahre starb, blieb mit acht Kindern als Witwe zurück. Die drei jüngsten Kinder wurden von der Liga übernommen, mit den anderen fünf wohnte sie seither in der Bulyoßgasse. Die Familie lebte von dem, waS die Kinder verdienten. Noch zu Lebzeiten des Mannes war ein Schneidergehilse namenS Paul Harangozo mit der Familie bekannt geworden, der die 18jährige Tochter RoSzika heiraten wollte. AIS Berger starb, fiedelte Harangozo, der bereits als Bräutigam deS Mädchen? betrachtet wurde, als Aftermieter zur Familie Berger über. Bald daraus merkten dir Kinder, daß daS Benehmen HarangozoS sich geändert und daß die Mutter ihrer Tochter den Bräutigam abspenstig gemacht hatte. Die Witwe bevorzugte dm jungen Burschen in jeder Beziehung. Harangozo war zumeist arbeitslos, lebte aber dennoch gut. Während die Kinder, die Brot verdienten, sich oft ohne Nacht­mahl niednlegen mußten, servierte Frau Berger dem Harangozo zumeist Braten. Demzufolge waren in dem Hause erregte Szenen auf der Tagesordnung, und insbesondere der 16jährige Alexander Berger machte seiner Mutter wegen ihre? Lebens mehrmals bittere Vorwürfe. ES tarn schließlich zu einem heftigen Streite, in dessen Verlaufe die unnatürliche Mutter ihren Sohn hinauSwieS. Die anbeten Geschwister nahmen Partei für ihren Bruder. Der Knabe nahm fich jedoch daS Vorgehen seiner Mutter sehr zu Herzen. Er ging nicht mehr in daS Geschäft, wo er Lehrling war, sondern blieb zu Hause. Gegen 9 Uhr vormittag? jagte er sich eine Revolverkugel in die Brust und blieb auf der Stelle tot. Die Bewohner deS Hauses, durchweg arme Lmte, die die Verhältnisse der Bergerschen Familie konnten, wollten Frau Berger lynchen. Sie sperrte fich mit ihrem toten Sohne in ihre Wohnung ein und entging so der Wut der Nachbarn. Später befreite sie die Polizei auS ihrer bedrängten Lage.

(Die Tragödie deS LuftschifferS.) AuS Wien schreibt man: Im Totengebirge hat man jetzt die Leiche des am 26. Dezember v. JS. mit dem Ballon Salzburg" verunglückten LuftschifferS Oberleutnant Werner gefunden. ES ist eine erschütternde Tragödie, die sich in den

winterlichen Schneewüsten deS Hochgebirge? abgespielt hat. Oberleutnant Werner war, wie seinerzeit gemeldet, am 26. Dezem­ber 1911 mit dem Ballon deS Erzherzog? Joses Ferdinand Salzburg" vom Salzburg« Gaswerk aufgestiegen. Am Nachmittag derselben TageS wurde der Ballon oberhalb deS Hallstädter SeeS gesichtet und in der Richtung der Toten- gebirgeS getrieben, wo er im Nebel verschwand. Seit dieser Zeit wurde derSalzburg" nicht mehr gesehen. Am Abend derselben TageS hörten Skifahrer Hilferufe und Pfeifensianale, die auS der Richtung der SeekegelS oberhalb deS Kammer- seeS bei Gößl zu kommen schienen. AlS die Skifahrer eben­falls Signale gaben, erhielten sie keine Antwort. Die sofort ausgenommenen und mehrere Tage hindurch fortgesetzten Rettungsversuche führten zu keinem Resultat und mußten schließlich wegen der enormen Lawinengefahr aufgegeben werden. Am letzten Dienstag fanden nun 2 Holzknechte Johann Steinegger, vulgoAnnerlhanS", und Rodener auS Gößl beim Suchen von Alpenblumen in der Nähe der Vordern- bachalpe am Schaskar im Totengebirge die Leiche des ver­unglückten LuftschifferS. Zirka 600 Meter von der Fundstelle der Leiche sah man den obersten Teil einer Ballonhülle auS dem Schnee ragen. Man grub ihn auS und fand den Ballonkorb zusammengedrückt, jedoch die Instrumente wohl erhalten. Man fand auch eine Aufzeichnung Werners, wonach er am 26. Dezember 12 Uhr 5 Minuten mittag? von Salz­burg ausgefliegen, in einer Höhe von 20003000 Metern St. Wolfgang, Jschl, den Zinkenkegel bei Obertraun und den HundSkegel bei Grundlsee überflogen und bereits um 1 Uhr 15 Minuten im Schaskar glatt gelandet sei. Er brächte dann die Instrumente in Ordnung. Weitere? verraten die Auszeichnungen nicht. Offenbar hatte Oberleutnant Werner versucht, da? Tal zu erreichen, waS jedoch ohne Skier und Schneereifen in dem tiefen Schnee unmöglich war. Schließlich brach er, nachdem seine Notsignale noch vnnommen waren, vor Erschöpfung zusammen und erfror.

(HeuschreckenplageinKleinasien.) Zwischen Uschak und Alaschehir bedecken die Heuschrecken in so großen Massen die Bahnstrecke, daß die Eisenbahnzüge nur mit großer Mühe langsam vorwärtskommen. Die Kaimakame (Landräte) der Städte Alaschehir und Esym« arbeiten an der Spitze großer Scharen der Einwohner an der Vernichtung der Schädlinge. Auch längt der englischen Aidinbahn tritt daS Uebel jetzt stärk« aus. So werden au? Oedemisch riesige Verwüstungen durch Heuschrecken gemeldet. Der Wali (Gouver­neur) entsandte dorthin den Landwirtschaft-inspektor, der mit besonderen Weisungen zu den nötigen Abwehrmaßregeln auS- gestattet ist. In Exportkreisen Kleinasien- rufen diese Nach­richten lebhafte Beunruhigung hervor.

(Grubenkatastrophe in Chile.) Aus Santiago de Chile wird gemeldet: Bei Ueberschwemmungen in den Bergwerken von Gatico und in dn Umgegend von Antofagasta sind vierzig Personen umgekommen bzw. verletzt worden.

Neustadt (Oberschlrfien), 22. Mai. Im Holtzen- Plotz wurde gestern der städtische Rentmeister Grüttner mit durchschossener Schläfe ausgesunden. Neben ihm lag die Leiche eines 21jährigen Dienstmädchen- namenS Richter, gleichsall? mit einer Schußwunde im Kops. Grüttner war Kassierer der städtischen Sparkasse, 59 Jahre alt und verheiratet.

(Eine Frau mit ihren drei Kindern in den Tod gegangen.) In Weißwasser (Oberlausitz) er­tränkte sich heute die Malersrau Aun mit ihren drei Kindern. Die vier Leichen sind noch nicht geborgen.

P a riS, 22. Mai. Ueber Compiegne und Umgebung ist gestern ein starkes Unwetter niedergegangen. Der Blitz schlug in die Kirche ein. Der Kirchturm durchschlug im Fallen die Dächer mehrerer Häuser. Vier Passanten und der gerade in der Kirche befindliche Vikar wurden von herabsallenden Steinen schwer verletzt.

(Eine vergessene Insel.) Der Kapitän deS vorgestern in Aberdeen eingetroffenen DampserSStrathmore" meldet, daß er am 12. Mai bei der zur Grafschaft Jnverneß gehörigen Hebrideninsel St. Hilda vor Anker gegangen sei. Die Bewohner deS EilandeS, die nur noch au? 70 bis 80 Personen bestehen, habe er in einem traurigen Zustande, halb verhungert, angetroffen. Seit dem Dezember v. I. sei dort kein Schiff mit LebenSmitteln mehr erschienen. Außerdem sei daS Meer ständig sehr stürmisch. Die Eingeborenen, die wegen der Unfruchtbarkeit der Insel mit ihren L-bcnSmitieln ganz

aus die Zufuhr angewiesen sind, haben fich die ganze Zeit über von Vogeleiern ernährt, die sie sich unter großen Mühen und Gefahren in den steilen Felsen, suchen mußten. Jetzt ist eine Hilfsexpedition dorthin unterwegs.

(Der Laubfrosch al? Bräutigam.) Ein trübe? Kulturbild entrollte sich kürzlich vor dem Amtsgericht zu Czernowitz, vor dem ein Zigeunerpaar wegen Betruges stand. DerPest« Lloyd" berichtet hierüber folgende?: Die Zigeu­nerin Moldamann versprach einem Dienstmädchen, ihm einen Bräutigam zu verschaffen, wenn eS ihr fünf Kronen schenke. DaS Mädchen ging darauf ein und stellte sich bei der Zigeu­nerin ein, um mit Hilfe von 27 Teufeln den Bräutigam zu erhalten. Die fünf Kronen genügten natürlich nicht, da die 27 Teufel für die geringe Summe nicht zu haben waren. Nachdem die Zigeunerin endlich dem Mädchen 500 Kronen abgeschwindelt hatte, kam der große Tag, an dem der Bräu­tigam erscheinen sollte. DaS Mädchen mußte in ein GlaS ihre goldenen Ringe und Ohrringe wersen. Da? GlaS wurde dann mit einem Tuch bedeckt, und alS die Zigeunerin daS Tuch wegzog, waren die goldenen Ringe verschwunden, dafür befand sich aber in dem GlaS ein lebendiger Laubfrosch, der dem Mädchen als Bräutigam vorgestellt wurde. Er sei von den 27 Teufeln verzaubert, werde aber in vierzehn Tagen von den Teufeln, die durch die Geldspenden befriedigt seien, verwandelt werden. Dann werde er wieder ein junger Gras sein, der er vor der Verzauberung gewesen. Das Mädchen nahm hoffnungSfreudig den Laubsrosch mit nach Hause »und wartete 14 Tage, um die Verwandlung deS Frosches in einen jungen Grasen zu erleben. Wartete 14 Tage, 3 Wochen und einen Monat; dann verlor eS die Geduld und ging zur Polizei, um dort ihr Leid zu klagen. Hier erntete die Törichte neben einer gewissen Teilnahme die größte Heiterkeit, die sich vor Gericht sortsetzte, alS der Frosch, der sich immer noch nicht in einen jungen Grasen verwandelt hatte, vor dem Richter stand. Die Zigeunerin erhielt zwei Jahre schweren Kerker zudiktiert. Der verzauberte Graf wurde vom Gericht mit Beschlag belegt.

(Der schwingende Felsen.) Unter den sogenanntenNaturwundern" nehmen dieschwingenden Steine" eine besondere Stellung ein. Sie sind gewaltige Monolithen, die auf einer Felsspitze scheinbar ohne Halt balancieren. Der berühmteste dieser schwingenden Felsen und wohl auch der größte war der von Tandil in Argentinien, der vor kurzem von selbst herabgestürzt ist. DaS gewaltige FelSstück hat ein Gewicht von 450 Tonnen, das auf dem Rande eines 150 Meter hohen spitzen FelSabhangeS schwebte. Der geringste Wind, ja ein einsacher Stoß mit der Hand genügte, um diese gewaltige Steinmasse in Schwingungen zu versetzen. Die Untersuchungen der Ingenieure hatten er­geben, daß bei gewöhnlichen Witterungsverhältnissen der Stein im Verlause von einer Minute sechzig Schwingungen machte. In Argentinien galt diese merkwürdige Naturerscheinung al? eine besondere Sehenswürdigkeit, und von weither kamen die Touristen, um diesen berühmten schwingenden Stein zu be­sichtigen. An ihn knüpft sich auch die Legende, daß der berühmte argentinische Diktator Rosa? den Stein einst zum Absturz bringen wollte, um zu zeigen, daß seiner Macht nichts zu trotzen vermöge. Nach der Sage ließ er vierzig Paar Ochsen vor den Fel? spannen, um ihn so zu stürzen, aber an der Kraft der Natur zerbrach der Wille des Diktators. Vor wenigen Wochen, am 27. Februar, ist der berühmte Fels nun plötzlich mit Donnergetöse in die Tiese gerollt. Man wußte bereits, daß der Monolith vor einigen Jahren vom Blitze getroffen worden war, und nahm an, daß damit seine Gleich­gewichtsverhältnisse eine Erschütterung erlitten haben müßten. Die jetzt vorgenommene Untersuchung hat ergeben, daß der plötzliche Absturz nicht aus äußere Einflüsse, sondern auf eine Verwitterung der Basis zurückzuführen ist. Die Ingenieure erklären e? für möglich, den Stein wieder an seine ursprüngliche Stelle zu setzen, aber diese Arbeiten wären sehr umständlich und würden eine Viertelmillion Mark verschlingen. In Argentinien aber hat man bereits eine Nationalsammlung be­gonnen, um die nötigen Mittel aufzubringen, so daß über kurz oder lang die Kunst des Ingenieurs versuchen kann, das Naturwunder von Tandil durch menschliche Kraft wirder- herzustellen.

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