(Anbeten RegierungenrineErhöhung der Mannschaft-- löhne nicht vorgesehen hätten und wohl dem Reich-tage überlassen wollten, diese nachträglich in da- Gesetz einzufügen, konstatiert die „Nordd. Allg. Ztg.", daß eS in der Begründung der Heere-Vorlage heiße, der Geldbedarf vergrößere sich vom Jahre 1913 an auS Anlaß der Erhöhung der MannschaftS- löhne um jährlich 15 Millionen, und bei der Flotte um jährlich 1 Million.
Die englischen Nachrichten über den AuSbruch einet Aus- standes in Fez werden vom „Echo de PariS" aus Grund eigener Meldungen auS Tanger vollauf bestätigt. Der größte Teil der eingeborenen Truppen und der Garnison Fez meuterten. Die französische Garnison ist nur 1500 Mann stark. Die Drahtverbindung Fez- Tanger ist unterbrochen. Die Abreise der sranzösische» Mission ist verschoben, angeblich, wie der „Matin" verschätzt, wegen schlechten Wetters. Inmitten einer feindlich gesinnten Bevölkerung dürsten sich die sranzösische» Truppen in Fez in einer ziemlich gefährlichen Lage befinden. Und werden sie dort belagert oder wird ihnen auch um die LebenSmittelzufuhr abgeschnitten, so wird ihnen kaum etwa- änderet übrig bleiben, alt sich nach der Küste durchzuschlagen, wenn von dorther nicht schleunigst eine Entsatzexpedition ausgerüstet wird.
Die Wirren in China dauern auch unter dem republikanischen Regime fort. In Bauhsien in der Provinz Szechuan fand ein blutiger Kampf zwischen „alten" und „neuen" Truppen statt, in welchem erstere geschlagen wurden und allein an Toten über 100 Mann verloren. In Tibet gehen die Kämpfe zwischen den Chinesen, den bisherigen Heeren des Landet, und den Eingeborenen weiter. In der Hauptstadt Jhaffa fand ein allgemeiner Aufstand der Tibetaner gegen die Chinesen statt, die schließlich geschlagen wurden.
Ein deutsch»russischer Grenzzwischensall ist zu verzeichnen. Der preußische Grenzkommissar Dreßler in Eydtkuhnen wurde, als er eine hohe russische Persönlichkeit über die Grenze geleitet hatte, bei der Rückkehr in der Nähe det russischen Grenzbahnhoses Wirbalen von Kosaken ver- haftet und später nach Wilna transportiert. Die russischen Grenzbehörden verweigern jede Auskunft; preußischerseitS wurden sofort die nötigen Schritte zur Aufklärung der Angelegenheit und Freilaffung DreßlerS unternommen.
Hur Provinz u. Nacdbargebiel.
* Im Deutschen Reiche wurden am 1. Januar 1912 70,006 Kraftfahrzeuge festgestellt, von denen 63,162 zur Personen- und 6844 zur Lastenbeförderung dienen. Die Zunahme gegen daS Vorjahr beträgt 12,201 Kraftfahrzeuge oder 21.1 v. H. Unter den Perfoncnkrastsahrzeugen befanden sich 20,000 oder 31.7 v. H. Krafträder, deren Zahl gegen daS Vorjahr um 584 zurückgegangen ist. Unter den 6844 zur Lastenbesörderung dienenden Kraftfahrzeugen waren nur 157 oder 2.3 v. H. Krafträder. Aon den Personenkrastfahr- zeugen wurden 23,350 oder 37.0 v. H. für VergnügungS- und Sportzwecke, 22,942 oder 36 v. H. im HandelSgewerbe und in sonstigen Gewerbebetrieben, 7084 oder 11,2 v. H. für andere Beruf-zwecke, z. B. für Aerzte und Feldmesser usw., verwendet 5262 oder 8.3 v. H. waren Kraftdroschken oder Kraftomnibusse, deren Zahl gegen daS Vorjahr um etwa 1000 zugenommen hat. Die zur Lastenbesörderung dienenden Kraftfahrzeuge sind seit dem Vorjahr von 4327 auf 6844 ange- wachsen, haben also einen Zuwachs von 58.2 v. H. gehabt.
):( Hersfeld, 19. April. Nächsten Montag nachmittag 4 Uhr wird eine Sitzung der Stadtverordnete n- Versammlung im RathauSsaale stattfinden. — Tage S ordnung sür die öffentliche Sitzung JahreSrechnungen der Luisenschule und der städtischen Armenkasse für 1910/11. — Reingewinn der Sparkasse sür 1911. — Kostenbewilligungen. — Elektrische Leitung. — Beiträge an Nachbargemeinden zu den SchulunterhaltungSkosten. — Wahl von Delegierten für den Hessischen Städtetag. — Sonstiges. — Aus die öffent- liche Sitzung folgt eine vertrauliche Beratung.
Eafsel, 18. April. Ein erschütternder Unfall ereignete sich gestern früh im Maschinensaal der Möncheberger Gewerkschaft. Dort sind 2 Maschinisten namenS Martin, Vater und Sohn, seit vielen Jahren beschäftigt, der Vater arbeitet seit 50 Jahren in der Fabrik, der Sohn Konrad seit 25 Jahren. Gestern früh gegen 7 Uhr wurde nun der jüngere Martin von einem zurückschlagenden Hebel so unglücklich getroffen, daß ihm die Brust eingedrückt wurde und er nach wenigen Minuten seinen Geist aufgab.
Caffel, 19. April. Die erste diesjährige Besichtigung-
reise hessischer Landwirte nach dem AnsiedlungSgebiet in Posen wird DienStag, den 7. Mai, von Caffel auS angetreten. Die Reiftteilnehmer, welche bekanntlich freie Beherbergung und Beköstigung im AnsiedlungSgebiet erhalten, treffen sich an dem gruannten Tage, vormittag» 8/*7 Uhr, auf dem Hauptbahn- hof in Caffel. Näheres über diese Reise ersahren Interessenten kostenlos bei dem Vertrauen-mann der Kgl. AnsiedlungS- kommiffion, Herrn W. Schaumbung, Caffel, Schönselder Straße 7, bei welchem auch die Anmeldung zur Reise zu er- folgen hat.
Willingerode, 15. April. Der Arbeiter Wilhelm Peter von hier, der in der nahen Höllmühle in Arbeit steht, wollte heute nachmittag eine Fuhre gemahlenen Schwerspat nach der Station Albungen fahren. Beim Abfahren kam er dem Hand- plerd zu nahe, wurde von demselben getreten und fiel insolge- dessen unter die Räder, die über ihn hinweggingen, sodaß er auf der Stelle getötet wurde.
Niederhone, 17. April. Hier ereignete sich gestern ein schwerer Unfall. Der 17jährige Kutscher H. deS Gutsbesitzer» Bierschenk verletzte sich beim Spielen mit einem Revolver durch einen plötzlich loSgehenden Schuß, der ihm in den Leib drang. Der Zustand des Verletzten ist nicht unbedenklich.
Vom Kreuzberg, (Rhön), 16. April. Diejenigen Touristen, welche den Kreuzberg besuchen wollen, und dabei die Gastfreundschaft deS Klosters in Anspruch zu nehmen gedenken, seien darauf aufmerksam gemacht, daß an nachfolgenden Tagen Wallfahrten stattfinden und an diesen Tagen nicht mit Sicherheit auf Unterkunst im Kloster zu rechnen ist. Am 2. und 3. Mai, 27. und 28. Mai, 8. und 9. Juni, 12. und 13. Juni, 22., und 23. Juni, 7. und 8. Juli, 3. und 4. August, 14. und 15. August, 17. und 18. August, 21. und 22. August, 27. und 28. August, 31. August bi» 2. September, 7. und 8. September, 13. und 14. September, 21. bis 26. September und 3. und 4. Oktober.
Volkmarsen, 15. April. Dem 10jährigen Kind bei Landwirts L. BerenS wurde gestern von einem Pserd ein Ohr abgebiffen.
Obersuhl, 18. April. Hart verfolgt vom Unglück wird eine hiesige ehrenwerte Familie. Vor zehn Jahren wurde dem Ernährer von der Eisenbahn der Kops abgefahren. Gestern erhielt die Witwe die Nachricht, daß ihr zweitältester Sohn, der bei der Eisenbahn beschäftigt ist, in der Nähe von Heringen übersahrcn unh schrecklich verstümmelt sei. Allgemein ist dar Mitleid mit der tiefgebeugten Witwe.
Gg. Herrn. Möller, Bad Hersfeld
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Frankfurt, 16. April. Heute nachmittag erschien bei einer Dame in der Kaiferstraße ein elegant gekleideter Herr, der sich alS Rittergutsbesitzer von LoschinSki auS Ostpreußen auSgab und erzählte, daß er wegen GetreideverkausS in Frankfurt fei. Kurz darauf erschien ein Vertreter einer Juwelen- geschästeS und legte dem Fremden für 11 000 Mark Brillanten vor, die der angebliche Rittergutsbesitzer bei der Firma vorher bestellt hatte. Er ging unter dem Vorwande, sie feiner Frau zeigen zu wollen, in ein Nebenzimmer und verschwand hier. Ein im Hausflur anwesender zweiter Angestellter faßte ihn noch rechtzeitig ab und veranlaßte seine Verhaftung. Die Polizei glaubt eS mit einem internationalen Verbrecher zu tun zu haben.
Bad Wildungen, 17. April. Als die 10jährige Tochter der Frau I. HIerjelbst gestern nachmittag in Abwefen- Heit ihrer Mutter Feuer im Herd anmachen wollte, gerieten ihre Kleider in Brand. Da» Kind lief brennend auf die Straße, wo zwei beherzte Männer daS Feuer sogleich erstickten. Mit einigen erheblichen, jedoch nicht lebensgefährlichen Brandwunden kam daS Mädchen dapon.
Königsee (Thür.), 18. April. Zwischen den Nachbar- börfern Garfitz und Herschdors ist der 19jährige Gymnasiast Vogelmann erschossen ausgefunden worden. An der Mütze war ein Zettel mit seinem Namen, von ihm selbst geschrieben,
befestigt. E» handelt sich um Selbstmord, den der Schüler in Nervenüberreizung begangen hat. Vogelmann war infolge geistiger Ueberarbeitung schon längere Zeit in ein Sanatorium untergebracht worden.
Letzte Nachrichten.
Die Überlebenden der Titanic.
N e w y o r k, 18. April. Zur Hilseleistung für die Ueber- lebenden der Titanic sind die ausgedehntesten Maßnahmen getroffen. Die Carpathia ist um 6 Uhr 20 Min. in Sandy Hoock angekommen.
N e w y o r k, 18. April. Die Carpathia hat heute abend um 8 Uhr 37 Min. am Pier angelegt. An der heutigen Fondsbörse sind für die Zwischendeck-passagiere der Titanic 20 000 Dollar? gesammelt worden, die durch eine Abordnung an den Anlegeplatz der Carpathia gebracht werden.
Das Bombardement -er Dardanellen.
Konstantinopel, 18. April. Nach einer Depesche deS Ministeriums deS Innern eröffneten heute srüh 4 Uhr vier große italienische Panzerschiffe und 20 Torpedoboote da» Bombardement gegen daS Fort Rumtale am Eingang der Dardanellen. Ein italienische- Schiff wurde getroffen und verließ die Gesecht-linie. Da- Feuer dauerte 3Va Stunden. Sodann zog sich die italienische Flotte zurück. Der Minister deS Aeußern machte dem diplomatischen Korps hiervon Mitteilung, gleichzeitig auch davon, daß die Italiener Samo» bombardiert hätten.
Konstantinopel, 18. April. Ueber die Beschießung der Dardanellen wird weiter gemeldet: Die italienischen Krieg-schiffe haben 180 Schüsse abgegeben, von denen ein einziger die Kaserne deS Fort- Seddie Bohr beschädigte. An Bord de» italienischen Krieg-schiffe», da- von einem Geschoß de- Fort- OSmani« schwer beschädigt wurde, brach Feuer auS.
K o n st a n t i n o p e l, 18. April. Nach ergänzenden Mitteilungen begann daS Bombardement um 10Va Uhr vormittag und dauerte bis 2 Uhr nachmittag. Da- Fort er» widerte daS Feuer heftig. Heute früh drangen ein italienische» Kriegsschiff und ein Torpedoboot in den Hasen von Marmara» gegenüber der Insel RhodoS ein. Die Psorte gibt bekannt, daß die Dardanellen für alle Schiffe geschloffen sind. In offiziellen Kreisen glaubt man, daß Italien die Psorte ein- schüchtern wolle» und ist erstaunt, daß Italien nicht erst die Antwort der Pforte aus den letzten Schritt der Mächte abge- wartet habe.
Konstantinopel, 18. April. Die französischen und russischen Schiffahrtsgesellschaften haben bei der Pforte Einspruch gegen die Schließung der Dardanellen erhoben.
Konstantinopel, 18. April. Amtliche Nachrichten der Psorte besagen, daß ein beschädigte» italienische» Kriegsschiff sich bis nach Tenedo- fortschleppte, dort aber auf seichtem Grund sefilief. Die Flotte erschien später wieder vor Rumtale um die Beschießung fortzusetzen. Hierüber liegen zurzeit noch keine Meldungen vor.
H a l b e r st a d t, 19. April. Der im Pistolenduell tödlich verletzte Leutnant v. Heeringen ist gestorben. Die Kugel hatte den Darm zweimal zerrissen.
Duisburg, 18. April. Auf der Zeche Lohberg der Gewerkschaft Deutscher Kaiser wurden neun Arbeiter verschüttet. Drei waren sosort tot, zwei find schwer und zwei leichter verletzt.
Bayreuth, 19. April. In Hastau ist eine auS acht Personen bestehende GutSbesitzersamilie nach dem Genuß von Milch und Kuchen unter VergistungSerscheinungen lebenSge- jährlich erkrankt. Ein Kind ist bereit- gestorben.
AmMtlsteiimmli.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Untergeis belegenen, im Grundbuche von da Band II Artikel 44 in Abteilung I unter Nr. 1 bis 21 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Brauereiarbeiters Lorenz Völker in Untergeis eingetragenen
Grundstücke:
1. Kbl. 8
2. „ 2
3. „
4. „ 9
5. „ 2
6. „ 4
7. „ „
3. „ „
Nr. 52 Ziesenrod, Holzung 1 h 20 ar 58 qm 1,42 Taler Reinertrag
„ 141 An den Gemeinde-Teilen,
Weide 15 ar 23 qm 0,14 Taler Reinertrag
„ 152 An den Gemeinde-Teilen, Acker 49 ar 32 qm 1,93 Taler Reinertrag
4 Im Dorf- a. Wohnhaus 1 ar 69 qm Haus-Nr. 137a mit Stall 24 M. Geb.- Scheune, St.-Nutzungs- Hofraum wert und Hausgarten
Gebäudesteuerrolle 14
„ 210 Am Sandberg, Acker, 15 ar 59 qm 0,31 Tlr. R. E.
„ 8 Auf dem Gartenrasen, Wiese — ar 84 qm 0,07 Tlr. R. E. „ 9 Auf dem Gartenrasen, Acker 2 ar 78 qm 0,17 Tlr. R. E. „ 11 Auf dem Gartenrasen, Wiese 2 ar 86 qm 0,18 Tlr. R. E.
„ 215 Auf dem obersten Hof, Acker 3 ar 46 qm 0,14 Tlr. R. E.
Wiese
11. „ „ „ ^ Im Dorf, Wiese
12. „ 5 „ 28 Auf der Gleichen, Acker
10. Kbl. 4 Nr. 294 Auf dem Gartenrasen, 17 ar 30 qm 0,90 Tlr. R. E.
2 ar 55 qm 0,39 Tlr. R. E. 12 ar 25 qm 0,48 Tlr. R. E.
13. „ 5 „ 239 Auf der Schwachbachsseite, Acker 25 ar 02 qm 0,49 Tlr. R. E.
14. „ 6 „ 196 Am Feldweg, Acker 5 ar 69 qm 0,22 Tlr. R. E.
15. „ „ „ 396 An der Wolfdelle, Acker 9 ar 47 qm 0,37 Tlr. R. E.
16. „ 7 „ 111 Auf der Heyd, Acker 14 ar 48 qm 0,28 Tlr. R. E.
17. „ 2 „ 71 Am Sandberg, Acker 18 ar 85 qm 0,37 Tlr. R. E.
18. „ 4 „ 292 Auf dem Gartenrasen,
Wiese 12 ar 73 qm 0,75 Tlr. R. E.
19. „ „ „ 421 Auf dem langen Acker, Acker 9 ar 22 qm 0,36 Tlr. R. E.
20. „ „ „ 482/78 Aus der Bornwiese,
Acker — ar 08 qm 0,01 Tlr. R. E.
21, „ 1 „ 175 Bei der Aspenhecke, Acker 15 ar 27 qm 0,30 Tlr. R. E.
am 26. Juni M2,
vormittags OVa Uhr
durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — Zimmer Nr. 5 — versteigert werden.
Hersfeld, den 13. April 1912.
Söllizlichts AtsMt I.
Fiillerzrästr-RischiiN
für feuchten und schweren Boden
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für trocknen und leichten Boden
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NB. Bekannt billigste;
Schuhwarenhaus — am Platze. —