Luftschiff zur Rückfahrt nach Berlin, die mit dem Wind im Rücken erheblich schneller vor sich ging als die Hinfahrt. Zum Empsang deS Luftschiffes hatten sich vor der Ballonhalle aus dem Tegeler Schießplatz Generalmajor Messing, Major Groß und Major v. Parseval eingesunden, die die Führer deS Luftschiffes nach der Landung herzlichst begrüßten. Der Lenkballon hat aus seiner Fahrt etwa 300 Kilometer zurückgelegt.
„P L 11" oder wie er jetzt heißt, der „P 3* besitzt einen Rauminhalt von 5600 Kubikmeter. Die Sänge beträgt 78 Meter, der Durchmesser elf Meter. Die größte Breite ist aus 17 Meter bemessen. Die Gondel hat eine Länge von 10.2 Meter bei einer Breite von 1.32 Meter und einer Höhe von
1.2 Meter. Zwei Motoren zu je 150 PS treiben zwei halbstarre Stahlpropeller. Die Eigenaeschwindigkeit deS neuen Militärlustschiffes beträgt 16 bis 17 Meter in der Sekunde;' die Steighöhe ist aus 2000 Meter berechnet.
Aus Provinz u. Dachbargebtet.
* Die drahtlose ,,EinheitSuhr", die bekanntlich von dem Ingenieur Schneider in Fulda geplant wurde, hat einen derartig großen Anklang gesunden, daß das Unternehmen jetzt völlig gesichert ist und in kurzer Zeit in Kraft treten wird. ES haben sich bereits mehrere tausend Interessenten und Abonnenten bei dem Erfinder gemeldet, und zwar Behörden, Industrielle und Vereinigungen, welche Anschlüsse an die drahtlose EinheitSuhr wünschen. DaS Deutsche Reich erhält nun in allen seinen Landesteilen Tausende von drahtlosen Empfangsstationen und wird als erstes Land der Welt über ein ungeheures Netz von drahtlosen Stationen versügen. Diese gewaltige Verbreitung der drahtlosen Telegraphie über daS ganze Deutsche Reich wird naturgemäß auch für unser Heer von großer Bedeutung werden, wie ja auch die Erlaubnis zur Einrichtung der EinheitSuhr von einer Zustimmung deS KriegSministeriumS abhängig war. Die drahtlosen Empfangsstationen, die in FriedenSzeiten zur Einheit der Zeit dienen, werden nämlich in KriegSzeiten der Heeresverwaltung Tausende bereits fertige VerkehrSstellen zur Benutzung für ihre drahtlosen Telegraphenapparate bieten. Bei der Bedeutung, welche die schnelle Nachrichtenübermittlung nach allen LandeS- teilen im Kriege hat, wird man den Wert der drahtlosen EinheitSuhr für die Heeresverwaltung leicht abschätzen können.
§ Hersfeld, 21. Februar. Um ihre Mitglieder über Fragen deS öffentlichen Lebens aufzuklären, veranstalten die Evang. Arbeitervereine Vortragsabende, in denen zeitgemäße Themaien behandelt werden. So wurde auch am vorigen Sonntag Abend im Kaiserhof vom Stadtverordneten der Stadt Cassel, Herrn Licentiat Francke, ein Vortrag über das Thema: „Die Sozialdemokratie in unseren politischen Gemeindevertretungen" gehalten. Wir müssen uns daraus beschränken, auS den außerordentlich gründlichen, lehrreichen AuSsührungen in kurzen Zügen daS notwendigste wiederzugeben. Der Referent zeigte, wie eS der Sozialdemokratie infolge der Gleichgültigkeit und Kurzsichtigkeit vieler Glieder deS Mittelstandes bei den Wahlen zu den Gemeindevertretungen durch ein geschlossenes Vorgehen sehr oft gelingt, sowohl in die städtischen Körperschaften als auch in die Vertretungen der Landgemeinden einzudringen, wie sie dadurch besonders in Sachsen und Baden, aber auch anderwärts viele Sitze gewonnen habe. Dadurch würde aber keineswegs daS Gemeinwohl gefördert, sondern nur die Macht und der Einfluß der sozialdemokratischen Partei. Denn bei diesem Vordringen komme es ihr nur darauf an, den Massen die Meinung beizubringen, daß sie imstande sei die sozialdemokratischen ZukunftSideen zu verwirklichen. Hat doch Singer, der langjährige Führer der Sozialdemokratie, in 1906 offen erklärt: Wir müssen uns auch als Glieder der kommunalen Körperschaften immer dessen bewußt bleiben, daß wir Sozialdemokraten sind und nach den Forderungen der Partei handeln, vor allem dürfen wir in der Gemeindearbeit die Ziele unserer Partei nicht vergessen." Deshalb sei auf gelegentliche Versicherungen einzelner Sozialdemokraten, für das Wohl der Gemeinde sorgen zu wollen, keinen Wert zu legen, der einzelne Genosse muß einsach nach den Intentionen der Führer handeln, ober er fliegt. Die Sozialdemokratie betrachtet eben die Tätigkeit ihrer Mitglieder in den Gemeindevertretungen nur als Mittel, ihre politische Macht zu stärken. Dann verlangt sie auch für die Gemeindevertretungen die Gewährung des aktiven und passiven Wahlrechts an alle Einwohner von 20 Jahren an, ohne Unterschied deS Geschlechts, daS Recht der Unverletzlichkeit für die Gemeindevertreter und daS Einkommensystem. Ein solches Wahlrecht einsühren, hieße aber die Komunalverwaltungen der Sozialdemokratie auSliefern. Der Vortrag wieS sodann nach, wie die Sozialdemokraten allen Unternehmungen, die einer Förderung der allgemeinen Interesse dienten, Hindernisse in den Weg legten, wie sie in finanziellen Fragen vollständig versagten, zumal die übertriebensten Forderungen stellt, aber die notwendigen Mittel verweigerten oder auf Kosten deS erwerbStätigen Mittelstandes ihre maßlosen Ansprüche zu verwirklichen suchten. Während sie die Wohnungsnot der Arbeiter in den Großstädten in Versammlungen und Wahlaufrufen zu AgitationS- zwecken auSnutzten, täten sie selbst in den städtischen Körperschaften nichts, um diese Frage durch Bau von Arbeiterhäusern lösen zu helfen, denn der Sozialdemokratie sei eS gar nicht erwünscht, daß der Arbeiter in den Besitz einer eignen ordentlichen Wohnung kommt, weil er dann voraussichtlich auS der marxistischen Streiterschar auSscheide. Nannte doch Bebel am 24. Februar 1894 im Reichstag die Anlage von Arbeiterwohnungen den schlimm sten Auswuchs aller WohlfahrtSeinrichtungen. Und die Sozialdemokratische Bremer Bürger- Zeitung schrieb am 6. März 1906, daß die Sozialdemokratie gar kein Interesse daran habe, daß die Arbeiter eigene Häuser erwerben könnten, weil der Besitz eines eigenen Häuschens ein die Kampfeslust und KampfeSfähigkeit der Arbeiter außerordentlich hemmender Faktor sei: „L o S v o n K r u n d und Boden muß der Arbeiter, bevor er revolutionär denken und handeln kann." Alle Einrichtungen, die seitens der kommunalen Körperschaften aus Fürsorge für die Arbeiterschaft getroffen wurden, wie Not- standSarbeiten, ArbeitSlosen-Versicherung, Arbeitsnachweis und dergleichen suchen die Sozialdemokraten als Mittel zu benutzen, um die sozialdemokratischen Organisationen zu stärken, soziale Kämpfe herbeizuführen, Vorteile für ihre Partei herauS- zuschlagen und Propaganda für ihre Ideen zu machen. Unerfüllbar und geradezu verhängnisvoll seien ihre Forderungen aus dem Gebiete deS Schulwesens, welche aus Beseitigung deS Religionsunterrichtes und auf eine geradezu unerschwingliche Belastung der Gemeindekassen und der Steuerzahler hinauSliefen.
Da eine sozialdemokratische Gemeindevertretung nicht ersüllt sei vom Geist deS GemeinseinS, sondern von engherzigem Parteigeist, so müsse eS als Pflicht aller auf daS Wohl der Gemeinden bedachten Bürger, nicht nur deS Mittelstandes sondern auch der Arbeiterschaft angesehen werden, bei den Wahlen zu den Gemeindekörperschaften daS Eindringen von
Sozialdemokraten zu verhüten. Es sei gewiß nötig, auch Vertreter deS ArbciterstandeS in die Gemeindevertretungen zu wählen, aber nur solche, die aus dem Boden einer christlich- nationalen Weltanschauung stehend, Verständnis für die Interessen der Gemeinden und daS Wohl der ganzen Bürgerschaft besitzen. Darum müssen die evangelischen Arbeitervereine, die solche Persönlichkeiten in ihrer Mitte haben, alles ausbieten, daß auS ihren Reihen Männer in die kommunalen Körperschaften gewählt werden. An den mit großem Beifall aufge- nommenen interessanten Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion, in der noch manches gute Wort geredet ward. Außer den wertvollen Anregungen brächte der Vortragsabend dem Evangelischen Arbeiterverein einen neuen Zuwachs von mehreren Mitgliedern.
§ Friedlos, 21. Febr. Für rechtzeitiges Eintreffen der hiesigen Feuerwehr bei dem letzten Brande in ReiloS erhielt dieselbe von der Hessischen Brandversicherungsanstalt eine Belohnung von 10 Mark.
h . Netra, 20. Febr. Herr AmtSgerichtSsekretär Heinrich Knoth dahier wird vom 1. April an daS Königliche Amtsgericht nach Lichtenau versetzt.
§ Herfa, 18. Februar, Der Bau der Anschlußbahn von Bahnhof Heringen zu den Gewerkschaften Herfa und Neurode wird in nächster Zeit in Angriff genommen. Die erforderlichen Vorarbeiten und Vermessungen find Herrn Landmesser und Kulturingenieur Walter Prelle zu Heringen a. d. Werra übertragen worden.
Fulda, 17. Februar. Nach der Bluttat der Zigeuner im Kammerzeller Forst, wobei, wie gemeldet, der Förster RomanuS aus Niesig erschossen wurde, ist leider nur ein Zigeunerweib der Gendarmerie in die Hände gefallen. Die Hauptbeschuldigten sind entkommen. Sie haben sich in die Wälder der Rhön geflüchtet. Seit Donnerstag nachmittag werden sie von der Gendarmerie, den Forstbeamten und den Feuerwehren der Rhöndörfer verfolgt. Wiederholt ist es zu Zusammenstößen gekommen. Die Zigeuner haben Munition in Menge. Sie schießen aus ihre Verfolger, denen eS bisher nicht gelang, die überaus ortskundigen Gesellen festzuhalten. Am Sonnabend morgen hatte man ihre Spur verloren.
Marburg, 18. Febr. Zwei Inhaber eines Sägewerks in Battenberg, in deren Betrieb der Zimmermann Brandenburger auS Wollmar dadurch zu Tode kam, daß ihm ein Stück Holz an den Kopf flog, hatten sich beim hiesigen Landgericht wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten, weil sie die Schutzvorrichtung hatten fehlen lassen. Beide wurden zu je einem Monat Gefängnis verurteilt.
Cassel, 20. Febr. Vorgestern hatte ein Transporteur einen „schweren Jungen" von Cassel nach Hamburg zu überführen. Kurz vor Buxtehude entriß nun Plötzlich der Verbrecher dem überraschten Beamten Den Revolver und versuchte ihn über den Haufen zu schießen. In dem Ringen, das nun entstand, ging auch ein Schuß los, der den Verbrecher leicht an der linken Hand verletzte. ES gelang ihm jedoch, sich loS- zureißen, die Tür zu öffnen und hinauszufpringen. Er konnte nicht wieder ergriffen werden.
Wächtersbach, 19. Febr. Im Rouselleschen Basalt- werke brach ein Elevator. Der Arbeiter Konrad Graul stürzte herunter und blieb tot; ein zweiter Arbeiter trug schwere Verletzungen davon.
Heiligenstadt, 18. Febr. Drei Männer auS Flinsberg, darunter der im Stadtwalde beschästigte Oberholzhauer Heinemann, war am Sonnabend abend von hier nach dem zwei Stunden von hier entfernten Flinsberg gegangen. Unterwegs sahen sie mehrere Männer mit einem mit Holz beladcnen Wagen, vor dem ein Hund gespannt war, auS dem Walde kommen. Heinemann hielt die Leute für Holzdiebe. ES entspann sich ein Wortwechsel, in dessen Verlaus die vermeintlichen Holzdiebe mit Messern angriffen. Heinemann erhielt zwei Messerstiche in die Brust und liegt lebensgefährlich verletzt, im hiesigen Krankenhause. Die Messerstecher, vermutlich Holzdiebe auS Heiligenstadt, sind noch nicht ermittelt.
Helbra b. Eisleben, 20. Februar. In der vergangenen Nacht ereignete sich auf dem Hohenthal-Schacht durch zu frühes LoSgehen eines SprengschuffeS ein schweres Unglück. Einem Bergmann wurde der Kops vom Rumpi gerissen, zwei Bergleute wurden schwer und vier leicht verletzt.
Tiefenort, 17. Febr. Schweres Leid ist über die Familie deS Landwirts Georg Krug hierselbst gekommen. Den Ernährer hat der Tod plötzlich abgerufen. Krug hat, wie verlautet, ein Zahngeschwür gehabt und soll ihm bei dem Streuen von Thomasmehl von diesem Düngemittel etwas in die Wunde gekommen sein, welches eine Blutvergiftung verursachte und den Tod deS im besten ManneSalter stehenden und von Gesundheit strotzenden Manne« herbeiführte.
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Erfurt, 19. Februar. Gestern nachmittag V«4 Uhr wurde von hier aus am nördlichen Himmel ein Meteor von außerordentlicher Lichtstärke beobachtet, daS mit großer Geschwindigkeit niederging. Drei Minuten daraus hörte man ein starkes, donnerartiges Rollen, sodaß viele Leute, die daS Meteor nicht gesehen hatten, glaubten, einen Erdstoß verspürt zu haben.
Nordhausen, 19. Febr. Aus die Klage des Magdeburger Bankvereins gegen die Stadt Stolberg verurteilte heute das Landgericht die Beklagte zur Erstattung deS Schadens in Höhe von 128 000 Mk., der dem Bankverein durch die Veruntreuungen deS Bürgermeister? Pampel von Stolberg verursacht worden waren. Ein zweiter Prozeß ist von der preußischen Zentralgenossenschaft-kasse in Berlin gegen die Stadt Stolberg angestrengt worden, weil die Kasse durch die Veruntreuungen deS Bürgermeisters Pampel um 90 000 Mk. geschädigt worden ist.
Oermirchler.
— (Sieben Jahre in Deutsch-Südwestafrika verschollen.) Zu Beginn deS Jahre? 1905 unternahm der Stabsveterinär Johannes Rogge einen Dienstritt von Lüderitzbucht nach Bethanien zurück." Aus dem Rückwege ritt er mit dem Reiter Feibicke am 10. Januar von Kubub weg und beabsichtigte, seinen Weg über die Wasserstelle Ukama zu nehmen. Diese Wasserstelle hat er nicht erreicht, und trotz
eifriger Nachforschungen war weder von ihm noch dem Reiter Feibicke irgendeine Spur zu finden, so daß man annehmen mußte, daß beide in der Wüste verirrt, verdurstet seien. Am 12. v. M. fand nun, wie die Lüderitzbuchter Zeitung berichtet, eine von Chamir auSgesandte Patrouille nicht sehr weit von Kolmanskuppe die Leiche deS StaatSveterinärS. Sie lag auf der halben Höhe einer Wanderdüne und war, da sie wahrscheinlich die ganzen sieben Jahre unter dem trockenen Sande gelegen hatte, gänzlich mumifiziert und gut erhalten. Außer eigenhändigen Aufzeichnungen des Verstorbenen fand man ein Paket Feldpostbriefe, zum Teil von seither im Ausstande gefallenen Offizieren und Angehörigen der Schutztruppe herrührend, und eine größere Geldsumme. AuS den Auszeichnungen und Postkarten an seine Angehörigen geht hervor, daß Rogge die Wasserstelle Ukama verfehlt hat, und daß er seinen Tod durch Verdursten vor Augen sah. Um den schrecklichen Qualen zu entgehen, hat er sich schließlich durch einen Rr- volverschuß durch die Schläfe den Tod gegeben. ES ist eine eigentümliche Schickung, daß er genau 7 Jahre nach seinem Todestage ausgefunden wurde. Merkwürdigerweise besagen die hinterlassenen Schriftstücke RoggeS nichts über den Verbleib deS Reiters Feibicke.
— (Ein Primaner im Teusel?see ertrunken.) Von einem tragischen Geschick wurde am Sonntag vormittag der 18jährige Primaner Konrad Mußgnug von dem Kaiser- Friedrich-Gymnasium in Charlottenburg betroffen. Der junge Mann hatte mit einem kleinen Hund einen Spaziergang in den Grunewald unternommen. AlS er am Ufer deS TeufelS- jeeS promenierte, erging sich der Hund auf der Eisdecke deS SeeS in lustigen Sprüngen. Plötzlich brach da? Tier ein unb machte alle Anstrengungen, daS Ufer zu erreichen. Von Mitleid erfaßt, wagte sich jetzt der Primaner selbst auf die dünne Eisdecke, um dem Hunde Hilfe zu bringen. Bei diesem Wagnis brach aber auch er ein und ging nach wenigen Augenblicken unter. Erst nach längeren Bemühungen konnte der Verunglückte aus dem Wasser gezogen werden. Der Tod war bereits eingetreten.
— Zittau, 20. Februar. Der am Sonntag hier unter dem Verdacht des Mordes an dem Juwelier Schulischen Ehepaar in Berlin verhaftete 28 Jahre alte, ledige Schlosser Oswald Trenkler aus Kleinschönau bei Zittau hat heute vormittag 9 Uhr dem Obergendarmen gegenüber ein volles Geständnis abgelegt. Danach kommt er als alleiniger Täter in Betracht. Der Mörder gestand, er habe zunächst die Frau mit einem sogenannten „Dorn", dann die von der Straße kommende Tochter niedergeschlagen und zuletzt den Juwelier Schulze selbst. Der Täter behauptet, daß er nicht die Absicht gehabt habe, die Leute zn ermorden, er wollte vielmehr einen Diebstahl verüben und wurde dabei überrascht. Er hat sich nach der Tat noch einige Zeit in Berlin ausgehalten und ist erst am Abend über Görlitz nach Zittau gesahren.
* (Die deutschen Eisenbahnen Anfang 1912.) Die gesamten deutschen StaatSeisenbahnen hatten am 1. Januar 1912 eine Länge von genau 57 500 Kilometer. Den größten Umfang haben die preußisch-hessischen StaatS- bahnen, die eine Schienenlänge von 38 261,50 Kilometer ausweisen. An zweiter Stelle stehen die bayerischen StaatSbahnen mit 7946,50 Kilometer, an dritter die sächsischen StaatSbahnen mit 3362,49 Kilometer, an vierter Stelle die Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen mit einer Gesamtschienenlänge von rund 2095,37 Kilometer. ES folgen die Württembergischen StaatSbahnen, sie versügen über 2684,42 Kilometer Schienenstrang. Die badischen StaatSbahnen haben nur 1750,50 Kilometer Schienen aufzuweisen. Die großherzoglich Mecklenburgische Friedrich Franz-Eisenbahn verfügt über eine Gesamtschienenlänge von rund 1100 Kilometer. Die oldenburgischen StaatSbahnen haben 666 Kilometer Schienenstrang und die braun- schweigische Landeseisenbahn hat eine Schienenlänge von 108 Kilometer. Die Privatbahnen Deutschlands, die sich auS 11 Linien zusammensetzen, haben eine gesamte Schienenlänge von 587,00 Kilometer. Endlich sei noch erwähnt, daß die Militärbahn 70,58 Kilometer lang ist.
— (An Burgunderwein vergiftet.) Bier französische Soldaten, die dem Bezirk-kommando von Auxerre« angeboren, machten kürzlich einen Ausflug nach dem in der Nähe befindlichen, wegen seines vortrefflichen Weine- weit« bekannten Städtchen Chabli-, wo sie tüchtig zechten. AlS sie abends nach ihrer Garnison zurückkehren wollten, wurden sie krank und von schwerem Unwohlsein befallen. Drei von ihnen starben unterwegs; der vierte konnte sich noch bis zur Stadt schleppen, wo er ebenfalls gleich nach seinem Eintreffen starb. Die Behörde hat die Leichen beschlagnahmt, um die Todesursache festzustellen.
— (Pierpont Morgan und der Papagei.) AuS dem Leben deS berühmten Börsenmagnoten und Kunst- sammlerS Picrpont Morgan erzählen die AnnaleS eine hübsche Geschichte. Eines Morgen- erscheint der Milliardär in seinem Neuyorkcr Bureau mit einem Käfig in der Hand, in dem sich ein grüner Papagei fröhlich schaukelte. Er trägt den Käfig in sein Privatkontor und widmet sich den Geschäften. Die Beamten in den Bureaus zerbrechen sich den Kopf darüber, was ihr Chef denn mit diesem Papagei im Kontor anfangen wolle und als einer der Angestellten in- Privatkontor kommt, um einige Weisungen zu erbitten, kann er seine Neugier nicht länger bezwingen. „Ach, Mr. Morgan, wenn ich so kühn sein dürste, mir eine Frage zu erlauben . . .?" Morgan sieht den Beamten scharf an und der stottert verwirrt: „Ach, verzeihen Sie, eS ist nur . . dieser Käfig . . , wegen deS Papageis. ." Der große Finanzmann lächelt: „Ich hatte mit einem Freunde gewettet, daß wenigstens einer von den 200 Beamten meiner Bank mich wegen dieses KäfigS fragen würde. Dank Ihnen habe ich eine Wette gewonnen. ES ist gut, aber ein andermal bekümmern Sie sich um Ihre eigenen Angelegenheiten.
— (Korsikanische Blutta ten.) Der 17jährige Peeltti erschoß gestern in Ajaccio von den beiden ihm entgegenkommenden Brüdem Mevichi, die gegen ihn prozeffierten, den einen nieder. Den anderen verfolgte der Mörder und tötete ihn mit einem Beil. Er selbst wurde schwer verletzt in daS Hospital gebracht. i Tstzurtolt
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