unb Reich. Fürst und Vaterland daS Heil bei Volkes er- blicken, wird der Sieg bleiben, daS deutsche Volk wird sich von dem Banne der Sozialdemokratie befreien. Kameraden! Unser Wahlspruch bleibt steil derselbe: „Unwandelbar treu zu Kaiser und Reich!"
flut Provinz u. Nachdargebirt.
§ Hersfeld, 1. Februar. Gestern fand durch den Herrn Landrat in Gegenwart deS Herrn Bürgermeisters von Nieder- aula die Eröffnung bei ersten KursuS d e r Wander - hauShaltungSfchule bei Kreises in Niederaula statt. Eine neue Einrichtung im Interesse unserer ländlichen Bevölkerung ist damit in- Leben getreten. Der Name sagt schon, waS darunter zu verstehen ist. Die WanderhauS- Haltung-schule ist eine Schule, die zur Ausübung ihrer Tätigkeit von Ort zu Ort zieht, um in Lehrgängen von mindestens ochtwöchiger Dauer schulentlassene Mädchen aller BerusSständc in den wichtigsten hauSwirtschastlichen Dingen und Verrich» tungen zu unterweisen. ES ist in unserer Zeit besonders wichtig, daß die HauSsrau aus dem Lande für ihren Berus einigermaßen vorbereitet wird. Sie muß sparsam und wirt° schastlich die Küche besorgen können, ihrer Fürsorge und Verantwortung ist aber auch die gesamte „Jnnenwirtschaft" (Viehhaltung, Obst- und Gartenbau) anvertraut, dazu kommt noch die Erziehung der Kinder. Zu allem sind Ordnungsliebe, Sparsamkeit, Sauberkeit und eine bestimmte Einteilung und Ueberblick über olle Arbeiten erforderlich. Hier soll die HauShaltungSfchule vorbereitend wirken. Den jungen Mädchen aller Stände wird eS ermöglicht, in wenigen Wochen bequem und billig wenigstens daS Wichtigste zu einer fachgemäßen Führung bei HauSholtS zu lernen und Anregung zum Nach- denken und weiterer Ausbildung zu erhalten. Diejer Gedanke war denn auch von den Familien des Fulda- und Aulatols sympatisch begrüßt worden, eS hatte sich die stattliche Zahl von 21 Teilnehmerinnen gemeldet, die alle berücksichtigt werden konnten. Sogar nachträglich wollten verschiedene noch zugelaffen werden, ihrem Wunsche konnte leider nicht mehr entsprochen werden, da die Höchstzahl schon überschritten war. Hoffentlich kommen sie bei einem späteren Kursus wieder. Die erste Einrichtung, sür die der Kreistag bereitwilligst 1000 Mk. zur Verfügung gestellt hatte, ist in HerSfeld vollständig beschafft und erweckte große Freude bei den im Hospital versammelten jungen „HauSsrauen". Auch die Gemeindevertretung und die DarlehnSkasse in Niederaula hatten eS sich nicht nehmen lassen, je 50 Mk. sür die Unterhaltung des KursuS zu bewilligen. Wir können nur hoffen, daß die neue Einrichtung ihre segensreiche Ausgabe erfüllt und bei anderen Gemeinden ebenso reichen Zuspruch finden möge. Zum Schluß sei noch die Liste der 21 Teilnehmerinnen vcr- öffentlicht.
Gemeinde Name und Alter Eltern
1.
Niederaula Anna Nuhn
14 I.
2.
„ Anna Schrön
15 „
3.
„ Helene Müller
15 „
4.
, Margar. Wcif-
senbach
17 „
5.
, Barbara Weg-
sahrt
15 „
6.
„ Anna Eichler
18 „
7.
„ Martha Busche
15 „
8.
„ Anna Schmidt
19 „
9.
„ Anna Barbara
Psalzgras
19 „
10.
„ Anna Schäfer
15 „
11.
HedderSdorf M. Schmidt
18 „
12.
Asbach Elisab. Sauer
17 „
13.
Kohlhausen CarolineStuck- hard
18 „
14.
„ Martha Glebe
18 „
15. Kleba Ehrst. Weppler 17 „
16. Niederjossa Marie Möller 22 „
17. „ Bertha Steinberg 18 „
18. Keripenhaus. Martha Schenk 17 „
19. „ Elise Knörr 26 „
20. Kirchheim A. M. Berk 1972 „
21. „ Elisabeth Heß 17 „
Gastwirt I. Nuhn Anstreicher I. Schrön Hauptlehrer Müller Schuhm. W. Weiffen- bach
Witwe Minna Weg- lahrt
Sattler F. Eichler Gerichtsvollz. Busche Witwe Schmidt Landwirt Paul Pfalz- graf
Ackermann I. Schäfer Förster Karl Schmidt Landwirt W. Sauer Landw. u. Bürgerm.
Ph. Stuckhard
Landw. Ernst Glebe Landwirt I. Weppler Landw. Heinr. Möller Landwirt und Müller
Joh. Steinberg
Landwirt Schenk Lehrer Knörr
Landwirt Adam Berk Landw. u. Bürgm.Heß.
Würde der Vertrag mit der Stadt abgelehnt werden, so müßt« die Liquidation bei Babel eintreten. Man sollte aber denken, daß wenn ca. 55 000 Mk. pro Jahr zur Verfügung ständen und dieselben richtig angewandt würden, daS Bad weiter zu bewirtschaften wäre. Die ganze Anlage fei von vornherein zu groß gemacht und infolgedessen zu viel Geld auSgegeben worden. Auch das Sanatorium hätte noch nicht gebaut werden dürfen. Er selbst habe genug gewarnt und dasür oftmals den Vor- wurs erhalten, daß er durch seine allzu große Vorsicht die Entwicklung deS BadeS hemme. Leider hätten die Ber- Hältniffe gezeigt, wie recht er gehabt habe. WaS die städtische Finanzlage anbetreffe, so sehe er die nicht so schwarz wie Herr Professor Schaoff, denn eS komme vor allem auf die Steuer- kraft der Bevölkerung einer Stadt an. Herr Bauunternehmer Bätza glaubt, daß felbst im ungünstigsten Falle für die Stadt nur ein Verlust von 300 000 Mk. entstehen könnte. DaS sei zu 4% Zinsen und 1% Abtrag gerechnet pro Jahr 15 000 Mark, welche dann in einer Reihe von Jahren abgetragen würden. Herr Rechberg bemerkte noch, daß die Stadt in den ersten 8 Jahren überhaupt nicht belastet würde. In dieser Zeit würden wohl die Bodenpreise so gestiegen sein, daß pro qm mehr wie 5 Mk. bezahlt würde. Herr Wilhelm Heil hat eine Berechnung ausgestellt, aui der ebenfalls hervorgeht, daß daS Risiko der Stadt nicht oll- zugroß fei. Er glaube, daß alles getan werden muffe, um das Bad der Stadt zu erhalten. Wie Herr Lorenz Mohr auSführte, find in letzter Zeit wieder von ganz hervorragenden Professoren dem Hersfelder LulluSbrunnen die besten Zeugnisse ausgestellt worden. Er sei der Meinung, daß, wenn daS Bad wirklich einmal eingehen solle, die Stadt durch die Grundstücke zum größten Teil gedeckt sei. Was nun das Mutungsrecht anbelange, so teilte Herr Fritz Rechberg mit, daß ein solches an sich nicht bestehe. Die Brunnen-Gesellschaft hat vielmehr s. Zt. einen Schutzbezirk verliehen erhalten, wonach in einer Entfernung von einigen Kilometern nichtnach Wasser gebohrt werden dürfe. Ob nach einem Fall derBrunnengefelljchaft daS gleiche Recht an einePrivatgefellschaft verliehen würde, sei zweifelhaft. Deshalb fei schon das Weiter- bestehen der Gesellschaft von großer Wichtigkeit. WaS nun einen Konkurs anbetreffe, der nach verschiedenen Meinungen erst einmal erfolgen müsse, so halte er den für sehr bedenklich. Jedenfalls würde der Ruf deS BadeS sehr darunter leiden. WaS den Verlust bei Geldes felbst anbetreffe, so habe er dabei den Trost, daß daSjelbe hier in der Stadt geblieben und nur mit Ausnahme von 40—50 000 Mk. nach auswärts gegangen fei. AlS letzter spricht zu diesem Gegenstand nochmals Herr Proseffor Schaoff. Er habe nur da« eine Bedenken, ob mit den zur Beifügung stehenden Mitteln wirklich etwas geschaffen werden könnte, was den Bestand bei BadeS garantiere. Vor allem müsse den hierher kommenden Fremden mehr geboten werden, wozu ganz besonders direkt beim Bad ein Sammelpunkt für dir Kurgäste gehöre. Es sollte ihn freuen, wenn daS Bad mit den vorhandenen Mitteln zu einer gedeihlichen Weiterentwicklung geführt werde. — Der andere Punkt bei Abends betraf die Frage, an welchen Platz das neue GerichtSgeb äude gehöre. Bekanntlich ist ein Platz vor dem JohanniStor hierfür auSersehen. Von allen Seiten wird dieser Platz für sehr ungeeignet gehalten, man ist vielmehr der Meinung, daß der jetzige Platz im Stift am allergeeignetsten sei. Die Versammlung beschloß deshalb in diesem Sinne eine Denkschrift zur Unterschrift zirkulieren zu lassen, welche an den Herrn Justizminister sowie an bei Magistrat eingereicht werden soll. Hiermit fand die Bersamm- ung gegen */s12 Uhr ihr Ende.
):( Hersfeld, 2. Februar. Aus die am 9. Februar, nachmittags 4 Uhr, stattfindende Generalversammlung deS hiesigen Vaterländischen Frauen - vereinS fei auch an dieser Stelle hingewiefen. Nach den Satzungen deS VereinS sind stimmberechtigt nur die o r d ent - l i ch e n Mitglieder, also diejenigen, welche mindesten- 1 Mark Jahresbeitrag zahlen.
):( Hersfeld, 2. Februar. Die gestern abend im Saale des Hotel Hohenzollern abgehaltene Versammlung d e S Bürgervereins für städtische Angelegenheiten war auS allen Kreisen unserer Bürgerschaft sehr zahlreich besucht, galt eS doch auch zwei sehr wichtige Fragen zu besprechen. Vor allem war eS ein Vertrag der Stadt H.rSseld mit der Hersfelder Brunnengeselljchast, der bereits vom Magistrat genehmigt ist und der am nächsten Montag unsere Stadtverordneten be- schästigen soll, aus welchen sich das Interesse weitester Kreise lenkte. Wie der stellvertretende Vorsitzende deS BürgervereinS, Herr Professor S ch a ajf in seiner Eröffnungsansprache darlegte, besteht der Vertrag darin, daß die Stadt HerSfeld einen Teil deS Grundbesitzes der HerSselder Brunnengefellschast in Größe von etwas über 20 000 qm zum Preise von 100 000 Mark käuflich erwirbt. ES ist daS derjenige Teil, welcher seither alS Spielplatz benutzt worden ist. Ferner soll die Stadt die Garantie für eine in Höhe von 400 000 Mk. auszunehmende Anleihe übernehmen. Der Magistrat sei auS folgenden Gründen für die Annahme deS Vertrages gewesen, nämlich daß der schöne Park und die Sommerkonzerte nicht verloren gingen, ferner auS Rücksicht aus die zahlreichen Geschäftsleute und Zimmervermieter, denen durch das Eingehen bei Bades ein beträchtlicher Schaden entstehen würde, sowie auch daß ein Nachlassen der Bautätigkeit und ein Fallen der Boden- preise eintreten würden. Ein Hauptpunkt sei auch die Schädigung bei Ansehens unserer Stadt nach außerhalb. Außer dem Betrage für da« Grundstück muß nun aber noch weiteres Kapital beschafft werden, um weiter bestehen zu können. ES soll nun zunächst daS seitherige Aktienkapital im Verhältnis von 5 : 1 zusammengelegt werden. Aus diese Weise würden ca. 400 000 Mk. verschwinden und nur noch ca. 140 COO Mk. alter Aktien vorhanden sein. Von der dann neu auszunehmenden Anleihe von 400 000 Mark sollen nun zunächst 250 000 Mk. alte Schulden bezahlt werden, mit dem Rest von 150 000 Mk. will man ca. 5—6 Jahrewirtfchasten. Außer dem von dieser Summe zur Verfügung stehenden Betrage sowie den Einnahmen au« dem Wasserversand, den Kurkarten, Bädern usw. müßten immerhin noch ca. 30 000 Mark nach Berechnung bei Redner« nötig fein, um weiterwirtschaften zu können. WaS nun die Garantie der Stadt anbetreffe, so sei da« dahin zu verstehen, daß die Stadt HerSseld im Falle NichtbestehenS bei Bades die Gläubiger mit 400 000 Mark auSbezahlen müsse. Dasür erhalte die Stadt eine Kautionshypothek in Höhe der betr. Summe, sowie die Verpfändung sämtlicher Grundstücke der Hersfelder Brunnengesellschaft und noch verschiedene Vorzugsrechte. Es handele sich nun um die Frage, ob die Stadt dieses Risiko übernehmen kann. Denn außer der Summe von 400 000 M. kämen noch ca. 200 000 M. Hypotheken- schulden hinzu, desgleichen noch die Zinsen sür den Ankauf deS Grundstückes, jo daß man damit rechnen könne, daß der Stadt dann das Bad ca. 650 000 Mark zu flehen käme. Die Stadtverordneten hätten sich nun vor allem die Frage vorzulegen, ob sie genug Optimismus haben, daß da« Bad mit den alsdann zur Verfügung stehenden Mitteln kann weitergeführt werden. Daß daS Wasser gut sei und man nur wünschen könne, daß daS Bad bleibe, bedürfe doch keiner Frage. Eine weitere Frage sei nun die, ob die Gegenwerte hoch genug seien, damit die Stadt mal im ungünstigsten Falle keinen Schaden erleide. Die Finanzlage der Stadt fei nun die, daß einem Vermögen von 3 308 000 Mk. ca. 2124 000 Mk. Schulden gegenüber ständen, sodaß ca. 1200000Mk. übrig bleiben würden. Hiervon muß aber noch die Anleihe für die neue Schule in Höhe von 400 000 Mark obgehen. Ziehe man die Werte der Gasanstalt, Schulen, des Rathauses usw. ab, so bleibe nicht allzu viel übrig, waS noch eine starke Belastung vertragen könne. Auch hierüber müßten die Stadtverordneten sich klar sein. Zu diesen Ausführungen deS Herrn Professors Dr, Schaoff bemerkte Herr LorenzMohr noch, daß die Brunnen- Gesellschaft außer der durch Hilfe der Stadt zur Verfügung stehenden Summe noch Mittel von alten und neuen Aktionären erhalten würde. Die Zeichnungen hierfür betragen jetzt fchon 15000 Mark jährliche Zuschüsse. Herr Fritz Rechberg führte auS, daß eS trotz aller Bemühungen nicht gelungen sei auSwärtigeS Kapital zur Beteiligung heranzuziehen. ES käme nun darauf an, ob das Bad weiter bestehen soll oder nicht. Daß er selbst daS mit noch einigen Privatpersonen machen werde, sei ausgeschlossen,
Letzte Fernsprechmeldung.
P o r t h m o u t h, 2. Febr. DaS .englische Unterseeboot A 3 ist infolge Zusammenstoß mit dem Kanonenboot „Hazord" gesunken. Die Besatzung gilt all verloren.
denn für eine Privatperson sei das R isiko drch zu groß.
Ist beim Einkauf von Seelig’s kandiertem Korn-Kaffee, dass derselbe nur in gelben Originalpaketen, niemals lose verkauft wird, denn es gibt viele Nachahmungen, die aber keineswegs die Güte von Seelig’s kandiertem Korn- Kaffee erreichen.
frische Sendung
100 Stück Mk. 3.00, 4.50, 6.00 u. 9.00
Hochfeine Früchte, keine billige Frostwnre.
Sophie Rehn.
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