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die Gerste häufelt Md die Häufchen unter den Aehren mit ein paar Halmen zusammen bindet, worauf nian sie aufstellt. I« diesen Häufchen trocknet die Gerste nicht nur gut aus und reifen die Aehren schön nach, sondern sie leidet durch einen Regen auch viel weniger als wenn sie am Boden liegt. Diese" Mühe sollte nicht gescheut werden, um gute ^Braugerste zu erzielen, sie macht sich durch die Güte und den Preis des Produktes reichlich bezahlt. Die Gerste darf nur in vollkommen trockenem Zustand eingefahren werden, weil sie sich sonst im Stocke erhitzt und eine- rote Farbe erhält, welche ihren Wert bedeutend verringert. Das Stroh der Gerste trocknet langsam, da dessen Knoten viel Feuchtigkeit enthalten, und man ist erst dann vor einer Erhitzung im Stocke sicher, wenn die Knoten beim Biegen abbrechen.

Für schlecht eingebrachtes Heu empfiehlt sich sehr das Einstreuen von Salz, und zwar % Kilo auf 150 Kilo Futter, indem dadurch sowohl das Schimmeln als starke Erhitzung behindert werden.

Kalkboden und dessen Verbesserung.

Wie man in reinem Sandboden nichts bauen kann, ohne Beimischung von anderem Boden, so kann auch auf reinem Kalkboden nichts gewonnen werden. Ist aber der Kalkboden mit Lehm, Sand oder einem anderen Boden vermischt, dann läßt sich auf solchem Grunde gut bauen. Wenn in 100 Pfund Erde nur 510 Pfund Kalk sind, dann wird es schon Kalkboden genannt. Diesen Namen behält er auch dann noch bei, wenn in 100 Pfund Boden sogar 50 bis 60 Pfund Kalk enthalten sind. Ein solches Grundstück erwärmt sich sehr schnell, läßt aber noch schneller die Wärme von sich. Der Kalkboden zieht weniger Wasser an als der Tau, trocknet schneller als dieser und nimmt auch wenig Sauerstoff aus der Luft auf. Er verwittert langsam. So ist auch der Kalkboden leichter als der Tonboden, und wenn er trocken wird, fällt er leicht auseinander. Luft und Wasser dringen also in den Kalkboden ein und erwärmen ihn, mithin zehrt er auch den Dünger schnell auf und führt daher den Namen: hitziger Boden. Der Kalkboden kann mit Lehm und Ton recht leicht verbessert werden. Kommt Kalkboden auf nasse Gründe, wo gerne Moos wächst, so werden dieselben wesentlich verbessert. Auf Kalkboden gedeiht ganz besonders Weizen, Dinkel, Hafer, Gerste und alle Gattungen Klee, wenn nur gehörig Ton, Lehm und Sand daran gemischt ist.

Auf dem Halme schon soll das Saatgut bestimmt werden.

Aber auch bei der Ernte darf der Landwirt es nicht an Sorgfalt fehlen lassen. Der Schnitt des zur Saat bestimmten Getreides ist im richtigen Stadium der Reife vorzunehmen, nicht vor der Gelbreife, nicht nach der Vollreife. Sind die Körner bei dem Nachreifen auf dem Felde nach dem Schnitt völlig erhärtet und die Aehren und Halme trocken, dann beginne man mit dem Ein­fahren. Desgleichen erfordert das Ausdreschen Vorsicht und Aufmerksamkeit. Es erfolge entweder vor Beginn oder nach Beendigung des Schwitzens, nicht während die­ser Erscheinung. Ist der Segen unter Dach und Fach, auf dem Speicher geborgen, wobei natürlich eine scharfe Trennung des zur Saat bestimmten Kornes von etwa vorhandenen Varietäten zu beobachten ist, dann versäume man vor allem nicht, das gedroschene Korn dünn aufzu- schütten und häufig umzuschaufeln. Ist die Ernte be­endet, dann beginnt die eigentliche Behandlung des Ge- treides zur Herstellung eines Saatgutes, denn:Wer das Feld will richtig bauen, der muß auf Samen und Boden schauen!"

Die Vertilgung der Quecke.

Auf leichtem, namentlich sandigem, mürbem Acker­land nistet sich sehr leicht die Quecke als lästiges Unkraut ein und wo erst einmal durch Vernachlässigung in der Bodenbearbeitung dieser Wucherpflanze Tor und Tür ge­öffnet wurden, hält es ungemein schwer, sie wieder zu vertilgen, weil immer wieder, so lange noch ein Stengel­glied in oder auf dem Boden bleibt, ein neuer Austrieb und eine neue Berasung stattfindet.

Wie hartnäckig dieses Unkraut den Ausrottungsver­suchen zu widerstehen vermag, ist bekannt genug. Schrei­ber dieses übernahm eine Ackerparzelle in Pacht, die gänzlich verwahrlost und derart verqueckt war, daß das Pflügen nur mittels eines scharfen Pfluges möglich war. Pflug und Egge vermochten wenig, denn die Quecke senkt ihre Wurzelstöcke in beträchtliche Tiefen, die den Acker­werkzeugen nicht erreichbar sind, und dringt immer an die Oberfläche. Bei den gewöhnlichen Ausrottungsar­beiten, wie Pflügen und Eggen, bleiben die zerkleinerten Wurzelstöcke zum Teil im Acker zurück, und das Uebel wird nur vorläufig, aber nicht dauernd gehoben. Auch das Verfahren, die Quecke durch mehrfaches Schälen des Ackers zu vertilgen, führt nicht sicher zum Ziel; es tritt allerdings eine Verminderung der Vegetationskraft ein die vorderhand über den Erfolg täuschen kann, meis bleibt aber auch hierbei eine dauernde Wirkung aus. Trotzdem gelang es, die Quecken auf der erwähnten Par­zelle gänzlich zu vertilgen und zwar durch zweimal nach­einander erfolgten Anbau von Mengesaaten, wie Wickle, Erbse, Hafer, Gerste. Jedesmal wurde kräftig gedüngt, sodaß der Stand dieser Kulturgewächse ein recht üppiger war. Die Quecke bedarf zu ihrem Gedeihen außer locke­

rem Boden auch reichlich Luft und Licht. Wird der Acker nun mit Mengesaat, also mit den Boden stark beschatten­den Pflanzen bestellt, so wird der Quecke der Genuß ihrer wichtigsten Lebensbedürfnisse verkümmert, sie vermag nicht mehr zu t,reiben und die sonst so widerstandsfähigen WuHelstöcke verfallen der Fäulnis. Dieses Mittel muß um so nachhaltiger wirken, wenn, wie hier, der Abschluß von Licht und Luft zwei Vegetationen hindurch dauert md die übrige Zeit dazu verwendet wird, den Boden zu lockern, zu glätten und zu klären. Mancher Landwirt hat oft schon Zeit und Mühe in dem Kampfe mit diesem ästigen Unkraut nahezu fruchtlos verwendet, und doch könnte er in kurzer Zeit und ohne besondere Veranstal­tung desselben Herr werden, wenn er, wie oben ange­geben, verfährt und wodurch ihm außerdem noch zwei Futterernten ermöglicht werden. Ein verquecktes Acker- and gereicht dem Besitzer wahrlich nicht zur Ehre. Schon aus diesem Grunde darf kein Mittel unversucht bleiben und keine Mühe gespart werden, um das Unkraut zu be- eitigen.

Der Kartoffelpilz

tritt meistens bei einem zwischen stechender Sonnenhitze und starkem Regen wechselnden Wetter ein. Dieser Pilz zeigt sich zuerst in weißlichen Flecken auf Stengeln unv Blättern der Kartoffelpflanze, die sich allmählich aus­dehnen, braun und schwarz werden, einen üblen Geruch verbreiten und das Absterben des Krautes bewirken. Vom Kraute verpflanzt sich der Pilz dadurch auf die Knollen, daß er abfällt und vom Regen in den Boden gewaschen wird, wo er sich in zahlreiche Zellen teilt, welche sich zu Schläuchen verlängern und die Knollen durchsetzen, worauf dieselben faulen. Als Mittel da­gegen ist das betreffende Feld zwei- bis dreimal mit einer l%f)ro§entigen Kupferkalkbrühe nach Art der Weingärten zu bespritzen.

Heuernte und Kleernte.

Das Heu soll auf dem Rechen trocknen, der Klee aber im Haufen. Das ist eine alte Bauernregel, die sehr wohl ihre Berechtigung hat, aber immer noch nicht ge­nügend gewürdigt wird. Beim Gras kann man nämlich durch die Bearbeitung durch Abbrechen von Blättern keine großen Verluste bekommen, denn Blatt und Sten­gel sind hier eins. Anders beim Klee. Wird derselbe, obald er einige Tage der Sonnenhitze ausgesetzt gewesen, viel gerührt, so bricht dabei ein großer Teil der Blätter, welche gerade die am meisten bekömmlichen Nährstoffe enthalten, ab; denn die dünnen Blattstiele werden, ge­trocknet, spröde wie Glas. Darum soll man den Klee möglichst bald in kleine Haufen bringen und diese von Tag zu Tag in immer größere zusammensetzen. Ein nochmaliges Auseinanderwerfen der Haufen ist nur dann angebracht, wenn dieselben durch Regen zu tief durch­gefeuchtet sind.

Zur Korbweidenkultur..

Die Korbweidenkultur ist eine der lohnendsten, wenn auch schwierig auszuführenden Kulturen. Bevor man zum Massenanbau übergeht, hat man umsichtig die Ab­satz- und Bodenverhältnisse zu prüfen sowie sich mit der Kultur genau bekannt zu machen. Die erste Anlage ist sehr teuer, und ein Mißgriff, besonders in der Wahl der Sorten, rächt sich später empfindlich. Welche Sorte nun für den Massenanbau am geeignetsten ist, richtet sich ganz nach den Bodenverhältnissen und nach der Ver­wendbarkeit der Triebe für die Korbflechterei. Jede Bodenart verlangt eine andere Weidensorte. Für schwe­ren, tonigen Lehmboden ist Salix viminalis, die Hanf- oder Rainweide, die vorzüglichste und die höchsten Er­träge liefernde Sorte. Für einen guten Lehmmergel (Weizenboden) ist die Mandelweide, Salix amygdalina die geeignetste. Ihr ziemlich gleich kommt die Hanf­weide S. viminalis. In fruchtbarem Tonlehmboden, wenn er auch schwer und sandig ist, gibt die Hanfweide S. viminalis die höchsten Erträge. Für sterilen Ton­boden ist besonders die Mandelweide S. amygdalina und die Purpurweide S. purpurea var. viminalis geeignet. In guten Sandböden ist die Mandelweide S. amygda­lina allen anderen vorzuziehen. Auf schlechtem, trocke­nem Sandboden ist die kaspische Weide S. brumosa acuti- folia die ergiebigste Sorte. Für Torfmoorboden sind besonders die Purpurweiden zu empfehlen. Wenn die­selben auch in den Erträgen weit hinter der S. amygda­lina zurückstehen, so bleiben sie auf Torfboden doch ge­sünder und verlieren ihre große Härte, welche sie auf Sand- und Lehmboden besitzen. Alle anderen Korbweiden werden auf Torfboden wieder zu weich und buschig. Es sind hier nur sehr wenige Sorten empfohlen, und zwar aus dem Grunde, weil es am lohnendsten ist, bei Massen­anbau nur eine oder höchstens zwei Sorten zu verwenden, anstatt alle möglichen Sorten anzubauen.

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Welches ist das beste Gebiß für Ackerpferde?

Die besten Gebisse für Ackerpferde sind glatte, dicke Trensengebisse mit Mittelgelenk. Gewundene, eckige oder gar gezahnte Gebisse üben auf die Lippenfalten, die

Zunge und die Laden eine zu scharfe Wirkung aus, wes­halb sie nur bei sehr hartmäuligen Pferden zu empfehlen sind. Verletzungen und Einschnitte an der Zunge treten sehr leicht bei der Verwendung von Trensengebissen ohne Mittelgelenk ein, die irtimer etwas Starres haben und namentlich bei engen Laden oder großen Volumen der Zunge letztere im Uebermaß belasten; ob das Gebiß außerdem noch eine mittlere Aufbiegung und eine seit­liche Abneigung haben soll, hängt von der Beschaffenheit der Zunge, Laden und Lippenfalten im Einzelfalle ab. Im allgemeinen wird auf die Aufbiegung und Abneigung, des Gebisses Bedacht genommen werden müssen, da ein gerades Gebiß beim Anziehen vornehmlich die Zunge trifft und zu Beschädigungen derselben leicht Veranlas- sung geben kann.

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Dem Beschmutzen der Euter

und der damit verursachten Verunreinigung der Milch läßt sich durch Aufbinden der Schwanzquasten abhelfen. Dieses Aufbinden geschieht am besten durch eine Schnur, welche über der Kuh angebracht ist und an der Schwanz­quaste so befestigt wird, daß letztere den Boden nicht er­reichen kann.

Die Verschleppung der Maul- und Klauenseuche..

Die Ansteckungsstoffe der Maul- und Klauenseuche können sich auch auf der Haut der Tiere einnisten, und so werden dem Anscheine nach gesunde Klauenträger doch oft die Weiterverbreiter des Uebels. Die Maul- und Klauenseuche muß also auch durch Reinhaltung der Haut der durchseuchten und feuchenfrei gebliebenen Tiere be­kämpft werden. Die Haut der Tiere muß durch Waschung mit warmem, weichem Wasser, welchem Sublimat oder Kreolin zugesetzt ist, gesäubert werden. Aber nicht allein die Haut, sondern auch Hoden, Euter, Nasenlöcher, Ge­schlechtsteile, die alle nicht selten Parasiten beherbergen, müssen einer entsprechenden Reinigung mit der geschil­derten Lösung unterworfen werden.

Fleischfuttermehl

ist infolge seines außerordentlich hohen Proteingehaltes ein sehr geeignetes Futtermittel, um mit bestem Erfolg manche stickstoffarme Futtermischung zu ergänzen. Es darf jedoch an Rindvieh nur in geringen Mengen (pro Tag 11,Z Kilo) gegeben werden, da bei größeren Ga­ben der Geschmack' der Milch und Sahne ein schlechter wird und die Butter eine zu weiche Beschaffenheit be­kommt. Außerdem bekommen die Tiere leicht Durchfall.

Bei Bullenkälbern

ist, wenn irgend möglich, dafür zu sorgen, daß die Kälber nicht angebunden, sondern, wenn auch in einem noch so kleinen Stutz, sich frei bewegen können. Im Sommer ist den Kälbern durch Einrichtung eines Lausstalles im Freien täglich für ein paar Stunden Bewegung zu ver­schaffen. Dies ist besonders für die Ausbildung des Brust­korbes von größter Bedeutung. Dadurch, daß die Kälber im Freien springen und die Lunge stärker arbeiten und sich ausdehnen muß, wird die tonnenförmige Wölbung der Rippen ganz besonders begünstigt. Außerdem ist vor allen Dingen auch durch reichliche, trockene Streu, letztere hauptsächlich des Nabels wegen, welcher bei nasser Streu häufig zum Verdicken und Eitern kommt, und tägliches Putzen zum Gedeihen der Tiere beizutragen.

Futterraufe für Kaninchen.

Wer seinen Kaninchen das Futter, als Heu, Klee und Kräuter auf den Boden zum Fressen vorwirft, wird die Erfahrung machen, daß auf diese Weise viel desselben zugrunde geht. Um dieses zu verhüten, bringe man an der Wand, am besten der Eingangstüre gegenüber, weil hier am ungestörtesten gefressen werden kann, eine höl­zerne Futterraufe an, für kleinere Kaninchen 20 Zenti­meter, für größere 3050 Zentimeter vom Boden ent­fernt. Die Raufe sei so lang, daß alle Tiere gleichzeitig, ohne sich zu drängen, fressen können. Damit die Ka­ninchen nicht in die Raufe hüpfen können, wird dieselbe oben mit einem gitterartigen Deckel verschlossen, welcher in Scharnieren läuft und zufällt.

Verstopfung tritt besonders bei den Mastschweinen ein.

In der Regel ist dieselbe eine Folge der Fett erzeu­genden Futtermittel. Will man die Verstopfung ver­meiden, so gebe man den Schweinen zuweilen etwas Oel- kuchen, in Wasser aufgelöst.

Behandlung der Blasenkrankheit beim Hunde.

In der Nierengegend, welche sich ungefähr 20 Zenti­meter von der Rutenwurzel auf dem Rücken befindet, sind täglich eine Stunde lang warme Umschläge zu machen und zwar in der Weise, daß man ein Handtuch in warmes Wasser taucht, auswringt, um den Leib legt und ein wollenes Tuch darüber wickelt. Ferner ist die Nierengegend dreimal täglich mit Kampferspiritus ein« zureiben. Innerlich ist eine Abkochung von Wacholder­beeren anzuwenden. Ein Eßlöffel gestoßene Wacholder­beeren werden mit einem Tassenkopf warmem Wasser angesetzt, dann läßt man sie eine Stunde ziehen und seiht sie durch ein leinenes Tuch. Von der Abkochung sind nun dreimal täglich je ein Eßlöffel voll einzugeben, was in der Weise leicht geschieht, daß man dem Hunde die Lefzen etwas aufzieht und dann die Flüssigkeit von der Seite in das Maul gießt.

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