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Einseitige Düngung, d- h. eine solche, die nur einzelne Nährstoffe bringt soll man möglichst vermeiden. Nur mit gutem Stalldünger der den Boden lockert, und alle übrigen Nährstoffe enthält, kann man einen Gartenbau dauernd düngen. So ziemlich alle anderen Düngestoffe genügen einzeln nicht, sondern es müssen verschiedene verwendet werden, wenn man den Boden in gutem, möglichst fruchtbarem Zustande erhalten will. Auch Mistjauche und Abtrittdünger sind, jeder allein verwendet, nicht im Stande, einen Gartenboden dauernd in gutem Zustand zu erhalten.
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Die Stachelbeeren und ihre Verwertung.
Zu den Lieblingsbeeren der Jugend gehört die Stachelbeere. Aber auch für die Küche der Hausfrau ist diese Frucht von Bedeutung. Eine sehr pikante Zu- i^eije ist das aus den unreifen Beeren hergestellte Stachelbeerkompott; auch kocht man aus den" reifen Früchten eine wohlschmeckende Marmelade, die auch zur Füllung verschiedenartigen Gebäcks verwendet wird. Sogar ein schmackhafter, moussierender Wein läßt sich aus Stachelbeeren herstellen, und zwar auf folgende Weise: Die reifen Beeren werden gequetscht, dann drei Tage stehen gelassen und ausgepretzt. Auf die Schalen- reste gießt man nochmals ein Zehntel frisches Wasser und gießt die durch nochmalige Pressung erzielte Flüssigkeit zu der ersten. Auf diese Art erhält man aus zehn Teilen Stachelbeeren neun Teile Stachelbeermost, den man 5—6 Wochen im Keller der Gärung überläßt und dann als fertigem Stachelbeerwein von angenehmem Aroma auf Flaschen füllt.
Die Stachelbeere wurde früher auch Klosterbeere genannt, wahrscheinlich deshalb, weil sie in alten Klostergärten so häufig angetroffen wird. Sie gehört zu den Erstlingen der Beerenfrüchte, kommt schon Anfang Juni zur Reife und ist dann acht bis zehn Wochen lang zu haben.
Besondere Kultur wurde der Stachelbeere früher nur in England zuteil, wo man sie wohl noch mehr schätzt als, bei uns. Und zwar waren es einfache Leute, nämlich' Fabrikarbeiter der Grafschaft Lancashire, die sich mit der Veredelung des Stachelbeerstrauches befaßten. Die er-, zielten Erfolge hatten gewiß zur Folge, daß man in England von Stachelbeeren die verschiedensten Speisen Herrichtete: Cremes, Puddings, Saucen, Auflaufe, Kuchen usw.; besonderer Beliebtheit erfreut sich jenseits des Kanals eine Pastete, die „Stachelbeer-Pie", die tatsächlich etwas Vorzügliches sein soll.
In den letzten Jahren ist aber auch bei uns die Kultur der Stachelbeere sehr in Aufnahme gekommen und die verschiedensten Sorten, die hier erbaut werden, finden zunehmenden Beifall.
Beliebt ist z. B. die aus England eingeführte „Pellow Hon“, die sehr reichtragend und besonders dadurch bemerkenswert ist, daß ihre goldgelben Früchte als „früheste Sorte" die Saison der Stachelbeerernte eröffnen. Sehr empfehlenswert sind auch Whinhams Jndustry (sehr reichtragend, von Farbe rot, saftreich und groß), Keep- sake (sehr groß und wohlschmeckend), Victoria (groß- früchtig, von Farbe rot und sehr süß im Geschmack), Pilot (dunkelgelb, großfrüchtig, süß) und Green River (groß- früchtig, dunkelgrün und wohlschmeckend. Die zuerst genannten Sorten können sehr leicht zu hochstämmigen Däumchen gezogen werden und reisen schon im Mai. Die letzten beiden Sorten dagegen sind niedrige Pflanzen und tragen erst Ende Juli reife Frucht. Es ist auch eine Stachelbeersorte auf dem Markt, die unter der Marke „Maikönig" in den Handel kommt und unge- mein große, frühreife, zahlreiche und angenehm schmek- kende Beeren liefert. Im reisen Zustande erreichen die Früchte die Größe eines kleinen Apfels, da sie im Umfange einem Taler gleichkommen. Auch kennt man jetzt „stachellose" Stachelbeersträucher, die den Namen dieser Beere Lügen strafen. Der Stachelbeerstrauch ist sehr anspruchslos und gedeiht beinahe in jedem Boden. In verschiedenen Gegenden Deutschlands ist die Stachelbeere auch wildwachsend anzutreffen.
Arbeiten im Blumengarten.
Abgeblühte Rosen werden täglich abgeschnitten. Aus- geblühte Stauden werden verteilt und aufbewahrt, indem man sie an leere, mehr schattige Plätze pflanzt. Ab- -eblühte Knollen und Zwiebeln werden trocken aufbewahrt. Mit dem Absenken der Nelken kann begonnen werden. Die Blumengruppen verlangen Aufbinden, Niederhacken, Beschneiden, Lockern, Reinigen, Gießen. Der Blumenflor ist sehr reich. Auf alles Ungeziefer ist eifrigst Jagd zu machen. Die schönsten Blumen sind durch Stäbe oder farbige Bündchen für die Samenernte zu zeichnen. Unkraut ist überall zu entfernen. Wenn nötig, wird gegossen und gespritzt. Reife Samen von Frühlingsblumen werden gesammelt und getrocknet.
In der deutschen Küche bevorzugt man die Zubereitung unreifer Stachelbeeren. Im übrigen meinen viele, diese Beerenfrucht sei sehr wäsierig und rangiere
unter den genießbaren Beerenfrüchten zu unterst. Zu diesem Urteil kommt man allerdings, wenn n^n nie bessere Qualitäten als die ganz gewöhnliche und wild wachsende Stachelbeere geschmeckt hat und s.ch womögl.^ noch an unreifen Früchten laben wollte. Es kommt auch hier „sehr darauf an".
Zwiebeln
gibt man einen Dungguß, der aus Geflügel-, besonders Taubenmist und der vierfachen Menge Wasser hergestellt wird. Es ist ratsam, während eines Regens oder nach demselben das Düngen vorzunehmen.
'^lattkaltus im Garten.
Will man VlarUaktus im Sommer, statt auf einem Blumenbrett, im Garten aufstellen, so geschehe solches auf einer Blumenstellage oder auch auf dem Erdboden auf einer Lage von Steinen, Kohlenstaub, oder Koks, doch dürfen sie nicht zu lange hier stehen bleiben und sind wieder wegzubringen, bevor anhaltendes Regenwetter eintritt.
Sobald die Nosenbäumchen verblüht haben, etwas einkürzen, langrankende Teerosen nicht! und auslichten.
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Antwerpener Bartzwerge.
Nicht nur das Bestreben, die Nutzgeflügelzucht höher zu bringen, hat in den letzten Jahrzehnten recht deutlich zugenommen, sondern auch die Vervollkommnung der Liebhaberrassen, ganz besonders der Zwergarten, erfreut sich eines großen Aufschwunges. Namentlich die Belgier haben die Zahl der Hühner-Zwergrassen recht erheblich
vermehrt, und auch die heute bildlich dargestellten Liliputaner entstammen dem belgischen Reiche. Die Bartzwerge sind dort schon recht lange bekannt, auf Jahrhunderte kann ihre Geschichte zurückgeführt werden; zwar hat die Art auch trübe Zeiten durchgemacht, namentlich in den 90er Jahren war sie fast in Vergessenheit geraten, jetzt wird sie aber mit desto größerem Eifer gepflegt und ist auf allen Ausstellungen häufig vertreten. Alle Far- benschläge — schwarze, gesperberte und weiße — sind konstant durchgezüchtet, sodaß Rückschläge fast ausgeschlossen sind. Vielleicht ist die Zeit nicht "mehr fern, wo diese niedlichen Zwerge, die bis jetzt nur innerhalb ihres Hei- matlandes verbreitet sind, auch außerhalb der Grenzen Liebhaber finden.
Allgemein ist man noch der Ansicht, die Zucht und Haltung der Zwerghühnerrasse sei lediglich eine Spielerei und von einem Nutzen könne dabei keine Rede sein; auch wird mancherseits behauptet, die Aufzucht der Zwerg-Kücken sei ganz besonders schwierig. Dieses sind aber Vorurteile oder doch Meinungen solcher Züchter, welche sich mit der Pflege von Zwerghühnern noch garnicht befaßt haben. Unter gewissen Verhältnissen können die Hühnerzwerge getrost zu den Nutzrassen gezählt wer» den. Wie traurig wäre es doch um die Naturfreunde der Großstadt bestellt, wenn das Zwerghuhn nicht wäre! Bei entsprechender Pflege kann man Zwerge auf jedem, auch auf dem kleinsten Raum mit Nutzen halten. Gibt es etwas Anmutigeres, etwas Possierlicheres als solch ein Völklein Zwerghühner? Lebhaft und voller Feuer sind ihre Bewegungen, drollig die stolz und selbstbewußt ein» herschreitenden Hähne, welche herausfordernd ihr außergewöhnliches lautes „Kikeriki" ertönen lassen. Dabei sind sie so bescheiden in ihren Ansprüchen an Futter und Pflege, daß sie jedem Naturfreund empfohlen werden können, der sich wegen Raummangels große Rassen nicht halten kann. Sie gehören ferner in jeden Park, ja sie können sogar in jedem Gemüsegarten gehalten werden, da sie sehr wenig, die belatschten sogar garnicht scharren, dafür aber unzählig viel Ungeziefer von den Gemüsepflanzen absammeln.
Schwierig soll die Aufzuckt fein? Das ist in neuerer Zeit auch solch ein geflügeltes Worr rtererben. Las schließlich überall und nirgends Berechtigung bet. Schwierig ist jede Kückenaufzucht, denn man muß dabei der natürlichen Veranlagung entsprechend Pflege und Fütterung errichten und alles vermeiden, was den Jungtieren schaden kann. Mehr verlangen die Kücken unserer Hühn^rzwerge aber auch nicht; sie sind Wohl klein und zart, aber nicht schwächlich, zum mindesten nicht schwächlicher als alle anderen Hühnerkücken. Bei Hirse, Bruchreis, Zellnerschem Geflügelfutter, bei Grit und hin und wieder etwas Grün werden die Tierchen bald die kritische Jugendperiode überstanden haben. Sind sie ausgewachsen, so erfreuen uns die Hennchen bald mit verhältnismäßig großen Eieren, denen Feinschmecker einen ganz besonders pikanten Geschmack nachrühmen. Zwerghühner legen sogar recht fleißig und da sie auch sehr sorgsam brüten und führen, kann die Zucht der Hühnerzwerge nur empfohlen werden. In Städten oder Gegenden, wo aus vielen Schloten schwarzer Rauch zum Himmel steigt und sich die rußigen Niederschläge überall bemerkbar machen, eignen, sich die Weißen oder hellfarbigen Zwerghühner nicht; es giebt ja aber auch dunkle Farbenschläge, die weniger empfindlich sind.
Wenn junge Hennen schalenlose, sogenannte Fließeier, legen, so kann der Grund dazu entweder nur in einem chronischen Entzün- dungszustande des Eileiters oder in einer ungenügenden Verabreichung kalkreicher Futtersubstanzen bestehen. Der erstere Zustand kann auch dadurch herbeigeführt werden, wenn eine Henne, wie das häufig vorkommt, durch einen feurigen Hahn zu oft belästigt resp, getreten wird. In diesem Falle ist das beste Mittel, die Henne isoliert zu halten, damit sie vor dem Hahn Ruhe hat und derselben Weichfutter, reichlich klargestoßene Eierschalen zu geben, dann wird der Krankheitszustand auch bald verschwinden. Von einem alten Geflügelzüchter wurde einmal gesagt: „Hennen, welche Fließeier legen, müsse man bei den Beinen fassen und mit dem Kopfe nach unten mehrmals mit der Hand in der Luft hin- und herschwenken, dadurch würde dieser Uebelstand sofort behoben." In welcher Beziehung diese Manipulationen heilsam auf einen entzündeten Zustand des Eileiters einwirken soll, darüber haben wir bis heute keine Erklärung gefunden.
Fiitterrtng der Hühner, Ente« und Gänse.
Dürfen Hühner, Enten und Gänse zusammen gefüttert werden? Nein, wir würden sonst die trübe Erfahrung machen, daß die Enten sehr fett werden, die Hühner sich in normalem Zustande erhalten, die Gänse aber mehr als mager bleiben. Der Grund davon ist einfach. Die Enten fresien außerordentlich hastig und bleiben daher keineswegs hungrig — ihre Kröpfe werden sicher voll. Die Hühner nehmen das rasche Verschwinden des Futters wahr und tummeln sich darum mit dem Auflesen der Körner nach Möglichkeit und fresien daher immerhin auch soviel, als sie brauchen, da sie weniger benötigen als die Enten. Die Gänse aber, welche eine ihrer Größe entsprechende, reichliche Portion bedürfen, sind nicht imstande, im Fresien nachzukommen und bleiben hungrig. Können sie das Versäumte auf der Weide einholen, so ist's noch gut, im andern Falle sieht es aber mit den „körnerfetten Gänsen" sehr mager aus. Es ist darum geraten, Hühner, Enten und Gänse, wenn möglich, immer getrennt zu ernähren.
Erbsen und Linsen sind von allen Futtermitteln als die stickstoffreichsten an- zusehen, aber auch ziemlich schwer zu verdauen und deshalb Hühnern mit einiger Vorsicht zu geben. Immer aber geben Erbsen- und Linsenmehl einen wertvollen Zusatz zu anderem Futter.
Trinkwasser, und zwar frisches von der Quelle, ist sowohl für Hühner als auch für Enten und Gänse jetzt im Sommer ein unentbehrliches Labsal. Vergeßt nicht die Wassergefäße mehrere Male täglich frisch aufzufüllen, wenn nicht ein selbsttätig laufender Brunnen mit Trinknapf im Geflügelhofe steht.
Eine wertvolle Hühnerfutterpflanze.
Ein Futterkraut, welches früher hier und da schon als Viehfutter angebaut wurde, aber leider bald wieder verschwand, möchte ich der Beachtung aller Hühnerzüchter empfehlen. Es ist der vielfach wild wachsende, gemeine oder deutsche Bärenklau (Heracleum sphondylium), eine 60 Zentimeter hohe Staude mit großen, rauhen, tief fie- derspaltigen Blättern, weiten Blattscheiden unb viel- strahligen Dolden. Die Pflanze ist vor langen Jahren schon einmal und zwar von Italien aus, das bekanntlich eine große Hühnerhaltung hat und Fiel Eier produziert, als treffliches Hühnerfutterkraut empfohlen worden.
Die eine Reihe von Jahren durchgeführten Anbau- und Fütterungsversuche in einer Lausitzer Geflügelwirt- schaft haben zu den günstigsten Ergebnissen geführt. Der Bärenklau kann als eine Futterpflanze bezeichnet werden, die wohl geeignet ist, die deutsche Hühnerzucht zu unter- stützen und zu fördern. Sehr günstig war der Einfluß der Bärenklaufütterung auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Hühner, was auf die der Pflanze eigen-