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MMHersfelder Kreisblatt."

Ärrvwig Funk's ^urbirrntkersi, Hevsfeld.

" Nr. 13 Hersfeld 1911"

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Jtthalts-Vcrzcichnis: Künstliche Düngung. Wiesen-Ueberschwemmungen. Kalidüngung. Behäufeln. Siebenschläfer. Das Jauchen. Bekämpfung. Sommergerste. Ameisen vertreiben. Pferde. Kühen. Mastvieh. Tierkrankheiten. Kälber. Ziegen. Speichelfluß. Küchenabfälle Stubenrein Ohrwurm. Kiefern-Rachbesserungen. Edeltanne. Keimfähigkeit. Astreines Holz. Jagdkalender. Fasanen» Aufzucht. Blattläuse. Baumscheiben. Verhagelte Bäume. Düngen. Grünveredelung. Riesenobst. Vertilgung. Erdbeerfrüchte. Johannisbeeren. Unkraut. Salat. Zwiebelsaaten. Zucker-Erbse. Junge Schoten. Vlumenkönigin. Pelargonie. Traubenblüte. Rosenaugen. Hühnerstall. Hühner am Fliegen. Grünfutter. Geflügelmast. Kücken. Tauben. Bienenweiden. Weiselzellen. Autterstöcken. Fischzucht. Krebszucht. Renovator. Fußböden. Flaschen. Putzleder. Spargel. Stockflecke Schimmelpilzen. Parfüm. Rhabarber. Armer Rckter. Setzeier. Teigstippe. Gebeizte Tauben. Strudel.

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Die künstliche Dünaung im Obstbau.

Bei der heutzutage in der Landwirtschaft und im Gartenbau so häufig angewandten künstlichen Düngung muß es sehr verwundern, daß die Obstzucht in diesem Punkte etwas stiefmütterlich behandelt wird. Dies liegt wohl zum größten Teile daran, daß die Erfolge hierbei nicht so sehr ins Auge fallen als bei der Landwirtschaft und beim Gartenbau. Auch sind auf diesem Gebiete die Versuche nicht so durchführbar, da die Wurzeln der Obst- bäume weit nach allen Seiten reichen. Nehmen wir z. B. eine Obstwiese, worin die Bäume im 10 Meter Ver- bände stehen (Oft noch näher.) Schon einige Jahre nach der Anpflanzung haben sich die Wurzeln derartig nach allen Seiten verbreitet, daß sie weit über den bestimmten Platz von 5 Meter hinauslaufen. Düngt man nun eine derartige Obstwiese Parzellen- oder versuchsweise zur rechten Zeit mit Kunstdünger, so hat man noch lange nicht die Sicherheit, daß die Pflanzen den dargebotenen Nährstoff erhalten, der ihnen zugedacht worden war. Die Wurzeln der nebenstehenden Bäume zehren gleichfalls mit an dem Gereichten und machen somit die Kontrolle unmöglich. . Aus dem vorher Angeführten geht schon her­vor, daß eine rationelle Obstdüngung nur möglich ist, wenn die ganze Fläche, die mit Obstbäumen bestanden ist, mit Dünger versehen wird. Da wir nun in der Regel Mangel an Stalldünger haben, so rückt hier die Frage in den Vordergrund, welche Dünger haben wir zu ge-

Ammoniak, 15 Teile 40%tge§ Kalisalz, 25 Teile 18% Superphosphat. Je nach der Bodenart hat man jedoch Aenderungen zu treffen, indem man die Nährstoffe in anderer Form verabreicht z. B. anstatt 40%ige§ Kali­falz Kainit gibt. Im allgemeinen kann ich jedoch den Kainit für Baumdünger nicht so empfehlen wie das 40%ige Kalisalz, da die Nebensalze, die in Kainit ent­halten sind, oft schädlich wirken können. Von der oben angeführten Zusammensetzung kann man als Normal­quantum 6 bis 700 Kilo pro Hektar vorsehen. Was die Zeit der Düngung angeht, kann man sagen: doppelt düngt, wer früh düngt! Schon im Januar beginnt beim Obstbaum der Saft zu steigen und haben wir zu sorgen, daß auch der dargebotene Nährstoff gelöst ist, daß er von den Wurzeln aufgenommen werden kann. Oft hört man sagen: Meine Wiese ist so gut gedüngt, daß die Obst­bäume vollkommen ausreichend versehen sind. Das ist manchmal eine ganz verkehrte Ansicht und besonders dann, wenn nicht zur rechten Zeit gedüngt worden ist. Die Graswurzeln nehmen ihre Tätigkeit früher auf, als man in der Regel annimmt. Im Januar sehen wir nicht selten bei milder Witterung frische, grüne Gräschen her- vorsprietzen. Dies ist ein Zeichen, daß die Graswurzel sich schon bequemt hat, Nährstoffe aufzunehmen und ist dies der Fall, so läßt derGraswurzelfilz" im Boden keine Nährstoffe durch und die tieferliegenden Wurzeln der Obstbäume müssen deswegen darben. Also ist Grund-

satz, so düngen, daß auch der Obstbaum gut abschneidet brauchen, um bei guter Pflege, wie Schneiden usw.! und dies ist die Zeit nach der Grummeternte, da die Höchsterträge zu erlangen? Diese Frage ist nicht so Graswurzeln dann ihre Tätigkeit einstellen und den schwer zu beantworten, wie man oft annimmt. Unsere Dünger somit an die tieferliegenden Wurzeln gelangen Kulturpflanzen benötigen 10 Stoffe zum Wachsen. Diese . alle hier aufzuführen, wäre Raumverschwendung. Uns können nur diejenigen interessieren, die in nicht genügen­den Mengen im Boden vorhanden sind und dies sind nur die 4 folgenden: Kalium, Stickstoff, Phosphor und Kal- mit zium. Von diesen vier Nährstoffen darf also keiner ten fehlen, oder besser gesagt, diese Stoffe müssen den Pflan­zen in ausgiebiger Menge zur Verfügung stehen. Das Kalium hat die Aufgabe, gesunde Holz- und Blattriebe zu erzeugen. Auch die Frucht wird schöner, schmackhafter ege und widerstandsfähiger, wenn dem Obstbaume Kali und ter, Kalk in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht, en« Wie nötig diese Stoffe sind, geht auch daraus hervor, daß auf einem Boden, der sie nur in ganz geringen Men­gen enthält, dem sie also nicht zugeführt worden sind, die Bäume an Krebs, Harzfluß, Brand und Wipfeldürre ober stellt sich das Hungermoos auf der Rinde ein, so fehlt Kali und Kalk in erster Linie. Früher nahm man an, daß Ton und Lehmboden von Natur aus so reichlich mit Kali versehen seien, daß eine Zufuhr desselben zweck­los sei. In letzter Zeit hat aber die Erfahrung ^ganz anders gelehrt und hat man auch gefunden, daß das Bo- dcnkali in solchen Böden so schwer löslich ist, daß es nicht annähernd den Bedarf der Pflanzen decken kann. Für die letztgenannten Bodenarten kommt hauptsächlich das 40%ige Düngesalz in Frage, während man leichtere Sandböden oft lieber mit Kainit düngt. Der Stickstoff hat ebenfalls seine Aufgabe. Derselbe trägt bei zur reich­lichen Betäubung, kräftigem Auswachsen der Fruchte und fördert überhaupt das Wachsen des Baumes. .^ie über­wiegend mit Stickstoff gedüngten Früchte sollen icdoch »licht so haltbar sein, als wenn Volldüngung angewandt worden ist. Der Stickstoff wird zugeführt in Form von Chilesalpeter und schwefelsaurem Ammoniak Der Chile- lalpeter wirkt bedeutend schneller als schwefelsaures Ammoniak, weshalb das letztere besonders bei der Obst- düngung bevorzugt wird. Die Phosphorsaure befeuert besonders guten Knospenansatz und gesunde Bluten.

fällt überhaupt schwer, jedem dieser Nährstoffe einzeln . seine Rolle zuzuteilen. Sie gehören einmal zusammen ' und wirken erst im Verein vollkommen. Es ist nicht leicht, für jede Bodenart das Quantum von Kunstdünger zu bestimmen. Ich empfehle deshalb für Mittelschwere Böden 30 Teile Chilesalpeter, 30 Teile schwefelsaures

lassen müssen.

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Wiesen-Ueberschwemmnngen.

Sind die Ueberschwemmungen stark, dann lagert sich häufig viel Schlamm und feiner Sand auf den Futter- pflanzen ab. Bei längerem Stehen des Wassers auf den Wiesen sterben einzelne Pflanzenteile oder ganze Pflan- zen ab und gehen in Fäulnis oder Verwesung über. Jüngere Pflanzen werden durch Ueberschwemmung we­niger geschädigt als ältere, erstere erholen sich leichter als letztere. ___________

Stallmist-, Kalidüngung und Gründüngung.

Wie Versuche ergeben haben, hat die Kalidüngung nicht nur auf leichteren, kaliärmeren Boden, sondern auch aus besseren, kalireicheren Böden außerordentlich günstig gewirkt. Und zwar sind hier durch die Kalidüngungen bei Rüben und Kartoffeln, wenn diese in reiner Mineral­düngung oder in Gründüngung standen, außerordentlich hohe Mehrerträge erzielt worden, während bei gleich­zeitiger Stallmistdüngung oft ein Erfolg nicht zu ver- zeichnen ist, und wenn ein solcher unter diesen Verhält­nissen nicht eingetreten war, so war er weit geringer. Eine Ausnahme macht hier und da die Futterrübe, welche besonders dankbar für die Kalidüngung ist und eine solche auch neben einer Stallmistdüngung meist gelohnt hat. Als Gründüngung war bei den in Frage kommen­den Versuchen ein Gemisch von Erbsen, Bohnen und Wicken nach frühreifender Sommer- oder Wintergerste verwendet worden. Neben einer solchen Gründüngung war nun die Wirkung der Kalidüngung, die nicht zur Gründüngung zur Nachfrucht gegeben worden war, außerordentlich günstig, oft weit höher als in reiner Mineraldüngung. Es müssen demnach die durch die Gründüngungspflanzen dem Boden entzogenen und in ihnen aufgespeicherten Kalimengen den nachfolgenden Rüben und Kartoffeln zunächst nicht zugänglich sein, außerdem gerät hier das Kali leichter als bei der reinen Mineraldüngung ins Minimum, insofern, als durch die Gründüngungspflanzen die Erträge oft außerordentlich

gesteigert werden. Nach vorliegenden Ergebnissen ist eine Kalidüngung bei reiner Mineraldüngung und neben der Gründüngung der Zuckerrüben, Futterrüben und Kartoffeln auch auf besserem Boden von allergrößter Bedeutung.

Nach dem Behäufeln der Kartoffeln entwickeln sich nicht selten wiederum einzelne Unkraut­arten in mehr oder minder starkem Maße. Falls die­selben zur Samenbildung gelangen, werden sie Veran­lassung zur erneuten Verunreinigung des Feldes. Es wird daher angeraten, die Kartoffeläcker einige Zeit nach dem Behäufeln noch einmal zu übergehen und die wieder ausgeschlagenen Unkrautpflanzen mit der Handhacke zu beseitigen. Dieselben dürfen aber nicht auf dem Felde liegen bleiben, sondern müssen gesammelt und etwa dem Komposthaufen zugeführt werden.

Siebenschläfer.

Der Landwirt sieht im 27. Juni, dem Siebenschläfer- tag, gewissermaßen sein Barometer. Regnets nämlich an diesem Tage, so soll es sieben Wochen ununterbrochen fortregnen. Auch der 1909er Siebenschläfertag war ver­regnet, und wenn es auch nicht gerade sieben Wochen lang regnete, so war doch die nachfolgende Zeit wochen­lang sehr kühl und regnerisch. Trotzdem ist der Glaube an die Prophezeiung des Siebenschläfertages ein Aber­glaube. Denn vorläufig noch hat das Wetter keinen Verstand und läßt es regnen, wenn es eben just die Ver­anlagung dazu hat! Hier einige wissenschaftliche Ergeb- nisse: Innerhalb 25 Jahren folgten auf einen regne­rischen Siebenschläfertag durchschnittlich 23 Regentage (in den betreffenden 7 Wochen oder 49 Tagen), dagegen auf einen trockenen Siebenschläfertag 25 Regentage! Demnach würde sich also eher ein trockener Sieben­schläfertag denn ein nasser verdächtig machen! Einen trockenen Siebenschläfertag brächte das Jahr 1866, und doch regnete es während den nächsten 49 Tagen nicht weniger als an 40 Tagen. Dagegen war der 27. Juni des Jahres 1842 naß, und doch regnete es in den nächsten 49 Tagen sehr wenig, da nur 15 Regentage in Betracht kommen. Diese Feststellungen mögen genügen, um die Hinfälligkeit der alten Bauernregel, daß ein regnerischer Siebenschläfertag 7 Wochen Regen bringe, darzutun. Also lassen wir uns durch einen Regenschauer am 27. Juni nicht bange machen! Hoffen wir auf recht trockene, sonnige Tage, damit die Ernte einen guten Verlauf nimmt und die bald beginnenden Sommerferien nicht verdorben werden!

Das Jauchen, sowie die Anwendung aller leicht löslichen Düngemittel ist bei feuchtwarmem Wetter am erfolgreichsten. Da- gegen ist das Jauchen nicht zu empfehlen, wenn der Boden ganz mit Feuchtigkeit gesättigt ist, weil alsdann die Flüssigkeit leicht abläuft. Dazu ist nach anhaltendem Regen der Boden fest geschlossen, so daß nur ein mangel­hafter Luftzutritt stattfindet und die Umwandlung der Nahrungsstoffe gehemmt wird.

Bekämpfung des Kleewürgers.

Der Kleewürger ist eine Schmarotzerpflanze, die be­sonders auf den Rotkleeäckern häufig vorkommt. Sie wird auch Kleetod oder Kleeteufel genannt. Sie sitzt auf den Wurzeln des Klees, entzieht ihm die Nahrung und entkräftet ihn dadurch. Wo das Unkraut häufig ist, ist der zweite Schnitt des Klees in Frage gestellt, wenn nicht sicher vernichtet. Ausstechen der Blüten- stengel wurde früher als Mittel dagegen empfohlen. Dasselbe ist aber nicht sehr wirksam und bei häufigem Vorkommen nicht durchführbar. Es ist daher anzuraten, den Schlag nach dem ersten Schnitt einfach umzupflügen und die Kleepflanzen, soweit möglich, zu verbrennen. Man darf natürlich nicht sobald wieder Klee darauf bauen: da aber der Schmarotzer den Klee zu seiner Ent-