das Gewässer mit gut gewachsenen etwa 20 Zentimeter langen, zweisömmerigen Karpfen, und zwar nicht mehr als 50—60 Stück pro % Hektar. Reichliches Futter (Küchenabfälle), Raupen, Regenwürmer, Maden von verschiedenen Fliegen usw. muß stets vorhanden sein. Im Spätherbst wird das Gewässer wieder gründlich abgefischt, und man wird in der Regel den größten Teil der eingesetzten Karpfen stark gewachsen und zum Genusse reif wieder erhalten. Setzt man jüngere, etwa einsöm- merige Karpfen ein, so riskiert man, daß dieselben im Winter ersticken.
Pflichten des Teichkarpfenzüchters nach dem Winter.
Ist das Eis von den Teichen weggetaut, dann erwachen die Fische nach 5—6 monatelangem Winterschlafe, abgemagert, mit vielem Appetit, welchen die Natur noch nicht hinreichend zu befriedigen vermag; deswegen muß der Teichwirt einstweilen seine Fische regelmäßig an möglichst ruhigen warmen Tagen, aber niemals zuviel auf einmal, d. h. ungfähr 1—2 Prozent des Eigengewichtes der Fische, füttern. Hiernach erfolgt in größeren Teichbetrieben die Abfischung der Ueberwinterungs- vder Kammerteichs behufs Verteilung der'überwinterten Fische in die Streck- und Kaufsgut- bezw. Hauptteiche. - Diesfalls wähle man stets nur tadellose Fische in mög- i lichst gleichen Größen zum Besätze der betreffenden Tei-1 che, weil sonst die größeren die kleineren zur Hunger-‘ kur, zum Schaden des Teichwirtes, verdammen würden. Die passendste Versatzzeit ist zwischen April und Juni zu WÄhlen.
NauswirLfchast. 1
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Helle Wollsachen wäscht man zwei- bis dreimal in reichlichem, nur lau- warniem Seifenwasser, das man mit gekochter Schnitzel- seife, sogenannter Kesselseife, hergestellt hat, für unechte Farben verwendet man Gallseife. Man lege jedes Stück nach dem Waschen einzeln, da die Farben in nassem Zustande besonders leicht auslaufen, spüle in kaltem Wasser, dem etwas Essig zugesetzt ist, hänge die Sachen gleich zum Trocknen auf und plätte sie noch feucht von links trocken. Einige ziehen dem Seifenwasser eine Abkochung von Ouillajarinde vor, doch muß man diese Flüssigkeit einige Stunden stehen lassen und darf den dunklen Satz nicht zum Waschen verwenden.
Smyrnateppiche richtig zu behandeln.
Während der ersten drei Wochen werden die durch das Betreten sich bildenden Wollflocken durch tägliches Kehren mit einem gewöhnlichen Borstbesen entfernt; wenn nötig, ist eine Nachhilfe mit der Hand vorzunehmen. Durch drei- bis vierwöchentlichen Gebrauch werden die Wollknoten festgetreten, die Wollfaser hatte Zeit, sich zu beruhigen, und das Flockenbilden wird nach und nach fast gänzlich aufhören. Das tägliche Kehren mit dem Borstbesen wird fortgesetzt, und jetzt wird ein- oder zweimal wöchentliches Kehren des Teppichs mit einem Ruten- oder sogenannten Teppichbesen zu empfehlen sein. Dieses aber hat nie gegen, sondern stets mit dem Striche zu geschehen. Alle sechs bis acht Wochen ist der Teppich auf der Rückseite tüchtig zu klopfen und nachher auf der Rück- und Vorderseite gut abzukehren. Meist wird der Fehler begangen, diese Teppiche gleich vom ersten Tage an mit scharfen Besen zu kehren. Das ist für die Teppiche sehr nachteilig, denn hierdurch wird die Wolle zerzaust, zerrissen und in nicht allzu langer Zeit werden durch das Abkehren des Materials diese kostbaren Teppiche ruiniert und wertlos.
Am besten reinigt man weißen Atlas, wenn er auf einem Tisch oder einem Brett fest angehestet, strichweise mit weißer in Kartoffelmehl eingetauchter Watte eingerieben wird. Die schmutzig gewordene Watte ersetzt man immer wieder durch reine.
Waschpulver.
Borax 45 Teile. Soda 50 Teile, unterschwefliges Natron 5 Teile. Die 3 Bestandteile werden fein ge- pulvert und gut ausgetrocknet, einfach durch Mischen vereinigt. Das Waschpulver wird in gewöhnliche Pa- piccbeutel oder Papierdüten gefüllt.
W Arrerlet. W
Für die allerzartesten Vögel, z. B. den Laubvogel, die Schwarzmeise, das Goldhähnchen usw., genügt eine Mischung von rohem Rinder- oder Kalbsherz gehackt, mit gewöhnlichen, trockenen, gehackten Feigen, vermischt mit geriebener Semmel, dies alles zu gleichen Teilen und mit einem Zusatz von Ameisen- puppen.
Der Fichtennadelgeist, auch Waldduft genannt, wird hergestellt durch Vermischen von 2 Teilen Zitronenöl, 3 Teilen Lavendelöl, 5 Teilen Rosmarin, 10 Teilen Wachholderöl, 8 Teilen Fichten- nadelöi, 1 Teil Bittermandelöl, 1 Teil Essigäther und 2 Teilen Kornsprit.
Um den Branntwein schnell alt zu machen, setzt man auf je 1 Liter jungen Branntwein 5—6 Tropfen Salmiakgeist zu und schüttelt stark um. In wenigen Tagen wird der Branntwein seine Härte verlieren und gerade so gut wie abgelagertes Produkt sein. Dieser Zusatz ist der Gesundheit durchaus nicht nachteilig.
Die Heilung des Schnupfens ohne alle Kosten.
Personen, welche mit derjenigen Form des Schnupfens behaftet sind, die man die Grippe zu nennen pflegt, werden eine wunderbare Wirkung in dem einfachen Mittel wahrnehmen, sich aller flüssigen Nahrungsmittel zu enthalten, bis die Symptome der fieberhaften Aufregung, das Tränen der Augen und die öftere Nötigung, sich zu schneuzen, nachlassen. Das Mittel wurde von einem berühmten Arzte empfohlen, schon vielfach versucht und in den meisten Fällen für gut befunden.
Ein schönes Alter.
„Das Alter macht grämlich, unzufrieden und unlie- benswürdig"; das ist eine Meinung, die überall geäußert und geglaubt wird. Aber ist dies denn eine unumstößlich feststehende Tatsache? Gibt es gar keine Ausnahmen von der Regel? Sicherlich! Man findet glücklicherweise immer noch Menschen, die bis ins hohe Alter hinein freundlich und liebenswürdig bleiben, und auf deren Antlitz Milde und Nachsicht zu lesen sind. Was begannen sie, um sich den Reiz der Jugend zu bewahren? Welcher Zauberkraft bedienen sie sich, die sie bei zunehmendem Alter noch anziehend und allgemein beliebt macht? — Sie ließen sich die Illusionen ihrer Jugend nicht rauben, ob auch vieles dazu imstande gewesen wäre. Auch sind sie keine Pessimisten, die alles nur von der schwärzesten Seite ansehen und die ganze Welt für schlecht halten. Vielmehr besitzen sie zum großen Glück für sich und andere eine heitere Gemütsart, deren Abglanz sich im freundlichen Auge widerspiegelt. Die unangenehme, vielleicht Enttäuschungen und Bitternisse aller Art in sich bergende Vergangenheit ließen sie hinter sich. Ihr Leben verfließt nun in ruhigeren Bahnen, und dafür sind sie von ganzem Herzen dankbar. Da sie sich in Selbstzucht nehmen, und die Nerven nicht über sich herrschen lassen, erschweren sie es ihren Verwandten und Freunden nicht, einen angenehmen Verkehr mit ihnen aufrecht zu erhalten. Sie erwarten nicht zu viel von andern, sind aber selbst stets hilfsbereit, so weit es nur noch irgendwie in ihren Kräften liegt. Ueber den lieben Nächsten halten sie sich nicht aus, sondern suchen alles zum Besten zu kehren. Kurz, ihr Außenleben zeugt von einem schönen harmonischen Innern und das wird für alle Zeiten einen Widerhall bei den Guten erwecken.
Mittel gegen Keuchhusten bei Kindern.
Zwei bis drei in Weinessig getränkte Stückchen weißen Zucker zu essen gegeben, heilen den Husten sofort.
Süße Molken für Kranke
bereitet man von frisch gemolkener Milch durch Beimischung von Labessenz, die man in den Apotheken bekommt. Auf % Liter gibt man ungefähr 1 Teelöffel voll Labessenz, rührt sie um und läßt sie heiß werden. Sobald sie anfängt, zusammen zu gehen, zieht man sie vom Feuer, läßt sie noch Stunde stehen, und wenn sich die grünlichen Molken vollkommen abgesondert haben, seiht man sie durch Leinwand und trinkt sie lau oder kalt.
Die Abrichtungszeit für Brieftauben beansprucht ein halbes, ja oft ein ganzes Jahr; die Taube darf selbstverständlich nicht mehr zu jung sein und muß schon gewissermaßen die hierzu erforderliche Weltklugheit und Erfahrung besitzen, daher sollen niemals Tauben unter zwei Jahren zum Briefträgerdienst herangezogen werden; ebenso soll der Taubenzüchter streng darauf halten, niemals ein Paar (Männchen und Weibchen) miteinander ausfliegen zu lassen. Eines von ihnen muß also stets zu Hause bleiben, wenn er dessen ver- sichert sein will, daß das andere wieder zurückkehrt.
Mittel gegen Keuchhusten.
Eine starke Hand von Blätter vom gemeinen Bocksdorn (Lycium europaeum L.) für einen Liter Wasser wird auf die Hälfte eingekocht, Zucker hinzugefügt und dieses mehrmals löffelweise eingenommen.
Vogelkäfige, welche an ansteckenden Krankheiten leidende Vögel beherbergt haben, müssen vor weiterem Gebrauch gründlich mit Sodawasser ausgescheuert und mit 10prozentiger Karbollösung desinfiziert werden. Erst nachdem sich der Karbolgeruch vollständig verzogen hat und der Käfig überhaupt gut ausgelüftet ist, können gesunde Vögel wieder darin Aufnahme finden.
Der Nutzen des Apfeleffens.
Der Apfelgenuß, besonders unmittelbar vor dem Schlafengehen, ist ein bewährtes Mittel zur Förderung der Gesundheit. Der Apfel liefert nicht nur eine vorzügliche Nahrung, er ist zugleich eines der hervorragendsten diätetischen Mittel. Derselbe enthält mehr Phosphorsäure in leicht verdaulicher Verbindung als irgend ein anderes pflanzliches Erzeugnis der Erde. SeinMe- nuß, besonders unmittelbar vor dem Schlafen wirkt 1. vorteilhaft auf das Gehirn, 2. regt die Leber an, 3. be
wirkt, wenn regelmäßig vor dem Schlafen genossen, einen! ruhigen Schlaf, 4. desinfiziert Gerüche der Mundhöhle, 5. bindet die überschüssigen Säuren des Magens, 6. paralysiert hämorrhoidale Störungen, 7. befördert die sekretierende Tätigkeit der Nieren, 8. hindert somit die Steinbildung, 9. schützt ferner gegen Verdauungsbe- schwerden und 10. gegen Halskrankheiten.
Rüche w$ Retter.
Butter ausschmelzen.
Das Ausschmelzen der Butter geschieht am besten fol« gendermaßen: Man bringt die frische Butter in einen hohen Topf, welcher in einem Bain-marie mit Wasser steht. Das Wasser läßt man kochen und erhält es so lange siedend, bis aller Schlamm der Butter, der sich durch Aufsteigen der in ihr enthaltenen Eiweißstoffe bildet, abgeschöpft ist. Dann läßt man das Wasser noch eine halbe Stunde kochen, damit die Buttermilch als Satz zu Boden sinkt und die letzten aufsteigenden Schaumteilchen entfernt werden können. Will man geschmolzene Butter aufheben, so bringt man sie in Steintöpfe, läßt sie vollständig erkalten, im Sommer auf Eis, und gießt dann Paraffin darüber, damit sie luftdicht verschlossen ist.
Ersatz für Bratensauce.
Selbst der erfahrensten Hausfrau kann es passieren, daß in einem unbewachten Augenblick die Bratensauce dermaßen verkocht, daß sie durch nichts wieder wohlschmeckend zu machen ist. Da ist es dann das beste, eine neue künstliche Sauce herzustellen, was in der einfachsten Weise geschieht, wenn man kochendes Wasser mit einem Eßlöffel voll Fleischextrakt versetzt, mit Salz und Pfeffer würzt und mit etwas saurer Sahne und Kartoffelmehl sähmig macht.
Kardinalsuppss.
Man schwitzt 75 Gr. Mehl in 200 Gr. Krebsbutteh verkocht dies mit 3 Liter siedendem Wasser oder besser leichter Fleischbrühe, die man vorher aus Fleischabfällen und Knochen mit Suppengrün gekocht hat, und läßt dit Suppe eine halbe Stunde ziehen. In dieser Zeit kocht man Reis in Wasser mit etwas Butter weich aber noch körnig, kocht eine Staude Blumenkohl in Salzwasser, bereitet aus drei hartgekochten Eigelb mit Salz, etwas Butter, zwei rohen Eigelb und wenig Sahne eine Masse, aus der man kleine Klößchen sticht, um dann dieselben sowie die Blumenkohlröschen in die Suppe zu legen. Den Reis drückt man in eine mit Wasser ausgespülte | Form, stürzt ihn und gibt ihn extra zur Suppe.
Aepfel-Eis.
Feine Aepfel, ungefähr 10 Stück, werden geschält, gerieben und mit dem Saft von zwei Zitronen und 375 Gr. in einem halben Liter Wasser geklärtem Zucker vermischt, dann fügt man ein Gläschen Arak daran, arbeitet die Masse tüchtig durch und gibt sie in die Gefrierbüchse.
Gedünstete Mohrrüben.
Geputzte unzerschnittene Mohrrüben werden mit kochendem Wasser übergossen und eben damit aufgekocht, dann läßt man sie abtropfen und schneidet sie in dünne Scheiben. Nun legt man die Mohrrüben in einen passenden Kochtopf, übergießt sie mit heißer Fleischbrühe, fügt Pfeffer, Salz und nach Geschmack Zucker hinzu und läßt das Gemüse auf schwachem Feuer weichdünsten. Dann überstäubt man es mit etwas Mehl, gibt den Saft einer Zitrone dazu, schwenkt das Gemüse über dem Feuer gut durch und richtet es an.
Hühner-Mayonnaise.
Junge Hühner dämpft man weich, kühlt sie ab, enthäutet sie und zerlegt sie in Stücke. Inzwischen bereite! man die Mayonnaise, die auf folgende Weise Hergestell; nie mißrät und weit bekömmlicher ist, als die auf EÜ gerührte. 125 Gr. Provenceöl verrührt man. mit sechL Eidottern, drei Eßlöffel voll Kräuteressig, Salz, Pfeffer einem kleinen Teelöffel voll Fleischextrakt, das man u einer kleinen Tasse Wasser aufgelöst hat und dann ab- kühlen ließ, und einer gehackten Zwiebel. Dies schlägt I man im Wasserbade bei mäßiger Hitze bis die Masse dick wird, und fährt dann mit dem Schlagen fort, bis die | Mayonnaise kühl geworden ist. Alsdann vermischt man sie mit wenig feinem Mostrich, fügt den Saft einer Zitrone und nach Belieben feine Kräuter hinzu und „ taucht die Hühnerstücke in die Mayonnaise. Man schich- | tet die Geflügelstücke zierlich bergförmig auf eine flache I Schüssel, übergießt sie mit dem Rest der Mayonnaise und garniert die Schüssel mit Kapern, Sardellen, Zunge £ Mixed pickles, Oliven, farbigem gewiegten, Aspik, a^' harten Eierscheiben.
Mecklenburger Knackwurst.
Ein Teil gutes gekochtes Schweinefleisch, der Spea größtenteils daran geschnitten, wird recht fein gehackt, mit Salz, Pfeffer, Nelkenpfeffer, Muskatblüte, feinge- hackter Zitronenschale gewürzt, gut durchmengt, in sa»' bere dünne Därme gefüllt, % Stunde gekocht, in kalte-. Wasser getaucht und nach dem Erkalten an einem lustigen frostfreien Orte aufgehängt.