abkommenS von 1908 an Frankreich abgetreten werden mußte, und der infolgedessen unter Preisgabe dieser seiner Residenz und einer großen Teiles seines Gebiete? sich in einem kleinen Dorf auf deutschem Gebiet (jetzt Deutsch-Binder genannt) niederließ, weil er die dem deutschen Kaiser gelobte Treue nicht brechen wollte, sein ganzer Land wiedererhält und in seine alte Residenz wieder einziehen kann. Der Verlust an Prestige, der bei der mohammedanischen Bevölkerung deS EudanS durch die Verkleinerung des Gebietes des Logone- EultanS von manchem vorausgesagt wird, würde hierdurch mehr als ausgeglichen.
Den übrigen Gebieten muß, heißt eS dann weiter, der gleiche Wert beigemessen werden, wie den Gebieten KamerunS, an die sie grenzen. DaS Ostgebiet enthält zudem das wichtige Handelszentrum Kunde, daS wir leider im Vertrage vom 18. 4. 1908 nicht erhalten konnten. Ueber Kunde läuft die wichtige Handelsstraße Englisch-Nola-Ngaundere-Kunde-Gafa- Banja. Jetzt fällt die Straße, welche die Verbindung zwischen dem Kongo-Becken und dem Niger-Becken herstellt, ganz in deutsches Gebiet bis aus daS kurze Stück von Aola. Das kleinere Dreieck südlich des spanischen Muni-GebieteS ist schon deshalb von besonderem Wert, weil eS an der Küste liegt. Der Streifen deS Küstenlandes hat sür den Fall ganz außerordentlichen Wert, daß wir daS spanische Muni-Gebiet erhalten, daS uns den vollkommenen Besitz deS Hasens von Rio-Muni gibt, der bei guter Betonnung und Beseuerung dem Hafen von Duala an Güte mindestens gleichzustcllen ist. Der Hasen wird später neben dem Hasen von Duala daS Haupt-Einsahrtstor sür den Handel bilden, da an der ganzen Südküste von Kamerun und an der ganzen Küste von spanisch Muni (im ganzen über 300 Kilometer Küstenlinie) ein für Seedampser geeigneter Hasen sich nicht befindet.
Reichstag.
Der Reichstag beschäftigte sich am Montag mit der sozial- demokratischen Interpellation wegen der erfolgten Entlassung von Arbeitern der Reichseisenbahnen, der reichSländische sozialdemokratische Abgeordnete Emmel begründete die Interpellation, wobei er die Entlassung von 5 seit längeren Jahren im Reichs- eisenbahndienste beschäftigten Arbeitern alS ganz ungerechtfertigt hinzustellen suchte und der Generaldirektion der ReichSeisenbahnen vorwarf, sie habe sich bei DurchsüHrung dieser Maßregelung in unzulässiger Weise in die Organisation und in die Privat- Verhältnisse der Eiscnbahnarbeiter eingemischt. Der preußische Eisenbahnminister von Breitenbach betonte in seiner Beantwortung der Interpellation, daß eS die Pflicht der Verwaltung der Reichseisenbahnen gewesen fei, gegen die betreffenden Arbeiter mit Entlassung vorzugehen, da sie sich hätten verleiten lassen, an sozialdemokratischen Bestrebungen teilzunehmen. Weiter erklärte der Minister, daß in dieser Affäre mit unrichtigen Behauptungen gegen die Eisenbahnverwaltung gearbeitet worden sei und daß sie unmöglich der bedenklichen sozialdemokratischen OrganisationSarbeit unter den Eisenbahnarbeitern untätig zu- schen könne. In der sich anschließenden Debatte plädierte der ZentrumSabgeordneteBecker-ArnSberg für gegenseitiges Vertrauen und Verständigung zwischen den Vertretern der Eijenbahnbehörde unter den Arbeitern und forderte, daß die Eisenbahnverwaltung nicht gleich gegen jede ihr mißliebige Aeußerung und Meinung in den Arbeiterkreisen scharf vorgehe. Der Konservative Gras Westarp, der ReichSparteiler Dr. Höffel und Abg. Behrens von der wirtschaftlichen Vereinigung billigten im Allgemeinen den Standpunkt der reichsländischen Eisenbahnverwaltung in dem vorliegenden Falle, während der Nationalliberale Beck- Heidelberg mehr in vermittelndem Sinne sprach. Der Freisinnige Müller-Meiningen verlangte das unbegrenzte KoalitionS- recht auch für die Eisenbahnarbeiter, und in gleichem Sinne äußerte sich der Pole Novicki. Schließlich erfolgte Vertagung der Debatte und der Sitzung.
Ae RevellltiN in Wm.
Die Lage im Kanton ist, wie der „Newyork Herald" zu berichten weiß, äußerst ernst. Während der beiden letzten Tage sind dort viele taufende Piraten angekommen, die zum Schrecken der Einwohner der Stadt unter ihren Führern Luk- Lun-Ching und Li-Tang-Toung in der Stadt sengend und plündernd umherziehen. Die meisten von ihnen sind gut bewaffnet, und die, denen eS an Waffen fehlt, Überfällen Polizeiposten und setzen sich in den Besitz ihrer Waffen. Die Piraten drohen die Stadt Siouknan am Pekiang anzugreisen. AlS Grund sür ihr Verhalten geben sie an, daß die Revolutionäre den ihnen versprochenen Sold nicht auSgezahlt haben. Die Konsuln haben den Fremden in der Umgebung
Signor," antwortete der Maler, indem er dem Amerikaner fest in die Augen blickte, „ich liebe Ihre Tochter Eva und weiß, daß auch sie mich liebt. Beweisen Sie mir Ihre Dankbarkeit dadurch, daß Sie Ihre Zustimmung zu unserer Ehe geben. Nur meine grenzenlose Liebe zu Eva hat mich zu dem Schritte getrieben, der Sie in den Besitz der Bildes gebracht hat."
Falerno hatte die letzten Worte mit erhöhter Stimme gesprochen und war in feiner Erregung dicht an den Millionär herangetreten. Mr. Hill verharrte regungslos in seiner vorigen Stellung, keine MuSkel zuckte in seinem harten Antlitz, seine Augen blickten kalt geradeaus an dem Italiener vorüber.
„Ich muß gestehen, daß ich auf eine solche Erklärung ganz und gar nicht gefaßt war," entgegnete er langsam mit leidenschaftSloserStimme, „und ich wüßte nicht, wann ich Ihnen Hoffnung gemacht hätte, sich durch Ihre Tat die Hand meiner Tochter zu erwerben. Was Sie übrigens von der Gegenliebe meiner Tochter reden, ist mir völlig unverständlich, denn Eva ist bereits seit Jahresfrist mit einem Ihrer Landsleute verlobt."
Falerno hatte die Rede des Amerikaners nur halb verfolgt, denn er hatte ihm die Abweisung bereits vom Gesicht gelesen' ehe Mr. Hill zu sprechen begonnen hatte.
Doch die letzten Worte schreckten den Unglücklichen wie ein Peitschenhieb auS seiner dumpfen Betäubung empor.
„Verlobt," schrie er gellend aus, „eS ist unmöglich, es kann nicht sein, es dars nicht sein!"
„ES ist so, wie ich Ihnen sagte," beharrte Mr. Hill achselzuckend, „wenn sie glaubten, daß meine Tochter sie liebte, so haben Sie sich eben von Ihrer eigenen Leidenschast täuschen lassen. Aber ich würde auch ohne dies meine Zustimmung zu einer solchen Verbindung niemals gegeben haben.
Der Maler hatte sich wankend aus die Lehne eines Stuhls gestützt und starrte in dumpfer Verzweiflung vor sich nieder. Er war seiner Sache so sicher gewesen, daß er die furchtbare Enttäuschung kaum zu fassen vermochte. Nur daS eine begriff er, daß er von dem Millionär schändlich hintergangen worden war, und ein wütender Haß gegen den kaltherzigen Mann keimte in seiner Seele empor.
Der Millionär wartete eine Weile lang vergebens auf
der Stadt den dringenden Rat gegeben, umgehend sich in Sicherheit zu bringen. In Hunan und Futschou kam eS auS bisher noch unbekannten Gründen zwischen großen Abteilungen von Rebellen zu ernsten Kämpfen, in denen eS aus beiden Seiten zahlreiche Tote und Verwundete gab. 1500 kaiserliche Soldaten auS Julian sind gestern acht Meilen vom englischen Gebiet angekommen. Aus ihrer Flucht haben sie geradezu fürchterlich gewütet. Alle Dörfer und Niederlassungen haben sie in Brand gesteckt, nachdem sie sie vorher auSge- plündert hatten. Frauen und Kinder wurden ohne Unterschied des AlterS niedergemetzelt und aus das gräßlichste zerstümmelt. Die Revolutionäre sind mit diesen Soldaten zusammengestoßen, wobei eS zu einem sehr blutigen Kamps gekommen ist. ES gelang den kaiserlichen Truppen zu entfliehen. An der englischen Grenze sind in den letzten Tagen große Truppen- massen zusammengezogen worden, um ein eventuelles Eindringen chinesischer Soldaten in englisches Gebiet mit Gewalt zu verhindern.
Der Krieg in Tripolis.
Ob die italienische Flotte ihre beabsichtigte Aktion begonnen hat, darüber liegen auch heute keine bestimmten Nachrichten vor. Im Gegenteil scheinen in Italien neue Bedenken erwacht zu sein über die Zweckmäßigkeit einer Beschießung türkischer Häsen. Italien will, wie eS heißt, nochmals die Türkei um Anerkennung der Annexion von Tripolis ersuchen. Ob diese Absicht den Tatsachen entspricht, muß allerdings zweifelhaft erscheinen, da doch Italien mittlerweile sich von der Nutzlosigkeit seiner AnnexionS-Erklärung überzeugt haben dürfte.
Außer den neuen Kämpfen bei Tripolis haben auch kürzlich wieder Zusammenstöße bei Benghasi stattgesunden, wie auS solgender Meldung hervorgeht.
In Benghasi leitet Enver-Bei mit großer Umsicht die Operationen. Nach seinen Angaben wurden die türkischen Stellungen besestigt. Bei Sabri in der Nähe von Benghasi fand ein heftiger zweistündiger Kampf statt, in dessen Verlaus ein italienischer AuSsall gegen die türkischen Positionen zurück- geworsen wurde. Ein daraus unternommener türkischer Angriff gegen die italienischen Stellungen wurde durch die Artillerie der Flotte und der FestungSgeschütze niedergekämpst, so daß zuletzt beide Parteien keinen Vorteil erringen konnten. Ein Versuch der Italiener, beim Hügel Seid Hussein zu landen, wurde von einem geschickt postierten türkischen Bataillon zurückgewiesen.
Ein neuer türkischer Angriff aus Tripolis hat in der Nacht zum Montag stattgesunden. OffiziöS wird darüber von italienischer Seite gemeldet: In der Nacht zum 13. November gab die feindliche Artillerie Schüsse gegen Sidi Meßri ab, dem ein Kleingewehrfeuer folgte. Die Italiener erwiderten. Einige Zeit später sah man hier und dort Arabertruppen sich nähern. DieS ließ auf eine Vorbereitung zu einem Nachtangriff schließen, der aber auSblieb. Der Feind war überwiegend auf der Seite von Eidi Meßri tätig, wie wenn er beabsichtige die linke Flanke zu umzingeln. Am 13. November mittags kam eS zwischen der feindlichen Artillerie bei dem kleinen Fort Meßri und der italienischen Stellung bei Sidi Meßri zu einem Feuergefecht. Eine Kompagnie Infanterie, die zum Schutze der AusräumungSarbeiten auS dem Schußfelde Sidi MeßriS auseinandergezogen war, wurde unter lebhaftes Feuer genommen, daS aus einem gegenüberliegenden Gebäude kam. DaS Gebäude wurde von italienischer Artillerie zerstört. Auf italienischer Seite gab es zwei Verwundete. Trotz der unaufhörlichen Regengüsse hält die gute Gesundheit bei den Truppen an. In Benghasi, Derna, Tobruk und HomS ist die Lage unverändert.
Bus > und Busland
Der Kaiser nahm an der heutigen Parforcejagd in Döberitz teil. Nachmittags nahm der Kaiser die Vorträge deS Chefs deS MilitärkabinettS Generals der Jnsanterie Frhr. v. Lyncker und der Chefs deS Zivilkabinetts Wirkl. Geh. RatS von Valentini entgegen.
Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen ist nunmehr zum L a n d r a t ernannt worden; ihm ist daS LandratSamt des Kreises Frankenstein übertragen worden. Der Prinz steht bereits mehrere Jahre in der verwaltungS» technischen Karriere und erfreut sich der Beliebtheit deS Publikums in hohem Maße.
Aus München wird gemeldet, daß am 14. November der
Antwort, dann trat er aus den jungen Mann zu, und ihm die Hand auf die Schulter legend, sagte er mit erzwungener Freundlichkeit: „Beruhigen Sie sich doch, mein lieber Falerno, und fügen sie sich in das Unabänderliche. Es tut mir leid, daß ich Ihnen eine so herbe Enttäuschung zufügen mußte, aber niemand ist daran schuld als Sie selbst. Sie werden mir Recht geben, wenn sie erst wieder mit einiger Ruhe über die Sache nachdenken können. Jetzt nehmen Sie Ver- nunst an und weisen Sie dieses Blatt nicht zurück, das Ihnen wenigstens in materieller Hinsicht daS Glück Ihres Lebens verbürgt." Damit reichte er dem Maler zum zweiten Male den vorhin auSgesüllten Scheck.
Das war zuviel sür Falerno, denn der versteckte Hohn, den er auS den Worten deS Amerikaners zu hören glaubte, ließ ihn alle Selbstbeherrschung vergessen. Mit einem Ruck packte er daS dargebotene Papier, zerriß es, und schleuderte die Fetzen dem Millionär ins Gesicht.
„Sie find ein elender Schurke," schrie er in sinnloser Wut, „aber ich werde mich rächen sür den schändlichen Betrug, den Sie an mir verübt haben!"
Mit diesen Worten stürzte er auS dem Zimmer und warf die Tür dröhnend hinter sich inS Schloß. Der Millionär machte keinen Versuch, den Rasenden zurückzuhalten. Er hatte keinen Moment seine gewohnte Ruhe verloren und schaute dem Davoneilenden mit einem leichten Lächeln nach, in welchem sich Verachtung und Mitleid seltsam mischten. Dann stellte er daS Bild vor sich aus den Schreibtisch, und in seinen Sessel sinkend betrachtete er eS mit einem Ausdruck, der an die Andacht eines frommen BeterS erinnert.
Falerno stürmte indessen außer sich vor Erregung die Treppe hinab. In seinem Kops gingen die Gedanken wirr durcheinander, ES konnte ja nicht möglich sein, daß Eva schon verlobt war; der Millionär hatte diese Lüge sicherlich nur ersunden, um ihn besser loS zu werden. Der Maler suchte sich die glückliche Stunde zu vergegenwärtigen, die er erst vorgestern mit Eva draußen auf dem Fluß erlebt hatte, und eS ward ihm zur Gewißheit, daß Eva ihn wirklich liebte. Sie ahnte sicher nichts davon, daß ihr Vater den Geliebten abgewiesen hatte, und sie würde seine Tat sicher besser zu
bayersche Landtag aufgelöst worden ist. Der Präsident von Orterer eröffnete bereits um V2IO Uhr vormittags die Sitzung des Landtages. Bald nach der Eröffnung der Sitzung erschien das gesamte Ministerium im Sitzungssaals, und der Minister des Inneren v. Brettreich verlas eine Botschaft deS Prinz-Regenten, wonach der Landtag aufgelöst ist. Diese Botschaft wurde von feiten der liberalen Abgeordneten und auf den Tribünen mit großem Beifall ausgenommen, während die Mitglieder der ZentrumSpartei sich in Schweigen hüllten. Der Präsident von Orterer schloß hierauf die Sitzung mit einem Hoch aus den Prinz-Regenten. Da bekanntlich die Auflösung deS Landtages in Bayern wegen der jüngsten Differenzen zwischen der Regierung und der Zentrumspartei erfolgt ist, und der Prinz-Regent sich in unzweideutiger Weise auf die Seite der Ministeriums gestellt hat, so dürsten die notwendigwerdenden Neuwahlen zum Landsage in Bayern zu einem großen politischen Kampfe führen.
Bei den Landtag-wahlen in Schwarzburg- Rud 0 lstadt war ein starkes Anwachsen der sozialdemokratischen Stimmen zu verzeichnen. Gewählt wurden 6 bürgerliche Abgeordnete, davon 4 von den Höchstbesteuerten, und 9 Sozialdemokraten gegen 6 im alten Landtage. Die Stadt Rudolstadt ist in beiden Wahlkreisen durch sozialdemo- kratische Abgeordnete vertreten. In einem Wahlkreise findet Stichwahl zwischen dem bürgerlichen und sozialdemokratischen Kandidaten statt. Die Sozialdemokraten Verfügen nunmehr über die Majorität im Landtage.
Die Gründung eines Jung-Deutschland- Bundes ist nunmehr erfolgt. Es sind darin alle die Bestrebungen, die der körperlichen Erziehung unserer Jugend gewidmet sind, zu einer gemeinsamen Institution zusammen- gefaßt, und außerdem soll der neue Bund Gelegenheit bieten, alle unabhängigen Kräfte, die sich in den Dienst dieser Sache stellen wollen, zu vereinigen. Die großen Sportverbände haben bereits ihre Mitwirkung zugesagt; auch die deutsche Turnerschaft und die Wander- und Pfadfinder-Vereine werden sich beteiligen. Diese Gründung verdankt ihre Entstehung einer Anregung deS Kaisers. Generalseldmarschall Freiherr v. d. Goltz-Pascha steht an der Spitze deS BundeS.
Zwischen dem Marokko-Minensyndikat (ManneS- mann) und der französischen Union deS MineS ist ein Abkommen zur Fusionierung ihrer gesellschaftlichen Interessen in Marokko aus paritätischer Grundlage unterzeichnet worden. Beide Teile werfen ihre bergbaulichen Anrechte und Ansprüche in Marokko ein. In der neuen Gesellschaft sind die Brüder Mannesmann und die Union deS Mines je mit 40 Prozent beteiligt. Zur Uebernahme der restlichen 20 Prozent haben sich französische Banken bereit erklärt. Durch besondere Abmachung ist den deutschen Abnehmern ein Vorzugsrecht auf 40 Prozent der Eisenerzausbeute gesichert. Wie der L. A. erfährt, ist bei einem Mitgliede der Budgetkommission deS Reichstages von Herrn Mannesman« ein Schreiben einge- gangen, worin dieser seiner hohen Befriedigung über das erzielte Abkommen mit der französischen Gesellschaft Ausdruck gibt und die taktvolle und energische Unterstützung rühmt, die er durch den deutschen Botschafter in PariS Freiherrn von Echoen gesunden habe.
Zwischen Rußland undder persischen Regierung ist es zu einem scharfen Konslikt gekommen, weil die persischen Behörden ein von russischen Untertanen gepachteter Besitztum deS Ex-Schahs Mohammed Ali bei Teheran mit Beschlag belegt haben uud eS nicht herausgeben wollen. Die russische Regierung geht in dieser Affäre mit auffälliger Schroffheit gegen Persien vor, sie hat dem Teheraner Kabinett ein Ultimatum zustellen lassen, welches unter schweren Drohungen die sofortige Erfüllung der russischen Forderungen in diesem Konflikt verlangt. Der Regent Masr-ul Mulk und das gesamte persische Kabinett sollen daS russische Ultimatum durch ihren Rücktritt beantwortet haben.
Bus Provinz u. Nachbargebiet.
* (Hart bestrafter VandaliSmuS.) Gegen die Zerstörungswut einer gewissen Sorte von Leuten, die eS besonders auf die mit großen Kosten angelegten Schmuckplätze der Gemeinden abgesehen haben, wird in letzter Zeit von den Gerichten mit unnachsichtlicher Strenge vorgegangen. Ein derartiger Akt deS rohesten VandaliSmuS führte den Maler Alsred Neumann in Berlin vor den Strafrichter. In der Nacht zum 27. Mai dieses JahreS beobachtete der Wächter Richter in Steglitz drei Männer, die sich an den vor dem dortigen Rathause befindlichen Blumenanlagen zu schaffen machten. Er lies hinzu und sah, daß die drei in den Blumenbeeten Herumtrampelten und einfach alles abrissen, waS ihnen
schätzen wissen. Jetzt hatte er ein Opfer gebracht, wie sie es als Beweis seiner Liebe von ihm verlangt hatte, jetzt hatte er sich ihrer Gegenliebe würdig gemacht. Und Eva befaß Charakter, sie würde sicher nicht die gehorsame Tochter spielen, die auf ein Machtwort deS Vaters hin die Stimme ihres Herzens zum Schweigen brächte. Vor allen Dingen galt eS, mit Eva zu sprechen und mit ihr zu beraten, wie der Widerstand ihres VaterS am besten zu überwinden fei.
Falerno wußte, daß Eva um diese Stunde ihren Morgen- spaziergang zu machen Pflegte, deshalb späte er, alS er die Vorhalle verließ, eifrig in den herrlichen Park hinaus, der den Palast des Millionärs von allen Seiten umgab. Da sah er im Hintergründe zwischen einer Gruppe dunkler Cypressen ihr helles Kleid hervorleuchten, und mit einem Freudenruse' eilte er der Geliebten entgegen. Sobald Eva hinter sich den eiligen Schritt FalernoS vernahm, drehte sie sich langsam nach ihm um und blickte ihm ruhig entgegen, ohne über sein unerwartete- Erscheinen irgend welche Freude oder Aufregung zu verraten.
„Wie gut, daß ich Dich hier treffe, mein Lieb," rief ihr der junge Italiener entgegen, „schneller, als wir es glaubten, wird unsere Liebe auf die Probe gestellt."
Allein Eva nahm die Hand nicht an, die er ihr herzlich entgegenstreckte, und einen Schritt von ihm zurücktretend, erwiderte sie in gemessenem Tone: „Ich weiß nicht, waS Sie mit diesen Worten sagen wollen, Signor, aber ich verbitte mir jedenfalls die Vertraulichkeit, die Sie sich mir gegenüber erlauben."
Falerno glaubte nicht recht gehört zu haben, und sassungS- los blickte er in daS strenge Antlitz des geliebten Mädchens. Aber sie wußte ja noch nicht, waS geschehen war, sie ahnte noch nichts von der Tat, die er auS Liebe zu ihr begangen hatte. ________________________(Fortsetzung folgt.)___
— Berlin, 14. Nov. Die beiden Militärflieger Leutnant Braun und Leutnant v. Scanconi flogen am Dienstag in 1 Stunde 35 Min. ohne Zwischenlandung von Berlin nach Stettin. Die Entfernung beträgt 130 Kilometer. Als Flug- zeug wurde die Krieg-taube 5 benutzt.