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zelnen Gliede- unter ein große-, vaterländische- Ganze-, er ist daS etwa- Gute- und Segensreicher. Mit offenen Augen und gutem Willen werden sich die jungen Leute bald in daS Militärische finden. Und sie sollen und dürfen sich freuen über ihr Waffenkleid. ES ist deS KönigS Rock. Wie werden sie sich beim ersten Urlaub vor Muttern präsentieren! Und die jüngeren Brüder werden heimlich denken: Wären wir nur auch erst so weit I Vielleicht guckt sich auch ein lieber Mädel schier die Augen auS nach dem schmucken Krieger. Die Zeit vergeht, sie vergeht nur allzu rasch. Aus einmal werden die paar Jahre herum sein, und daS Lied vom Reservemann erklingt. Und dann ist die Parole: Schön war'S doch! So vielen wird's warm umS Herz, wenn sie ihrer Militärzeit ge- denken. Ha, welche Lust, Soldat zu sein! Mögen auch die diesjährigen Rekruten tüchtige, srohe Soldaten werden! Möge die körperliche Straft erstarken und dazu ein treuer, vater­ländischer Sinn! Also weg mit allen trüben Gedanken und wacker vorwärts: Mit Gott für König und Vaterland 1

Treysa, 9. Okt. Der Herr Minister deS Innern hat verfügt, daß für den verstorbenen ReichStagSabgeordneten Liebermann von Sonnenberg eine Ersatzwahl in kürzester Frist stattzufinden habe. ES kandidieren diesmal in unserm Wahlkreise 3 Kandidaten: für die wirtschaftliche Vereinigung Generalsekretär Hennigsen, für die fortschrittliche Volkspartei Syndikus Dr. Laporte und sür den deutschen Bauernbund Landwirt Hestermann. Da auch das Zentrum und die Sozialdemokratie Zählkandidaten aufstellen werden, dürste der Wahlkampf ein ziemlich hestiger werden.

Gelnhausen, 8. Okt. Für die Gemeinden im west- lichen und. südwestlichen Teil deS Kreise- Gelnhausen wird die Errichtung einer Gruppenwasserleitung projektiert, die etwa 15 Dorfjchasten mit Trinkwasser versorgen soll. Die in Be­tracht kommenden, 260 Meter ü. d. M. liegenden Quellen sind äußerst reichhaltig und nach einem Guchachten des NahrungsmitteluntersuchungSamtes ist das Wasser von vor­züglicher Beschaffenheit. Die Ausführung wird voraussichtlich der Kreis übernehmen.

Hanau, 9. Okt. Im August dS. JS. wurde der Handels­mann Katz in Schlächtern durch einen ihm zugegangenen anonymen Brief ausgesordert, bis zu einer in dem Briefe an­gegebenen Frist tausend Mark an die Adresse Aron Goldschmidt, hauptpostlagernd Frankfurt a. M., zu senden, andernfalls er und seine Familie unrettbar verloren seien. Der Absender deS BrieseS sei Mitglied deS AnarchistenbundeS, und dieser Bund werde ohne Zaudern an der Familie Katz das Urteil vollstrecken, wenn der Adressat der Forderung nicht entspreche. Die Frankfurter Polizei, der man den Bries übersandte, postierte zur angegebenen Zeit auf der Hauptpost einen ihrer Beamten, der bald daraus Gelegenheit fand, einen jungen Mann, der das Geld erheben wollte, sestzunehmen. Der Verhaftete legi­timierte sich als der 27 Jahre alte Maurer Karl Spähn aus Rückers im Kreise Fulda. Am Montag hatte sich Spähn vor der Hanauer Straskammer wegen versuchter Erpressung und Bedrohung zu verantworten. Das Urteil lautete dem Antrag des StaatSanwalteS gemäß aus zwei Monate Gefäng­nis mit der Begründung, daß die seitherige Unbescholtenheit und die geistige Beschränktheit deS Angeklagten als strasmildernd in Betracht gezogen worden sei.Herr Präsident, ich werde Sie in der Sache nicht wieder belästigen!" Mit diesen Worten verließ der Angeklagte den GerichtSsaal.

Hanau, 10. Okt. In einem Albeiterzug der Lokalbahn KahlSchöllklippen neckten sich am SamStag abend zwei Burschen aus Krombach. Im Verlaufe der Neckereien zog der 19jährige Fabrikarbeiter Stab sein feststehender Messer und versetzte dem 17jährigen Arbeiter Simon einen Stich in den Rücken, der seinen sofortigen Tod zur Folge hatte. Stab hatte derartige Neckereien schon des öfteren mit seinem Kol­legen gemacht, nur hatte er sich diesmal nicht davon über­zeugt, daß sich die Scheide über dem Messer befand, diese war aber in der Tasche zurückgeblieben. Der Täter wurde in da- AmtSgerichtSgesängniS Alzenau eingeliefert.

Marburg, 9. Okt. Gestern nachmittag hat sich in dem benachbarten Scherfede ein schwerer Unfall ereignet. Mehrere Knaben, die eine Patrone gesunden hatten, vergnügten sich damit, dieselbe aus ihren Inhalt zu untersuchen. Hierbei explo- dierte daS Geschoß und ein Knabe wurde am Kopfe getroffen und schwer verletzt.

Frankfurt a. M., 10. Okt. Die Stadtverordneten­versammlung verhandelte heute lange über Maßregeln zur Linderung der Lebensmitteltcuerung und beschloß schließlich die Einsetzung eineS gemischten Ausschusses, der zusammen mit dem Magistrat geeignete Schritte ergreifen soll. Ein Antrag Dr. Quarck, diesem Ausschuß einen Kredit von 100 000 Mark zur Verfügung zu stellen, wurde gegen die sozialdemokratifchen Stimmen abgelehnt.

Bad Nauheim, 9. Okt. Heute nachmittag wurde der aus dem hiesigen Bahnhof postierte Bahnwärter und Strecken- Patrouilleur Franz Krämer von einer rangierenden Lokomotive ersaßt, überfahren und so schwer verletzt, daß er bald daraus im Städtischen Krankenhause starb. Der Verunglückte war 36 Jahre alt.

Kella, 9. Okt. Am Sonnabend hat sich hier ein be- bäuerlicher Unfall ereignet. Ein Junge machte sich mit einem geladenen Revolver zu schaffen, der plötzlich loSging. Die Kugel traf einen 7jährigen Jungen in daS Bein. Ein Arzt konnte das Projektil, das tief eingedrungen war, wieder ent­fernen.

Duderstadt, 9. Oktober Am gestrigen Sonntag mittag hat schon wieder ein größerer Brand unsere Stadt heimgesucht. Gegen V2I2 Uhr mitagS brach in der unteren Hinterstraße in einer Scheune Feuer auS, daS an den Erntevorräten reichliche Nahrung fand und schnell um sich griff. 5 Scheunen und 5 Hintergebäude gingen in Flammen aus. Große Vorräte u>ch mehrere landwirtschaftliche Maschinen sind verbrannt. Dem Spediteur Stier ist die Haferernte von 60 Morgen verbrannt. Landrat-amt und Amtsgericht waren in großer Gesahr. Die neue Dampsspritze konnte erst 2 Stunden nach Ausbruch der Brandes in Tätigkeit treten. Die Dampsspritze blieb dann die Nacht hindurch am Brandorte. Die Bevöl­kerung befindet sich begreiflicherweise in großer Ausrcgung; u>an glaubt bestimmt, daß alle Brände aus Brandstiftung zulückzuführen sind. Man vermutet, daß eS sich um ein und denselben Brandstifter handelt. Daß der gestrige Brand aus Brandstiftung zurückzuführen ist, glaubt man daraus schließen tu können, daß daS Feuer oben in einer Scheune zum Aus- bruch kam.

Wiesbaden, 6. Oktober. Durch eine Unvorsichtigkeit, QUL die im Interesse der Allgemeinheit aufmerksam gemacht werden muß, ist im Lause dieses Sommer- eine haniwversche Familie in die bitterste Trauer versetzt worden. Ein Ehepaar seiner schönen jungen Tochter machte in Wiesbaden die Bekanntschaft einer französischen Familie, ebenfalls au- Mann, Stau und Tochter bestehend, und verkehrte vier Wochen lang Mich mit diesen liebenswürdigen und vornehmen Parisern; d't Mädchen schloffen innige Frrundfchaft, und am Ende

bei Badeausenthalte- luden die Pariser die junge Hannoveranerin aus da- gastfreundlichste in hr HauS ein. Fröhlich und er­wartungsvoll reiste daS junge Mädchen mit seinen liebens­würdigen Wirten ab und sandte bei ihrer Ankunft in Paris eine muntere Karte an ihre Eltern und dies war daS letzte Lebenszeichen, daS die Unglücklichen von ihrer Tochter er­hielten. Seither ist die Spur der jungen Dame völlig erlöscht. Die Nachsorschungen der verzweifelten Eltern ergaben nichts weiter, als daß eine Familie der NamenS, unter dem die Franzosen austraten, in PariS überhaupt nicht existiert . . ES ist wohl kaum zu bezweifeln, daß daS junge Mädchen einer Bande raffinierter Mächenhändler in die Hände gefallen ist. Offenbar diente dieTochter" deS französischenEhe­paare-" alS Lockvogel. Durch zeitige Eckundigung bei zu­verlässigen Bureaus oder Privatpersonen hätte daS Unglück leicht vermieden werden können.

Wiesbaden, 10. Okt. Gestern abend kurz nach acht Uhr wurde der RegierungS-Hauptkassenbuchhalter Hahn an der Straßenbahn-Haltestelle Erbenheim von einem elektrischen Wagen derart angerannt, daß er einen Schädelbruch erlitt und sosort verstarb. In der Nacht von SamStag aus Sonntag kam eS zwischen dem an einem Kinematogrophen-Theater an- gestellten Portier Karl Ludwig und dem Kellner Gaetano Palumba auS Palermo zu Streitigkeiten, in deren Verlaus Ludwig von seinem Gegner einen Messerstich in Lunge und Herz erhielt. Der Gestochene ist an diesen schweren Verletzungen gestorben.

Mainz, 9. Oktober. Der 21jährige Schreibergehilfe Julius Dahmen aus Aachen war zuletzt am KreiSamt Bingen tätig. Mit seinem Gehalt von monatlich 70 Mark kam er nicht auS. Er machte Schulden und sollte am 1. Oktober 200 Mark, die er alS Darlehn erhalten hatte, zurückzahlen. Da er hierzu nicht in der Lage war, geriet er auf den Einfall, einen ähnlichen Streich wie der Schuhmacher Voigt in Köpenick auSzusühren. Mit der Schreibmaschine stellte er zwei Aufträge her, wonach er vom KreiSamt in WormS beauftragt sei, in MonSheim und GunderSheim die Gemeindekaffen zu revidieren. Die Aufträge fälschte er mit dem Namen der RegierungSratS Werner, der früher am KreiSamt WormS tätig war. Die Unterschriften des KreiSamtmannS machte er täuschend nach. Am 25. August erschien er bei dem Ge­meindeeinnehmer in MonSheim. Er zeigte das Schreiben vor, woraus der Gemeindeeinnehmer die Kasse zurRevision" abgab. Nachdem Dahmen Kasse und Büchergeprüft" hatte, erklärte er, die Kasse versiegeln zu müssen und schickte den Ge- meindecinnehmer hinweg, um Zündhölzer zu holen. Diese Gelegenheit benützte Dahmen, um auS der Kasse 2080 Mark in Papier und Gold zu entnehmen. Am nächsten Tage erfuhr der Einnehmer, daß er einem Schwindler in die Hände ge­fallen war. Die sofort angestellten Ermittlungen führten zur Verhaftung Dahmens. Die Revision in Gundersheim hatte er unterlassen, da ihm die ersteRevision" so gut ge­lungen war. Von dem Gelde wurden in seiner Wohnung noch 2000 Mark vorgefunden; außerdem führte er 78 Mark mit sich, so daß nur zwei Mark an der ganzen Sache fehlten. Da denAusträgen" zur Revision kein amtlicher Stempel aufgedrückt war, wurde keine öffentliche Urkundenfälschung angenommen. Das Gericht in Mainz verurteilte jetzt den Angeklagten zu einem Jahr Gefängnis.

Göttingen, 9. Oktober. Im benachbarten Orte Dramsels aus der Chaussee nach Obernjesa ereignete sich gestern ein Automobilunglück. Der Chauffeur Fischer deS Herrn Dr. SymenS aus Großenschneen fuhr gegen einen Baum. Er wurde herauSgeschleudert und erlitt Bein-, Arm-, und R-ppen- brüche. Fischer wurde mittelst eine- Automobil-, welches von Göttingen geholt wurde, nach der Göttinger Universitätsklinik gebracht.

Camburg, 8. Oktober. Zwei Monate Gefängnis er­hielt der Glashüttenarbeiter Fritz D. auS Lichtenhain, weil er bei seiner vorehelichen, 8jährigen Tochter das ZüchtigungS- recht überschritten uud da- arme Kind mißhandelt hat. Die Verhandlung entrollte ein trübe- Bild auS den ersten Jugend­jahren dieses Kindes. Wie da-Camburger Tageblatt" schreibt, wurde das ohnehin schwächliche Mädchen bei dem geringsten Anlaß von seinem Vater derartig geschlagen, daß lange Striemen, Beulen und blaue Flecken den ganzen Körper bedeckten. Die fortgesetzten Mißhandlungen hatten schließlich zur Folge, daß da- vorher muntere und geweckte Mädchen total verängstigt und verschüchtert worden ist. Die Furcht vor Schläge hatten e- schließlich so weit getrieben, daß ei aus Verzweiflung aus der im 2. Stock befindlichen elterlichen Wohnung sprang, wodurch eS glücklicherweise nur einen Arm­bruch davontrug. Dak Kind kam in die Klinik und wurde nach seiner Wiederherstellung der elterlichen Gewalt entzogen.

Eisenach, 10. Okt. In der Automobilwerkstätte von Scheiding u. Co. ereignete sich heute vormittag ein schwerer Unglück-fall. Der Besitzer wollte da- Holzkohlenseuer einer Feldschmiede mit Wasser löschen. In dem Eimer befand sich aber nicht Waffer, sondern Benzin. Es erfolgte eine schwere Explosion. Der in der Nähe arbeitende Chauffeur August Ries wurde durch die weit herau-schlagenden Flammen schwer verbrannt. Man brächte ihn in daS DiakoniffenhauS. Bei dem Versuch, dem brennenden Chauffeur zu Hilfe zu kommeu, zog sich der Besitzer ebensallt schwere Brandwunden zu.

Altenburg, 10. Ottober. Ein gegenwärtig zu Besuch bei seiner Mutter hier weilender Forstaffessor auS Naumburg wurde am Sonntag nachmittag in den Münsaer Linden un­weit der Eisenbahnbrücke von einem Motorradsahrer so heftig angesahren, daß er mit großer Wucht aus den Boden ausschlug und eine schwere Gehirnerschütterung erlitt. ES besteht fast keine AuSsicht aus Erhaltung seiner LebenS. In der Nacht zum Montag stürzte ein 20jährige- Mädchen, daS sich beim Passieren der über die Schießstände der hiesigen Garnison führenden Brücke auf Rascphaser Flur gegen daS morsche Ge­länder gelehnt hatte, in die Tiefe und zog sich hierbei schwere innere und äußere Verletzungen zu.

vermltcdler.

DaS LuftschiffSchwaben" wird am Son­nabend, dem 14 Oktober in Düsseldorf eintreffen. Am 15. Oktober erfolgt dann die Fernfahrt nach Berlin und nach etwa acht- bis zehntägigem Aufenthalt in Düsseldorf eine Fern­fahrt nach Homburg. Der von der Militärverwaltung in Auftrag gegebene LuftkreuzerL Z 9" ist gestern vormittag um 8 Uhr 25 Min. unter Führung der Grasen Zeppelin zu einer Probefahrt aufgestiegen, von der er um 10 Uhr 20 Min. zurückkehrte.

Berlin, 9. Okt. In Nixdors verübte der 17jährige Gymnasiast Varola Selbstmord. Was den jungen Mann in den Tod getrieben hat, ist unbekannt. Er war gestern abend noch mit seinen Eltern in heiterster Stimmung bis Mitternacht zusammen. Kurz, nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte, ertönte aus seinem Zimmer der tödliche Schuß.

(In einem Labyrinth verirrt.) In einem

Felsenkeller bei Capellen wurde gestern ein Schneider von vier Arbeitern, die dort eingestiegen, fast verschmachtet ausgesunden. Er war bereits am 2. Oktober eingestiegen, hatte sich verirrt und war nicht imstande, den AuSgang au- dem Labyrinth wieder zu gewinnen, so daß er sieben Tage ohne Nahrung in der FelShöhle zubringen mußte. Am Halse hatte der Un­glückliche tiefe Schnittwunden, die er sich vermutlich in einem Verzweiflung-anfall selbst beigebracht haben dürfte.

Standesamtsbezirk Hersfeld.

Monat August 1911.

Eheschließungen.

Am 12. Ren« Max Fritz Wilhelm Karl Robert Schulz, Kauf­mann zu Herford, mit Berta Anna Grebe hier. 26. David Ludwig Müller, Fabrikarbeiter zu Frankfurt a/M., mit Anna Barbara Walter hier.

Geburten.

Am 1. Elisabeth Katharine Auguste, T. deS Arbeiters Johann Georg Hofmann. 3. Lisa Dorothea Emilie Elfride, T. deS prakt. Arztes Dr. uied. Emil Otto HanS Barth. Johanes, S. des Weißbinders Anton Nölke. 4. Anna, T. deS Kesselschmieds Johannes Rode. 6. Katharina, T. deS Dienstknechts Heinrich Herwig. 8. Ein Knabe unehelich. 9. Hermann Peter Gerhard, S. deS Bierbrauereibesitzers George Hermann Wolff. 11. Frida Käthe, T. des Tuchmachers Harald Georg Karl BodeS. Johann Karl, S. deS Schuhmachers Adam Jakob Bechtel. 12. Anna Margreta, T. des Fabrikarbeiters Konrad Heimbuch. 14. Elfe, T. des Tuchmachers Sebastian Kiel. 15. Wilhelm, S. des Arbeiters Wilhelm Jckler. 16. Anna Margreta, T. des Schreiners Adam Heinrich Strauch. 17. Anna Gela, T. des Schuhmachers Johannes Lipphard. 18. Lorenza Arnado, S. des Zementarbeiters Luegis Conti. 19. Ein Knabe unehelich. 20. Margarete Christine, T. des Eisenbahnschaffners Heinrich Martin Schade aus Bebra. 21. Heinrich Karl, S. des Bild­hauers Karl Balduf. 22. Friedrich, S. des Arbeiters Heinrich Hermann Bolender. Sophie, T. des Arbeiters Heinrich Hermann Bolender. 24. Erna Frida, T. des Tuchmachers Heinrich Kühn. Johannes Heinrich, S. deS Tuchmachers Johannes Knoth. 26. Frida Maria, T. des Karrusselbesitzers Franz Bleuel. 27. Josepha Luise, T. des Kaufmanns Joseph Wertheim. Maria Anna Elisabeth, T. deS Fabrikarbeiters Ludwig Kromm. 28. Anna, T. des Spinnmeisters August Zerr. Herbert Wilhelm, S. des Predigers Otto Krause. 29. Heinrich, S. deS Schlossers Heinrich Riebold. 30. Hans Gerhard, S. des Kaufmanns Georg Hennann Möller.

Sterbefälle.

Am 2. Eva Katharina Jckler, 3 Jahre alt. 5. Jakob Lehre, Tuchmacher, 66 Jahre alt. 6. Karl Max Geiß, 8 Monate alt. 9. Heinrich Wilhelm Lotz, Bürogehülfe, 17 Jahre alt. Maria Pretsch, 2 Monate alt. 15. Barbara Elisabeth Will, Zimmer, mannswitwe aus Biedebach, 69 Jahre alt. 18. Leoi Simon, Handelsmann, 65 Jahre alt. 20. Johannes Andreas Wolff, Tuchmacher, 55 Jahre alt. Gleichen Elise Kraft, 1 Monat alt. August Reinhold Seidel, Webmeister, 71 Jahre alt. 24. Anna Katharina Heußner, Landbauerwitwe aus HeeneS, 74 Jahre alt. 26. Heinrich Will, Blechschmied, 36 Jahre alt. 27. Barbara Fey, Bahnhofsnachtwächterwitwe aus Kalkobes, 68 Jahre alt. Heinrich Werner, Landwirt aus Connefeld, 45 Jahre alt.

Standesamtsbezirk Niederaula.

Monat September 1911.

Eheschließungen.

Am 15. Ausläufer Albert Bär zu Franksurt a/M. mit Hannchen Apt dahier.

Geburten.

Am 8. Barbara Elisabeth, T. der Dienstmagd Anna Martha Aumann zu Kleba. 17. Maria Elisabeth, T. bei Maurer- Berthold Bätz zu Niederaula. 22. Anna Katharina, T. bei Arbeiter- Johann Georg Meyreiß zu Niederaula. HanS Heinrich, E. bei PostsekretärS Heinrich Raabe zu Niederaula. Heinrich, S. bei WagnerS Johanne- Nuhn zu Niederjoffa. 25. Böffer ungenannt, T. bei Maurer- Moritz Böffer zu Hattenbach.

E t e r b e f S l l e.

Am 27. Pauline Karoline Borneis, T. bei Fabrikarbeiter- Jakob BorneiS zu Niederaula.

Letzte Nachrichten.

Berlin, 11. Oktober. Die sozialdemokratische Fraktion brächte im Reich-tag drei Interpellationen ein, eine wegen bei Stande- der Verhandlungen in der Marokkofrage, eine zweite wegen der Teuerung der notwendigen Leben-mittel und eine dritte wegen angeblicher Verstöße seitens der Behörden gegen den Wortlaut de- VereinS- und Versammlung-gesetze-.

Rom, 10. Oktober. Die Regierung hat daS Militär- tranSportfchiff Garigliano mit Leben-mitteln nach TripoliS entfanbt, wo ei heute eingetroffen ist.

Rom, 10. Oktober. Zwei türkische Segler, Poseidon und Ribalzadeler, die in den italienischen Gewässern beschlagnahmt worden waren, sind alsbald wieder sreigelaffen worden.

Köln, 10. Oktober. Bei einem aus dem Hauptbahnhof verhafteten Kölner namenS AhrenS wurden 10000 Mark vorgefunden und beschlagnahmt, AhrenS wird als Mitschuldiger bei Banklehrling- Renner angesehen, der einer Bankfirma in Saarbrücken 125 000 Mark unterschlagen hatte.

Helmb recht (Obersranken), 10. Oktober. Eine 17 jährige Schuhmacher-tochter, die mit ihrem Bruder vom Tanz heimkehrte, wurde vor dem Vaterhaus von zwei Fabrikarbeitern mit Zaunpfählen erschlagen. Sowohl der Bruder, mit dem die Arbeiter zuerst Händel anfingen, ali auch die auf bai Hilfegeschrei herbeieilenden Eltern wurden in roher Weise mißhandelt. ___________

K 0 nstantin 0 pel, 10. Oktober. Dem KriegSministerium wird gemeldet, daß am 7. Oktober ein italienisches Kriegsschiff in Derna eine Truppenlandung versucht habe, waS die tür­kische Garnison verhinderte. Daraus habe das Kriegsschiff die Stadt bombardiert und die Kaserne, daS Hospital und andere öffentliche Gebäude zerstört und sei dann abgefahren- Die Türken hatten vier Tote und sieben Verwundete.

R e v a l, 10. Oktober. Beim Einsturz einer Mauer beim Bau der esthnischen Theaters sind 15 Personen unter den Trümmern verschüttet worden. Bisher sind ein Toter und fünf Verwundete geborgen worden.

Letzte Fernsprechmeldung.

Berlin, 11. Oktober. Der auf Marokko bezügliche Teil der deutsch-französischen Abkommen- ist heute hier unterzeichnet worden. Die Verhandlungen bezüglich der Kompensationen sind wieder ausgenommen worden.