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war diese Erscheinung im Monat Juli nur noch eine Selten­heit. Jetzt, wo der Herbst allmählich inS Land zieht, bekommt man sozusagen keine Mau- mehr zu sehen. Erfahrene Land- leute sühren die- aus die langanhaltende Trockenheit zurück; die Mäuse sind wahrscheinlich verdurstet. Die Trockenheit scheint die schädlichen Nager derart vertrieben zu haben, daß man die Mäuseplage sür diese- Jahr al- beendet betrachten tann." Er wäre interessant, zu erfahren, ob man auf dem Lande allgemein diese Beobachtung gemacht hat.

* (Die Frauen und die Raucherabteile.) Mit der Unterbringung von Frauen und Kindern in den Eisenbahnzügen beschäftigt sich der Minister der öffentlichen Arbeiten in einem Erlaß, der an die Eisenbahndirektionen gerichtet ist und folgenden Wortlaut hat:In der Presse wird darüber Klage geführt, daß e- in den Zügen oft an den erforderlichen Plätzen für Raucher fehlt, während die Nicht­raucher- und Frauenabteile nur mäßig besetzt find. Insbesondere wird hervorgehoben, daß viele Frauen in den Raucherabteilen zum Nachteil der Raucher Platz nehmen. Wenn auch nicht in Frage kommen kann, die Vorschriften für die Bezeichnung der Abteile in den Zügen abzuändern, so sind die Zugbeamten doch anzuweisen, in höflicher Form darauf hinzuwirken, daß einzeln reisende Frauen und Kinder möglichst in den Frauen- und Nichtraucherabteilen Platz nehmen."

§ Neuheiten in Damen-Confektion g

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Gg. Herrn. Möller, Kaiserstr. 3. 8

st Confektion,

Manufactur-, Modewaren u. Aussteuerartikel. ä

p. Hersfeld, 2. Oktober. (Oktober.) Nun hat der Oktober seine Herrschaft angetreten. Er ist schon ein richtiger Herbstmonat. Als Weinmonat hat er für die Winzer besondere Bedeutung, was auch bereits Karl der Große erkannte, der den Oktober mit Windume manoth bezeichnete, was Monat der Weinernte heißt. Was den jetzigen Namen deS Monats betrifft, so ist er auf daS lateinische Zahlwort octo (acht) zurückzusühren, weil er einst bei den alten Römern der achte Monat deS Jahres war. In älteren Kalendern findet sich auch die Bezeichnung Gilbhart für Oktober, war soviel sagen will wie Monat der gelben Blätter. Der Landmann wünscht sich diesen Monat recht trübe und regnerisch; denn in den alten Bauernregeln heißt es:

Hat der Oktober viel Regen gebracht, So hat er auch gut die Aecker bedacht.

Oder:

Nichts kann mehr vor Raupen schützen, AlS wenn der Oktober erscheint mit Pfützen.

Ein kalter Oktober soll aus einen milden Winter deuten: denn:

Mengt der Oktober sich in den Winter, So ist dann dieser um so gelinder.

Im Oktober merkt man eS bereits recht deutlich, daß der Herbst inS Land gegangen ist. Und doch macht der Herbst mit seinen bunten Blättern einen tieferen Eindruck als der Frühling mit seiner Jugend oder der Sommer mit seiner Fülle. Jetzt gibt daS Oktobergold der Landschaft ihre Schönheit und verleiht ihr eigenartige Reize. Am schönsten ist eS, wenn man über ein gelbliche- Stoppelfeld oder einen dunklen See in einen Laubwald sieht, der in herbstlich sonnigen Tagen von Gold und Farben leuchtet. Auch die Gärten bieten pracht­volle Bilder. Hellrot und gelb stehen die Kastanien mit ihren mächtig ausladenden Laubdächern da. In braunen Tönen verfärben die Eichen sich. Eigenartig sehen die Spitzahorn- bäume auS; der gelbgrüne Grund ihrer Blätter ist durch viele pechschwarze, scharsumrissene Flecke mosaikartig geworden, deren Urheber ein Schmarotzerpilz ist. Auch der wilde Wein prangt jetzt in seinen schönsten, dunkelsten blutigroten Farben. Im gemischten Walde trifft man die besten Wirkungen, die gerade jetzt noch durch die schon recht hartnäckigen Nebelschleier erhöht werden, die nur sehr allmählich die Farben durchschimmern und dann die Farbentöne zu den schönsten Mischungen ver­schwimmen lassen. Besonders bei einem herrlichen Sonnen­untergang staunt man, wie die Natur noch einmal in üppigster farbiger Pracht aufleuchtet. Aber tiefer lernt man auch die tröstliche Tatsache würdigen, daß anch das Alter seine edlen Schönheiten hat.

):(Hersfeld, 2. Oktober. Vergangenen Sonnabend Nach­mittag 4 Uhr wurde im Rathaussaal eine Sitzung der Stadtverordneten-Vers ammlung abgehalten, die sich mit der Erledigung der Vorlage über daS ElektrizitätS- werk beschäftigte. Nach eingehender Beratung deS vorliegenden Projektes und nach langer Debatte hielt die Versammlung nicht für erforderlich, daß das ElektrizitätSwerk schon jetzt in seinem ganzen Umfang auSgebaut werde. Anstatt der im Projekt vorgesehenen 8 TranSformatorenanlagen wurden nur 5 Trans­formatoren und die dazu gehörige Hochspannleitung bewilligt. Ferner war die Versammlung der Ansicht, daß von Mannes­mannrohrmasten Abstand genommen werden könne und daß Haus- bezw. Dachgestänge innerhalb der Stadt und Holz­masten außerhalb der Stadt verwendet werden könnten. Dementsprechend wurde die vom Magistrat geforderte Summe von 126 OOO Mk., welche sich aus daS Projekt des Gut­achters gründet und dem billigsten LieferungSangebot entspricht, aus den Betrag von 105 000 Mk. herabgesetzt. Diese Summe soll durch Anleihe gedeckt werden. Der vom Magistrat vorgelegte Entwurf für die Strombezugsbedingungen wurde von der Versammlung mit der Maßgabe genehmigt, daß die Kosten derjenigen Hausanschlüsse, welche bis zum 1. Januar 1912 angemeldet werden, vom ElektrizitätSwerk getragen werden sollen. Mit der Annahme der erforderlichen HilsS- "äfte für da- ElektrizitätSwerk und der Bewilligung der hierzu Eigen Mittel erklärte sich die Versammlung einverstanden. Schluß der Sitzung 7 Uhr.

§ Hersfeld, 2. Oktober. Am 6. August d. Jr. fand in Hannover eine Vertreterversammlung der Vereine ehem. 8 2er Erfurt, Cassel, Göttingen und Hannover statt, um über die Feier deS 100jährigen Stiftungsfestes des 2. i Kurhesiifchen Infanterieregiment- Nr. 82, welche- im Jahre i 1913 stattfindet, zu beraten. Zweck der Vereinigung ist: ehemaligen 82er zur gemeinsamen Beteiligung an der Jubelfeier auszufordern, ein recht kameradschaftliches Verhältnis der Vereine unter sich herbeizuführen und durch schriftlichen oder mündlichen Verkehr mit dem Stammregiment die er- [ Wörtlichen Vorbereitungen zu einer würdigen Begehung der ' Jubelfeier zu treffen. 82er Vereine, welche der Bereinigung

O$ sernstehen, werden gebeten sich anzuschließen. Etwaig,

Anmeldungen sind an den Schriftführer, Kamerad Heise, Göttingen' kurze GeiSmarstroße Nr. 37, zu richten, der auch gern bereit ist, weitere Auskunft zu erteilen. Kameraden, welche sich an Orten befinden, wo ein Spezialverein nicht be­steht, werden gebeten, sich einem der genannten Vereine an- zufchließen, oder sich an den Schriftführer der Vereinigung Kamerad Heife Göttingen, kurze GeiSmarstroße Nr. 37 zu wenden.

);( Hersfeld, 2. Oktober. In der Nacht vom Sonn­abend zum Sonntag kam es in der Breitenstraße zu einer Schlägerei, bei welcher die Polizei einschreiten mußte.

):( Hersfeld, 2. Oktober. Die Schalter d e - Kaiserlichen Postamt- find jetzt erst von 8 Uhr morgens ab geöffnet. Ebenso beginnt der Dienst deS Fern­sprechamtes während deS Winterhalbjahres erst um 8 Uhr morgens.

Hanau, 28. September. In einem Beleidigung-prozeß, den der frühere Verleger derHanauer Ztg.", G. Wurm in Göttingen, gegen den bri dem späteren Verleger dieses Blatte- als Redakteur tätigen Hugo Schenck angestrengt hatte, machte sich die Zeugenvernehmung deS Redakteurs Herm. Grombacher in Frankfurt o. M. erforderlich, der aber zu keinem angesetzten Termine, wegen angeblicher Krankheit, erschienen war. Der heutigen Verhandlung vor der Strafkammer war er wiederum ferngeblieben, infolgedessen ihn da- Gericht zu 300 Mk. Geld­strafe und zur Tragung der TerminSkosten verurteilte. Zum nächsten Termin soll er vorgeführt werden.

Eschwege, 1. Okt. Einen entsetzlichen Tod hat die verwitwete Frau Humps gesunden. Sie begab sich gestern nachmittag nach dem eine Stunde entfernten HunSrück, um Hagebutten zu pflücken. AlS sie am Abend nicht zu Hause eintraf, veranstalteten die besorgten Angehörigen Nachsuchungen, aber vergebens. Heute morgen fanden Landleute au- Ober- dünzebach die Unglückliche mit dem Tode ringend am Wald­rande. Allem Anschein nach hat sie einen Schlaganfall erlitten und die kalte Regennacht schutzlos zubringen müssen, wodurch der tödliche AuSgang herbeigeführt wurde. Heute nachmittag wurde die Leiche nach hier gebracht.

Eilenburg, 30. September. Der 10jährige Pflegesohn deS Müllers Apel in Mörtitz, Alfred Birnbaum, stürzte mit einer Schere in der Hand die Treppe hinab und stach sich dabei in die rechte Schläfe. An der schweren Verletzung starb daS Kind bald nach der Einlieferung in da- hiesige städtische Krankenhaus.

Sachsenhausen, 28. September. Nach dem Genuß von einer Menge Zwetschen, in die er noch Dickmilch getrunken hatte, verstarb hier der Landwirt E. unter großen Schmerzen. Ein anderer Einwohner wurde, alS man ihm den Tod de- E. mitteilte, vom Herzschlag getroffen und sank lautloS zu­sammen. E. ist Vater von mehreren noch unmündigen Kinder.

Frankfurt a* M., 29. September. Ein in der Main­zer Landstraße wohnhafter Eisenbahn-Supernumerar gab gestern nachmittag vom Fenster seiner Wohnung au- auf seine gegen­über wohnende frühere Braut zwei scharfe Schöffe ab, ohne diese jedoch zu treffen. Darauf verübte er Selbstmord, indem er sich durch einen Schuß in die rechte Schläfe tötete.

Gießen, 29. September. DaS hiesige Schwurgericht verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den 22jährigen Schlosser und Chauffeur Wilhelm Erbe auS Frankfurt a. M. wegen Raubmorde-, begangen an der ZiegeleiarbeitcrSfrau Walther in Niedermörlen, zum Tode und wegen Einbruchs zu drei Jahren Zuchthaus, den 17jährigen Schmied Heinrich Wolf aus Niedermörlen zu elf Jahren GesängniS und dessen 19jährige Schwester Katharine zu zwei Jahren Gefängnis. Den Geschwistern Wolf werden je zwei Monate der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet.

Theißen (Kreis WeißenfelS), 30. Sept. Der Typhus fordert immer neue Opfer. Der heimtückischen Seuche ist auch der stationierte Gendarmeriewachtmeister Reinhardt im Kranken­hause in WeißenfelS erlegen. Der Gesamtschulvorstand in Theißen beschloß einstimmig, an den Minister deS Innern eine Petition zu richten, staatlich einzugreifen, um den skandalösen Zuständen ein Ende zu machen. Die Riebeckschen Montan­werke haben zwar für die Theißener Wasserleitung eine neue EnteijenungSanlage gebaut, aber da- Wasser hat sich noch nicht viel gebessert. Jedenfalls sind die Leitung-rohre so ver­schmutzt, daß eS einer Wasserspülung unter sehr scharfem Druck bedarf, um die Rohre einigermaßen wieder zu reinigen.

Dnderstadt, 28. September. DaS bejahrte Ehepaar Schwiegershausen hielt sich wegen der kühlen Temperatur in der Küche auf, um sich an der Grude zu wärmen. Durch Oeffnen des Grudedeckel- waren die Gase in die Küche ge­drungen, so daß die alten Leute bewußtlos wurden. Erst nach einigen Stunden wurden sie von ihren Angehörigen auf­gesunden. Der Mann ist infolge der Vergiftung bereits ge­storben, die alte Frau liegt noch schwer krank darnieder.

Erfurt, 28. September. Im benachbarten Udcstedt er­schoß gestern der Gutsbesitzer Karl Kästner im Streite einen polnischen Knecht. Der 72jährige Täter behauptet, in Notwehr gehandelt zu haben. Der Getroffene erhielt den Schuß in die Brust und war sofort tot. Der Täter ist verhaftet.

SmmtaäjWwlit in Amerika.

Austin (ArkansaS), 30. September. Heute nachmittag ist hier ein Mühlendamm geborsten. Ungeheure Wassermengen schwemmten die dreihundert Häuser deS Orts bi- auf sechs weg. Ueber zweitausend Menschen sind in den Trümmern, die in Brand gerieten, umgekommen.

New N o r k, 30. September. AuS allen Richtungen find HilsSzüge nach Austin abgegangen. Der hochgelegene Mühlen- dämm an dem Stapelplatz einer Bauholzgesellschaft ist heute nachmittag Plötzlich geborsten, worauf sich Millionen von Gallonen Wasser, die dort aufgestaut waren, auf den unter­halb der Damme- im Tale gelegenen Ort Austin nieder- wälzten. Sämtliche Häuser bis auf sechs wurden mit den Bewohnern weggeschwemmt oder zerstört. Die Trümmerhaufen sind in Brand geraten. Viele Bewohner retteten sich aus Hügel, doch wird die Zahl der Umgekommenen aus über 2000 angegeben. Sechzig Leichen, in der Mehrzahl von Frauen und Kindern, sind bereit- geborgen. Man befürchtet, daß zahlreiche Personen, die in den Trümmern eingeschlossen waren, verbrannt sind. Der Wafferschwall ist über den Ort auS einer Entfernung von nur einer halben englischen Meile hereingebrochen.

N e w y o r k, 1. Okt. Nach den letzten Berichten sind bei dem Dammbruch in Austin 400 Personen umgekommen. Der Ort ist jetzt eine grauenvolle Trümmerstätte. Die Flutwelle hat große Gebäude eine halbe Meile weit fortgerisien. Da- nachfolgende Feuer machte eine Rettung unmöglich. Die ganze Nacht hindurch ertönten Hilferufe und Schmerzen-schreie der unter den brennenden Trümmern liegenden Verwundeten. Augenzeugen erzählen, daß die Flutwelle sich mit Blitzesschnelle und furchtbarem Getöse heranwälzte, Verwirrung und Ent­setzen verbreitend. SteinhäuserstürztenwieKartenhänserzusammen.

Wochenbericht der Berliner Produktenbörse.

Der Getreidemarkt war in der am 27. September be­endeten Bericht-woche verschiedenen entgegengesetzt wirkenden Einflüssen au-gesetzt. Während einerseits die sich an die Marokkofrage und die tripolitanische Angelegenheit knüpfenden Befürchtungen sowie die im Anschluß an da- voraussichtliche Scheitern der kanadischen ReziprozitätSvertragS erfolgte Auf- wärt-bewegung der nordamerikanischen Getreidebörsen zur Befestigung Anlaß gaben, drückten anderseits große Fülle an Ware, steigender Bankdiskont und die Möglichkeit der Er­schwerung der Getreideausfuhr durch Wiedereinführung deS JndentitätSnachweifeS. DaS Ergebnis war, daß der Preis­stand gegen die Vorwoche eine wesentliche Veränderung nicht erfahren hat, aber immerhin schließlich eine entschiedene Neigung zur Abschwächung erkennen ließ. Hauptsächlich ist diese Gestaltung der Dinge der außergewöhnlich großen Fülle an Ware, besonder- in Brotgetreide, zuzufchreiben. Die Land­wirte haben die durch Trockenheit ihnen ausgenötigte HinauS- fchiebung der Feldarbeiten zum AuSdreschen deS Getreide- be­nutzt und eS bei den hohen Preisen geraten gefunden, flott zu verkaufen. Bei der großen Trockenheit de- diesjährigen Ge­treide- ist die Mehlergiebigkeit um 45 Proz. gesteigert und da- Mehl selbst ergibt mehr Brot, weil es beim Teig­machen eine etwa um 5 v. H. erhöhte Aufnahmefähigkeit für Wasser hat. Der Mehlverbrauch ist demnach ein verhältnis­mäßig geringer. Daneben trägt die verminderte AuSsuhr dazu bei, die großen Vorräte fühlbarer zu machen. In Hafer ist daS Konsumgefchäft nach wie vor lustlos, Kahnladungen wurden zu ziemlich niedrigen Preisen verkauft, die Provinz hat ihre Forderungen aber kaum ermäßigt. Für Gerste sind die russi- scheu Forderungen williger geworden. Am letzten Tage der BerichtSwoche stellten sich die Notierungen für den Dezember­termin wie folgt: Weizen 209,00 Mk., Roggen 186,75 Mk., Hafer 183 25 Mk., MaiS 168,00 Mark.

Yemitedler.

(Große W e r t s a ch e n d i e b st ä h l e.) Bei der Juwelierfirma Friedrich Weilandt in Stettin wurde nachtS ein schwerer Einbruch verübt. Die Diebe hatten sich in daS HauS einschließen lassen und vom Keller auS die Gewölbe durch­brochen. Sie raubten Brillanten und Silberzeug im Werte von 80 000 Mark. AuS PariS wird gemeldet: Einbrecher statteten dem Juwelierladen der Firma Catenot u. Peyon in der Rue Saint-Denis in Pari- einenBesuch" ab, wo sie einen Geldschrank der neuesten Konstruktion erbrachen. Den Räubern fielen Wertgegenstände in die Hände, die eine Summe von 200 000 Franken repräsentieren.

(Mit 144000 Mark flüchtig geworden.) AuS Saarbrücken wird gemeldet: Ein 19jähriger Angestellter der Depositenkasse Sulzbach deS Saarbrücker Bankhauses Gebrüder Röchling ist am Freitag nachmittag mit 144 000 Mark, die er von der Saarbrücker Hauptkaffe nach Sulzbach bringen sollte, geflüchtet.

Ein unaufgeklärtes Jagdunglück be­schäftigt die ungarischen Behörden. Ein Preßtelegramm be­richtet darüber: AlS der sächsische Kämmerer Baron Max Burk vor einigen Tagen auf einer Besitzung deS Grafen Geza Andraffy eine Jagd mitmachte, stürzte der ihm zugeteilte Förster Sztojka plötzlich zu Tode getroffen neben ihm nieder. Baron Burk, der wegen unvorsichtiger Tötung unter Polizeiaufsicht gestellt wurde, gab an, er habe zweimal auf einen Hirsch ge- schoffen, jedoch nicht getroffen. Plötzlich krachte ein Schuß, woher, wiffe er nicht, der den Sztojka getroffen habe. Der Kämmerer wurde zunächst auf freiem Fuß belasten, mußte aber aus Ehrenwort erklären, jederzeit der Staatsanwaltschaft zur Verfügung zu stehen.

(Noch eine Frage.) Eine- TageS saß ich, so er­zählt der Mitarbeiter einer englischen Zeitjchrist, in meiner ge­wohnten Ecke im Restaurant, als ich am Tische neben mir einen Herrn auf etwas umständliche Art Austern bestellen hörte. Immer wieder rief der vorsichtige Herr den Kellner zurück, und eS entspann sich folgende Wechselrede:Hören Sie, Kellner, bringen Sie mir ein Dutzend Nativcs."Ja­wohl, Herr." Der Kellner ging.He, Kellner!"Ja, Herr?" Gebacken, hören Sie."Jawohl, Herr."He, Kellner, sorgen Sie aber dafür, daß eS nicht zuviel wird."Gewiß, Herr."Ja, und dann noch, Kellner . . ."Ja, Herr?" Achten Sie daraus, daß sie gerade nur einen Spritzer Zitrone in jede Schale tun I"Jawohl, Herr."Noch eins, Kellner, nur ganz wenig Butter, wenn Sie servieren."Schön, Herr." He, Kellner . . ."Ja, Herr?"Vergessen Sie auch nicht Pfeffer und Salz!" Das war für den armen Ritter der Serviette denn doch zuviel. Jetzt kam er aus freien Stücken noch einmal zurück und sagte:Ja, Herr, noch eine Frage . . ."Nun?" antwortete der Gast gespannt.Wünschen Sie sie mit oder ohne?"Mit oder ohne wa-?"Perlen, Herr", sagte der Kellner und verschwand.

Hetzte Nachrichten.

Wien, 1. Oktober. Der Aviatiker Ingenieur Sablatnig, der mit dem Passagier Seidel von Wiener Neustadt nach Wien hin- und zurückflog, hatte eine Höhe von 400 Metern erreicht, als der Apparat in Brand geriet. Die Maschine stürzte mit großer Schnelligkeit zur Erde. Der Flieger wurde unversehrt unter den Trümmern hervorgezogen. Sein Passa­gier hatte schwere Verletzungen erlitten und mußte nach dem Krankenhaus gebracht werden.

Hoek van Holland, 1. Oktober. Der deutsche Schleppdampfer Thor, der gestern mit einem nach Hamburg bestimmten Leichter von hier abgefahren war, ist heute zurück- gekehrt, da der Leichter gesunken ist. Seine auS sechs Köpsen bestehende Besatzung ist ertrunken.

Düsseldorf, 1. Oktober. In Oberkassel wurde während eines Streite- zwischen Ausständigen und Arbeitswilligen ein Arbeiter erstochen.

London, 1. Oktober. Bei Sturm im Kanal strandete bei Boulogne der Dampser König Friedrich August von der Hamburg-Amerika-Linie. Er wurde gegen den Wellenbrecher getrieben und liegt noch dort. Zahlreiche Schleppdampfer kamen besonder- aus Dover, um Hilfe zu bringen. Der Dampfer hat mehrere hundert Passagiere für Amerika an Bord, außer den Offizieren und der Mannschaft.