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Warenhandel von TripoliS soll in AuSgang und Eingang 20 Millionen FrkS. betragen. Deutschland ist daran mit noch nicht 400 000 Mk. beteiligt. Wäre sür unsere Kaufleute etwas Erhebliches in Tripolis zu holen, so würden wohl mehr als ganze 8 Deutsche im Lande sitzen, wie eS jetzt der Fall ist. Immerhin wird bei anständiger Verwaltung — bester als die türkische wird die italienische auf jeden Fall sein — mit einem gewissen Ausschwung zu rechnen sein. Aber die Natur deS Landes setzt ihnen Grenzen. Ueber die Verwertung von Tripolis als Ackerbaukolonie sind die Ansichten sehr ver­schieden. Jedenfalls wird jeder einzelne Bauer in TripoliS den Italienern so teuer zu stehen kommen, daß dasselbe Geld, in Sizilien, Unteritalien oder die Campagna hineingesteckt, da­gegen eine glänzende Anlage bedeuten würde. Man wird also sagen dürsen, daß daS Wertobjekt, um daS der Krieg entbrennt, nicht so hoch ist, daß Gewinn oder Verlust für die Krieg-parteien überwältigend sein wird. Für die Türkei ist TripoliS ein längst abgeschnürteS und säst abgestorbenes Glied, für Italien wird eS voraussichtlich eine harte Last werden. Daß die türkischen Truppen in TripoliS sich tapfer schlagen werden, nehmen alle Kenner an, auch ohne den optimistischen Schätzungen zuzustimmen, die man jetzt vielfach hört. Das Schicksal dieses letzten türkischen BesitzeS in Nordafrika ist aber nicht aufzuhalten. DaS Kräfteverhältnis ist wegen deS schlechten Stande- der türkischen Marine ungleich. Die tripo- litanischen Truppen kämpsen also aus verlorenem Posten — ein ehrenvoller Kamps!

Zwei türkische Torpedoboote vernichtet.

Rom, 30. September. Die Agenzia Stesani meldet: DaS Marineministerium hat folgender Telegramm aus Capo Santa Maria die Leuca erhalten: Die Torpedoboot-zerstörer „Artigliere" und „Corrozicre" haben heute vormittag bei Prevesa einen feindlichen Torpedoboot-zerstörer und ein Tor­pedoboot in den Grund gebohrt. „Corroziere" befindet sich auf der Fahrt nach Tarent, wohin eS eine gekaperte Jacht begleitet. Der Torpedoboot-zerstörer „Alpino" hat einen Dampfer mit griechischer Besatzuntz aufgebracht, der, von Norden kommend, im Begriffe war, in den Hasen von Prevesa mit fünf türkischen Offizieren, 162 türkischen Soldaten und einer großen Menge Munition und Getteide einzufahren. Die Italiener hatten keine Verluste.

Konstantinopel, 1. Oktober. Die hier verbreiteten und in- Ausland telegraphierten Nachrichten über Kämpfe zwischen der türkischen und der italienischen Flotte werden kategorisch dementiert. Den letzten der türkischen Preffe er­teilten Informationen zufolge befindet sich die türkische Flotte in Sicherheit und soll heute nachmittag in den Dardanellen eintreffen. Das Preßbureau teilt mit, daß da- Marine- Ministerium der hiesigen Preffe verboten habe, andere al- amt­liche Meldungen über die Flotte zu veröffentlichen. Der Chef­redakteur eine- türkischen Blatte-, der eine Extraausgabe mit der salschen Meldung veranstaltete, daß die türkische Flotte mehrere italienische Kriegsschiffe vernichtet habe, wird kriegs­gerichtlich verfolgt.

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Konsta ntinopel, 1. Oktober. ES wird behauptet, daß der Psorte eine Depesche zugegangen sei, nach welcher die Italiener gestern nachmittag 3 Uhr unter Deckung von drei Kreuzern und vier Torpedobooten die Landung bei Prevesa außerhalb der Schußweite der Kanonen der Festung begonnen hätten. Die RedifS von Hanina seien mobilisiert worden.

TripoliS, 30. September. Das italienische Geschwader hat heute früh lOVa Uhr dar Feuer aus die Forts der Stadt eröffnet.

Bari, 1. Oktober, Wie versichert wird, kreuzen mehrere türkische Torpedoboote aus dem Adriatischen Meere und be­drohen die Dampfer, die die Adria zu durchqueren oder an der Küste von Dalmatien, Montenegro und EpiruS entlang zu sahren suchen; die Handelsschiffahrt stockt.

Athen, 1. Oktober. Die Gerüchte über Mobilmachung der griechischen Truppen werden von amtlicher Stelle dementiert.

Pari-, 1. Oktober. Zu der Meldung über daS von dem italienischen Geschwader gegen die Fort- von TripoliS eröffnete Bombardement läßt sich die Agence Havas weiter melden, daß daS Feuer aus die Fort- bereits unmittelbar nach dem Beginn wieder ausgehört habe. Die türkischen Truppen seien im Begriff TripoliS zu räumen und sich in da- Innere deS Landes zurückzuziehen.

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Antlitz aus die gefalteten Hände sinken und fleht mit einer Inbrunst, wie sie vielleicht nie nie gebetet hat, zu ihrem Gott, daß er ihr helfe, das Rechte zu tun. Allmählich findet sie ihre Ruhe wieder — wenigstens äußerlich — und langsam mit gebeugtem Kops und gesenkten Lidern geht sie die Treppe hinab, ihn zu begrüßen. Vor dem Empfangszimmer bleibt sie eine Sekunde zögernd stehen, dann tritt sie ein.

Wie sie den Kops hebt, kommt der junge Offizier leuchtenden AugeS lebhaft aus sie zu. „Endlich!" spricht er mit glückstrahlendem Gesicht, indem er ihre beiden Hände erfaßt.

„Warum find Sie gekommen?"

Bei dem hoffnungslos traurigen Ton und Blick stutzt er und blickt sie befremdet an.

„Sagt Ihnen das nicht Ihr eigenes Herz? Ich habe lange gewartet, Geliebte, und bin nun gekommen, mir endlich meinen Lohn zu holen."

„Halt!" stößt sie in höchster Erregung hervor, „ach, wenn sie wüßten, wie ich Tag und Nacht darum gefleht habe, Sie möchten mich vergeffen haben!"

„Was soll das heißen?" ruft er angstvoll.

„Wie soll ich Ihnen da- sagen?" haucht sie, halb von ihm abgewendet.

„Sir lieben mich nicht mehr?"

„O doch, doch! — Hören Sie mich ruhig an und tragen Sie er mit mir. Wir können nie, nie einander an­gehören. Ich muß Sie gehen heißen, und wenn mir da» Herz darüber bricht."

Er legte seine Hand auf ihre Schulter. „Dorle, sagen Sie mir — war könnte uns jetzt noch trennen?"

Der Augenblick ist gekommen, sie muß es ihm jetzt sagen; und unter Tränen und Schluchzen gesteht sie:

„Sterbend nahm er mir da- Versprechen ab, mich nie wieder zu verheiraten. Er war seine letzte Bitte, und er hatte mich doch so lieb."

„Er hatte Sie lieb — und forderte ein solches Versprechen von Ihnen?! — Und Sie?"

„Ich gab er ihm."

„DaS war Wahnsinn!" stieß Georg leidenschaftlich hervor,

Neueste Meldungen.

Konstantinopel, 2. Oktober. Der Wali von Janina meldet von gestern: Zwei italienische Panzerschiffe bombar­dierten auS der Ferne die türkischen Torpedoboote im Hasen von Reschadie, wobei ein Torpedoboot beschädigt wurde. Die italienischen Schiffe liefen sodann in den Hasen ein, feuerten gegen die Stadt und beschädigten einige Gebäude leicht. Dann bohrten sie die Torpedoboote in Grund, woraus sie den Hasen verließen. Die italienische Flotte lief auch den Hasen von Murto an und nahm dort den Hasenkapitän und drei Barkensührer gefangen.

Konstantinopel, 1. Oktober. Der italienische Ge- schästSträger ist heute abgereist.

S 0 s i 0, 1. Oktober. Mehrere ehemalige Bandenführer auS Mazedonien organisierten eine Freiwilligenlegion zum Kampse gegen die Türkei. Sie beabsichtigen, morgen dem italienischen Gesandten ihre Dienste anzubieten.

Wien, 1. Oktober. Die italienische Regierung erklärte hier offiziell, daß die Meldung der „Agence HavaS" von einer italienischen Truppenlandung bei Prevesa unrichtig sei. Hier verlautet gerüchtweise, der Kaiser habe die Mobilmachung der österreichischen Flotte und deS sünszehnten Armeekorps von Sarajewo angeordnet. Eine Bestätigung oder ein Dementi ist momentan nicht zu erhalten.

Konstantinopel, 2. Oktober. Gestern mittag um 2Va Uhr nahmen die Italiener Prevesa nach schwerem Bombardement ein. Viele Gebäude wurden zerschossen, darunter daS Muteffarisat. Eine große Anzahl Einwohner wurde ge­tötet. Die Stadt wurde von 1600 italienischen Soldaten be­setzt. Zehn türkische Bataillone sind nach Prevesa abgegangen. Zum Kommandanten in Albanien wurde der auS dem Albanesen- Ausstand bekannte Schafid Pascha ernannt.

Aus > und Ausland.

Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt: Zu der in der Preffe verbreiteten Nachricht, daß daS Stempelsteueramt die Stiftung eines von Sr. Majestät für den Sitzungssaal des Rathauses bestimmten Kaiserbildes al-schenkungS- steuerpslichtig angesehen habe, können wir mitteilen, daß die Oberzolldirektion Berlin sich nach näherer Prüfung der Begleitumstände sür die Steuerfreiheit jener Schenkung ausgesprochen hat und der zuständige Finanzminister dieser Auffassung beigetreten ist.

Der Vaterländische Frauenverein hat aus Anlaß der hundertjährigen Wiederkehr deS Geburtstages Weiland Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Augusta zur bleibenden Erinnerung an seine hohe Begründerin einen Kaiserin Augusta-FondS gestistet, der der Begründung und Unterhaltung von Gemeindepflegestationen sowie der Förderung deS SchwesternwesenS dienen und so zur Ausgestaltung der Einrichtungen beitragen wird, die der Heimgegangenen besonders am Herzen lagen. Der Kaiser und die Kaiserin haben sür diesen Kaiserin Augusta-FondS ein gemeinschaftlicher Gnaden­geschenk von Zehntausend Mark bewilligt.

Die Zolleinnahmen deS Reiches vom 1. April bis 31. August 1911 haben gegen daS Vorjahr ein Mehr von 66 Millionen ergeben. Dieser Mehrbetrag wird voraus­sichtlich zum größten Teil dem zur Durchführung der Witwen- und Waisenversorgung bestimmten FondS zufließen.

AuS Hamburg, 1. Oktober, wird gemeldet: Hier wurde heute früh durch Anschlag die Nachricht verbreitet, daß daS österreichisch-ungarische Generalkonsulat Mitteilung gemacht habe von einer Mobilisierung in Oesterreich- Ungarn. Da- österreichisch, ungarische Generalkonsulat hat demgegenüber dem Wollffschen Telegraphenbureau sofort er­klärt, daß diese Nachricht den Tatsachen nicht entspricht, und daß ihm von einer Mobilisierung in Oestereich-Ungarn nicht daS Geringste bekannt ist.

Mit Zustimmung der Kaiser- und nach eingehenden Be­sprechungen mit einer Anzahl von Generälen und anderen Offizieren, sowie hervorragenden Männern der Lehrer- und Beamtenschaft, deS Handels und der Industrie, hat der General- seldmarschall Freiherr von der Goltz, Generalinsprkteur der 6. Armeeinspektion in Berlin und Mitglied deS preußischen Herrenhauses, den Plan gesaßt, eine Bereinigung

„ein solcher Versprechen kann nicht bindend sein. Reden Sie! — Warum wenden Sie sich ab von mir? Unmöglich können Sie doch ein derartige- Gelübde halten."

„Ich muß!" Wie traurig, wie hoffnung-lo- klang e-.

„Wenn er sie wahrhaft geliebt hätte, wäre er nur aus Ihr Glück bedacht gewesen. Er war ein grausames, ein schändliche- Verlangen von ihm!"

„Nicht doch! — Sie reden von einem Toten!"

Mit heftig erregten Schritten durchmaß Georg mehrmals da- Zimmer. „Und Sie find entschlossen," sagte er endlich, vor ihr stehen bleibend, „den selbstsüchtigen Wunsch eine- Sterbenden zu erfüllen, der vielleicht garnicht wußte, war er sagte? — Wenn sie mich wirklich liebten, würden Sie dar kein Hindernit sein laffen."

„Ich liebe Sie, aber ich kann mein dem Toten gegebene- Versprechen nicht brechen."

„Die Lebenden sind mehr zu berücksichtigen als die Toten! Dorle! Geliebte, lassen Sie Ihr eigene- Herz ent­scheiden."

„Wenn Sie mich lieben, so sagen Sie nicht» mehr,„ bat Dorle in tiesbekümmertem Ton. Trotzdem bot er feint ganze UcberretzungSkunst auf, daß sie anderen Sinne» werde.

Dorle blieb aber fest.

„So sagen Sie mir wenigsten-, warum Sie den Baron heirateten?" fragte er, al» er seine letzte Hoffnung schwinden sah.

Ihr blasses Gesicht wurde dunkelrot unter seinem Blick. Jetzt konnte sie ihm die Wahrheit sagen; und mit zitternder Stimme gestand sie ihm, wie alle» gekommen war. „Ich dachte ja nur an Alsred", schloß sie, „e- geschah ja alle» nur ihm zuliebe. Meinen Sie, daß ich unrecht tat?"

„Ja und nein", antwortete Georg traurig, „nein, von Ihrem Standpunkt au», ja, wenn Sie wußten, daß diese Heirat uns beide unglücklich machen würde."

„Ich dachte, Sie würden mich vergessen."

„Sie vergessen? — Vergißt der Mensch so leicht, oder beurteilen Sie mein Herz nach Ihrem eigenen?" versetzte er bitter. „Nein, nein," setzte er in verändertem Tone hinzu,

„Jung-Deutsch land" inS Leben zu rufen, die eine Zentralisierung aller bisher bestehenden Bestrebungen zur Hebung der nationalen Eigenschaften und Wehrhastigkeit der deutschen Jugend darstellen wird und ihren weitgehendsten Ausbau beabsichtigt. Die neue Organisation richtet sich an die Jugend zwischen dem 14. und dem 19. Lebensjahre und wird be­stimmt die weitgehendste Unterstützung seitens unserer HeereS- Verwaltung erhalten.

Bei der Reich-tagSstichwahl in Düss eldors erhielten Haberland (Soz.) 39 264 Stimmen, Dr. Friedrich (Z.) 36111 Stimmen. Haberland ist somit gewählt.

Die Kleinsiedlung auf den Berliner Rieselfeldern macht erfreuliche Fortschritte. Für den Anbau von Gemüse kommt nach einer Mitteilung der Berliner GüterdirektorS Schröder im „Archiv sür innere Kolonisation" eine Fläche von 4000 Hektar in Frage. Aus daS Hektar der Rieselfelder wird eine Durchschnitt-ernte von 350 Doppel-Ztr. zugrunde gelegt. Aus Grund der vorliegenden Erfahrungen ergibt sich, daß ein Pächter, der mit seiner Familie arbeitet, von drei Hektar Rieselland leben und ohne fremde Hilfe wirt­schaften kann. Er hat bei einer Pacht von 300 Mk. für daS Hektar und nach Abzug der Steuern und Abgaben sowie sämtlicher Unkosten eine jährliche Reineinnahme von 3000 Mk. Eine Erweiterung deS Gemüsebau- aus den Rieselfeldern findet stetig statt. Schon viele ehemalige Rieselseldarbeiter, Rieselwärter und sogar landfremde Sommerbeiter haben sich vom einfachen Arbeiter zum wohlhabenden Pächter empor- gearbeitet.

Die neue französische Antwort auf die letzten deutschen Marokko-Vorschläge weicht in einigen Punkten von der deutschen Fassung ab, ohne daß indes grundsätzliche Fragen davon berührt werden, ein Scheitern der Verhandlungen also ausgeschlossen erscheint. Der Ministerpräsident Caillaux teilte dem Präsidenten FalliöreS die im Ministerrat beschlossenen NachtragSinstruktionen in der Marokko-Angelegenheit an den Botschafter Cambon mit. Diese Anweisung geht, wie ver­lautet, dahin, daß Frankreich den deutschen Wunsch nach einer Abänderung der daS Schutzbefohlenenwesen regelnden Kon­vention von Madrid damit beantworte, daß in absehbarer Zeit, und zwar nach der in PariS erhofften Verständigung mit Spanien jener Konvention der Boden vollständig entzogen sein würde. Im Hinblick daraus soll Herr Cambon sich be­mühen, den Verzicht Deutschlands auf alle Abänderungen in dieser Beziehung zu erreichen, da man sich in PariS doch in der Konsularger ichtSbarkeitSsrage nach Möglichkeit entgegen­kommend zeige.

Aus Lissabon, 30. September, wird berichtet: Die Polizei von Oporto hat in der vorigen Nacht eine große Zahl von Klerikalen und reaktionär gesinnten Persönlichkeiten verhaftet, die in eine Verschwörung zum Zwecke deS Umsturzes verwickelt sind. Die Regierung hat energische Maßregeln ergriffen und die Verhafteten aus zwei Kriegs­schiffen transportieren lassen, die sie hierher bringen sollen. Hier und in Oporto herrscht jetzt vollkommene Ruhe. Im Distrikt von Oporto ist eS zu einigen Ruhestörungen gekommen, die mit dem erwähnten eben gescheiterten Umsturzversuch in Verbindung zu bringen sind. Sie sind durch die nach Oporto gesandten Truppen energisch unterdrückt worden. Die Regierung hat eS aber nicht für nötig gehalten, die konstitutionellen Garantien zu suspendieren.

Aus Provinz u. Dachbargebiet

* (Vier neue Maschinengewehrkompagnien beim XI. Armeekorps.) Am 1. Oktober werden beim XL Armeekorps auS den provisorisch errichteten Maschinen- gewehrkompagnien etatSmäßige Maschinengewehrkompagnien formiert werden. Die Kompagnien tragen die gleichen Nummern wie die Regimenter, denen sie zugeteilt sind und erhalten die Bezeichnung „Maschincngewehrkompagnie." Der Etat der Kompagnien besteht auS 1 Hauptmann, 3 Oberleutnants oder Leutnants, 1 Feldwebel, 9 Unteroffzieren (einschließlich 1 Fahnenschmied und 1 Waffenmeister-Unteroffizier) 1 Kapitulant, 1 Sanitätsunteroffizier, 6 Gesreiten und 53 Gemeinen, von denen 11 Fahrer sind. Jede Kompagnie erhält 2 Reit- und 20 Stangen- und VorratS-Pserde. Zugeteilt werden je eine Kompagnie dem Jns.-Regt. Nr. 83 Cassel, Kompagniesührer Hauptmann Neuhos; Jns.-Regt. Nr. 71 Erfurt, Kompagnie­sührer Hauptmann Ritzlcr; Jns.-Regt. Nr. 32 Meiningen, Kompagniesührer Hauptmann Gazert; und Jns.-Regt. Nr. 94 Weimar, Kompagniesührer Hauptmann v. Schmeling.

* (D i e M ä u s e p l a g e.) Man schreibt der „Fuld. Ztg." vom Lande: „Während bei den Vorsommerarbeiten der Land­mann noch zahlreiche Mäuse aus Feldern und Wiesen antraf,

als ihr tief vorwurfsvoller Blick ihn traf, „ich wollte Sie nicht kränken. Die Enttäuschung macht mich bitter; und der Gedanke, war uns sür immer trennt, bringt mich halb von Sinnen."

„Sie find ein Mann — und die ganze Welt steht Ihnen offen — Geschehene- läßt sich nicht ungeschehen machen — wir müssen unS damit abfinden, so gut eS geht — und dürfen uns niemals Wiedersehen."

Einen Moment senkte sein Blick sich in ihre stahlblauen Augen, dann trat er dicht zu ihr heran, drückte sie eine Minute zärtlich an sich und preßte seinen ersten und letzten Kuß auf ihr schönes, geisterbleicheS Gesicht. Im nächsten Augenblick hatte die Tür sich hinter ihm verschlossen.

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Zehn Jahre sind verstrichen. Georg Scherling- hat sich nach Südwestasrika abkommandieren lassen. Dort hat er sich ein trauliches, friedliche- Heim gegründet, hat Frau und Kinder.

Trotz seiner kaum vierzig Jahre hat sein einst dichtes dunkles Haar sich gelichtet und zeigt hie und da wohl ein­zelne Silbersäden, sein Gesicht aber hat fein frische-, frohes AuSsehen wiedergefunden, daß seine Frau stolz in dem Be­wußtsein ist, den schönsten Mann de» Regiment- ihr eigen zu nennen. Sie selbst ist keine Schönheit, aber eine gute, prak­tische Frau, die ihren Mann vergöttert und ihren Kindern die beste Mutter ist.

Heute ist ein besonderer Festtag im Hause. Haupt­mann Lenz, ein früherer Regimentskamerad Georgs, ist ihr Gast.

(Schluß folgt.)

— (Bon der eigenen Frau best0hlcn.) Einem Großkaufmann in Straßburg wurden aus rätselhafte Weise aus einem verschlossenen Zimmer 24,000 Mk. in barem Gelde ge­stohlen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben, daß als Diebin nur die Frau des Bestohlenen in Betracht kan>> Diese gab nach längerem Leugnen auch den Diebstahl zu.