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Reziprozitätsabkommen die Einleitung zur künftigen Ein­gliederung Kanadas in den amerikanischen Staatenbund sein würde. Im englischen Mutterlande ist man naturgemäß mit dem Ausfall der Wahlen sehr zufrieden, da durch dasselbe die Besorgnisse hinsichtlich deS amerikanisch-kanadischen Abkommens, von dem man eine Lockerung der Beziehungen zwischen Eng­land und Kanada fürchtete, zerstreut erscheinen.

Blicken wir zum Schluß noch kurz auf außereuropäischen Boden hinüber, so steht inPersien der entscheidende Kamps zwischen den Regierungstruppen und der Streitmacht Solar ed DaulehS, deS Bruders des früheren Schahs Mohammed Ali, bevor, während in der chinesischen Provinz S z e t s ch w a n die aufrührischen Bewegungen ihrem Ende entgegenzugehen scheinen. Doch dürste er noch längere Zeit dauern, ehe die aus dem Widerstände gegen die Eisenbahnverstaatlichung Her­vorgegangene Gärung daselbst völlig erloschen sein wird.

Raiserin Augusta.

(Zu ihrem 100. Geburtstage, 30. September.)

Der heutige Tag ruft die Erinnerung wach an die erste deutsche Kaiserin aus dem Hohenzollernhause, an die edle Fürstin, die fast 28 Jahre hindurch an der Seite Kaiser Wilhelms des Großen den preußischen Thron schmückte und mit diesem 59 Jahre in glücklicher Ehe verbunden war; denn heute find 100 Jahre verflossen, seit Kaiserin Augusta in der Musenstadt Weimar als zweite Tochter des Erbprinzen Karl Friedrich von Sachsen-Weimar und Enkelin der GroßherzogS Karl August, deS Freundes Goethes, geboren wurde. Wie wir, werden noch spätere Geschlechter ihrer in Pietät und Dankbarkeit gedenken, hat sich die hohe Frau doch durch ihre Menschenliebe und ihre Samariterarbeit einen RuhmeS- kranz geflochten, der ihren Namen mit der Geschichte jener Jahre, in denen Preußen und Deutschland zur Weltmacht emporwuchsen, für immer verknüpft hat; alk barmherzige Schwester aus dem Throne hat sich Kaiserin Augusta unver­gängliche Verdienste erworben. Ihre großartige LiebeSarbeit hat die sozialpolitische Herrscherarbeit ihres hohen Gemahl­in weitem Umfange ergänzt.

Lebhaften Anteil hat sie gehabt an einer der großartigsten Schöpsungen edler Menschlichkeit, deyr Zustandekommen der Genfer Konvention im Jahre 1864, in der auf ursprüngliches Betreiben der Genfer Gelehrten Henri Dunant in seinem BucheUn Souvenir de Solferino (Eine Erinnerung an Solferino) die zivilisierten Völker ihre Zustimmung gaben zu Gesetzen, durch welche die Greuel deS KriegeS gemildert wurden. Der Kern dieser Gesetze ist der Gedanke, daß die feindlichen Soldaten nach ihrer Verwundung nicht mehr Feinde, sondern nur noch kranke, hilflose Menschen seien, die als solche bei Freund und Feind ausgenommen und be­handelt und gepflegt werden sollen, daß ferner daS zur Unterstützung der Kampfunfähigen bestimmte Sanität-personal einschließlich der Geistlichen unverletzlich und nebst seinen persönlichen Dienern und Helfern nicht angegriffen, getötet, der Freiheit beraubt noch an seiner Habe geschädigt werden und die Ausübung seine- Berufe- auch im Herrschaftsgebiete deS feindlichen HeereS fortsetzen dürfe. Im Jahre 1865 übernahm die Königin den Vorsitz deSPreußischen Landes» vereinS zur freiwilligen KriegSkrankenpflege", der unter dem NamenRote- Kreuz" in allen Städten deS deutschen Vater­landes Zweigvereine bildete. So wurde sie der Mittelpunkt der über ganz Deutschland verbreiteten Vereine, die für die Truppen im Felde und für die Verwundeten sorgten.

Ihre Liebling-schöpfung und daS Hauptwerk ihre- Lebens ist derVaterländische Frauenverein", den sie am 11. No­vember 1866 in- Leben gerufen hat. AuS den blutigen Kämpfen von 1866 hatte die hohe Frau die Ueberzeugung gewonnen, daß die unentbehrliche Hilfeleistung der Frauen in Krieg uud Notstand aus einer zufälligen, vorübergehenden zu einer ständigen Einrichtung auSgebaut werden müsse, und diese Einrichtung ist derVaterländische Frauenverein", der ähnlich gestaltet ist wie daSRote Kreuz", aber in erster Linie die deutschen Frauen und Mädchen zur Mitarbeit heran- zieht, und zwar nicht nur im Kriege, sondern auch im Frieden durch augenblickliche Hilfeleistung bei Seuchen, Wasser- und FeuerSgesahren und sonstigen Notständen. BiS zu ihrem Tode hat Kaiserin Augusta denVaterländischen Frauen­verein" mit hoher Fürsorge und unvergleichlichem Verständnis gefördert, das bezeugt die Tätigkeit des Vereins während der deutsch-französischen KriegeS. Aber auch, durch schwere körper­liche Leiden geschwächt und durch den Verlust ihre- hohm Gemahl- und deS einzigen Sohne- auf- tiefste gebeugt hat sie in der Linderung fremden Leids Trost für daS eigene gefunden.

Und mein Geld teile ich mit euch, nicht fo, Mutter?"

Frau Tilda streichelte sie:O Du gute-, edle- Mädchen- herz I"

Hendrik blickte sie stolz an.

Und nun reicht mir die Hand, alle," mahnte Knut,der letzte Abschied kommt!"

Am selben Abend war er hinübergeschlummert.

Man begrub ihn auf dem kleinen Dorskirchhof, wo einige Trauerweiden, vor dem Seewinde geschützt, gediehen, sonst aber nur Kreuze und Steine standen.

Trauer herschte im Lotsenhause; als Nachfolger de- Vaters aber ernannte die Regierung Hendrik zum Lotsen und Führer deS Rettungsbootes, Uwe aber zu seinem Stellvertreter.--

* * *

Nach einigen Wochen ging Uwe finster und allein umher, denn er zürnte Hendrik, dessen zärtliche Blicke, die auf Frigga gerichtet waren, er wohl bemerkte. Tat sein Bruder nicht, als gehöre ihm Frigga bereit- als Braut! Da- war ein furcht­barer Gedanke für den starken und leidenschaftlichen Uwe. Hatte er selbst nicht gleiche Rechte an sie? DaS Blut der Liebenden rollt heiß durch die Adern, dasjenige Uwes war in ganz besonderem Maße heiß. Nein und nein, Hendrik durfte dieses schöne Mädchen nicht alS Frau heimsühren!"

Mit bösen, finsteren Blicken ging Uwe umher.

WaS hast Du, Uwe?" fragte die Mutter.

Nicht-!" gab Uwe mürrisch zurück.

Ist Dir etwa- nicht recht?" fragte Hendrik.

Ach, quält mich nicht!" rief er unwirsch.

Habe ich Dir weh getan?" fragte Frigga schüchtern.

O nein, nein!" beteuerte Uwe.

So sei gut!" mahnte Frigga.

Er ging dann einigermaßen mit ihm. AlS aber Uwe sah, daß Frigga am Grünen Donner-tag nach dem Gotte-dienst mit Hendrik in den Garten ging, da ballte er zornig die Hände und murrte:

DaS geht nimmer gut! Einer von unS beiden ist hier zu viel! Er oder ich!"

Diese Stimmung wurde tagsüber noch düsterer.

Am Karfreitag früh läutete ei zur Kirche. Hendrik faß

Auch anderen Gebieten der Wohlfahrtspflege wendete die hohe Frau stets ihre volle Aufmerksamkeit zu, und be­wegten sich ihre Bestrebungen zur Förderung» neuer Humani­tät-werke auch anfangs oft in engeren Bahnen, so haben doch dann im Lause der späteren Jahre die von ihr gepflanzten Keime eine Fülle von Blüten gezeitigt, wie die Begründung von Lungenheilstätten, die Errichtung von Pflegeheimen, Er­holungsstätten, Ferienkolonien, Arbeitergärten, die Anstalten zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit, die Ausbildung von Wochenpflegelinnen und die Schaffung deS Verbandes deutscher Krankenpflegeanstalten vom Roten Kreuz.

So jfie^t die Kaiserin Augusta, die Samariterin von GotteS Gnaden, im Zeichen des Roten Kreuzes neben- dem alten Kaiser, dem Ritter der Eisernen Kreuze-, beide ein ebenso schlichte- wie große- Kaiserpaar mit der Signatur: Wenn da- Leben köstlich gewesen ist, so ist eS Mühe und Arbeit gewesen. Mit. und Nachwelt haben daS Andenken der Kaiserin Augusta geehrt durch Denkmäler auS Erz und Stein, die in deutschen Landen ihr gesetzt worden find, aber daS gewaltigste Denkmal, aere perennius, ist daS, welche- sie sich selbst gesetzt hat: der Vaterländische Frauenverein.

ItitschlliO und kie Triz-liWre.

Der wegen der Absichten Italien- aus die türkische Provinz Tripolis auSgebrochene ernste Konflikt zwischen Italien und der Türkei bringt Deutschland zweifellos in eine schwierige Lage. Einerseits ist Deutschland der Verbündete deS Apenninen- KönigreicheS und als solcher verpflichtet, ihm mindesten- seinen moralischen Beistand in dem Streit mit der Türkei zu gewähren, anderseits steht aber Deutschland zur Psorte in intimen freund­schaftlichen Beziehungen, die in letzter Zeit immer stärker ge­worden sind, und welche Deutschland auch der Türkei gegenüber gewiffe Verpflichtungen auferlegten. Deutschland kann aber unmöglich gleichzeitig für Italien und die Türkei Partei er­greifen, sodaß sich daS Deutsche Reich entweder für den einen oder für den anderen der beiden streitenden Teile entscheiden müßte, war man aber in Berlin begreiflicherweise nicht will. Sein BündniSverhältniS zu Italien verbietet eS ihm von vorn herein, irgend welche Schritte zu unternehmen, welche auch nur im entferntesten als gegen diese Macht gerichtet betrachtet werden könnten. Aber ebenso würden seine ausgeprägt sreund- schastlichen Beziehungen zu der Türkei und die sehr beträcht­lichen wirtschaftlichen Interessen Deutschlands im türkischen Orient Schritte nicht zulassen, welche als gegen die Türkei gerichtet auSgelegt werden könnten. Sobald sich Deutschland der Pforte gegenüber Italien in dem tripolitanischen Streit­fälle annehmen würde, so wären hiermit natürlich die Sym­pathien, welche man noch immer im größten Teile deS italienischen Volkes für Deutschland hegt, mit einem Schlage vernichtet und daS Ausscheiden Italiens auS dem Dreibünde wäre besiegelt, wosür dann Frankreich und England Italien freudigst in ihre Entente ausnehmen würden. Eine offene Parteinahme Deutschlands für seinen Verbündeten in der tripolitanischen Streitfrage jedoch würde ebenso ficher die leb­haften Sympathien, deren sich Deutschland im türkischen Volk und weiter bei den Völkern deS Islam- überhaupt erfreut, vernichten und seine auSgebreiteten wirtschaftlichen Interessen im gesamten Orient aufs schwerste gesährden. Man hat eS unter den Bekennern deS Islams noch nicht vergessen, daß einst Kaiser Wilhelm, alS er im November 1898 in DamaSkuS weilte, in einer Rede erklärte, er werde zu allen Zeiten der Freund des Sultans und der Mohammedaner fein, und gerade diese Aeußerung aus dem Munde der Kaisers hat nicht zum wenigsten dazu beigetragen, Deutschlands Stellung und Deutschlands Ansehen bei den orientalischen Völkern zu stärken und zu befestigen, mit welcher vorteilhaften Position eS aber vorbei wäre, wenn die deutsche Politik eine offene Schwen­kung nach der italienischen Seite hin machen würde. Also kann Deutschland auS gewichtigen Erwägungen auch nicht gegen die Türkei austreten, ebenso wenig wie gegen Italien. Hieraus ergibt sich nun für die Stellungnahme der deutschen Politik in dem italienisch-türkischen Streithandel eine sehr schwierige Situation, Deutschland darf weder den einen noch den anderen Teile vor den Kops stoßen, und aus dieser Zwangslage ergibt sich für Deutschland der einzig annehmbare Ausweg, mit allen diplomatischen Mitteln zu versuchen, den entstandenen schroffen Gegensatz zwischen Italien und der Türkei zu mildern und im Interesse der Erhaltung deS euro­päischen Friedens aus eine sriedliche Lösung dieses Konflikt- hinzuarbeiten.

Ein Ultimatum Italiens.

Paris, 28. E'pumber. Wie in hufigkn ilolitnijchen

mit seinem Gesangbuch in der kahlen Laube bei Gartens, ali Uwe, ebenfalls zum Kirchgang gerüstet, herau-kam.

Finster grüßte er Hendrik.

Mensch, waS hast Du nur?" fragte Hendrik besorgt. Bist Du krank?"

Ja!" entgegnete Uwe.Hier!"

Er zeigte auf das Herz und fügte bei:Meinst Du, es fei mir gleichgültig, wenn Du mit Frigga schön tust?"

Hendrik erschrak.Warum sollte ich nicht?" fragte er bescheiden.

So, habe ich nicht gleiche- Recht wie Du?"

Du liebst sie?" fragte Hendrik tonloS.

Ja, gerade so wie Du!"

Hendrik errötete und gestand dann:

Ja, bei Gott, Du sprichst die Wahrheit!"

ES klang feierlich.

Dabei öffnete sich leise FriggaS Fenster ein wenig.

Nun", fuhr Uwe rauh fort,so kann er nicht bleiben! Einer kann nur die Braut besitzen! Drum schlage ich vor, wir würfeln darum, wer der Glückliche ist, der gewinnt die Braut, der andere geht, ohne noch ein Wort über sein Unglück zu sagen, auf zehn Jahre in die Fremde!"

Und daS am heiligen Karfreitag?" fragte Hendrik bestürzt. Und wenn Dich nun Frigga nicht liebt? Außerdem wie sündig ist das ganze Spiel?"

Bist Du vielleicht feige? Oder glaubst Du, Dein Antlitz sei schöner alS mein ehrliches Gesicht?" höhnte Uwe.

Uwe, wie du sprichst, entgegnete Hendrik,macht da- Gesicht denn die Liebe? Nein da- Herz!"

Larifari" entgegnete Uwe leichthin, Du würfelst oder I

Halt", gab hier Hendrik zurück,ich würfele, eS ist besser alS ein Kamps um- Leben. Gott vergebe Dir! Aber nicht heute, morgen soll eS geschehen.

Gut, aber Du schweigst?"

Ja, ich schweige!"

Abgemacht!"

Er wandte sich leichthin der Mutter zu, die jetzt gerade mit Frigga erschien, und rief:Guten Morgen Mutter."

Wo warst Du?" fragte sie.

Kreisen versichert wird, ist daS türkische Transportschiff Dema von der italienischen Flotte beobachtet worden, wie eS in Tripolis Munition, Waffen und Truppen landete. Die italienische Flotte hat dies absichtlich nicht verhindert. Die italienische Regierung hat jedoch auS diesem Akt Anlaß ge- nommen, ein Ultimatum nach Konstantinopil zu richten und um dessen Erledigung binnen 24 Stunden nachgesucht. Zwei Divisionen der italienischen Flotte liegen in diesem Augenblick vermutlich bereits vor Tripolis und falls eine befriedigende Antwort von Konstantinopel heute nicht erfolgt, will Italien sofort zur Ausschiffung und Landung schreiten.

K o n st a n t i n o p e l, 28. September. Wie Tanin meldet, wird Italien verlangen, daß in Tripolis keine Be­festigungen errichtet und keine türkischen Garnisonen unterhalten werden. Angesicht- dieser unerfüllbaren Forderung ist eine Verschärfung deS Konflikte- zu befürchten.

Rom, 28. September. Der Minister de- Auswärtigen hat an den Geschäftsträger in Konstantinopel eine Depesche gerichtet, worin die Beschwerden Italiens wegen Tripolis auf- gezählt werden und besonders die Bewegung gegen italienische Untertanen als eine Gefahr für Italien bezeichnet wird. Zum Schluß wird gesagt, daß die Ankunft von türkischen Militär- tran-porten in Tripolis die Lage verschlimmere und der italienischen Regierung die Pflicht auserlege, der drohenden Gefahr vorzubeugen. Die italienische Regierung sei entschlossen, zu einer militärischen Besetzung zu schreiten. Die Psorte möge Anordnungen treffen, daß dies aus keinen Widerstand stoße. Eine Antwort wird innerhalb 24 Stunden verlangt.

Pari-, 28. September.Echo de Pari-" schreibt: Bei dem Zustand der öffentlichen Meinung in der Türkei ist die Antwort auf da- Ultimatum der italienischen Regierung nicht zweifelhaft. Es wird negativ lauten und Italien wird seine Drohung au-führen. Wir können nur bedauern, daß freundschaftliche Arrangements nicht zustande gekommen sind. ES scheint, daß man sich in Rom etwa- unüberlegter Weise zu dieser Handlung habe hinreißen lassen. Italien wird vielleicht eines Tages bedauern, daß es sich die Sache nicht genügend überlegt und nicht aus die Ratschläge seiner Freunde gehört hat. Es ist jedoch wahrscheinlich, daß Verwicklungen im Orient vermieden werden. Denn alle Großmächte stimmen in diesem Augenblick darin überein, daß der Frieden unter keinen Umständen gestört werden dürfe.

Bus Jn- und Ausland.

Se. Majestät der Kaiser hörte gestern im Jagd­schloß Rominlen die Vorträge deS Chefs des Marinekabinetts, Admirals v. Müller und deS Chef- des Admirals? ^bes der Marine, Vizeadmirals v. Heeringen.

Von den drei Differenzpunkten, die den Abschluß der deutsch-französischen Vereinbarungen über Marokko, soweit die allgemeinen Garantien in Frage kommen, bisher verzögert haben, ist der eine durch Vergleich beigelegt worden. Die meisten Schwierigkeiten macht bei den Verhandlungen die Einigung über die Konsulargerichtsbarkeit. Der im Ministerium bei Aeußern in Pari- eingetroffene Be­richt de- Botschafter- Cambon besagt im Wesentlichen, daß von den drei zuletzt noch strittig gewesenen Punkten einer zur beiderseitigen Zufriedenheit erledigt ist, während die beiden übrigen noch in der Schwebe bleiben. Minister de SelveS hatte hierüber, sowie über die von Kiderlen im übrigen Text gewünschten kleineren Abänderungen bezw. Ergänzungen eine Beratung mit Caillaux. Von anderer Seite wird gemeldet, daß die Frage der Konsulargerichtsbarkeit noch immer die schwierigste ist, da Frankreich in dieser Angelegenheit durchaus auf seinem Standpunkt verharren will.

Die Zunahme deS Handels von Kamerun ist unverkennbar. DaS letzte Vierteljahr 1910 zeigt gegen­über dem gleichen Zeitraume bei Vorjahres in der AuSfuhr eine Zunahme bei Handels von 70 700 Mk., in der Einsuhr eine solche von 1904 655 Mk. Der zunehmende Tabakanbau tritt in der HandelSstatistik merkbar in Erscheinung; denn seine Einfuhr hat um 22 883 Mk. abgenommen. Die Verwertung der Urwaldhölzer hat die Einführung von Bau- und Nutzholz um 12 536 Mk. gedrückt. Dagegen zeigen die Zahlen für alle Arten von Lebensrnitteln ausnahmslos Steigerung. In der AuSfuhr hat der Kakao ganz bedeutend, nämlich um 197 766 Mk. abgenommen. Auch die AuSfuhr von Palmkernen hat um 434 Tonnen abgenommen, aber bei den erhöhten Preisen wurde trotz der verringerten Menge deren Wert um 140 968 Mk. höher angegeben als die AuSfuhr im Vorjahre. Die GummiauSsuhr nahm der Menge nach um 22 690 Kilogramm zu, dem Werte nach um 34 773 Mk. ab. Hier zeigt sich so

Draußen, den schönen Morgen zu genießen!"

Jetzt schwankte auch Frigga herbei. Sie grüßte scheu, denn sie hatte heimlich gehört, daß die Brüder um sie würfeln würden.

Frigga blieb ernst und wortkarg. Hendrik und Uwe wurden aber scheu und unruhig und liefen am Strande herum.

(Schluß folgt.)

Unwetterverheerungen.

Reggio (Kalabrien), 28. September. Ein heftiger Ge- wittersturm wütete in Bagnara; der Bahnhof wurde über­schwemmt und daS umliegende Land verwüstet. Einige Baracken stürzten ein. Fünfundzwanzig Menschen sollen um- gekommen sein. Eine Hilfsaktion wurde sofort eingeleitet. Einige Leichen sind bereit- geborgen. Die AufräumungSar- beiten nehmen raschen Fortgang.

Lissabon, 28. September. Die Zeitung O Mundo meldet, daß die kleine Küstenstadt Espinho an der Eisenbahn LissabonPorto durch eine furchtbare Stürmflut vollständig zerstört wurde. DaS Wasser drang bis tief in bai Innere der Stadt und schwemmte zahlreiche Häuser hinweg. Viele Personen fanden bei der Katastrophe den Tod.

Saloniki, 28. September. AuS verschiedenen Teilen der Provinz laufen Berichte ein über schwere Schäden, die durch Ueberschwemmungen und Hagelschlag angerichtet wurden. In Strumitza wurden vierzehn Häuser von den Fluten fort« gerissen.

Belgrad, 28. September. Heftige Gewitter haben große Strecken Serbiens verwüstet. Bei Pirot wurde die Bahnstrecke auf mehrere Kilometer Länge überschwemmt. Blitz­schläge töteten drei Personen, zwei Militärposten wurden ver­wundet.

Aachen, 28. September. Heute früh erschoß der 40jährige frühere Buchhändler Brücken den gleichaltrigen Offer- wann im Hau-flur. Wie es heißt, wollte Offermann seine bei Brücken hausende Frau zurückholen, wobei ei zu einem 1 Streit und der Tat kam.