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Division Thüringen, Ostfriesland und Helgoland, die, an ihren Bojen nahe der Hohenzollern vertäut, in diesen Tagen die Ehrenbezeigungen im Hasen zu erweisen hatten. Mit ihrer Artillerie erweckten sie Interesse und Bewunderung aller. Bald nach 9 Uhr Vormittags hatten sich am Buelker Feuerschiff in der Kieler Bucht sämtliche Begleitschiffe versammelt, um zunächst die Vorbeisahrt der Hohenzollern, deren Nahen durch den von Kiel herüberdröhnenden Abschiedssalut angekündigt wurde, abzuwarten. Um 10 Uhr kam daS Kaiserschiff, hinter ihm daS Depeschenboot Sleipner, in Sicht. Gleichzeitig setzte sich die bei Gabelsflach liegende Hochseeflotte mit dem KurS aus die Hohenzollern zu in Bewegung. Inzwischen hatte sich daS Wetter ausgeklärt, die Sonne durchbrach plötzlich daS Gewölk, und nun bot sich dem Auge ein maritimes Schauspiel, wie eS die Ostsee in dieser Pracht noch nicht gesehen. Den Be- gleitdampsern voraus tras die Hohenzollern gegen lOVi Uhr Vormittags auf die Spitze der Flotte, die sogleich mit dem Kaisersalut von 33 Schüssen einsetzte. Die Schiffe führten im Vortopp die deutsche, im Großmast die österreichisch-ungarische KriegSflagge, das Linienschiff Preußen führte die Flagge mit dem preußischen Adler.

Zur weiteren Ausführung des Fleischbeschau- gesetzes haben die preußischen Minister des Innern, für Handel und für Landwirtschaft sowie der Finanzminister an die Regierungspräsidenten insbesondere zur Beseitigung von Zweifeln und Verschiedenheiten bei der Handhabung der Vorschriften sür die Einführung und Untersuchung ausländischen Fleisches neue Anweisung ergehen lassen. Nach der Fleisch- beschau-Zollordnung sind die Zollstellen befugt, Fleisch, das bestimmungsgemäß nicht eingesührt werden darf, selbständig ohne Vermittlung der Beschaustellen von der Einsuhr zurück- zuweisen, sobald die verbotswidrige Einsuhr bei der Zollstelle ermittelt wird. Die Beanstandungen sollen sich aber nicht immer lediglich auf diejenigen Tierkörper und Fleischstücke be­schränken, die krankhafte Veränderungen oder Mängel auf- weisen, sondern sie sind unter Umständen aus ganze Sendungen zu erstrecken, selbst wenn die Mängel nur an einem Teile der Sendungen sestgestellt werden. Es muß daher in allen Fällen geprüft werden, ob Teile einer Sendung solche Mängel auf­weifen, die eine Beanstandung der Gesamtsendung bedingen. Um den Beschaustellen diese Prüsung zu ermöglichen, sollen die Zollstellen von der Befugnis zur selbständigen Zurück­weisung verbotswidrig eingesührten Fleisches im allgemeinen nur bei Beanstandung ganzer Sendungen Gebrauch machen. Teilbeanstandungen sollen durch die Zollstellen nur in solchen Fällen ausgesprochen werden, in denen die Wiederausfuhr der verbotswidrig eingesührten Teile sür die Beurteilung des Restes der Sendung durch die Beschaustelle bedeutungslos ist.

Als sicher dars angesehen werden, daß die E i n n a h m e n aus der letzten Reichssinanzresorm auch im Etat für 1912 wieder etwas höher als im vorjährigen zum Ansatz gelangen werden. Man wird sich erinnern, daß wegen der Höhe dieser Ansätze schon verschiedentlich die letzte ReichS- finanzresorm in Mißkredit zu setzen versucht worden ist. Während die ursprüngliche Finananzresorm eine Summe von 500 Millionen Mark erbringen sollte, wurde der Ertrag der schließlich vom Reichstage genehmigten Finanzvorlagen aus etwa 413 Millionen Mark geschätzt. Die Regierung stellte diese Summe aber nicht in den ersten, nach der Resorm zu bewilligenden Etat, den für 1910, ein, sie ging vielmehr von der durch srühere Erfahrungen bestätigten Anschauung aus, daß neue Zölle und Steuern erst nach einigen Jahren zum Beharrungsstadium gelangen. Im Etat für 1910 erschienen als Einnahmen auS der Reichsfinanzreform etwas über 290 Millionen Mark. Dieser Etatsanschlag ist, wie heute mit­geteilt werden darf, durch die Wirklichkeit um 18 Millionen Mark überschritten worden. In dem Etat für 1911 ist der Anschlag aus über 320 Millionen Mark erhöht worden. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird dieser Anschlag nicht nur von der Wirklichkeit erreicht, er dürfte vielmehr mit einer Summe überschritten werden, die noch über den Ueberfchuß des Jahres 1910 hinauSreicht. Bei einer derartigen Sach­lage ist e- natürlich, daß der Ansatz der Einnahmen aus der letzten Reichsfinanzreform im Etat 1912 wieder einer Er­höhung unterzogen werden wird, wenngleich auch namentlich unter Berücksichtigung der diesjährigen Ernteverhältnisse Vor­sicht geboten ist. Soviel aber darf als wahrscheinlich bezeichnet werden, daß die in den Etat für 1912 einzustellende Summe nicht mehr allzuweit hinter dem für daS BeharrungSstadium erwarteten Ertrage zurückbleiben wird, und eS darf weiter die Erreichung dieses Beharrungsstadiums in einer ziemlich nahen Zeit in Aussicht gestellt werden. Auf jeden Fall hat die tatsächliche Entwicklung der aus der letzten Reichsfinanz- resorm stammenden Einnahmen der Regierung recht gegeben

für bare Münze, verliebte sich in sie und heiratete sie."

Es tat Tea so weh, daß ihr Vater, ihr armer, verstorbener Vater, sich so leicht hatte düpieren lassen.

Aber Sie, Monsieur, was taten Sie?" fragte sie.

Ich? Ja, was sollte ich tun? Ich mußte mich fügen. Als sie mit ihren Entschluß mitteilte, ihren reichen, deutschen Grafen heiraten zu wollen, da wußte ich, daß jeder Einwurf meinerseits vergebens gewesen wäre. Ich will Sie schonen, Ihnen nicht wiederholen, waS sie mir versprach. Darin hat sie Wort gehalten, daß sie nach ihrer Verheiratung mir wiederholt ganz ansehnliche Geldsummen geschickt hat."

Und die nahmen Sie?"

Ja, als Preis für ihr Geheimnis; ich verschwieg ebenso, daß sie keine d'Este sei, als auch, daß sie einet herumreisenden Zirkustruppe angehört hatte."

Wie schrecklich!" murmelte Tea und strich sich über die Augen.

Als ich von dem Tode Ihres Herrn Vaters las", fuhr jener fort,schrieb ich ihr und erinnerte sie an ihr Versprechen. Einzig und allein aus diesem Grunde kam sie damals nach Paris. Das weitere wissen Sie. Sie versprach mir die Ehe, sobald die Etikette eS erlaubte. Inzwischen lud sie mich aus das Schloß ein. Fragen Sie sie selbst, ob sich nicht alles genau so verhält, wie ich eS Ihnen hier erzähle."

Das ist ganz überflüssig", bemerkte die Gräfin so leicht­hin,ich leugne es garnicht. Magst Du, Tea, von der Dir soeben gemachten Eröffnung über mich Gebrauch machen, welchen Du willst mir gleich. Du aber, Du Verräter, Du Feigling, geh' mir auS den Augen! Wir find fertig miteinander, haben nichts mehr miteinander zu schaffen, Ich sage Dir hiermit Adieu hoffentlich auf Nimmerwieder­sehen !"

Lächelnd, daß man zwischen den roten Lippen die perlen­weißen Zähne sah, und tiefe Grübchen in den zarten Wangen, rauschte die Gräfin mit ihrer gewohnten Anmut aus dem Zimmer, während der Franzose ihr mit zornfunkelnden Augen und mit einem Fluche zwischen den zusammengepreßten Lippen nachsah.

darin, daß neue Zölle und Steuern erst allmählich zu ihrem vollen Ertrage heranreisen und dementsprechend auch bei den EtatSschätzungen zu behandeln sind.

DieNordd. Allg. Ztg." teilt mit: Infolge deS Ver- sagenS der Schiffahrt auf einem großen Teile der Wasserstraßen sind in den letzten Wochen erhebliche Güter­mengen vom Wafferwege aus den Eisenbahnweg übergegangen. Gleichzeitig hat der Bezug von Düngemitteln für die Land­wirtschaft sehr stark und früher als sonst eingesetzt. Hierdurch, sowie durch die gesteigerten Ansorderungen der Heeresver­waltung für Manöverzwecke wird der Güterwagenpark der Eisenbahnen in einem bisher noch nicht dagewesenen Umfange in Anspruch genommen. Obgleich die deutschen Staat-eisen- bahnen ihren Park in diesem Jahre sehr verstärkt haben und am 1. Juli er. über einen Bestand verfügten, der über den deS Vorjahres um fast 7 Prozent hinauSging, stößt die Deckung des Bedarfs infolge deS unvorhergesehenen Witter- ungSeinflusses z. Z. aus Schwierigkeiten. Angesicht- der Be­schwerden, die über unvollkommene Wagengestellung laut werden, sei daraus hingewiesen, daß alle Maßnahmen zur Beschleunigung deS Wagenumlauss in Kraft gesetzt sind, um dem plötzlich ungestümen Andrang nach Möglichkeit gerecht zur werden. Für eine gleichmäßige und direkte Verteilung der Bestände wird gesorgt, auch dann, wenn Vorstellungen oder Eingaben nicht vorgebracht sind. Die beschleunigte Wciterver- stärkung deS Güterwagenparkes ist in die Wege geleitet. So werden in dem Vierteljahre vom 1. Juli bis zum 30. Sept. rund 2600 neue gedeckte Güterwagen eingeliefert werden.

Ueber die französische FlottenParade äußerte sich der Marineminister Delcaffs wie folgt: Er be­kräftigte in Toulon den Journalisten gegenüber, daß er nicht eine Parade, sondern eine nationale Kundgebung zur See beabsichtigt habe.Wenn ich jetzt den Befehl zur Ausreise gebe", betonte der Minister,so würden eine Viertelstunde später alle Gefecht-dispositionen getroffen sein." Ueber die Besetzung der Schiffe vom TypDanton" äußerte Del- caffe:Vor Tagen fehlten noch 300 Mann an Bord jeder dieser Einheiten. Heute fehlen nur noch 54. Ich hätte alle Einheiten von TypDanton" hier präsentieren können, aber ich wollte nicht dem Beispiel Deutschlands folgen, daS an der Kieler Parade DreadnoughtS teilnehmen läßt, die noch nicht einmal ihre Versuchsfahrten gemacht haben." Ziemlich skeptisch sprach der Minister über daS dritte sranzösische Ge­schwader.Ja, eS ist wahr, daß unser dritter Geschwader sich nicht aus der Höhe der Zeit befindet, aber es teilt diese- Schicksal mit dem dritten Geschwader der Marinen anderer Staaten, und schließlich bleibt eS ja doch die Hauptsache, daß auf den alten Schiffen Geschütze sich befinden, die eine be- sriedigende Treffsicherheit besitzen." Die vorstehenden Aeußer­ungen des Ministers beweisen aus- neue, daß die jahrelang fortgesetzte Vernachlässigung der sranzösischen Marine, nament­lich waS die notwendige Verstärkung der Besatzungen betrifft, noch lange nicht einem besriedigenderen Stande der Dinge ge­wichen ist. Der Minister wird übrigens Gelegenheit haben, im Verlause und nach Beendigung der Seemanöver sich über den Grad der Ausbildung von Offizieren und Mannschaften sowie über die Manövrierfähigkeit der neuen und älteren Ein­heiten zu äußern. Der Minister wird hierbei noch manche weitverbreitete irrige Vorstellungen zu berichtigen haben.

Die Teuerungstumulte in Frankreich dauern nach den letzten Meldungen noch ungefchwächt fort. In Bollville bei Lille kam eS gestern erneut zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen ManisestanteN und der Polizei, wobei fünf Polizisten schwer verletzt wurden. Die Polizei attackierte mit der blanken Waffe und nahm drei Verhaftungen vor. In später Nachtstunde trafen zwei Bataillone deS 13. Jnsanterie- regiments aus Lille und zwei ESkadronS des 1. Jägerregiments zu Pserde ein, die sofort in den Kamps eingriffen. Die Aus­schreitungen nahmen einen bedenklichen Charakter an, da die Tumultuanten mit größter Entschlossenheit planmäßig vor- gingen. Polizei und Militär wurden mit einem Hagel aller Art Wursgeschoffe empsangen. Erst nachdem das Militär einige Salven in die Lust abgeseuert hatte, gelang eS einiger­maßen die Ruhe wiederherzustellen. Auch auS anderen Provinzorten liegen Meldungen über schwere Ausschreitungen gleicher Art vor.

Berichte auS Schanghai geben Einzelheiten über die UeberschwemmungSkatastrophen im $angt = fetale: Immer häufiger trägt der Schrecken deS Iangtfekiang sein sprunghafter Wechsel des WafferstandeS, Tod und Ver­derben in die sruchtbaren Provinzen Hupei und Nganhui. Die riesigen Schlammablagerungen an der Mündung ver­hindern von Jahr zu Jahr mehr ein glattes Ablausen der Hochwofferfluten. Bei der jetzigen Katastrophe stieg die Flut

Ich bin ruiniert, bin ruiniert, wenn sie mir kein Geld gibt", preßte er geisterbleich hervor.

Wie einen schnellen Entschluß fassend, fragte Tea:

Wieviel brauchen Sie?"

Wenigstens genug, um meine Schulden zu bezahlen, damit ich neuen Kredit bekomme."

Gut, ich will Ihnen einen Borschlag machen. Sie haben sich der Gräfin gegenüber zu wenig ehrenvoll gezeigt, als daß ich mich herbeilasien könnte, Sie um etwa- zu bitten aber ich möchte mir ein Versprechen von Ihnen erkaufen. Ich will Ihre Schulden bezahlen unter der Bedingung, daß keine lebende Seele weiter erfährt, waS Sie mir gesagt haben, daß Sie der Gräfin Namen überhaupt nicht wieder nennen. Ich tue das, um die Ehre deS Hauses Tannhagen zu retten, nicht etwa auS Mitleid mit Ihnen."

17.

Die ganze nächste Nacht schloß Tea kein Auge es durchschauerte sie immer bei der Erinnerung, waS sie gestern hatte hören müssen. Sie hatte nie Vertrauen zu Valerie gehabt, aber die Wahrheit übertraf doch noch ihre schlimmsten Befürchtungen. Eine herumziehende Kunstreiterin die Nach­folgerin ihrer Mutter die Herrin von Jmmenbrook! O, welche Schmach!

Die arme Tea in ihrem Stolz, ihrer Liebe zu der schönen Besitzung meinte unter die Erde sinken zu müssen vor Kummer und Gram. Den ganzen Tag verschloß fie sich in ihr Zimmer sie wollte niemand sehen, niemand sprechen.

Aber mit jeder Stunde steigerte sich ihre Erregung, daß sie schließlich meinte, schier von Sinnen zu kommen, wenn fie sich nicht gegen jemand aussprechen, jemandem ihren Kummer, ihr tiefe- Herzeleid anvertrauen konnte. Sie dachte an Dornberg. Er war ihr treu ergeben, ihm konnte fie vertrauen, er war ihr ein guter Berater.

Sie schrieb ihm ein paar Zeilen und bat ihn, gegen Abend zu ihr in den Rosengarten zu kommen. Da war eS still, da blieben sie unbelästigt von den verschiedenen Gästen, die noch im Schlosse weilten.

innerhalb weniger Stunden aus 10 Meter über den Normal­punkt. DaS Unglück brach so plötzlich herein, daß Hundert­tausende von chinesischen Bauern nicht mehr die umliegenden rettenden Höhen erreichen konnten. Die ganze Niederung gleicht jetzt einem Meer von flüssigem Lehm, unter dessen Fluten die Ernte dieser reichsten Gebiets des chinesischen Ackerbauer begraben liegt.

Aus Provinz u. Nackdargediel.

* (DaS Wetter im September.) Im September pflegt mit abnehmender Sonnenhöhe die Mitteltemperatur der BezirkS der Wetterdienststelle Weilburg in den Tälern auf 13 Grad, auf den Höhen aus 12 Grad zu sinken. Nach­mittags erreicht daS Thermometer in den Tälern durchschnitt­lich nur 18 Grad, auf den Höhen 16 Grad. Nachts pflegt daS Thermometer in den Tälern durchschnittlich schon aus 8 Grad, auf den Höhen jedoch nur sehr wenig darunter zu sinken. Sommernächte (Nachttemperatur über 15 Grad) kommen in den Tälern nur noch alle zwei Jahre einmal vor. Die Abnahme der Temperatur ist eine sehr regelmäßige: sie pflegt von 15 Grad aus 11 Grad zu sinken. Am häufigsten sind im September die Westwinde (24 Proz.), demnächst sind die Nordostwinde wieder sehr häufig (18 Proz.) Doch zeichnet sich der September durch die große Zahl von Wind­stillen auS (25 Proz., die Höchstzahl aller Monate). Auch die Bewölkung nimmt wieder zu (63 Proz. des Himmels). Die Folge der kalten Nächte sind häufige Nebel, die besonders morgens starke Bewölkung hervorrusen (77 Proz. des Himmels). Der September zeigt im Durschschnitt schon 10 trübe Tage. An 14 Tagen pflegt in normalen Septembern Regen zu sallen, an 2 Tagen in Begleitung von Gewittern. Die Regenhöhe beträgt in den Tälern durchschnittlich 60, auf den Bergen 70 Millimeter.

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):( Hersfeld, 6. September. Am vergangenen Montag wurden aus dem hiesigen LandratSamte die für den Bau der EmpfangSgebäude an der Kleinbahn H erSs eldH eimboldshausen eingegangenen Gebote geöffnet. An der Ausschreibung hatten sich ca. 20 Unternehmer beteiligt. Der Zuschlag für die einzelnen Bahnhöse wurde wie folgt erteilt: RanSbach Bauunternehmer Hermann in Heimboldshausen, SchenklengSseld Bauunternehmer Leister in Burghaun, Malkomes Bauunternehmer Noll dahier, Sorga wurde in einzelnen Losen vergeben und zwar erhielt die Maurerarbeiten Bauunternehmer Schulz dahier, die Zimmer­arbeiten Zimmermeister Bolz in Rotensee, die Dachdeckerarbeiten Georg Börner dahier und die Klempnerarbeiten^W^ K. Rosenberg dahier. Der Bau der EmpsangSgebäude foll jo gefördert werden, daß dieselben noch vor Winter unter Dach kommen.

):( Hersfeld, 6. September. Die vor einigen Tagen ausgesprochene Vermutung, daß das Z e p p e l i n ° L u s t f ch i s s Schwaben" aus seiner Fahrt von Baden-Baden nach Gotha auch unsere Stadt berühren würde, hat sich heute vormittag zur größten Freude aller Bewohner ereignet. Nachdem daS Luftschiff gegen 10.35 Uhr Fulda sowie gegen 11 Uhr Hünseld passiert hatte und sich immer an der Bahn- linie nach Bebra zu weiter hielt, schwanden auch die letzten Zweifel, daß HerSseld berührt würde. Aus die Kunde von dem Nahen deS Luftschiffes, welches auch durch die Damps- pfeifen der hiesigen Fabriken angezeigt wurde, eilte Alt und Jung in Scharen aus die Straßen und ganz besonders nach dem Peterstor zu, um den Anblick deS ersten Zeppelin-Lust- schiffeS über HerSseld zu genießen. Alle hoch gelegenen Punkte waren von einer erwartungsvollen Menschenmenge besetzt.

Er kam zur festgesetzten Zeit und ließ sich neben ihr nieder.

Keiner von ihnen ahnte, wie dieses Tete-a-Tete enden würde.

Tea erzählte ihm kurz das tagS zuvor Erlebte.

Ihre Mitteilung überrascht mich nicht", versetzte Dornberg nach kurzer Pause.Ich lebte von Anfang an der Ueber­zeugung, daß die Gräfin nicht die war, für die sie.sich ausgab. Offen gestanden, ich war betreffs ihrer Vergangenheit aus noch Schlimmeres gefaßt."

Ist das doch schlimm genug", seufzte Tea traurig. Allerdings, meine größte Besorgnis ist, daß die Gräfin einen dieser wenig gebildeten Männer ihrer Bekanntschaft zum Herrn von Jmmenbrook machen könnte waS dann?"

Dornberg zuckte die Achseln.

Ich glaube sogar bestimmt, daß sie wieder heiraten wird, und dann ist ihr Mann, wenigstens bis Egon mündig ist, unumschränkter Herr hier im Schlosse. AlSdann Komteß, ist Ihres Bleibens hier nicht mehr."

Ich gehe nicht von hier, waS auch geschehen mag! Ich muß hier auSharren bis zu Ende bis ich sterbe. Mein Hierbleiben allein gibt noch Hoffnung, den Namen, die Ehre unseres Hauses zu schützen."

Gern hätte Dornberg fie gefragt, ob sie selbst sich nicht zu verheiraten gedächte, ob sie ihr ganze- Leben dieser ehrlosen Frau opfern wolle aber er wagte es nicht.

Sehen Sie dort!" rief er plötzlich.ES sollte mich garnicht wundern, wenn in kürzester Zeit dieser Comte de Cailoux Herr hier im Hause wäre. Von allen Seiten höre ich, daß die Gräfin ihn sehr bevorzugt und deshalb dem Monsieur de Nogent den Laufpaß gegeben hat."

(Fortsetzung folgt.)

Die Unwetterschäden in Schantung sind namentlich im Osten, Westen und Süden der Provinz, beispiellos. Hunderte von Menschen sind ertrunken, die Ernte ist auf Hunderte von Quadratkilometern hin vernichtet, in der Hauptsache Bohnen und Baumwolle. In Tsingtau sind Sammlungen eingeleitet, auch auS Deutschland wird Hilft 1 erhofft.