gAefoing, und bei den Angelsachsen führte er den Namen Wildmond, weil im September der Hirsch in die Brunst geht, dann auch Gerstmond oder Obstmond, weil in ihm Gerste und Obst reisen. Der Landmann wünscht sich den September feucht, wie die alte Bauernregel sagt:
An Septemberregen Für Saaten und Reben Ist dem Bauer gelegen.
Der 2. September bringt unS mit dem Eedantage eine wichtige Erinnerung an eine große Zeit auS Deutschland- Geschichte, und der 29. September ist der Michaeli-tag, von dem eine alte Bauernregel sagt:
Wenn Michaeli- der Wind von Nord nach Osten weht. Ein harter Winter zu erwarten steht.
Der September ist eigentlich ein Gemisch von Sommer und Herbst, ein Zwischending von Leben-höhe und Absterben.
-(Gesellen- und Gehilsinnenprüfungen 1911.) In nächster Zeit finden die diesjährigen Herbstge- sellen- und Gehülfinnenprüfungen statt. An denselben können sämtliche in der Zeit vom 1. Juli bi- 31. Dezember 1911 auSlernenden Lehrlinge und Lehrmädchen teilnehmen. Die Anmeldungen müssen biS zum 15. September d. J-. entweder an die Vorsitzenden der Prüsung-auSschüsse, die bei der Handwerkskammer und deren Beauftragten zu erfahren find, oder an die Handwerkskammer selbst, eingereicht werden. Denselben sind beizufügen: 1) ein kurzer selbstgeschriebener LebenS- lans deS Prüfling-, 2) das LehrzeugniS deS Lehrmeister-, 3) sonstige Zeugnisse auS der Volk--, Fortbildung-- oder Fachschule, 4) den Lehrvertrag bezw. der Nachweis über die erfolgte Eintragung in die Lehrling-rolle der Kammer, der zuständigen Innung oder Vereinigung. Besondere Aufforderungen seitens der Kammer an die Lehrmeister, die Lehrlinge zur Ablegung der Prüfung anzuhalten, ergehen nicht mehr, weil im 8 131 c Abs. 1 der Reich-gewerbeordnung diese Pflicht bei Vermeidung der Bestrasung nach § 148 Ziffer 9 b der Reich-gewerbeordnung (Selbstlose bis 150 Mark oder Hast bis zu 4 Wochen) allen Lehrmeistern und Lehrherrinen auserlegt worden ist. Die Kammer wird daher jede Zuwiderhandlung gegen die gesetzlichen Bestimmungen verfolgen. Er wird noch besonder- an dieser Stelle daraus hingewiesen, daß denjenigen Lehrlingen, die sich der Prüsung entziehen, empfindliche Nachteile in ihrem Fortkommen erwachsen und daß sie auch nach dem Lehrvertrage zur Ablegung der Prüfung angehalten werden können.
* (Zur Wetterlage.) Im westlichen Binnenlande ist unter den Einflüssen deS von Frankreich nordwest vorgedrungenen barometrischen MaximumS vielsaöy heitere- Wetter eingetreten, während in anderen Gegenden noch bewölkter Himmel vorherrscht. Da daS Hochdruckgebiet sich weiter nach Osten auSzubleiten scheint, so dürfte in den nächsten 24 Stunden eine allgemeine Abnahme der Bewölkung und nach einer ziemlich frischen Nacht morgen abermals etwa- wärmere- Wetter zu erwarten sein. Indessen wird voraussichtlich auf längere Zeit heißes Wetter nicht mehr eintreten, da in der Nähe von Island bereits eine neue barometrische Depression sichtbar ist.
-Verliehen: Dem pensionierten Fußgendarmeriewachtmeister Wilhelm S ch n a u S zu Her-feld daS Kreuz de- Allgemeinen Ehrenzeichen-.
* (P r e u ß i s ch e K l a s f e n l o t t e r i e.) Am Montag, den 4. September läuft die ErneuerungSsrist sür die Lose dritter Klasse 225. Lotterie ab.
Cassel, 31. August. Der AuSmarsch der hiesigen Truppen in die Manöver wird, nach den bisherigen Bestimmungen, sich wie folgt vollziehen. Während daS 1. Kurh. Feldartillerie- Reg. Nr. 11 bereit- in vergangener Woche den Marsch in daS Manövergelände Thüringen angetreten hat, rückt da- Kurh. Trainbataillon Nr. 11 am 1. September ab. Die ersten Quartiere werden in Großalmerode und Helsa bezogen. Am 8. Sept. begibt sich ein Kommando vom Trainbataillon Nr. 11, bestehend au- 10 Viergespannen, zur Teilnahme an den Kaisermanövern nach Schle-wig-Holstein. DaS Jns.-Regt. von Wittich (3., Kurh.) Nr. 83 verläßt Cassel am 6. September, um zuerst in Witzenhausen und Umgegend einquartiert zu werden, während da- Oberelsässische Jns.-Regt. Nr. 167, daS die ersten Quartiere in Lichtenau und Walburg bezieht, am 8. September die hiesige Garnison verläßt.
Dienheim, 28. August. Einen qualvollen Tod erlitt das 8 Jahre alte Söhnchen des Winzer- Nikolaus Köth von hier infolge einer Blutvergiftung, die eS sich durch den Tritt in einen rostigen Nagel zugezogen hatte. Man beachtete die unscheinbare Wunde nicht weiter, bis durch Eindringen von Schmutz eine Blutvergiftung eintrat, die trotz vorgenommener Operation den Tod deS Jungen zur Folge hatte.
Rotenburg, 30. August. Der Bürgermeister Döring in Lichterode versehlte gestern abend die Richtung auf dem Heimweg und ertrank in der Fulda. Heute früh wurde die Leiche von einem Fischer ausgesunden, ohne daß die Angehörigen eine Ahnung hatten.
Frankenberg, 31. August. In Ernsthausen brach heute eine gewaltige Feuer-brunst auS. Nachmittags waren bereitS 5 Häuser niedergebrannt. DaS sechste steht in Flammen. Man vermutet, daß daS Feuer durch eine Lokomobile beim Dreschen entstanden ist.
Bon der oberen Weser, 31. August. Wie bereit- gemeldet, sind am Anfang dieser Woche größere Mengen Fische, meist Barben, in der Oberweser eingegangen, wenigstens 3 bis 4 Zentner. Dieses Fischsterben ist wahrscheinlich auf absichtliche Vergiftung der Fische zurückzusühren, wosür auch der Umstand spricht, daß man erst von Helwarth-hausen an abwärts vorbeitreibende Fische beobachtet und am Sonntag sehr srüh zwischen Hameln und Helwarth-hausen Leute am User gesehen wurden, die die Fische in Säcke ausjammelten.
Rüsselsheim, 30. August. Nach den jetzigen Feststellungen der Staatsanwaltschaft über die EntstehungSursache des Brandes bei Opel steht sest, daß der Brand mit aller Wahrscheinlichkeit seine Ursache in der Eigenartigkeit und gewissen Gesährlichkeit deS sehr ausgedehnten Betriebe- hat. Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, daß eine gewisse Un° Vorsicht da- Auskommen de- Feuer- unterstützt hat, doch hat sich bisher irgend eine Fahrlässigkeit in keiner Weise nachweisen lassen. Auch die Vermutungen, die sich in Bezug aus Brandstiftung gegen einzelne entlassene oder sonstige Personen gerichtet haben, ließen bi- jetzt keinen bestimmten Verdacht aufkommen.
Dillenburg, 29. Angust. Hier hat ein gewisser Sauerland wegen eine- Mädchens einen jungen Ziegelarbeiter erstochen. Der Täter wurde sestgenommen.
Egftedt, 30. August. Ein schweres Jagdunglück er* Mete sich am Sonntag auf der hiesigen Feldflur. Ein ^'furter Jäger schoß aus Rebhühner, dabei traf er den hinter "nem Busch sitzenden, seine Pseife rauchenden Jagdausseher sprecht. Eine Anzahl Schrotkugeln drangen dem Getroffenen die Brust und in ein Auge, da- sofort au-lief. Der Schwerverletzte wurde in eine Erfurter Privatklinik ge
schafft. Den unglücklichen Jäger kann bei dem Unfall keine direkte Schuld treffen.
Mühlhausen, 29. August. Recht nette Zustände in einer hiesigen Fleischerei sörderte die heutige Schöffengericht-- Verhandlung zu Tage. Wegen Vergehen- gegen da- Nah- rungSmittelgesetz wurde der Fleischermeister Richard H. zu 400 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Amt-anwalt hatte sechs Wochen GesängniS beantragt. Nur durch seine bisherige Unbescholtenheit entging der Fleischermeister dem Gefängnis. Ein Landwirt in Cammerforst nahm an einem Stück Rindvieh eine Notschlachtung vor. Der Angeklagte erhielt Kunde von dieser Notschlachtung; er suhr nach Cammersorst und taufte daS notgeschlachtete Tier zum Preise von 25 Psg. für daS Psund. Dieses Fleisch verarbeitete der Angeklagte teil- zu Wurst, indem er eS mit Schweinefleisch vermengt, teils verkaufte er mit 80 Psg. da- Psund. DaS Tier war vom KreiStierarzt Lövel in Langensalza als minderwertig gekennzeichnet, da es an Herzbeutelwaffersucht erkrankt war.
Altenburg, 31. August. In Thuer bei Schelchwitz wurde heute vormittag eine Frau Sittel, deren Mann im Verdacht steht, im Nachbarort Feuer angelegt zu haben, als Leiche auS der Preiße gezogen; unweit davon wurden auch die Leichen ihrer beiden kleinen Kinder gefunden. Wahrscheinlich trieb der Gram über die Tat ihre- Manne? die Frau in den Tod.
Bon der Edder, 29. August. Gestern war der Schmiedemeister Meuser von Affoldcrn damit beschäftigt, Stroh wegzulegen; dabei brach seine Frau, die ihm hals, durch den Scheunenboden und stürzte aus die harte Tenne. Der herbei- gerufene Arzt stellte schwere innere Verletzungen sest und ließ die Kranke al-bald in daS Krankenhaus zu Bad Wildungen übersühren.
Bad Wildungen, 29. August. In einer Villa in der Huselandstraße hat sich heute srüh ein zur Kur hier weilender Herr auS Rußland erschossen. Verschiedene Anzeichen lassen darauf schließen, daß derselbe die Tat in einem Ansall von Geistesstörung auSsührte.
Mainz, 30. August. Als gestern abend 9 Uhr 20 Minuten ein Lastautomobil der Mainzer Aktienbrauerei, vom Rheingau kommend, über die Straßenbrücke wollte, versagte ungefähr in der Mitte der Brücke die Steuerung, und daS Auto brach entzwei. Der vordere Teil des Fahrzeuge- flog in den Rhein und riß ein Stück de- Brückengeländer- mit sich. Die beiden Lenker det Wagen- retteten sich durch Abspringen. Da- Geländer selbst hängt im Rhein an einem Sicherheit-nachen. Da- in den Rhein gefallene Vorderteil de- Automobil- ist bi- jetzt noch nicht ausgefunden worden. Der Unfall verursachte eine große Verkehrsstörung.
Eisenach, 29. August. Ein schrecklicher Unglücksall ereignete sich gestern nachmittag gegen 5 Uhr in der Waschanstalt „Edelweiß". Dort neckten sich mehrere Mädchen, von denen eine-, die als Plätterin beschäftigte Erna Köchert, in einem nach dem Hofe hinautgehenden Fenster de- Platter«- räume- saß. Plötzlich stürzte die Unglückliche infolge der Neckereien au- dem Fenster zwei Stockwerk hoch hinab und fiel mit dem Kops nach unten aus ein dort befindliche- Stocket und schlug dann mit dem Rücken dort aus. Anscheinend schwer verletzt wurde sie durch die Sanität-kolonne nach dem Diakonissenhau- geschafft.
Uermircdter.
— (50. Passagiersahrt de- Lustjchijse- „Schwabcn".) Wie aus Friedrich-Hasen gemeldet wird, hat da- Zeppelinlustschiff „Schwaben", seitdem eS am 15. Juli von der deutschen Luftschiffahrt-gesellschaft übernommen worden ist, gestern von Baden-Baden auS seine 50. Passagiersahrt gemacht. Selbst in der für Ballonfahrten äußerst ungünstigen Hitzeperiode hat die „Schwaben" demgemäß jeden Tag einen Flug mit Passagieren ausführen können. Insgesamt wurden bei den 50 Fahrten 6100 Kilometer zurück- gelegt, was einer Strecke von Berlin nach Kairo und zurück entspricht. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit betrug 53 Kilometer in der Stunde. Außer einer Besatzung von durchschnittlich 11 Köpfen wurden 583 Passagiere mit durch die Lüfte geführt.
— Dortmund, 31. August. Die drei Söhne einer Bergmann- in Lütgen-Dortmund spielten mit einer Dynamitpatrone, die sie im elterlichen Hause gesunden hatten, und brachten sie zur Explosion. Alle drei find schwer verletzt worden. Dem einen wurde ein Auge au-gerissen, dem zweiten ein Teil der linken Hand abgerissen, dem dritten drang ein Teil der Patrone in den Leib.
— Karl-ruhe, 31. August. In Gengenbach brannte heute Nacht da- Anwesen der Familie Borsig nieder. Sech- Personen kamen in ten Flammen um.
— (Neue Unwetter in Tirol.) AuS Jnn-bruck wird gemeldet: Hier wütete ein heftige- Gewitter mit Orkan Viele Blitze zündeten. Nächst Hall brannte ein Hau- ab. Viel Vieh ist in den Flammen umgekommen. Von einem Gasthaus in Windegg bei Hall wurde da- Dach abgerissen und weit sortgeschleudert. In St. Gerold (Vorarlberg) kamen beim Brande eine- HauseS zwei kleine Kinder um.
— Ueber den Brückenein sturzin Unteren* gadin, bei dem 12 italienische Arbeiter getötet und 5 schwer verwundet wurden, werden folgende Einzelheiten gemeldet: Da- Unglück in Brail ereignete sich aus der rechten Seite deS Jnn, wo die Eisenbahnlinie den au- Val Mela herabkommenden Wildbach überschreitet. Dort wurde ein steinerner Viadukt in Höhe von 50 Meter über die Schlucht gezogen. Zu diesem Zwecke war ein Holzgerüst mit großen Bogen errichtet worden. Die Arbeiter waren eben daran, die Steinbrücke zuzuschlagen, das heißt den Schlußstein abzubetten. Die Arbeit hätte nur noch wenige Stunden erfordert, als daS Un» glück hereinbrach. Plötzlich, 6 Uhr 25 Minuten, begann sich die Brücke zu senken. Ein markerschütternder Schrei ertönte, und mit lautem Krachen stürzte die große Brücke in die Tiese. Als die Staubwolke sich verzogen hatte, bot sich den Umstehenden ein schrecklicher Anblick dar. Ein riesiger Trümmerhaufen von Stein und Balken. Zunächst eilten die Bürger von Brail und CinuSkel zur Stelle; die Aerzte der benachbarten Dörser wurden telegraphisch herbeigerufen und unterdessen traf auch auS Zernez Hilse ein. Eine große Schar Italiener, die Genossen der Verunglückten, umstanden stumm und vom Schrecken gelähmt die Unglück-stätte und starrten in die Tiese, unfähig, etwa- zu tun. ES wurde dann fieberhaft bis in den Morgen hinein gearbeitet, um die Verunglückten zu bergen. Ein Arbeiter war von der Brücke in die Tiefe aus eine Tanne gesprungen und wurde wunderbarer Weise gerettet.
— Bern, 28. August. Ein junges Liebe-paar wollte auf einem Notsteg im Handeckpark den Aarfluß überschreiten. AlS sich die beiden unvorsichtig an daS morsche Geländer legten, zerbrach diese- und beide stürzten in den tosenden Abgrund deS KardeckflusseS und ertranken.
Kettle Nachrichten.
Memel, 31. August. In dem Dorfe Skeepten floh, der „Vofsischen Zeitung" zufolge, nach einem Ehestreit eine BauerSsrau mit ihrem Kinde in einem Kahn über den Gilge- fluß. Der Mann verfolgte sie schwimmend und erreichte den «ahn mitten im Fluß. Im Handgemenge mit der Frau stürzte der Kahn um. Da- Ehepaar und sein Kind ertranken.
Warschau, 31. August. In Rembertow sind bei Schießübungen der Artillerie durch die Explosion eine» Geschosse- zwei Personen getötet und vier Landleute schwer verletzt worden.
Sankt Quen tin, 31. August. In dem Kampse gegen die Verteuerung der LebenSmittelpreise ist eS auch heute wieder zu ernsten Zwischensällen gekommen. Fast alle Fleischer« und Bäckerläden wurden geplündert und verwüstet. Trotzdem Polizei und Truppen ausgeboten waren, steckten die Ruhestörer da- HauS eine- Kaufmannes, daS sie au-geplündert hatten, und mehrere Läden von Pächtern in Brand.
Berlin, 31. August. Versuche mit telesonischen Einrichtungen in den Eisenbahnzügen anzustellen ist die preußisch« heffische StaatSbahnverwaltung, dem Vernehmen nach, geneigt. Die Neuerung ist bereit- über das gesamte englische Bahnnetz verbreitet.
Berlin, 1. September. Der Inhaber der zusammengebrochenen Firma Ramdor u. Co., Bankier Wiechert, ist gestern nachmittag am User deS MöllenseeS als Leiche aufgesunden worden. Nach den bisherigen Feststellungen hat Wiechert ungefähr 200 000 Mark an Depot- unterschlagen.
Chemnitz, 31. August. Da- Hotel „Zum RathauS" auf dem Sportplatz in Obnwiesenthal ist vollständig ab« gebrannt. Der Besitzer Keller ist in den Flammen umgekommen. __________
Ossenburg, 31. August. Ueber den Brand in Gengenbach berichtet der „Ortenauer Bote": Ein furchtbarer Brand hat heute nacht Gengenbach heimgefucht. Gegen 1 Uhr brach in dem Wohngebäude deS ZimmermannS Karl Börschig Feuer auS. DaS Gebäude bestand au- drei Stockwerken, von denen da- erste unbewohnt war, den zweiten Stock hatte die kinderlose Familie Börschig inne und den dritten bewohnte der Maurer SieverS mit Frau und sechS Kindern. DaS abgebrannte HauS liegt neben der Armbrust- schen Weinhandlung, von der ebensall- ein Schuppen durch den Brand vernichtet wurde. DaS Feuer griff mit so rafenber Schnelligkeit um sich, daß nur 4 der Siever-schen Kinder gerettet werden konnten, während an die Rettung der übrigen Bewohner deS HauseS nicht mehr zu denken war. Verbrannt sind der Zimmermann Karl Börschig und Frau und der Maurer SieverS mit Frau und zwei Kindnn. Bis heute früh,9 Uhr waren 5 Leichen geborgen, von denen nur die Jndentität der Frau Börschig sestgestellt werden konnte, während die übrigen vollständig verkohlt sind. BiS 11 Uhr vormittag- war die sechste Leiche noch nicht geborgen. Der Gebäudeschaden beträgt 10 biS 15 000 Mark. Ueber die Entstehung-ursache ist noch nicht- bekannt.
Berlin, 1 September. Eine allgemeine Ansammlung der Elektromonteure Berlin» gab gestern ihre Zustimmung zu dem Beschlusse bet VntrauenSmännnvnsammlung, der dahin geht, die bisherige Taktik zu ändern und Tarifvnträge zwischen den Organisation-vereinigungen mit jeder einzelnen Firma abzuschließen.
Berlin, 1. September. Nachrichten auS Saloniki zu- solge, bestätigte Richt«, daß er sich bei seiner Absahrt von ElaffonS, bevor er von den Räubern gesangen wurde, durchaus nicht geweigert habe, mehrere Gendarmen zur Begleitung mitzunehmen, er erhielt eben nur zwei. Anfang- wurde er viel herum geschleppt. Seine Nahrung bestand aus Brot, Eiern, Milch und Käse. Manchmal war nicht- vorhanden. Die Räuber peinigten ihn sortgesetzt mit TodeSdrohungen, die sich immer ernster gestalteten je länger da- Lösegeld au-blieb. Er war sehr froh alS er seine Freilassung ersuhr und in die Machtsphäre der Türkischen Behörden, die ihn immer lieben-- würdig behandelten, kam.
Brüssel, 31. August. Auf den heutigen Wochen- märkten deS ZentrumS ist eS fast an allen Jndustrieplätzen zu lärmenden Kundgebungen der Frauen gekommen, die den Bauern die Preise für Milch, Eier und Butter vorschreiben wollten. In La Louviere besetzten die Gendarmen den Markt. In Jolimont und Fontaine l'Eveque mußte die Polizei die Bauern schützen.
Lissabon. 31. August. In der Deputiertenkammer laS heute der Minister der Aeußern eine Note vor, die am 24. August den autwärtigen Gesandtschaften übermittelt worden ist, in welcher die Aufrechterhaltung deS Status quo betreffend die bereits bestehenden fremden Kirchen versichert wird. Der Minister fügte hinzu, er habe niemals die Frage der Separation mit der Anerkennung der Republik zufammen- gebracht, da die Anerkennung der Republik eine Pflicht sei. Die Anerkennung durch England werde heute oder morgen stattfinden.
Oeffentlicher Wetterdienst.
Wetterdienststelle Frankfurt a. M.
Sonnabend, den 2. September 1911.
Trocken, ziemlich beiter und warm.