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Blattes gelegen ist, so eignet sie sich besonder- alS Radfahrer, und Touristenkarte. Der Preis beträgt unausgezogen 0,75 Mk., aufgezogen 1,55 Mk. Zu beziehen ist die Karte durch jede aut'e Buchhandlung sowie durch die HauptvertriebShandlung R. Eisenschmidt, Berlin NW. 7.

):( Hersfeld, 9. Juni. In der Nacht zum Dienstag bemerkte ein Beamter der hiesigen Wach- u. Schließ-Gesell- jchast an der Friedloser Straße einen Arbeiter mit seiner Frau, welche einen Handwagen voll H o l z gestohlen hatten. Nach Feststellung der Personalien wurde Anzeige erstattet.

Hanau, 7. Juni. Ein Kommando des hier garnisonierenden EisenbahnregimentS Nr. 3, bestehend auS 2 Offizieren, 6 Unteroffizieren und 50 Mann, wurde nunmehr auch auf ergangeneS Verlangen nach Gelnhausen beordert, um auch dort bei den umfangreichen Ausräumungsarbeiten in Gehöften und Feldern, die durch daS vor kurzem dort niedergegangene wolkenbruchartige Unwetter notwendig geworden sind, mit- zuhelfen. Bekanntlich waren auch unlängst fchon Mannschaften des Eisenbahnregiments zu gleichem Zwecke nach Mittelgründen abkommandiert worden. Die Verwüstungen in den betroffenen Gemeinden sind, wie sich jetzt zeigt, noch iveit schlimmer, alS c< zuerst den Anschein hatte. Vom Landrat deS Kreises Gelnhausen ist auch bereits im Namen des dortigen Kreis- ausschusses ein Aufrus zu einer allgemeinen Sammlung für die Geschädigten erlassen worden. Betroffen sind von dem Unwetter im Kreise Gelnhausen 12 Gemeinden, außerdem noch einige Gemeinden des Kreises Büdingen.

Rinteln, 7. Juni. Eine ganz hervorragende Leistung vollführte am Dienstag der hiesige PolizeihundPrinz". In der Fürstl. Forst Steinbcrgen war durch Forstbeamte festge­stellt, daß mehrfach Holz entwendet wurde, ohne daß er trotz eifriger Nachsorfchung gelang, den Dieben aus die Spur zu kommen. AlS am Dienstag früh der bctr. Forstbeamte ew- deckte, daß in der Nacht wiederum Diebe dem Walde Besuch abgestattet hatten, wandte er sich mit der Bitte um Hilfe an die hiesige Gendarmerie. Von dem Führer des Polizeihundes, Herrn Gendarmeriewachtmcistec Scheibe, wurde Polizeihund Prinz" nun auf die schon 14 Stunden alte Spur gesetzt. Kaum hatte dieser an den Baumstümpfen die Witterung ge­nommen, als er auch schon im Galopp die Fährte verfolgte, sodaß sein Führer sowohl als auch der begleitende Forstbeamte ihm kaum zu folgen vermochten. Rasch ging es über Aecker und Wiesen, Koppelweg und Chaussee etwa 2V2 Kilometer weit bis Engern, welche Entsernung in kaum 15 Minuten zurückgelegt wurde. In Engern angekommen, eilte der Hund ohne Zögern in ein am Wege liegendes HauS, wo er eine am Waschsaß stehende Fraustellte." Nach kurzem Verhör gab die Frau ihre Teilnahme am Holzdiebstahl zu.Prinz" war damit noch nicht zufrieden. Nochmals nahm er Witterung" an den hinter dem Hause liegenden entwendeten Holze, dann ging es wiederum in rasender Eile weiter und so führtePrinz" seine Begleiter nach sämtlichen Gehöften, dessen Bewohner sich an den Holzdiebstählen beteiligt hatten. Die fünf ermittelten Frevler sind zur Anzeige gebracht und dürsten einer empfindlichen Strafe entgegensehen.

Cassel, 8. Juni. An der Eisenbahnbrücke bei Kragen- hos wurden heute mittag die zusammengebundenen Leichen eines Liebespaare- aus der Fulda gezogen. Es handelt sich um den 26jährigen Sohn deS Ackermannes und Holzhändlers Psurr aus Lutterberge und die 18V2jährige älteste Tochter Frieda des Gastwirts und Ackermanns Riebeling in Lutter- berge. Die jungen Leute waren noch gestern abend bis gegen 10 Uhr bei einem Tanzvergnügen in ihrem Heimatsorte ge­wesen, hatten dann Abschiedsbriese an ihre Verwandten und Bekannten geschrieben und sich daraus nach Kragenhof an daS Fuldauser begeben, wo sie von einigen Gästen der Walder­holungsstätte beobachtet wurden. Heute früh sahen Kurgäste Kleidungsstücke am Ufer liegen und schöpften Verdacht, daß dem Paare etwas zugestoßen sein müsse. Man suchte die Fulda ab und fand schließlich die beiden Leichen, die mit vier Taschentücher aneinander gebunden waren, das Mädchen zur Rechten des jungen ManneS. Die Uhr des Psurr stand aus halb zwölf, was zu der Annahme berechtigt, daß daS unglück­liche Liebespaar um diese Zeit inS Wasser gegangen ist. Ueber den Beweggrund der Tat verlautet, daß die Eltern der Frieda Riebeling daS Liebesverhältnis mit dem jungen Psurr nicht dulden wollten, weil dieser früher ein Mädchen hatte sitzen lassen, daS durch ihn Mutter geworden war.

Cassel, 8. Mai. DaS 1. kurhessische Feldartillerie- Regiment Nr. 11 rückte heute mit der Eisenbahn zur drei­wöchigen Schießübung nach dem Schießplatz Altengrabow bei Magdeburg ab. Der Transport erfolgte in drei Abteilungen. Der Aufenthalt des Regiments in Altengrabow ist auf drei Wochen berechnet; einzelne Teile jedoch, die zu einer dort zusammengezogenen Reserve-Abteilung hinzutreten, müssen noch weitere vierzehn Tage aus dem Schießplätze verbleiben. Gleichzeitig trat heute auch das Schwesterregiment in Fulda, daS 2. kurhessische Feldartillerie-Regiment, die Reise per Bahn über Bebra nach Altengrabow an.

Beuren (Kr. WorbiS), 7. Juni. Während einer starken Gewitters wurden hier am 2. Pfingstfeiertag zwei Wohnhäuser und 7 Scheunen durch Feuer zerstört. Die Hintergebäude des Oekonomen Kersting waren vom Blitzstrahl getroffen worden und daS Feuer dehnte sich bei der herrschenden Trockenheit mit großer Schnelligkeit auS, bis es endlich den Feuerwehren gelang, dem Brande zu steuern.

Eberbach a. N., 8. Juni. Die Kunde von einem scheußlichen Verbrechen gegen zwei Kinder, ein Mädchen und einen Knaben im Alter von 11 und 9 Jahren, durcheilte gestern unsere Stadt. Die beiden Kinder wurden in einem Steinbruch bei Eberbach in schwer verletztem Zustande aus- gefunden. Dem Mädchen war mit einem Messer der Unter­leib ausgeschlitzt worden, der Junge hatte eine klaffende Wunde am Hals dicht neben der Schlagader. Die beiden Kinder, die lebensgefährlich verletzt sind, wurden nach Eberbach über- führt. Von Mannheim und Weinheim aus wurden zwei Polizeihunde mit ihren Führern im Automobil an den Stein­bruch gebracht, um die Spur deS unbekannten Täters zu verfolgen. Inzwischen sind auch zwei Steinbrucharbeiter, zwei Brüder aus Neckareiz, verhaftet worden, die der Tat dringend verdächtig sind. Die Polizeihunde nahmen die Spur der Täter gegen Eberbach aus, und die beiden Verhafteten gestehen auch zu, diesen Weg gegangen zu haben.

Volkmarsen, 7. Juni. Bei dem hier am zweiten und dritten Feiertag abgehaltenen «-Schützenfest stürzte gestern abend eine brennende Petroleumlampe vor einem Kasperl-Theater herab auf zwei Mädchen, deren Kleider alsbald in hellen Flammen standen. Während daS eine nur leichtere Ver- lctzungen erlitten hat, mußte das andere aus ärztliche Anord­nung in das hiesige Krankenhaus gebracht werden.

Gilserberg, 6. Juni. Der Arbeiter Dingel aus dem benachbarten Moischeid reinigte heute seinen Revolver, wobei mr Schuß loiging, der ihm die linke Hand zerschmetterte. Der Verletzte wurde sofort dem Krankenhause der Anstalt Hephata bei Treysa zugesührt.

Diez a. d. Lahn, 6. Juni. Seit SamStag ist von hier der Stadtverordnete Bauholomä Streicher verschwunden. Er war Kassierer deS Sparvcreins und hat, wie sich jetzt herauSstellte, bei der Kasse 20,000 Mark unterschlagen. Außerdem soll er große Wechselverbindlichkeiten eingegangen sein.

Diemerode bei Sontra, 8. Juni. Einen schweren Unfall erlitt Herr Bürgermeister Sandrock hier. S. hatte eine Fuhre Futter geholc und saß mit seiner Frau auf dem Gefährt. Plötzlich scheuten die Pserde und gingen durch. S. nebst Frau und Kind wurden vom Wagen geschleudert. Während Frau und Kind mit dem Schrecken davonkamen, geriet Sandrock unter die Räder. Hierbei erlitt er eine schwere Knochensplitterung an einem Bein und Fuß, die seine sofortige Ucberführung in die Klinik nach Göttingen erforder­lich machten.

Gotha, 7. Juni. In der Nähe von Finsterbergen explodierte der Motor eine? in voller Fahrt befindlichen Automobils. Der Wagen überschlug sich, sämtliche Insassen unter sich begrabend. Alle sollen schwer verletzt sein. Dem Gothaischen Tageblatt zufolge konnten sie sich jedoch mit genauer Not retten.

3n Wen mmkknnWr Banditen.

Eine der in Marokko tätigen Mannesmannschen Expedi­tionen, die zurzeit die hauptsächlichsten Minengebieten bearbeiten, ist kürzlich in die Hände berüchtigter Räuber gefallen.

Ueber die abenteuerlichen Erlebnisse dieser Expedition, bei der sich die deutschen Ingenieure Wagner und SinteS besanden, berichtet Wagner als Leiter der Expedition solgendeS:

Morgens gegen 5 Uhr verließen wir das Lager, um abends in Tarudant einziehen zu können. Auf der ganzen Reise ist weder SinteS noch ich alS Christ erkannt worden, und somit stießen wir aus kein Hindernis. AlS wir die etwa fünf Stunden vor Tarudant aus dem Berge gelegene Cabyle El Muc" passierten, wurden wir von dem am Wege ge­lagerten Gesindel, welches daS Straßengeld für die den Weg ziehenden Tiere erhebt, anstandslos durchgelassen. Wir ritten ruhig weiter und hatten bereits 500 bis 800 Meter zurück­gelegt, als die Bande, etwa 30 an der Zahl, mit Gewehren auf uns zugerannt kam, sich mit gespanntem Hahn vor unS auspflanzte und 200 Duro verlangte. Zunächst versuchten SinteS und ich sowohl wie der Kaidsoldat Selem, der die Karawane leitete, mit der Bande auf gütlichem Wege zu ver­handeln. Ich erklärte mich bereit, ihnen unsere zwei Reit- Maultiere mit neuen Sätteln sowie zwei Packtiere zurückzulassen, bis ich die Summe von 200 Duro auS Tarudant holen und die verpfändeten Tiere auSlösen könne. Die Bande lehnte jedoch alles ab, setzte uns die Gewehre auf die Brust und trieb uns aus entsetzlichen Wegen in die Berge.

Man trieb unS abseits vom Wege aus lebensgefährlichem Pfade durch die Schluchten bis zu einem einzelstehenden Hause deS Schech Ali, deS RäuberhauptmanneS, und mit uns vier beladene Tiere.

Der alte Schech Sachsen, der Freund RattoS und Dr. DörpinghauS' aus Aid Bu Amran und dessen Diener Hassan, welche die Räuber zurücktreiben wollten, erklärten denselben, daß sie mich bis in den Tod begleiten und keinen Schritt von meiner Seite weichen würden.

Mein Diener Smorg und die zwei Leute von SinteS folgten unS ebenfalls, wurden jedoch am nächsten Morgen ihrer sämtlichen Kleidung und Habe beraubt. Einer der Banditen wollte sogar meinem Smorg einer erbärmlichen silbernen Ringes wegen, den er tun Finger trug, den Finger abschneiden, doch gelang eS dem Aermsten in seiner Angst, den Ring mit den Zähnen von seinem Finger zu entfernen. Man ließ den Leuten nur einen alten Fetzen von Hemd und trieb sie mit geladenem Gewehr und unter Stößen und Fußtritten von bannen.

Die fünftägige Gesangenschast hat unsere Gesundheit sehr benachteiligt. Unsere Nahrung war ein Stück Brot, auS Kleie und Stroh hergestellt, und Wasser. Der Raum, in dem wir eingeschlossen waren, war etwa 3,3 Quadratmeter groß, und die Wände nach allen 4 Seiten hin voll größerer und kleinerer Schießscharten. Sowohl die Kälte, als auch die Unruhe ließen unS keine Stunde schlafen. Die Bande beraubte unS vollständig und ließ unS nur mit den notdürftigsten Kleidungs­stücken auf dem kahlen Boden liegen.

In der ersten Nacht kam der Karawanenführer zurück, um uns in unserem Gefängnis zu besuchen. Die Bande ließ ihn anstandslos zu unS hinein, schloß dann die Türe hinter ihm, band ihm Hände und Füße, plünderte ihn auS, ließ ihn nackt am Boden liegen und jagte ihn in diesem Kostüm am nächsten Morgen, mit einem alten Hemd in der Hand, die Berge hinab, einige Steine ihm nachwersend.

Wir erfuhren absolut nichts von dem, waS vorging, denn die Verhandlungen wurden in einem anderen Hause abge­schlossen. Am letzten Tage unserer Gesangenschast kam der Räuberhauptmann mit vier seiner Brüder und brächte unS in einen tiefliegenden seuchten Kellerraum, der Tag und Nacht dunkel war. Beim Eintritt in demselben sahen wir unS fragend an.

Gegen Abend trat der Räuberhauptmann mit einem Lichte bei unS ein und hinter ihm einige seiner Leute, welche ein leeres Schmary, einen Eimer Wasser und einige srisch- geschliffene, lange Messer brachten und dieselben vor unS niederlegten. Der Hauptmann erklärte unS, daß er dem Kaid von Tarudant ein Ultimatum gestellt habe, und daß man unS, falls bis 3 Uhr nach Mitternacht nicht die Summe von 500 DuroS auögehändigt sei, ohne Gnade den Kopf abschneiden würde.

Diesen Zeitraum von der Ankündigung bis 3 Uhr nach Mitternacht erlaube ich mir schweigend zu übergehen!

Kurz vor 3 Uhr hörte ich ein starkes Klopfen unten am Tore, und bald daraus näherten sich Schritte unserem Gc- sängniS, die Türe ward geöffnet und herein trat der Schech von MeniSla und Mulay Ammar, ein Freund des Kaid von Tarudant, in Begleitung des Räuberhauptmanns. Man sagte unS, daß wir frei seien und sofort aufbrechen müßten.

Ohne Verzögerung verließen wir daS HauS, begleitet von den beiden oben Genannten. Von allem, waS wir brachten, bekamen wir nur die Tiere wieder zurück. Schweigend schritten wir durch die stockfinstere Nacht. Da die Abhänge zu steil, die Psade zu gefährlich und die Tiere halb verhungert waren, wie wir selbst, so mußten wir den Weg nach MeniSla zu Fuß machen. Bald sollten wir die Folgen der Aufregung und Ent­behrung erkennen: Schon nach kaum 11 km Weg stürzte SinteS ohnmächtig zusammen. Nachdem er sich einigermaßen erholt hatte, eilten wir, SinteS halb schleifend und halb tragend, weiter, denn wir hatten keine Zeit zu verlieren, da unsere Begleiter besürchteten, daß unS die Bande umginge und in der Dunkelheit beschieße. Doch der arme ausgehungerte SinteS fiel wiederholt in Ohnmacht, so daß wir nur langsam vorwärts kamen. AlS wir endlich einen etwas besseren Weg vor unS hatten, setzten wir SinteS aus ein Maultier und

hielten ihn aus beiden Seiten fest. So gelangten wir glücklich bei Anbruch deS TageS nach MeniSla. Erst hier, wo man ohne Angst wieder frei sprechen konnte, erfuhr ich, welche», schwierige Werk Herr Dr. DörpinghauS mit Hilfe des Kaid von Tarudant vollbracht hatte. Diesem Kaid verdanken Sinter und ich unser Leben. Von allen Seiten erfuhren wir nun, wie Tag und Nacht Boten und Militär zu Fuß und zu Pferd die Strecke von Tarudant nach dem Räubernest und zurück rannten. Dem Kaid von Tarudant gebührt die höchste Aus­zeichnung und Unterstützung. Ich habe ihn nachträglich per­sönlich kennen gelernt und glaube nicht zu übertreiben, wenn ich sage, daß seinesgleichen wohl keiner in Marokko zu finden ist.

Letzte nachrichten.

Berlin, 9. Juni. Die Ucberführung des Prinzen Joachim vom KabinettShauS in Potsdam nach dem Neuen PalaiS hat gestern abend in einem Krankenwagen deS König­lichen Marstalls stattgefunden. Die Kaiserin hatte persönlich die vorsorglichsten Anordnungen getroffen.

London, 8 Juni. Die Krönung-festgabe der den Vor­namen der Königin führenden Frauen in den britischen Be­sitzungen ist der Königin Mary überreicht worden. Sie besteht in einem Scheck von 248 000 Mark.

PariS, 8. Juni. In der vergangenen Nacht sind an der Westbahnlinie in der Nähe der Kriegsschule von St. Cyr vier Telegraphenstangen mit 47 Drähten durch Dynamit zer­stört worden. Bei ArmentisreS wurden in der Nacht 50 Telefon- und Telegraphendrähte abgeschnitten.

H 0 n n c s (Rhein), 9. August. Da» Kurhotel in Rhön- dorf ist gestern früh fast vollständig niedergebrannt. Infolge Unvorsichtigkeit fiel in der Mädchenkammer eine brennende Petroleumlampe um. Die Mädchen konnten den entstandenen Brand nicht löschen, der bald den Dachftuhl ergriff und sich auf dat Treppenhaus sortpflanzte, daS in kurzer Zeit auSge- brannt war. Nur mit großer Mühe war eS vorher dem Be­sitzer und einigen Herren gelungen, die schlafenden Damen und Kinder über daS lichterloh brennende Treppenhaus int Freie zu retten. Außer einem Dienstmädchen und einem Herren, der bei den Rettung-arbeiten sich leichte Brandwunden zuzog, ist niemand verletzt worden.

KettmannShausen (Thüringen), 8. Juni. Ein Gutsbesitzer, der sich auf der Jagd auf Anstand befand, wurde von einer Zigeunerbande überfallen. Ohne zu treffen gab er einen Schuß ab und unterlag der Uebermacht. Die Zigeuner verletzten ihn durch Fußtritte und nahmen ihm da- Gewehr und da- Geld weg. Gendarmen nahmen die Verfolgung auf. Die der Bande angehörenden Männer entkamen. Eine Frau und ein Kind wurden durch Schüsse verletzt.

Antwerpen, 8. Juni. Der Sekretär der Verbände- der belgischen Seeleute teilte in einer Versammlung mit, daß der Bürgermeister von Antwerpen er übernommen habe, zwischen den Seeleuten und den Reedern zu vermitteln. Er sei aber wahrscheinlich, daß die Reeder wegen ihrer Verpflichtungen gegenüber dem internationalen Reedereiverband die Vermittlung nicht annehmen würden. Sollten sie die Bermittlung ab­lehnen, so würde in den belgischen und holländischen Häsen in der nächsten Woche gleichzeitig der Streik ausbrechen. Die AuSstandsbewegung sei auch für Großbritannien beschlossen, würde aber erst nach den KrönungSfeierlichkeiten beginnen.

London, 9. Juni. AlS die Kunde von der Zahlung-- einstellung der Birkbeck-Bank sich verbreitete, kam eS vor der Bank zu aufregenden Szenen. Eine Schar aufgeregter Männer und weinender Frauen versuchte, die Türen auszubrechen, wur- den aber von der Polizei zurückgedrängt. Die Beamten der Bank bemühten sich, die Depositäre zu beruhigen, die schließlich allmählig auseinandergingen.

Kirchliche Nachrichten.

Sonntag, den 11. Juni.

Vormittags 9 Uhr: Herr Superintendent Feyerabend. Vormittags Vall Uhr: KindergotteSdienst (Sonntagschule.) Nachmittags 2 Uhr: Herr Psarrer Schiffer.

Petersberg.

Vormittag- 9 Uhr Gottesdienst.

Vereinshaus.

Mütterverein: Montag von 8V210 Uhr.

Oeffentlicher Wetterdienst.

Wetterdienststelle Frankfurt a. M.

Lonnabend, den 10. Juni 1911.

Heiter, trübe, geringe Regenfälle, kühl, nördliche Winde.

Die Adfahrtzeiten der Züge aus dem hiesigen Bahnhos sind vom 1. Mai ab solgende:

In der Richtung nach Bebra: ßoi (2.-4.), 805 (2.-4.), 9^0 (2.-4.), 955 (2.-4.), Ilto (2.-4.), 1252 (1.-3.), 1M (1.3.), I0' (2.4 ), 3^ (2.-4.), 408 h _3\) 502 (2.-4.), 6lsf) (2.-4.), 7^o (2.-4.), 756 (2.-4.), 1031 (2.-4.), 1126 (2.-4.), 11« (1.-3.), r20 (1.3.).

In der Richtung nach Frankfurt: 1so (2.-4.), 5'29 (2.-4.), 612 (1.3.), 7SS (2.-4.), 1029 (1.-3.), 10« (2.-4.), 12« (2.-4.), 2« (2.-4.), 428*) (1.-3.)," (1.-3,), 527 (2.-4.), 62^) (2.-4.), 820 (2.-4.), 1011 (2.-4.).

Ju der Richtung nach Treysa: 409s) 652 1054 225 515 6^ io34.

t) Nur Werktags. *) Vom 1. 7. bis 15. 9.