Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich dreimal und gelangt Montag, Mittwoch und Freitag nachmittag zur Ausgabe, per Bejugspreis beträgt für Herrfeld vierteljährlich 1.40 Mark, durch die Post bezogen 1.60 Mark, m

Der Anzeigenpreis beträgt für den Raum einer «m» gespaltenen Zeile 10 pfg., im amtlichen Teile 20 pfg. Reklamen die Zeile 25 pfg. Bei Wiederholungen wird ein entsprechender Rabatt gewährt.vvn»v»«

herchl-er Kreisblatt

Gratisbeilagen:Illustriertes Sonntagsblatt" undIllustrierte Landwirtschaftliche Beilage

Fernsprech-Nnschlutz Nr. 8

Nr. 57.

Dienstag, den 16. Mai

1911.

Amtlicher teil.

LandespoNzeiliche Anordnung betreffend Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Kreise HerSseld.

Nachdem die Maul- und Klauenseuche in den Sperr« bezirken HerSfeld und ASbach erloschen ist, wird meine landes- polizeiliche Anordnung vom 8./25. April d. IS. A. III. 1636/1910 wie folgt abgeändert:

1. Aus dem Sperrgebiete im § 1 scheiden auS die bisher der Sperre unterworfen gewesenen Stadtteile der Stadt HerSfeld, ferner die Gemeinde ASbach und die Bahnstation ASbach im § 7.

2. AuS dem BeobachtungSgebiet im § 10 scheiden auS: ReiloS, Friedlos, Waldschenke, Wehneberg, Heenes, Kalkober, AllmerShausen, GitterSdors, Hählgans, Meisebach, Kohlhausen, Roßbach, Hilperhausen, Eichhof, Eichmühle, BingartcS, JohanneSberg, Unterhaun, Oberhaun, Rotensee, VollmerSburg, Kühnbach, PeterSberg, WilhelmShof, Oberrode, Eorga und Sölzerhöje.

Caffel, den 13. Mai 1911.

Der RegierungS-Präsident. I. A.: gez. Niemöller.

HerSfeld, den 15. Mai 1911.

Wird veröffentlicht.

I. 5970. Der Landrat.

I. A.:

W c j f e l, KreiSfekretär.

HerSfeld, den 13. Mai 1911.

Unter dem Rindviehbestande der Schreiners Hofmann in Niederaula ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden.

I. 5897. Der Landrat.

I. A.:

W e s s e l, KreiSfekretär.

Gumbinnen, den 24. April 1911?

Mit Genehmigung deS Provinzialratek findet der Füllen­markt in hiesiger Stadt vom Jahre 1911 ab wieder wie in früheren Jahren am Montag und DienStag nach dem 12. Sonntage nach TrinitatiS statt.

Er wird also im Jahre 1911 am Montag, den 4. und DienStag den 5. September ab- g e h a l t e n w e r d e n. (!' Z a. 927 II.)

Der RegierungS-Präsident.

*

HerSfeld, den 11. Mai 1911.

Wird veröffentlicht.

I. 5755. Der Landrat.

I. A>:

Weffel, KreiSfekretär.

Roman von Walter H o g a r t h.

(Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)

Elisabeth kannte den eisernen Willen ihres Bruders und sie entgegnete deshalb kein Wort, sondern nickte nur leicht mit dem Haupte.

Es ist also abgemacht," fuhr Henry fort,Du reist nach England zurück, Elisabeth."

Ja, daS will ich," entgegnete diese jetzt,nur bedauere ich, daß ich Deinen Freund Kuno von Bevern, den deutschen Edelmann, von dem Du unS so viel Gute- erzählt hast, vor meiner Abreise nicht noch kennen lernen soll."

Das wird kaum möglich sein," bemerkte Henry,denn Kuno macht jetzt, wie ich Dir schon sagte, mit zwei Inge­nieuren für unsere Gesellschaft eine große Forschungsreise drüben in den Buernländern, und eS kann noch mehrere Monate dauern, ehe er zurückkehrt. Kuno ist übrigens ein etwas ver­bitterter Mann geworden, gerade so einer, wie ich es nun bin, und es wird sich kaum lohnen, daß junge Damen solche Be­kanntschaften machen."

Henry, nimm cS mir nicht übel," entgegnete jetzt Elisa­beth mit geröteten Wangen und flammenden Augen,diese Einsamkeit hier in Afrika ertötet das Gemüt. Du bist reich geworden. sehr reich, verlasse mit mir zusammen Afrika und verheirate Dich in England."

Wenn daS so leicht auSzusühren wäre, Elisabeth," gab Henry zur Antwort.Wir Afrikaner hängen jetzt auch an der Scholle, wo wir unser Glück machten, und die Diamanten- Gesellschaft, in der wir Vertrauensstellungen einnehmen, dürfen wir gar nicht sofort verlassen, sonst schädigen wir die Gesell­schaft und unS.

So verbürgt auch der Reichtum allein noch kein ganzer Glück," flüsterte Elisabeth und legte ihre kleine Hand teil­nehmend aus die Schulter.

Nein, mein Kind," erwiderte Henry mit einem tiefen Seufzer,zum wahren Glücke gehört noch die Freundschaft

nichtamtlicher teil.

Ergebnisse Her Merer-entlilhen

Nach den in derStatist. Korr." veröffentlichten vor­läufigen Ergebnissen der außerordentlichen Viehzählung vom 1. Dezember 1910 zeigt sich seit 1909 die stärkste Vermehrung bei den Pferden in Schleswig-Holstein und Hannover, wie er auch schon im Vorjahre der Fall war. Beträchtlich war die Vermehrung der Pferde auch in Ostpreußen, wo sie im Vor­jahre nur unbedeutend war. G>mbinnen, das im Vorjahre an der Vermehrung hauptsächlich beteiligt war, bleibt diesmal hinter den beiden anderen Bezirken zurück. Sonst ist nur noch zu erwähnen, daß die Zunahme in den ganz im Westen liegenden Landesteilen (Heffen-Nasiau, Rheinprovinz und den Hohenzollernschen Landen) im Gegensatz zu den übrigen ganz unerheblich gewesen ist (nirgends erreicht sie annähernd 1000 Stück.) Im Vorjahre verloren die LandeSteile sogar. Dies­mal hat einen Verlust einzig und allein Berlin zu verzeichnen, eine schon längere anhaltende Erscheinung, die sich ohne wei­terer auS dem immer mehr gesteigerten Automobilverkehr der Großstadt erklärt.

Der Bestand an Rindern hat sich in sämtlichen Pro­vinzen, mit Ausnahme der Hohenzollernschen Lande, vermindert. Der Verlust betraf daS kinderreiche SchleSwig-Holstein beson­ders stark (Abnahme von 35 323 Stück 3,26 Pro;.); im Vorjahre war der Rückgang gerade hier besonders gering. Auch Brandenburg, Posen und Sachsen haben ziemlich be­trächtliche Verluste erlitten, doch ist die Abnahme in Posen diesmal immerhin wesentlich kleiner als im Vorjahre (28 012 Stück gegen 43 594), in den beiden anderen Provinzen dafür aber etwas jedoch nicht viel größer. Erfreulicher sieht das Bild in den meisten anderen Provinzen insofern aus, als die Verluste diesmal beträchtlich kleiner als im Vorjahre waren; so hat Ostpreußen nur 8097 gegen 26 253 im Vorjahre, Westpreußen 19 549 gegen 27 849, Schlesien 6355 gegen 42 062, Westfalen 8305 gegen 21370, Hessen-Nassau 1364 gegen 36152 und die Rheinprovinz 12 319 gegen 63 764 verloren. Unter den Regierungsbezirken ragt neben Schleswig mit einem Verlust von 35 323 Stück nur noch Posen durch die starke Abnahme von fast 20 000 Stück hervor. Marien- werder und Frankfurt haben noch einen Rückgang von etwas über je 10 000 Stück erfahren, die übrigen Bezirke bleiben darunter.

Die Schafe haben wie die Rinder in allen Provinzen mit Ausnahme der Hohenzollernschen Lande, abgenommen. Der Verlust betraf die beiden an Schafen reichen Provinzen Pommern und Hannover besonders stark. Auch die ebenfalls an Schafen reichen Provinzen Brandenburg und Sachsen haben viel verloren. Im Vorjahre war der Verlust namentlich im

wohlverwandter Seelen; am besten gesunden in der Ehe oder auch geschlossen zwischen treuen Freunden . . . ."

Henry wollte sortfahren, sein Herz auszuschütten, aber ein starkes Geräusch im Hause und vor dem Hause nahm jetzt seine und Elisabeths Aufmerksamkeit in Anspruch. Deutlich hörte man Pserdegetrappel und das Zusammenschlagen von Lanzen und eine Anzahl Neger schrieen jauchzend: .Mister Kuno is comming! Mister Kuno is here! (Mister Kuno ist gekommen; Mister Kuno ist wieder da!)

Als Henry diese Rufe der Neger hörte, stürmte er auS seinem Hause, um zu sehen, ob sein Freund Kuno wirklich schon von seiner Expedition in die Bauernländer zurückge­kehrt sei.

Hallo! Hallo! Henry!" erklang da wirklich Kunos Stimme schon von weitem, und Owen erkannte in einem an der Spitze einer nahenden Karawane befindlichen Reiter feinen Freund Kuno von Bevern. Dieser gab jetzt seinem Pferde die Spor n und in wenigen Augenblicken hielt er vor Owens Hause und fiel dem Freunde in die Arme.

Willkommen, Kuno, in Natal," rief Owen,ich hatte schon oft Sehnsucht nach Dir. Die Expedition ist also srüher beendigt worden?"

Mit den hartnäckigen Bauern mußten unsere Verhand­lungen abgebrochen werden, auch forderten sie zu viel für das Recht, Schürfversuche in ihrem öden Berglande machen zu dürfen. Da hielten wir eS für klüger, unsere Verhandlungen nicht sortzusetzen, und deshalb bin ich sechs Wochen eher zurück­gekommen alS ich dachte," erklärte Kuno und schüttelte dem Freunde wiederholt die Hand.

So komm nun herein in mein HauS, es ist Teezeit und Du wirst nach dem langen Ritt eine Erfrischung gebrauchen können," sagte jetzt Owen herzlich.

Ein Neger stäubte mit einem großen Federwedel auch schon die Kleider KunoS ab, und Henry trat in voller Reise- auSrüstung mit dem Gewehre auf dem Rücken an Owens Seite in dessen HauS.

Eine hübsche, junge, blonde Dame von sehr zierlicher Ge­stalt erschien jetzt in der Türe und begrüßt den Gast mit einer anmutigen Handbewegung, während sie zugleich ihre

Hauptgebiet unserer Schafhaltung, in Pommern, wesentlich ge­ringer (29 995 Stück gegen 66 167 im Jahre 1910), ebenso auch in Brandenburg (14 309 gegen 44 990) und in Sachsen (12 448 gegen 46 993). Vergleichsweise gering war die Ab­nahme im Gegensatze zum Vorjahre diesmal im äußersten Osten, d. h. in Ost- und Westpreußen. Die im Vorjahre von dem Rückgänge ganz besonders stark betroffenen Provinzen Schieß- wig-Holstein und Hessen-Nassau sind diesmal wesentlich weniger daran beteiligt.

Der Bestand an Schweinen endlich hat in allen Pro­vinzen zugenommen (abgesehen von dem nicht vergleichbaren Stadtkreise Berlin). Die Zunahme geht bis zu der gewaltigen Höhe von 27,58 Proz. oder 308,069 Stück in SchleSwig- Holstein, 26,96 Proz. oder 280 440 Stück in Posen und 24,01 Proz. oder 260 247 Stück in Ostpreußen. Auch im Vorjahre hatten diese Provinzen besonders hohe Vermehrung-- ziffern, daneben dann damals noch Westpreußen, da- diesmal zwar etwas weniger, aber immerhin noch bedeutend hervorragt (Zunahme von 19,63 Proz. oder 168 316 Stück). Beson­deres Interesse beansprucht stets Hannover, weil diese Provinz so viel Schweine hat. wie keine andere annähernd. Die Zu­nahme ist auch hier außerordentlich stark gewesen (19,81 Proz. oder 471827 Stück gegen 7,69 Proz. oder 169 689 Stück im Vorjahre). Unter den Regierungsbezirken hat die absolut und relativ größte Vermehrung (neben Schleswig mit 300 069 Stück oder 27,58 Proz.) der Regierungsbezirk Posen mit der außerordentlich hohen Ziffer von 193 490 Stück oder 30,48 Proz. Auch im Vorjahre war hier die Zunahme bedeutend, erreichte doch aber nur 40 711 Stück oder 6,88 Proz. Im ganzen gibt es diesmal sechs Bezirke, in denen der Zuwachs je 100000 Stück überstieg (Gumbinnen, Marienwerder, Posen, SchleSwig, Hannover und Wade), während im Vorjahre die- nur in einem einzigen vorkam (SchleSwig).

Reichstag.

Im Reichstage wird die fast endlose Paragraphenreihe der ReichSversicherungSordnung weiter herunter gehaspelt. Am Freitag setzte das HauS die schon tagS zuvor begonnene Debatte über die von der Zusammensetzung der Kassenvor- standeS, den Kassenangestellten u. s. w. Handelnden Be­stimmungen zunächst noch fort. Die FreitagSdebatte wurde durch eine Rede des nationalliberalen Abgeordneten Dr. Heinze eingeleitet, die scharfe Angriffe auf die Sozialdemokratie wegen der sozialdemokratischen Verwaltung der meisten Krankenkassen enthielt, welche Angriffe wütende Protestruse aus sozialdemo­kratischer Seite hervorriefen. Abg. Schmidt-Berlin (soz.) trat dem Abgeordneten Heinze entgegen, während Genosse Heine sich in leidenschaftlicher Weise gegen den ReichSverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie wandte. Dazwischen sprachen noch die Abgeordneten BehrenS (Wirtsch. Vereinig.), Jrl (Zentr.) und Cuno (Fortschr. Volk-p.). Bei den nun folgenden Ab­stimmungen wurden die §§ 240 bis 342 (Kassenvorstand,)

hellblauen Augen mit einem forschenden Blicke auf den Ein­tretenden richtete.

Ueberrascht von der unerwarteten Anwesenheit einer jungen Dame in OwenS Hause blickte Kuno diesen erstaunt an.

Er ist meine jüngste Schwester Elisabeth, seit einigen Monaten in meinem Hause," sagte Owen und lächelnd fuhr er fort:

Und in diesem Herrn hier, Elisabeth, stelle ich Dir meinen alten treuen Freund Kuno von Bevern vor."

Kuno machte eine leichte Verbeugung und reichte der jungen Dame freundschaftlich die Hand, während diese die Herren einlud, am Teetische Platz zu nehmen. Kuno hing sein Gewehr, seinen Patronengürtel und seinen großen Hut an die Wand und saß bald plaudernd zwischen Henry und Elisabeth.

Du bist ein glücklicher Mensch, Henry," bemerkte da Kuno plötzlich,in Deinem Hause waltet eine liebe Schwester und schützt Dich vor der schrecklichen afrikanischen Einsamkeit, wenn Du nach Hause kommst."

Leider wird Elisabeth mich aber bald wieder verlassen müssen," entgegnete Henry ernst.

Verlassen müssen?" frug Kuno erstaunt.

Ja. verlassen müssen," entgegnete Henry bitter,denn Elisabeth ist mir darüber gram, daß ich mit einem mißratenen Bruder nichts mehr zu schaffen haben wollte, und daß deshalb dieser Abenteurer verschollen ist, und dieser Schatten zwischen uns macht uns daS Zusammenleben für die Zukunft unmög­lich. Wärest Du sechs Wochen später zurückgekehrt, Henry, dann hättest Du meine Schwester wahrscheinlich schon gar nicht mehr in meinem Hause gesehen. Sie will mit dem nächsten großen Dampfer über Kapstadt nach England zurück- reifen."

Aber mein größter Wunsch bei meiner Abreise besteht darin," sagte jetzt Elisabeth mit glühenden Wangen,daß Henry ebenfalls Afrika verlassen und sich in der alten Hrio-at ein Heim gründen möchte. Afrika ist sicher ein guter L-nd, um ein Vermögen zu erwerben, aber es ist noch kein 8onb, für den edeln geselligen Verkehr, daS Gemüt verdorrt i" dieser Einsamkeit."