aus d«m ihr innerst,« hergestellt wird, ist noch immer reichlich genug vorhanden. Wenn trotzdem sorgenvolle Stimmen sich erheben, die von einer Bedrohung der Bleististindustrie sprechen, so denken sie dabei lediglich an den Bestandteil, der vielleicht nicht notwendig zu dem Begriff eines Bleistifte« gehört, aber bisher noch mit ihm verbunden ist, nämlich das Holz. Seit langem gibt es freilich schon Bleistifte, an denen überhaupt kein Holz ist, namentlich die elegante Gruppe der Crayons. aber daS große Heer nützlicher Soldaten ist doch immer noch mit einer hölzernen Hülle auSgestattet, und zwar stammt diese von einer roten Cedernart auS Amerika. E» hat jetzt aber den Anschein, als ob die Holzbestände, die bisher zu diesem Zwecke verwandt worden sind, entweder einer Erschöpfung entgegengehen oder zu einer anderen Verwendung bestimmt werden sollen. Jedenfalls will man, namentlich in den Vereinigten Staaten, wo sich infolge der rücksichtslosen Waldver- wüstung insbesondere durch die Papierfabrikation eine fast ängstliche Sorge um die Erhaltung der noch vorhandenen Wälder eingestellt hat, diese roten Cedern nicht länger für das Holz der Bleistift« herg«b«n. Zunächst hat es eine solche Verteuerung erfahren, daß die Fabrikanten einen weiteren Zwang gar nicht abwarten werben, ehr sie nach einem Ersatz suchen. Es ist ja wohl auch nicht zu recht- fertigen, daß ein Bleistift notwendig einen Rock auS rotem Cedernholz haben muß, und so werden wir diesen alten Vertrauten vielleicht bald in einer andrren Verkleidung erscheinen sehen.
* Einen wirklich schnellen Schnellzug soll die Strecke Berlin—Frankfurt a. M. im Frühjahr erhalten. Er durchfährt die Strecke in sieben und einer viertel Stunde. Heute braucht ein D-Zug etwas über acht Stunden, um die Strecke zu durcheilen. Der neue Zug wird nur in Offenbach halten.
):( Hersfeld, 23. Januar. Anläßlich des gestrigen Krönung»- und Orden-feste- erhielt Kommandeur der hiesigen Kriegsschule, Herr Oberstleutnant H a e v e r n i ck, den Königlichen Kronenorden dritter Klasse, di« Herren Hauptleute von ConSbruch und von Rosenberg, Lehrer an der hiesigen Krieg-schule, sowie Herr Hauptmann z. D. Prtrrnz, Bezrksoffizier bei dem Landwehrbezirk Her-feld, den Roten Adlerorden vierter Klasse.
m. Niederaula, 22. Januar. Heute Nacht wurde in drei hiesigen Privathäusern eingebrochen; da das Geld aber sicher verwahrt war, fielen den Dieben nur geringe Beträge in die Hände. Auf dem Bahnhof» wurde die Tager- kasse mit 15 Mk. geraubt. Dieselbe wurhc au-grbrochen und fand sich in der Aula wieder.
Philippsthal, 21. Januar. Gastwirte und Privat- perso, tn mögen vor Ankauf gestohlener Grammophon-Platten gewarnt fein, denn einem hiesigen Gastwirte sind dieser Tage ein ganzer Hausen solcher Platten unter den Händen weg- stibitzt worden. Der Spitzbube ist zweifellos ein Kenner, denn er hat da» Paket mit den mehrere Dutzend enthaltenden neu bezogenen Schallmusikplatten an sich genommen, dagegen die daneben liegenden älteren abgespielten Platten unberührt gelassen. Die Ermittelungen haben auch zweifellos ergeben, daß es sich um Diebstahl handelt, Vom Täter hat man keine Spur.
Frankenau, 21. Jan. Ein schwerer Unfall hat sich im Walde bei dem benachbarten Bringhausen ereignet. Der Tagelöhner Burghardt hatte sich von einem Landwirt Pferde und Schlitten geborgt und allein damit in den Wald gefahren um einen Hausen Buschholz zu holen. Der schwer beladene Schlitten geriet nun aus einem Holzwege in ein durch eine Schnecwehe verdecktes Loch und stürzte um, wobei B. unter den Schlitten zu liegen kam und einen Beinbruch erlitt, sodaß er nicht von der Stelle konnte. Die beiden Pferde blieben stehen, sodaß man im Dorfe erst gegen Abend von dem Unglücksfalle rrsuhr, als man über das Ausbleiben beunruhigt auf die Suche ging. Zu Tode fast erstarrt lag der Bedauernswerte da in seinem Blute. Ob er mit dem Leben davon» kommen wird, ist sraglich.
Bad Orb, 20. Januar. Der die Rodelbahn dienstlich beaufsichtigende Polizeiwachtmeister Hosmann wurde von einem vollbesetzten Doppelschlitten umgerannt, wobei er eine schwere Gehirnerschütterung erlitt.
Niederwellmar, 21. Januar. Gestern stürzte der Arbeiter Minzel auf der Ziegelei ber Gebrüder Theke hier mit dem Fahrstuhl so unglücklich in die Tiefe, daß er schwerverletzt an Kops und Beinen in da- Landkrankenhaus zu Cassel gebracht werden mußte. DaS Unglück wurde durch das Zerreißen bei Drahtseils am Fahrstuhl hervorgerufen.
Rothwesten, 21. Januar. Gestern stürzte ein Kind die Treppe feine« Elternhauses herunter und zog sich dabei eine schwere Gehirnerschütterung zu.
Wabern, 20. Januar. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich gestern srüh dahier. Der Arbriter K. auS Zennern, ein noch nicht lange verheirateter Mann, welcher hier an einem Eiskeller beschäftigt war, stürzte aus beträchtlicher Höhe so unglücklich, daß er schwere Verletzungen am Kops Arm und innerlich davontrug. Der Bedauernswerte würd« nach Marburg in die Klinik gebracht.
Meineringhausen, 17. Januar. Ein beim Bahnbau beschäftigt gewesener Arbeiter wurde gestern srüh tot im Bette ausgesunden. Er hatte sich am Arbend vorher sinnlos betrunken ; eS ist daher mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß Alkoholvergiftung den Tod herbeigeführt hat. Heute wurde er aus hiesigem Friedhof beerdigt. Seine Heimat war Böhmen.
Darmstadt, 22. Januar. Heute nachmittag um 3 Uhr wurde der Kommandant des Unterseeboote» U. 3, Kapitänleutnant Ludwig Fischer zu Grabe getragen. Aus dem Friedhos und in den anliegenden Straßen hatten sich über 10 000 Personen eingefunden. Seine Majestät der Kaiser hatte sich durch den preußischen Gesandten Frhrn. v. Jenijch vertreten lassen, der Großsterzog durch seinen Generaladjutanten Generalmajor Hahn, Prinz Adalbert von Preußen durch seinen persönlichen Adjutanten Kapitänleutnant Junkermann. Ferner nahmen an der Beerdigung teil der Kommandierende General des 18. Armeekorps General der Infanterie v. Eichhorn, die StaatSminister Dr. Ewald und v. Hombergk zu Bach, die Generalität und sämtliche Offizier« der hiesigen Garnison. Aus Kiel waren zehn Kameraden des Verstorbenen, darunter die zwei geretteten Offiziere des U. 3. erschienen.
Bremen, 19. Januar. In dem in hiesiger Flur stehenden Bohrturm verunglückte am DienStag der 20jährige Arbeiter Hahn von hier. Er wurde von dem Getriebe erfaßt, wobei ihm ein Arm und beide Bein» am Oberschenkel gebrochen wurden.
Motzlar, 17. Januar. Heut« morgen traf ben 20 Jahre alten Stückarbeit« Karl August Kirchner beim Holz- sammeln ein herabstürzender Ast auf den Kopf, daß ihm die Schädeldecke eingedrückt wurde und der Tod schon nach einigen Stunden eintrot.
Halle a. S-, 20. Jan. Auf der Station 3 der Grube „Neue Hoffnung" in Pömt« wurden heute nachmittag
durch Schlemmsand sieben Arbeiter vom Rückweg abgeschnitten. Durch eine Expedition wurde die ungemein schwierige Rettung von sechs Personen bewerkstelligt. Der siebente Arbeiter, Gustav Kohlschmidt, war bei dem Eintreffen der Expedition schon tot.
Halle a. S., 21. Januar. Zwei junge, anscheinend den besseren Ständen angehörende Mädchen, haben den Tod in der Saale gesucht und gefunden. Ein» von ihnen hatte sich an bet meist sehr belebten Stelle vorher nackt au-gezogen und ihre Sachen aus eine Bank niedergelegt, ehe e» sich in die kalten Fluten stürzte. Ein Herr, der von weitem ihrem Beginnen zusah, sprang den Lebensmüden nach, mußte aber den Rettungsversuch ausgeben, da er sonst selbst ertrunken wäre. Die Leichen konnten bisher noch nicht geborgen werben.
Oermirchler.
— Eine seltene Bauernhochzeit wurde in Schonstedt in Oberbayern abgehalten. Die Hochzeit«, wohlhabende Bauersleute, luden niemand von ihren Verwandten und Nachbarn, sondern nur die Armen auS ihren beiden Heimat-orten ein, und eS ist auch so hoch hergegangen.
— (Versunkene Schätze.) Die Schätze, die in den Tiefen bei Ozeans versunken liegen, sind weit größer, als die kühnste Phantasie eS sich auSzumalen pflegt. Hunderte und Hunderte von Millionen gemünzten Goldes und Silbers schlummern in den Meeren. Im Hasen von La Plato, so wird im London Magazine erzählt, konnte PhippS zu Beginn bei 17. Jahrhundert» nicht weniger al» 32 Tonnen gemünzten Silbers aus der Tiefe retten. Aber hier hatte e» der Zufall gefügt, daß das Schiff im Hasen gescheitert war, während Dutzende von anderen Fahrzeugen, dir mit Schätzen beladen waren, an unbekannten Stellen versanken und bit heut» verschollen geblieben sind. Im Jahre 1702 sank in ber Bai von Vigo eine spanische Galeone, di« die ganzen Schätz» an Bord führte, die während einer Dauer von vier Jahren in Mexiko gesammelt werben waren. Der Wert der Ladung, die aus gemünztem Gold, Silber und Edelsttinen bestand, zählt« nach Millionen. Die unüberwindliche Armada, die an der irischen Küst» vernichtet wurde, führte auch große Schätze an Bord. Damals wurden 34 prachtvolle Galeonen von den Wassern verschlungen. Bei der Schlacht von Navarin im Jahre 1827 wurden von der englischen Flotte türkische Schiffe in den Grund gebohrt, die Schätze im Wirt« von mehr al» 20 Mill. Mark enthielten. Ein anderes Schiff, ein englisches, das im Hafen von Lima sank, nahm einen Schatz von rund 150 Mill. Mark mit in di« Diese, ohne daß es gelang, etwa» von dem Gelde wieder zu retten. Die Hoffnung, diese Schätze wiederzugewinnen, ist sehr gering, und bisher waren es auch nur wenige Expeditionen, die derartige Versuche anstellten. Sie endeten alle mit einem Mißerfolg«: die Schätze, die das Meer einmal ausgenommen hat, gibt es nicht mehr heraus . . .
— (Das Honorar der japanischen Arzte.) Von der finanziellen Seite des ArzteberufeS in Japan erzählt eine englische Wochenschrift einige interessante Einzelheiten. Ein japanischer Arzt wird niemals von einem armen Patienten ein Honorar fordern. ES gibt ein alte» japanisches Sprichwort, das von der ärzlichen Brüderschaft Japan» zum Gesetz erhoben worden ist und das etwa lautet: „Wenn die bösen Zwillinge Armut und Krankheit ein Hau» heunfuchen, dann ist der, der von diesem Hause einen Zoll erhebt, auch dann, wenn er freiwillig gespendet wird, ein Dieb." Der japanische Arzt be- handelt den armen Kranken nicht nur umsonst, er liefert ihm in der Regel auch die Medikamente, ja nicht selten unterstützt er sogar den armen Patienten. Et gibt nur sehr wenige Apotheken in Japan, daher verfügen die Aerzte auch über eine ziemlich umfangreiche Auswahl von Heilmitteln und Medikamenten im eigenen Haufe. Aber selbst der reiche Mann, der in Japan die Kunst deS Arze» anruft, erwartet keine Liquidation. Eine Arztrechnung ist in Japan so gut Wie unbekannt. Da« stark ausgeprägte Ehrgefühl deS Japaners macht es ihm zur Pflicht, dem Arzte beim letzten Besuche von selbst eine Ent- schädigung zu überreichen. Diese Gabe richtet sich nach den Verhältnissen der Patienten, aber fast jeder hat dabei den Ehrgeiz, den Doktor reichlich zu belohnen. Der Arzt nimmt da« Geschenk entgegen, lächelt, dankt, und die geschäftliche Seite seines Beruses ist so in 3 Sekunden erledigt.
— Innsbruck, 20. Januar. Freitag Nacht erwürgte die Bäuerin Fonadico ihre 16jährige Tochter erster Eue im Schlafe, weil sie annahm, diese unterhalte ein Liebetve-Hältnis mit ihrem Stiefvater. Die Täterin entfloh. Eure Schwester der Ermordeten wurde wahnsinnig, alt sie die Tat der Mutter vernahm.
Standesamtsbeztrk Hersfeld.
Monat Dezember 1910.
Eh ef ch lie ß u n g e n.
Am 3. Heinrich Braun, Tuchweber, mit Anna Katharina Jäger, beide dahier. Johann Konrad Schmidt, Tuchweber, mit der Schuhmacher-Witwe Elisabeth Katharina Rüdiger, beide dahier. Heinrich Hartwig, Fabrikarbeiter, mit Elisabeth Fricke, beide dahier. — 10. Jean Adam Dichmann, Metalldreher, zu AllmerShausen, mit Anna Katharina KehreS von Sorga. — 20. Friedrich Wilhelm Richter, Sergeant, zu Fulda mit Anna Margrets Köhler von hier. — 24. Reinhard Mohr, Weber, mit Pauline Schwarzer, beide dahier. Johann Abel Hofmann, Fabrikarbeiter, mit Berta Hasche, beide zu Kalkobes. Hermann Sunkel, Fabrikarbeiter, mit Martha Feik, beide dahier. — 28. Sallt Frenkel, Handelsmann, zu Falkenberg, mit Berta Neuhaus von hier. — 31. Heinrich Scheidemantel, Kutscher, mit Marie Elisabeth Jost, beide dahier. Friedrich Joseph Sälzer, Friseur, mit Anna Martha Schmidt, beide dahier. HanS Heinrich Hofeldt, Buchhalter, zu Göttingen, mit Frieda Ella Westerheide von hier.
Geburten.
Am 1. Karl Max, S. deS SteinhauerS Andreas Ernst Geiß. — 2. Johann Georg, S. des Arbeiters Johann Heinrich Stephan. Heinrich Walter, S. des Schneiders George Thomas. Anna Maria, T. des Dienstknechts Adam Rohrbach. — 3. Emil, S. des Arbeiters Hermann Horst. — 7. Frida Hedwig, T. deS Wagenbauers Heinrich August Otto Heer. — 10. Johann Konrad, S. des Arbeiters Johann Konrad Hild. — 14. Ein Mädchen unehelich. — 16. Friedericke Wilhelmine, T. des HilfSbürodienerS Heinrich Fuchs. — 19. Ein Knabe unehelich. — 25. Georg, S. des Fabrikarbeiters Konrad Kreuz. — 26. Konrad Heinrich, S. des Dienstknechts Konrad Aubel. Heinrich Georg, S. des Gastwirts Adam Henning zu HeeneS. — 27. Karl, S. des Fabrikar- betters Heinrich EnderS. — 30. Lieselotte Auguste, T. des Ber« Messungstechnikers Johannes Heinrich Keim. — 31. Barbara Elisabeth, T. des Fabrikarbeiters Johann Ernst Bolz. Gertrud Elisabeth, T. des Kaufmanns Christian Wolff.
Eterbefälle.
Am 1. Matilde, Witwe des Kreisboten Johann Philipp Andreas, 70 Jahre alt. — 7. Anna Margarete, Ehefrau des Forst- ausseherS a. D. KaSpar Georg Meine!, 74 Jahre alt -■ 10. Heinrich Erbskorn, Eisenbahnarbetter aus Bebra, 33 Jahre alt. — 15. Anna Barbara, T. des Fabrikarbeiters Jakob Nürnberger auS Unterhaun, 5 Monate alt. Katharina Elisabeth, T. des Bäckermeisters und Konditors Wilhelm Spangenberg, 7 Jahre alt. — 16. Johann, S. deS Webers Johann Peter Heinrich Ries, 5 Monate alt. — 20. Fritz, S. des Schloss«» Johann Heinrich Möll«, 21 Zagt alt — 21. Adam, S. de» Schloff«» Johann
Heinrich Möller, 22 Tage alt. Jakob Führer, Metzger au» Gethsemane, 22 Jahre alt. — 23. Katharina, Witwe des SchmiedemeisterS Jakob Schneider, 70 Jahre alt. — 25. Anna Martha, Witwe des Ackermannes EliaS Allendorf zu HeeneS, 79 Jahre alt. Anna Kathattna DieneS, Dienstmädchen auS Schenklengsfeld, 15 Jahre alt. — 26. Anna Elisabeth Kathattna, Ehefrau deS Fabrikarbeiters Georg Friedttch Messerschmidt, 42 Jahre alt. Marie, Ehefrau des Privatmannes Johann Heinrich Wiegand, 66 Jahre alt. Susanna Maria, Ehefrau deS Eisen- bahnstationSdiätars Joseph KominSkt, 63 Jahre alt. — 30. Karl, S. des Fabrikarbeiters Heinrich EnderS, 3 Tage alt. Sophie, T. des Tagelöhners Johann Valentin Nürnberg, 1 Jahr alt. — 31. Kathattna Elisabeth, Ehefrau des Tuchwebers Chttstian Döll, 56 Jahre alt.
Hetzte Nachrichten.
S«. Kaiserlich« und Königliche Hoheit der Kronprinz, den der Gouverneur der United Province» Sir John Hewrtt begleitete, hatte, wie au» Mirsapur gemeldet wird, in den Dschungeln einen s«hr guten Jagdtag. Der Kronprinz schoß einen Tiger von nahezu zehn Fuß Länge. Auch Gras Finckenstein erlegte einen prächtigen männlichen Tiger. Se. Kaiserliche Hoheit sprach über den Nutflug seine volle Befriedigung auS.
Berlin, 22. Januar. Anläßlich bei Orden»seste» erhielten der Präsident der Oberzolldirektion in Cassel Vagedt» den Stern zum Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub, Oberpräsident Hengstenberg den Stern zum königlichen Kronenorden zweiter Klasse mit Schwertern am Ringe, Re- gieinng-präsident v. Bernstorff zu Gaffel den königlichen Kronenorden zweiter Klasse.
Berlin, 23. Januar. Die von der sozialdemokratischen Partei zum Zweck erneuter Wahlrechttdemonstrationen veran- stalteten Massenversammlungen erreichten in Berlin die Zahl von über 70. Die Menge der Demonstranten bestes sich in»- gefamt auf 30 000 Personen. Ruhestörungen waren nicht zu verzeichnen. Ebenso wie in Berlin nahmen auch die in Frankfurt a. M., Köln, Drelben und Bre-lau verunstalteten Demonstrationen einen ungestörten Verlauf.
Berlin, 22. Januar. Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich gestern in Treptow. Ein mit sieben Personen besetzte» Automobil stieß mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Die Insassen wurden zum Teil so schwer verletzt. daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird.
K a i s e r t l a u t e r n, 23. Januar. Wie die Pfälz. Press« auS Speyer meldet, verletzte der Pionier Klotz, ein Schlosser au« Pforzheim, der au« Furcht vor Strafe desertiert war, bei der Verfolgung von 20 Pionieren einen Offizier und einen Unteroffizier lebensgefährlich. Als Klotz dann bei Duben- Hosen gestellt war, tötete er sich durch einen Schuß auS feinem Dienstgewehr. ______
Peking, 21. Januar. Von-der Regierung nahestehender Seite wird mitgeteilt: Die Pest in Harbin ist in den letzten Tag« etwa- weniger heftig ausgetreten und man hofft, sie au» dem eigentlichen China fernhalten zu können. E« sind deswegen die verschiedensten Maßnahmen getroffen. Da« KliegSministerium hat eine SamtälSkolonne in die Mandschurei geschickt, außerdem sind' tüchtige chinesische und europäisch« Aerzte dorthin geschickt. Für bie Mandschurei sind Qaaran- täne-Vorschriftrn «lassen. Damit Peking vor Ansteckung verschont bleibt, fahren auf der Bahnstrecke Schanhm—ftuan— Mulden nur noch Wagen 1. Klasse. Alle Provmzialrcgle- rungen sind telegraphisch vom Ministerium de» Innern ange- wiejenA die nötigen Vorsichtsmaßregeln zu treffen.
Kiel, 22. Januar. Aus Anlaß der gestern nachmittag erfolgten Beisetzung de« Matrosen Pieper vom Unterseeboot U. 3 waren prachlvolle Kranzspenden eingegangen vom Prinzen und der Prinzess.n Heinrich von Preußen, dem Prinzen Adalbert, dem Staatssekretär bei Reichsmarineamts V. Tupitz, den fremdländischen Marineattachc», den Admiralen unb zahlreichen Marine- und Truppenteilen, Vereinen und Privatpersonen. Die Beerdigung erfolgte nach voihergegangen«! Trauerfeier, bei der Marincoberpsarrec Geheimer Ober- konsistorialrat Gordel die Gedächtni«rede hielt, im Beisein der ortsanwefenden Admirale und vieler Abordnungen unter großen militärischen Ehren und überau» reger Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Garnisonsriedhos.
K o n st a n t i n o p e l, 22. Januar. Jeni Gazetta bestätigt auf Grund von Informationen feiten» der Piorte, daß Sana zerstört sei. Dagegen sei die Gegend von Taaz und Hodeida nicht unmittelbar gesährdet. Der Militärkommandant von Assyr meldet au» Abba, die Truppen besäßen für viele Monate Leben»mittel und Munition. Die Deputierten von Assyr konnten die begonnene Reise nach Konstantmopcl nicht fortfetzen. Die Regierung hat zum Truppentrantport mehrere Dampfer der russischen Freiwilligenflotte gemietet.