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in die Grube und wurde von den nachsallenden Erdmassen verschüttet. Er erlag bald nachher den hierbei erlittenen Ver­letzungen.

Saatfeld, 19. Januar. Bei einem Stubenbrande in der Schultzstraße erstickten heute srüh vier Kinder deS Fabrikarbeiter Sollberg, zwei Zwillinge im Alter von füns Jahren, ein Kind von drei und eins von einem Jahr.

Münden, 17. Jan. Aus der Rodelbahn im Kausunger- Wald, die sehr steil hinabgeht, kippte ein Jüngling von 15 Jahren mit seinem Rodelschliten um. überschlug sich dabei und wurde rücklings aus einen Baumstumpf geschleudert. Anwesende Mitglieder der SanitätSkolonne nahmen sich des schwer Verletzten an, ließen ihm die erste Hilse angedeihen und brachten ihn in die Stadt zu einem Arzte, der schwere innere Verletzungen seststellte.

Weende, 17. Jan. Vor einigen Tagen kletterten in später ®(ynbe mehrere Studenten aus das Dach bei Vorbaues einer hiesigen Wirtschast. Bei dieser gefährlichen Kletterei stürzte der Student Kr. aus Göttingen ab und trug schwer« Bein- und Beckenbrüche davon, sodaß er der Göttinger Klinik zugeführt werden mußte.

Gießen, 17. Jan. Aus dem Bergwerk wurde der Loko­motivführer Reeh aus Bieber von einem entgleisten Erzwagen so unglücklich gequetscht, daß der Tod nach wenigen Stunden eintrat.

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Darmstadt, 17. Januar. An der achtjährigen Tochter deS in der Bessungerstraße wohnenden Schreiner- Karl Traub ist gestern nachmittag ein Mord verübt worden. Ueber die Einzelheiten berichtet der „Darmstädter Tägl. Anz." solgendes: Seit gestern nachmittag 2 Uhr wurde die achtjährige Susanne Traub vermißt, und es war trotz aller Bemühungen über den Verbleib deS Kindes nichts zu ermitteln. Heute vormittag wurde nun aus dem Speicher die Leiche des KindeS in einem Gack gesunden. Eine gerichtliche Kommission begab sich sosort an Ort und Stelle, um den Sachverhalt sestzustellen. Da- fragliche Haus liegt in dem unteren Teil der Bessungerstraße und ist ein altes, aus Erd- und Obergeschoß bestehendes Ge­bäude mit Seitengebäuden im Hof. Im oberen Stockwerk wohnte die Familie des Schreiners Traub. In dem darüber- liegenden Speicher wurde bei der Durchsuchung von einem Schutzmann unter Heu und anderen Gegenständen versteckt, der Sack mit der Leiche gefunden. Zuletzt war daS Kind gesehen worden, als es kurz nach 2 Uhr gestern nachmittag die Bes­sungerstraße hinabging. Die Leiche wird einer gerichtlichen Sektion unterzogen werden. Nach der ersten äußeren Unter­suchung wurden Spuren von Gewalt am Halse entdeckt. Der Täter ist bereits ermittelt.

Der Dienst im Tauchboot.

Der Untergang des deutschen Unterseeboote- U. 3 lenkt wieder einmal die Ausmerksamkeit weiter Kreise aus diese neue surchtbare Waffe des Seekampses. Ein anschaulicher Bild von dem Dienst in einem Tauchboot, das gegen einen markierten Feind klar gemacht hat, entwirst ein Wiener Fachblatt, dem wir folgende fesselnde Schilderung entnehmen:

An Bord der Unterseeboote herrscht erregte KampfeSstim- mung. Alle Mann sind aus ihren Gesechtsstationen, die Sicher- heits- und Rettungsvorrichtungen sind gebrauchsbereit. Mit hartem metallischen Schlage in den Zylindern rattern und dröhnen die Motore; den Rettungsgürtel umgeschnallt, die Schmierkannen in der einen, Werkzeug in der anderen Hand, beaufsichtigen die Maschinenleute den wahnsinnig hastenden Laus ihrer Motoren, hier die Lager ob etwaigen Warmlaufens vorsichtig fühlend, dort Schrauben nachziehend, bewegte Teile schmierend, die Ausmerksamkeit trotzdem unverwandt aus den Maschinentelegraphen gerichtet, dessen Weisungen bezüglich der anbefohlenen Gangart der Maschine» aus das strikteste und schnellste entsprochen werden muß. Von der Außenwelt, ob Luft oder Wasser das umgebende Medium sei, hermetisch ab­geschlossen, arbeiten die angestrengten Lungen unter künstlichem Druck, wobei die verbrauchte Luft automatisch auSgestoßen und durch Sauerstoffeinströmungen aus den Preßlustreservoiren ersetzt, durch Purifikatoren regeneriert werden muß. Indessen begeht die Quecksilbersäule des Thermometer- die unsinnigsten Exzesse; 50 Grad Celsius ist das Normale, doch können mit­unter auch Temperaturen von 60, 65, ja 68 Grad Celsius registriert werden. Wie dies die Boot-bemannung auszuhal- ten vermag, ohne daß die Leute umsinken, wie sie trotz dieser Höllenhitze noch zu denken, zu arbeiten vermögen, dies gehört wahrscheinlich zu den rätselhaften Kapiteln physischer, menschlicher Anpassungsfähigkeit. Ruhig und ernst steht der

das Boot führende Leutnant allein, nur auf sich selbst an­gewiesen, unter der etwa i Vs Meter hohen gepanzerten Kuppel seines Kommandoturme-, umgeben von einem Gewirr von Instrumenten, Handgriffen, Ventilen, Stellrädern, Signalappa- raten der verschiedensten Art. Etwas tiefer unter ihm bedient ein Unteroffizier die Steuerrudermaschine, ein zweiter die Vor- richtungen sür da- Tauchmanöver. Im vorderen Bootsraume, durch eine Querwand vom übrigen Boot-innern getrennt, harren die Torpedoleute an ihren Lanziervorrichtungen deS telephonischen oder telegraphischen Besehl- zum Ablassen ihrer beiden, in zwei hell gleißenden Kanonenrohren schußbereit ge­stellten Torpedos. Der Boot-kommandant hat den ihm zu- kommenden JagdkurS eingeschlagen, kleine Korrekturen durch Zuruse an den Steuermann bewirkt. Nun, da er den Mo­ment sür gekommen erachtet, um einstweilen noch unentdeckt zum submarinen Angriff Überzugehen, senkt sich schon aus sein Kommandowort die Spitze des bisher noch an der Wasseroberfläche verbliebenen Bootes gehorsam nach abwärts. Noch einige schwingende sanfte Pendelbewegung um die Quer­achse folgen, daS Poltern der Motoren wird heftiger, die Glaslinsen der Scheinlichter überziehen sich mit grünen Schleiern, dat Rauschen der Butzwelle verstärkt sich. Da- Boot steuert nun, wie der Tiesenindikator genau angibt, drei Meter unter Wasser, indem er diese Tauchlage aus Grund diverser maschineller Einstellungen selbstregulierend dauernd einhält. Im Okular des Periskops versolgt der Kommandant die Annäherung seines Gegnert; teils Messung, teilt Schätzung belehrt ihn, daß er längst aus Lancierdistanz herangekommen ist, aber noch immer will er seine Trefferchancen verbessern, da er sich einstweilen unentdeckt glaubt. Mit einem Male huscht ein starkes Lichtstrahlenbündel über sein Gesichtsfeld, ein nicht mißzuverstehendeS Zeichen, daß der drohende Angriff an Bord der Schlachtschiffe bemerkt wurde, und daß die Leviathane sich zur Abwehr vorbereiten. Noch rasch einen Blick auf den Torpedovisierapparat, eine letzte Kontrolle der Richtelemente zur Torpedoeinstellung, dann ein entschlossenes Signal und die Stahlzigarre schießt, weiße Blasen zur Meeresoberfläche aufwerfend, aut dem Buge deS Bootet heraus, um gerade gegen daS Ziel zu rasen, während das Boot nach dieser Gewicht-erleichterung mit seiner Spitze hestig nach oben schwenkt, durch die eingeleiteten KompenfationS- maßregeln aber schnell wieder beruhigt wird. Indessen ist man noch näher an den mächtig aut dem Wassrr ragenden Gegner herangekommen, der unS unter Wasser nicht sehen kann. Der Torpedo hat sein Ziel nicht verfehlt. Dat Unter­seeboot wird zum Auftauchen gebracht. Nun wird heimwärtS gesteuert und mit der Reinigung begonnen.

Uermiscbt«.

— (6in genähtes Herz.) Dat Raufen in Bayern scheint jetzt etwas weniger gefährlich geworden zu sein. Wenig­stens zeigt ein Beispiel, das Dr. Fuchsig vor dem Verein der Aerzte in Oberösterreich vortrug, daß jetzt selbst so schwere Ver­letzungen, wie sie früher unbedingt zum Tode führten, unter Umständen noch geheilt werden können. Der fragliche Fall bezog sich auf einen jungen Maurer, der beim Raufen einen Stich in die Brust erhalten hatte. Er muß eine gute Natur gehabt haben, da er trotz der später sestgestellten Verletzung deS Herzens, und trotzdem er erst 16 Stunden nach der Verwun­dung inS Krankenhaus kam, doch noch gerettet werden konnte. Der Arzt konnte daher zunächst gar nicht an eine Verletzung des HerzenS glauben, sondern stellte die Diagnose, daß der Stich den Magen getroffen habe. Bei der Operation jedoch ergab eS sich, daß der Magen unverletzt war, dagegen daS Herz durch das Zwerchfell hindurch eine zwei Zentimeter lange Stichwunde erhalten hatte. Das Blut schoß in dickem Strom daraus her­vor, ließ sich aber so weit stillen, daß eine kunstgerechte Naht angebracht werden konnte, und daraus hörte die Blutung gänz- üch aus. Auch die Wunde im Herzbeutel und im Zwerchfell wurde dann langsam vernäht. Um die Lebenskraft zu heben, wurden Klystiere mit Kochsalz und Digitalis verabreicht. Die Herztöne waren noch mehrere Tage unklar, der Puls blieb stark gesteigert, und daS Fieber dauerte bis zum elften Tage. Dann aber trat eine ununterbrochene Genesung ein, und nach etwas mehr als einem Monat konnte der Kranke als völlig geheilt entlassen werden. Wieder ein Beweis für die enormen Fortschritte, die von der Chirurgie in der Behandlung der zartesten Organe gemacht worden sind. Uebrigens ist von einem andern Fachmann hervorgehoben worden, daß dle Ver­änderungen, die daS Herz bei Trunksüchtigen erfährt, eine Rettung aus chirurgischem Wege bei solchen Verletzungen un­möglich machen können.

— (SelbstmordimEisenbahnzuge.) Wie aus Trtschen a. Elbe gemeldet wird, hat sich im Wiener Schnellzug der Teilhaber und Prokurist Martin Heinemann von der in Konkurs gerateneu Dresdener Manusakturfirma Heinemann erschossen.

— (Drei Kinder durch Kohlengas erstickt.) Wie das Segeberger Kreis- und Tageblatt aus Bramstedt meldet, sind aus dem Gute Gayen drei kleine Kinder eines Arbeiters im Alter von ein, zwei und vier Jahren in Ab­wesenheit ihrer Eltern durch KohlengaS erstickt.

Letzte Nachrichten.

Berlin, 19. Januar. Von der Militärverwaltung ist der Bau von weiteren sieben Flugzeugen in Auftrag gegeben worden, da die vorhandenen fünf Lehrmaschinen zur Ausbil­dung der Offiziere zu Militärpiloten nicht ausreichen.

Berlin, 19. Januar. Die polnische Fraktion des Ab­geordnetenhauses hat einen Antrag eingebracht, sobald als möglich, durch einen Gesetzentwurs den uneingeschränkten Ge­brauch der polnischen Sprache in öffentlichen Versammlungen zu gewährleisten.

Berlin, 20 Januar. Für den nächsten Sonntag sind von der Sozialdemokratie für Groß-Berlin etwa 60 öffentliche Versammlungen ausgeschrieben worden mit der Tagesordnung: „Kein gerechtes Wahlrecht in Preußen."

Metz, 19. Januar. Zwei Deutsche, die sich mißliebig über die Vorgänge in dem Verein Lorraine sportive äußerten, wurden von Mitgliedern des Vereins angegriffen und schwer mißhandelt, sodaß sie in daS Krankenhaus gebracht werden mußten.

A u e r b a ch (Hessen), 19. Januar. Beim Rodeln wurden zwei Damen schwer verletzt. Einer von ihnen wurde das K nn zerschmettert. Außerdem erlitt sie eine schwere Gehirn­erschütterung, der sie nach kurzer Zeit erlag.

Newyork, 19. Januar. Im Opernhaus« zu Hamilton in Canada brach während eines orientalischen Tanzes die Klinge eines Schwertes ab, flog in das Parket und durch­bohrte einem Zuschauer den Kopf. Eine Panik wurde nur dadurch verhindert, daß da- Orchester weiter spielte.

Newyork, 19. Januar. Aus der Newyorker Unter­grundbahn griff ein Neger, weil er gedrängt worden war, die Passagiere mit einem Messer an und verwundet« zwei.

E p c r n a y, 19. Januar. Die lebhafte Erregung im Winzergebiet der Champagne dauert noch an. Militär hält die Ordnung aufrecht und bewacht die Gejchäjtthäus«r. In der heutigen Versammlung der Winzer in Venteuil erschien auch der Präsekt, der die Winzer zur Ruhe mahnt«. Ent­sprechend dieser Aufforderung nahmen die Teilnehmer an der Versammlung eine Tagesordnung an, in der sie sich ver­pflichten, jeden Akt von Sabotage zu vermeiden und in der sie die Erwartung aussprechen, daß die Regierung ihren For­derungen gerecht werde. Um Mitternacht herrschte überall Ruhe.

München, 19. Jan. Ein Recht-anwalt, der unlängst wegen Unterschlagung zu sechs Monaten Gesängm- verurteilt worden wai, sollte sich vor dem Landgericht verantworten, weil er einander widersprechende Interessen zweier Parteien gleich­zeitig wahrgenommen halte. Der Rechtsanwalt erschien nicht vor Gericht. Er ist flüchtig geworden.

Standesamtsbezirk Schenklengsfeld. Monat Dezember 1910. Eheschließungen.

Am 10. Maurer Karl Jakob Petzold von Schenklengsfeld mit Elisabeth Thekla Fett von Amönau.

Geburten.

Am 6. Heinrich, G. des Bergmanns Johanne- Klee zu Gchenklengsjeld. — 13. August, S. des Schreine,- und Musikus Oswald Mohr zu Schenklengsfeld. — 19. Katha­rina Margareta, T. des Maurer- Heinrich Wenzel zu Schenk- lengsseld. — 25. Johanne- Ernst, S. des Schäser- Georg Helderich zu WehrShaujen.

S t e r b e s ä l l e.

Am 13. Weißbinder Heinrich Zill zu Schenklengsfeld, 78 Jahre alt. — 24. Barbara Elisabeth Eiche, geb. Jäger zu Wüstfeld, 79 Jahre alt. — 27. Ein Kind totgeboren zu Wüstseld.

Kirchliche Nachrichten.

Sonntag, den 22. Januar.

Vormittag- ValO Uhr: Herr Superintendent Feyerabend.

Vormittags 11 Uhr: KindergotteSdienst (Sonntagschule.)

Nachmittag- 2 Uhr: Herr Pfarrer S ch e s s e r.

Petersberg.

Vormittags ValO Uhr: Gottesdienst.

Mittwoch, den 25. Januar: AbendS 8 Uhr Gottesdienst in der HoSpitalSkapelle.

Hierzu eine Beilage und Nr. 4 des ,, Illustrierten' Sonntagsblattes. ‘ *

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