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Fernsprech-Knschlutz Nr. 8

Nr. 118.

Donnerstag, den 6. Oktober

1910.

Bestellungen

aus das Bersfelder Kreisblatt

werden für das

4. Quartal 1910 von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtlicher teil.

Bekanntmachung.

Die ZinSscheine Reihe in Nr. 1 bis 20 zu den Schuld­verschreibungen der preußischen konsolidierten Zprozentigen Staatsanleihe von 1890 und diejenigen Reihe II Nr. 1 bis 20 zu den gleichartigen Schuldverschreibungen von 1900, 1901, 1902, beide über die Zinsen für die zehn Jahre vom 1. Oktober 1910 bis 30. September 1920 nebst den Er­neuerungsscheinen sür die folgende Reihe werden

vom 1. September d. Js. ab auSgereicht und zwar,

durch die Kontrolle der Staatspapiere in Berlin SW. 68, Oranienstraße 92/94,

durch die Königliche Seehandlung (Preußische Staatsbank) in Berlin W. 56, Markgrasenstraße 46 a,

durch die Preußische ZentralgenofsenschastSkasse Berlin C. 2, am Zeughause 2,

durch sämtliche preußische RegierungS-Hauptkassen, Kreis- lassen, Oberzollkassen, Zollkassen und hauptamtlich verwaltete Forstkassen,

durch sämtliche Reichsbankhaupt- und ReichSbankstellen und sämtliche mit Kasseneinrichtung versehene ReichS- banknebenstellen, sowie

durch diejenigen Oberpostkaffen, an deren Sitz sich keine Reichsbankanstalt befindet.

Formulare zu den Verzeichnissen, mit welchen die zur Ab­hebung der neuen Zinsscheinreihe berechtigenden Erneuerungs­scheine (Anweisungen, Talons) den AuSreichungSstellen einzuliefern sind, werden von diesen unentgeltlich abgegeben.

Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf eS zur Erlangung der neuen Zinsscheine nur dann, wenn die Er- ncuerungSscheine abhanden gekommen sind. (I. 1983.)

Berlin, den 11. August 1910.

Hauptverwaltung der Staatsschulden, gez. v. Bischossshausen.

Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die erforderlichen Formulare von der hiesigen RegierungS-Hauptkasse, den Kreiskassen und hauptamtlich verwalteten Forstkassen deS Bezirks verabreicht werden. (K. 1178.)

Cassel, den 16. August 1910.

Königliche Regierung. (Unterschrift.)

_ HerSfeld, den 3. Oktober 1910.

, Der Beginn der Personenstandsaufnahme für die bevyrstehendt StaatSsteuer-Veranlagung ist von der König- Regierung aus Grund deS Artikels 40 «bs. 2 der «usführunggantoeijung vom 25. Juli 1906 aus den ^l^d"°^r 1910 festgesetzt worden. Die Personenstands- ausnahme ist am gleichen Tage zu Ende zu führen.

m 0 r t nach Beendigung haben die Herren Bürger- S' F11* Gutsvorsteher das Personenverzeichnis ^b'mdenmrtder Gemeindeftenerttste aufzustellen. jTr in allen Fällen, wo Arbeiter, Angestellte m Frage kommen, zuvor Ersuchen um baltenben »&^ ^ W außerhalb aus- Familie am rX J1 iWestfalen und sonst wo), dre rhre Orte haben C ^°^"^" und ihren steuerlichen Wohnsitz am - »««Ä wm 23-9- °8' 5h- 2266 fc-^aLka^.'^^b. I«. müssen di-se «» schon vor dem 1? d M«'..?^ änlich können sie auch « «SS* L wm

Md ,u Ä£ ®t"8ma »« «&Kn|te ltaY*0=n Sultan,^Mc'om Orte ®Xmmm^" WM M w Gewerbebetrieb haben di/>^^^ Grundvermögen oder haben, d.e aber in einem anderen preußischen

Orte zur Einkommensteuer zu veranlagen sind, und das Ver­zeichnis der nichtphysischen Personen.

III. Anschließend hieran ist die Staatssteuerliste und Staatssteuerrolle aufzustellen.

IV. In diesem Jahre sind auch die Schuldeuuach- Weisungen sür jede Gemeinde neu aufzustellen. Wegen der bevorstehenden Ergänzungssteuer-Veranlagung ist besonderes Gewicht darauf zu legen, daß sie ein möglichst vollständiges Bild der Schulden sämtlicher Steuerpflichtigen geben.

Zu diesem Zwecke ist bis zum 10. d. Mts. orts­üblich bekannt machen zu lassen, daß sämtliche Schul­den, Schuldenzinsen, Tilgungsbeträge, dauernde Lasten und Versicherungsprämien (§ 8 II d. E. G.), binnen 8 Tagen bei Ihnen anzumelden sind.

An Formularen kommen zur Verwendung:

1) Personenverzeichnis in Verbindung mit Gemeindesteuerliste, 2) StaatSsteuerliste,

3) Staatssteuerrolle,

4) Schuldennachweisung,

5) Verzeichnis der auswärts wohnenden physischen Personen, die in der Gemeinde Grundbesitz haben oder Gewerbe betreiben,

6) Verzeichnis der nicht physischen Personen,

7) Ersuchen an die Arbeitgeber um Mitteilung von Lohnbezügen, 8) Ersuchen an auswärtige Ortsbehörden um dcsgl.,

9) Mitteilungen über Lohnbezüge an auswärtige Gemeinden.

Die nötigen Formulare mit Ausnahme der zu 5 bezeich­neten gehen den Ortsvorständen rechtzeitig von hier auS zu.

Die Formulare zu 5, die in geringem Maße gebraucht werden und deren Bedarf sich nicht übersehen läßt, sind in der L. Funk'schen Buchdruckerei vorrätig und können von dort bezogen werden.

Bei Umzügen von Steuerpflichtigen in der Zeit zwischen der Personenstands-Ausnahme und der Voreinschätzung sind die Ueberweisungen und Mitteilungen über die steuerlichen Verhältnisse der Betreffenden mit größter Beschleunigung zu betreiben, damit die Veränderungen noch zeitig berücksichtigt werden können. (Art. 83 d. A. A.)

Ich mache den Ortsvorständen bei der Aufstellung der Listen, Verzeichniffe und Nachweisungen größte Genauigkeit zur Pflicht.

Die StaatS- und Gemeindesteuerlisten müssen in sSmt > lichen Spalten auSgefüllt sein, soweit die Ausfüllung nicht später hier zu geschehen hat. (Art. 42 d. A. A.)

BiS spätestens z u m 1 0. N o v e m b e r sind die f e r t i g e n Staats-tUnd Gemeindesteuern st en nebst den Unterlagen an mich einzureichen.

Der Vorsitzende der Einkommensteuer- Veranlagungs-Kommiffion

Nr. 2757. von Gru nelius.

Hersseld, den 1. Oktober 1910.

Im Monat September d. Js. sind diesseits für die

nachbenannten Persönlichkeiten Jagdscheine ausgestellt worden:

A. Jahresjagdscheine:

a. entgeltliche:

am 2/9. für den Maurermeister Heinrich Bätza in Hersfeld, 5/9. Kaufmann Wilhelm Gics daselbst,

* 5/9. Dr. phil. Paul Trappe in Philippsthal,

8/9. Flcischermeister Ernst Gotzian in Berka,

* 9/9. Königlichen Forstmeister Mantels in HerSfeld,

9/9. Kaiserlichen Postinspektor Fritz Gics daselbst,

10/9. Bierbrauereibesitzer Wilhelm Steinweg das.,

14/9. Königlichen Landmesser Dr. Ovcrbeck das.,

* 14/9. BierbrauereigeschäftSführer Friedrich Stein­weg daselbst,

16/9. Apotheker L. Becker daselbst,

20/9. ReichSgrafen, Emil Friedrich Grasen von

Schlitz, genannt von Görtz, in Schlitz,

21/J. Domäneupächter Jul. Baumann zu Eichhof,

22/9. Arzt Dr. Niemeyer in Planen,

23/9. Bürgermeister Mathias Wolf in Lam- pertSseld,

23/9. Bergingenieur R. Beil in Herinren,

24/9. Königlichen Landmesser Heinrich Rausch in HerSfeld,

24/9. Stadtlandmesser Alfred Helk daselbst,

29/9. Landwirt Wilhelm Klotzbach II. in Malkomes, 30/9. Königlichen Landmesser Link in Hersseld,

* 30/9. Königlichen Gymnasial-Oberlehrer Prosessor

Dr. Stamm daselbst,

30/9. Holzhändler Wilhelm Heil daselbst, 30/9. Schreinermeister Heinrich Eticbing in Heddersdorf.

1/9.

1/9.

1/9.

24/9.

30/9.

30/9.

b. unentgeltliche:

* Königl. Förster Schnepp in Obergeis, * * Schmidt in Heddersdorf, Simon in Obergeis, Lehmann in Friedlos, Wiegand in LengerS.

B. Tagesjagdscheine:

Bergmann Georg Ruch in Leimbach,

a n 30/9. für den H. Caselitz in HerSfeld, 30/9. H. Möller daselbst.

Der Landrat

von GruneliuS.

nichtamtlicher Ceil.

Berlin, den 4. Oktober.

Die Lage in der deutschen Metallindustrie ist mit einem Male wieder hochkritisch geworden. Bei den bislang in Berlin stattgefundenen EinigungSverhandlungen zwischen den Vertretern des Verbandes der deutschen Metall­industriellen und der Schiffswerften einerseits und der Arbeiter deS Metallindustriellenverbandcs anderseits sollte sich bei beiden Parteien, wie gemeldet wurde, eine versöhnliche Stimmung gezeigt haben. Aber die nach mehrtägiger Pause am Montag in Hamburg fortgesetzten EinigungSverhandlungen scheinen nicht mehr im Zeichen dieser versöhnlichen Stimmung zu stehen, wenigstens wurde in einer von etwa 8000 Personen besuchten Versammlung der organisierten Metallarbeiter HamburgS, die am Montag abend stattfand, mitgeteilt, daß die geführten Verhandlungen bis jetzt resultatloS verlausen seien, und daß die Aussperrung unvermeidlich erscheine. Die Versammlung beschloß nicht nachzugeben. Der nämliche Beschluß wurde von den Metallarbeitern in Frankfurt a. M. und von einer am 2. Oktober in Düsseldorf abgehaltenen Versammlung christlicher Metallarbeiter gefaßt. Da von der drohenden Aussperrung mindestens 150 000 Arbeiter direkt betroffen werden würden und da ferner auch andere Arbeits- und ErwerbSzweige unter dem Kamps in der Metallindustrie leiden würden, so muß der Wunsch ausgesprochen werden, daß trotz der bestehenden Schwierigkeiten bis zum 8. Oktober, dem Tage, an welchem die GeneralauSsperrung beginnen soll, doch noch eine Ver­ständigung zustande komme.

Der konservative ReichstagsabgeordneteArendt, Vertreter des ostpreußischen Wahlkreises Wehlau-Labiau, ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Arendt vertrat seit 1907 den genannten Wahlkreis, in welchem mithin eine Ersatzwahl nötig wird. Arendt war mit 11 575 konservativen Stimmen gegen 3179 sozialdemokratische und 1769 freisinnige Stimmen gewählt worden, sodaß es den Konservativen wohl gelingen dürfte, das Mandat für Wehlau-Labiau in der Nachwahl zu behaupten.

Wegen der nunmehr beendigten Berliner Straßen- k r a w a l l e hat die Kriminalpolizei noch weitere 24 Personen, die sich an den Ausschreitungen beteiligten, fcstgcnommen, darunter zwei, die nachweislich anf die Polizei geschossen haben. In dem einen Falle war der Verhaftete durch seine Braut gedeckt worden. Diese sah, scheinbar harmlos, aus dem Fenster, während ihr Bräutigam hinter ihr stand und, ohne daß er von der Straße aus gesehen werden konnte, abfeuerte. Das ist wieder ein Beweis für die böse Rolle, die fanatifierte Weiber bei den Unruhen gespielt haben. Die Verhafteten sind zum großen Teil organisiert. Es befinden sich darunter auch streikende Arbeiter der Handelsgesellschaft der Apotheker. Diese haben Automobile mit LebenSmitteln für die Arbeitswilligen betriebSunfähig gemacht, indem sie die Pneumatiks zerschnitten und zerstachen. Zu den Verhafteten gehört auch ein alter Bekannter der Strafbehörden, ein Arbeiter T., der sich bei den Wahlrechtsdemonstrationen beim Einzug des Königs Eduard im Februar 1909 hervortat. T. wurde damals als Führer festgenommen und zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Trotz dieser Strafe spielte er auch jetzt wieder eine Führer- rolle. Vier der Verhafteten sind streikende Arbeiter von Kupfer und Co.

Eine Mitteilung sehr erfreulicher Art macht die ZeitschriftDie Betriebskrankenkasse.« Um die Mit- glieder der Kriegervereine davon abzuhalten, sich wegen der Vorteile, welche die sozialdemokratischen Gewerkschaften ihren Mitgliedern in Krankheitsfällen bieten, solchen sozialdemokratischen Organisationen anzuschließen, beabsichtigt der deutsche Krieger- bund, Einrichtungen zu schaffen, welche den minderbemittelten Mitgliedern in Krankheitsfällen eine besondere Fürsorge an­gedeihen lassen. Weiter ist eine Unterstützung in Fällen ber Arbeitslosigkeit ins Auge gefaßt. Diesen Bestrebungen werden sicher weiteste Kreise sympathisch gegcnüberstchcn.

Die Ueberjälle aus Deutsche in Haifa nehmen kein Ende. Nach einer Meldung aus Konstantinopel wurde der deutsche Reichsangehörige Tachauer in Haifa in der Nähe der Kolonie hinterrücks durch Messerstiche schwer verletzt. Die vermummten Täter sind entkommen. Die arabische Presse erneuert ihre Hetzartikel gegen die Deutschen und den deutschen Konsul.

Die Aussperrung der englischen Textil- arbeitet hat begonnen. Es kommen 700 Werke mit 45 Millionen Spindeln und 140 000 Arbeiter in Frage. Privatmeldungen großer Spinnereien in Lancashire an Von- »Otter Großfirmcn zufolge besteht die Aussicht, daß der Konflikt in wenigen Tagen beigelegt werden kann, um so mehr, als die Regierung energisch bemüht ist, eine Einigung herbeizusühren.

Der deutsche Leutnant Helm ist, wie auS London