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yerrselder Kreisblatt
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Zernsprech-5lnschlutz Nr. 8
Nr. 114.
AbmmelitsMMiiU
auf das
Ijersfelder Kreisblatt
Das „Hersfelder Areisblatt", amtliches Organ des Areises Hersfeld — ausgestattet mit Publikationskraft — bringt außer den
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Amtlicher Ceil.
Zur Vermeidung etwaiger Zweifel wird darauf aufmerksam gemacht, daß mittellose Kranke, die im Wege der öffentlichen Armenpflege nach öffentlichen Kliniken, Krankenhäusern, Jrren- und Jdioten-Anstalten überführt werden, aus Gewährung der Fahrpreisermäßigung gemäß AuSführungSbestimmungen C VI. zu § 12 des Deutschen Eisenbahn-Personen- und Gepäck-
€rtö$t
Roman von Tea van Husen.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
IX.
Doktor Reinwald kam an jenem Abend erst sehr spät nach Hause, so spät, daß er fürchtete, Lindas Gutenachtkuß ver- Mmt zu haben. Galt doch sein erster Gedanke, sein erster Blick, sein erstes Wort, sobald er in das Zimmer trat, seiner uemen Linda.
mc*n Liebling?" sagte er.
v°pa", antwortete sie, „aber ach wie traurig." waha "'s* müde", fuhr der Doktor fort, „aber ich bin selbst- treuen, daß ich Dich noch sehe, bevor gehst."
Mfe ä“ R ü "* 9”* I” s* Blicken ?a?n m°^°, sich im Zimmer zu tun, warf einen Tageblatt, öffnete einige Billette i-iner K iT^ -«inen Besuch baten, entledigte sich SDiomenfA! h ""^ schlüpfte mit den Füßen in die eleganten Dann ^ Arbeit von Lindas Hand.
Stuhl AU iekpn V-» K *' J $ ,n den anderen bequemen 2 sA''. den er dem seinen gegenüber gerückt hatte. Und, alles das tat er, ohne zu ahnen, waS in Lindas Innerem teg®nfe?^ “* d°" b-l-Ich»-,« P-d ein. Baun Iä¥s^
„Ich möchte Dich verlassen", fuhr sie fort nur Wen, ein neu« $rim für mich lud™?-"”1 ' ^.ie « tau r*« vd« & -!77 B.,si°ud «...
Dienstag, den 27. September tariss — Teil I — vom 1. April 1909 keinen Anspruch
haben. (Nr. 8682.)
Cassel, am 24. August 1910.
Der Oberpräsident. Hengstenberg. * * Hersfeld* am 21. September 1910.
Wird veröffentlicht.
I. I. Nr. 9027 II. Der Landrat.
J. Vertr.:
Wessel, Kreissekretär.
Hersseld, den 23. September 1910.
Diejenigen Herren Bürgermeister des Kreises, welche meine Verfügung vom 28. Februar 1880 Nr. 2182 — Kreisblatt Nr. 18/1880, — betreffend Einzahlung des Loosholzgeldes an die betreffenden Forstkassen, noch nicht erledigt haben, werden erinnert.
Ich sehe der Einreichung des geforderten Berichts nunmehr bestimmt binnen 5 Tagen entgegen.
I. A. Nr. 7003. Der Landrat.
I. Vertr.:
Wessel, Kreissekretär.
nichtamtlicher Ceil
Berlin, den 25. September.
Se. Majestät der Kaiser nahm auf der Fahrt von Sigmaringen nach Potsdam, woselbst Allerhöchstderselbe gestern mittag eintraf, den Vertrag deS Chefs des Zivilkabinetts, Wirklichen Geheimen RateS v. Valentin! und vorgestern den deS ChesS des Militärkabinetts, Generals der Jnsanterie, Freiherr v. Lyncker entgegen.
Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz wird, gutem Vernehmen nach, in Vertretung Sr. Majestät des Kaisers dem Festakte beiwohnen, der am 1. Oktober zur Feier des Jubiläums der Unfall- und Jnvaliditätsversicherung im Reichstage stattfindet.
In der Nordd. Allg. Ztg. werden Winke für das nach Italien reisende Publikum veröffentlicht. In dem Artikel heißt es: In Italien ist das Tragen von Waffen (Revolver, Stockdegen, größere Messer, Scheren) ohne zuvorige Lösung eines Waffenscheines verboten. Bei Verletzung dieses Verbots muß nach italienischen Strasbestim- mungen aus Gefängnisstrafen erkannt werden, Geldstrafen sind dagegen ausgeschlossen. Wiederholt sind infolge dieser Vorschriften Reisende bereits verhaftet worden oder sonst in die größten Ungelegenheiten gekommen. Die Mitsührung einer Waffe sollte daher unterbleiben oder zuvor der Waffenschein besorgt sein. Es wird ferner darauf aufmerksam gemacht, daß die italienischen Postanstalten Wertsendungen und Postanweisungen nur bei Vorlage eines Paffes aushändigen. ES
„Vielleicht könnte ich in einer Schule angesteHt werden. In einer Familie würde man mich wohl für zu jung halten, als daß man mir allein die Erziehung der Kinder anvcr- traute."
„Linda!" Weiter vermochte er nichts über die Lippen zu bringen.
„Ich dachte, ich könnte mich vielleicht an die Bor- steherin meines Pensionates wenden, aber ich weiß, daß sie mich ohne Deine ausdrückliche Genehmigung nicht nehmen würde. Willst Du mir bei ihr das Wort reden?"
„Linda! Linda!" rief der Doktor abermals.
„Oder vielleicht engagieren sie mich mit geringem Gehalt in einem Musikinstitut?"
„Linda! Wie —"
„Ja, Papa", fiel sie ihm entschlossen in den fast flehenden Ausruf. „Mir bleibt keine Wohl; so wenig wie Dir. Wir können unserm Schicksal nicht entgehen, und daS fordert, daß wir uns trennen."
„Kind", rief Reinwald, „Dein Geist phantasiert! Wie kommt Dir eine so tolle Idee in den Kops?"
Linda antwortete nicht und blickte starr wie in eine unbekannte Ferne.
„Komm, komm, Linda", suhr er fort", „wirf den lächer- lichen Gedanken bei Seite und laß uns von angenehmeren Dingen reden. Sage mir lieber, was Du heute den ganzen Tag über gemacht" hast. Man hat Dir aus der Residenz neue Bücher geschickt. War eS etwas Interessantes darunter ?"
„O, was liegt an den Büchern", entgegnete Linda kurz mit gefalteter Stirn. „Ich rede in vollem Ernst und muß zu einem Entschluß kommen, Papa, kannst Du mir nicht helfen, ein anderes Unterkommen zu finden?"
„Aber was hat Dich nur aus einen solchen Gedanken gebracht? Fühlst Du Dich hier nicht glücklich, nicht behaglich?" fragte er.
„Doch, doch", antwortete sie rasch. „DaS ist eS auch nicht. O sprich nicht davon, Du machst mir das Gehen nur noch schwerer."
Sie sprach hastig und ohin die Augen von dem Feuer zu
1910.
kann daher nicht dringend genug empfohlen werden, die kleine Mühe und Ausgabe für die Beschaffung eines Reisepasses von feiten der heimatlichen Polizeibehörde nicht zu scheuen, um Geldverlegenheiten und die daraus erwachsenden unübersehbaren Folgen zu vermeiden.
Die Einrichtung der PostauSweiskarten wird demnächst einige Erweiterungen erfahren, auf die wir schon jetzt aufmerksam machen möchten. Vom 1. Oktober ab werden neue Formulare mit Wiederholung des Vordrucks in franzö- sischer Sprache eingesührt werden. Dann werden die vom 1. Oktober ab in Deutschland ausgestellten PostauSweiskarten in Italien bei der Aushändigung von Postsendungen als vollgültige Ausweispapiere angesehen werden. Der Geltungsbereich der Karten wird sonach folgende Länder umfassen: Deutschland einschließlich deS Schutzgebietes Deutsch-Südwest- afrika, Oesterreich, Belgien, Dänemark, Luxemburg, Norwegen, Schweden, die Schweiz und Italien.
Ein englisches Lob deS deutschen HeereS befindet sich in einem Artikel deS noch den deutschen Manövern entsandten Korrespondenten der „Times", in dem eS u. a. heißt: „Wenn ich gefragt würde, waS ich für die am meisten soldatische Eigenschaft der deutschen Armee halte, so würde ich - sofort erwidern, daß es die Art ist, wie alle Waffengattungen sich die Bodenformation bei Annäherung an den Feind zunutze machen. Fast allen Offizieren und Unteroffizieren ist die Benutzung der natürlichen Deckung zur „zweiten Natur" geworden, und die gründliche Art, mit der die Mannschaften dieser „zweiten Natur" ihrer Vorgesetzten folgen, ist entweder das Resultat einer strengen Disziplin oder ein sehr hoher Grad von Intelligenz in der Front; vielleicht auch etwas von beiden. Auf alle Fälle haben wir es hier mit einer erstklassigen Instruktion zu tun.
Gegenüber der Meldung, daß der frühere Staatssekretär Dernburg für den zweiten Berliner Wahlkreis als Kandidat in Aussicht genommen sei, erfährt die Kieler Zeitung, daß gegenwärtig Verhandlungen schweben, die daS Endziel haben, Dernburg den Husumer Wahlkreis vorzubehalten, der als der sicherste für die fortschrittliche VolkSpartei gilt. Die Entscheidung wird in den nächsten Tagen sollen.
Nachdem der deutsche Fleischerverband mit seinen durch einige Herren seines Vorstandes dem preußMen Landwirt- schajtsminister v. Schorlemer vorgetragenen Vorschlägen wegen durchgreifender RegiernngSmaßnahmen zur Linderung der F l e i j ch n o t gescheitert ist, will er es nun mit einer Petttion an den Reichskanzler versuchen. Die Petition wird, dem Vernehmen nach, eine Erleichterung der Echlachtvieheinfuhr fordern; ihr Erfolg muß aber jetzt schon stark bezweifelt werden.
Die Rede des Kaisers im Wiener Rathaus über die schirmende Wehr und die Unerschütterlichkeit der Bünd- niffes ist von Pariser und Londoner Blättern in kriegerischem Sinne gedeutet und die internationale Lage auf Grund der Rede als ernst bezeichnet worden. DaS war natürlich be
heben. Der Doktor sah sie verwundert an. WaS sonst konnt* es sein? Sie fühlte seinen Blick, fand aber nicht den Mut, demselben zu begegnen.
Plötzlich schoß ihr ein neuer Gedanke durch den Kopf. Er konnte die Absicht, ihn zu verlassen, doch nicht etwa einem anderen Beweggrund unterlegen? Schon bei dem Gedanken stieg ihr die Helle Röte bis in die Schläfen hinauf, und sie beeilte sich, einen solchen Argwohn zu unterdrücken.
„Du wirst e» bald selbst herausfinden, nur gar zu bald, fürchte ich, lieber Papa, was mich zu diesem schweren Schritt treibt", sprach sie, „und dann wirst Du zugeben, daß eS das Beste ist, wenn wir von einander scheiden. Frage nicht weiter, ich kann es Dir nicht sagen; aber eS sieht vor der Welt besser aus, wenn wir einig find über mein Gehen. Es gibt ja viele junge Mädchen, die aus eigener Wahl in die Fremde gehen und sich dort ihren Lebensunterhalt suchen. Und wenn Du mir gestattest, Dich hin und wieder aus kurze Zeit zu besuchen, wird daS jeder nur natürlich finden, und wir haben allem die Spitze abgebrochen!"
„Allem? Wem? Linda, Kind, ich verstehe Dich nicht", rief der Doktor. „WaS willst Du damit sagen? Du kannst unmöglich von mir verlangen, daß ich im Finstern für Dich handle. Sei überzeugt, daß ich aller tun werde, waS in meinen Kräften steht, zuvor aber muß ich mehr von der eigentümlichen Geschichte wissen."
Linda dachte ein paar Sekunden nach; dann erhob sie sich und näherte sich sanft ihrem Adoptivvater.
„Ich gebe zu, daß es sehr undankbar von mir sein würde, wollte ich Dich in solchem Zweifel lassen, jetzt aber kann ich mich nicht erklären; morgen vielleicht. Gute Nacht. Es ist sehr spät."
„Nein, Linda, eS gibt keine bessere Zeit", rief Reinwald, ihre Hand ergreifend, „und so leicht lasse ich Dich nicht entschlüpfen. Komm, sage mir, was Dir einen so tollen Ge danken in den Kopf gesetzt hat. Ich habe doch nie zuvor eine ähnliche Andeutung von Dir gehört."
Er hatte seinen Arm um ihre Taille geschlungen, so daß