Erscheint wöchentlich dreimal und gelangt Montag, Mittwoch und Freitag nachmittag zur Ausgabe. Der Bezugspreis beträgt für Hersfeld vierteljährlich 1.40 Mark, durch die Post bezogen 1.60 Mark. us
„ ■■■ vi7 •'■""■■-" w»t-Ti9m*BucnauBncxxwaKKBaita^^
Der Anzeigenpreis beträgt für den Raum einer ein» gespaltenen Zeile lOPfg., im amtlichen Teile 20 pfg. Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wiederholungen wird ein entsprechender Rabatt gewährtwawam
Herrfelder Kreisblatt
Gratisbeilagen: „Illustriertes Sonntagsblatt" und „Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage*
Zernsprech-Knschlutz Nr. 8
Nr. 112.
Donnerstag, den 22. September
1910.
AstmMs-EiMW
auf das üersfeldcr Kreisblatt.
Das „Hersfelder Areisblatt", amtliches Organ des Kreises Hersfeld — ausgestattet mit Publikationskraft — bringt außer den
amtlichen Bekanntmachungen alles wissenswerte über
Politik des In- und Auslandes, Nachrichten aus der Stadt, dem Kreise und der Provinz, vermischte Nachrichten aus aller Welt usw. Ferner gelangen in jeder Nummer spannende Romane, Erzählungen rc. fortsetzungsweise zum Abdruck.
— An Gratisbeilagen — erhalten unsre Abonnenten jede Woche ein „Illustriertes Sonntagsblatt" und alle (4 Tage eine ausgezeichnete
„Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage".
Der Bezugspreis beträgt für Hersfeld bei freier Lieferung ins Haus 1,40 Mk., für auswärts durch die Post bezogen 1,60 M§. ausschl. Bestellgeld vierteljährlich.
Probenummern werden auf Verlangen kostenfrei zugesandt.
Zu zahlreichem Abonnement ladet ergebenst ein Die Erpedition des Dersfelder Kreisblattes.
Amtlicher teil.
Hersfeld, den 20. September 1910. Betrifft: Kreis-Schüler-Wettspiel in Hersfeld am Sonntag, den 35. September d. Js.
Um etwaigen Zweifeln über das Stattfinden des aus Sonntag, den 25. September festgesetzten Wettspiels von
€rlö$L
Roman von Tea van Hufen.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
»Schön. Für diesmal ist jedenfalls alles glatt abqe- * ' memte Reinwald lächelnd. „Aber Frau Berndt, wenn ich auch nichts dagegen einzuwenden habe, daß die Kleine ein wenig „HauSmagd" spielt, wünsche ich doch nicht, daß Ei/?" ° ^ Är6eit sandig herangezogen wird. Verstehen
„Bewahre, Herr Doktor", entgegnete die Frau. „ES fällt mir nicht ein, ein Hausmädchen auS ihr machen zu wollen 'ch ganz gewiß nicht; es war nur Scherz." '
^ d" Doktor in das Wort, „ich kann nur £ ^w’ '?* ^"1 und ich möchte Ihnen damit heraS 'sHÄ !°der Neigung, welche das Kind für vobl^M^ zeigt, entgegen arbeiten. Ich weiß S U "Ur aus Güte Linda's Laune nachgeben M1 ^t° Sie auf, und habe außerdem noch einiges man^?"beN' bevor ich essen kann. Da gewesen ist U Cbri'2^^ '4 wüßte«, lautete die Antwort. „Nur zu haben.» ^""^ l$ einmal in Ihrem Arbeitszimmer gehört fonte'^SS b'e Rezepte geholt, die er besorgen rt a.' dann L ^ ^n Ä Minuten bin ich Berndt I» * °ustragen, Frau in ton Htbeit^ ^ock hü| dem Korridor ab und ging an der Klingel und bamü'i^ ^g er heftig nach Frau Berndt. Wii $ zufrieden, rief er laut »ÄS, «'hL^ "" * «•Ä^Ä?? ®0'“” *”* ■»“ ’ 61« 1-
Schülern des Kreises bei nicht besonders günstigem Wetter zu begegnen, wird ein Beamter am Sonntag, von 7 Uhr Vormittags, im Königlichen Landratsamt anwesend sein, der unter Fernruf Nr. 133 angerufen werden kann und jede Auskunft geben wird.
Bei ungünstigem Wetter werden die Herren Lehrer, die ihre Beteiligung am Wettspiel angemeldet haben, telefonische Absage erhalten.
I. Nr. 9494. Der Landrat.
I. Vertr.:
W e s s e l, Kreissekretär.
Hersseld, den 16. September 1910.
Diejenigen Herren Bürgermeister, welche mit der Erledigung meiner Versügung vom 8. September 1881, Nr. 10411, (Kreisblatt Nr. 73 1881) betreffend die Anmeldung von Zuchtbullen zur Herbstkörung noch im Rückstände sind, werden hieran mit 8tägiger Frist erinnert.
Werden die zur Zeit anzukörenden Zuchtbullen in dieser Frist nicht angemeldet, so erfolgt die etwaige besondere Körung auf Kosten der Gemeinde bezw. der Bullenhalter.
I. A. Nr. 6886. Der Landrat
von Grunelius.
Hersseld, den 19. September 1910.
Die unter dem Schweinebestande deS Malermeisters Wilhelm Münz in Hersfeld auSgebrochene Rotlaufseuche ist erloschen. I. Nr. 9392. Der Landrat.
I. Vertr.:
W e s s e l, Kreissekretär.
Hersseld, den 19. September 1910.
Die unter dem Schweinebestande deS Rentners Carl Maufehund hier auSgebrochene Rotlauffeuche ist erloschen. I. I. Nr. 9384. Der Landrat.
I. Vertr.:
W e s s e l, Kreissekretär.
nichtamtlicher teil.
Nie tiirkisih-rmiiiiische „MMmMn".
Schon Anfang dieses Monats tauchte in der russischen Presse die Nachricht auf, daß zwifchen der Türkei und Rumänien eine Militärkonvention abgeschlossen worden fei. Sie wurde jedoch wenig beachtet und kam erst zu Ehren, alS sie das Pariser Sensationsblatt, der „Matin", von neuem in die Welt setzte. Seit fast einer Woche hat sie dann die Pariser Preffe lebhaft beschäftigt. DaS war nicht zufällig, sondern hatte einen besonderen Anlaß: die Anleiheverhandlungen der Türkei sind noch immer nicht zum Abschluß gekommen; die französische Regierung will das neue Papier nur dann zur
„Meines Wissens kein Mensch weiter als Christoph", antwortete die Frau.
„Christoph? Nein, der kann es nicht gewesen sein. Unmöglich! Wo ist der Schlingel? Schicken Sie ihn herein."
„Er ist noch nicht wieder da, Herr Doktor. Er meinte, eS würde wohl drei Uhr werden, bevor er zurück- käme."
„ES kann doch nicht — nein — nein, daS läßt sich nicht denken —"
„Was denn, Herr Doktor. Ist etwas in Unordnung?"
„EtwaS", wiederholte Reinwald. „Alles ist in Unordnung. Unheil ist hier angerichtet worden, daß eine ganze Stadt dadurch hätte entvölkert und ich für mein ganzes Leben zu Grunde gerichtet werden können. Es hätte hier in meinem Zimmer eine furchtbare Explosion und ein Feucrbrand entstehen können."
„Himmlische Gerechtigkeit!" rief Frau Berndt, die Hände zusammenschlagend, entsetzt aus.
„Jemand ist es natürlich gewesen", fuhr der Doktor fort. „Wissen Sie genau, daß niemand weiter hineingekommen ist, als Christoph?"
„Gewiß, Herr Doktor", beteuerte die Wirtin. „Ich bin nur an der Tür gewesen, und habe Linda in daS Zimmer sehen lassen, keine von unS haben aber hat einen Fuß über die Schwelle gesetzt."
«Haben Sie ihr gesagt, daß eS mein Arbeitszimmer
„Ja, natürlich. Sie fragte mich ja bei jedem Zimmer, wie eS heiße."
„Sagte sie nichts zu Ihnen über dieses hier?"
„Nichts weiter, als daß eS recht unsauber aussähe und unordentlich, worauf ich ihr erwiderte, daß Sie mich nichts darin anrühren ließen, und Christoph stets rein mache, wenn Sie dabei wären."
„Das genügt, Frau Berndt. Ich glaube die Schuldige gesunden zu haben."
„Wollen Sie mir nicht sagen, was eigentlich loS ist?"
Bö se zulafsen, wenn die Türkei wirtschaftliche (Bestellungen) und womöglich auch politische Zusicherungen macht. Der türkische Großwesir Hakki-Pascha hat sich deshalb die letzte Zeit über in PariS ausgehalten.
Unzweifelhaft besteht zwischen der Lancierung der Nachricht vom Abschluß einer türkisch-rumänischen Militärkonventton und den türkischen Schwierigkeiten in PattS ein innerer Zusammenhang. Von allen Großmächten paßt wohl am wenigsten Rußland eine fortschreitende innere Erstarkung deS türkischen Reichs. Deshalb wurde die Bereitwilligkeit deS Pattser Geldmarktes, mit der Türkei ein Anleihegeschäft zu machen, in Rußland mit scheelen Augen angesehen. Die Nachttcht von der Militärkonvention brächte eine willkommene Störung in die Anleiheverhandlungen.
Es war jedoch ungeschickt von der nationalistischen Preffe in PariS, daß sie den Versuch machte, die Gelegenheit zu einer Aufhetzung Italiens gegen Deutschland und Oesterreich» Ungarn auszunutzen. Sie tat so, alS ob die beiden mitteleuropäischen Verbündeten hinter dem Rücken Italiens und zu dessen Nachteil das rumänisch-türkische Abkommm arrangiert hätten. Italienische Blätter mertten die Absicht und erwiderten mit Recht, wenn die Nachricht wahr wäre, ginge sie wohl die Ententemächte Rußland, England und Frankreich noch mehr an als Italien.
Inzwischen ist die Nachttcht, die den französischen Zeitung». Politikern so viel Unruhe bereitete, sowohl von Bukarest alS auch von Konstantinopel auS dementiert worden. Besteht also wahrscheinlich auch kein schriftlicher Desensivvertrag zwischen Rumänien und der Türktt, so stehen doch bttde Etaatm in gutem Einvernehmen miteinander. Gleichartige Interessen weisen beide darauf hin, sich gegen den noch immer nicht befriedigten Expansionsdrang der Bulgaren zu sichern, und schon die Ungewißheit darüber, welche Haltung Rumänien bei einem bulgarischen Borstoß gegen die Türktt einnehmen würde, bildet ein starkes Element für den Frieden am Balkan. In Konstantinopel hat die Aufgeregthttt der französischen Preffe über die angebliche Militärkonvention, die, wenn sie in Wirklichkeit auch nur eine tückisch-rumänische Annäherung ist, doch zur Sicherung sriedlicher Interessen dient, einen schlechten Eindruck gemacht. Die Jungtürken sehen allmählich ein, daß die theoretische Sympathie der Franzosen und Engländer für das neue konstitutionelle Regiment doch praktisch nicht so wertvoll ist, wie das Interesse der Dreibundstaaten an einer inneren Kräftigung des türkischen Reiches.
Zur Zu» und Ausland.
Berlin, den 20. September.
Nach der Pirsch am Nachmitttag deS 19. d. begaben sich der Kaiser, Erzherzog Fttedrich und Familie sowie die Begleitungen gegen 7 Uhr zu Wagen nach Prokopfok und bestiegen dort den Dampfer Tausfck, der kurz nach 9 Uhr in
sagte die Wirtschasterin, die vor Neugier fast erstickte. „Die Katze ist doch nicht etwa hineingeschlüpst?"
„Unsinn. Sie können die Suppe bringen.“
„Ist etwa» zerbrochen oder verschüttet?"
„Nichts dergleichen", lautete die Antwort. „Ich weiß selbst noch nicht recht."
Wütend trat er in sein Zimmer zurück, während Frau Berndt brennend vor unbefriedigter Neu gier wieder nach der Küche ging.
VI.
Doktor Reinwald sagte fein Wort zu dem kleinen almungslosen Geschöpfe, das neben ihm am Tische saß, die Händchen aus dem Schoß gefaltet, um daS Tischgebet zu sprechen, welches eS in der Dorfschule gelernt hatte. AlS er in das Zimmer trat, blickte sie unschuldig und erfreut, wenn auch mit etwas scheuer Ehrfurcht, zu ihm auf. Doch anstatt eines freundlichen Wortes, das sie von ihm erwartet hatte, setzte er sich schweigend nieder und fing an, auS der vor ihm stehenden Terrine die Teller zu füllen.
„Soll ich nicht daS Tischgebet sprechen, Herr Doktor?" fragte die kleine zaghafte Stimme.
„Ja, wenn Du willst", lautete die kurze Antwort.!
Die Stimme bebte merklich, doch daS Gebtt kam glücklich zu Ende. Die Teller wurden gefüllt, die Suppe gegessen, und schon waren Messer und Gabck in voller Tätigkeit, und Doktor Reinwald hatte noch immer kein Wort gesprochen. Die Kleine sah ihn hin und wieder scheu von der Seite an, wagte aber nicht, daS Schweigen zu brechen.
„Nun, Kleine", begann er endlich, bemüht, ruhig zu sprechen, „waS hast Du den ganzen Morgen über getan? Womit hast Du Dich wäf reud meiner Abwesenheit unterhalten?" \
„Ich habe mir die Bilder angesehen, Herr Doktor, und ein Bursche kam in daS Zimmer imd machte Feuer, und dm fragte ich, ob ich hingchen dürste, wo ich wollte, und er sagte, er wollte Frau Berndt fragen, und da ging ich mit ihm zu der Dame, die mich zu Bett gebracht hat, imb sie zeigte mir