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dieselbe in einen Fluß verwandelt worden sei. Alles, waS aus und neben der Straße lag, wurde selbstverständlich mit- gerissen. An einigen Stellen wühlte das Wasser das Pflaster aus und konnte nun um so leichter daS Werk der Zerstörung fort- setzen. Viele Höfe wurden mit Schlamm und Steinmassen bedeckt. In dem Beckerschen Dampssägewerk kann erst dann die Arbeit wieder fortgesetzt werden, nachdem vollständig auf­geräumt worden ist. Man gibt sich der Hoffnung hin, daß bei der bevorstehenden Verkoppelung da- von den Bergen kommende Wasser so geleitet wird, daß es nicht bloß durch die Dorjstraße sondern auch noch aus anderem Wege seinen Laus in die Fulda nehmen muß.

V Malkomes, 13. Juni. Am gestrigen Sonntag kam es hier zwischen hiesigen und auswärtigen Burschen zu einer Schlägerei, bei der ein Bursche aus Kathus derartig zugerichtet wurde, daß seine Ausnahme in das Landkranken­haus in Hersfeld erfolgen mußte.

k. Rhina, 10. Juni. Eine nachahmungSwerte Gemeinde in der Obstbaumzucht ist Gicrstädt bei Gotha. Dieselbe hat in der dasigen Feldflur 60—70 000 Kirschbäume und sonstige edle Acpsel- und Birnsorten, und viele Wallnußbäume ange­pflanzt. Der Ort liegt an einem herrlichen Hochwald und ist nervenschwachen Leuten warm zu empfehlen; auch wegen seiner Billigkeit, denn man zahlt nur pro Tag für alles 3 Mk. bis 3,50 Mk. Herr Kröter in Gicrstädt gibt gern Auskunft.

Bebra, 12. Juni. Freiwillig aus dem Leben schied heute morgen der 23jährige Apothekergehülse Sonntag von hier. Nach Einnahme von Strychnin in einer Gelatinekapsel unterhielt er sich noch über die von ihm auSgesührte Tat in größter Ruhe mit seinem Prinzipal und dem schnell hinzuge- rusenen Arzt, die nicht vermochten, den bald daraus schnell cingetretenen Tod zu verhindern. WaS den hier beliebten jungen Mann zu der unseligen Tat getrieben, ist ein Rätsel.

Kaltennordheim (Rhön), 11. Juni. In den benach­barten Dorfe Kaltenwestheim brannten infolge Blitzschlags fünf Wohnhäuser nieder.

Casfel, 11. Juni. Ueber ein Idyll von der Kleinbahn Casfel-Naumburg schreibt die „Hess. Post". Ein kleines Vogelpärchen, vermutlich Steinmeisen, hat unter die Plattform eines Personenwagens fein Nest gebaut. ES befinden fich vier muntere Kleinen im Nest. Da der betr. Personenwagen nie­mals längere Zeit gestanden hat, so ist anzunehmen, daß daS alte Vogelpärchen während der Fahrt „Wilhelmshöhe-Naum- burg" immer hin und zurück gebaut und gebrütet haben muß. Jetzt begleiten sie den Zug und bringen auf jeder Station den Kleinen ihre Nahrung in Form von Würmern, In­fekten usw. Das Zugpersonal der Kleinbahn nimmt sich der kleinen Fahrgäste nach Kräften an und sieht stets am End­ziel nach den kleinen Reisebegleitern, um ihnen das Nestchen hübsch zurecht zu setzen, daß kein Unheil Passiert, während dem umfliegen die Alten munter den Wagen und äußern ihren Dank für die Aufmerksamkeit des Zugpersonals durch fröhliches Zwitschern.

Kragenhof, 9. Juni. Eine beispiellose Frechheit be­kundeten Einbrecher, welche die vormals Heuterkessche Villa in Kragenhof heimsuchten. Diese Villa, welche vor einiger Zeit im Wege des Zwangsverkaufs in andere Hände überging, liegt ziemlich einsam und ist seit längerer Frist unbewohnt. Vor etwa 14 Tagen kamen mehrere Arbeiter, die sich in der Villa zu schaffen machten. Man glaubte, sie seien vom neuen Besitzer mit diesen Arbeiten beauftragt worden. Nachdem sie einige Tage gearbeitet hatten, fuhr ein Wagen vor, der mit allen möglichen Sachen beladen wurde. Jetzt stellt sich heraus, daß die Arbeiter Diebe waren, welche die Villa gründlich ausgeplündert haben. Sogar einen Herd und die Lichtan­lagen haben sie ausgebrochen und mitgenommen. Leider fehlt jede Spur, sowohl von den Dieben, wie von dem Wagen, auf dem das gestohlene Gut fortgeschafft wurde.

Nentershausen, 10. Juni. Bei einem furchtbaren Unwetter, das sich gestern nachmittag entlud, schlug der Blitz­strahl in das Scheunengebäude des MühlenbesitzerS Schneider in dem benachbarten Dorfe Weißenhasel und zündete. In wenigen Sekunden stand das Gebäude von oben bis unten in Flammen, sodoß absolut jedes Retten und Löschen un­möglich war. Die Scheune und ein angrenzendes Stallge- bäude wurden eingeäschert.

Frankfurt, 11. Juni. Eine schwere Betriebsstörung ist heute vormittag aus der Oberurseler Strecke der Elektrischen Eisenbahn vorgekommen. An der eingleisigen Unterführung in der Nähe des StaatsbahnhofeS in Oberursel stießen zwei Wagen zusammen, vermutlich infolge VersagenS der Block­station. Mehrere Personen versuchten durch Abspringen von einem Wagen der von ihnen bemerkten Gefahr eines Zu­sammenstoßes zu entgehen. Ein Herr erlitt schwere Verletz­ungen am Kopse, eine Dame wurde bewußtlos vom Platze getragen.

Witzenhausen, 11. Juni. Heute Nachmittag wurde auf dem Bahnkörper zwischen Witzenhausen und Gertenbach in der Nähe des Badenstein die Leiche eines neugeborenen Kindes gefunden, die vermutlich aus einem Eisenbahnzuge herausgeworfen worden ist. Die KindeSleiche wurde zur ge- richtlichen Untersuchung nach Witzenhausen gebracht.

Witzenhausen, 9. Juni. Die ersten Frühkirschen sind reif geworden und bereits gepflückt worden. Im großen Ganzen rechnet man dieses Jahr nicht aus einen guten Ertrag der Kirschenernte, weil die Kirschenblüte durch die Nachtfröste ge­litten hat. Dagegen rechnet man aus einen reichen Ertrag der Obsternte.

Vom Westerwald, 9. Juni. Eine hübsche Anekdote «zählt ein Leser des „Nassauer Boten" seinem Blatte. Die Geschichte soll sich angeblich 1866, „anno dazumal, wie wer preußisch sind worn," in einem kleinen Dörfchen deS Wester- ^albeS zugetragen haben. Damals herrschte wegen der Annexion des Herzogtums Nassau große Bestürzung. Man nichte alles in die Wälder zu retten, waS zu retten war. Tatsache ist, daß sich viele Bauern mit dem Besten ihrer Habe in nahe Wälder zurückzogen, um hier die Ankunft der Preußen abzuwarten. Ein biederer Bauer, dessen Dörf- chen jetzt seit Juni auch von einer Eisenbahn berührt wird, hatte große Mühe, seinen fetten Ochsen zum Mitgehen in den Wald zu bewegen. Alles gütliche Zureden, alle- grobe Fluchen und Schlagen hals nichts. Da endlich alS die Wut des Bauern und die Halsstarrigkeit des Rindviehs aufs höchste gestiegen war, packte jener in lauter Verzweiflung feinen widerspenstigen Hausgenossen bei den Hörnern und stieß ihn von sich mit dem empörten Wunsch: „Da no sollst du preußisch wärn, Du Ekel, mih hoste nett verdient."

tHöttingen, 10. Juni. Am Kreuzungspunkte der Garte- talbahn und der Reinhäuser Landstraße hat sich heute früh 7 Uhr ein Automobilunsall ereignet. DaS Automobil 8 039 der Fahrzeugsabrik Eisenach stieß mit dem Gartetalzug zu- lammen. Der Chauffeur, der bereits elf Jahre im Dienste ist unb dem bislang noch kein Unfall zugestoßen ist, hatte infolge der dichten Betäubung der Chausseebäume den Zug nicht herankommen sehen. Bei dem Anprall wurde das Auto

zertrümmert. Die Insassen wurden herausgeschleudert und mehr oder minder verletzt. Der am schwersten verwundete Chauffeur sand Ausnahme in der Göttinger Klinik.

Greiz, 7. Juni. Ein beklagenswertes Unglück, daS eine neue Warnung zur größten Vorsicht beim Baden enthält, hat sich iu Langenwetzendors ereignet. Dort hatte der 19 Jahre alte Streit seinen Freund, einen Blinden namens Drechsler, mit zum Teiche begleitet, um zu baden. Als nach einiger Zeit Leute am Teiche vorübergingen, sahen sie am Ufer zwei Kleiderbündel liegen, im Wasser aber nur eine Person, den blinden Drechsler. Aus die Frage an Drechsler, wie er allein in den Teich gehen könne, kam die erstaunte Antwort, daß noch sein Freund Streit mit ihm im Teiche sei. Da von diesem indeß keine Spur zu entdecken war, wurde nachgeforscht. Streit war ertrunken. Anscheinend ist er nicht genug abge- gekühlt gewesen, als er in das Wasser ging. Vor dem blinden Freunde, der keine Ahnung von dem Schrecklichen hatte, waS sich in seiner Nähe abspielte. ist Streit lautlos in die Tiefe gesunken.

Wrexen (Waldcck), 10. Juni. Eine schwere Bluttat hat sich in der gestrigen Nacht in dem nahe gelegenen Nieder- marsberg ereignet. Bei einer furchtbaren Schlägerei in einem Wirtshause, bei welcher es auf beiden Seiten blutige Köpse setzte, wurde der 26jährige Sohn eines Gutsbesitzers mit einem Scheit Holz dermaßen über den Kops geschlagen, daß ein Bruch des Schädels und eine Verletzung des Gehirns eintrat, worauf der hoffnungsvolle junge Mann alsbald seinen Geist aufgab. Die gerichtliche Untersuchung wurde sofort einge- leiiet.

Vermischtes.

— (Der Lehrling als Mörder.) Als der Be­sitzer der Medizinaldrogerie in Schlirsee sich um 7 Uhr abends ans Telephon begeben wollte, bemerkte er, daß der Lehrling einen Griff in die Ladenkasse machte. Der Lehrling, der sich beobachtet sah, schoß aus einem bereits geladenen Revolver seinem Chef eine Kugel in den Hinterkops, wodurch derselbe schwer verwundet wurde. Er selbst tötete sich durch einen Schuß in daS Herz.

— (Gewitter.) In Groitzsch bei Bitterfeld wurden vorgestern zwei Dienstknechte aus dem Felde vom Blitz er­schlagen. In Buschdorf bei Halle tötete der Blitz den Ober­gärtner Bersike. — Während des Gewitters schlug der Blitz am 8. d. M. in Köln in ein an der Severinstraße gelegenes Kloster. Die Pensionärinnen befanden sich aus einem Spazier- gang in den Anstaltsanlagen. Vier Mädchen wurden vom Blitz getroffen; eines starb sofort. Die übrigen hofft man am Leben zu erhalten. — In Welschingcn bei Konstanz wurde am 8. Juni ein vom Felde heimkehrender Knecht vom Blitz erschlagen. — In fast allen Teilen Mährens sind in den letzten zwei Tagen Gewitter und Hagelschläge niedergegangen, die unter den Feldkulturen schwere Schäden angerichtet haben. Blättcrmeldungen zusolge wurden vier Personen durch Blitz­schlag getötet sowie mehrere verletzt — Bei Zarskoje-Sselo wurde eine größere Jnsanterieabteilung beim Manövrieren vom Gewitter überrascht. Ein Blitz ging in die Bajonette der abseits stehenden Patrouille des Leibjägerregiments nieder. Zwei Mann wurden getötet, ein dritter schwer verbrannt.

— Zwei Todesfälle von Pflanzengift werden aus SchleSwig-Holstein gemeldet. Nach dem Genusfe giftiger Kräuter starben ein 9jähriger Knabe aus dem Gute Groß-Nordsee (Kreis Rendsburg) und ein vierjähriges Mädchen in Süderbraruproy (Kreis Schleswig). In letzterem Falle gab daS Kind an, im Garten den Saft weißer Narzissen eingesogen zu haben. Bei beiden trat der Tod nach wenigen Stunden ein.

— (Sechzig Personen nach demGenuß von EiS erkrankt.) Fünfzig Angestellte und zehn Schneide­rinnen der Firma Herse (Warschau) sind nach dem Genuß von Speiseeis schwer erkrankt. Die Symptome sind die einer akuten Vergiftung.

— (Ein kühner Eisenbahnräuber.) AuS El Paso wird gemeldet, daß in der Nähe der Station Robsart in Neu-Mexiko ein einzelner Bandit einen ganzen Zug der El Paso- und Südwest-Gesellschaft aufhielt und dessen In­sassen plünderte. In mitternächtlicher Stunde brächte er durch falsche Signale den Zug zum Stehen. Mit der gespannten Pistole in der Hand trieb er dann die erschreckten und aus ihrem Schlaf geweckten Passagiere von P. E.-Wagen in den Wagen, der dem Zugführer und dem übrigen Personal zur Verfügung steht. Hier zwang er sie, einschließlich des Zug­führers, ihm ihre Barschaft abzuliefern und ihre Juwelen im Werte von mehreren tausend Dollars auszuhändigcn. Dann löschte er die Lichter deS ZugeS aus und verschwand mit seiner Beute ungehindert im Dunkel der Wälder.

— Sattle, 11. Juni. Eine Feuersbrunst hat zehn Blocks von Gebäuden an der Wasserfront zerstört. Viele Menschen sind umgekommen. Der Schaden wird aus eine Million Dollar geschätzt.

— (Dcr schlaue Untersuchungsrichter.) Im Allensteiner Mordprozcß hat der Vorsitzende die angeklagte Frau v. Schoenebeck-Weber mit väterlichen Worten ermähnt, alles zu gestehen, den Richtern ihre Pflicht zu erleichtern und sie als Beichtiger zu betrachten, denen man alles sagen müsse. DaS erinnert an die Praxis, die ein alter badischer Unter­suchung-richter Freiherr Landolin von Blitter-dorff in Karls­ruhe besolgte. Der Richter wurde wegen seiner großen Klug- Heit von den Spitzbuben besonders gesürchtet, bei der Be­völkerung jedoch war er überaus populär. Einmal hatte er eS mit einer nur durch Indizien belasteten Wilderergejellfchaft zu tun, von der einer hartgesottener und zerrissener war als der andere, und deshalb gedachte der Landolin, wie er seines ungewöhnlichen Vornamens wegen kurz und vertraulich genannt wurde, sich beim entscheidenden Verhör zunächst einmal den abgebrühtesten der Spitzbuben nach der väterlichen Methode zu kaufen. Er sagte also zu ihm etwa: „Hanne-, mach' Dir Dein G'wisse leicht un sag'S g'rad wie'S isch!" Da kam aber der Landolin schön an. „Ja wir ware's jo gar net," beteuerte der HanneS ein über daS andere Mal und die üb­rigen machten eS gerade so, als sie alle miteinander im Zim­mer des Untersuchungsrichters vorgeführt waren. Da klappte Landolin feine Akten zu und sagte mit seiner näselnden Stimme: „Mit Euch isch nex z'mache! Macht daß Ihr weiterS kommt, un nemmen au Eure G'wehre!" Und richtig liefen die Hoch­erfreut aufatmenden Kerle auf einen seitwärts stehenden Tisch zu, um sich ihre im Walde versteckt ausgesundenen Büchsen herauSzusuchen. Da aber reckte sich der Landolin zu seiner vollen Größe und rief mit Donnerstimme: „Haww ich Euch jetzt, Ihr Hcrrgottsakramcnter.

— (Ein L eiche nsund im Co mer See.) Bei Moltrasio am Comer See wurde ein mit einem großen Stein am Riemen beschwerter, großer Koffer aus der Tiefe des SeeS weitab vom Lande gefischt. Darin besand sich der Leichnam einer etwa 36jährigen, schwarzgekleideten Frau, ferner Kleider, ein Paket

Briefe in englischer Sprache und Photographien, darunter die- eineS jungen Mannes, und zwei Gebetbücher. Der Leichnam wies sieben, noch stark blutende, aber nicht tödliche Kopfwunden aus. Der Körper war in ein Leintuch mit den Initialen G. L. eingehüllt. Man glaubt, daß die Ermordete eine Amerika­nerin ist, die kurze Zeit mit einem etwa 23jährigen Manne in Moltrasio eine Villa bewohnte. Beide sind feit zwei Tagen vecschwuuden.

Standesamtsbezirk Hersfeld. Monat Mai 1910.

Eh es chließungen.

Am 7. Konrad Schmidt, Zimmermann mit Martha EnderS hier. Georg Heinrich Apel, Hausdiener mit dem Dienstmädchen Anna Martha Hildebrand hier. Heinrich Schmidt, Weber, hier, mit dem Dienstmädchen Anna Katharina Apel zu Kalkobes. — 14. Friedrich Rödel, Fabrikarbeiter mit der Fabrikarbeiterin Anna Barbara Witttch hier. Andreas Hildebrand, Weber mit Anna Elisabeth Hahn zu Kalkobes. Kaspar Kimpel, Schneider mit der Schneiderin Christine Withelmine Kühn hier. Georg Karl Her­mann Bartholomäus, Kaufmann mit Auguste Wilhelmine Char. lotte Martha Kunert hier. — 15. Peter Joseph Lauf, Friseur zu Neutz mit Marie Elise Sophie Rudolph hier. — 21. Hermann August Koppke, Arbeiter mit der Fabrikarbeiterin FranziSka Koch hier.

Geburten.

Am 2. Ein Knabe unehelich. — 4. Anna Katharina, T. des Landwirts Johannes Schade zu Heenes. — 7. Rudolf, S. des Tuchwebers Heinrich Wilhelm Kammerzell. — 10. Anna Christine, T. des Dachdeckers Johann Georg Möller. — 12. Pauline Margarete Marie, T. des Gärtners Hugo Paul Karl Borrmann. Heinrich, S. des Installateurs Wilhelm Raacke. — 14. Anna Martha Elisabeth, T. des Arbeiters August Roßbach. — 15. Otto Heinrich, S. des Schlossers Karl Dietrich Manns. — 16. Jrmgard Marie, T. des Buchdruckers Jakob Spangenberg. Ein Mädchen unehelich. — 18. Richard, S. des Ingenieurs Engel- bert Emil Brand. Bernhard Christian, S. des Arbeiters Se­bastian Röder zu Kalkobes. — 19. Christine, S. des Stuhlmeisters Josef Kadanik. — 22. Konrad Georg Valentin, S. des Fabrik- arbeiters Konrad Schneider zu Kalkobes. — 23. Anna Luise Käthe, T. des Schriftsetzers Johann Ernst Bernhard Gerlach. George, S. des Fabrikarbeiters Heinrich Hartwig zu Gerterode. — 24. Johann, S. des Webers Johann Marek. — 25. Hildegard Betty, T. des Kaufmanns Max Hesky. — 28. Nikolaus, S. des Fabrik­arbeiters Johann Heinrich Konrad Eckhardt. Karl, S. des Schlossers Johann Karl Grösch. — 29. Lina. T. deS Fabrik­arbeiters Georg Wohlgemuth zu KalkobeS. — 30. Otto, S. des Fabrikarbeiters Konstantin Löhr.

S i ä I l c.

Am 2. Anna Elise Hahn aus Kalkobes, 1 Jahr alt. — 5. Johann Georg Jmke, Tagelöhner, 81 Jahre alt. — 14. Adam Both, Rentenempfänger, 80 Jahre alt. — 17. Valentin Rohrbach, Schmied und Gastwirt aus Blankenheim, 49 Jahre all. — 19. Anna Martha Horn, Fabrikarbeiterin aus Gittersdorf, 16 Jahre alt. — 21. Kätchen Elisabeth Martha Erna Theis aus Bebra, 8 Jahre alt. — 23. Emma Göbel, 1 Jahr alt. — 25. Adam Schäfer, 2 Jahre alt.

Letzte nachrichten.

Furchtbare Blitzschlagkatastrophe bei Berlin.

Berlin, 12. Juni. Als heute abend während eines heftigen Gewitters eine große Menschenmenge in der Nähe der Schwimmanstalt in Plötzensee am Zaun Schutz gegen den Regen suchte, wurden durch Blitzschlag 6 Personen getötet und 13 schwer verletzt. Man glaubt, die Verletzten am Leben erhalten zu können.

Berlin, 12, Juni. Ueber die Blitzkatastrophe bei Plötzensee meldet der Lokalanzeiger: Bald nach 6 Uhr brach ein Gewitter herein. Das Publikum, das bis dahin teilweise im Freien gelagert hatte, suchte Zuflucht in den ohnehin schon übersüllten Lokalen oder flüchtete unter die Bäume. Am Zaune des neuen Johannisfriedhofs hatten etwa 1000 Personen Zuflucht gesucht. Etwa um 68/i Uhr fuhr, begleitet von einem furchtbaren Donnerschlag der Blitz in das Schützenhaus und zwar durch den Schornstein in den großen Saal, umtanzte den in der Mitte des SaaleS hängenden Kronleuchter, fuhr in die Erde und unterirdisch weiter nach dem Zaun des FriedShoss, wo er wieder aus der Erde fuhr und an dem dort befindlichen Stacheldraht entlang lief, wo die Menschen sich aufhielten. Die Wirkung des Blitzes war furchtbar. Etwa 80 Personen schlug der Blitz nieder. Einige waren getötet, andere krümmten sich in den verschiedensten Stellungen. Uebcrall ertönte Wehgeschrei. Viele erholten sich dann bald. Zahlreiche Wagen zum Transport der Verunglückten nach dem Virchow- krankenhaus waren bald zur Stelle. Unter den Getöteten be­fand sich auch ein Gardefüsilier.

Gelsenkirchen, 12. Juni. Am Sonntag ist es gelungen, die am Freitag aus der Zeche Consolidation verschütteten beiden Bergleute zu bergen. Da Spuren einer Explosion Nicht ge­funden wurden, scheint das Unglück nicht aus eine solche zu- rückzuführen zu sein.

Calais, 12. Juni. Die Bergung der Leichen aus dem Unterseeboot Pluviose wurde im Laufe des heutigen Tages fortgesetzt, bis die steigende Flut zur Unterbrechung der Arbeiten nötigte. Es gelang, 2 Tote zu Tage zu fördern.

Calais, 12. Juni. Im Laufe deS Abends sind von dem Unterseeboot Pluviose noch zwei Leichen geborgen worden, darunter die deS Kommandanten des Schiffes.

Wien, 12. Juni. Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, können die neuerdings über den Verlaus der kriegsge­richtlichen Verhandlung und über das Urteil gegen Hofrichter verbreiteten Nachrichten wiederum nur auf Kombinationen be­ruhen, da die nach der Sllasprozeßordnung zu beobachtende Geheimhaltung das Bekanntwerden von Tatsachen vor der Urteilsverkündigung an den Angeklagten ausschließt.

K o st r o m a, 12. Juni. Im Kreise Wetluga überfielen Räuber ein Nonnenkloster und raubten 10 000 Rubel. Vier Räuber wurden später sestgenommen; man fand bei ihnen daS geraubte Geld wieder.

Oeffentlicher Wetterdienst.

Dienststelle Frankfurt a. M. (Physikalischer Verein.) Wetteraussichten für Dienstag, den 14. Juni: Meist trübe, Regensälle, vereinzelt Gewitter, Temperatur wie heute.