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bet sich nach ihren Geschwistern daheim erkundigt. Die an­fangs mit leiser Stimme und nur ganz schüchtern vorgebrachten Antworten werden immer Heller und zuversichtlicher. Der Bann weicht von der Kindetseele. Al» nun aber noch der Herr Lehrer eine schnurrige Geschichte von einem Dachshund, einem Frosch und einem Kätzlein erzählt und schlleßllch die ganze Klasse auffordert, einmal ein Hübsche- Liebchen zu singen, da strahlen die vor einer Stunde noch so ernsten Kindergesichtchen in hellstem Vergnügen, und nach Schulschluß erklärt Mäxchen seiner Mama, daß sie ihn am nächsten Tage gar nicht mehr hinzubringen brauche, er könne ganz allein gehen, und in d'er Schule wäre eS überhaupt sehr hübsch, und der Herr Lehrer wäre so lustig und wüßte so schöne Geschrcht- chen. Freudig erregt sprudelt der Kindermund daS alles her­vor. Mütterchen aber streicht wehmütig über den Blondkops und denkt: Gott erhalte dich immer so froh und glücklich, mein Liebling! . .

) ( Hersfeld, 4. April. Die am Sonnabend abend statt- qesundcnc Aufführung des hiesigen Saison-Theater»Der Pfarrer von Kirchseld" war leider nicht so gut be­sucht Es mag dies aber wohl mehr an dem ungünstig gewählten Tag gelegen haben, als an den Darbietungen der Gesellschaft. Denn wie die Aufführung deS Stückes zeigte, verfügt Herr Direktor Fred Fredy über ein sehr gut geschultes Personal. Besonders zeigte sich uns der Träger der Titel­rolle, Herr Metten, als ein vorzüglicher Schauspieler, der eine ebenbürtige Partnerin in Fräulein Lotti Hoff hatte. Auch Fräulein Rehe, sowie Herr Direktor Fredy und Herr Piorch verdienten für ihr Spiel vollste Anerkennung, besonders letzterer als Wurzelsepp. ES war nur zu bedauern, daß die guten Leistungen nicht vor einem größeren Publikum zur Geltung kamen. Doch darf man hoffen, daß die Darbietungen de» Ensembles noch genügend anerkannt und die übrigen Bor- stellungen bei vollem Hause stattfinden werden.

Hersfeld,4. April. Die W it teru n gS a uSs i ch ten aus die kommenden Monate werden von sachwiffenschastlicher Seite in folgender Weise beurteilt: Der Monat April wird voraussichtlich dem April des JahreS 1906, der bekanntlich einer der wärmsten Aprilmonate war und eine Hochtemperatur brächte, nichts nachgeben. Für den Monat Mai wird viel­leicht eine geringe Abkühlung vorauszusagen sein, wohingegen die solgenden Sommermonate unS viel Sonnenschein und Hitze bringen werden. Der Grund hiersür liegt in dem Um- stand, daß in gewissen Zeiten die Erde erfahrungsgemäß eine bestimmte Dauer von Sonnenschein aufzuweisen hat. Diese Prozentziffern schwanken nur in sehr geringem Umfange. Da aber das Vorjahr hinter dieser Zahl bedeutend zurückblieb, so wird nach den bisher beobachteten Naturgesetzen dieses Jahr voraussichtlich einen Ausgleich bringen.

Cassel, 1. April. Ein schwerer UnglückSfall hat sich am Donnerstag abend aus dem hiesigen Güterbahnhof er­eignet. Dort verunglückte der Schaffner Mrtze auS Göttingen, welcher den von dorther kommenden Güterzug Nr. 8775 nach Cassel begleitet hatte. Nachdem dieser Zug hier um 9 Uhr abends eingetroffen war, wurde der Beamte zwischen dem 15. und 16. Geleise der östlichen Seite de» Güterbahnhofes in bewußtlosem, anscheinend schwerverletztem Zustande aufge­funden. Der rasch beorderte Kreisarzt Medizinalrat - Dr. Dreiscng legte die erforderlichen provisorischen Verbände an und veranlaßte die Ueberführung in» LandkrankenhauS, wo M. bereits nach zwei Stunden verstarb. Ob ein Verschulden dritter Personen in Frage kommt, daS muß die eingeleitete Untersuchung erst noch klarstellen.

Cassel, 4. April. Am Freitag mittag wurde zwischen den Stationen WilhelmShöhe und Gunterthausen im Zuge 776 eine junge Dame von einem jähen Tode ereilt. Die Tote wurde in Guntershausen auS dem Zuge gebracht. Nach­dem als Todesursache Herzschlag festgestellt war, wurde die Leiche in das Totenzimmer im Gemeindehause übergesührt. Der Name der Verstorbenen, die einer Künstlertruppe anzu- gehören schien, konnte noch nicht festgestellt werden.

Biedenkopf, 1. April. In der GrubeNeue Hardt" bei Weidenau kam der 32jährige Bergmann Bosch auS Ober­klau durch einen Fehltritt umS Leben.

Ziegenhain, 1. April. Ein Holzhändler W. au» dem benachbarten Allendorf hatte gestern nachmittag auf der Post einen Geldbrief mit 5500 Mark in Wertpapieren abgeholt. Als er ihn am Abend vermißte, vermutete er, daß er ihm im Wirtshause aus der Rocktasche gestohlen worden sei und mel- bete den Verlust der Polizei, die alsbald auch, aber ohne Resultat Recherchen anstellte. Heute früh wurde tec Geld-- brics nun im Briefkasten an der Post geöffnet gesunden, wo- hin ihn der Dieb jedensallr aus Furcht vor Entdeckung, oder weil er mit den Wertpapieren nichts anzufangen wußte, über Nacht geworfen hat.

Babenhausen, 31. März. Ein gräßlicher UnglückSfall, dem ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich in der Nachbargemeinde Schweinheim. Die 16 Jahre alte Tochter des dortigen GemeindedienrrS Johanne« Herold war nämlich am Waschkessel nach anderer Darstellung mit dem Zubereiten deS Mittag-mahle» beschäftigt, al« plötzlich die Kleider Feuer fingen und da« Mädchen in eine förmliche Flammensäule einhüllten. In ihren surchharrn Qualen sprang das lichterloh brennende Mädchen Hilserufend aus die Straße, wo es zusammenbrach. Einige Stunden später erlöste der Tod die Unglückliche von ihren entsetzlichen Schmerzen.

Schweinsberg, 31. März. In tiefe Trauer wurde heute die Familie Gastwirt Konrad Siebert von hier versetzt. Der 12jährige Sohn Friedrich war beim Ausladen von Steinen am hiesigen Bahnhof seinem Vater behilflich gewesen. Bei Abwesenheit deS Vaters hatte wahrscheinlich der Junge mit Hilfe seines Bruders versucht, die beiden Steinwagen zu­sammen zu koppeln und ist hierbei so unglücklich zwischen die Puff« geraten, daß er blutüberströmt nach einer Viertelstunde scmen Geist ausgab.

Hanau, 31. März. Im benachbarten Großauheim er- fthoß sich in der verflossenen Nacht, in seinem Bett liegend, der in den 30er Jahren stehende Kaufmann Jean Hestermann auS Hanau, dessen Bruder vor geraumer Zeit in Konkurs geraten war.j

Hanau, 31. März. Wie amtlich bekannt gegeben wird, «folgt nunmehr die Verlegung deS 2. Bataillon» des 88. Jnjantcric-Regt«. von Mainz nach Hanau am 1. Juli d«. Jahres.

Frankfurt a. M., 31. März. Der Hauptmann und ehemalige Kompagniechef im 81. Jns.-Regt. Malczei von ^rzebiatowSki war am 9. März wegen unerlaubter Entfernung aus dem Heere zu 3 Monaten Festung verurteilt worden. Er hatte sich vor anderthalb Jahren von Frankfurt entsernt, wo c,n Verfahren wegen sittlicher Verfehlungen gegen ihn emgeleitet worden war, daS jedoch ergebnislos verlief. Gegen

Kriegsgerichts hatte der Gericht,Herr Berusung ObttkÄ« ®SL 'S b,e ®trafe »u gering erschien. DaS Oderkrieg,gnicht erkannte in seiner heutigen Behandlung

auf eine Strafe von 1 Jahr und 1 Monat Festung und aus Dienstentlassung.

Frankfurt a. M, 3. April. DaS Automobil de» Fabrikanten Otto Rasche stieß heute mittag in der Kolbacher- gasse mit einer HerrschaftSchaise so heftig zusammen, daß Rasche herau-geschleudert wurde und besinnungslos liegen blieb. Er trug neben schweren inneren Verletzungen eine Gehirnerschütterung davon, so daß an seinem Auskommen gezweifelt wird.

Dessau, 3. April. Da, Dessauer Rathau» brannte größtenteils nieder. DaS Feuer brach um IOV2 Uhr abends au«. Der große Sitzungssaal mit wertvollen Gemälden und historischen Denkwürdigkeiten wurde völlig vernichtet.

Göttiugen, 2. April. Ein schrecklicher Unglückssall er­eignete sich heute nachmittag aus dem Hofe des Grundstückes Weenderstraße 17. Der Holzbildhauer und Möbeltischler Bernhard Niemeyer war mit Gesellen und Lehrlingen beschäftigt, mittelst einer Winde au» dem oberen Geschoß einer Werkstatt Möbel in den Hof herabzubesödern. Dabei entglitt den Leuten die Winde, eine schwere Kommode stürzte herab und zerschmet­terte dem unten stehenden Meister den Kopf. Der Tod trat auf der Stelle ein.

Erfurt, 1. April. Wegen Unterschlagung von Geld­sendungen im Werte von über 40,000 Mark ist der Ober- postschaffner Wuth verhastet. Der Defraudant ist geständig.

Wittenberg, 31. März. Der 19jährigen Dienstmagd Lange au« Roitzsch, die ihren Eltern einen Besuch abstattcn wollte, wurden während der Eisenbahnfahrt, als sie die von einem auSsteigenden Fahrgast offen gelassene Wagentür schließen wollte, an der linken Hand von vier Fingern die vordersten Glieder glatt abgequetscht.

Kahla, 31. März. Eine» Aktes rohester Tierquälerei machte sich der Landwirt A. F. auS Unterbodnitz schuldig. AlS sein vor einem mit Holz beladenen Wagen gespanntes Pserd die Last nicht sortbewegte, spannte er das Tier ab, band er an einen Baum und schlug es solange, bis das Tier ver­endet dalag.

Eschwege, 1. April. Einen Selbstmordversuch machte heute vormittag am Leuchtberge ein junger Kaufmann, indem er sich eine Kugel in den Kopf jagte. Sehr schwer verletzt wurde er aufgesunden und in daS Kranknhaus überführt. Wenn eS gelingen sollte, ihn am Leben zu erhalten, wird er da» Augenlicht ganz oder teilweise einbüßen. Verletztes Ehrgefühl soll den Bedauernswerten zu der unseligen Tat veranlaßt haben.

Bin Wen in die We gefallen.

Saßnitz, 3. April, 2 Uhr nachmittags. Heute mittag IV* Uhr ist der Ballon Pommern, der heute srüh in Stettin ausgestiegen war, gegenüber dem Herrenbad in die Ostsee ge­fallen. In der Gondel befanden sich vier Personen, darunter der Reich«tagsabgeordnete Delbrück-Stettin. Bisher sind zwei der Insassen gerettet, der eine hat einen Fuß gebrochen, der andere hat eine schwere Kopfwunde und ist noch ohne Besin­nung. Nach den fehlenden zwei Insassen des Ballons wird noch gesucht.

Stettin, 3. April. Die beiden ausgefundenen Insassen des in die Ostsee gefallenen BallonS Pommern sind, wie die Stettiner Neuesten Nachrichten melden, der Kaufmann Hein und der Bankbeamte Semmelhack; ersterer ist tot, letzterer hat, wie bereit» gemeldet, ein Bein gebrochen. Die beiden anderen noch vermißten Insassen sind der ReichStagsabgeordnete Del- brück und der Stadtbaurat Benduhn. DaS Unglück geschah 1000 Meter vom Lande.

Stettin, 3. April. Ueber den Ausstieg deS verunglückten Ballons Pommern meldet die Ostsee-Zeitung: Der Ballon stieg heute vormittag 10V2 Uhr bei der ZabelSdorser Gasan­stalt bei sehr starkem Winde auf. Er verfing sich dabei in den Telegraphendrähten, die er zerriß, wurde sodann gegen ein Fabrikgebäude getrieben und durchschlug zweimal das aus dem Dache befindliche Gestänge einer Kühlvorrichtung. Der obere Teil de» Schornsteins wurde glatt durchschnitten. Der Ballon hob sich dann und verschwand mit großer Geschwindig­keit. Deutlich konnte man erkennen, daß die Gondel schwer beschädigt sein mußte; sie hing link- schief herunter. Da­nach Tausenden zählende Publikum brach in Schrecken-rufe aus und eilte wie daS Militär, da» bei dem Ausstieg behilf, lich war, an die Unfallstellr, da man annahm, das Jemand au» der Gondel gefallen sei. Die Teilnehmer der Fahrt dürften aller Wahrscheinlichkeit nach bei dem Anprall erheblich verletzt worden sein.

AuS Saßnitz wird der Ostsee-Zeitung ferner gemeldet, daß der Ballon sich in einer Höhe von etwa 500 Meter über dem Walde bei der Waldhalle befand, als er plötzlich abgetrieben wurde und mit großer Schnelligkeit sank. Von dem Bank- beamten Semmelhack, dem verletzten Teilnehmer an der Ballon- sahrt, wird dem Blatte telephonisch mitgeteilt, daß ReichStagS- abgeordneter Dr. Delbrück und Stadtbaurat Benduhn ertrunken sein dürsten. Der Ballon treibe sührerloS im Wasser. Er, Semmelhack, habe sich durch eigene Krast retten können.

Swinemünde, 3. April, 8 Uhr 50 Min. abends. Die Leiche des ReichStagSabgeordneten Delbrück ist bei Saß­nitz geborgen worden.

Saßnitz, 3. April. Der bei der Ballonfahrt verletzte Bankbeamte Semmelhack gab über den Ausstieg de» Ballon» und den Verlauf der Fahrt solgende Darstellung: Durch den Zusammenstoß der Ballon» mit dem Fabrikgebäude erlitt der Führer de» Ballon» Dr. Delbrück schwere Kopfverletzungen; außerdem wurde ihm ein Bein gebrochen. Baurat Benduhn rrlitt Arm- und Beinbrüche und mehrere Kopfverletzungen. Ich selbst wurde an den Beinen gequetscht und gegen den Rand de» BallonkorbeS geschleudert, jodaß ich besinnungslos wurde. Kaufmann Hein erlitt schwere Kopsverletzungen. DaS Netzwerk war biS über die Hälfte zerrissen. Unser Führer wollte, um eine Landung herbrizuführen, das Ventil ziehen, die Leine riß jedoch ab. Eine Landung auf festem Boden war damit ausgeschlossen. In der Nähe von Rügen wurde der Ballon bis auf 50 Meter herabgedrückt. Etwa 500 Meter von Saßnitz entfernt riß Delbrück die Reißbahn. Mit furcht- barem Stoß stießen wir auf das Wasser aus. Die vier Fahrt­teilnehmer konnten sich au» dem Ballonkorb befreien, doch versank einer nach dem andern. Mit den letzten Kräften gelang er mir, durch Schwimmen die Ballonhülle zu erreichen. Dann wurde ich gerettet.

Uermiscbles.

(Weitere Opfer der Katastrophe von O e k ö r i t 0.) In der Nähe von Oekörito fanden Landleute aus dem Felde vier verkohlte Leichen. ES waren Opfer der Brandkatastrophe, die bei dem Unglück mit brennenden Klei­dern aus da» Feld geflüchtet und dort verbrannt waren. ES waren zwei männliche und zwei weibliche Körper, von denen nur mehr die Stümpfe übriggeblieben waren.

, , (Tödlicher Kamps auf einem elektri» f ^en Leitu ng smast.) In Mülhausm i. Elf. revidierte ein Monteur die elektrische Hochspannleitung. Dabei fand er auf einem Mäste einen Feldwebel vom Mülhauser Infanterie- Regiment, der sich den Mast al« Beobachtung-posten gewählt hatte. Der Monteur forderte den Feldwebel aus, den Mast zu verlassen. Als er sich weigerte, erstieg der Monteur den Mast selbst, um den Wiederstrebenden mit Gewalt herunter» zuholen. Bei bem Ringen auf dem Mast wurde der Mon- teur gegen die elektrischen Leitung-drähte mit 6000 Volt Spannung gedrückt und dadurch aus der Stelle getötet.

Einen neue n Gau nertrick erzählt der ,B. Lok.-Anz." auS Wien: Ein Beamter, der im Restaurant speiste, wurde herauSgerufen. Draußen redete ihn ein Herr ganz erregt an:Sie haben mich gestern aus ba« tiefste be­leidigt und werden mit Genugtuung geben. Bitte, Ihre Karte!" Vergebens versicherte der Beamte, er wisse nicht«, der Herr tobte und sorderte nur immer wieder die Karte, so- daß der Geforderte schließlich, um weiteres Aussehen zu ver­meiden, seine Karte gab. Mit den WortenSie werden von mir hören!" entfernte sich der Herausforderer. Als der Be- amte sorgenschwer zu Hause ankam, fragte ihn seine Frau, wozu er denn die 20 Kronen gebraucht habe, und aus fein fragendes Gesicht zeigte sie ihm seine Visitenkarte, aus der zu lesen stand:Bitte doch dem Ueberbringer dieses sofort 20 Kronen einhändigcn zu wollen!"

Den Angehörigen der Opfer von Ort- k 0 ri t 0 spendete Kaiser Franz Joses auS seiner Privatschatulle 30,000 Kronen.

(Den eigenen Sohn au» dem Fenster geworfen.) Aus Freiburg i. B. wird gemeldet: Der stellungslose Sänger Heinrich Hild warf nach einem ehelichen Sireit seinen dreijährigen Sohn Fritz aus dem Fenster de» dritten Stockwerks auf die Straße. DaS Kind blieb tot liegen. Hild wurde verhaftet.

(Familientragödie in Bamberg.) Hinter der Schießstätte des Bamberger Schützenverein» erschoß gestern nachmittag der 36jährige Klavierbauer Hugo Müller au» Bamberg seine beiden Kinder, ein Mädchen von fünf Jahren und einen Knaben von sieben Jahren, und hieraus sich selbst. Der Beweggrund zu der Tat ist unbekannt.

Heiden heim (Mittelsranken), 1. April. Bei den Aufräumungsarbeiten einer durch Feuer zerstörten Damps- ziegelei wurden neun Arbeiter verschüttet. Fünf von ihnen wurden schwer, vier leichter verletzt.

Königshütte, 1. April. Heute mittag explodierte in einem Hause der Hardenbergstraße in der Wohnung de» Schneidermeisters MuSkalla der Küchenosen. Die Explosion ist anscheinend durch ein in den Kohlen befindliche» Stück Dynamit verursacht worden. Der neunjährig« Sohn MuSkallaS wurde sofort getötet. Frau MuSkalla wurde schwer und drei Kinder leicht verletzt.

Letzte flachrichten.

Marseille, 3. April. Heute vormittag verhaftete man zwöls Heizer deS Dampfers Muluja, die sich geweigert hatten, vor dem Seegericht zu erscheinen und von Bord desertiert waren. Die eingeschriebenen Seeleute veranstalteten insolge- deffen eine Kundgebung zu Gunsten eines Proteststreik« von vierundzwanzig Stunden und versuchten sich der Absahrt bei nach Bastia bestimmten PostdampserS Jberia zu widersetzen. Die Polizei verhinderte das jedoch und die Jberia konnte gegen mittag absahren; dagegen konnte der Postdampfer Ville de Napes, nach Oran bestimmt, nicht in See gehen, da die Mannschaft unvollständig war.

K 0 n st a n t i n 0 p e l, 3. April. Der König von Serbien ist heute vormittag hier eingetroffen und am Bahnhöfe vom Sultan, dem Thronsolger, den Ministern usw. empfangen worden. __________

Konstantinopel 3. April. Die deutschen Instrukteure Jmhoff-Pascha und Ditfurth-Pascha, die aus den türkischen Diensten ausscheiden, wurden gestern vom Sultan in Ab- schied-audienz empfangen.

Konstantinopel, 3. April. DaS Krieg-ministerium hat die Entsendung von Truppen nach Jpek angeordnet, wo, wie die Blätter melden, der Belagerungszustand verhängt ist. Nach weiteren Meldungen der Blätter hat ein neuer Zwischen- fall an der türkisch-bulgarischen Grenze stallgesunden. Bul­garische Soldaten schössen vorgestern Nacht auf den türkischen Posten in Koulovo, Sandschack Kirk-Kilisse, und verwundeten einen Soldaten. Die türkischen Truppen erwiderten heftig ba« Feuer, woraus die Bulgaren flüchteten.

Aden, 3. April. Die Leute deS Mullah» von Somali töteten achthundert Angehörige der englandsteundlichen Stämme und raubten ihr Vieh. Die Stämme fliehen nach der Küste.

Kairo, 3. April. AlS heute der Polizeikommandant von Kairo Harvey Pascha sein Bureau betrat, versuchte ein Mann, ihn zu erschießen; der Revolver, der voll geloben war, versagte jedoch, und der Mann wurde verhaftet, bevor er ein zweites Mal abdrücken konnte. Der Täter ist ein übel- beleumundeter Mensch, der vor kurzem aus dem Gewahrsam der Polizei entlassen wurde.

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