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Oeffentlichkeit ohne Leidenschaftlichkeit erörtert werden wird. Das würde der fachlichen Förderung der in Frage stehenden Interessen nur zu gute kommen.

Ueber die Betriebsergebnisse der Usambara- bahn und der Togobahnen liegen folgende Angaben vor. In den ersten sechs Monaten des Rechnungsjahres 1909 (April-September) hat die Usambarabahn nach vorläu­figen Ermittlungen einen Betriebsüberschuß von 131 000 M. erzielt, der den anteiligen Mindestpachtzins von 76 000 M. Und die zuständige Entschädigung an den Pächter von 15 000 M., zusammen 91000 M. um 40 000 M. über­schreitet, so daß dem Schutzgebiet dieser Zuschuß verbleibt. Die vorläufigen Betriebsergebnisse der Togobahnen nebst Lan­dungsbrücke in Lome haben sich in der Zeit von April bis September 1909 im Vergleich mit dem Vorjahre weiterhin günstig entwickelt. Der Betriebsüberschuß beträgt 228 700 M., der den anteiligen Betrag des Mindestpachtzinses und der Entschädigung an die Pächterin um 60 700 M. gegen den Durchschnitt des Vorjahres übersteigt.

Aus dem Zarenreiche wird wieder einmal eine echt russische Skandalgeschichte gemeldet. In der Verwaltung der Wolga-Bugulma-Bahn sind große Unterschlagungen ausgedeckt worden, die in die Millionen gehen. Der Staatsrat Neratow erscheint in dieser Affäre am meisten belastet, er hat die von ihm zu vergebenden Lieferungen zur Ausführung unerhörter Durchstechereien und Betrügereien gemacht. In den Petersburger Gesellschaftskreisen erregt diese Angelegenheit beträchtliches Aufsehen.

Der neue englische Flottenetat beläuft sich aus 812 Millionen Mark und fordert fünf neue Linienschiffe.

Die Lage in Philadelphia läßt trotz der be­ruhigenden Erklärungen des dortigen Bürgermeisters noch immer zu wünschen übrig. Der Generalausstand dauert fort und hat sogar eine weitere Ausbreitung erfahren. Große Erbitte­rung herrscht unter den Streikenden namentlich wegen der Brutalität, mit welcher die Polizei bei den Straßenunruhen auch gegen Frauen und Kinder vorgeht. In den letzten Tagen vergangener Woche fanden in Philadelphia neue Ruhestörungen statt. Die Arbeiter in den Midvalestahlwerken wollen eben­falls in den Streit treten. Der Pennsylvania-Arbeiterbund be­schloß die Ausdehnung des Streikes über den ganzen Staat, falls der Streik nicht binnen zehn Tagen in Philadelphia er- ledigt sein werde.

flut Provinz u. Nachbargebiet

):( Hersfeld, 14. März. Ein gräßlicher Un­glücksfall, dem ein junges Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich am gestrigen Nachmittage vor dem Peterstor. Der 8jährige Sohn deS Fabrikarbeiters I. Schulz hier wurde, als er noch schnell vor dem ankommenden Postautomobil über die Straße laufen wollte, von demselben ersaßt und zu Boden geschleudert. Die Räder gingen dem unglücklichen Kinde über den Kops und zermalmten die Schädeldecke, so daß das Hirn auf der Straße lag. Der Tod trat augenblicklich ein. Den Führer des Wagens soll kein Verschulden treffen.

):( Hersfeld, 14. März. (Panorama.) Nur zu deutlich ist wohl noch das surchtbarste aller Erdbeben in unsrer Erinnerung, welches Ende vergangenen Jahres Süd-Italien heimsuchte und dessen grauenerweckende Folgen in aller Welt maßloses Entsetzen und rege Teilnahme hervorriesen. Das alte Messina, das nach den schwersten Schicksalsschlägen Pest, Cholera, Erdbeben immer wieder ein neues geworden ist, ist neben anderen blühenden Städten von dem Unglück am härtesten betroffen. Nun ist auch das Panorama in der Lage, seine Besucher mit dem vom namenlosen Elend heim­gesuchten Orte bekannt zu machen und zwar in dieser Woche aus einer Zeit vor der Katastrophe. Wir sehen Messina noch in seinem südländischen Naturgewandc und seiner wunderbaren Lage. Das lachende Bild einer Stadt und deren Umgebung ist es, was das Auge schaut und welches man sehen und dem Gedächtnis einprägen muß, um es kommende Woche einem krassen Gegenstück, demUnter­gang von Messina", im Geist gegenüber stellen zu können. So kann man eine bildliche Wiedergabe von Kontrasten kennen lernen, wie sie gewaltiger und packender wohl noch nie im Panorama geboten wurden.

Casfel, 13. März. Die an der Edertalsperre in Aus­sicht genommene große elektrische Zentrale beabsichtigte anfäng­lich der Staat Preußen selbst zu bauen und die gewonnene Kraft an die Interessenten abzugeben. Diese Abgabe gedachte man so zu gestalten, wie ein gleiches Unternehmen an der Weser den Kreisen Hoya und Verben zugute kommt. Die Kreise bezahlen pro Kilowattstunde 6 Pf., bei erhöhter Leistung 5 Ps. Neuerdings hat jedoch der Staat von dem Bau der Edersperre-Zentrale abgesehen und will dies den Interessenten überlassen. Diese haben dadurch ein Anlagekapital von Mark 500 000 nötig, können aber auch über die gewonnene Kraft frei verfügen, was als wesentlicher Vorteil anzujehen ist. Die drei waldeckschen Kreise müßten eine Genossenschaft gründen die die Zentrale und das Netz bis in ine einzelnen Gemeinden baut. In den einzelnen Gemeinden sind wiederum kleinere Genossenschaften zu bilden, die als Abnehmer der Hauptgenossen- fchast austreten. Wie verlautet, würde bei genügender Kraft­erzeugung die Eisenbahnbehörde in Erwägung ziehen, die ge­samte Eisenbahnstrecke Wildungen-Corbach-Brilon an die Zen­

trale anzuschließen, um den Betrieb elektrisch zu gestalten, weil der letztere in Hinsicht aus die wesentlichen SteigungSverhält- nisse der Bahn viel vorteilhaster ist als Dampfbetrieb.

Gelnhausen, 9. März. Schulpflichtige Jungen spielten mit einem Revolver, der sich entlud und einen der Knaben am Leib schwer verletzte.

Biedenkopf, 10. März. Aus der Charlottenhütte bei Niederschelden fiel gestern der Arbeiter Röhrig in einen 25 Meter tiefen Schacht und verletzte sich so, daß sein Tod bald eintrat.

Mansbach, 10. März. In schwere Trauer versetzt wurde die Familie eines hiesigen Handwerkers, deren Sohn in Westfalen zwischen die Puffer zweier Eisenbahnwagen ge­riet und so seinen Tod fand. Heute, an seinem 24. Geburts­tage, wurde der junge Mensch, der zu 'großen Hoffnungen berechtigte, als Leiche in das elterliche Haus gebracht. Das Mitleid mit den tiesbetrübten Eltern ist um so größer, als sie vor Jahren schon einen erwachsenen Sohn durch UnglückS- sall verloren.

Homberg, (Oberhesfen), 9. März. Ein neunjähriger Junge von hier wollte sich morgens vor dem Schulgange seine Strumpfbänder mit einem spitzen Messer zurecht nesteln. Dabei fuhr er mit der Hand so unglücklich aus, daß ihm das Messer durch das Augenlid in den Augapfel drang. Aerztliche Hilfe kam zu spät. Das Auge war ausgelausen. Der Junge hat das Augenlicht verloren.

Bacha, 12. März. Wie dieRhön-Ztg." hört, ist gestern der berühmte PolizeihundLotte" von Eisenach nach Mans­bach beordert worden, wo er zur Aufklärung eines Diebstahls beitragen sollte. Es handelte sich um den Diebstahl einiger Fuchsfallen, die wohl draußen im Wald ausgestellt worden waren und von Personen, die im Verdacht des Wildererns stehen, gestohlen wurden.Lotte" soll den Fall aufgeklärt haben, ja, man erzählt sich hier, sie habe den Missetäter aus einem Leichenzug herausgeholt und er habe seine Schuld ein­gestanden.

Völkershausen, Kr. Eschwege, 12. März. Am Mitt­woch abend kam ein Fremder in eine hiesige Wirtschaft und machte in angeheitertem Zustande eine Wette, aus einem Seile zu tanzen. Hierzu ließ er sich eine Seine geben, spannte sie von einer Telegraphenstange an eine 8 Meter entfernt stehende Linde und begann seine Kunststücke. Hierbei stürzte er so unglücklich ab, daß er tot liegen blieb. Die Leiche des so jäh aus dem Leben Geschiedenen wurde am nächsten Morgen aus einem Wagen nach seiner Heimat gebracht.

Battenberg, 12. März. Ein erschütternder Unglückssall ereignete sich heute früh in dem Bahneinschnitt vor dem hiesigen Bahnhof. Während der Bahnarbeiter Chr. Jakobi aus Allendorf (Eder) mit Planieren in dem den Bahndamm säu­menden Graben beschäftigt war, kippte plötzlich von dem vor­beifahrenden Materialzug ein Wagen um und stürzte samt Inhalt aus den Unglücklichen. Die Wucht der viele Zentner zählenden Masse zerschmetterte das Rückgrat und den unteren Teil des Brustkorbs, wodurch der sofortige Tod herbeigesührt wurde. Jakobi, ein nüchterner, 35 Jahre alter Mann, hinter- läßt eine Witwe mit fünf unversorgten Kindern. Ueber die Ursache des Umkippens wird die seitens der Bauleitung und des hiesigen Amtsgerichts an Ort und Stelle eingeleitete Untersuchung Aufklärung schaffen. Mit diesem Opscr steigt die Zahl der innerhalb der Teilstrecke von Allendorf bis Holz­hausen a. d. E. geforderten Toten aus drei.

Wiesbaden, 13. März. Heute morgen zwischen 8 und 9 Uhr verübte der 19 Jahre alte Gymnasiast Fritz Schäser Selbstmord, indem er sich in der Wohnung seiner Eltern in der Oranienstraße aus dem dritten Stockwerk aus die Straße stürzte. Der junge Mann war sofort tot. Was den jungen Menschen in den Tod getrieben hat, konnte nicht scstgestellt werden. Er hat gestern sein Abiturium mitvor­züglich" bestanden und war vom mündlichen Examen befreit worden. Man nimmt an, daß eine nervöse Ueberreiztheit in­folge Ueberarbeitung den jungen Mann zum Selbstmord ge­trieben hat.

Eisbergen, 11. März. Ein schwerer Unglücksfall er­eignete sich heute vormittag hierselbst. Einem bei dem Bau­unternehmer Deutsch beschäftigten Arbeiter Polle fiel beim Verladen von Schwellen eine solche aus die Brust. Er erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er aus dem Transport zum Rintelner Krankenhause, wohin man den Bedauerns­werten schaffte, verstarb. Der Verunglückte ist 27 Jahre alt und unverheiratet.

(Berliner Humor vor Gericht.) Während früher bie berühmte Spitzmarke sich meist aus Schöffcngerichts- Verhandlungen bezog, in denen die Komik des Spree-Dialekts das Wesen des Humors ausmachen mußte, ist sie heute mehr und mehr aus die Sitzungen des Kausmannsgerichts anzu- wenden. Klagte da kürzlich eine 16jährige Kontoristin gegen ihren Chef aus Gehaltszahlung trotz freiwilligen Verlassens der Stelle, weil der Chef sie im Dunkeln geküßt haben sollte. Der Herr Chef sagte, das Gas sei plötzlich ausgegangen und er habe das junge Mädchen galant beim Arm ge­nommen, damit sie sich beim Verlassen des Raumes nicht stoße. Der Richter fragte nun das Fräulein, wieso eS im Dunkeln habe sehen können, daß der Ches ihm einen Kuß habe geben wollen, worauf er die schlagfertige Antwort er­hielt:Aber, Herr Richter, das braucht man doch nicht zu­

sehen, daS fühlt man doch!" Der Richter fand einen Aut» weg: Der Chef wurde zu 60 Mk. verurteilt, während die Klägerin 120 Mk. verlangt hatte.

Letzte Nachrichten.

Hamburg, 13. März. Die heutigen Morgenblätter veröffentlichen eine Aufforderung zur Zeichnung für den Bau einer drehbaren Doppel- oder Rundhalle für mindestens zwei Zeppclinlustjchiffe sowie für eine Anlage zur Erzeugung von Wafferstoffgas. Die Gesamtkosten betragen etwa eine Million, wovon reichlich 400 000 Mark bereits gezeichnet sind. Der Mindestbetrag jeder Zeichnung beträgt 1000 Mark. Die Aufforderung ist von den Spitzen der hiesigen Kaufmann- schast unterzeichnet, darunter befinden sich die Namen: Ballin, Krogmann, Marburg, Siemers.

Berlin, 13. März. Während deS gestrigen Wahlrechts- demonstrationszuges kam es zu einigen unbedeutenden Zusam­menstößen mit der Polizei, bei denen einige Verhaftungen vorgenommen wurden. Auch in Breslau kam es gelegentlich des dort veranstalteten Demonstrationszuges zu Zusammen­stößen mit der Polizei, worauf einige Personen verhaftet und verletzt wurden. Auch fand in Frankfurt a. M. ein Demo» strationszug statt, der ohne Zwijchenjall verlies.

Berlin, 14. März. Aus dem Mügelsee kenterte gestern ein Ruderboot; die beiden Insassen ertranken.

Sofia, 13. März. In Rustschuk kam eS anläßlich der Entführung eines türkischen Mädchens zu Etraßenkrawallen, bei denen vom Militär 15 Menschen erschossen wurden.

Frankfurt a. M., 13. März. Die sozialdemokratische Partei hatte für heute nachmittag 23 Versammlungen ein- berufen, in denen gegen das preußische Wahlrecht protestiert wurde. Nach den Versammlungen trafen sich dir einzelnen Gruppen im Innern der Stadt und zogen dann etwa 15000 Personen stark, nach dem Stadtwalde, wo der Stadtverord­nete Dr. Quark eine kurze Ansprache hielt. Dann zerstreuten sich die Teilnehmer ohne jeden Zwischensall.

München, 12. März. Heute nachmittag gegen 6 Uhr fuhr bei Höllriegelskreuth in der Nähe von München ein mit vier Personen besetztes Automobil so heftig gegen einen im Wege liegenden Baumstamm auf, daß es sich überschlug und die Insassen herausgeschleudert wurden. Der eine Insasse, der argentinische Konsul Geiger, war sofort tot. Seine Frau und der ihm begleitende paraguanische Konsul Körte und der Chaus- seur wurden schwer verletzt. Das Automobil wurde voll­ständig zertrümmert.

Dresden, 12. März. Heute mittag fuhr in der Schloß­straße ein Automobil, dessen Chauffeur umwenden wollte, in das Schaufenster eines Kunstsalons. DaS Schaufenster wurde zertrümmert, und die darin befindlichen Kunstgegenstände wurden teils vernichtet, teils schwer beschädigt. Ein Herr und eine Dame, die vor dem Schaufenster standen, wurden durch daS Automobil ins Schaufenster hineingedrängt und erlitten so schwere Verletzungen, daß ste inS Krankenhaus ge­bracht werden mußten.

Quaket Oats

Quaker Oats ist ergiebiger als alle anderen Haferprodukte.

Es ist bei Weitem nahrhafter als andere Produkte. Die Ursache liegt darin, daß Quaker Oats aus dem besten erhältlichen Getreide in den vollkommensten Mühlen der Welt hergestellt wird.

Bekanntmachung.

Sir AeckgiW des HnssckMWtimr Sanörae^

Don Etat. 9,3 bis 9,5 + 25 innerhalb der Gemarkungen Reckerode und Krrchheim sollen die erforderlichen

M- «nil WHmKrbeitti

nutLfeferung der Packsteine und des Bindematerials im Wege der fientirchen Ausschreibung vergeben werden.

aucki ssbrdings-Unterlagen sind hier gegen Abschriftgebühr erhältlich, ucy find he Zeichnungen auf dem Büro einzufehen.

Dre Angebote sind bis zum

Sonnabend den 26. Mürz d. I,

vormittags 10 Nhr

bestellgeldfrei mit der AufschriftAngebot auf Wegever- legungsarbecken des Wegs No. 4" einzusenden. ü

H^sfeld, den 14. März 1910.

Das Landes-Bauamt

Kylander, Baurat.

Panorama

(im Hause des Herrn Mänz)

Diese Woche ausgestellt

Messt««

vor dem Erdbeben.

Versäumen Sie nicht diese Serie, um von der Katastrophe eine Vor­stellung zu bekommen, da für die Zeit vom 20.26. März

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nach dem Erdbeben

zur Ausstellung gelangt.

Naturwahre Aufnahme, keine Gemälde oder Phantasie.

Jeden Tag v. 210 Uhr geöffnet.

Erwachsene 25 Pfg., Kinder 15 Pfg., Karten für 5 Personen 1 Mk.

Kauf und Hagebor von Cleren aller Hri, «erhall grttefBMffMt>t>a$i «tchtzaUg UhifMert« MMfonNnityn Äb« Alls Amis» Klt KstilllikrM.

Dorjugsttwif» beschäftig! sie 64

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