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herssel-er Kreisblatt
Gratisbeilagen: „Illustriertes Sonntagsblatt" und „Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage"
Fernsprech-Nnschlutz Nr. 8
Nr. 31. Sonnabend, den 12. März 1910.
Amtlicher teil.
Bekanntmachung.
Die ZinSscheine Reihe III Nr. 1 bis 20 zu den Schuldverschreibungen der preußischen konsolidierten 3V2°/oigen Staatsanleihe von 1890 über die Zinsen für die zehn Jahre vom 1. April 1910 bis 31. März 1920 nebst den Erneuerungsscheinen für die folgende Reihe werden
vom 1. März d. Js. ab
ausgereicht, und zwar
durch die Kontrolle der Staatspapiere in Berlin SW. 68, Oranienstraße 92/94,
durch die Königliche Seehandlung (Preußische Staatsbank) in Berlin W. 56, Markgrafenstr. 46 a,
durch die preußische Zentral-Genossenschaftskasse in Berlin C. 2, am Zeughause 2,
durch sämtliche preußische Regierungshauptkassen, Kreiskassen, Oberzollkassen, Zollkassen und hauptamtlich verwaltete Forstkassen,
durch sämtliche Reichsbankhaupt- und Reichsbankstellen und sämtliche mit Kasseneinrichtung versehene Reichsbanknebenstellen, sowie
durch diejenigen Oberpostkassen, an deren Sitz sich keine Reichsbankanstalt befindet.
Formulare zu den Verzeichnissen, mit welchen die zur Abhebung der neuen Zinsscheinreihe berechtigenden Erneuerungs- scheine (Anweisungen, Talons) den Ausreichungsstellen einzu- liefern sind, werden von diesen unentgeltlich abgegeben.
Die Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf eS zur Erlangung der neuen ZinSscheine nur dann, wenn die Er- neuerungSscheine abhanden gekommen sind. (I. 364.)
Berlin, den 22. Februar 1910.
Hauptverwaltung der Staatsschulden, gez.: von B i s ch o s s h a u s e n.
* *
Cassel, den 27. Februar 1910.
Die vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß die erforderlichen Formulare von der hiesigen Regierungs-Hauptkasse, den Kreiskassen und hauptamtlich verwalteten Forstkassen des Bezirks verabreicht werden. (K. 242.)
Königliche Regierung, gez.: von R i e ß.
Cassel, den 8. März 1910.
3m Sommer 1908 ist unter dem Personal des Rudolf Vlrchow-Krankcnhaujes in Berlin eine Gruppenerkrankung von Enteritis vorgekommen, welche nachweislich durch den Genuß von rohem Hackfleisch veranlaßt war.
ES wird hiermit vor dem Genusse von rohem Fletsche überhaupt, ganz besonders aber vor dem Genusse von rohem Hackfleische wegen der mit ihm verbundenen Gefahr für Gesundheit eindringlich gewarnt.
A. II. 633. Der Regierungs-Präsident.
3. V.: Rieß vonScheurnschloß.
die
., HerSfeld, den 8. März 1910. Wird veröffentlicht.
^^ 2306- Der Landrat.
I. V.:
W e s s e l, KreiSsekretär.
m r HerSfeld, den 5. März 1910
Meine Verfügungen vom 31. Mai 1881 I. Nr. 6276 — Kreisblatt Nr. 45 — und vom 7. Februar 1893 I 834 — Kreisblatt Nr. 18 — die die Nahrungsmittel-Controlle zum Gegenstände haben, find durch die inzwischen in dieser Materie ergangenen neueren Verfügungen alS nicht mehr zu Recht bestehend anzusehen. Die Nahrungsmittel-Controlle ist durck die Verfügung vom 29. Oktober 1908 I. Nr. 11013 ande> weit geregelt worden.
^3$ deshalb die zuerst benannten Verfügungen auf. r o-^^winkalender ist entsprechend zu berichtigen. ' 22731 Der Landrat _. __________________von Gru neliu -.
~ . m HerSfeld, den 8. März 1910. ftrrt6 j^? V"l°ge von Karl Heymann Berlin W. 8, Mauer- önnM43^4 et^dnt die von dem Präsidenten des Kaiserlichen ä Ä ^ ^«we™ SW1£ vierteljährlich ^^waltungsbeamtc zum Preise von 2,50 Mk.
AMüst mit der Beilage „Technische Gemeindeaus. mi»r«. x «’■ na^ *b«m Inhalt besonders geeignet für ÄÄ “ni’ “'"’* "°"MM°l. UNd mertfam ^"^* "^ das Erscheinen der Zeitschrift auf.
31 L 24401 Der Landrat.
I. V.:
- ______________ Wesfel, Kreissekretär.
». , t , „ HrrSseld, den 8. März 1910.
l}nbc wiederholt wahrgenommen, daß von Vcrferti-
gern von Bauzeichnungen auch in den zur Vorlage kommenden katasteramtlichen Handzeichnungen Aenderungen und zeichnerische Eintragungen gemacht worden sind. Das ist nicht zulässig. Die katasteramtlichen Lagepläne sind als Ur- künden anzusehen, in welchen von Privatpersonen in keiner Weise etwas geändert werden darf. Der Plan verliert durch derartige Eintragungen seine Gültigkeit und muß dann stets durch einen neuen amtlichen Plan ersetzt werden. Abgesehen von den dadurch für die Beteiligten entstehenden vermehrten Kosten, kann eventuell auch die Bestrafung desjenigen veranlaßt werden, welcher die Aenderungen und Eintragungen in den katasteramtlichen Lageplan vorgenommen hat.
Ich ersuche die OrtSpolizeibehörden, die Beteiligten in geeigneter Weise hierauf aufmerksam zu machen.
B. Nr. 920. Der Landrat
von GruneliuS.
Cassel, den 18. Februar 1910.
Durch Erlaß vom 14. Mai 1909 II. 5546 hat der Herr Finanzminister angeordnet, daß die vor dem 1. Januar 1895 im Gebrauch gewesenen Gebäudesteuerrollen zum Einstampsen verkauft werden können, wenn weder das Staatsarchiv, noch die Gemeinden die Rollen aufzubewahren wünschen. Nachdem das Staatsarchiv von der Uebernahme Abstand genommen hat, wird ergebenst ersucht, die Städte und Gemeinden des dortigen Kreises befragen zu wollen, ob dieselben die vor dem 1. Januar 1895 in Gebrauch gewesenen Gebäudesteuer- rollen des historischen Interesses wegen aufzubewahren wünschen.
Bericht hierüber erwarten wir bis zum 1. Mai d. Js.
Königliche Regierung, Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten A. (C. 1079.) (Unterschrist.)
* •
Hersseld, den 9. März 1910.
Die Herren Bürgermeister des Kreises, welche jene alten Gebäudesteuerrollen auszubewahren wünschen, wollen mir bis zum 1. h. JMts. Anzeige erstatten.
I. 2101. Der Landrat.
I. V.:
W e s s c I, Kreissekretär.
HerSseld, den 8. März 1910.
Die unter dem Schweincbestande des Schreiners Johannes Malkmes in Lautenhausen ausgebrochene Rotlausseuche ist erloschen.
I. I. 2496. Der Landrat.
I. V:
W e s s e l, Kreissekretär.
Bekanntmachung.
Vom 1. März ab ist der hiesigen LandeS-Renterei bei dem Postscheckamt Frankfurt/Main ein
Postscheck-Konto unter Nr. 3864 eröffnet worden.
Es können deshalb fortan alle Zahlungen an die unter- zeichnete Kasse, insbesondere auch die Zahlung der Landes- kreditkassen-Zinsen, Brandsteuer, Krankenpflegekosten usw. anstatt durch Postanweisung, durch Zahlkarte aus daS genannte Konto erfolgen.
Die Zahlungen sind für die Einzahler gebührenfrei. Zur Deckung der der Landesrenterei jedoch entstehenden Kosten sind außer dem Hauptgeld
a) bei Beträgen bis 100 Mk. je 15 Pf. und
b) „ „ über 100 Mk. je 25 Pf. mit einzuzahlen.
Die Formulare zu den Zählkarten sind bei den Postan- stalten zu haben.
Hersfeld, am 1. März 1910.
LandeS-Renterei:
Faso ld.
nichtamtlicher teil.
Politischer Wochenbericht.
Die preußische W a h l r e ch t s - V o r l a g e ist auS der Commission in einer gegenüber dem Regierungsentwurse wesentlich veränderten Gestalt hervorgegangen. Das Wichtigste ist die Wiedereinführung der indirekten Wahl und die An- nähme der geheimen Abstimmung für die Wahlmänner-Wahlen. Die Regierungsvorlage verfährt bekanntlich umgekehrt, indem sie an der Oeffentlichkeit der Stimmabgabe sesthält und die Einführung der direkten Wahl anstrebt. Ferner sollen nach den KommissionSbeschlüssen für die Wähler, die nicht zur Staatseinkommensteuer veranlagt sind, vier Mark statt bisher drei Mark in Anrechnung gebracht werden. Endlich sind die sämtlichen Vorschläge der Regierung, die darauf abzielen, neben dem Besitze auch noch andere Maßstäbe für die Zuweisung der Wähler an die einzelnen Stimmklassen heranzuziehen, bisher abgelehnt worden. Die Gestalt, welche die WahlrechtS-
Vorlage in der Kommission gewonnen hat, beruht aus einem Kompromisse zwischen Konservativen und Zentrum. Es wäre aber äußerst wünschenswert, daß im Plenum noch derartige Modifikationen der KommissionSbeschlüsse stattsänden, daß auch den beiden Mittelparteien, Nationalliberalen und Freikonservativen, der Beitritt zu einer zustimmenden Mehrheit «mög. licht würde. Damit wäre dann auch der Regierung sowohl wie dem Herrenhause die Bahn zu einer Verständigung mit dem Abgeordnetenhaus wesentlich geebnet.
Brasilien hat in der Person des Marschalls HermeS da Fonseca einen neuen Präsidenten erhalten. Die Wahl konnte gar nicht glücklicher aussallen; denn Fonseca ist als Soldat, Staatsmann und Mensch gleich ausgezeichnet und bringt für sein hohes Amt die trefflichsten Eigenschaften mit. Man darf den Marschall gerade auch vom deutschen Standpunkte zu seinem großen Ersolge aufrichtig beglückwünschen, da er zu denjenigen brasilianischen Staatsmännern gehört, die Deutschland gegenüber stets eine freundliche Gesinnung an den Tag gelegt haben. Letztere Tatsache erscheint nun eigentlich angesichts der von Deutschland Brasilien gegenüber andauernd beobachteten Haltung selbstverständlich, ist es aber bedauerlicherweise nicht. Vielmehr ist von brasilianischen Gegnern deS Marschalls während der Wahlbewegung der Versuch unternommen worden, feine deutschfreundliche Gesinnung gegen ihn als Stimmungsmoment auszuspiclen. Erfreulicherweise hat aber die erdrückende Mehrheit des brasilianischen Volkes davon nichts wissen wollen. Wir wünschen dem neuen Präsidenten eine erfolgreiche Wirksamkeit als Oberhaupt der brasilianischen Republik und dieser selbst einen ununterbrochenen Aufstieg auf politisiern. wirtschaftlichem und kulturellem Gebiete.
In Italien steht das Ministerium Sonnino, das erst seit dem Dezember vorigen Jahres im Amte ist, bereit- aus schwachen Füßen, und Giolitti wird eS stürzen können, sobald ihm der Augenblick geeignet erscheint. Aehnlich liegen die Verhältnisse in Spanien, wo der erst kürzlich ans Rudel gekommene Canelejas allem Anscheine nach bald dem Hasse der Klerikalen zum Opfer fallen wird. Auch in Frankreich ist eS möglich, daß die immer näher heranrückenden Wahlen eine große Wandlung herbeiführen; denn es ist auffällig, wie sehr die Stimmen sich mehren, die den von Paris her auS- gegebenen Schlagworten der herrschenden radikalsozialistischen Gruppe entgegentreten.
Daß sich auch im fernen China Wandlungen vorbereiten, die eine wesentliche Steigerung der Macht dieses RiesenstaateS' ankündigen, unterliegt keinem Zweifel. Die durch Befehl des Kaisers Kwangsü vor zwei Jahren angekündigte Versaffung ist keineswegs ein leeres Wort geblieben. Städte, Siedlungen und Dörfer haben Selbstverwaltung erhalten, Vorbereitungen für eine große Volkszählung sind getroffen und Schulen für Ausländer eröffnet worden. Mit aller Energie schreitet man auch an die Vervollkommnung der Armee, das Ziel ist die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Es ist erstaunlich, wie populär der Kriegsdienst geworden ist und mit welchem Stolze die Chinesen auf ihre junge Armee sehen, wie denn überhaupt eine tiefe patriotische Bewegung durch daS Land geht.
Abgeordnetenhaus.
Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses setzte gestern die Beratung des Kultusetats fort. Im Laufe der Debatte erklärte der Kultusminister, bewährte ältere Lehrer würden auch ohne Examen zu Rektoren zugelassen. Betreffend den obligatorischen Schulunterricht der Taubstummen und Blinden sei ein Gesetz in Vorbereitung. Zu dem Projekt, in Frankfurt a. M. eine Universität zu errichten, habe er noch keine Stellung genommen, er habe aber Bedenken, die Handhabe zu bieten zur Gründung einer Universität aus anderer Grundlage als der bisherigen, Ein Lehraustrag für Luftschiffahrt bestehe in Göttin gen. ES handle sich dabei aber nur um technische Fragen, Zu einem Lehraustrag für rechtliche Fragen scheine ihm noch keine Veranlassung vorzuliegen. Nächste Sitzung Montag.
Reichstag.
Der Reichstag wird noch immer vorwiegend durch die Spezialberatung des ReichshaushaltsetatS in Anspruch genommen. Am Mittwoch behandelte er als ersten Gegenstand der Tagesordnung den Etat für Kiautschau. In der Debatte hierüber forderte der Zentrumsabgeordnete Erzberger, daß die Zahl der Beamten im Kiautschau-Gcbiet Herabgemindert werden müsse, auch sonst hatte er allerhand an dem aufgestellten Etat auSzusetzen. Staatssekretär von Tirpitz erwiderte hierauf und wieS namentlich aus die fortschreitende Entwicklung Kiautschaus hin. Der nächste Redner, der Nationalliberale Bassermann, erkannte diese Entwickelung an, forderte jedoch mehr Sparsamkeit in der Verwaltung Kiautschaus. Der Konservative Dr. Dröscher sprach im Namen seiner Fraktion dem Staatssekretär v. Tirpitz vollste Anerkennung für seinen und seiner Mitarbeiter Verdienste um die Kolonie Kiautschau aus. Abg. Storz (Fortschr. Vp.) äußerte sich im allgemeinen eben-