MilitärverhÄtniS noch keine endgültige Entscheidung erhalten haben, 511 den vorbezeichneten Musterungsterminen vorzuladen.
2. dafür zu sorgen, daß diejenigen Personen, zu deren Gunsten eine Zurückstellung bezw. Befreiung vom Mltuärvienst becinfprucht wird, sich >m MustcrungS- lerminc ebenfalls einfinden.
3, in den Terminen sich persönlich cinzusinden. und so lange zur Stelle zu sein, bis sämtliche Militärpflichtige der betreffenden Olemembe gemustert sind. Im Falle einer Verhinderung ist für die Anwelenheit eines Stellvertreters Sorge zu tragen.
4. für rechtzeitige Gestellung der Militärpflichtigen 2c. zum Ersatz-Geschäft Sorge zu tragen und denselben ausdrücklich zu eröffnen, daß sie mit sauberem Körper und reiner Wäsche zu erscheinen haben.
Militärpflichtige, welche ohne genügenden Entschuldigungs- grund im MusterungStermin nicht erscheinen oder beim Äüff rus ihrer Namen im MusterungSlokale nicht anwesend sind, werden mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mk. oder Haft bis"zu drei Tagen bestraft, außerdem können ihnen die Bor« teileder Lotung entzogen werden. Ist die Versäumnis in böswilliger Absicht oder wiederholt erfolgt, >0 kann ihre alSbaldige Einziehung zum Militärdienst als unsichere HeereS- pflichligc erfolgen.
Reklamationen Militärpflichtiger um Zurückstellung bezw. Befreiung vom Militärdienst oder von Mannschaften der Reserve, Landwehr und Ersatz-Reserve sowie des Landsturms zweiten Aufgebots um Zurückstellung vom Militärdienst im Falle einer Mobilmachung des Heeres sind schleunigst bei dem betreffenden Ortsvorstande anzubringen, welcher für ordnungsmäßige und vollständige Ausfüllung des vorgeschricbenen in L. Funks Buchdruckerei hier stets vorrätigen Fragebogens sorgt.
Eine Beifügung von ärztlichen Attesten über den Gesundheitszustand derjenigen Personen, (Eltern, Geschwister rc.) zu deren Gunsten eine Zurückstellung rc. vom Militärdienst beansprucht wird, dedart es nicht, da sie im MusterungStermin mit zu erscheinen haben. Die ersordertichen Feststellungen werden hier durch den anwesenden Militärarzt bewirkt, dessen Ausspruch allein maßgebend ist. .
Sämtliche Reklamationen find umgehend bis spätestens zum 5. März d. Js. hier einzureichen. Militärpflichtige, welche an Epilepsie zu leiden behaupten, haben auf ihre Kosten drei glaubhafte Zeugen bei dem Bürgermeister ihres Wohnortes zu stellen, welcher dieselben an Eidesstatt protokollarisch darüber vernimmt, daß, wann, wie oft und in welcher Weife sie selbst die epileptischen Anfälle bei dem betreffenden Militärpflichtigen wahrgenommen haben. Diese Protokolle nebst etwaigen ärztlichen Attesten über Fehler und Erkrankungen, welche sich im Termin nur mit Schwierigkeit seststcllrn lassen (z. B. geistige Beschränktheit, Bluthusten, Herzleiden u, f. w.) sind gleichfalls umgehend einzureichen, bezw. den Reklamation-verhandlungen beizufügen.
Die Herren Ortsvorstände rc. haben Vorstehendes wiederholt in ihren Gemeinden, insbesondere den gestellungspflichtigen Mannschaften und deren Angehörigen bekannt machen zu lassen, und daß dieses geschehen, bis zum 10. März d. Js. hierher zu berichten.
I. M. 460. Der Landrat
von Grunelius.
Bekanntmachung.
Vom 1. März ab ist der hiesigen Landes-Renterei bei dem Postscheckamt Frankfurt/Main ein
Postscheck-Konto unter Nr. 3864 eröffnet worden.
Es können deshalb fortan alle Zahlungen an die unterzeichnete Kasse, insbesondere auch die Zahlung der Landes- kreditkasien-Zinfen, Brandsteuer, Krankenpflegekosten usw. anstatt durch Postanweisung, durch Zahlkarte aus das genannte Konto erfolgen.
Die Zahlungen sind für die Einzahler gebührenfrei. Zur Deckung der der Landesrenterei jedoch entstehenden Kosten find außer dem Hauptgeld
a) bei Beträgen bis 100 Mk. je 15 Pf. und
b) „ „ über 100 Mk. je 25 Ps.
mit einzuzahlen.
RuhmeSleiter!" mit diesen Worten riß ihn Berner auS seinen Gedanken.
„Stoßen wir an auf neue glänzende Erfolge!"
Die Gläser klangen wieder und wieder zusammen, und dann trat Ellinore mit ihrer Mutter an das Fenster, „sie hätten sich soviel mitzuteilen, was für Männerherzen nicht tauge", sagte sie sich entschuldigend.
Die Blicke ihres Mannes waren ihr mit einem eigenen forschenden Ausdruck gefolgt, dann wandte er sich wieder zu Berner.
„Sie dürfen ja auch nicht auSbleiben, die klingenden Er- folge", sagte er leise, „habe ich doch in Zukunft für Weib und Kind zu sorgen."
Berner sah ihn einen Moment ganz erstaunt an und dann drückte er ihm warm die Hand.
„O Sie glücklicher Mann, welche Lust muß eS da sein, zu arbeiten!"
„Aber welche Sorge auch, wenn der Lohn auSbleibt", versetzte Koser. „Wie gern möchte ich meiner Frau das frühere Leben im vollen Genuß des Reichtums wieder zurück- zaubern, doch wird das jemals in meiner Macht stehen? Neulich sahen wir eine Villa, herrlich gelegen, so ein rechtes Dichterheim. Da kam mir denn unsere Hütte hier doch recht erbärmlich vor, besonders im Hinblick auf Ellinore!"
„Aus Ihre Frau!" rief Berner. „Haben Sie denn diese durchaus vornehme Natur noch nicht begriffen, die über diese Nichtigkeiten des Daseins sich mit Leichtigkeit hinweg zu setzen vermag? Ob ich nun mein Brot im luxuriösen Speisesaal verzehre, oder im einfachen Gemach am einfachen Tisch, das find doch nebensächliche Dinge, wenn wir das Höchste ersaßt haben, und in jedem Menschenleben gibt es so ein Höchster! Freilich die Wenigsten begreifen und erfassen es. Frau Ellinore aber hat es ersaßt, und zwar als eine heilige Mission, die sie zu erfüllen und teilweise schon erfüllt hat —"
Er brach plötzlich wie erschreckt ab, hatte er nicht schon zu viel gesagt. Koser sah ihn so eigentümlich forschend an; da traten dir Damen wieder zu ihnen heran und die Unter
Die Formulare zu den Zählkarten sind bei den Postan- stalten zu haben.
HerSfeld, am 1. März 1910.
Landes-Renterei: Fasold.
nichtamtlicher CeiL
Las Krzetilis der KmmssimÄmtW «der die WMrchm.
Die Kommission des Abgeordnetenhauses zur Beratung der Wahlrechtsvorlage hat am Donnerstag ihre Arbeit beendet. Nach den Beschlüssen der Kommission ist von der Vorlage im wesentlichen nur die „Moximierung" übrig geblieben, d. h. die Bestimmung, daß bei der Bildung der drei Abteilungen in den Stimmbezirken nach der Steuerleistung Steuerbeträge von mehr als 5000 Mk. nicht mehr angereiht werden sollen. Derselben Tendenz, die Zahl der Wähler in der ersten und zweiten Abteilung zu vermehren und damit den plutokratischen Charakter der Klassenwahlen abzuschwächen, entspricht die von der Kommission hinzugefügte Vorschrift, daß für die Wähler, die nicht zur StaatSeinkommensteuer veranlagt sind, ein Betrag von 4 Mk. statt bisher 3 Mk. in Ansatz kommt. Der Versuch, neben der Steuerleistung auch BildungSmerkmale bei der Einteilung der Wähler in drei Klassen zur Geltung zu bringen ist bisher nicht gelungen. Zwar wurde der Grundsatz fast allgemein gebilligt, jedoch ergab sich keine Mehrheit für eine der verschiedentlich vorgeschlagenen Formeln für feine praktische Anwendung.
Die Hauptänderung des Entwurfs besteht jedoch darin, daß nicht die öffentliche Stimmabgabe beibehalten und die indirekte Wahl beseitigt, sondern daß umgekehrt die indirekte Wahl beibehalten und die öffentliche Stimmabgabe, wenigstens für die Urwahlen, beseitigt werden soll. Diese Aenderung beruht aus einem Einvernehmen zwischen dem Zentrum und der konservativen Partei. Letztere erklärte sich entgegen ihrem bisherigen Standpunkt unter der Voraussetzung, daß die indirekte Wahl beibehalten werde, dazu bereit, der geheimen Wahl zuzustimmen. Das Zentrum kam, ebenfalls wider seinen bisherigen Standpunkt, den gegen die direkte Wahl gerichteten Wünschen der Konservativen in der ausgesprochenen Ansicht entgegen, daß eine Wahlreform doch gegen die Stimmen der konservativen Partei schwerlich zustande kommen werde.
Auch bei der zweiten Lesung in der Kommission wurde von den Vertretern der beiden Mehrheitsparteien (Zentrum und Konservative) erklärt, daß die Beschlüsse nur provisorischen Charakter hätten. In der Tat kann das Ergebnis der Kom- miflionsberatungcn nicht als definitiv angesehen werden. Es fehlt nicht nur die Zustimmung der Staatsregierung, sondern eS muß auch jedem Politiker, der für geraume Zeit Ruhe auf diesem leidenschaftlich umstrittenen Gebiete schaffen will, an einer möglichst großen Mehrheit für die endgültige Resorm gelegen sein. In der Kommission haben die beiden Mittelparteien gegen den veränderten Entwurf im ganzen gestimmt. Die Möglichkeit ist aber bestehen geblieben, daß sie der Hauptänderung der Vorlage (Beibehaltung der indirekten Wahl mit geheimer Stimmenabgabe bei den Urwahlen) zustimmen, wenn noch gewisse Modifikationen der Kommissionsbeschlüsse, wie Bildungsmerkmale, Drittelung nach Gemeindebezirken, Auswahl der Wahlmänner in Gemeinde- statt in Stimmbezirken rc. hinzukommen. Die zweite Lesung im Plenum wird Mitte dieses Monats stattfinden. Es wäre sehr zu wünschen, daß die Vorlage eine Gestalt bekommt, die ihr die Zustimmung auch der Mittelparteien verschafft und für die sich die Staatsregie- rung auch im Herrenhause einsetzen könnte.
Abgeordnetenhaus.
Im Abgeordnetenhaus war wie immer bei der Generaldebatte zum Etat der Handels- und Gewerbeverwaltung unsere Wirtschafts- und unsere Sozialpolitik der Gegenstand der Erörterung. Sie griff naturgemäß oft über den Rahmen der preußischen Verhältnisse hinaus. Die Schutzzollpolitik fand die Anerkennung der beiden Etatsredner des Tages, des Konservativen Malkewitz ebenso wie die des Zentrumsabgeordneten Dr. Grunenberg. Daß sich im letzten Jahre die wirtschaftliche Lage bereits bedeutend gebessert hat, wurde mit Freude betont, und von Herrn Grunenberg ein Anzeichen dafür u. a. in dem Rückgang der Zahl der Arbeitslosen und der Auswanderer und in der Zunahme der erwerbstätigen Personen gesehen. Die Sozialpolitik wurde nur kurz gestreift und von dem Redner der Rechten festgestellt, daß jetzt auch bereits auf
haltung wandte sich anderen Dingen zu. Es gab neue Opern, neue Theaterstücke zu besprechen, da die Saison jetzt begonnen.
Koser und Ellinore htten zwar auch davon gelesen, trugen aber durchaus kein Verlangen nach diesen ihnen jetzt versagten Freuden, die fie einst bis zum Ueberdrusfe genossen.
Erst in später Stunde trennte man sich heute in heiterster Stimmung, die durch die Einfachheit der kleinen Räume in keiner Weise beeinträchtigt war.
Doktor BernerS Ausspruch über alle solche nebensächlichen Dinge bewahrheitete sich in diesem kleinen Kreise von Menschen, deren Sinn über diese Nichtigkeiten des Daseins sich erhoben hatte.
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Schon am nächsten Tage nahm Koser feine Arbeiten wieder auf, die ihn bald so in Anspruch nahmen, daß er alles darüber vergaß, auch den Verdacht gegen Ellinore, der an jenem heiteren Abend in ihm ausgestiegen war. Trotz des einsamen Lebens, das sie beide führten, verging ihm sowohl wie Ellinore die Zeit im Fluge.
Die Natur draußen hatte ihr Winterkleid angelegt, der See war mit einer spiegelglatten Eisdecke überzogen, die dunklen Wälder, ihrer Farbenpracht beraubt, hoben sich scharf ab, gleich dunklen Mauern von den weiten Schneeflächen. Diese hehre winterliche Schönheit hatte auch ihren Zauber, besonders für zwei Menschen, die den Winter sonst im Strudel der Geselligkeit zu verleben pflegten.
Es war so schön, in der Dämmerstunde am Fenster zu stehen, wenn die Sonne hinter dem- dunklen Wald verschwand, bald in leuchtend roter Farbenpracht die ganze winterliche Landschaft überstrahlend oder sahltrübe in graue Wolkenschleier gehüllt, immer aber ein reizvolles, fesselndes Bild, und dann, wenn der letzte Sonnenstrahl verglüht, die große mächtige Einsamkeit, diese Stille, die kein Laut unterbrach; innen aber im trauten Zimmer flackernder Feuerschein und zwei glückliche Menschen, im anregenden Gespräch ihre Gedanken austauschend, die oft die höchsten berührten, hinanstreiften bis an die Grenzen menschlichen Wissens und Denkens.
der liberalen Seite sich Bedenken gegen die ReichSversicherungS- ordnung und vor allem gegen eine Neubelastung der Arbeitgeber bemerkbar machen. In beiden Reden dienten in erster Linie die Berichte der Handelskammern, insbesondere die der Berliner, als Unterlage. Diese und ihre Schwesterinstitute, die Handwerkskammern, waren dann der Gegenstand besonderer Ausführungen. Für das Handwerk trat, getreu dem Parteiprogramm und seinen eigenen Neigungen, insbesondere Herr Malkewitz ein; er forderte hier vor allem Schutz für daS Bauhandwerk und bedauerte, daß der zweite Teil des Reichs- gesetzcS über die Bauforderungen nicht zur Anwendung gelange. Der Privatangeltellten nahm sich wieder andererseits der Vertreter des Zentrums an und forderte von der Regierung eine beruhigende Erklärung über den Stand dieser geplanten Pensionsversicherung. Nebenbei waren noch die Ge- sängnisarbeit, das Submissionswesen, das Gebiet der Jugendfürsorge, die Bäckereiordnung das Thema. Ebenso wie im Reichstage wurde auch hier ein Wohnungsgesetz gesordert. Schließlich wurde die Verhandlung abgebrochen; sie soll Montag fortgesetzt werden neben" der Beratung einiger Eingemein- dungsVorlagen.
Reichstag.
Der Reichstag debattierte auch noch am Freitag über den Etat des Reichsamtes des Innern weiter. Beim Kapitel „ReichsgesundheitSamt" wurden wiederum die hierbei hergebrachten verschiedenartigsten Wünsche und Anregungen laut, wie die reichsgesetzliche Regelung des Apothekerwesens, Maßregeln gegen die fortgesetzte Verunreinigung der Flüsse, die Konservierung von Lebensmitteln, der Kamps gegen den Alkohol, die sanitären Verhältnisse in den Bergwerken usw. Endlich genehmigte das Haus dieses Kapitel. Bei der Beratung der Ausgaben für die Biologische Anstalt für Land- und Forstwirtschaft wurde die Notwendigkeit der Errichtung eines Reichsinstituts für Milchwissenschaft und weiter auch eines Reichsinstituts für die Interessen der Jagd erörtert, doch verhielt sich Staatssekretär Dr. Delbrück gegenüber beiden Projekten ablehnend. Beim Kapitel „Patentamt" brächte der nationalliberale Abgeordnete Dr. Junck die Notwendigkeit einer Reform der Patentgesetzgebung zur Sprache, Staatssekretär Dr. Delbrück stellte die Vorlegung eines hieraus bezüglichen Gesetzentwurfes noch für das laufende Jahr in Aussicht. Verhältnismäßig kurz war diesmal die Debatte über das umfangreiche Kapitel „Reichsversicherungsamt"; zuletzt genehmigte das Haus die einmaligen Ausgaben des Etats des Reichsamtes deS Innern. Am Sonnabend führte der Reichstag die Beratung dieses Etats zu Ende.
flut in- und flnsland.
Berlin, den 5. März.
S e. Majestät der Kaiser nahm heute vormittag im hiesigen Königlichen Schlosse die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts, Generals der Infanterie Frhrn. v. Lyncker, des Chefs des Marinekabinetts, Vizeadmirals v. Müller und des Chefs des Admiralstabs der Marine, Admirals von Fischel entgegen.
Das Armee-Verordnungsblatt veröffentlicht die folgende Kaiserliche Kabinettsorder, betreffend Besserstellung der Unteroffiziere: Im Vertrauen auf die bewährte Zuver- läffigkeit und Pflichttreue der Unteroffiziere MerW^kKn« bestimme Ich: I. Die Vorschriften, nach denen außerhalb des Dienstes oder ohne besondere Beurlaubung alle Mannschaften zu einer bestimmten Abendstunde in die Kaserne oder das Quartier zurückgekehrt sein müssen, finden aus Unteroffiziere mit Offizierseitengewehr und Sergeanten keine Anwendung. Alle übrigen Unteroffiziere dürfen ohne Urlaub bis Mitternacht außerhalb der Kaserne oder des Quartiers bleiben; Verheirateten können seitens der Kompagnie- usw. Chefs dauernde Urlaubskarten vorbehaltlich jederzeitiger Zurücknahme ausge- händigt werden. Jeder mit Disziplinarstrafgewalt versehene Vorgesetzte hat daS Recht, vorübergehend für Unteroffiziere aller Dienstgrade die Rückkehr in die Kaserne oder das Quartier ju einer früheren Stunde anzuordnen, wenn er dies aus allgemeinen dienstlichen Gründen (z. B. Aufrechterhaltung der Mannszucht in besonderen Verhältnissen, am Vorabend besonders anstrengender Uebungen, während der größeren Truppenübungen usw.) für nötig hält. Ein gleiches Recht steht in solchen Fällen auch den höheren Befehlshabern zu, denen Truppenteile zeitweise unterstellt sind, ohne daß sie Disziplinarstrasgewalt über diese haben. Die mit Disziplinar- strafgewalt versehenen Vorgesetzten der zu ihrer Ausbildung in besonderen Schulen oder Abteilungen vereinigten Unteroffiziere
3n diesen stillen Wintertagen da lernte Koser erst feine Frau ganz kennen, denn jetzt erschloß sich ihm offen und rück- haltslos ihr ganzes inneres Leben, und wie verstand sie ihn, wie wußte sie einzugehen auf seine geistige Tätigkeit, so daß er schließlich alles mit ihr besprach und manches, besonders Charakterzeichnungen seiner Frauen nach ihrem Rate gestaltete.
Sein neues Werk war Weihnachten erschienen und die verschiedenen Kritiken darüber zu lesen, machte ihnen beiden daS größte Vergnügen, wenn dieselben auch nicht immer lobend auSfielen.
Berner berichtete ihnen dann, wie Kosers Name jetzt wieder in aller Munde fei und wie man unermüdlich nach seinem Aufenthalt forsche und es wohl an der Zeit wäre, daß er sich der Welt einmal wieder zeige, auch seinen Verehrerinnen, besonders Fräulein Klein, die sich ganz begeistert zu ihm über sein Buch ausgesprochen.
(Fortsetzung folgt.)
— Bon der Wünschelrute erzählt die „Franks. Ztg." folgendes amüsante Geschichtchen: Die Aktionäre einer Brauerei, die unter der Brausteuer und unter dem Bierboylott schwer zu leiden hatten, beschlossen, das an die Stadt zu entrichtende Wassergeld zu sparen. So verschrieb man sich auS den Thüringer Landen einen als Wünschelruten-Wundermann bekannten Schäser, der auch prompt eintraf und den andächtig zusehenden Aktionären Wasser auf eigenem Grund und Boden aufzeigte. Das Brunnenbauen ging nun los, man grub und grub, aber — Wasser kam nicht. Als die Geschichte schließlich rund 10,000 Mark gekostet hatte, beschloß man, doch lieber das Wassergeld an die Stadt weiter zu zahlen, und man hatte nur den einen Trost, — daß die Konkurrenz auch hatte mit der Wünschelrute nach Wasser suchen lassen.
— Gnesen, 3. März. Die Strafkammer hat die drei Gymnasiasten, die die Aufgaben für die Abiturientenprüfung dem Direktor durch Einbruch entwendet hatten, wegen Hausfriedensbruches und Entwendung von Formularen und Prüfungs' 1 themen zu je zwei Wochen Gefängnis verurteilt.