Erscheint wöchentlich dreimal und gelangt Montag, Mittwoch und Freitag nachmittag zur Ausgabe. Der Bezugspreis beträgt für Hersfeld vierteljährlich 1.40 Mark, durch die Post bezogen 1.60 Mark, vs
Der Anzeigenpreis beträgt für den Raum einer eingespaltenen Zeile 10 Pfg., im amtlichen Teile 20 Psg. Reklamen die Zeile 25 Pfg. Bei Wiederholungen wird ein entsprechender Rabatt gewährt.VSNQ,««
Herrfelder Armblatt
Gratisbeilagen: „Illustriertes Sonntagsblatt" und „Illustrierte Landwirtschaftliche Beilage"
Kernsprech-Änschlutz Nr. 8
Nr. Ä9.
Dienstag, den 8. März
1910.
Amtlicher Ceil.
Hersseld, den 28. Februar 1910.
Nachstehend veröffentliche ich das Körungs-Ergebnis einiger von der Körungskommission im Monat Februar besichtigter Zucht-Bullen.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses.
I. A. Nr. 1454. von G r u n e l i u s.
N t . onal
der im Monat Februar 1910 von der KörungSkommission nachgekörten Zuchtbullen.
Der Bullenhalter Namen und Wohnort.
Datum der
Körung.
Resultate der Körung.
Abstammung
Bemerkungen.
Alter und Rasse der Bullen.
Farbe und Abzeichen.
Befund.
1
2
3
Wiegand, Philippsthal Martin Licht, Oberlengsfeld Otto Reinhard, Landershausen
15 Monate Simmentaler
16 Monate Simmentaler
15 Monate Simmentaler
Gelbschack weiße Stirn Gelbschack weißer Kopf Rotschack weißer Kopf
noch brauchbar brauchbar brauchbar
. Ä. Gersseld
. G. Oberhessen
. G. Oberhessen
Bekanntmachung.
Gemäß eines Beschlusses des Kreisausschusses vom 26. Februar d. Js. sollen im Wege des öffentlichen Ausgebots die dem Kreis Hersseld gehörigen, in der Gemarkung Niederaula belegenen Planstücke:
1. Kartenbl. 10 Nr. 535, Garten aus der Distelshecke — 15 ar 08 qtn, zu Bauplätzen geeignet,
2. Kartenbl. 12 Nr. 678, Acker unter dem Gleberg — 20 ar 52 qm verlaust werden.
Termin ist hierzu auf
Sonnabend den 12. März d. 3$.
nachmittags 3 Uhr in die Nnhn'sche Gastwirtschaft in Niederaula anberaumt.
Die Verkaufsbedingungen werden im Termin näher bekannt gegeben.
Hersseld, den 4. März 1910.
Der Vorsitzende des Kreisausschusses:
von Grunelius.
Hersseld, den 4. März 1910.
.Die Aktiengesellschaft Kaliwerke Hattorf zu Philippsthal hat auf ihrem Grundstück, „aus der Ufflange 275 m" in der Gemarkung Philippsthal eine
Chlorkaliumfabrik erbauen lassen.
Die Zeichnungen und Beschreibungen für diese Anlage liegen während der nächsten vierzehn Tage in meinem Ge° schästslokale zu Jedermanns Einsicht offen. Einwendungen Hiergegen können innerhalb dieser Zeit bei mir schriftlich in zwei Ausfertigungen oder zu Protokoll angebracht werden.
Der Liebe Sieg.
Novelle von F. S t ö ck e r t.
kNachdruck verboten.)
_ (Fortsetzung.)
"Herrlich! Hier waren wir ja noch nie!" rief Koser erstaunt, „das ist wirklich ein überraschend schöner Anblick. Wer sich hier anbauen dürste. Sieh dort diese Villa, an der noch gebaut wird, das ist der deutsche Renaissancestil, wie ich ihn liebe und wie malerisch die Lage, der prächtige Hintergrund dunkler Tannen, der herrliche Blick, den man über den See von dort aus haben muß, bis hinüber zu unserm stillen Wald» oors. Wahrlich, der ist beneidenswert, der sich diesen Bau- Platz ausjuchen durfte! Wie ein Dichtertraum erscheint mir oas Ganze, wie ich ihn wohl auch einst geträumt."
„ l”* Seufzer drängte er von seinen Lippen, er murmelte etwas, das wie Fluch der Armut klang, dann begann er ualtig zu rudern.
nk, "E^ das Steuer«, befahl er jetzt fast schroff, „der
ÄJ beginnt sich in mir zu regen, der Dämon der Unerfättl.chke.t im Genießen, der mich so ganz gepackt Süin^i.,^" ^ nie wieder verfallen wirst, Otto!« fiel w rd D^ Talent, das jetzt so schöne Blüten treibt, edüneif ^ auch wenn Dein Dichtertraum sich m tr , b ^ ""mal eine der reizenden Villen dort unser eigen nennen dürften."
Qinh^J0^ Traum wohl je in Erfüllung gehen, m Tausende, die ich mit meiner Feder doch ff mr^ dürfte. Das gelobe ich Dir aber hier- Sb Ü ? M mein Höchstes bleiben, nie werde »Rede , Z ^" nur die Kräfte läßt, meiner Muse
U''t«u werden. Sollte ich jemals schwankend welchem h"""^/rlnncre mich an den heutigen Tag, an brachem" ^ ^ä^1' des Ruhmes, des Glückes ange-
Rechtzeitig erhobene Einwendungen werden im mündlichen Verhandlungstermin am
Mü, Den 2. Ami 1910,
Vormittags 10 Uhr in meinem Geschäftslokal auch m Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder der Widersprechenden erörtert werden.
I. 2179. Der Landrat
von Grunelius.
Hersseld, den 19. Februar 1910.
Zur Abhaltung des diesjährigen Ersatzgeschäftes für den Kreis Hersfeld sind folgende Termine bestimmt worden: Sonnabend den 12. März d. 3.
von Morgens V28 Uhr an und zwar im Saale des Gastwirts Gebeb zu Scbenklengsfeld
Musterung der Militärpflichtigen aus den Landgemeinden pp. des Amtsgerichtsbezirks Schenklengsseld.
Montag den 14. März d. 3« von Morgens 8 Uhr a n und zwar im Saale des Gastwirts Hnton Träger zu friedewald
Musterung der Militärpflichtigen aus den Landgemeinden pp. des Amtsgerichtsbezirks Friedewald.
Dienstag den 15. März d. 3.
von Morgens 7 Uhr a n und zwar im Saale des Gastwirts B. Betender zu Bersfeld
Musterung der Militärpflichtigen aus der Stadt Hersseld.
Mittwoch den 16. März d. 3. von Morgens 7 Uhr an in demselben Lokale
„O, ich denke, das werde ich nicht nötig haben, Deine Muse wird Dich schon sest in ihren Armen halten."
„Ja, Du und meine Muse, Ihr seid ein paar treue Verbündete."
Ellinore lächelte und ließ dann die Blicke noch einmal zurückschweifen nach der Villa, die Koser so gefallen und dieser ahnte nicht, welche Zukunftsbilder dabei durch ihre Seele zogen.
Langsam glitt das Boot über den stillen See, die träumerische Ruhe des scheidenden Herbsttages, die der ganzen landschaftlichen Szenerie ihr Gepräge gab, erfaßte auch schließlich die beiden Insassen des Bootes; schweigend hingen sie ihren Gedanken nach.
Ellinore war es, als hätte sie das alles schon einmal erlebt, als wäre sie schon vor langen Jahren so mit ihrem Mann über den See gefahren, im verglühenden Abendrot, und über dem Portal jener Villa da drüben da hatte mit leuchtenden Lettern gestanden: Station der Seligkeit. — Das Boot hatte angelegt und sie waren eingetreten durch dieses Portal, Koser, sie und das kleine Geschöpf auf ihren Armen, das mit den Dichteraugen ihres Mannes zu ihr aufblickt — aber das ist ja keine Vergangenheit, das ist so ein leuchtender, seliger Zukunftstraum, Ellinore!
Sie hatte ihn so oft geträumt, daß es ihr heute wie etwas wirklich Erlebtes erscheint. Jetzt besinnt sie sich, ein Erröten fliegt über ihr Gesicht, und sie wirst einen scheuen Blick aus ihren Mann, als ob sie fürchtete, daß er ihre Gedanken erraten habe.
Der aber nickte ihr freundlich zu.
„Es war doch eine schöne Feier deS heutigen TageS, diese stille Fahrt über den See", sagte er dann, „mir ist so mancher gute Gedanke gekommen, ich werde wohl heute noch bis in die späte Nacht arbeiten, so aufgelegt fühle ich mich dazu. Du besorgst mir wohl eine Tasse starken Tee."
Als sie gelandet, geht er, sofort hinaus nach seinem bescheidenen Studierzimmer. Ellinore besorgt ihm den Tee, und
Musterung der Militärpflichtigen aus den Landgemeinden pp. des Amtsgerichtsbezirks Hersfeld mit Ausnahme derjenigen von Untergeis, Unterhaun, Wilhelmshof und Wippershain.
Donnerstag den 17. März. d. 3. von Morgens 7 Uhr a n in demselben Lokale
Musterung der Militärpflichtigen aus den Landgemeinden Untergeis, Unterhaun, Wilhelmshof und Wippershain, sowie aus sämtlichen Gemeinden pp. des AmtsgerichtS- vczirks Niederaula.
Freitag den 18. März d. 3. von Morgens 8 Uhr an in demselben Lokale
Losung, sowie außerdem Zurückstellung derjenigen Mann- schasten der Reserve, Landwehr und Ersatz-Reserve sowie der ausgebildeten Landsturmpflichtigen des zweiten Aufgebots, welche wegen häuslicher, gewerblicher oder Familienverhält- nisse eine Zurückstellung für den Fall der Einberufung zu den Fahnen beanspruchen wollen. (§ 123 der Wehrordnung vom 22. November 1888).
Die Herren OrtSvorstände der Stadt- und Landgemeinden des Kreises werden angewiesen:
1. die militärpflichtigen Mannschaften ihrer Gemeinden rc. und zwar:
a) die in der Zeit vom 1. Januar bis einschließlich 31. Dezember 1890 geborenen, soweit sie nicht bereits in das Militär eingestellt sind oder einen Ausstand erhalten haben,
b) die in den Jahren 1889, 1888 und 1887 oder früher Geborenen, welche bei den Ersatz-Geschäften des vorigen Jahres zurückgestellt, überzählig geblieben oder nicht erschienen sind, und demnach über ihr
dann setzt sie sich unten im Wohnzimmer an das Fenster und freut sich des Lichtschimmers der kleinen Studierlampe, der auf den See hinaus einen glänzenden Streifen wirst. War sie nicht begnadigt vor vielen, seine Frau zu sein? Welche reiche beglückende Zeit hatte sie hier in dieser Einsamkeit, die nur durch die Besuche Berners und ihrer Mutter bisweilen unterbrochen wurde, an seiner Seite durchlebt. Sie war jetzt überzeugt, daß ihr Leben, mochte es sich gestalten wie eS wolle, nie ganz in Alltäglichkeit verlaufen würde, und daS Opfer, waS sie auf Berners Rat gebracht, eS dünkte sie jetzt so klein im Hinblick auf das Große, was sie damit er- reicht.
Immer glänzender, immer schöner stieg die Zukunft vor ihr aus, während sie so im dunklen Zimmer saß, die Blicke auf den glänzenden Lichtstreifen im See gerichtet, der da Kunde gab von der Tätigkeit ihres Mannes.
’ h Nach einigen Tagen erschien Berner und Frau Geheimrat Straten, Koser zu seinem Erfolge zu gratulieren. Sie waren die einzigen, die Kunde davon erhalten, die übrige Welt sollte nicht eher davon erfahren, als bis sein Buch im Druck erschienen, hatte Koser bestimmt.
Fröhlich saß man beim Glase edlen Rheinweines beisammen. von welchem die Frau Geheimrätin tags zuvor eine Kiste voll geschickt, zum großen Staunen ihres Schwiegersohnes, dem plötzlich der Gedanke kam, daß ihre Ver- mögensverhältniffe doch nicht so ganz schlecht sein konnten. — Wie? wenn? Was war das für eine wahnsinnige Idee, die ihm da kam, er warf einen Blick auf Ellinore; nein, lächerlich, hinweg damit, eines solchen Opfers ist keine Frau fähig, auch nicht die seine!
Er blickte sich um in dem einfach auSgestatteten Zimmer mit der geschmacklosen, billigen Tapete und dann dachte er an all den LuxuS, an den Ellinore gewöhnt gewesen von Jugend auf, das sollte sie alles ausgegeben haben, nicht einem bitteren Muß solgend, sondern eines großen, hoch- herzigen Planes wegen, den er jetzt zu durchschauen glaubte?
‘Unb nun immer höher und höher hinauf aus der