für den Wiederaufbau von Gebäuden gewähren soll. Die Vorschüsse sollen ohne Zins gegeben werden, aber gegen Zahlung von 2 Prozent für den GarantiefondS. — AIS Kurio- sum sei die Nachricht verzeichnet, daß auch Sultan Mulay Hafid von Marokko ungeachtet seines gegenwärtigen Konfliktes mit der französischen Regierung eine Spende für die Hoch- wastn-Kalamitosen in Frankreich geleistet hat, und zwar in Höhe von 20000 Francs.
DaS langwierige englische Wahlgeschäft ist endlich zum definitiven Abschluß gelangt. Am Montag wurde die letzte Wahl zum Parlament vollzogen, es war dies die Wahl deS Vertreters der Orkney- und ShetlandSinseln, zu welchem der Liberale Wason gewählt wurde. Das neue Unterhaus weist nunmehr folgende politische Zusammensetzung aus: 274 Liberale, 273 Unionisten (Konservative), 82 irische Nationallisten, 41 Arbeitervertreter. Die Liberalen und die Iren, die bekanntlich ein Bündnis wegen eines gemeinsamen parlamentarischen Vorgehens miteinander abgeschlossen haben, verfügen vereinigt über 356 Stimmen und besitzen demnach die absolute Mehrheit, selbst für den Fall, daß die Arbeiter- fraktion einmal mit der »monistischen Opposition gehen sollte. Einen Tag nach Vollzug der letzten Wahl, am Dienstag, ist dann das neue Parlament von König Eduard mittels Thronrede eröffnet worden.
Aus Britisch-Ostindien werden neue Ein geboren en-Un ruhen gemeldet. Bei einigen Eingeborenenstämmen des zu den Zentralprovinzen von Britisch-Jndien gehörigen Vasallenstaates Bastar ist eine aufrührerische Bewegung auSgebrochen. Die Aufrührer, die mit Pfeil und Bogen bewaffnet waren, zerstörten die Basare, Postämter, Polizeiwachen und Echulgebäude und verwundeten den Regierungskommissar schwer. 120 Polizeibeamte sind zur Unterdrückung des Auf- standeS entsandt worden. Der Beweggrund der Unruhen ist unbekannt.
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Der einzige Gerettete bei der Katastrophe des „General Chanzy," Marcel Baudez, befindet sich noch immer im Hospital von Cindadela. Sein Zustand erregt Besorgnis. Der Körper ist gebrochen, die Nerven sind derart erschüttert, daß Baudez sortwährend weint. Dem „Petit Parisien" wird sogar telegraphiert, daß die Aerzte eine Amputation der Hände und Füße deS Unglücklichen für nötig halten. Von dieser traurigen Eventualität erwähnt ein Mitarbeiter des „Journal" nichts, der gestern Baudez sprechen konnte. Er erhielt für sein Blatt eine Darstellung des Schiffbruchs, die bisher die aussührlichste ist. Baudez erzählt: „Es mochte gegen 5 Uhr früh sein. Der Morgen begann zu dämmern. Da ließ ein entsetzlicher Lärm mich in meiner Kabine emporfabren. Ich stürzte nach der Treppe und von da nach der Kommandobrücke mitten unter die anderen Paffagiere. Die Panik war schrecklich. Das Meer tobte und brüllte. Die Wellen wüteten so furchtbar, daß ich diesen Anblick nie vergessen kann. Als ich mit anderen aus die Brücke gelangte, brach das Schiff in zwei Hälften. Die eine verschwand sofort, die andere, auf der ich mich befand, wurde von den Wellen bestürmt. Ich erinnere mich daran, ein großes Stück ergriffen zu haben. Mit Händen und Füßen klammerte ich mich an. Dann aber verlor ich daS Bewußtsein.
WaS vorgegangen ist, weiß ich nicht. Als ich wieder zur Besinnung kam, lag ich auf dem Bauche ausgestreckt auf sandbedecktem Felsen. Ich konnte mich nicht bewegen. Jeder Versuch, Hände oder Füße zu rühren, war so schmerzhaft, daß ich glaubte, jedes Glied im Leibe gebrochen zu haben. Aber die Wellen spülten über meine Felsen, warfen Trümmer gegen die Steine, Holzstücke trafen mich. Ich nahm alle Kräfte zusammen und suchte einige Stangen und Bretter aus, aus denen ich eine Art Schutzwand errichtete, hinter der ich mich zusammenkrümmte. Hier soll ich 14 Stunden gelegen haben, sagte man mir. Ich selbst weiß es nicht. Ich war todes- matt, Schmerz und Kälte quälten mich. Ich konnte mir keine Rechenschaft über das geben, was um mich her geschah. Erst nach langer Zeit sühlte ich etwas wie dunklen Rettungsdrang. Ich wollte nicht allein aus diesen Klippen sterben ohne wenigstens versucht zu haben, mich zu befreien. Die Wellen rollten über meine Klippen fort zum Strande.
Ich hielt mich wieder an eine Planke fest, nachdem ich sie mit großer Anstrengung so gelegt hatte, daß sie beim näch- sten Anprall ins Wasser gestoßen werden mußte. Die Wellen kamen, ich wurde gegen das Land getragen. Aber ich mußte den Versuch mehrere Male wiederholen und wurde gewaltig
Leben gerufen. Ellinore, die in einer reizenden Hellen Toillete am Fenster lehnte und in die herrliche Gebirgslandschaft Hin- ausblickte, konnte sich eines leisen Seufzers kaum erwehren, für sie war jene Verbannungszeit die schönste der ganzen Reise gewesen, da hatte sie ihren Mann doch einmal ganz für sich gehabt, jetzt hingegen nahm ihn die Gesellschaft wieder ganz in Anspruch, vor allem Frau v. Frege; sie vermochte der schönen Frau, die bei all ihrer Koketterie doch etwas unge- mein Liebenswürdiges hatte, aber kaum zu zürnen darüber, es bestand unstreitig eine Seelenverwandschast zwischen ihr und Kos«.
Beide, Frau Melitta und Koser, verstanden es, den Augenblick wahrzunehmen, die Gegenwart, wenn sie wie in dieser Zeit schön und reich war, auch voll und ganz zu genießen. Ellinore konnte das nicht, eS war ein Zug in ihr nach den Tiefen des Lebens, die leichte Oberfläche, die schillernden Wellen des Genusses, deS Vergnügens des Lebensmeeres genügten ihr nicht. Auch bei ihrem Mann, einem Ritter des Geiste-, mußte dieser Zug ja vorhanden sein, nur daß die Lebenslust wohl überwiegend bei ihm war.
„Sie schauen heute wieder einmal mit weltfremden Augen in unser fröhliches Treiben", sagte Frau V. Frege am Abend zu Ellinore.
Die Partie war so heiter verlaufen, daß man sich noch nicht zu trennen vermocht und in dem großen Saale des Hotels ein Tänzchen improvisiert hatte. Ellinore schaute aller- dings sehr apathisch in dies Treiben, sie hätte so gern die stillen Abendstunden mit ihrem Manne allein auf dem Balkon ihrer Wohnung gesessen und in die herrliche Mondscheinland, schüft hinausgeschaut.
„Ganz anders, wie Ihr Herr Gemahl", fuhr Frau Melitta fort, „der ist heute abend Tänzer und nichrs weiter 1*
„Und nichts weiter, das ist es eben", versetzte Ellinore, „er gibt sich ganz dem VergnügungStreiben hin, und scheint gar nicht mehr daran zu denken, daß er doch einen anderen höheren Beruf hat, als sich und andere zu amüsieren."
„Aber liebe Frau Doktor, alles zu seiner Zeit, die Stunde
zerschlagen und zerstoßen, bis ich an einen Ort kam, der, wie ich später erfuhr, Sorrescudera hieß. Ich traf einige Bauern und sprach zu ihnen, sie verstanden mich aber nicht. Als sie jedoch sahen, in welchem Zustande ich war leisteten sie mir Hilfe. Ich erhielt Nahrung, ein Lager, trockene Kleider. In meinen Taschen hatte ich noch ein paar Goldstücke, die ich meinem Retter bot. Aber er wies das Geld zurück. Mit vieler Mühe erklärte ich ihm, daß tich ein Telegramm an meine Mutter schicken wollte. Endlich verstand mich der brave Mann, umschlang mich mit seinen Armen und schleppte mich nach Cindadela bis ins Gemeindehaus.
Dort sühlte ich etwas mehr Kräfte und erzählte, was vorgegangen war. Aber ich wußte nicht, daß ich der einzige sei, der von der Katastrophe übriggeblieben war. Nachdem ich verbunden und gestärkt war, konnte ich die Leute selbst zu der Unglücksstätte begleiten. Sie nahmen Lebensmittel und Medizin mit. Es war vergebliche Sorge! Ein schreckliches Schauspiel bot sich uns dar. Nackte und halbnackte Leichen schwammen unter Trümmern. Die Wellen warsen die armen zerrissinen Körper gegen die Felsen, nahmen sie wieder zurück ins Meer, spielten mit ihnen. Vom Leben war nichts zu bemerken."
So lautete die Erzählung von Marcel Baudez. Der Korrespondent des „Journal" fügt hinzu, daß die Haltung der toten Körper, die man zu bergen bemüht war, von einem furcht- baren Kampfe zeugte. Die Hände umkrampften Holzstücke oder RettungSgürtel. Die Augen sind weit aufgerissen. Den gräßlichsten Eindruck macht eine Gruppe von dreißig Toten, die sich an eine Art Floß gebunden haben, und die man gestern vergebens an Land zu bringen versuchte. Trotz deS erschütternden Schauspiels besteht bei einigen Leuten noch immer die Hoffnung, daß außer Baudez noch andere dem Tode entkommen sein könnten. Nach den letzten Berichten ist jedoch keine Aussicht, daß diese Hoffnung sich erfüllt.
Aus Provinz u. Daebbargobiet
* (Offene S ch u l st e ll en.) Im letzten „Amtlichen Schulblatt" sind wieder 19 Lehrer und 8 Lchrerinnenstcllen, sowie eine Rektor- und eine Handarbeits-Lehrerinftelle zur baldigen Besetzung ausgeschrieben. Mit 6 Stellen ist Kirchen- dienst verbunden.
):( Hersfeld, 16. Februar. (Versammlung des Hersselder Beamten vereins.) Namens des vorbereitenden Ausschusses eröffnete Herr Lehrer Ackert die gestrige konstituierende Versammlung, zu der etwa 40 Beamte aus den verschiedenen Kategorien erschienen waren. Herr Ackert berichtete über den Gang der Vorarbeiten, betonte, daß der zu gründende Verein keinerlei Gegensatz zwischen Beamtentum und Bürgerschaft schaffen wolle, daß man es aber den Beamten nicht verargen könne, wenn sie sich auch — wie es ja auch Landwirtschaft, Handel, Gewerbe und Arbeiterschaft mache — zu einer Interessengemeinschaft Zusammenschlüssen. Nach einer kurzen Aussprache erfolgte daraus die Gründung des Vereins. Herr Ackert verlas die von dem vorbereitenden Ausschuß entworsenen Satzungen,die mit kleinen Aenderungen angenommen, wurden. In den Vorstand wurden folgende Herren gewählt: Lehrer Ackert Vorsitzender, Postsekretär Hahn Schristsührer, Kasten-Vorsteher Schulz Kassierer, und als Beisitzer Oberbahnmeister Otto, Hegemeister Wege, Polizeisergeant B ü r k l e, Straßenmeister H e n s e l, Zeichner Walpert, Postschaffner HeAsek. — Die Anwesenden zeichneten sich darauf als Mitglieder ein, von allen bis zum 1. April Beitretenden soll ein Eintrittsgeld nicht erhoben werden.
Rotenburg, 12. Februar. Ein eigenartiges Unglück hat sich im Dorse Sterkelshauscn ereignet. Dort geriet einer Frau beim Essen ein Brotkrümchen in die „unrechte Gurgel", d. h. in die Luftröhre. Infolge des heftigen Hustenreizes und des Würgens löste sich die Zunge an ihrem hinteren Ende ab, so daß sie fast lose im Munde lag. Die beklagenswerte Frau fand im Hersselder Krankenhaus Aufnahme.
Vom Eichsfelde, 14. Februar. Große Schneemengen sind in der Sonntagnacht aufs neue aus dem Eichsfelde niedergegangen. Die Schneelage ist aus dem hochgelegenen Obereichsfelde eine sehr hohe. Alle Landstraßen sind tief verschneit und nur mit Schlitten zu passieren.
Vom Kreuzberg i. d. Rhön, 14. Februar. Gestern kam eine Abteilung der Aschaffenburger Jäger, bestehend aus 2 Offizieren, 2 Unteroffizieren und 10 Mann, in feldmarschmäßiger Ausrüstung hier an. Vom Kreuzberg aus werden jetzt täglich Skiübungen vorgenommen. Die beträchtliche Schneehöhe, wie sie zurzeit in der Rhön allerwärts zu finden, ist dem Sport günstig. Es herrschte heute wieder Schneesall.
wird auch kommen, wo es ihn wieder zum geistigen Schaffen drängt und treibt, nur dürfen Sie ihn nicht dazu quälen, nicht wieder mit ihm in die Einsamkeit ziehen und ihn förmlich zwingen wollen zu solcher Tätigkeit, das ist ganz verfehlt, der Trieb dazu muß allein von innen kommen. Sie verstehen überhaupt die Männer nicht zu behandeln, daß muß man wie ich studiert haben von Jugend aus. Erst studierte ich meine Brüder, dann deren Freunde und schließlich meinen Gatten, der übrigens in den nächsten Tagen herkommt, um mich abzuholen, und zwar in Begleitung des gelehrten Doktor Beiner, den Sie ja auch kennen."
„Darf ich bitten?"
Koser stand vor Frau v. Frege, und diese erhob sich, um mit ihm einen Geschwindwalzer zu tanzen. Sinnend sah Ellinore ihnen nach; hatte sie wirklich recht gehabt mit ihrer Rede vorhin, die schöne weltkluge Frau, die die Männer studiert von Jugend auf und nun auch zu behandeln wußte?
(Fortsetzung folgt.)
— Die Erinnerung an einen versuchten Königsmord wird durch die Nachricht vom Tode eines Anarchisten wachgerusen. In der Jrrenabteilung des Zucht- Hauses in Moltetupo starb der Anarchist Passante, der am 17. November 1878 in Neapel mit einem in einer Bittschrift versteckten Dolch König Humbert zu erstechen versuchte. Der damalige Ministerpräsident Cairoli, der im Wagen des Königspaares fuhr, wehrte den Stoß ab. Der Ruf der Königin: „Cairoli, rettet den König!" ist heute noch unvergessen.
— In der großen Halle bei Rheinau bei Mannheim wird von den Arbeitern der Firma Lanz fleißig an dem neuen Luftschiff des Danziger Proseffors Schütte gearbeitet, so daß in einigen Monaten die ersten Flugversuche erwartet werden dürsen. Die Kölnische Zeitung berichtet über den Lenkballon folgendes: Der Hauptteil der Arbeit ist jetzt ge- leistet: das hölzerne Gerippe ist fertig. In ihm beruht die Eigenart des Systems. Schütte will durch die Verwendung von Holz einerseits an Gewicht sparen, anderseits elektrostatische
Beverungen a. d. W., 13. Februar. Vor ungefähr V* Jahr verschluckte der 7jährige Sohn des Fabrikarbeiters Ernst Pechmann aus dem Nachbarorte Lauenförde einen Kork, ohne seinen Eltern etwas davon zu sagen. Der Knabe fing feit der Zeit an zu kränkeln, ohne daß die Aerzte seststellen konnten, was dem Kinde fehlte. Vor einigen Wochen hat der Knabe den Kork wieder ausgebrochen, in feinem Magen hatten sich Geschwüre gebildet, an denen er jetzt gestorben ist.
Aus dem Löwensteiner Grund, 13. Febr. Am vergangenen Sonnabend verendete auf dem Rittergut Betzigerode ein Bulle, bei welchem der Herr Kreisarzt aus Fritzlar Milzbrand seststellte. Am Sonntag wurde nun der dort bedienstcte Schweizer tobsüchtig. Der sofort herbeigeruscne Arzt stellte Milzbrand fest und ordnete die sofortige Ueber- führung nach Marburg in die Klinik an. Es ist dieses der dritte Fall von Milzbrand in den letzten Jahren.
Ulfen, 14. Februar. Hier starb vor einigen Tagen in den ersten Morgenstunden eine Frau und mehrere Stunden später folgte ihr der Ehemann ins Jenseits nach. Beide, welche schon seit längerer Zeit leidend waren, sind nun auch im Tode vereint.
Buhlen, 14. Februar. Bei Ausführung der Erdarbeiten für den Bau der neuen Eisenbahnstrecke Buhlen-Sachsenhausen- Corbach haben sich zwei Unglücksfälle ereignet. Der Arbeiter Wilhelm Rüppel aus Stadt Waldeck wurde von plötzlich herabstürzenden Erbmassen verschüttet. Er konnte zwar noch lebend herausgeschauselt werden, hat aber bedenkliche innere und äußere Verletzungen erlitten. Ferner wurde ein Arbeiter aus Nieder-Werben durch ein herabstürzendes Felsstück schwer verletzt.
Hemfurth, 14. Februar. Im Steinbruch ist der Ar- beiter Anton Stiel« aus Mehlen von einem herabstürzenden FclSblock getroffen worden und hat lebensgefährliche Verletzungen erlitten.
Frankfurt a. M., 15. Februar. Der Brauereidirektor Fritz Binding von der Brauerei Jung erschoß sich gestern am Grabe seiner Mutter.
Wiesbaden, 14. Februar. In der Nacht von SamS- tag zum Sonntag erschoß sich der 36 Jahre alte Dr. phil. Vigelis durch mehrere Revolverschüsse in die linke Schläse.
Offenbach, 14. Februar. ' Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich am Samstag nachmittag um halb 3 Uhr in den Kalkwerken von Grix aus dem Schneckenberg, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. Dort waren mehrere Arbeiter mit dem Sprengen des Gesteins beschäftigt, als plötzlich die Massen nachgaben und zwei Arbeiter verschütteten. Der ledige Arbeiter Konrad Uhrig aus Bürzel konnte aus den Gesteinmassen nur mit schweren Verletzungen herausgezogen werden. Er wurde inS Städtische Krankenhaus über- sührt, wo er noch am abend seinen Verletzungen erlag. Der andere Arbeiter konnte mit leichter Mühe herausgeschauselt werden und kam mit geringen Verletzungen davon, jodaß er selbst nach Hause gehen konnte.
Groß-Auheim (bei Hanau), 14. Februar. Der Bau- Unfall am Neubau der hiesigen evangelischen Kirche hat drei Menschenleben gefordert, indem nunmehr auch noch der Maurer Schilling an den Folgen der erlittenen Verletzungen verschieden ist.
Weida, 14. Februar. Der 29jährige Maurer Ernst Blumenrath von hier wurde durch Hustritte eines Pserdes so schwer am Unterleib verletzt, daß er in der Jenaer Klinik starb. ; - ■ -
Halle a. S., 13. Februar. Aus dem Bahnhof Trotha geriet gestern der Rangierer Friedrich Siemon aus Westeritz zwischen die Puffer zweier Güterwagen. Ihm wurde der Brustkorb eingedrückt, sodaß er in nahezu hoffnungslosem Zustande in die Klinik gebracht werden mußte.
Gera, 14. Februar. In Langenberg ist der Fall vorgekommen, daß ein und dasselbe Paar zum zweiten Male das Aufgebot bestellte. DaS Paar wurde nach mehrjähriger Ehe vor etwa zwei Jahren gerichtlich geschieden und jetzt wird es sich von neuem vereinigen.
Hameln, 14. Februar. Von einem schrecklichen Unglück wurde gestern abend gegen 6V2 Uhr die Familie des Gefängniswerkmeisters Niesten betroffen. Vier Kinder deS Niesten und eine kleine Tochter des Steuerdieners Kiel hielten sich in der Küche der Niesienschen Wohnung aus. Plötzlich löste sich der Haken der Hängelampe und der Behälter stürzte zu Boden. Die Lampe explodierte und setzte die Küche augenblicklich in Brand. Von den fünf Kindern konnten nur die neunjährige Tochter des Niesten und die Tochter des Kiel mit geringfügigen Brandwunden auS der Küche flüchten. Die drei anderen Kinder erlitten so schwere Brandwunden, daß ein einjähriges Kind und ein siebenjähriger Knabe bereits
Erscheinungen nach Möglichkeit vermeiden. Das Schiff wird außerdem etwas größer als die letzten Schiffe Zeppelins. Der Tragkörper ist 138 Meter lang und an der stärksten Stelle etwa 17 Meter dick. Im Gegensatz zu den Zeppelinschen Schiffen wird er nicht zylinderförmig mit zugespitzten Enden, sondern erhält mehr die Form einer Zigarre im Keulensormat, vorn eine verhältnismäßig stumpfe Spitze, im ersten Drittel die größte Dicke, dann langsam nach hinten sich verjüngend. Diese Form soll dem Wind den geringsten Widerstand bieten. Das starre Gerippe besteht, wie gesagt, aus Holz und zwar lediglich aus eigenartig zusammengesetzten hölzernen Doppel- P»Trägern, die ganz an die im Eisenbau gebräuchliche Form erinnern. Nur daß sie nicht aus einem Stück hergestellt, sondern auS dünnen Brettern zusammengeleimt worden sind. Es ist ein weiches, astfreies, seltenes Holz gewählt worden, daS in millimeterstarke Scheiben zerschnitten und dann kreuzweise übereinander zu dickeren Brettern verleimt worden ist, nach der auS dem Möbelbau her bekannten Methode des Furnierens. Gegen Winterungseinflüsse ist dann das Ganze mit einem gut schützenden Lack überzogen.
— (Schweres Unglück beim Karneval in Lissabon.) Während der karnevaliststchen Umzüge am Fastnachtsdienstag, die an Glanz und Ausgelassenheit hinter denen früherer Jahre nicht zurückstanden, hat sich leider ein sorgenschweres Unglück ereignet. Ein hoher Prunkwagen, der mit weißer Baumwolle und Papier geschmückt war, das Schnee und glitzerndes Eis darstellen sollte, stand plötzlich zum Entsetzen der Volksmenge in Flammen. Die 13 Töchter einer bekannten reichen Familie der Stadt, die sich aus dem von fünf Pserden gezogenen Wagen befanden, konnten nur mit Mühe ihr Leben retten; alle dreizehn wurden mehr oder weniger schwer verletzt, da das Feuer die leicht brennenden Stoffe mit ungeheurer Schnelligkeit ergriff. Trotz der so» sortigen Hilfe der Umstehenden erlitten drei junge Mädchen schwere Brandwunden im Gesicht; sie verloren vollständig ihr Haar. ES heißt, daß daS Feuer von einem jungen Mann angelegt worden sei, weil die eine der dreizehn Mädchen seine LiebeSschwüre nicht «hörte.