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Bei ditcm Wasserwechsel des Goldfischglascs, Neun ein solcher unerläßlich geboten erscheint. muß das neue Wasser, welches daS abgängige ersetzen soll, auf eine Temperatur erwärmt werden, welche dem Wärmegrad entspricht, in welchem die Fische vorher gelebt haben, ge- wöbnlich die Zimmerwänne, bevor man dieselben in das neue Wasser übersetzt. Neberhaupt vermögen allzurasche Abkühlungen bei Fischen häufig einen plötzlichen Tod her- beizuführen.

Nicht angenommene Futterreste verursachen in Aquarien nicht nur eine Trübung des Waüers, sondern machen solches auch zum Leben der Fische überhaupt in kurzer Zeit untauglich, indem solche, mit­unter in kaum bemerkbarem Quantum in Fäulnis über­geben. welche das Wasser verpestet.

K

Wollportieren zu waschen.

Wollporfieren mit Gallseife gewaschen, werden wie r wenn man sie richtig behandelt. Man rechne auf einen Schal, wenn er sehr unsauber ist, zwei Stückchen Gallieife. Die Seife wird in kleine Stücke geschnitten und in so viel Wasser gekocht, wie nötig ist, um einen Schal vollständig damit zu durchtränken und bequem darin waschen zu können. Die Seifenlauge muß jedoch ganz erkaltet sein, ehe man die Portiere hineinlegt und nur recht sorgfältig Stelle für Stelle mit leichter Hand wäscht; die Hauptsache ist dann ein öfteres Spülen in kaltem Wasser, und darf man nicht früher damit auf­hören. ehe das Wasser nicht klar bleibt. Dann hängt man die Portiere vollständig naß und zwar, damit die Fräsen nicht an Schönheit verlieren, quer auf, damit sie nach unten hängen. Damit es nicht zu lange tropft, kann man die nach unten hängenden Teile von Zeit zu Zeit leicht ausdrücken, doch muß man den Stoff darnach jedes­mal wieder glatt ziehen. In noch etwas feuchtem Zu­stande etwa wie Plattwäsche steckt man dann die Portieren, ohne sie zu rollen oder zu plätten, wieder an und zupft die Fransen schön auf.

Vorschrift für Herstellung von Lederwichse für gelbe Schuhe.

1. 200 Gr. gelbes Wachs und 800 Gr. gelbe Vaseline werden bei mäßiger Wärme miteinander verschmolzen. 2. Gelbes Wachs 120 Gr. werden mit 15 Gr. Pottasche, 7,5 Gr. gelber Seife und 360 Gr. Wasser so lange gekocht, bis eine gleichmäßige Milch entstanden ist, die man vom Feuer nimmt, mit 240 Gr. Terpentinöl und einer Lösung von % Gr. Phosphine in 15 Kcm. Sprit versetzt und durch Wasierzusatz auf 700 Kcm. gleich 0,7 Liter bringt.

Lederappretur für weißes Leder.

20 Teile weißer Bolus und 20 Teile Zinkweiß werden mit etwas Ultramarin gebläut und mit einer Lösung von 12Teilen weißen Schellack in 40 Teilen Sprit angerieben.

Eisenlack zum Anstrich für eiserne Gegenstände zum Schutz gegen Rost. 40 Teile Steinkohlenasphalt, 10 Teile Kolopho­nium, 4 Teile Kienruß werden geschmolzen und mit 100 Teilen Petroleum gemischt.

Wäsche schwarzer Schürzen.

Ich lege die Schürze in ein kleines Gefäß, gieße so viel kaltes Wasser darauf, in welches ich eine bis zwei Hände voll gewöhnliches Kochsalz Jineingetan habe, daß sie or­dentlich mit demselben bedeckt ist, und lasse sie eine Nacht hindurch darin liegen und ausziehen. Am andern Mor­gen wasche ich die Schürze in dem Salzwasser tüchtig aus, soüle sie ein paarmal in reinem, kaltem Wasser nach und hänge dieselbe dann, ohne sie auszudrücken, auf. Wenn halb trocken, plätte ich sie auf der linken Seite. Die Schürze wird wie neu und tiefschwarz. So wasche ich alle schwarzen Stoffe, auch seidene, sowie buntfarbige und ge­fällt mir dieses einfache und billige Mittel ausgezeichnet.

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Nähzeugtasche.

Ein Stückchen Wachstuch von 25 Zentimeter Länge und 89 Zentimeter Breite wird auf der Rückseite mit rotem Flanell bekleidet und an einem Ende, etwa 7 Ztm. nach innen zu einem Täschchen umgebogen, das andere Ende wird abgerundet. Darauf faßt man den oberen Rand des umgebogenen Täschchens und alsdann die Sei- ten und das obere abgerundete Ende mit rotem Wollen­band ein und bringt an dem runden Ende ein Band an, welches um das zusammengewickelte Täschchen geschlungen wird. Es läßt sich bequem wie ein Geldtäschchen in der Laiche mitführen. Den Zwirn wickelt man auf kleine Stückchen einer Postkarte, und er findet nebst einer klei­nen Stickschere, einen Fingerhut, Hemdenknöpfchen und dergleichen in dem Täschchen Platz. Steck- und Nähnadeln werden in den Flanell gesteckt.

Für die Wische.

Ein sehr gutes Mittel, die Wäsche schön weiß zu ma­chen, ist gereinigter Borax. Man nimmt auf etwa 30 Liter Wasser eine Hand voll Borax; bei feiner Wäsche, wie Vorhänge, Spitzen und dergleichen kann man noch mehr nehmen. Der Borax muß, wie die Soda, zuvor in

heißen: Wasser aufgelöst und dann mit dem Waschwasser vermischt werden. Er greift die Wäsche nicht im minde- sten an, macht das härteste Wasser weich und erspart viel Seife. Einen Beweis für die Vortrefflichkeit des Borax haben wir an der holländischen Wäsche, die ja wegen ihrer Sauberkeit und Weiße bekannt ist. Und in Holland nimmt man nie Soda zur Wäsche, sondern stets gereinig­ten Borax.

Zur Vertreibung von Ratten und Mäusen empfiehlt sich an Stelle des von den Kammerjägern ver­wendeten Arseniks, dessen Verschleppung leicht böse Fol­gen für Federvieh und andere Haustiere haben kann, die in allen Apotheken erhältliche Meerzwiebel. Eine Anzahl davon wird fein zerschnitten und mit Mehl, Wasser und reichlichen Speckschnitten zu Teig gerührt. Man bäckt da­von mehrere Pfannkuchen, die man mehrere Nächte in den von dem Nagetier heimgesuchten Orten aufstellt. Sie werden durch den Speckduft angezogen, gierig darüber herfallen und wenn nicht für immer, so doch für lange Zeit verschwinden. Auch das Anfüllen der Löcher und Gänge der ungebetenen Gäste mit einem Brei, den man aus Chlorkalk mit Wasser zusammengerührt, erweist sich als zweckdienlich.

Vorbeugung gegen Diphtherie.

Man kann nicht genug betonen, daß auch dem schein­bar unbedeutendsten Katarrh gleich energisch entgegenge­treten werden muß und Disposition zu derartigen Affek­tionen durch vernünftige Abhärtung vermindert werden kann. Kaltes Gurgeln, kaltes Waschen des Halses sind vorzügliche Präservative. Namentlich sei man bei Epide­mien auf der Hut und behandle daher jeden Katarrh mit besonderer Sorgfalt. Ausgiebigste Reinlichkeit, Venti­lation und peinlichste Sauberkeit müssen dann geübt werden. Ist man um den Kranken, so wasche man sich mit Karbolsäure und stecke bei Bepinseln des Halses in Nase und Ohren Watte, halte den Mund geschlossen. Man lasie bei Behandlung von solchen Kraken nie den Mut sinken, denn oft haben die schwersten Fälle einen glück­lichen Ausgang; man handle daher kräftig und besonnen.

Was die Ernährung des Kindes anbetrifft, so ist bei dieser stets zu bedenken, daß die Menge es nicht tut, daß kräftige und massenhafte Nahrung nicht immer ein kräftiges und gesundes Blut schafft, daß der Nahrung entsprechend auch ein Stoffwechsel parallel laufen muß. Der Mensch lebt nicht von dem, was er ißt, sondern was er verdaut. Schwache Kinder müssen eine leicht verdau­liche Kost genießen und erst allmählich, wenn die Organe durch regelmäßige Uebung gekräftigt sind, zu einer gehalt­volleren und schwereren Nahrung übergehen. Hier das richtige Maß zu finden und zu halten ist die Aufgabe strengster Beobachtung seitens der Eltern oder Erzieher. Viele Menschen befinden sich geistig und körperlich weit wohler, wenn sie auf eine richtige, passende Diät halten wollen.

Reine frische Luft in den Wohnzimmern.

Es ist heute wieder schrecklich heiß in meiner Woh­nung, die Luft in den Zimmern ist unerträglich! Diese Worte hört man zur Sommerzeit recht oft. Daß es in den betreffenden Monaten in den Zimmern mitunter etwas drückend warm wird, ist nicht zu ändern, doch unerträglich braucht die Luft in den Zimmern durchaus nicht zu fein. Bei zweckmäßiger Lüftung der Räume ist es recht gut zu erreichen, daß der Aufenthalt in den Zimmern auch wäh­rend der heißesten Monate durchaus angenehm ist. Vor allen Dingen ist häufiges, wenn möglich fortwährendes Offenhalten der Fenster geboten; natürlich darf man nur die Fenster der Schattenseite, nie die der Sonnenseite öffnen, das Beste ist, das Durchwärmen der Zimmer in­folge der Sonnenstrahlen durch Herablassen der Jalousien zu verhindern, ferner sind die Verbindungstüren der ein­zelnen Zimmer sämtlich offen zu halten. Auf diese Weise wird in der ganzen Wohnung eine sehr erträgliche Tem­peratur zu erzielen sein. Auf das Schlafzimmer, in dem man ja gewöhnlich die längste Zeit ohne Unterbrechung zu verbringen pflegt, ist hinsichtlich der Luft eine ganz besondere Fürsorge zu richten. Vor allem öffne man hier unmittelbar, nachdem man das Bett welches übrigens in der heißen Zeit nicht mit dicken Decken zuzudecken ist verlassen hat, die Fenster. Für das Schlafzimmer sollte stets ein möglichst großer Raum, wenn nicht gar der größte von allen zur Verfügung stehenden, gewählt werden. - Ueber das Schlafen bei offenem Fenster gehen die Ansichten auseinander. Für gesunde Menschen ist eS entschieden ratsam, während der Nacht die oberen Flügel der Fenster offen zu lassen. Sollte sich jemand vor dem ersten Versuch fürchfen, so empfiehlt es sich, die Rouleaux herunterzulassen. Auch im Krankenzimmer ist stets für frische Luft zu sorgen und tut man ebenfalls hier am besten, die oberen Fensterflügel zu öffnen. Daß der Patient so viel wie möglich durch Zudecken oder auf andere Weise vor Luftzug zu schützen ist, versteht sich dabei von selbst. Besonders im Krankenzimmer ist es nicht zu vermeiden, daß sich verdorbene Luft ansammelt. Diese

durch die bekannten Räuchermittel zu beseitigen, ist grundfalsch, denn man verdeckt dadurch wohl auf einige Zeit die schlechten Gerüche, zerstört aber nicht die ver­dorbene Luft.

Die Obst- und Beerenweine sind fehr häufig schlecht, deshalb schlecht, weil die Luft bei der Bereitung derselben nicht genügend abgehalten wurde. ________

Verwendung der Waldfrüchte.

Die sogen.Mast" (Buchen, Eichen, Holzbirnen usw.)' hat in früheren Zeiten eine viel größere Rolle in der Waldwirtschaft gespielt als heute und möchten wir des­halb nicht verfehlen, die Aufmerksamkeit unserer heutigen Landwirte auf diese nicht zu unterschätzende Nebennutzung hinzuweisen. Entweder werden die Schweine direkt in den Wald getrieben, um die genannten Früchte, aber auch Pilze, Raupen und Puppen selbst aufzusammeln, um nach Wochen gemästet zurückzukehren, oder es werden die Früchte mit der Hand (am billigsten durch Schulkinder) aufge- lesen, oder mit Rechen, Besen und Sieb gewonnen, um den Schweinen gefüttert zu werden. Buchen z. B. liefern nicht nur viel, sondern auch ein ganz gutes Oel, doch dürfen die sich nach der Pressung ergebenden Oelkuchen nicht an Pferde verfüttert werden, da sie diesen lebens­gefährlich werden können. Der von dem wilden Obst ge­wonnene Saft kann als Zusatz zu Birnenobst verwendet werden, während Waldsamen für die eigenen Kulturen Verwendung findet oder verkauft wird. Um diese Gegen­stände zu verwerten, ist es am einfachsten, die betreffen­den Waldteile, je auf die einzelne Ernte zu verpachten; dabei können sogar auch die Verjüngungsschläge zum Lesen, bei Buchen selbst zum Kehren (Fegen) geöffnet werden, da die Erfahrung lehrt, daß soviel Samen, als zur Verjüngung nötig ist, immer noch zurückbleibt.

ANche Und Kelter.

Sauberkeit in der Küche.

Auch am Vormittag kann man die Küche hübsch und sauber halten, trotz aller Arbeit. Nur darf man nicht ein Stück hierhin; das andere dorthin setzen. Jedes ge­brauchte Geschick muß fein bestimmtes Plätzchen haben, wo es bleibt, bis es gereinigt wird. Auch die zu putzen­den Lampen müssen stets denselben ihnen zugewiesenen Fleck einnehmen. Auch empfiehlt es sich, beim Kochen auf dem in der Nähe des Herdes stehenden Tische einen großen Teller bereit zu halten. Auf diesen werden alle beim Kochen benützten Kochlöffel und Quirle gelegt. Das sieht viel ordentlicher aus, als wenn ein Stück hier und das andere da herumliegt, vielleicht gar auf den Deckeln der Kochtöpfe. Es ist nick^ nur viel appetitlicher, sondern auch viel gesundheitlicher, denn sie sind dadurch vor der sonst so leicht erfolgten Verunreinigung geschützt.

Bohnengemüse.

Die weißen Bohnen werden 12 Stunden eingeweicht, dann in demselben Wasser weich gekocht. Wenn sie gut aufgekocht haben, lege man ein Stück Speck ein, gebe Zitronensaft bei und lasse sie nochmals kochen, bis die Bohnen weich werden. Vor dem Anrichten verrühre man noch mit etwas Obstessig.

Selleriesuppe.

Ein Selleriekopf wird in feine Scheiben geteilt und mit einer geriebenen Rübe in 50 Gr. Butter weich ge­dämpft. Dann stäubt man 2 Löffel Mehl daran, gießt es langsam mit Wasser oder Wurzelbrühe auf und läßt die Selleriescheiben gut kochen. Nun treibt man sie durch ein feines Sieb und stellt sie nochmals heiß; würzt die Suppe mit Muskatnuß und legiert sie mit Eidotter. Auch kann man geröstete Brotwürfel dazu geben.

Schellfisch gebacken.

Der Fisch wird, nachdem er gereinigt worden, mit Salz bestreut und 1 Stunde stehen gelassen; alsdann trocknet man ihn ab, spickt ihn mit feinen Speckstückchen» wälzt ihn in Mehl um und backt ihn in heißem Ofen, in reichlicher Butter unter Hinzufügen von etwas saurer Sahne, auf beiden Seiten hellbraun. Zu diesem Gericht nimmt man am besten die kleinen Schellfische.

Kalbsbrust auf englische Art.

Nachdem man eine Kalbsbrust von allen Knochen und Knorpeln befreit hat, bestreicht man sie auf der Innen­seite entweder mit einer Fleischfarce, zu welcher man auch Krebsfleisch verwenden kann, oder man streut Macis, ge­hackte Chalotten, Petersilie, Thymian und Majoran darüber, belegt die Kräuter mit saftigen Schinkenscheiben und feingeschnittener, gekochter Kalbszunge, harten Eiern und roten Rüben, rollt die Brust fest zusammen, um- schnürt sie mit Bindfaden, dämpft sie in einer Braise weich, preßt sie dann zwischen zwei Brettern und gibt sie auf einer mit Petersilie und Zitronenscheiben garnierten Schüssel auf. Will man die Kalbsbrust warm servieren, so übergießt man sie mit einer Sauce, die man aus einer Hellen Mehlschwitze und starker Fleischbrühe nebst einigen Löffeln fettem Rahm, Pfeffer und Salz bereitet hat und garniert die Kalbsbrust mit gebackenen Farcekliißchcn und Scheiben von Kalbsmilch, die in Ei und Semmel ge­wendet und in Butter gebraten sind.