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OM- und NarLeuVau

Das Ausputzen der Obstbäume.

Dieses ist die Hauptarbeit bei all den Bäumen, welche rry besten tragfähigen Alter sich befinden. Der Lohn hierfür ist uns, darum am sichersten. Obwohl es Bei­spiele genug gibt, daß auch nicht ausgeputzte Bäume Früchte bringen, so beweisen aber viele Tatsachen, daß gepflegte Bäume, in welche die Sonne scheinen kann, viel mehr, größeres und schöneres Obst liefern. Es lasse sich daher jeder Obstzüchter diese Arbeit sehr angelegen sein. Zum allerwenigsten sollte jeder denkende Landwirt die gröbsten Mängel aus den älteren Bäumen beseitigen »der entfernen lassen. Als solche sind anzusehen: dürres Holz und Aststumpfen, sich reibende und auseinander liegende Aeste, überhaupt alles, was Unordnung hervor- ruft und den Zutritt des Lichtes zurückhält. Beim Aus­putzen muß namentlich das Stehenlassen von Aststumpfen vermieden werden, weil durch diese die Lebensdauer und Fruchtbarkeit der Bäume infolge eintretender Holzfäule verkürzt wird. Darum: Fort mit den Aststumpfen I Ebenso hat man mit Mistelbüschen zu Verfahren- wobei man am besten den ganzen Ast mit fortnimmt, so derselbe nicht zu stark ist Wasserschosse lasse man stehen, wenn mit denselben Lücken ausgefüllt werden können oder man damit die Baumkrone vergrößern kann. Nachdem die Krone ausgeputzt worden ist, hat man noch die alte Rinde der Bäume soweit als möglich abzukratzen und vielleicht noch mit einer Stahlbürste auszubürsten. Das Abge­kratzte sollte auf um den Stamm ausgebreiteten Tüchern gesammelt und nachher verbrannt werden. Dann hat man alle Wunden, die größer als ein Dreimarkstück sind, mit. einem scharfen Messer glatt zu schneiden und dünn mit erwärmtem Steinkohlenteer zu verstreichen. Dieser Teeranstrich ist unumgänglich notwendig, weil er die Bäume gegen Ast- und Stammfäule sowie gegen das Un­wesen der Baumschwärmer schützt. Schließlich empfiehlt es sich noch, die Bäume an Stamm und älteren Aesten mit einer Mischung von Kalkmilch und etwas Lehm an= zustreichen und dann hat das gute und richtige Ausputzen seinen Abschluß gefunden.

Der Granatbaum im Winter.

Das Nichtblühen der Granatbäume hängt hauptsäch­lich von der falschen Behandlung derselben im Winter ab. Man soll sie trocken halten, in keinem zu warmen und dunklen Keller oder warmen Raume ausstellen und den Aufenthaltsraum bei frostfreier Witterung reichlich lüften, soll alles tun, ein zu srühes und geiles Austrei­ben der Bäume zu verhüten.

Der junge anzupflanzende Obstbaum

muß eine schöne gesunde und gute Bewurzelung haben; gut entwickelt ist dieselbe dann, wenn eine Anzahl Haupt- wurzeln vorhanden und wenn diese mit einer größeren Anzahl Faserwurzeln versehen sind. Der Stamm des jungen Baumes muß gerade sein und eine Höhe von 1,5 bis 2 Metern besitzen. Eine weitere Anforderung ist, daß die Rinde glatt und glänzend, nicht rissig und moosig »der mit Schorf überzogen sei. Die Entfernung, welche den Bäumen beim Setzen zu geben ist, richtet sich nach dem natürlichen Wuchs der Sorte; je magerer der Boden, d^to enger kann gepflanzt werden. Für Baumgärten und Straßen beträgt die durchschnittliche Entfernung bei Kernobst 10 Meter, bei Zwetschen und Pflaumen 5 bis 6 Meter.

Obstbäume auf steinigen Abhängen

zu pflanzen, scheint oft unmöglich, weil es gar zu schwer sein würde, Pflanzgruben aufzuwerfen, und mit unver- hältnismäßigen Kosten verknüft, die Erde zum Pflanzen heranzuschaffen. Dennoch zeigt ein dort aufgeschossener Kirschbaum leicht, daß, einmal angewachsen, die Bäume ganz gut gedeihen würden. Da kann man sich denn ganz gut helsen, wenn man die Kerne an Ort und Stelle legt und die aufgegangenen Wildlinge dann in der Krone ver­edelt. Am besten legt man 4 bis 5 Kerne auf den Boden einer kleinen Vertiefung und läßt später von den aufge­kommenen Sämlingen nur den kräftigsten stehen. Ist Wildbiß zu fürchten, so kann man die Bäumchen durch Umbinden mit Dornen usw. oder durch Umgeben mit Drahtgewebe schützen. Kommt man auch 2 bis 3 Jahre später zum Ziel, so liegt doch auf der Hand, daß der Er­folg ein recht guter sein muß. Süßkirschen, Birnen und Walnüsse würden sich für diese Art der Anlage ganz be­sonders empfehlen.

Formvbst im Winter.

Das Formobst bedarf während eines strengen Winters einiger kleiner Vorsichtsmaßregeln. Man hat nämlich beobachtet, daß strenge Kälte den Unterlagen, welche Duncin oder Paradiesapfel oder Quitte sind, schadet. Jedenfalls ist stets Vorsicht besser als Nachsicht. Darum schütze man die empfindliche Unterlage. Am einfachsten erreicht man dieses, wenn man beim Aufgraben des Erd­reiches den Boden bis zur Edelstelle um den Stammteil anhäuft. Vielfach verwendet man Laub oder ©taUmift. Warnen wollen wir nachdrücklich vor diesen Stoffen, denn sie bilden das geeignetste Versteck für Mäuse, denen wir somit den Wurzelfraß begünstigen. Ebenfalls ver­werflich erscheint uns die Nadelstreu des Waldes. Mit

ihr bringen wir eine Menge von Ungeziefer in den Gar­ten. Am vorteilhaftesten ist ein für allemal gute Kom­posterde. Sie schützt nicht bloß die Unterlage, sondern sie bildet durch die Neuzufuhr von Nahrung das wich­tigste Lebensbedürfnis für den Baum. Daß der Kalk- anstrich hier ebenso günstig wirkt ist jedermann ein­leuchtend. _____

Stecklinge von Frucht- und Ziergehölzen zu schneiden ist im Februar noch die beste Zeit. Wenn­gleich leichtwurzelnde Gehölze, wie Johannisbeeren, Loniceren und dergl., noch kurz vor dem Austreiben der Blätter geschnitten werden können, so zeigen doch die zur rechten Zeit geschnittenen Stecklinge schnellere Bewurze­lung und kräftigere Gesamtentwicklung.

Ist es lohnend, Artischocken anzubauen.

Der Anbau von Artischocken lohnt sich bei uns nur in ganz geschützten, sonnigen Lagen mit gutem Boden. In diesem Falle müssen die Samen bereits im Februar aus­gesät und im Mai die Pflanzen, sobald sie ins Freie ge­bracht werden, eine Höhe von 3040 Zentimeter erreicht haben. Dieselben werden in einer Entfernung von einem Quadratmeter gepflanzt und während des Sommers gut gereinigt. Die Pflanzen halten, wenn sie im Winter genügend gegen Frost geschützt werden, zirka 3 Jahre aus. Da der Ertrag von dem Boden und der Lage ab­hängig ist, so ist nur ein versuchsweiser Anbau zu emp­fehlen. __________

Petersilie und Schnittlauch pflanze man in kleine Kisten oder Blumentöpfe und stelle sie dann in einem kalten Gewächshaus oder Mistbeet­kasten auf, um im Winter frische junge Blätter zu habem

Zur Aussaat des Stiefmütterchens.

Der Samen ist vor allem bis zum Aufgehen stets feucht zu halten und geht dann auch gut auf. Wird der­selbe auf ein warmes Mistbeet gesät, so sind die Fenster bei heißem Sonnenschein zu beschatten, den wird die Erde heiß, so vertrocknet der aufgequollene Samen. Als Erde genügt eine jede gute Gartenerde, am besten aber ist Mistbeeterde. Die beste Aussaatzeit ist Ende Februar und März. Um recht bald im Frühjahr blühende Stief­mütterchen zu haben, ist der Samen im Juli oder August zu säen.

Schnittsalat säen.

Sobald der Schnee geschmolzen und die Erde trocken wird, kann man schon Schnittsalat säen. Derselbe gibt den ersten Salat, und wenn er auch keine Köpfe, sondern nur Blätter macht, so ist er im Frühjahr doch sehr will­kommen. Man sät den Samen am zweckmäßigsten in Reihen. ________

Sollen Bohnen und Erbsen frisch gedüngt werden?

Diese Frage wird recht oft verneint, und dann mit vollem Rechte, wenn erst im Frühjahr frischer unver- rotteter Dünger zur Verwendung kommt. Jede Hülsen- frucht gedeiht ja ganz vorzüglich in dungkrästigem Bo­den, zwei bis drei Jahre nach erfolgter Düngung. Er­folgt aber das Einbringen des Stalldunges noch im Herbste, so ist diese Düngung nicht nur vollständig un­schädlich, sondern fördert sogar die Erträge ganz un- gemein. Ein ganz vorzüglicher Dünger für Bohnen und Erbsen ist Hühner- und Taubendung, denn er steigert selbst auf nährkräftigen Böden die Erträge um 50 Proz. und mehr. Ist dieser Dünger nicht zur Hand, so be­diene man sich in kräftigeren Böden eines Gemisches von 2,5 Kg. 20 proz. Superphosphat und 1% Kg. Chlor­kalium pro Ar, in sandigen Böden ersetzt man letzteres durch Kainit und gibt 1 Kg. Chilisalpeter zu. Durch derartiges Düngen erzielt man eine hochfeine zarte Qua­lität der grünen Bohnenhülsen und steigert die Erträge ganz ungemein.

Um schöne und zarte Rhabarberstengel zu erzielen, bestreue man die Pflanzen im Winter zirka 30 bis 40 Zentimeter hoch mit gut verrottetem Dünger; frischer ist nicht zu nehmen, weil dieser Fäulnis und Flecken erzeugt und auch Ekel erregt. Die Stengel nehmen unter dem Dünger eine bleichere Färbung an und sind viel zarter, als wenn die Pflanzen nicht mit Dünger bedeckt wurden. Statt verrottetem Stallmist kann auch Stroh oder grobe Spreu genommen werden.

Gemüsebeete müssen bei nicht zu strenger Kälte jetzt umgegraben werden,

wenn das nicht schon im Herbst geschah. Ueberall sieht man in den Gärten noch Kohlstrünke stehen und dann wundert man sich, daß die Kohlgewächse nicht mehr ge­deihen luoKen, daß sie von der Kropfkrankheit aufgefressen werden. Man nehme die Strünke heraus und verbrenne oder vergrabe sie tief in die Erde. Beim Unigraben lasse man die Schollen roh liegen, daß der Frost gut in den Boden einzudringen vermag, gemäß dem alten Lebr- spruch:Der Winter ist der beste Ackersmann."

Ein vortreffliches Düngemittel für Kamelien ist die sog. Kastynienerde, die man unter die Erde, welche bei der Camelienkultur verwendet wird, mischt. Diese Erde wird auf folgende Weise gewonnen: Alte, im Er­trag gering gewordene Bäume werden gefällt, in Klötze zerhauen und in die Erde eingegraben. Sie bleiben so

lange liegen, bis sie verfault sind. Sinb sie genügend morsch geworden, werden sie wieder ausgegraben, in kleine Stücke zerschlagen und möglichst klar pulverisiert. Das auf diese Weise erzielte Produkt gibt nun das vor­züglichste Düngemittel für Camelien. Es kommt durch die etwas umständliche Zubereitungsweise ziemlich teuer und ist daher selten rein im Handel, dürfte jedoch in allen größeren Gärtnereien käuflich sein.

ZM" Geflügelzucht. MZ

Wann fängt man am besten mit der Hühnerzucht an?

Es dürfte hierzu der Januar, Februar oder März der geeignetste Zeitpunkt sein, je nachdem sich Gelegenheit biete, legereife junge Tiere zu kaufen; wer jedoch schon im Herbst oder gar Sommer mit halbgewachsenen oder noch jüngeren Tiere beginnen zu müssen glaubt, läuft immerhin Gefahr, das eine oder andere seiner Lieblings­tiere vor Beginn der Legeperiode auf die Verlustliste schreiben zu müssen.

Der Hühnerkamm

wird von zahlreichen Blutzellen durchzogen und jede Stö­rung im Kreislaufe des Blutes zeigt sich daher an diesem Körperteile am besten. Schwächliche und blutarme Tiere haben blasse, gut genährte und blutreiche Tiere hochrote Kämme. Während der Mauser und im Winter schrum­pfen die Kämme zusammen, während sich bei manchen Hühnern die Neigung zeigt, die Kämme auf die Seite zu legen, was sich aber bei guter Fütterung zum Früh­jahr wieder ändert. Eine teilweise dunkle Färbung des Kammes bei Hähnen ist eine Folge von Verdauungs­störungen, besonders von Verstopfung. Durch reichliche Grünfütterung beseitigt man das Uebel.

Bei Frostwetter

ist zu empfehlen, daß man die Kämme des Geflügels mit Glyzerin oder Oel bestreiche, wodurch verhindert wird, daß Wasser daran hängen bleibt.

Winke zur Pflege der Hühner im Winter.

1. Halte den Stall warm und zugfrei. Die Tempe­ratur darf nicht unter 45 Grad Celsius sinken. Alle Löcher und Ritzen sind zu verstopfen, der Boden mit Laub, Häcksel, Torfstreu hoch zu bedecken. 2. Verwöhne deine Hühner nicht durch zu große Wärme! Heizung des Stal­les sollte nur in Notfällen stattfinden, die Wärme nicht über 10 Grad Celsius steigen, sonst erkälten sich die Hüh­ner, wenn sie ins Freie kommen. Feuchte Dünste im Großviehstalle sind den Hühnern schädlich. 3. Gewähre den Hühnern Gelegenheit zu scharren, indem du ihnen Körnerfutter in die Streu tust! Die beste Wärme ist die­jenige, welche sich die Hühner durch Bewegung verschaf­fen. 4. Sperre die Hühner nicht den ganzen Tag ein, sondern laß sie wenigstens einige Stunden im Freien laufen! Nur bei Regen oder Schneetreiben oder sehr scharfem Winde läßt man die Hühner den ganzen Tag im Stall; selbst bei starker Kälte müssen sie in den Mit­tagsstunden ins Freie. 5. Gib den Hühnern mehrmals am Tage warmes Trinkwasser und morgens warmes Weichfutter! Warmes Futter und Wasser befördern das zeitige Legen. 6. Gib ein recht kräftiges und fettreiches Futter und laß es am Grün nicht fehlen! Fleischnahrung und Molkereiabfälle befördern das Winterlegen; denn sie ersetzen die Würmer und Insekten, welche die Hühner im Sommer sich suchen. Gemüseabfälle, Kohl, Rüben, sowie geschnittenes und aufgebrühtes Heu, Klee, Serra­della ersetzen das Grünfutter. 7. Schlachte die minder­wertigen oder zu alten Hühner! Es ist verkehrt, im Winter überflüssige Fresser zu halten. 8. Stelle die Zuchtstämme bei Zeiten zusammen, damit du von den besten Hühnern Frühbruten machen kannst; Frühbruten geben im nächsten Jahre Winterleger. Die Hähne müssen etwa vier Wochen mit den Hennen vereinigt sein, ehe man die Eier zur Brut verwenden kann. Hähne zum Blutwechsel sind am besten im Spätherbst zu kaufen, um sie zeitig mit den Hennen zu gewöhnen.

Wenn ein Kanarienhahn nicht mehr singt, kann der Grund ein verschiedenartiger sein, unterbrochene Mauser, Fettleibigkeit, viel Zerstreuung usw. Als Reiz- mittel zum Singen kann zweckmäßige Abwechslung in den Futtermitteln angewendet werden. Neben wöchent­lich 2mal zu reichendem Eifutter muß zum Rübsen täg­lich mit den übrigen Sämereien wie Hanf, Hafer, Ka- nariensamen gewechselt werden. Manchmal hilft auch eine Aenderung des Standortes des Käfigs.

Zur Kanarienzucht.

Kanarienweibchen, welche zur Zucht verwendet werden sollen, sind schon im Winter auf dieselbe vorzubereiten, einerseits durch möglidjft großen Raum zu ausgiebiger Bewegung, andererseits durch eine Ernährung, welche sie bei Kräften, erhält und veranlaßt, später die Jungen gut zu füttern. Als Futter reicht man diesen Tieren während des Winters am besten nur Mischfutter, welches aus Hanf-; Kanarien- und Rübsamen, weißer Hirse und etwas kleinkörnigem Hafer besteht. Don Zeit zu Zeit etwas Grünes wirkt auch im Winter sehr wohltuend auf die Gesundheit der Bögel ein; doch darf das Grünkraut keineswegs naß, bereift oder gar gefroren sein.