man etwa 4 bis 5 Kgr. Die Arbeit wird im Spätherbst vorgenommen und zwar in der Weise, daß die Arbeiter eine ihrer Hände mit einem Handschuh versehen, in diesen etwas Leim schmieren und die Pflanze von unten nach oben durch die hohle Hand gleiten lassen. Will man die Hand nicht nehmen, so kann man auch einen Stock nehmen, spaltet denselben an einem Ende und sperrt denselben fest auseinander. Dann taucht man das aus- einandergesperrte Ende in den Leim und bestrcicht damit die Pflanzen von unten nach oben. Vor zu starkem Bestreichen mit Leim, besonders der Spitzenknospen, ist ,u warnen, da dadurch die Pflanzen leicht brandig werden und absterben. Selbst sehr mäßig geleimte Nadel- holzkulturen werden vom Wilde fast ganz vermieden.
Die Jagd im Januar.
Der Wildstand kann jetzt öfters bei jeder Neue revidiert werden. Wenn der Schnee gefroren ist und eine Kruste hat. müssen Wege gebahnt werden, damit die Hirsche, das Wild, das Damwild und die Rehe sich nicht beschädigen oder von den Raubtieren gefangen werden und eingehen. Die Hundeställe müssen warm gehalten werden. Zur Fütterung des Wildprets und der Sauen ist sorgfältigste Aufsicht nötig; auch ist den Wildpretsdie- ben fleißig nachzuspüren. Die Fasanen müssen ihre Fütterung und reines Wasser fleißig erhalten. Bei hohem Schnee und Frost müssen die Hasen mit gutem Oehmt und die Feldhühner mit Gerest gefüttert werden. Die Schweinsjagd endigt sich auf Heil. drei König. Das Treibjagen wird noch fortgesetzt; die Hasenjagd aber bei warmer Witterung geschlossen., Das Frottieren wird fortgesetzt. Die Luchse, Biber, Füchse, Marder, Iltis, Fischotter, wilde Katze und Wiesel werden wegen ihrer noch guten Bälgen gefangen und geschossen. Krammetsvögel und Ziemer werden noch gefangen, auch Frischlinge, Rehböcke, Gelttiere und Wildenten geschossen, sowie Jagd auf Wildgänse, Trappen, Schwane, Brachhühner usw. gemacht. Auf Waldhasen, Damböcke, Gemswild, Schneehasen wird die Jagd noch fortgesetzt. Wenn man gute und dauerhafte Rassen von den großen Jagdhunden haben will, sind selbe jetzt belegen zu lasten.
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Zchrung der Bienenvölker.
Die Zehrung der einzelnen Bienenvölker während der Zeit vom 10. Oktober bis zum 1. April ist nach gewissenhaft ausgeführten Versuchen folgende: 1. bei Freistands- völkern in dünnwandigen Wohnungen 5,3 Kgr., 2. bei Freistandsüberwinterung in doppelwandigen Bauten 4,05 Kgr., 3. bei der Ueberwinterung im Keller 2,1 Kgr., 4. in einem mäßig geheizten Raum 2,07 Kgr., 5. in der Edr- miete 2,05 Kgr. Wenn die Völker in der Erdmiete auch am wenigsten zehren, so hat die Erdüberwinterung doch auch wieder ihre sehr großen Nachteile und kann daher allgemein nicht empfohlen werden.
Drei Mittel gegen Bienenstiche.
1. Einreiben mit Zwiebelsaft, nach Entfernung des Stachels, bewirkt: „Steigerung des Schmerzes während des Einreibens, läßt aber alsbald nach und läßt auch keine Geschwulst aufkommen". 2. Einreiben mit angefeuchteter Seife; der Schmerz wird gemildert, Geschwulst gering. 3. Einreiben oder Waschung mit süßer Milch, Schmerz sehr gemildert, Geschwulst gering.
Stroh- oder Mooskissen
eignen sich vorzüglich zum Warmhalten der Bienen im Winter und lassen sich viel leichter anfertigen als Strohmatten. Man näht einfach alten Kleiderstoff zu einem Sack zusammen, der einige Zentimeter breiter ist als die etreffende Wohnung, und stopf tih mit Stroh oder Moos aus. In wenigen Minuten ist ein solches Kissen hergestellt. Hüllt man im Winter den Bau mit solchen Kissen ein, so sitzen die Bienen sehr warm.
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Wattierte Bettdecken zu waschen.
Eine wattierte Decke weicht man einen Tag in kaltem Wasser, welches man zuweilen erneuert, ein und reinigt dieselbe, wenn der Staub ausgezogen ist, auf einem Tisch mit der Bürste, und kalter, recht fetter Seifenlauge. Ist die Decke allenthalben gründlich abgeseist, so staucht man sie in einem Faß mit Wasser tüchtig aus, spült sie mit frischem Master, das man mehrmals erneuert, recht klar, läßt die Decke von zwei Personen recht trocken auswringen und dann auch glatt ausschlagen. Letzteres läßt man wiederholen, bevor sie trocken ist.
Eine der schädlichsten Reinigungsarten von Türen, Fen stern, Fensterbrettern usw.
ist diejenige, die Scheuerbürste in eine Schmierseifen- lösung zu drücken und dann die Gegenstände damit zu reinigen. Von dieser stark ätzenden Seife, welche sich in kaltem Wasser nur schwer löst, bleiben in den Ecken Reste zurück, die in verhältnismäßig kurzer Zeit sowohl Lack- als Oelfarben angreifen und somit den Anstrich zerstören. Wer Türen, Fenster und ähnliches reinigen will, der löse
250 Gramm geschabte Kernseife in 3 Liter kalten Wassers auf und reinige damit.
Herstellung von Kartoffelstärke.
In sparsamen Haushaltungen auf dem Lande bereitet man die Kartoffelstärke bekanntlich selbst, indem man die Kartoffeln sauber schält, auf einem Reibeisen reibt, zn der geriebenen Masse etwa fünfmal so viel Wasser gießt und das Ganze durch das Seihtuch schlägt. Der daraus gewonnene Bodensatz wird noch einigemale mit Wasser geschlemmt und ist zuletzt zum Gebrauch fertiger Stärkerückstand. Weniger bekannt ist aber, daß die von dem Stärkezusatz abgegossene Flüssigkeit gekocht und erkaltet als Seife zur Wäsche verwendet werden kann. Namentlich soll dieses Kartoffelwasser vorzüglich für gefärbte Sachen anwendbar sein, da es nicht im mindestens die Farbe angreift. Seidenzeug soll durch Kartoffelwasser Glanz und Steife zurückerhalten, wenn es nicht in anderem Wasser nachgespült wird. Ein Versuch mit diesem Mittel ist den Hausfrauen jedenfalls zu empfehlen, da dasselbe ja überdies nicht mit großen Kosten verknüpft ist.
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Merket.
Hausgeflügel füttert man tut Winter sehr zewckentsprechend folgendermaßen: Morgens: Weich- futter, bestehend aus Kartoffeln, Kleie, Brot oder gleichwertigen Futtermitteln, wie Reis- oder anderes Futtermehl, ferner Gemüse- und Fleischabfälle, sowie Eierschalen werden mit warmem Wasser oder Spülicht, Milch oder Molken zu einer breiig-bröckeligen Masse zusammengeknetet und in noch warmem Zustade verabreicht und zwar bei kaltem Wetter im Stalle selbst oder in einem geschützten Vorplätze. Kartoffeln allein genügen nicht, weil ein Huhn täglich nur 150 Gramm Kartoffeln aufnehmen kann und dadurch statt der erforderlichen 21—15 Gramm nur 3 Gramm Eiweiß erhält. — Mittags: Körner oder Küchenabfälle, auch Runkelrüben oder nochmals das vorgenannte WeichfuttLr. Es ist zweckdienlicher, das Ge- lügel mit kleineren Portionen des Tages über mehrere Male zu füttern, als größere Futtermengen auf einmal zu verabreichen, weil die Ueberreste vom Geflügel verunreinigt werden, bald erkalten und gefrieren; auch hat das Geflügel bei wiederholter Fütterung mehr Bewegung und Unterhaltung. — Abends: harte, getrocknete Körner, weile diese die Nacht hindurch die Verdauungswerkzeuge beschäftigen und dadurch der Geflügelkörper warm erhalten bleibt. Als Körnerfutter eignen sich alle Getreidearten, zu Winterfutter aber besonders Mais, Weizen und Hafer. Selbstverständlich ist dabei auch für das nötige Trinkwasser zu sorgen; an welchem es im Win- er der raschen Eisbildung wegen häufig mangelt. Gänse erhalten mehr Kartoffeln und Rüben, abends jedoch ebenfalls Körnerfutter.
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Würste von Rehlebern.
Die Lebern werden mit frischem Speck, etwa 12 Lot auf ein Pfund Leber, sehr fein gehackt, und man fügt die- er Portion etwas klein geschnittenen Thymian und Basilikum, etwas gestoßenen Pfeffer, Gewürznelken, Muskatnuß, und Salz, die klein gehackte Schale einer Zitrone, ein paar gehackte Chalotten oder Trüffel, ein paar gestoßene Wacholderbeeren und ein wenig geriebenes mit Rahm oder weißem Wein angeseuchtetes Weißbrot hinzu, mengt es wohl durcheinander, füllt die Masse nicht zu fest in Schweinsdärme und bratet sie langsam in Butter oder, mit Butter bestrichen, auf dem Roste.
Schweinsohrenfricassee.
Man kann dazu nehmen frische oder gepökelte, letztere werden in reinem, erstere in gesalzenem Wasser weich gekocht und in schmale Streifen geschnitten. Dann schneidet man 2 Chalotten, Petersilie, Basilikum und Zitronenschale recht fein, bringt einen Löffel Mehl in Butter zum Aufgehen und dämpft das Geschnittene darin, tut von der Kochbrühe der Ohren, Muskatnuß, Zitronensaft und etwas Essig daran, kocht die Ohren darin und zieht die Sauce mit 2 Eigelb ab.
Kräutersuppe.
Spinat, Spitzwegerich, Schafgarbe, Kerbel, Gundermann, etwas Petersilie und Schnittlauch wird gewiegt, einige Minuten in Butter geschmort und in Fleischbrühe oder Wasser nebst einem Ei, etwas Salz und einem Löffel Mehl gequirlt und aufgekocht (hat man keine Fleisch- brühe, dann nimmt man etwas mehr Butter). Diese Suppe wird über in Butter geröstete Semmel angerichtet. Schildplatt-, Elfenbein- oder Altsilberkämme und Bürsten dürfen nicht mit Seifenwasser gewaschen werden. Man reibt sie mit heißem Kraftmehl ab, wobei man jedesmal sehr wenig nimmt, da das Mehl oft erneuert werden muß.
Mockturtle-Ragout.
Einen frischen Kalbskopf spaltet man in der Mitte durch, nimmt das Gehirn heraus, schneidet die Zunge ab und kocht sie mit dem Kopf ca. zwei Stunden in Wasser mit Suppengrün und etwas Gewürz. Dann entfernt
man die Haut, schneidet das Kopffleisch sowie die Zung in hübsche Stückchen und Scheiben und verkocht dies mi einer kräftigen Ragoutsaue. DaS Gehirn wird, nachden es gebacken ist, in Stückchen zerlegt, um sie mit Fleisch klößchen dem Ragout beizufügen. Man garniert di Schüssel mit kleinen gebratenen Kartoffeln, auch kleini Kartoffelklößchen. — Ragoutsauce. Die Brühe wir! mit einigen Pfefferkörnern, Nelken und zwei bis die Tomaten verkocht, dann durchgegossen, mit etwas hellen Buttermehl seimig gemacht und mit gewiegten Sardellen Fleischextrakt, etwas Runr und Madeira gewürzt.
Heringssance.
Ein in Milch gewässerter Hering wird fein gehackt Dann schwitzt man einige feingehackte Chalotten oder Zwiebeln in Butter, läßt darin ein bis zwei Löffel Meh! gelb werden und rührt soviel Wasser hinzu, daß es eine recht sämige Sauce werde. Diese Sauce läßt man mit etwas Pfeffer, ein Lorbeerblatt, zwei bis drei Zitronenscheiben oder ein wenig Essig kochen und rührt sie mit etwas Fleischextrakt, ein bis zwei Eidottern und einem Stück roher Butter ab. — Zu Fisch und Fleisch.
Eier mit Rahm.
Man kocht für sechs Personen 8 Eier hart, behalte drei Eidotter zurück und schneide alle übrigen, sammt dem Eiweiß, in kleine Würfel. Nun werden 6 Gr. frische Butter mit vier rohen Eidottern recht fein abgetrieben, 1 Kochlöffel voll feines Mehl dazu gegeben und nach und nach ein halber Liter guter Rahm hinein verrührt, sowie zwei Eßlöffel voll echtem, feinem Weinessig. Ist alles gut abgetrieben, wird es gesalzen und die Eierwürfel hinein getan. In eine mit Butter bestrichene Form wird zuletzt die Masse gefüllt — die drei harten Eidotter fein gehackt und durch einen Durchschlag getrieben, obenauf, zierlich als Aufputz geordnet — dann das Ganze mit zerlassener Butter besprengt und schön gelblich in der Röhre gebacken. Diese Speise kommt in der Form zur Tafel.
Fürstenkoch.
90 Gramm gestoßenes Biskuit und ebensoviel gestoßene Makronen werden mit % Liter Rahm über dem Feuer zu einem.festen Teig verrührt, den man in einer Schüssel auskühlen läßt, mit 8 Eidottern und dem Schnee von 6 Eiweißen vermischt und in einer gut gebutterten mit Zucker ausgesiebten Form langsam bei mäßiger Hitze bäckt, auf eine Schüssel stürzt und mit Rotwein-Sau« aufträgt. _________
Fische als Pickelsteiner Fleisch.
Die geputzten, gewaschenen Fische werden in fingerbreite und ebenso lange Stücke geschnitten, rohe Kartoffeln werden fein geblättert, ebenso gelbe Rüben; Zwiebeln und Petersilie werden fein gewiegt. Man belegt den Boden eines fest verschließbaren Tiegels, aus welchem kein Dampf ausströmt, mit Butter oder Schmalz, mit einer Lage Kartoffeln, einer Lage gelbe Rüben und Grünzeug, einer Lage Fisch. So abwechselnd fährt man fort, ns der Tiegel voll ist, man vergesse nicht, den Fisch gut zn älzen und zu pfeffern oder mit Paprika zu Würzen. Oben wird das Gericht mit Schmalz oder Butter belegt, fest verschlossen und eine halbe Stunde gekocht.
Griesklößchen.
100 Gramm Butter werden schäumig gerührt, dann rührt man drei Eier nacheinander dazu, das gehörige Salz und so viel Gries, daß der Teig fast noch läuft. Man läßt ihn eine gute halbe Stunde stehen, damit er anzieht macht sodann kleine Klößchen, gibt sie in gute kochende Fleischbrühe und läßt sie eine halbe Stunde zugedeckt tehen. _________
Klare Fleischbrühe mit Nudeln, Makkaroni oder Nudel- flecken.
Um die Suppe klar zu erhalten muß man alle Nudelarten extra in Salzwasser abkochen, mit kaltem Wasser abspülen und auf ein Sieb zum Abtropfen legen, ehe man ie in die Brühe tut, damit dieselben nicht trüben. Beüa Abkochen der Nudeln, die man nur in kochendes Wasser werfen kann, gebrauche man die Vorsicht, dieselben gaM locker in das stark toastende Wasser fallen zu lassen, weil sie sonst leicht klümperich werden. Gehackte frische Peter silie schmeckt sehr gut in klarer Fleischsuppe mit Nudeln- Auch kann man etwas Parmesankäse dazu extra den Speisenden herumreichen.
Kalbsbrust auf englische Art.
Nachdem man eine Kalbsbrust von allen Knochen befreit hat, bestreicht man sie aus der Innenseite entweder mit einer Fleischfarce, zu welcher man auch Krebsfleip verwenden kann, oder man streut Macis, gehackte Cha^' ten, Petersilie, Thymian und Majoran darüber, belegt die Kräuter mit saftigen Schinkenscheiben und feingcfcbniW' ner, gekochter Kalbszunge, harten Eiern und rote» Rüben, rollt die Brust fest zusammen, umfd)nütl sie Bindfaden, dämpft sie in einer Braise weich, preßt m dann zwischen zwei Brettern und gibt sie auf einer Petersilie und Zitronenscheiben garnierten Schüsseln mit: Will man die Kalbsbrust warm servieren, so über gieß man sie mit einer Sauce, die man aus einer hellen schwitze und starker Fleischbrühe nebst einigen Löffeln st" tem Rahm, Pfeffer und Salz bereitet hat und gvriu^ die Kalbsbrust mit gebackenen Farceklößchen und ©m^ den von Kalbsmilch, die in Ei und Semmel gewendet m’ in Butter gebraten sind.