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die im Zimmer allein gelassene Katze die aus dem Tische stehende Pelroleumlampe um, dieselbe explodierte und eS ent­stand ein Zimmerbrand. durch welchen verschiedene Gegen­stände beschädigt und vernichtet wurden. Bei dem Löschen dieses kleinen Brandes entdeckte man laber, daß die Bewohner des HauseS in großer Gefahr geschwebt hatten, denn in der Nähe deS Ofens waren ein Balken und die angrenzenden Holzteile schon seit längerer Zeit angeglüht, sodaß daS Feuer jeden Augenblick zum AuSbrnch kommen konnte.

Marburg, 26. Dezember. Für die Familie deS Schreiners Schwick in Cappel. der bekanntlich bei dem Ver- suche, einem in eine Schlägerei verwickelten Studenten zu helfen, erschlagen wurde, sind bis jetzt über 4000 Mk., hauptsächlich in akademischen Kreisen, gesammelt worden.

Mellrichstadt (Rhön), 24. Dezember. Der Mühlen- besitzer Eduard Herbert zu Sondheim i. Gr. kam vor einigen Tagen in daS Getriebe seiner Mühle und wurde ihm der linke Arm aus dem Schultergelenk herausgerissen, auch erlitt er bedeutende Verletzungen am Kopfe. H- ist jetzt 1m hiesigen Distriktskrankenhause seinen Verletzungen erlegen.

Offenbarst, 24. Dez. Heute morgen erschoß sich der Kassenbote der Stadtkasse, Heinrich Huber, der eine Quittung über 5,25 Mark gefälscht und auS Furcht vor Strafe zum Revolver gegriffen hatte. Der Wirt Christian Kratz hatte infolge mißlicher Vermögensverhältnisse die Weihnachtskasse unterschlagen und sich deswegen heute morgen vergiftet.

Vermischtes.

(Drei Kinder verbrannt.) In Cochem sind die drei Kinder des Schreiners Müller im Alter von 6 Jahren, 4 Jahren und 4 Monaten während der Abwesenheit der Eltern verbrannt. Wahrscheinlich hatten die unbeaufsichtigten Kinder mit Streichhölzern gespielt.

(Die Kriminalistick der WaldeS.) Die Wildschützenromantik stirbt aus, und die Verfasser von Dorf­geschichten, in denen es ohne einen erschossenenJäger" oder Wilderer nicht abging, werden sich nach anderen Stoffen um- sehen müssen. Wenn man die Zahlen der Statistik über blutige Znsammenstöße von Forstbeamten und Wilderern in den letzten zehn Jahren ansieht, so ergibt sich zweierlei, einmal, daß überhaupt nicht mehr viel Blut im Walde fließt, zweiten-, daß in den weitaus meisten Fällen die Wilddiebe und sonstige Forstfrevler den küzeren ziehen. Von 18981907 so weit liegt die Statistik vor wurden durch Wilderer getötet 10 Forstbeamte, schwer verwundet 8, leicht verwundet 8, leicht verwundet ebenfalls 8 Forstschutzpersonen. Dagegen wurden durch Forstbeamte bei gerechtfertigtem Waffengebrauche getötet 13, schwer verwundet 22, leicht sverwundet 24 Wild­diebe und ForstsrevIer. Außerdem wurde 1 Forstfrevler un- gerechtfertigterweise leicht verwundet. Bayern dürfte ja noch eine Anzahl Fälle aufzuweisen haben, aber an der Tatsache, daß im deutschen Walve nur noch wenig Blut vergossen wird, wird nichts dadurch geändert werden.

(Harrimanns Nachlaß.)Daily Mail" meldet aus Ncwyork: Nach den letzten Schätzungen hat Harriman seiner Witwe da» enorme Vermögen von 880 Millionen Mark hinterlassen, nicht eingerechnet 200 Millionen Mark, die er seiner Frau vor seinem Tode übergeben hatte.

(Ein armer Mann.) Der BahnhosSvorsteher von Merlerault in Frankreich, der zahlreicher Warendiebstähle im Güterschuppen überführt wurde, gestand tränenden AugeS, daß er von seiner tyrannischen Frau und deren Herrschsüchtigen Tochter zu den Schandtaten angetrieben worden sei. Er be- kam Prügel, wenn er nicht stehlen gehen wollte.

(Liebesdrama.) In Basel erschoß der 40jährige Schutzmann Rei, Vater zweier Kinder, seine Geliebte, eine Wirtstochter, und dann sich selbst mit dem Dienstrevolver. Rei lebte mit seiner Frau in Unfrieden.

(Der Schimmel weiß Bescheid.) Aus Thü­ringen erzählt man der Franks. Ztg. folgende- Geschichtchen: Unlängst unternahm ein Ehepaar von Gera aus im eigenen Wagen eine Fahrt in die Gegend von Ronneburg und kam dabei auch in die Nähe eines Gasthauses, daS durch seine hübschen, bierkredenzenden Heben weirhin einen Ruf hat. Die wißbegierige Gattin zeigte ein starkes Interesse' für das Lokal, von dem sie schon öfter hatte reden hören. Aber der Ehe­mann erklärte, er habe zwar in der Umgegend schon oft mit Jagdgenossen dem edlen Weidwerk abgelegen, aber in der Nähe jenes ihm auch vom Hörensagen bekannten Gasthauses sei er noch nie gekommen; er wisse auch nicht genau, wo der Gasthos liege. Plötzlich aber machte daS Pferd, ein Schimmel, alS man um die Ecke bog, Halt, obwohl der Herr deS Ge­spanns in schlankem Trabe weiterfahren wollte. Sofort war auch eine fesche Kellnerin zur Stelle, und die Gattin mußte zu ihrem Erstaunen wahrnehmen, wie der Schimmel !die Worte ihres Gatten widerlegt hatte.

Oporto, 25. Dezember. Der Duero ist von 10 aus 12 Meter gestiegen, beginnt aber in sein Bett zurückzu- treten. Die Fluten sind in die Speicher eingedrungen und haben Baumwollballen und Weinfässer fortgeschwemmt. Alle in der Mündung liegenden Schiffe haben sich von den Ankern losgerissen und sind auf den Sandbänken gestrandet. Die Mannschaften haben sich an Land gerettet. Von der Be- mannung des deutschen Dampfers Cintra sind nur sechs ge­rettet. Der zweite Offizier, der zweite Maschinist und ein Matrose haben da» Schiff in Rettungsbooten verlassen, der erste Offizier und zwei Mann sind an Bord zurückgeblieben. Auch der deutsche Dampser Nestor ist vor der Flußmündung ausgelaufen.

Prag, 25. Dezember. Der um 7Va Uhr früh nach Wien abgehende Schnellzug der StaatScisenbahngejellschast fuhr um 9V2 Uhr vormittags beim Passieren der Station Uchersko vor Chotzen auf einen Güterzug auf. Zehn Per- Ionen wurden getötet, 28 schwer und viele leicht verletzt.

Kopenhagen, 25. Dezember. Der Gotländer Dampfer Erik ist gestern abend in der Nähe von HaSle (Bornhohn) gestrandet; vier Mann der Besatzung sind er­trunken, der Kapitän und fünf Mann sind gerettet.

Berlin, 25. Dezember. In der vergangenen Nacht gegen IV2 Uhr geriet der Unteroffizier Hermann Specht vom 1. Garde-Feldartillerie-Reg. vor dem (Hause Stromstraße 35 in Streit mit mehreren Passanten. Specht erhielt dabei einen Messerstich und wurde in schwer verletztem Zustande nach dem Krankenhause Moabit gebracht. Dort ist er bald daraus ver­storben. Die Leiche wurde nach dem Garnisonlazarett über- ürsührt. Da» Regiment wurde sofort benachrichtigt. Von den Tätern ist eine Anzahl bereits festgenommen, darunter befindet sich auch der Haupttäter, der am 14. Januar 1890 geborene Arbeiter Eichler.

(Die klugen Krähen.) Baroneß Jrmgard Maltzahn teilt im KoSmoS folgende hübsche Beobachtungen luit: In dem sehr maikäferreichen Jahre 1907 lockte mich daS Geschrei der Saatkrähen zu einer Buche, du der zahlreiche Maikäfer arg hausten. Ungefähr 1014 Krähen waren an

dieser Buche beschäftigt, von denen die Hälfte durch Hcrum- hüpsen» und flattern in den Zweigen die Maikäfer herunter- schüttelte, während die andere Hälfte unten am Boden saß und sich satt sraß. Nach einiger Zeit lösten sich die Krähen ab, so daß dieSchüttln" zum Fraße herunterkamen und die Fresser" zum Schütteln nach oben flogen. Gleichfalls im Kosmos berichtet Landgerichtsrat E. Heinzelmann : AlS ich vor mehreren Jahren mit einigen Herren von Sonderburg auf Affen nach der Halbinsel Sundewitt fuhr, bemerkten wir aus einer Wiese etwas Rotes, daS sich lebhaft hin und her be­wegte, und das wir schließlich als einen Fuchs erkannten, der sich dort offenbar einen guten Bissen schmecken ließ. Um ihn herum standen aber in einer Entfernung von 1015 Schritt vier oder fünf Krähen, die zweifellos ein ebenso lebhaftes Be­gehren nach dem köstlichen Braten trugen. Kaum wandte sich nun der Fuchs seinem Fraße zu, so erhob sich eine der Krähen, flog mit kurzem Flügelschlag auf Reinecke zu und hackte ihn, während er im eifrigsten Fraße war, in seinen edelsten Körper­teil. Wütend fuhr Reinecke herum und lief hinter der unver­schämten Krähe her. Dieser Augenblick war für die anderen Krähen das Signal zum Eingreifen. Während eine von ihnen dem Fuchs folgte, um ihre Gefährtin von dein Versolger zu befreien, flogen die übrigen schleunigst aus daS AaS zu, um nunmehr ihren Hunger zu befriedigen. Der Anblick dieser Szene war so köstlich und humorvoll, namentlich durch die halb neugierige, halb erwartungsvolle Haltung der Krähen, daß sie würdig gewesen wäre, durch den Zeichenstift eines Over- länder festgehaltcn zu werden. Wie daS Drama endigte, konnten wir aus Mangel an Zeit nicht abwarten, aller Wahr- scheinlichkeit nach wird Reinecke wohl schließlich gezwungen ge­wesen sein, den Krähen feine Beute zu überlassen.

München, 22. Dezember. Das Parsevallustschiff für die Münchener Luftschiffverkehrsgesellschaft ist bereits für 275,000 Mk., bei 100 000 Mk. Anzahlung, bestellt worden. DaS Aktienkapital der in München neugegründeten Gesellschaft soll aus 400 000 Mark erhöht werden. DaS lenkbare Luft­schiff soll zum ersten Mai nächsten Jahres in München ein» treffen und alsbald feine regelmäßigen Fahrten ausnehmen.

DieMenüs" der Pariser Belagern ngS» zeit behandelt Franko Schloesser, ein Hotelbesitzer, in einem Artikel, der inLa Revue" veröffentlicht wird. Am 20. De­zember 1870, so schreibt er, wurden die Ratten zum Preise von 75 Centimes das Stück verkauft. Der Verkauf wurde in größter Heimlichkeit betrieben. Eines abends um 11 Uhr bot man uns einen halben Schweizer Käse zu 32 Frs. daS Kilo an; um Mitternacht brächte unS ein Mann möglichst unauffällig einen Bierkäse für 30 FrS. Bisweilen erlebte der Koch feine Enttäuschungen: so hatte er lebende Truthühner ausbewahrt, die er wie einen kostbaren Schatz hütete. Bevor sie aber gerupft waren, starben sie; man ersetzte sie auf der Karte durch zehn Kilogramm Kamcelfleisch, und die Kunden merkten dabei gar keinen Unterschied (vielleicht war eS vom Höcker . . .). Eine Liste der Speisen nach Wahl sah etwa so aus: ein Gericht Hühnchen 16 Frs., Kaninchen 13 FrS., ein Hühnchen 26 FrS., ein Kamuchen 27 FrS., ein Truthahn 60 Frs., eine GanS 45 Frs., Blumenkohl [3 Frs., Braunkohl

4 Frs., Hundefleisch 2 FrS. daS Psund, eine abgezogene Katze

5 FrS., eine Ratte 1 FrS., eine große Kanalratte 1.50 Frs. Man fast alle Tiere deS Zoologischen Gartens, die im Durchschnitt für 7 FrS. da» Psund verkauft wurden, das Psund Känguruh kostete alS besondere Delikasse jedoch 12 Frs. . . . Im Palais Royal verlauste man Esel-braten zu 12 Frs. daS Psund, ein kleiner Kalbskopf war nicht unter 25 Frcs. zu erhalten, ein halbe- Liter Milch kostete wenigstens 1 Fr. Frische Butter erzielte einen Preis von 25 FrS. für das Pfund, aber sie war außerordentlich selten, und der Kauf­mann stellte davon nur immer ein Stück aus einer sich drehenden Scheibe aus, die die Bewunderung und die Be­gehrlichkeit der Menge weckte, die sich ununterbrochen davor zusammendrängte.

N ew 8) 0 rk, 22. Dez. Die amerikanischen Bundes­behörden verhafteten fünfzehn fashionable Modehändlerinnen wegen Einschmuggelung von zollpflichtigen Waren. Die dem Fiskus entzogenen Summen betragen 20 Millionen Mark. Die Waren wurden zum größten Teile auf den Dampfern der Red Star und American Line befördert.

(Eine Lokomotive in Flammen.) Während der Probefahrt einer Lokomotive aus der Strecke Bromberg Klahrheim geriet der Führerstand in Flammen. Der AuS- hilssheizer Mahlke sprang von der fahrenden Maschine ab und wurde hierbei getötet.

(WaS die Begräbnisse der Könige kosten.) König Leopold hat bestimmt, daß ihm ein ein­fache- und prunklose- Begräbnis zuteil werde. Er hat damit gezeigt, daß er die Einfachheit, mit der er fein Leben einge­richtet hatte, auch über den Tod hinaus bewahrt wissen wollte. Nicht immer waren die Beerdigungen der Könige so prunkloS, wie daS des KönigS Leopold gewesen ist. Im Altertum war eS Sitte, daß auch da- Begräbnis dem Rang entspreche, den der Tote bei Lebzeiten in der Welt einge­nommen hatte. So war z. B. die Beisetzung Alexanders deS Großen, der von PtolemäuS in Alexandrien bestattet wurde, von einer Pracht, von der man sich heutzutage keine Vorstell­ung mehr machen kann. Alexander wurde in einem Sarge beerdigt, der völlig auS reinem Golde bergestellt war. Dem­entsprechend kostbar waren die Trauerseierlichkeiten, die insge­samt ein Vermögen von mehreren Millionen Mark veran» schlagen. Das Gleiche gilt von der Beerdigung der Perser- könige, wie überhaupt die Orientalen einen verschwenderischen Prunk bei derartige» Gelegenheiten entfalteten und noch heute entfalten. Die Beerdigung des Kaisers von China und der Kaiserin-Witwe, die erst vor einigen Wochen offiziell bestattet wurde, legt davon Zeugnis ab. Die Ausgaben dafür werden auf nicht weniger als 15 Millionen Mark berechnet. Dem­gegenüber fällt die schlichte Einfachheit der Beerdigungen preu­ßischer Herrscher auf. Die Bestattung des Großen Kurjürsten war so einfach, daß sie kaum 6000 Mark kostete. Noch weniger prunkvoll war die Beerdigung Friedrich Wilhelms I. und Friedrichs deS Großen, der die Einfachheit seiner Lebens­weise auch bei seiner Beerdigung bewahrt wissen wollte. Ein zeitgenössischer Schriftsteller bemerkt, daß er noch nie ein so einfaches Schlaszimmer gesehen habe, wie daS Friedrichs des Großen, und daß der große König auch in seiner Kleidung sich seinen geringsten Leutnants durch Sparsamkeit in den Schatten stelle. ES ist klar, daß ein Mann, der sein ganzes Leben nur der Arbeit gewidmet hatte, weder Zeit hatte, großen Prunk zu entfalten, noch den Wunsch gehabt haben konnte, bei seinem Tode eine Pracht zu sehen, die er bei Lebzeiten nie hoch eingeschätzt hatte.

Letzte naebriebten.

DreSden, 26. Dezember. Die hiesige Kriminalpolizei verhaftete den russischen Kunstmaler Modrow, in dessen Woh­nung verschiedene Gemälde und Kunstgegenstände, welche auS

hiesigen und auswärtigen Museen gestohlen worden waren, vorgesunden worden. So wurden u. a. ein aus der Fürstlich Harrach'schen Sammlung in Wien gestohlener, den Kopf eine» Kindes darstellendes Originalgemälde van DyckS im Werte von etwa 100000 Kronen sowie ein auS der Fürstlich Liech- tenstein'schen Bildergallerie in Wien herrührendeS Elfenbeinrelief vorgesunden, das den Raub der Proserpina darstellt.

Prag, 26. Dezember. Bei dem Eisenbahnunglück in bet Station Uchersko sind, wie nunmehr sestgestellt ist, insgesamt

14 Personen getötet und 20 verletzt worden. DaS Unglück geschah infolge falscher Stellung der Distanzscheibe.

L e m b e r g, 26. Dezember. Gestern nachmittag entstand in einem Kinematographen-Theater während der Vorstellung infolge falschen Fcuerlärms eine Panik, wobei zwei Knaben den Erstickungstod fanden und acht Personen verletzt wurden, unter ihnen vier schwer. Die Verletzten wurden in daS Kran­kenhaus gebracht.

Neu Münster, 26. Dezember. Heute vormittag wurde auf dem hiesigen Bahnhos der Vorsteher der hiesigen Station Kublick von einem rangierenden Zuge tot gequetscht. Kublick begab sich in Begleitung eines Kriminalbeamten zur Unter­suchung eines in der vergangenen Nacht wiederum erfolgten Diebstahls nach dem Güterbahnhofe. In dem Augenblick, in dem er die Schienen überschreiten wollte, setzte sich die Maschine des Güterzuges in Bewegung und drückte ihn gegen die Puffer eines anderen Wagens.

Groß-Lichterselde, 26. Dezember. AlS der Mol­kereibesitzer Schneider nachmittag von einem AuSgang Heim- kehrte, geriet er wegen einer geringfügigen Sache mit seiner Frau in einen Wortwechsel, den auch der Molkereiverwalter Schloh anhörte. Schneider zog plötzlich einen Revolver und gab vier Schüsse aus seine Frau ab, dann einen auf den Ver­walter und ferner einen aus eine seiner herbeieilenden Töchter. Die Frau wurde leicht verletzt, während der Verwalter einen schweren Lungenschuß erhielt.

Wien, 26. Dezember. Zu dem Eisenbahnunglück bei Uchersko werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Beide Lokomotiven fuhren mit furchtbarem Krach ineinander. Die nachfolgenden Personenwagen des etwa 150 Passagiere zählen­den Schnellzuges türmten sich auseinander. Der Oberbau deS Bahnkörpers wurde zerstört und die Schienen wie Strohhalme geknickt. Ein Wagen geriet durch Explosion beS Gasbehälter» in Brand. Vom Güterzug sind fünf Wagen zertrümmert.

Aus den Trümmern drang das furchtbare Wehgeschrei der Verletzten. Die Schuld an dem Unglück wird dem Stations- beamten Zeis von UcherSko zugeschrieben, der dem Eilgüterzug daS Aussahrtszeichen gab, obwohl er Verspätung hatte und eine Strecke lang dasselbe Gleis zu benutzen hatte wie der Schnellzug, der jeden Augenblick herannahen mußte. Zei» be­hauptete, er habe vor der Einfahrt deS Präger Schnellzuge» das Signal auf Halt gestellt. Dem aber widersprach der in der Nähe des Signals postierte Weichenwärter. Eine Kom­mission der Eisenbahnbehörde stellt» fest, daß der Apparat voll­kommen in Ordnung war und daß das Signal auf freie Fahrt zeigte. Zei», ein noch junger Marin, hatte nach dem Unglück alle Fasfung verloren. Er war davongelaufen, fand sich aber später im Stationszimmer ein und wurde verhaftet.

Striezen, 26. Dez. Beim Schlittschuhlaufen auf dem Fabrikteich von Gutschdors sind die 16jährige Tochter bei Tischlers Friedemann und der ihr zu Hilfe eilende Lehrer Englich ertrunken.

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