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aus französischer Seite ein Leutnant und neun Schützen fielen, 49 Schützen verwundet wurden. Die aufrührerischen Stämme unterwarfen sich und lieferten 11000 Gewehre auS. — Wie der Gouverneur von Senegal telegraphiert, haben die Truppen bei Acherat Plünderer nach heftigem Kampf zerstreut, in dem ein Hauptmann und zehn Schützen fielen, 26 Schützen ver­wundet wurden.

Dieperfifch-türkifchenGrenzstreitigkeiten nehmen einen immer schärferen Charakter an. Der persische Botschafter hat der Pforte eine Note übergeben, in der die Bestrafung derjenigen türkischen Soldaten verlangt wird, die bei Sunduz sechs Perser getötet haben. Die Pforte hat die Untersuchung dieser Angelegenheit versprochen. Auf der per­sischen Botschaft in Konstantinopel sind ferner Telegramme eingelaufen, nach denen die Türken bei der Anlegung einer Bassorah sich hätten Grenzverletzungen zuschulden kommen lassen. Der Botjchaster hat der Psorte schiedsgerichtliche Ent­scheidung der Streitfalles durch eine neutrale europäische Macht vorgeschlagen. Demgegenüber verhält die Pforte sich ablehnend.

Zwischen dem französischen und dem spanischen Gesandten in Tanger soll ein Konflikt wegen der marrokanischen An­gelegenheiten auSgebrochen sein. Doch steht die Ursache deS Konflikts noch nicht genau fest. ES heißt, die spanische Re­gierung mißbillige die Haltung ihres Gesandten in Tanger und wolle ihn abberufen.

Um die Sache der Aufständischen in Nicaragua steht es schlecht. Der von den Truppen deS Präsidenten ZelayaS in Bluefield umzingelte General Estrada sieht seine Rettung nur noch in einer werktätigen Hilfe der nordamerikanischen Marmetruppen, die ihm für den Notsall auch bereits zugesagt sein soll. Der Vertreter der Associated Preß meldet aus Bluefields (Nicaragua): Die Lage der Revolutionäre ist weni­ger günstig als angenommen wird. Ihr Führer Estrada hat den amerikanischen Konsul in Moffat ersucht, die Marinetruppen deS Kreuzers „Des MoineS" zum Schutze der Amerikaner zu landen. Estrada scheint von Zelaya überlistet zu sein und seine Hoffnung hauptsächlich aus eine amerikanische Intervention^ zu setzen. Der Konsul gab Estrada die Versicherung, daß Marinetruppen vom Kreuzer „Des Moincs" mit sechs Schnell- feuergeschützen auf dem Posten sein würden, wenn die Armee Zelayas, die sich in einer Stärke von 3000 Mann im Anmarsch auf Bluefields befindet, die Stadt überraschen sollte. DaS Erscheinen der Truppen Zelayas wird stündlich erwartet.

Str Wert des Luftschiffes und des Untersee­bootes für die NistenverteidWiiz.

Die Hoffnungen, die vom Laienpublikum aus daS lenkbare Luftschiff und das Unterseeboot für unsere Küstenverteidigung gesetzt werden, find vielfach irrige. Phantafiebegabte Schrift­steller haben es verstanden, den Wert dieser Waffen so über­trieben darzustellen, daß manch einer glaubt, mit ihnen allein könnten wir z. B. die unsere Küsten bedrohenden Feinde in die Flucht schlagen, ja sie in ihrem eigenen Lande bekriegen. Beide Waffen stecken zurzeit noch mehr oder minder in der Kinderstube. Wenn man auch vom Unterseeboot sagen kann, daß es im beschränkten Maße als kriegsbrauchbar angesehen werden darf, so trifft dies vom Luftschiff längst nicht zu. DaS Luftschiff weist heute noch eine so geringe Eigen­geschwindigkeit auf, daß es nicht imstande ist, gegen stärkeren Wind anzufahren. ES werden beträchtlich leistungsfähigere Motore erfunden werden müssen, bis das Luftschiff fähig ist, z. B. jederzeit seinen Weg über die Regionen der Nordsee, die besonders von Stürmen heimgesucht find, zu machen. Ferner stellen sich der Navigation in der Luft durch Nebel und undurchsichtiges Wetter große Schwierigteiten entgegen. Ueber der festen Erde ist die Orientierung vermittelst der ver. fchiedenen Landobjekte, wir Städte, Eisenbahnen, Gebirge und Flüsse, leicht. Ueber dem Weltmeer kann sich der Insasse deS Luftschiffes, wie der Schiffer, nur durch Messung der Höhe der Sonne und der Gestirne zurechtfinden. Sind sie nicht sichtbar, so bleibt dem Seefahrer noch die Möglichkeit, die Position nach der durch daS Logg gemessenen Distanz und dem durch Den Kompaß bestimmten KurS zu ermitteln. Der Luftjchiffer kennt diese Hilfsmittel nicht. Die Fahrt des Lenkbaren läßt sich nicht messen. Die Motore arbeiten, je nach dem Windwiderstand, verschieden. Dem Luftschiff wird eS also nur in den seltensten Fällen möglich sein, sich über der durch ungünstige- Wetter ausgezeichneten Nordsee zu orientieren.

ES bleibt noch die VerwendungSsähigkeit des Luftschiffes alS Waffe zu behandeln. Man kann wohl kleine Spreng-

Mädel, dessen Zuneigung sein Junge gewonnen hatte, und daS dieser in seinen Briesen an den Assessor, ohne den Namen zu nennen, alS seinen Schutzengel bezeichnete, der ihm in den schweren Zeiten die Kraft zu weiteren Kämpfen verliehen. Und jetzt kam der „Schutzengel" und bat ihn mit einer Stimme, der man alles anmerkte, um Nachricht von Ernst. Er blieb stehen und streckte ihr beide Hände ent­gegen.

„Fräulein . . . Lotte, ist eS möglich?"

Ihre Augen hatten sich mit Tränen gefüllt.

„Ja, Herr von Riesa, ich habe ein Anrecht, nach Ernst zu fragen."

„Kind, Kind, wie würde ich mich freuen. Wenn ich nur wüßte, waS Ihre Eltern dazu sagen?"

„Das müssen wir der Zukunft überlasten, Herr von Riesa."

Der zweite Dachs war nach langem Kämpfe zur Strecke gebracht. Die Gesellschaft rüstete sich zum Aufbruch, um einen anderen Bau, der nicht weitab lag, auszusuchen. Lang­sam folgte Herr von Riesa mit Lotte. Der alte Herr strahlte vor Glück. Zu all der Freude um den wiedergesundenen Sohn kam noch daS srohe Bewußtsein, daß dieses prächtige Mädel, besten Neigung jeDen Mann beglücken mußte, in treuer Liebe an dem Schlingel hing.

Sie hatten einander viel zu erzählen. Lotte berichtete mit schlichten Worten wie der Unglückliche an dem Tage, da alleS über ihn zusammenbrach, zu ihr gekommen, wohl in dem dunklen Gefühle, daß die wenigen Minuten, die er sie noch sehen und sprechen durfte, den Abschied für ewig bedeuteten. Da war die Leidenschaft in ihm stürmisch emporgewallt. Und mitten in dem reumütigen Geständnis feinet Verfehlung hatte er die Gewißheit empfangen, daß ein Herz, das wahrhaft liebt, sich von einem Unglücklichen nicht abwendet. Und er war geschieden, nicht nur mit dem tröstlichen Bewußtsein dieser Liebe, sondern auch mit dem heiligen Entschlüsse, nicht eher die Hand nach dem Mädel auSzustrecken, als bil er sich die Selbstachtung errungen, die ihm daS Recht dazu geben würde.

3n tiefer Ergriffenheit erzählte der Alte, waS er durch den

körper im Ballon mitführen. Die Anbordnahme größerer Gewichte verbietet sich naturgemäß. ES kann also von der Installierung von Geschützen kaum die Rede sein. Somit bleibt nur daS einfache Herabwerfen von Sprengpatronen, z. B. auf das Deck von Kriegsschiffen, mit der Hand. Es ist klar, wie unsicher eine solche Lanzierung sein wird. DaS Luftschiff muß sich, um nicht selbst der Beschießung au-gesetzt zu sein, in größeren Höhen aufhalten. Mehrere tausend Meter über dem betreffenden feindlichen Objekt schwebend soll eS nun sichere Treffresultate ohne jeden Zielapparat erreichen. Man denke daran, wieviel Korrekturen z. B. beim Schiffsgeschütz angewendet werden müssen, um der eigenen Fahrt, der Be- wcgung deS Gegners, der Windgeschwindigkeit u. s. w. Rech­nung zu tragen! Große Treffchancen wird man also vom Luftschiff nicht erwarten Dürfen. Heute kommt daS Luftschiff alS Waffe auf dem Meere somit noch nicht in Betracht. Allen­falls wird eS zuweilen, wenn die Windverhältnisse eS ge­statten, als AusklärungSmittel benutzt werden können, d. h. eS kann zum ErkundigungSdienst, ähnlich dem der Kavallerie- Patrouillen am Lande, herangezogen werden; eS wird aus großer Höhe beobachten, ob und in welcher Stärke sich der Feind naht.

Günstiger als wie die Chancen deS Lenkbaren liegen die deS Unterseebootes im zukünftigen Seekriege. Nach unendlich langwierigen Versuchen, die vielen Menschen daS Leben kosteten, darf man heute die Unterseewaffen alS aus dem Experimentier- stadium herausgetreten betrachten. Die neuen unterseeischen Fahrzeuge sind vollkommen betriebssicher, und nur Fehlern in der Bedienung der allerdings recht komplizierten Mechanismen wird man eS zuzuschreiben haben, wenn sich in der Folge noch Havarien ereignen sollten. DaS Unterseeboot stellt einS der großartigsten Schöpfungen menschlichen GenicS dar. Luft und Licht, die notwendigen Bedingungen für jedes Leben, fehlen scheinbar den Besatzungen einer Fahrzeugs, daS unter der Wasseroberfläche fährt. Und doch, sie atmen und sehen auch unter Wasser nicht so sehr viel mangelhaster, als ihre Kameraden auf den Schiffen, die aus dem Wasser ihre Straße suchen. Die Orientierung vermittelst der „Periskope" (Seh- röhre, die über die Wasseroberfläche hinausragen) ist neuer­dings eine durchaus zufriedenstellende, und die Lustverbesserungs- apparate ermöglichen es z. B. den Bemannungen unserer Boote, in Stärke von zehn Köpsen 24 Stunden lang unter Wasser zu verweilen. Während der letzten Manöver in unserer Flotte im September, wie der der englischen und französischen im Mai und Juni, fanden verschiedene gelungene Angriffe aus Linienschiffe und Panzerkreuzer statt, während derer diese von zahllosen Torpedos getroffen wurden. Hieraus erhellt, daß man in der Zukunft mit dem Unterseeboot als beachtenswerter Waffe wird rechnen müssen.

Freilich bedarf diese Annahme insofern der Einschränkung, als bisher die Geschwindigkeit der Unterseeboote eine zu geringe ist, als daß sie, außer bei besonders günstigen Gelegenheiten, überhaupt zum Schuß kommen können. Die jetzigen Untersee­boote weisen nicht höhere Geschwindigkeiten als über Wasser 15 und unter Wasser 10 Seemeilen in der Stunde auf. Beim Angriff müssen sie, um sich nicht selbst der Beschießung auS- zusetzen, natürlich untertauchen. Dann genügt die Geschwin- digkeit von 10 Semeilen nicht mehr bei Attacken auf Linien­schiffe, die 22 und 23 Knoten, und Panzerkreuzer, die 25 bis 27 laufen. Ehe also von einem vollkommen frontdienstbereiten Unterseeboot, daS zu allen Zeiten und unter allen Umständen fähig ist, feine Torpedos zu lanziereft, gesprochen werden darf, müssen auch hier, ähnlich wie beim Luftschiff, bedeutend wirkungsvollere Motore erfunden werden. Immerhin bleibt die Möglichkeit der Verwendung von Unterseebooten eine aus­gedehnte, im besonderen für unsere Marine, da wir die unter- seeischen Waffen in erster Linie zur Vertreibung des unsere Küsten blockierenden FeindeS benutzen wollen. Bei der Blockade werden sich öfters günstige Momente einstellen, wenn der Gegner still liegt, oder langsam auf» und abdampst, die vom Unterseeboot zum Angriff auSgenutzt werden können. Für weitere Aktionen über die Meere ist das Unterseeboot zurzeit infolge seines kleinen Aktionsradius — 1000 See­meilen — sowie seiner geringen Geschwindigkeit noch nicht ge­eignet. ES steht jedoch zu erwarten, daß eS unsern Inge­nieuren in absehbarer Zeit gelingt, die Geschwindigkeit bei allerdings beträchtlich vergrößertem Deplazement zu erhöhen. Leider steigern sich mit der DeplazementSerhöhung naturgemäß auch die Kosten. DaS früher als wohlseil bekannte kleine Unterseeboot, dessen Preis eine halbe Million betrug, kostet heute schon zwei Millionen. Es ist also bedeutend kost- spieliger alS ein „Zeppelin", dessen Herstellungskosten sich auf rund 600 000 Mark belaufen. Die nun projektierten Lenk­baren, die 25 Personen fassen sollen, beanspruchen allerdings

Assessor erfahren. Eigentlich hatte er schon einen Brief von seinem Jungen erwartet. Aber er konnte sich denken, wes­halb dieser noch nicht schrieb. Ernst wollte erst alS ein neuer Mensch, der sich aus eigner Kraft eine Stellung errungen, vor den Vater treten und seine Verzeihung er­bitten.

„Doch daraus will ich nicht warten, mein Kind", fuhr Riesa fort, „es ist ja immer mehr Freude über einen Sünder, der Buße tut, als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen. Sein Vergehen war ja nur Leichtsinn. Deshalb scheue ich mich nicht, ohne Vorwissen Ihrer Eltern mit Ihnen über seine und Ihre Hoffnungen zu sprechen. Ich Darf ihn doch von unserm Gespräch in Kenntnis setzen?"

Lotte war zu beweg», um sprechen zu können. Sie nickte nur zustimmend.------------

Die beiden Freundinnen waren heute wie auSgetauscht. Die ernste Lotte war übermütig lustig, Dora nachdenklich, in sich, gekehrt. Sie ärgerte sich über sich selbst, daß ihr der neckische Ton abhandm gekommen war. Sie sühlte sich be­fangen, nicht nur dem Assessor gegenüber, der sich den ganzen Tag, so oft es, ohne auszufallen, möglich war, in ihrer Nähe aufhielt, sondein auch allen anderen gegenüber. Sie glaubte, es müßte ihr jeder ansehen, was in ihrem Inneren vorging.

Da war ein Hängen und Bangen eingezogen, selige Hoff­nung stritt sich mit bangen Zweifeln. Wenn sie den Blick des Assessors aus sich gerichtet fühlte, hätte sie hoch aufjauchzen mögen.

Und im nächsten Moment schon fragte sie sich voll Ver- wunderung, wie eS denkbar wäre, daß der welterfahrene Mann, der in seinem Leben wohl so manches stolze, schöne Weib kennen gelernt, ihr, der kleinen Landpomeranze — so titulierte sie sich selbst — seine Liebe zugewandt haben könnte.

Zwei Menschen hatten eS ganz genau ersannt, was in Dora vorging: Lotte und Erich. Sie warfen einander ab und zu einen Blick zu, der von beiden verstanden wurde, hüteten sich aber wohl vor einer taktlosen Aeußerung, Die das

höhere Summen. Der Kostenanschlag sieht für daS Schiff selbst und zwei Hallen rund eine Million Mark vor.

L. PersiuS, Kapt. z. 6. a. D.

Aus Provinz u. Nachbargebiet

* (DaS 25-P s e n n i g - S t ü ck.) Die neueste deutsche Münze, das 25-Psennig Stück, um daS schon so viel ge­stritten und geschrieben wurde, hat bei seinem Erscheinen nicht viel Beifall gefunden. Mancherlei wurde beanstandet; Die Möglichkeit einer leichten Verwechslung mit dem Markstück, das unschöne Aussehen, das wenig angenehme Gefühl beim Anfassen — überhaupt: daS 25-Psennig Stück gefiel nicht. Man prophezeit ihm deshalb kein lange- Leben, und in der Tat kann man Damit rechnen, daß eS in absehbarer Zeit wieder von der Bildfläche verschwindet. So schnell, wie dies eine Berliner Korrespondenz vorauSsagt, wird es indessen wohl nicht gehen. Im Rheinland wenigstens hat man die Zahl­kästen bereit- auf das 25-Psennig-Stück eingerichtet und wird nur mit Widerstreben eine neue Münze nehmen wollen. Bis aus Hamburg haben bereits alle deutschen Münzstätten Stücke ausgegeben, aus der Berliner Münze sind bisher ungefähr 60,000 Exemplare herauSgegangen, und es wird auch noch weiter geprägt werden. Die zuständigen behördlichen Instanzen sind sich keineswegs darüber im unklaren, daß da- 25-Psennig- Stück keinesfalls daS Publikum zufriedenstellt, aber eS ist doch nicht angängig, ohne eine längere Probezeit einfach mit dem Prägen aufzuhören, oder Die im KurS befindlichen Stücke jetzt schon wieder aus Dem Verkehr zu ziehen. ES ist auch nicht zu leugnen, daß in vielen Geschäften die Käufer Die Annahme des 25-Psennig-Stückes ablehnen. Allein daS ist noch kein Grund, eS von der Reichsbank außer KurS zu setzen oder Den Bestand der wieder zurückfließcnden Münzen zurück- zuhalten. Die nächsten Wochen werden schon wohl etwas mehr Sicherheit über daS Bleiben oder Verschwinden deS 25- Psennig-EtückeS bringen.

* (Die Ein te in Preußen 1 90 9.) Alljährlich sührt das Königliche preußische Statistische Landesamt auf Grund der Schätzungen der von den Landwirtschastskammern aus- erwählten Vertrauensmännern, welche in Den Monaten April bis einschließlich November auch über Den Stand Der Saaten berichten, Erntcberechnungcn aus, nachdem schon im Sommer jedes JahreS Die erforderliche Kenntnis der Ernteflächen durch Befragung Der Ortsvorstänve gewonnen worden ist. Die Er­gebnisse Der Berechnungen für 1909 werden jetzt durch Die Statistische Korrespondenz zur allgemeinen Kenntnis gebracht. Die Art, wie Die Saaten durch Den Winter gekommen sind, ist von größtem Einfluße auf Die Größe der Ernteflächen. In Diesem Jahre mußten von dem Winterweizen 13,85 Hundert- teile wegen Auswinterung umgepflügt werden, im Vorjahre nur 3,01, 1907 allerdings sogar 34,03. Der Anbau von Roggen wurde um 2,01 v. H. geschädigt gegen 1,11 und 3,45, von Spelz um 0,24 v. H. gegen 0,43 und 9,39, von Klee um 1,50 v. H. gegen 1,37 und 11,27, von Luzerne um 1,03 v. H. gegen 0,25 und 13,18 in den beiden Vorjahre». Die Auswinterungen waren also im letzten Jahre weit um- fangreicher als 1908, erreichten aber bei weitem nicht Die von 1907. Im Jahre 1909 wurden an Wintergetreide gecrntet: Weizen 1876 Tausend Tonnen (1908 2064, 1907 1459), Spelz 27 (24, 22), Roggen 8471 (8110, 7159), zusammen 10 374 Tausend Tonnen gegen deren 10198 und 8640 in den beiden Vorjahren. Vom Sommergetreide brächte der Weizen 389 (285, 606), der Roggen 71 (66, 71), die Gerste 1936 (1740, 2005) und der Hafer 6050 (5123, 6190), zu­sammen 8446 (7214, 8872) Tausend Tonnen. An Getreide überhaupt find also im Berichtsjahre 18 820 Tausend Tonnen gewonnen worden, die reichste Ernte, seit überhaupt statistische Erhebungen hierüber vorgenommen werden. Im besonderen an den Brotfrüchten Weizen, Spelz und Roggen beträgt die diesjährige Ernteziffer 10 834 gegen 10 549 und 9317 in Den Jahren 1908 und 1907. Die letzte Ernte übertrifft DaS Mittel aus den 10 Vorjahren um 17,2 Hundertteile. Ma­die einzelnen Provinzen betrifft, so weisen gegen DaS Mittel auS Den 10 Vorjahren sämtliche Provinzen Mehrerträge aus, die sich auf die Hohenzollernschen Lande, Hessen-Nassau- und Hannover auf 20,9 20,4 und 19,2 v. H. berechnen. Die diesjährige Kartoffelernte wird aus 33 720 000 Tonnen ge­schätzt und übertrifft hiermit daS Mittel aus den 10 Vor- jähren (29 876) um 12,9 v. H. Von Den einzelnen Jahren brachten nur 1905 und 1901 mit 34 020 unD 33 998 9 bczw. 8 Tausendteile mehr. Die Erkrankungsziffer ist 1909 zwar höher als im Vorjahre, 4,1 gegen 3,5 v. H., bleibt aber hinter dem Mittel der letzten 10 Jahre, daS sich auf 4,6 v. H. berechnet, zurück. Bei der besonderen Wichtigkeit, welche

zarte stumme Weben von Herz zu Herz hätte stören können. Nur am Abend, alS die Gesellschaft sich zur Rückkehr in daS ForsthauS anschickte, nahm Lotte von Braun Die Ge­legenheit wahr, Dem Assessor mit bedeutungsvollem Lächeln zu sagen:

„Nicht wahr, jetzt kaufen Sie doch JSnoten und lassen sich zum Landrat wählen?"

„Wie kommen Sie daraus, verehrte« Fräulein?"

„DaS möchte ich Ihrem Scharfsinn anheimgeben, Herr Assessor. Ich könnte höchsten- andeuten, daß ein kleine- Herzchen brechen würde, wenn eS anders käme."

Er griff nach ihrer Hand und führte sie mit verbindlicher Verbeugung an feine Lippen.

„Ich danke Ihnen vielmals dafür, Fräulein Lotte."

„Keine Ursache, Herr Assessor; ich werde immer in Ihrer Schuld stehen." (Fortsetzung folgt.)

— („Die deutsche Sprak fein eine fett schwere Sprak.") Man schreibt: Ein junger Ausländer sieht, daß eine Dame Essig zum Bohnengemüse nimmt. Er will fragen, ob sie da- Saure gern esse und kleidet seine Frage in Die Worte: „Gnädige Fräulein! Lieben sie Sauerei?" — „Shoking." Eine Engländerin gab einst Veranlassung zu herzlichem Lachen. Sie erzählte von den Liebhabereien ihre- Vaters und schloß mit den Worten: „Mein Vater sieht auch gern schöne Beine." Die erstaunten Gesichter aller Anwesenden, denen Die Engländerin als sehr feinfühlend bekannt war, ver­anlaßten sie zu der Frage, waS sie gesagt habe. Oh, shoking. Ihr Vater ist Bienenzüchter und sieht so gern schöne Bienen. — „Beine und Knochen." Eine junge Ausländerin sitzt an Der Tafel neben einem biederen Westfalen. Beim Geflügel sieht sie, daß ihr Nachbar die Knochen aus einen neben ihm stehenden Teller legt. Bei ihrem Gedeck seht ein solcher Teller. Sie wendet sich daher an den Westsalen mit den Worten: Darf ich meine Beine aus ihren Teller legen?"

— Bussallo, 11. Dezember. Der durch den Sturm aus Dem Sriefee am letzten Mittwoch und Donnerstag ange- richtete Schaden wird aus eine Million Dollar« geschätzt. 59 Menschen sind umgekommen.