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Kilometer die Kompanie die Bahnstation Teufel-bach erreichte, hörte der Regen aus.

AuS Windhuk war Proviant gekommen, bald brodelten die Kochtöpfe, und neuer Lebensmut erwachte in den Reitern, dir nuterwegS nur von Erbswurst und Kaffee gelebt hatten.

Zwei Tage unfreiwilliger Ruhe nötigte der hoch ange- schwollene Fluß den Truppen auf. Die Zeit wurde zur Pserdepflege und zum Jnstandsctzen der Waffen benutzt.

Am 26. Januar konnte daS Fallen deS Swakop festgestellt werden, und sofort begann der Abmarsch.

Kurze Lagerruhe bei Nacht, dann ein nebliger Morgen, der mit dem Überschreiten deS Osona RiverS begann. Schwierig genug ging daS, denn daS Flußbett war erklärlicherweise voll tiefer Durchschlüge, so daß die Pferde bis an die Knie ein- sanken.

Auf Anordnung des HauptmannS mußten die Leute hinter- einander reiten, und fo wurde der Sand allmählich festge­treten.

Glücklich hinübergelangt, ging eS durch dichten Busch weiter, an der Werft Osona vorbei, von wo aus Samuel Maherero den Krieg eröffnet hatte, bis hin zum Okahandja River.

Ohne Schuß war es bisher vorwärts gegangen. Hier ließ der Hauptmann absitzen und eine lange Schützenlinie bilden, die in der Richtung aus Okahandja vorging. Laut­lose Stille herrschte. Schweigend wurde vorgerückt. Der Nebel wich, und die Glutsonne Afrikas stand wieder an dem wolkenlosen Himmel.

Die ersten Häuser von Okahandja tauchten auf, doch waren eS nur noch Ruinen. Gleich darauf, hart vor dem Orte, stießen die Reiter aus die Leichen von fünf deutschen Soldaten. ES waren die Gefallenen vom zweiten Entsatzversuche, den Windhuk ausgesandt hatte.

Doch jetzt war keine Zeit, Tote zu begraben. DaS Leben mit seinen unabweisbaren Pflichten forderte sein Recht. Die Schützenlinie, die über die ersten Häuser vorgedrungen war, erhielt plötzlich Feuer von den sie rechts flankierenden Höhen. Artillerie und Infanterie gaben blitzende Antwort

Noch wußte man nicht, wie er um die Feste stand, ob sie den feindlichen Angriffen erlegen war, oder ob sie sich ge­halten hatte.

Da entdeckte Wolfs scharfes Auge das schwarz-weiß-rote Banner, daS ihnen winkend von einem fernen Turme entgegen- flatterte.

Hurra! Aus der Feste weht die deutsche Flagge!" rief er, und jubelnd wurde diese Verkündigung ausgenommen.

Die Reiter saßen aus, und in Zugkolonne ging es in langem Galopp gegen die Feste vor. In vollster Ordnung, aber in blitzartiger Geschwindigkeit, jagten sie durch den Ort, von einem festigen Flankenfeuer der Schwarzen bc- schoffen.

Alle Zinnen der Feste waren von Menschen besetzt, be- geistcrteS Hurra brauste ihnen entgegen, und gleich daraus

hatte die Kompanie hinter der Feste die schützende Deckung erreicht.

Der Kommandant trat ihnen entgegen. ES war der Leutnant von Zülow, um den sich in Ewakopmund Kriegs- freiwillige geschart hatten, und dessen kleiner Zug unter schweren Kämpsen biS hierher vorgedrungen war. DaS war ein sreu- digeS Begrüßen in dem Hose der Feste. Kameraden, die der eine oder andere schon beinahe aufgegeben hatte, sahen sich wieder, Kriegsfreiwillige auS den verschiedensten Ständen sanden sich hier zusammen, alte erprobte Afrikaner und Offiziere der Reserve, alle von demselben Dränge erfüllt, den deutschen Brüdern zu Hilfe zu eilen und Deutschlands Ehre zu wahren. Das gab ein Fragen und Händeschütteln ohne Ende. Eine Festtagsstimmung herrschte, feierte man doch auch zugleich den Geburtstag Seiner Majestät deS Deutschen Kaisers.

Die Festrede beim einfachen Mahle gab der Stimmung den gebührenden Ausdruck.

8. Kapitel.

In der ersten Hälfte des Februar war Haffo in Swakop- mund angelangt. Seine Ungeduld, vorwärts zu kommen, wurde rasch genug befriedigt, denn schon am nächsten Tage konnte er zu * seinem Truppenteil ausbrechen. Er war als Unteroffizier in die 5. Kompagnie 1. Feldregiments einge­stellt, gehörte also zur Abteilung Estorff. Bruno hatte er vor seiner Abreise davon benachrichtigt, so konnte er doch aus einen Gruß von der Geliebten rechnen, den Talisman für ihn, wenn er in den Kamps und in die Gefahren ging.

In Swakopmund tras er den Farmer Werner, den Jugend­freund seines Vaters, der sich unter unsagbaren Schwierig­keiten bis Windhuk durchgearbeitet hatte und nun mit einer schweren Wunde am Arme nach Ewakopmund gekommen war. Er hatte die Absicht, nach Deutschland zurückzukehren und dort die Lage der unglücklichen Farmer zu schildern.

Durch ihn erfuhr Haffo die Zerstörung der Farm, den Tod feiner Mutter und die Nachricht, daß sein Vater, der sich in Windhuk als Kriegsfreiwilliger gestellt hatte, von dort aus mit der Kompanie Franke ausgerückt sei.

Tief erschütternd waren diese Nachrichten, aber auch für ihn galt das:Kein Rückwärtsblicken, keine Klagen um Verlorenes, nur vorwärts in Gefahr und Kamps, den deutschen Brüdern zur Seite, der Pflicht getreu bis in den Tod!"

(Fortsetzung folgt.)

Uermistbttt.

FrederikStad, 24. Juli. Die heute hier ein­getroffene englische Eisenbark GladiS hat vorgestern bei der Doggerbank einen englischen Fischdampfer übersegelt. Er ist quer durchgeschnitten worden und sofort mit der ganzen, aus neun Mann bestehenden Besatzung untergegangen.

(Ein HauS in elf Stunden erbaut.) Einen neuen Rekord hat ein junger amerikanischer Architekt W. C. Carl in St. Louis ausgestellt. An seinem Hochzeits­tage wollte er mit diesem raschen Hausbau seiner jungen Frau eine Ueberraschung bereiten. Noch am Morgen um sechs Uhr war kein Stein und kein Brett aus dem Platze, wo der Bau sich erheben sollte. Punkt sieben Uhr suhlen die Wagen an, die alles Material herbeischleppten, Sandstein, Backsteine, Psosten und Bretter. Die Arbeitsverteilung war vorher bis inS einzelne organisiert, die Teile des Gelüstes zurechtgelegt und abgepaßt, die Fenstersüllungen fertig, so daß alles nur auf dem soliden steinernen Untergrundbau ausgebaut werden mußte, der sofort in Angriff genommen wurde. Nach anderthalb Stunden war daS Fundament fertig. Rasch er­stand dann das Holzgerüst, die Mauern wurden verkleidet, und während mittags um zwölf Uhr die Dachdecker ihre Arbeit begannen, arbeiteten bereits im Innern die Schreiner und der Elektrotechniker, der die elektrischen Leitungsdrähte legte. Während die Tischler noch am Treppenhaus beschäftigt waren, kamen bereits die Maler, um die Holzbeklkideten Wände der Außenseite in Grün und Weiß zu tünchen. Punkt sechs Uhr legten alle Arbeiter ihr Gerät beiseite und verließen den Platz: die kleine Villa stand völlig gebrauchsfertig. Sie be­steht auS einem komfortablen Baderaum, einer Empfangshalle und zwei hellen, geräumigen Zimmern. Kaum waren die Arbeiter verschwunden, so fuhren die Möbelwagen vor, und eine Stunde später empfing das junge Ehepaar im fertig eingerichteten Hause seine Freunde zu einem festlichen Ein- weihungScssen. Bei der Errichtung des Hauses wurden, so wird im Wide World Magazine berichtet, 75,000 Nägel verwendet, 11,000 Fuß Bauholz, 12,000 Dachschindeln befestigt, die Wände mit 6000 Holzlatten verschalt. Außer den Maurern waren 25 Tischler am Werke, 12 Dachdecker, ein Elektrotechniker. Der auS Backstein errichtete Schornstein wurde von vier Arbeitern in 4 Stunden 45 Minuten fertig- gestellt,

(Der Riese unter den Lustschiffen.) Mit Spannung kann man dem ersten Ausstieg des Luftschiffes des Danziger Technikers Prof. Schütte entgegensehen, das in seinen Größenabmessungen alles Dagewesene übertreffen wird. Das Luftschiff wird 19 000 Kubikmeter WasserstoffgaS aus- nehmen können, das sind 4000 cbm. mehr, als die Zeppelinschen BallonS zu fassen vermögen. Entsprechend der vermehrten Tragfähigkeit können auch größere und stärkere Motoren ein­gebaut werden. So soll das Schütte'sche Luftschiff bis zu 600 Pferdestärken entwickeln können. Viel Wert hat Schütte auf die möglichst ausgedehnte Verwendung von Holzteilen gelegt, um so der Anhäufung der Lustelektrizität an den Metallteilen des Luftschiffes, die bekanntlich Zeppelin bei Echterdingen so gefährlich wurde, entgegenzuwirken. Den Regeln der Theorie scheint somit genügt, wie sich der neue Koloß jedoch in der Lust bewähren wird, muß abgewartet werden. Der erste Aufstieg soll im Herbst stattfinden.

Druck und Verlag von Ludwig Funks Buchdruckerei, Hersseld. Verantwortlicher Redakteur Friedrich Funk in Hersseld.