neuen Verein-Hause-. Nach eingetretener Dunkelheit wurde da-jelbe bengalisch beleuchtet und zugleich im Lahntale ein Feuerwerk abgebrannt. Die Festlichkeiten gehen erst am Freitag zu Ende. Für Donnerstag nachmittag ist ein großer Festzug geplant.
Witzenhausen, 14. Juli. Ein fremder, älterer Mann, der vorher die Nachbardörser bettelnd aufgesucht hatte, stürzte sich bei Witzenhausen in die Werra. Den ersehnten Tod fand er aber nicht, da das Wasser nicht ties genug war. Der Selbstmordkandidat ging, nachdem er seine durchnäßten Beinkleider im Felde getrocknet hatte, in einen Steinbruch unterhalb des JohannisbergeS und erhängte sich an einem Kirschbaum. Dort wurde seine Leiche gesunden.
Frankfurt a. M., 14. Juli. In dem Stadtteil Sachsenhaufen kam eS in der vergangenen Nacht zu wüsten Ausschreitungen. Wie bereits berichtet, hatte sich die 16jährige Tochter des Reisenden Himpser aus Verzweiflung über die schweren Mißhandlungen durch ihren Vater und ihre Stiefmutter auS dem Fenster gestürzt. Etwa 2000 Personen zogen gestern abend gegen 10 Uhr vor daS Haus der bestialischen Eltern, um an ihnen Lynchjustiz zu üben. Man drang in das Haus und in die Wohnung des Paares, schleppte Mann und Frau auf die Straße und trieb sie vor sich her, wobei man sie durch Fausthiebe, Stockschläge und Fußtritte mißhandelte. Das Paar wollte nach der Polizeiwache flüchten. Da ihm jedoch die Menge den Weg abschnitt, floh es in eine Wirtschaft, deren Inhaber das Lokal sofort schloß und die Polizei verständigte. Erst einem starken Ausgebot von Polizei- mannschaft, die mit blanker Waffe vorging, gelang es, die Menschenmenge auseinanderzutreiben. Die Bedrängten wurden dann in ihre Wohnung geschafft. Nachts um 12 Uhr zog wiederum eine Menschenmenge vor das Wohnhaus, konnte jedoch nicht bis zu dem Wohnhaus Vordringen, da eine starke Wache das Haus bis zum Morgen besetzt hielt.
Frankfurt a. M., 14. Juli. Ein tödlicher Unfall ereignete sich im städtischen Hasen gestern nachmittag. Mehrere Hafenarbeiter waren mit Rangieren von leeren Waggons be- schäftigt, dabei sollte der 35jährige Arbeiter Konrad Alt von GrieSheim die Wagen zusammenkuppeln, glitt aber aus und geriet gerade in dem Augenblick zwischen die Puffer, als diese mit ziemlicher Gewalt aufeinander stießen. Alt kam mit dem Unterleib zwischen die Puffer, die sich überschoben, so daß der Arbeiter fest dazwischen eingedrückt blieb. Seine Arbeitskollegen kamen zwar sofort zur Hilfe, konnten ihn aber nicht eher befreien, bis der eine Wagen mit Winden so hoch gehoben wurde, daß der eine Puffer über den anderen wieder hervor geschoben werden konnte; dann erst konnte man den bewußtlos gewordenen Arbeiter aus seiner unglücklichen Lage besreien. Die Rettungsgesellschaft konnte nur noch den bereits eingetretenen Tod seststellen, der durch innere Blutung eingetretcH war. Offenbar waren die Leber und die Unterleibsorgane völlig zerrissen worden, wodurch eine schnelle Verblutung eintrat.
Brilon, 14. Juli. Einen grausigen Fund mochten die Arbeiter bei der Fuekbecker Talsperre im Sauerland. Sie fischten zwei Leichen auS den hochgehenden Fluten des Talsperrebeckens, eine Frau und einen Knaben. Die Ermittelungen ergaben, daß es die seit Sonnabend vermißte Frau Brüggemann aus Lüdenscheid war, welche nebst ihrem 3 Jahre alten Söhnchen den Tod im Wasser gesucht und gefunden hatte. Was die Unglückliche in den Tod getrieben, ist unbekannt.
Altenbeke», 14. Juli. Ein recht schwere- Geschick hat gestern früh mehrere Familien im nahen Morsbach heimgesucht. Der Wegebau-Unternehmer Müller hatte sich mit noch zwei Arbeitern an einer Böschung, oberhalb welcher kurz vorher Steinmassen losgesprengt worden waren, zum Frühstücken hin
gesetzt. Plötzlich lösten sich Erd- und Steinmassen und alle drei wurden verschüttet. Müller, Vater von 7 noch unversorgten Kindern, war sofort tot, der Arbeiter Breiderhos so schwer verletzt, daß sein Auskommen zweifelhaft, und ein dritter Arbeiter, Schneider, erlitt ebenfalls schwere Verletzungen, daß er für längere Zeit arbeitsunfähig ist. — In Süchteln hatte eine Frau aus Versehen Schirling anstatt Petersilie in die Suppe getan, wodurch vier Personen sehr bedenklich erkrankten.
Aus Thüringen, 14. Juli. Die Ehefrau der Hausbesitzers Nitzschkowitsch in Rositz, die vor einigen Tagen mit einem Logisburschen unter Mitnahme von 500 Mark Bargeld und der Uhr des Ehemanns das Weite gesucht hatte, ist, nachdem der Logisbursche ihr das Geld abgenommen und sie völlig mittellos zurückgelassen hatte, dicht an der russischen Grenze als vollständig zerstückelte Leiche aus der Eisenbahn- strecke ausgesunden worden. — 300 Mk. Belohnung hat eine Dame, die ungenannt bleiben will, für den ausgesetzt, der die verschwundene kleine Frieda Schneider aus Gera tot oder lebendig zur Stelle schafft. Von dem verschollenen Mädchen hat sich bis jetzt trotz eifrigstem Nachsorschen und trotzdem jedem Gerücht auf den Grund gegangen wurde, keine Spur gesunden.
Hofgeismar, 14. Juli. DaS hier in Garnison liegende Dragonerregiment begeht im Mai 1910 die Feier seines 50- jährigen RegimentSjubiläumS. Zu diesem Feste sind mannig- sache Veranstaltungen geplant. Das Regiment-kommando bittet alle ehemaligen Angehörigen deS Regiments, welche diesem Stiftungsfeste beiwohnen wollen, ihre Adressen baldmöglichst, spätestens zum 1. Oktober 1909, an das Regiment einzusenden.
Vermischtes.
", — Berlin, 15. Juli. Einen traurigen Abschluß hat ein Liebesverhältnis gefunden, daS zwei jugendliche Berliner vor kurzem angeknüpft hatten. Im Spandauer Stadtwald wurden heute früh die Leichen der 19jährigen Drogisten Willi Loh auS der Wullenweberstraße 12 und deS 16jährigen Dienstmädchens Martha Bock auS der Süneburger Straße 3 aufgefunben. Beide hatten sich mit Sublimat vergiftet. Motiv der Tat war Liebe-kummer.
— (Ein Fuhrwerk vom Zuge überfahren.) Beim Chausseeübergang hinter dem Kleinbahnhof Jauer wurde daS Gespann des Produktenhändlers Miehlich auS Jauer vom Kleinbahnzuge überfahren. Miehlich sowie das Pferd wurde getötet, der Wagen zertrümmert. Der Verunglückte hinterläßt Frau und neun Kinder.
— Ein tragisches Geschick ereilte eine Familie in Sosnowice. Die Tochter sollte in acht Tagen Hochzeit feiern. Gestern erhielt sie die Nachricht von dem Tode ihres Bräutigam-, der im Bade weilte. DaS Mädchen nahm Gift mit den Worten: „Ich will mit ihm sterben!" und war in 10 Minuten eine Leiche. Der 50jährige Vater erlitt angesichts der Leiche seines einzigen Kindes einen Herzschlag und starb sofort.
— (Der giftige Schleier.) Au- Kopenhagen wird geschrieben: Da- Opfer einer seltenen Vergistung ist eine junge Kopenhagenerin, Fräulein Hastrup, geworden. Vor einigen Tagen hatte sie sich einen blauen Schleier getauft; als sie ihn aus einem längeren Au-flug benutzte, wurde sie vom Regen und Sturm überrascht, und der durchnäßte Schleier kam mit ihrem Mund und ihren Augen in nahe Berührung. Kurz nach dem Ausflug empsand sie heftige Gesichtsschmerzen; daS ganze Gesicht schwoll an, und die Augen entzündeten sich. Der Arzt stellte eine gefährliche Vergiftung durch die im Regen aufgelösten Farbstoffe deS Schleier- fest. Nach
wenigen Tagen büßte Fräulein Hastrup infolge der heftigen Entzündung der Augen ihr Sehvermögen ein; jetzt ist sie an den Folgen einer allgemeinen Blutvergiftung gestorben.
Letzte Nachrichten.
Berlin, 16. Juli. Der Kreuzzeitung zufolge erschien gestern nachmittag unter Führung des Reichskanzler- von Bethmann-Hollweg eine Deputation deS Bundesrat- beim Fürsten Bülow, um ihm zum Abschied eine Adresse zu über- reichen. Nachdem Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg die Adresse mit einer Ansprache übergeben hatte, dankte Fürst Bülow und führte in kurzer Erwiderung auS, die Adresse bereite ihm deshalb aufrichtige Freude, weil er sie als Beweis dafür ansehe, daß es ihm gelungen sei, sich daS Vertrauen deS BundeSratS zu erwerben. Vertrauensvolle Fühlung mit dem Bundesrat zu unterhalten, sei ihm vom ersten Tage seiner Amtsführung an, ein Bedürfnis gewesen. Er wisse, wie lebendig und tief gewurzelt der ReichSgedanke im Bundesrat fei. Solange dem so fei, könnten wir mit Ruhe in die Zukunft blicken. Er übergebe mit vollem Vertrauen die Geschäfte an v. Bethmann-Hollweg, ein Vertrauen, daS nicht nur gegründet fei auf die Anerkennung der hohen Begabung seines Nachfolgers, sondern auch auf dir Achtung vor dessen Charaktereigenschaften.
Athen, 15. Juli. Durch ein Erdbeben sind in der Provinz EliS mehrere Dörfer zerstört worden. Ungefähr 10 Personen haben dabei das Leben eingebüßt. Der angerichtete Schaden ist' groß.
Rom, 15. Juli. In Tone bei Greco flog eine Pulverfabrik in die Luft. Ein Arbeiter wurde getötet und zwei schwer verletzt. *
Görlitz, 15. Juli. Einem Lustmord ist der 15jährige Schreiber Semps zum Opfer gefallen, als er am 14. Mai einen Ausflug unternahm. Jetzt wurde feine Leiche bei Tetfchen im Walde ausgefunden.
N e w y o r k, 15. Juli. In Philadelphia fiel ein großer Block von einem GeschästSgebäude. ES wurden bisher 10 Leichen darunter gefunden. Ek wird angenommen, daß noch 20 Personen unter den Trümmern begraben liegen.
Kirchliche Nachrichten.
Sonntag den 18. Juli.
Vormittag- 9 Uhr: Herr Psarrer Todenhöser von Wippershain.
Nachmittag- 2 Uhr: Herr Pfarrer Für er.
Hierzu eine Beilage und Nr. 28 des „Illustrierten Sonntagsblattes."
Oeffentlicher Wetterdienst.
Dienststelle Weilburg (Landwirtschaft-schule).
Wetterausfichten für Sonnabend, den 17. Juli:
Heute noch Gewitter, später meist trübe, vielfach Regenfälle, kühl.
Verdingung des Ausbaues der Wege u. Gräben in der Zusammenlegungssache von Biedebach, B. 214 Erdarbeiten: 9275 ebm zu lösen, 2254 ebm zu bewegen.
9,96 km Klapp- und Planierwege.
2,60 km Gräben.
Mauer- und Pflasterarbeiten: 100 qm Trockenmauerwerk.
50 qm Steinschüttung.
Chaussiernngen: 485 qm einschließlich Materiallieferung.
Sohl- und Böschungsbefestigungen:
7300 qm Rafeneindeckungen.
3330 lfde. m Längsfaschinen.
468 Holzkaskaden.
Rodungen: 425 qm.
Zement-Rohrdurchlässe: 350 lfde. m Rohre zu verlegen einschl. Materiallieferung.
Die Verdingungsbedingungen sowie das Preis- und Massen- verzeichnis liegen beim Bürgermeister Bätz in Biedebach zur Einsicht offen.'
Die zum Angebot nötigen Auszüge des Preis- und Massen- verzeichnisfes sind gegen 3,00 Mark Schreibgebühren von dem Landmesser Rausch hier zu beziehen.
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Der Verdingungstermin findet am
3. August 1909
vormittags 9 Uhr
in der Heyerschen Wirtschaft zu Biedebach statt.
.. _ Der Zuschlag erfolgt entweder im Termin oder 4 ^Qe nach demselben.
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Beginn des Marktes vormittags 8 Uhr.
Ausspielung von Fohlen, Rindvieh, landwirtschaftlichen und Haushaltungsgegenständen aller Art u. drgl.
Die Verlosung findet nachmittags 3 Uhr im Rathaus zu Ziegenhain statt.
Während der Dauer des Marktes findet auf dem Paradeplatz Konzert und nachmittags Konzert und Tanz statt.
Das Markt-Komitee.
Die mündelfichere, städtische
ZMkch liiutiii (lintlinns)
spätestens
Hersfeld, den 12. Juli 1909.
Königliche Specialfommiffion.
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befrist einen außerordentlich hohen Nährwert, dagegen ist Alkohol ^^ geringen Mengen vertreten. Diese vorzüglichen Ei'"'
Nyajten elassifizieren dasselbe zu einem Sanitätsbier ersten namentlich Wöchnerinnen, Blutarmen, Recon- "?^bzenten als Stärkungsmittel seit Jahren ärztlich empfohlen nd. Kulmbacher Petzbräu ist ein unübertroffener Labetrunk (an- Aussohank bei
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