Einzelbild herunterladen
 

geht. Wenn'- zu MariS Heimsuchung (2. Juli) regnet, so regnet es lauter Flach-, und wenn man ihn aus Stein erbaut hätte. Nur in der Juli-Glut wird Obst und Wein dir gut. Wenn's an Mariä Heimsuchung regnet, soll's vierzig Tage regnen. Hund-tage hell und klar, zeigen an ein gutes Jahr; werden Regen sie bereiten, kommen nicht die besten Zeiten. Sobald der Juni abgetan, fängt also bald der Juli an. Reißt die Spinne ihr Netz entzwei, kommt ein Regen bald herbei. Im Juli muß vor Hitze braten, was im September soll geraten. Wer nicht fleißig rechnen tut, wenn die Bremsen summen, guckt gefälligst in den Hut, wenn der Winter kummen. Weht's bei Neumond her vom Pol, bringt es kühlen Regen wohl.

H Hersfeld, 5. Juli. Herr Kr ei s sek re r W e s s e l von Frankenberg ist zum 1. September d. I. nach hier versetzt, an Stelle des an die Regierung nach Cassel ein- berufenen Herrn Kreissckretärs Thamer.

):( Hersfeld, 5. Juli. Uebertragen: dem Herrn Psarrer G o n n e r m a n n zu K r u S p i s vom 1. Juli d. J. ab die kommissarische Verwaltung des neu errichteten KreiS- schulinspektionsbezirks C a s s e l-L a n d unter Anweisung deS Wohnsitzes in Cassel, sowie bis aus weiteres vertretungsweise die Mitverwaltung der nebenamtlichen Kreisschulinspektions- bezirke Hersseld I und II. Mit der Versetzung der Psarrstelle in K r u s p i s ist Herr Pfarrer Albrecht beauftragt.

):( Hersfeld, 5. Juli. Zu der vom 4.6. Juli statt« findenden 29. Versam m lung des H essis ch en F o r st- vereint sind eine große Anzahl Vertreter desselben in unserer Stadt versammelt. Die Tagung wurde am gestrigen Abend durch ein Konzert im Garten der GesellschaftVerein" ein- geleilet. Am heutigen Vormittag fanden die geschäftlichen Verhandlungen statt, während der Nachmittag der Besichtigung der Stadt gewidmet ist, woran sich alsdann ein gemeinsames Essen im Saale der GesellschaftVerein" anschließt. Bei günstiger Witterung ist sür morgen noch ein Ausflug in die Oberförsterei WipperShain vorgesehen.

§ Hersfeld, 4. Juli. Für die am 1. Juli d. Js. ins Leben tretenden Königlichen Polizeiverwaltungen in Bochum und Gelsenkirchen haben sich aus die öffentliche Ausschreibung einer größeren Zahl von etatsmäßigen Schutzmannsstellen je 5060, nur vereinzelt Bewerber gemeldet. Der Herr Minister der Innern hat deshalb aus besonderen Antrag die Einstellutig von Hilssschutzmännern aus der Zahl der inaktiven Unter­offiziere genehmigt. Auch die daraushin erfolgte öffentliche Ausschreibung der Hilssschutzmannsstellen hat bisher nicht den gewünschten Erfolg gehabt. Für die Hilfsschutzmänner wird eine mindestens vierjährige aktive Militärdienstzeit, volle körper­liche Gesundheit und eine Körpergröße von mindesten- 1,65 m verlangt. Die Hilfsschutzmänner erlangen keinen Anspruch auf endgültige Anstellung, können aber bei guter Führung und nachgewiesener Brauchbarkeit zu geeigneter Zeit als Schutz­männer endgültig in den Staatsdienst übernommen werden. Sie erhalten eine monatliche im voraus zahlbare Remuneration in Höhe der etatsmäßigen Anfangsgehaltes und deS gesetzlichen Wohnung-geldzuschusscs, d. h. nach der neuen Besoldungs- ordnung jährlich Mk. 1100+360 = 1760; die dienstlichen Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände werden geliefert. Den Bewerbungen, die an die Königlichen Polizei-Verwaltungen in Bochum oder Gelsenkirchen unmittelbar zu richten sind, sind beizufügen: a. Militärpapiere, b. polizeiliches Führungszeugnis, c. amtsärztliches Zeugnis über die körperliche Befähigung zum Polizei-Exekutivdienste, d. selbstgeschriebener Lebenslauf. Der Eintritt kann vom 1. Juli 1909 ab jederzeit bis zur voll­ständigen Besetzung der Stellen erfolgen.

V Rhina, 4. Juli. Auf dem hiesigen Schulacker wurden einige Kornähren gesunden, welche die ansehnliche Höhe von 2,20 Meter hatten.

Marburg, 4. Juli. In der vergangenen Nacht stürzte hinter Neustadt auS einem in voller Fahrt befindlichen Schnellzug ein vierzehnjähriger Knabe. Er wurde vom Zuge zermalmt. Aus daS gegebene Notsignal hielt der Zug sofort. Man fand nach längerem Suchen aber nur die zerstückelte Leiche des Knaben, der mit seinen Eltern auf der Reise von Memel nach Speier begriffen war. Der Verunglückte hatte die Coupeetür anscheinend in der Meinung geöffnet, nach dem Abort zu gelangen.

Ottrau, Kr. Ziegenhain, 2. Juli. Aus dem Transport von Ochsen von Fulda nach Göttingen fiel ein Ochse beim

Anbinden um und aus den Viehtreiber Thamar von hier. Th. erlitt hierbei einen doppelten Beinbruch.

Marburg, 3. Juli. Ein großer Goldwaren- und Juwelendiebstahl ist in der gestrigen Nacht hier ausgeführt worden. In dem Wiegandschen Uhren- und Goldwaren­geschäft am Casscler Tor sind annähernd 100 goldene und silberne Taschenuhren sür Damen und Herren gestohlen worden, ferner eine große Anzahl goldener Ketten, Armbänder, Ringe, usw. Ferner haben die Spitzbuben die Ladenkasse erbrochen und geplündert. Um vor plötzlichem Uebersall gesichert zu sein, hatten die Spitzbuben die Türklinke eines Nebenzimmers vom Verkauf-laden mit einem Stricke fest zugebunden. Hier schlies der Bestohlene selbst, doch hatte er von dem Diebstahl weiter nichts gemerkt, ein Beweis, mit welcher Geräuschlosigkeit die Spitzbuben gearbeitet haben. Am anderen Morgen standen Fenster und Türen offen. Die Ermittelungen ergaben, daß die Spitzbuben, wenigstens zwei von ihnen, am frühen Morgen von dem benachbarten Bahnhof Eissen wcitergesahren sind.

~ Neheim-Husten, 3. Juli. Eine mysteriöse Mordaffäre hat sich hier abgespielt. Zwei hiesige Fabrikarbeiter wurden unter Mordverdacht verhaftet. Sie sollen die Fabrikarbeiterin Schneider ermordet und die Leiche auf das Bahngleis geschleppt haben, um einen Selbstmord vorzuspiegeln. Alle drei hatten zusammen einer Festlichkeit beigewohnt. Auf dem Heimwege scheint es dann zu Zwistigkeiten gekommen zu sein.

Gemeinden a. Wohra, 2. Juli. Eine geistesgestörte Frau wurde heute morgen in einem Brunnen als Leiche ge­funden. Sie hatte sich nacht- heimlich aus der Wohnung entfernt und ist wahrscheinlich in der Dunkelheit in den Brunnen gestürzt.

Mühlhausen Thür., 2. Juli. Hier hat sich ein 16jähriger Tapeziererlehrling erhängt, um seinem Vater die Konventionalstrafe zu ersparen, die dieser zahlen müßte, wenn er die Lehre verließe. An seinem Beruf hatte der unglückliche junge Mann keine Freude mehr gefunden.

Nägelstedt, 1. Juli. Zwischen hier und Gräfentonna wurden die Leichen eines jungen Mannes und eines jungen Mädchens aus der Unstrut gezogen. Es handelt sich um ein Liebespaar, dessen Verbindung sich Schwierigkeiten entgegen- gestellt haben sollen. Der Mann stammt aus Gräfentonna, das Mädchen aus Nägelstedt.

Erfurt, 2. Juli. Ein mehr alS rohes Elternpaar stand vor der Strafkammer in der Person des Kutscher- Paul Fichtner und dessen Frau Josepha. Die Frau hatte einen vierjährigen Knaben in die Ehe gebracht. Beide Eheleute behandelten diesen in unglaublicher Weise. Bei gutem Wetter durfte der Knabe nicht auf die Straße, wurde aber bei Regen und Kälte, nur notdürftig bekleidet, hinausgejagt. Hungernd und frierend suchte er in der Nachbarschaft Wohnung. Fort­gesetzt wurde da- Kind derartig mißhandelt, daß eS kaum sprechen konnte. Schrie es, dann wurde es so lange geprügelt, bis eS, der Aufforderung gemäß, sang. Wiederholt stach der Mann Nägel in die Handballen des Knaben, so daß diese zu eitern begannen. Als infolge der Beschwerden der Nachbar­schaft das bedauernswerte Wesen untersucht wurde, hatte es sogar erfrorene Füße. In Anbetracht der unmenschlichen Be­handlung hielt es der Gerichtshof für angemessen, den Mann wie die Frau zu zwei Jahren Gefängnis zu verurteilen. Beide Verurteilte wurden nach derDorsztg." sofort verhaftet.

Vermischtes.

(Der zerstreute Operateur.) Ein Bürger in Verviers war vor einiger Zeit von einem Chirurgen aus Lüttich wegen einer Blinddarmentzündung operiert worden, wobei ein bekannter Arzt die Narkose und sonstigen Hand­reichungen bewirkte. Nach mehreren Monaten fand sich in der zugenarbten Wunde ein 75 Zentimeter lange- Stück Verbandgaze, das versehentlich bei der Operation zurückgelassen war und den Heilungsprozeß sehr verlängert und schmerzhaft gemacht hatte. Der Patient erhob daher gegen beide Aerzte Klage auf Zahlung eines Schmerzen-gelde- von 10,000 Frank. In dem Urteil hat jetzt da- Landgericht in Verviers diesen Anspruch, soweit er gegen den Chirurgen gerichtet war, in Höhe von 800 Frank als berechtigt anerkannt, ihn aber bezüglich des anderen Arztes abgelehnt und gleichzeitig den von dem Kläger gegen die Höhe der Arztrechnungen erhobenen Einwand zurückgewiesen. Die Rechnung des Chirurgen be-

lies sich aus 2800 Frank, die deS andern Arztes aus 1200 Frank.

(Die Unwetterschäden in Schlesien.) Die anhaltenden Regengüsse der letzten Tage haben in der Provinz Schlesien wieder großen Schaden angerichtet. Die Flüsse und Teiche sind über die User getreten und haben die Saaten stark beschädigt, ja zum Teil vernichtet. Aus Lauban wird gemeldet, daß der QueiS Hochwasser sührt. Die Fluß- regulierungSarbeiten mußten eingestellt werden. Neuaus- schüttungen wurden fortgeschwemmt. Die Freiwaldauer Viele ist bei ZiegenhalS und bei Rothfest aus den Ufern getreten und hat die angrenzenden Landstrecken überschwemmt, in Striegau wurden zahlreiche Keller unter Wasser gesetzt, in der Schweidnitzer Gegend ist die Ernte fast völlig vernichtet.

(Ein Parlament in HemdSärmeln.) Aus New Aork wird berichtet: Die große Hitzwelle, die jetzt über da- östliche Nordamerika hinzicht und die Bewohner der Großstädte aus den Häusern treibt, hat auf daS amerikanische Parlament einen eigenartigen Einfluß gehabt. ES ist ein selt­sames ungewohntes Bild, das man jetzt in Washington im Senat beobachten kann: ein Parlament in Hemdsärmcln. In hellen Lcincnanzügen sind die Abgeordneten erschienen, und wo sonst der ehrwürdige schwarze Gehrock dominierte, sieht man jetzt von der Hitze ermattete Herren, die uneingedenk der Würde des Raumes sich ihrer Weste entledigen und jede Pause in der Debatte mit Jubel begrüßen. Nur der Führer der Republikaner mit einigen seiner Getreuen erschien in schwarzem Alpakkarock, um so stumm gegen die leichte Toilette der anderen Senatoren zu protestieren; aber seine gut gemeinte Mahnung blieb ohne Erfolg, die alte Tradition ist in der glühenden Hitze zu einem Nicht- zusammengeschmolzen und als ein Opfer der Hitzwelle endgültig gefallen.

(Die Rattenplage in Amerika.) Aus New Jork wird berichtet: Die biologische Abteilung de- amerika­nischen Ackerbauministeriums hat soeben eine Denkschrift über die Rattenplage in den Vereinigten Staaten erscheinen lassen, die bemerkenswerte Ausschlüsse gibt über die Verheerungen, die die Ratten in Amerika anrichtcn, und über den gewaltigen Schaden, den sie dem Nationalvermögen zufügen. Nach den Berechnungen zerstören und rauben die Ratten für ihren Lebensunterhalt alljährlich rund sür 400 Millionen Mark Werte. Dazu tritt die große Gefahr, die die Ratten al- die ver- derblichsten Verbreiter der Bubonenpest dem Lande bringen. Am verbreitesten in Amerika ist die sogenanntenorwegische Ratte". Auf Grund von Experimenten hat man festgestellt, daß jede der vielen Millionen Ratten, die im Lande ihr Wesen treiben, jährlich ungefähr für 2.70 M. Korn verzehren muß, um sich zu erhalten; finden sie Hafermehl, so verbrauchen sie im Jahre für rund 7.20 M. für jede Ratte. Aber zu der Ernährung treten die gewaltigen Schäden, die die Tiere durch Verunreinigung deS Getreide-, durch Unterwühlen von Bau­werken, durch Vernichtung von Säcken und Papieren anrichten. Daß alle Kämpfe gegen die Rattenplage bi-her so geringen Erfolg auswiesen, hat ihre Hauptursache in der raschen Ver- Mehrung der Tiere. Man hat berechnet, daß ein einziges Rattenpaar, wenn es sich ungestört fortpflanzen kann, in drei Jahren zu einem Riesenheer von zwanzig Millionen angewachsen sein würde.

Letzte Nachrichten.

Essen (Ruhr), 3. Juli. Zwischen Altenessen und Gelsen­kirchen wurde die Leiche der Ehefrau eines Arbeiter- vollständig verkohlt aufgefunden.

E i s e n a ch, 3. Juli. Der in Eisenach abgehaltene Kriegcrbund-tag sprach sich für den schärfsten Kampf gegen die Sozialdemokratie au-.

Brüssel, 3. Juli. In einem Kohlenschacht bei Charleroi wurden vier Bergleute durch Gesteinzusammenbruch ver­schüttet. Zwei blieben tot, die anderen wurden tödlich verletzt.

Oeffentlicher Wetterdienst.

Dienststelle Weilburg (Landwirtschaft-schule). Wetterausfichten für Dienstag, den 6. Juli: Nur strichweise leichte Rcgensälle, kühl, veränderliche Bewölkung.

Zucker-Abschlag.

Hutzucker V 22 Pfg.

lose vorgewogen 23 Pfg.

Neue scholl. Vollheringe 3 Süd 20 Pfg.

Neue Italiener Kartoffeln

3 Pfiuiil 22 Pfg.

empfiehlt

Carl fröbling

Hersfeld.

Bin zu Ostern nach Hersfeld versetzt, und suche für diesen Termin

5st Zilnurer- Wohnung.

Gartenanteil Bedingung. Offerten mit genauen Angaben, auch be­treff. Wohnungen, die z. Z. noch im Baue, erbitte umgehend unter H. 200 an die Expedition d. Bl.

Missten-

Harten

empfiehlt in reicher Auswahl

Ludwig funks Buchdruckerei, Bersfeld.

MimRE«

Senden Sie mir 2 Mk. 50 Pf. per Anweisung, wogegen ich Ihnen brutto 10 Pfund geschnittene Tabakrippen franco zusende.

A. Grossenbach in Fulda.

Wer keine Badereise unternehmen kann, bade zu Hause mit dem neuen eisenhaltigen Mntterhngen-BadesalzNeprogen1.

Nervenstärkende Neurogen-Solbäder lassen sich schnell, sicher und bequem in jeder Badewanne, ja in jeder grossen Waschwanne herstellen und sind höchst wirksam gegen Schlaflosigkeit, Rheumatismus, Gicht, Nerven-, Herz-, Nieren-, Frauen- und Kinderkrankheiten, wie Skrophulose und englische Krankheit. Preis 100 kg M. 6,30. 50 kg M. 4,25. 25 kg M. 2,70 ab Bahnhof Leipzig. Probesäckchen k 5 kg franko jeder Poststation M. 1,65. Neurogen ist inl allen Apotheken und Drogenhandlungen in plombierten Originalsäcken erhältlich oder direkt zu beziehen von Dr. med. Alwin Müller, Leipzig Y.

1 Prospekte gratis.

»»#«»»1»»»#»»

Bringe mein bedeutend vergrössertes Lager in

# Tapeten *

M in empfehlende Erinnerung.

J< Grosse Auswahl in Neuheiten auf Lager

ja und nach reichhaltiger Musterkarte.

Reste ausserordentlich billig mit 25% Rabatt.

Die neuesten Muster in

2 Linoleum u. Lingrusta. V

W Peter Brandau, o

Telephon 209. Markt 162.

MMMMMMMHMMM