haun. DaS zweijährige Kind einer dortigen Familie fiel in einen auf der Erde stehenden Topf mit kochendem Wasser und wurde fast am ganzen Körper schwer verbrüht. Ob daS arme Kind am Leben erhalten bleibt, ist noch fraglich.
Casfel, 14. Juni. Eine internationale Einbrecherbande, welche daS Ausplündern von Goldwaren- und Uhrenläden in ganz Deutschland schon seit Jahren als Spezialität betreibt, hat auch hier nach längerer Pause einmal wieder eine Gastrolle gegeben und in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag den Goldwaren- und Uhrenläden von Emil Pfleging in der oberen Hohentorstraße Nr. 8 auSgeranbt. Die Mehrzahl der besten und teuersten VerkausSobjekte hatte die Bande an sich genommen, die Auslagen in dem Schaufenster hatten sie fast vollständig auSgeraubt, ferner die Schränke, Kästen, Behältnisse etc. geleert. Es fehlen 40 goldene, silberne und vernickelte Taschenuhren für Damen und Herren, Taschenuhren auS Toula und anderen Metallegierungen, ferner über 100 Stück goldene Herrenketten, über 100 Stück goldene Damenketten, 100 Stück goldene Ringe, 100 Stück charnicrtc Goldringe, 40 Damenuhrketten, 100 silberne Ringe, 200 Stück silberne charnierte Ringe, 10 Dutzend Fingerringe von Silber, Double und anderen wertvollen Metallen, 60 Stück goldene Broschen sowie zahlreiche andere Gegenstände. Der Gesamtwert der gestohlenen Goldsachen und Juwelen beträgt 50000 bis 63 000 Mark. Der Verlust ist ein umso empfindlicherer für den Bestohlenen, als derselbe nicht gegen Einbruchsdiebftahi versichert hatte. Wie die sofort angestellten Ermittelungen ergeben haben, sind die Diebe von dem nebenan befindlichen Wurstladen in den Pfleging'schen VerkausSladen eingedrungen, und zwar nachdem sie die Rolljalousic zur EingangStür des Schulischen Ladens von der Straße au- gewaltsam in die Höhe gedrückt haben. In diesem Laden angelangt, haben sie die Jalousie wieder heruntergelassen, um von vorübergehenden Leuten nicht bemerkt zu werden und haben dann, sicherlich mit Hilfe von Brechwerkzeugen und nicht ohne große Mühe und Anstrengung ein mannsgroßeS Loch in die aus massiven Backsteinen errichtete Seitenwand (welche die beiden Läden von einander trennt) gebrochen. Die Spitzbuben sind dann in den Pfleging- schen Laden hinüber gekrochen und haben hier die Plünderung vorsichtig und mit Ruhe vorgenommen. Sie haben dabei sich durch Essen und Trinken gestärkt, wie die Vorgefundenen Reste verraten. Zur Beleuchtung haben sie ein langes Stearinlicht benutzt, welches sie auf einer Zigarrenkiste befestigt hatten. Vermutlich in die mitgebrachten Koffer oder Reisetaschen etc. haben sie dann die gestohlenen Goldsachen und Juwelen etc. eingcpackt, sind nach der Bahn geeilt und haben mit den ersten Frühschnellzügen, welche ja um 3 Uhr morgens und später von hier nach allen Richtungen der Windrose abgehen, den Schauplatz ihrer erfolgreichen Tätigkeit schleunigst wieder verlaffen. ES wird deshalb recht schwer sein, die Diebe zu fassen.
Hanau, 10. Juni. Für das am 1. Okt. d. I. von hier scheidende Infanterie-Regiment Hessen-Homburg Nr. 166 erhält Hanau erst am 1. April n. I. Ersatz durch Belegung der Kaserne mit einem Bataillon deS 88. Infanterie-Regiment- aus Mainz. In der Zwischenzeit wird ein von den Infanterie- Regimentern deS 18. Armeekorps abgegebenes und zusammen» gestellteS Wachkommando hier Dienst tun.
Aus der Grafschaft Schaumburg, 11. Juni. In Rodenberg trank da- dreijährige Mädchen einer Kutschers in Abwesenheit der Eltern auS einer Flasche Petroleum und starb an den Folgen.
Rotenburg, 12. Juni. Ein schwerer UnglückSsall er- eignete sich heute früh um 10 Uhr auf dem in der Altstadt an der Fulda gelegenen Kieslagerplatz. Ein hiesiger Bauunternehmer ist schon seit mehreren Wochen mit dem Weg- schaffen der ungeheuren beim Hochwasser im Februar angeschwemmten Kiesbank beschäftigt. Er hat zu diesem Zwecke ein längeres Feldgeleise, das aus dem Lagerplatz links der Fulda verläuft, angelegt. Beim Umkippen eines Wagens senkte sich das Ende des Geleises, ein nachfolgender beladener Kippwagen kam ins Rollen und begrub den Arbeiter Adam Wassermann unter sich. Die Wirkung war fürchterlich. W. hatte beide Beine mehrfach gebrochen, ein Auge war ausgelaufen, das Blut strömte auS Mund und Nase. Hilfsbereite Hände waren zwar schnell zur Hand, aber der Zustand des Verunglückten stellte sich alsbald als völlig hoffnungslos heraus. Nachmittags 3 Uhr gab er schon seinen Geist auf. Der Verunglückte ist 45 Jahre alt und hinterläßt eine Witwe und sieben unmündige Kinder.
Frankfurt a. M., 10. Juni. Am 7. Juni wurde in der Wallauer Gemarkung ein 16jähriger Lehrling tot aufgefunden. Neben der Leiche lag ein Revolver, so daß man Selbstmord als Todesursache annahm. Die Untersuchung ergab jedoch, daß Mord vorliegen müsse, und es ist auf Grund der weiteren Nachforschungen ein 21jähriger Bursche der Tat verdächtig. Als Grund kommt Eifersucht in Frage.
Frankershause», 11. Juni. Gestern morgen kam bei den Anstreicherarbeiten an einem Hause der Weißbindergesellc A. von hier der elektrischen Lichtleitung zu nahe. Es war ihm nicht möglich, sich wieder frei zu machen. Die elektrische Zentrale Albungen, die sofort telephonisch benachrichtigt wurde, schaltete für die Leitung nach hier den Strom aus, und bann erst gelang es den unfreiwillig Gefesselten wieder los zu bekommen. Der junge Mann klagt über Schmerzen an verschiedenen Körperteilen und begab sich sofort in ärztliche Be- Handlung.
Scherfede, 11. Juni. Zwischen einheimischen und ausländischen Arbeitern kam es heute Nacht bei Meschede (Strecke Cafscl-Bcstwig) zu einer Schlägerei, bei welcher der Arbeiter Koch, ein Familienvater, getötet wurde. Der Täter, ein Eisenbahnarbeiter, wurde verhastet.
Hann. Münden, 11. Juni. Im benachbarten Ellers- Hausen wollte der Ackermann Zicrenberg feinen Hund totschießen. Dabei platzte der Laus deS Gewehres und zerschmetterte ihm die linke Hand derart, daß sie ihm in der Klinik zu Göttingen abgenommen werden mußte.
Halle, 12. Juni. Der wegen Mordes aus dem Brocken steckbrieflich versolgte Tischlergeselle Gustav Engelhardt wurde hier in einer Herberge verhaftet. Er gesteht seine Identität zu, bestreitet aber, daS Verbrechen begangen zu haben. In seinem Besitze wurden zwei Gepäckscheine über zwei aus dem Bahnhof Nordhausen hinterlegte Pakete vorgesunden, die, wie verlautet, große Summen Gelde» enthalten.'
Vermischtes.
— Duisburg, 12. Juni. Durch ein verunglücktes Dynamit-Attentat tötete sich der Bergmann Frankowiak im benachbarten Hamborn selbst. Frankowiak wollte auS Eifersucht seine Frau und einige Bergleute, die in seiner Wohnung zu einem Zechgelage versammelt waren, durch eine Dynamit- bombe töten. Die Bombe platzte aber zu früh und zerriß Frankowiak.
— Durch Sturz vom Pferde tödlich verunglückt
sind auf dem Truppenübungsplätze Posen der Hauptmann und Kompagnieches Walter Buchholz vom 19. Infanterie- Regiment in Körlitz und der Musikmeister Holke vom 56. Feldartillerie-Regiment in Lissa. Holke hinterläßt eine Witwe mit fünf unversorgten Kindern.
— In Alt-LandSberg ließ man dem Brauereibesitzer Winkelmann mehrere Hektoliter Bier böswillig auslausen. Um dem Täter aus die Spur zu kommen, holte sich Winkel- mann einen Berliner Kriminaldiensthund zu Hülse. Fricka nahm die Fährte aus und lief in eine Schankwirtschast. Am Schenktisch blieb er eine Weile stehen. Hier hatte, wie der Wirt noch wußte, ein Arbeiter Krüger aus Alt-Landtberg gestanden, der in der Brauerei beschästigt gewesen und entlassen worden war. Der Hund nahm die Spur von neuem auf und führte zur Wohnung des Krüger hin. Dieser war nicht zu Hause. Fricka aber apportierte sofort seine Holzschuhe, die noch feucht und mit Treberschaum bchastet waren. Gegen Krüger wurde jetzt ein Strafverfahren eingeleitet.
— Berlin, 12. Juni. Vorgestern Übergaben zwei unbekannte Damen dem Portier des Warenhauses Tictz am Alexanderplatz ein Paket zur Ausbcwahrung. Als das Paket gestern noch nicht abgeholt wurde und sich außerdem ein starker Verwesungsgeruch bemerkbar machte, wurde die Papierhülle geöffnet. Man fand darin die Leiche eines neugeborenen Kindes.
— (V e rz w e i fl u n g s t a t einer Mutter.) Sich und ihre Kinder zu töten versuchte in Köln die Frau eines Anstreichers. Sie löste große Mengen von Kali in Wasser auf, trank selbst von der Lösung und zwang auch die Kinder, einen zwölfjährigen Knaben und ein siebenjähriges Mädchen, das Gift zu trinken. Nachbarsleute fanden die drei bewußtlos vor. In einem Hospital wurde ihnen zwar sofort der Magen ausgepumpt, doch scheint eine Rettung ausgeschlossen zu sein. Man fand ein Schreiben der Frau an ihre Schwester vor, in dem sie mitteilt, daß sie mit ihren Kindern au» Nahrungssorgen in den Tod gehe.
— München, 11. Juni. 30 Wasserbauarbeiter lieferten sich in Kössen in der Kantine eine förmliche Schlacht. Mehrere Arbeiter wurden verletzt. Ein Kärntner, dem der Schädel gespalten worden war, versuchte noch zu entfliehen. Die Angreifer setzten ihm aber nach und trieben ihn in die vor« beifließende Ache, w» er ertrank.
— (Tragisches Ende eines Wirtshaus- st r e i t e S.) In Niederroth bei München wurde der Bäckermeister Woermann, Vater von sieben Kindern, sterbend auf der Landstraße aufgcfunden und verschied bald darauf in der Wohnung der Bürgermeisters. W. war im Wirtshaus mit einem Maurer beim Kartenspiel in Streit geraten und ist von seinem Gegner aus dem Rückweg von der Kneipe verfolgt und erschlagen worden. Der Mörder wurde verhastet.
— Bordeaux, 12. Juni. Heftige Gewitter mit Hagel und Wolkenbrüchen richteten große Verheerungen an, wodurch die Ernte der Umgegend zerstört und die telephonischen Verbindungen unterbrochen wurden.
— Während einer Choleraepidemie sind in Holland die unverheirateten Großrhedereibesitzer Lohsen und Langensiepen kurz hintereinander gestorben und haben, ohne daß sie vorher über ihr Vermögen verfügt hätten, angeblich 125 Mi l l. Gulden hinterlassen. Dieser Tage wurde in Nevigc», wie die K. Z. meldet, eine Versammlung von etwa 200 Per- fönen abgehalten, die ein Anrecht auf die Hinterlassenschaft zu haben glauben und die sich um die Erlangung der Erb- schast bemühen. Die Versammlung wählte einen AuSschuß, der in Rotterdam die Angelegenheit weiter zu fördern suchen soll. Eine größere Geldsumme wurde zu diesem Zwecke bereit gestellt.
— („S chafSkopf" — keine Beleidigung.) Daß die Bezeichnung eine» Staatsbürgers als „Schasskops" feine Beleidigung im Sinne des Strafgesetze», ist — wenigsten- nicht immer —, hat das Hamburger Schöffengericht entschieden. Eine Büfettdame in einem Hamburger Gasthaus war es, die dem Kellner den Schafskops an den — Kops warf, woraus er hinging und wegen Beleidigung klagte. Das Gericht erkannte aber aus Freisprechung, da in den Kreisen, in denen sich der Vorgang abgespielt habe, der Ausdruck „Sie Schasskopf" keine Beleidigung sei, weder einen ehrverletzenden Sinn habe, noch Verachtung bekunden solle. Er sei vielmehr nur eine etwas grobe, aber in der Regel ohne beleidigende Absicht vielgebrauchte Redensart. Darüber, ob der Kellner den „vielgebrauchten" Schafskops aus sich sitzen lassen will, hat er zunächst nicht- verlauten lassen.
— (Untergang eines russischen Unterseebootes.) In der Nacht zum Sonnabend stieß, wie auk Sebastopol telegraphiert wird, das Unterseeboot „Kambala" bei einem Angriffsmanöver gegen ein in den Hasen einlaufendes Geschwader infolge einer unerwarteten Wendung des Panzerschiffes „Rostißlaw" mit diesem zusammen und sank sosort. Der Kommandeur des Bootes, der sich aus Deck befunden hatte, wurde gerettet, alle anderen Insassen des Unterseebootes, der Chef der Unterseboots-Abteilung, Kapitän Biclikow, zwei Deckoffiziere sowie siebzehn Matrosen ertranken. Die „Kambala" liegt in einer Tiefe von achtundzwanzig Faden; Maßnahmen zur Hebung sind bereits getroffen.
— Petersburg, 12. Juni. Seit gestern sind elf neue Choleraerkrankungen und drei Todesfälle zu verzeichnen. Die Zahl der Kranken beträgt zur Zeit 48.
— Hagen (Westfalen), 11. Juni. Im Stadtteil Remberg wurde eine Falschmünzerwerkstätte entdeckt. Vier junge Leute in angesehenen Stellungen wurden verhastet.
— Cöln, 11. Juni. In einem Hause der Heinrichstraße brach gestern nacht Feuer aus, vermutlich durch das Umsallen einer Lampe. Die Feuerwehr fand die 87jährige Ehefrau Bechem erstickt vor dem Bette liegend und ihren 94jährigen Ehemann mit Brandwunden tot im Bette aus.
— Das BegräbnisChauchardS, des verstorbenen Gründers des Pariser Warenhauses Louvre und Multimillionärs, gestaltete sich gestern für Paris zu einem großen Ereignis, denn eS war mit gewaltigem Pomp in Szene gesetzt. Ein unbeschreiblicher Luxus war in dem Trauerhause entfaltet worden. Die Blumen standen in goldenen Körben. Der Tode lag, in Schwarz gekleidet, in einem Sarge, über den eine goldene Decke gebreitet war. Seine Weste soll mit zehn Perlen geschmükt gewesen sein, die einen Wert von einer halben Million Frank repräsentieren. Den Leichenzug begleiteten zahlreiche Freunde bei Verstorbenen, 3000 Angestellte des Kaufhauses Louvre und viele Abordnungen. Der Zug traf in Begleitung von Truppen, die mit Mühe die ungeheuere Menge von Zuschauern im Zaume hielten, in der Madelcine- Kirche ein, wo eine Messe zelebriert wurde, bei der der Opernsänger Delma» mitwirkte. Die Kirche war reich geschmückt. Die Beisetzung erfolgte aus dem Friedhos P5re Lachaise.
— (D ie überra nute Landung-brücke.) Au- Newyork wird berichtet: Ein schreckliche» Unglück hat sich am Sonntag in Mandeville, Louisiana, an den Usern bei Mississippi zugetragen. Aus der schwimmenden Landung-brücke
hatten sich über 200 Menschen versammelt, die dicht gedrängt' aus die Ankunft des Flußdampfer« warteten. Der Wasser- stand war hoch, die Strömung sehr stark. Der Dampfer näherte sich der Brücke mit voller Fahrt; ob die starke Strömung oder ein falsches Manöver die Ursache war, ist noch nicht aufgeklärt; das Schiff rannte mit voller Kraft gegen dicLandungsbrücke, die hoch emporgehoben und dann umge- dreht wurde. Unter gellendcnSchreien versanken gegen200 Menschen in den Fluten. DaS Schiff konnte nicht rasch genug zum Halten gebracht werden und fuhr nun mit ungeminderter Maschinen- kraft durch den im Flusse mit den Wellen ringenden dichten Hausen von Menschen. Die näher am Ufer gestanden hatten, waren in seichte» Wasser gefallen und konnten sich leicht retten. Die übrigen aber wurden die Opser eine- gräßlichen Schicksal». Neunzehn ertranken; andere wurden durch daS Schiff gepackt und getötet, ehe sie untergingen. Dreißig bi» vierzig gerieten in die arbeitenden Räder der Dampser» und wurden zum Teil gräßlich verstümmelt. Sie befinden sich alle in ärztlicher Pflege, aber der Zustand von vielen ist hoffnungslos. Die Behörden werden sowohl den Besitzer der LandungSbrücke als daS Steuerpersonal det Schiffes wegen Fahrlässigkeit vor Gericht stellen.
— (PlünderndeParlamentarier.) AuS San Franzisko wird der „Voss. Ztg." geschrieben: Der Kustos bei kalifornischen Staatskapitols, wo die gesetzgebende Körperschaft Kalifornien» tagt, hat umfassende Maßregeln dagegen getroffen, daß die Männer, die in diesen Räumen Gesetze geben, alle» auS ihnen sortnehmen, wa- nicht niet- und nagelfest ist. Anläßlich der jüngsten Vertagung dieser Körperschaft stellte der KustoS hundert Polizisten mit dem Austrage an, daraus zu achten, daß die Parlamentarier die Säle der Kapital» nicht ausplündern. Jede Tür und jedes Fenster des Gebäude» wurde vor der Vertagung 24 Stunden hindurch aus da» schärfste bewacht. Kein Paket durfte aus dem Hause getragen werden, das nicht vorher von den Wächtern geöffnet und untersucht worden war. In früheren Jahren hatten die Gesetz- geber alle» mitgehen lassen, wa» nur irgendwie mitgenommen werden konnte. Teure Pulte, schwere Lehnstühle. Dutzende von Messern, Füllfederhaltern, Tintenfässern, Schreibmaschinen, Zentner von Schreibpapier, sogar Papierkörbe und Teppiche, alle» war gestohlen worden. Dank den Vorsichtsmaßregeln deS Kusto», der seine Pappenheimer nur zu gut kannte, wurde der Verlust in diesem Jahre auf ein Mindestmaß beschränkt.
Letzte nachrichten.
Berlin, 13. Juni. Ein Mitglied der türkischen Sonder- gesandtschast äußerte einem Mitarbeiter des Tageblatt- gegenüber, die Berufung von der Goltz's entspreche dem dringenden Wunsch der ganzen ottomanischen Armee, die ihn hoffentlich später ganz gewinnen werde, Kreta müsse unbedingt türkisch bleiben. Die Gesandtschaft reift morgen teil» nach Stockholm teils nach London.
Berlin, 13. Juni. Im Oktober soll im Reichstag», gebäude eine französische Kunstausstellung stattfinden, die vom Annäherung-komitee arrangiert ist.
Berlin, 13. Juni. Bei der heutigen Ruderregatta in Grünau siegte im Kaiser-Vierer der Mainzrr-Rudrrverein gegen den Berliner Ruderklub Hella», dem Sieger von 1906, 1907 und 1909, der den Kaiserpokal heute definitiv gewonnen hätte.
Teheran, 13. Juni. Nach einer Meldung auS Täbrit vom 11. kam es infolge eines Streites des türkischen Konsuls mit Gendarmen zwischen letzteren und türkischen Truppen zu einem Zusammenstoß. Die Gendarmerie hatte 12 Tote, die Truppen sieben und sieben Verwundete. 20 türkische Soldaten wurden gefangen genommen. Der Gouverneur ist nach Urmia geflohen. Im russischen Lager bei Täbri- herrscht Dysenterie, die schon mehrere Opfer gefordert hat.
Budapest, 13. Juni. Der ungarische Automobilklub veranstaltete heute in der Redoute zu Ehren der an der Prinz Heinrich-Fahrt teilnehmenden Gäste ein Bankett mit 350 Gedecken, an dem u. a. Prinz Heinrich, Prinz Wilhelm von Sachsen-Weimar und der Herzog von Ratibor teilnahmen. Prinz Heinrich brächte eine Trinkspruch au-, in dem er die landschaftliche Schönheit Ungarns und den gastlichen Empfang rühmend hervorhob. Der Prinz schloß mit einem Hoch aus Ungarn und den König. Sodann hielt der Präsident bei ungarischen Automobilklubs Graf Alexander Andraffy eine Rede die mit einem Hoch auf Kaiser Wilhelm auSklang. Zum Schluß toastete der Herzog von Ratibor aus den Grasen Andraffy. Später begaben sich die Teilnehmer in den Parkklub.
Berlin, 13. Juni. Der Kaiser kommt Dien-tag abend in Neufahrwasser an und schifft sich sofort ein. Die Ausfahrt erfolgt Mittwoch früh. Der Besuch bei den Leibhusaren fällt auS.
Berlin, 14. Juni. Die englischen Geistlichen wohnten gestern abend einem lithurgischen Gottesdienst in der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche bei. Der Bischof von Salisbury hielt eine englische und deutsche Ansprache und drückte den Wunsch auS, die Verbrüderungssrage möge die Grundlage einer friedlichen Weltpolitik werden.
S t r a ß b u r g, 13. Juni. Im Restaurant Valentin fand ein Zusammenstoß zwischen Korpsstudenten und dem französisch redenden Freiherrn Clau- Zorn von Bulach statt, der mit feinem Hund deutsch gesprochen und auf die Bemerkung eines Korpsstudenten gesagt hatte, die deutsche Sprache sei für Hunde gut genug. Daraus sand eine tätliche Beleidigung statt.
London, 13. Juni. Die morgen beginnenden englischen Flottenmanöver werden sich länger al- einen Monat hinziehen und sich vorwiegend zwischen dem westlichen Eingang bei KanalS und der Nordsee abspielen.
Oeffentticher Wetterdienst.
Dienststelle Weilburg (LandwirtschastSschule).
Wetterausfichten für Dienstag, den 15. Juni: Vorwiegend heiter und trocken, tag-über wärmer all heute.