Pfund Sterling im Jahre 1908/09. Er führt einschließlich Indien 804 973 Offiziere und Mannschaften auf gegen 799 610 der vorigen Etats. Die Effcklivstreitkräste sollen 680107 Mann betragen.
Vom Bürgerkrieg in Persien wird gemeldet: Etwa 18 Kilometer von Chor überfielen Revolutionäre die Krieger Makuseidars, wurden aber geschlagen und verloren 50 Tote. Der Befehlshaber der Truppen Serdars steht mit 500 Mann bei Airibudschach. Die Revolutionäre haben Khoi gut befestigt und verfügen über viele Geschütze alten Systems und über drei neuen Systems. Die türkischen Truppen haben den Salmas-Bezirk verlassen. In diesem Bezirke herrscht vollständige Anarchie. In dem Enseli-Bezirke stehen die Türken nur in zwei Dörfern; wie ihr Kommandeur versichert, sind sie nicht berechtigt, andere Dörfer zu besetzen und haben Order aus Konstantinopel, allen ihnen sich anschließenden persischen Untertanen Schutz zu gewähren.
Das portugiesische Parlament wurde am 1. März in Lissabon seierlich eröffnet. Der König verlas eine Thronrede, in welcher die freundschaftlichen Beziehungen zu allen Ländern betont werden, insbesondere zu Deutschland, dessen Haltung in den Verhandlungen über den Handelsvertrag hervorgehoben wird. Sodann gedenkt die Thronrede der Krise in den Nordprovinzen und kündigt eine Resorm des Unterrichts und der Polizei an, verspricht ein neues liberales Preßgesetz und die Schaffung von LandarbeitSkolonieen für minderjährige Sträflinge. Das Budget werde Vorschläge enthalten zur Vermeidung eines Defizits und zu einer Konversion der schwebenden Schuld. Dem Könige wurden beim Eintritt in den Saal lebhafte Huldigungen bereitet.
Ueber die schwierigen Modalitäten der finanziellen Transaktionen, durch die der b u l g a r i s ch - t ü r k i s ch e Z w i st endgültig auS dem Wege geräumt werden soll, ist während des Besuches des Bulgarenfürsten in der russischen Hauptstadt ein Einvernehmen erzielt worden. Das russisch-türkisch-dulgarische Finanzabkommen, woran Fürst Ferdinand von Bulgarien in Petersburg lebhaft gearbeitet hat, ist zustande gekommen. Danach erlischt die türkische Kriegsschuld an Rußland, wobei Bulgarien sich verpflichtet, Rußland 82 Millionen Frank zu zahlen. Den Rest der Kriegsschuld erhält Rußland durch ein französisches Bankinstitut, wahrscheinlich die Banque dc Paris bar ausgezahlt. Die Höhe der Verzinsung ist noch nicht bekannt. Der morgen hier eintrcffende türkische Minister des Auswärtigen Risaat-Pascha wird das Abkommen unterzeichnen.
Aus Provinz u. Nachdargebiel
):( Hersfeld, 2. März. Die gestern nachmittag 4 Uhr im Rathaussaale abgehaltene Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung war von 14 Stadtverordneten besucht; der Magistrat war vertreten durch Herrn Beigeordneten A u e l. Um 4 Uhr eröffnete Herr Stadtver- ordncten-Vorstchcr Becker die Sitzung. Bor Eintritt in die Tagesordnung teilte der Herr Vorsitzende mit, daß Herr Stadtrat Jacob Seelig für das von der Stadt ihm und seiner Frau Gemahlin zur Feier der goldenen Hochzeit gespendete große Bild der Stadt Hersfeld seinen verbindlichsten Dank ausgesprochen habe. — Herr Uhrmacher Ernst A n d r 4 hat den neben seinem Wohnhaus in der Breitenstraße gelegenen Schuppen des Herrn Gasthofbesitzers Brack käuflich erworben und beabsichtigt, sein Wohngebäude entsprechend zu vergrößern. Diesem Vorhaben steht aber der Umstand entgegen, daß beide Gebäude erheblich von der Fluchtlinie geschnitten werden. Da an dieser Stelle die Breitenstraße noch zirka 15 Meter breit ist, hat Herr A n d r e gebeten, die Fluchtlinie soweit vorzurücken, daß die in Betracht kommenden Häuser nicht mehr gcschnittten werden. Der Magistrat hat diesem Anträge entsprochen und die Stadtverordneten-Ver- sammlung erteilte ihre Zustimmung. — Durch die Kanali- sierung des wilden Wassers ist eine kleine Abänderung der Fluchtlinien der Wittastraße notwendig geworden. Der Magistrat hat diese Abänderung genehmigt und weiter beschlossen, daß die Fluchtlinien der Wittastraße in gerader Linie bis an den Eisenbahndamm fortgesührt werden sollen. Außerdem hat der Magistrat im Einverständnis mit dem Anlieger, Herrn Fabrikbesitzer Friedrich R e ch b e r g, genehmigt, daß der Jnteressentenweg oberhalb der Lindenallee als Parallelweg an den Eisenbahndamm verlegt wird. Dort soll er eine Breite von 3 Meter erhalten und durch eine Uebersahrt über das wilde Wasser mit der Wittastraße verbunden werden. Die Stadtverordneten erklärten sich mit diesen Beschlüssen einverstanden. — Zu der von den städtischen Behörden bereit- beschlossenen Baupolizeigebühren-Ordnung für die Stadt Hersfeld hat der Herr Regierungspräsident zu Cassel einige Abänderungen gewünscht, die rein redaktioneller Natur sind. Der Magistrat hat diese Abänderungen genehmigt und die Stadtverordneten-Versammlung stimmte zu. Die festgesetzten Gebührensätze bleiben unverändert. — Vom Magistrat ist eine Abänderung des Tarifs für die Benutzung der städtischen Brücken- und Balkenwage beschlossen worden, wonach die Gebührensätze vom 1. April 1909 ab sich um etwas erhöhen. Diese Erhöhung ist notwendig geworden durch die in den letzten Jahren erheblich vermehrten Ausgaben zur Justand- Haltung der Wagen. Die Stadtverordneten-Versammlung genehmigte die beabsichtigte Erhöhung der Gebühren. — Vom Magistrat sind für die durch Erdbeben geschädigten Bewohner von Süditalien 100 Mark aus der Stadtkasse bewilligt worden. Die Stadtverordneten waren im Hinblick daraus, daß die Sammlungen für die durch Erdbeben geschädigten Bewohner Süditaliens einen sehr hohen Ertrag ergeben haben, der Ansicht, daß eine Zuwendung aus der Stadtkasse nicht mehr erforderlich sei. Sie ersuchten deshalb den Magistrat, den bewilligten Betrag aus 200 Mark zu erhöhen und diese Summe den durch Hochwasser geschädigten Bewohnern Nord- und Mitteldeutschlands zuzuwenden. — Aus Grund des Artikels XI deS Gesetzes vom 27. Mai 1907 ist eine Er- höhang der dem Forstausseher a. D. Caspar Meine! dahier aus der städtischen Forstkasse bewilligten Pension von jährlich 589 M. aus 703 M. erforderlich. Der Magistrat hat diese Erhöhung beschlossen und die Stadtverordneten erteilten ihre Zustimmung. — Für den Stadtlandmesser dahier hat der Magistrat die Gehaltsskala festgesetzt. Das Anfangsgehalt soll 2400 Mark betragen und von 3 zu 3 Jahren um je 300 Mark bis zum Höchstbetrage von 4500 Mark steigen. In diesem Gehalt soll zugleich die den städtischen Beamten gewährte Mietsentschädigung und persönliche Zulage einbegriffen sein, sodaß diese Beträge nicht noch besonders zur Auszahlung kommen. Die Stadtverordneten-Versammlung genehmigte diesen Beschluß. — Herr Maschinenfabrikant Bcnno Schilde hat einen schmalen Streifen seines Grundstücks an der August-Gottliebstraße zur verlängerten Stammen- gasse abzutreten. Die Größe der abzutretenden Fläche beträgt 83 Quadratmeter. Der Magistrat hat den Ankauf derselben zur Taxe der Ortsschätzer (8 Mark pro Quadratmeter) beschlossen und die Stadtverordneten erklärten sich hiermit ein
verstanden. — Zur Durchführung der Fluchtlinien der verlängerten Stammengasse ist auch der Ankauf eine- Teile- der Besitzung des Herrn Maschinenfabrikanten Wilhelm S e x a u e r zwischen der Obergeis und der Dippelstraße erforderlich, wobei auch die Versetzung einiger Gebäude erforderlich wird. Der Magistrat hat dieserhalb mit Herrn Sex au er einen Vertrag abgeschlossen, nach welchem der in die Straße fallende Grund und Boden der Sexauer'schen Besitzung zum Preise von 6,50 Mk. pro Quadratmeter aus die Stadt übergeht und für die Niederlegung und Neuherrichtung der abzubrechenden Gebäude, sowie für den Umbau des Vorderhauses und den Bau einer neuen massiven Grenzmauer eine Entschädigung von insgesamt 13 000 Mk. an Herrn Sex au er gezahlt wird. Ferner soll nach dem Vertrage das Areal deS die Sexauer'sche Besitzung durchschneidenden städtischen Fußweges zum Preise von 5,50 M. pro Quadratmeter aus Herrn S c x a u e r übergehen. Die Stadtverordneten waren zwar der Ansicht, daß die von Herrn Sexauer geforderten Preise für den Abbruch und die Neuherrichtung der Hintergebäude, sowie für den Umbau deS Vorderhauses etwaS hoch feien; sie erteilten jedoch dem abgeschlossenen Vertrage mit Stimmenmehrheit ihre Zustimmung in Erwägung dessen, daß die Einleitung und Durchführung deS EnteignungSverfahrenS wieder längere Zeit in Anspruch nehmen und den Ausbau der verlängerten Stammengasse unliebsam verzögern würde. — Zur Durchführung der Fluchtlinien im Hasenwinkel ist der Ankauf kleinerer Teile der Grundstücke der Herren M ü n st e r, K n a u s f und N e p p u t h erforderlich. Die genannten Eigentümer haben eS abgelehnt, die zur Straße zu ziehenden Flächen zur Taxe der Ortsschätzer an die Stadt abzutreten und der Magistrat hat deshalb die Einleitung des Entcignungsversahren- gegen dieselben beschlossen. Die Stadtverordneten-Versammlung hielt es für ausreichend, wenn zunächst nur gegen einen der in Betracht kommenden Grundbesitzer im Enteignungswege vorgegangen wird und brächte hierfür Herrn Bäckermeister und Landwirt Jean Knaufs in Vorschlag. — Um dem enormen Wasserverbrauch in den städtischen BedürfnishäuSchen zu begegnen, hat der Magistrat die Beschaffung von Spülapparaten beschlossen, die nur eine periodische Spülung zulassen, und zu diesem Zwecke den Betrag von 105 Mark bewilligt. Nach Ansicht der Stadtver- ordneten wird c- den Wasserverbrauch in den Bedürfnis- Häuschen erheblich vermindern, wenn die Wände der Bcdürf- nishäuschen anstatt mit Schiescrplatten, mit Torfitplatten belegt werden, die nur zeitweise neu gestrichen zu werden brauchen. Die Versammlung empfiehlt deshalb dem Magistrat, von der Anschaffung periodisch wirkender Spülvorrichtungen Abstand zu nehmen und Torfitplatten einzuführen. — Für Beschaffung von Trottoir-Randsteincn zur Bürgersteiganlage in der ReichS- bankstraße hat der Magistrat einen Fehlbetrag von 224 Mark nachbewilligt und die Stadtverordneten erklärten sich hiermit einverstanden. — Der Verlag zur Bestreitung von Reisekosten des Stadtlandmesfer- im Rechnungsjahr 1908 hat nicht auS- gereicht und es sind deshalb vom Magistrat 100 Mark nach- bewilligt worden. Diese Reisekosten werden der Stadtkasse auS den Gebührensätzen für au-wärtige Arbeit deS Stadt- landineffer- wieder ersetzt. Die Stadtverordneten-Versammlung genehmigte die Nachbewilligung. — Zur Beureitung der Kosten sür Beschaffung von Hilfskräften behufs Vornahme von DeS- injektionen bei ansteckenden Krankheiten in hiesiger Stadt hat der Magistrat einen Verlag in Höhe von 150 M. bewilligt und dazu beschlossen, daß für die Desinfektion der Krankenzimmer folgende Gebührensätze zur Erhebung kommen sollen: für ein Zimmer unter 20 cbm Rauminhalt 3,00 M., für ein Zimmer von 20—40 cbm Rauminhalt 4,00 M., für ein Zimmer von 40—60 cbm Rauminhalt 5,00 M., für ein Zimmer von 60—80 cbm Rauminhalt 6,00 M., für ein Zimmer von 80—100 cbm Rauminhalt 8 00 M., für ein Zimmer von über 100 cbm Rauminhalt 10,00 M. Die Stadt- verordneten-Versammlung genehmigte dies, ersucht jedoch den Magistrat, in Fällen besonders großer Bedürftigkeit von Einziehung der Gebühr für Vornahme der Desinfektion Abstand zu nehmen. — Der Herstellung einer Bürgersteiganlage an der Südseite der Homberger Straße aus der Strecke von der Wchnebergerstraße bis zur Grimmühle haben sich insofern un- erwartete Schwierigkeiten entgegengestellt, als die betreffenden Grundeigentümer für die abzutretenden Flächen Preise fordern, welche die Taxe der Ortsschätzer erheblich übersteigen. Die Stadtverordneten-Versammlung ersucht deshalb den Magistrat, einen Kaufpreis in Höhe bis zu 4,50 Mark für das Quadratmeter zu bewilligen und, fall» die Abtretung dann noch ab- gelehnt werden sollte, die Angelegenheit beruhen zu lassen. — Bei Gelegenheit der Beratung des Voranschlags der GaSwerkS- kasse für 1909 hatte die Stadtverordneten-Versammlung an den Magistrat das Ersuchen gerichtet, einige Richtlaternen an der Eichhofstraße eingehen zu lassen, da die Straßenbeleuchtung an dieser Stelle vollständig ausreichend sei. Der Magistrat hat in Folge dessen angcordnet, daß die beiden zwischen dem Schimmelpfeng'schen Petroleumkeller und den Logirhäusern am Kurpark stehenden Laternen als Richtlaternen in Wegfall kommen und nur noch als Abendlaternen brennen sollen. Die Stadtverordneten-Versammlung nahm Kenntnis hiervon. — Bei Beratung des Voranschlag- der GaSwerkSkasse für 1909 hatte die Stadtverordneten-Versammlung ferner beantragt, im Interesse der GaSabnehmer die Gasmessermieten vom 1. April 1910 ab in Wegfall kommen zu lassen. Der Magistrat hat jedoch hieraus erwidert, daß er nicht in der Lage sei, diesen Antrag zu genehmigen, weil dadurch ein Ausfall von etwa 4500 Mk. am Reingewinn deS städtischen Gaswerks entstehen würde. Die Stadtverordneten-Versammlung beschloß, die weiteren Verhandlungen über diesen Gegenstand zu vertagen bis zur nächsten EtatSberatung. — Bei dieser Gelegenheit wie- Herr Stadtverordneter SanitätSrat Dr. Israel darauf hin, daß im Jahre 1905/06 der Gasverlust des städtischen GaSwerkS 17,42 Prozent der gesamten GaSmenge (gegen 13,50 Prozent des vorhergehenden Jahres) betragen habe und daß diese Verlustziffer sehr hoch sei. Herr Dr. Israel hält eS für nötig, daß mit allen Kräften aus eine Verminderung des die Stadt erheblich schädigenden Gasverlustes hingewirkt werde und beantragt, den Magistrat zu ersuchen, dieserhalb die geeigneten Maßnahmen zu treffen. Herr Dr. I S r a e l ist der Ansicht, daß das Gaswerk nach Maßgabe seines UmsangS einen jährlichen Reingewinn von mindestens 40 000 Mk. abwerfen müsse. Die Versammlung beschloß, dem Magistrat hiervon zur weiteren Veranlassung Mitteilung zu machen. — Nachdem noch eine Angelegenheit, betreffend die Gründung einer höheren Knabenschule, bis zur nächsten Sitzung zurückgestellt worden war, schloß Herr Stadtvcrordneten-Vorstehcr Becker um 63A Uhr die Sitzung.
):( Hersfeld, 3. März. Am heutigen Tage fand in Berlin die Vermählung deS Herrn Landrats von G r u n e l i u s mit Fräulein von Hahnke, Tochter Er. Exzellenz deS Herrn GeneralseldmarschallS von Hahnke, statt. Nach der standesamtlichen Eheschließung erfolgte nachmittag- um Vü4 Uhr im Dom die kirchliche Trauung. Bald daraus
begann daS Hochzeit-diner im Hotel Adlon, wo auch gestern abend der Polterabend stattsand. Man sah dort die Spitzen der Hofgesellschaft, der Generalität sowie der ReichS- und Staatsbehörden mit den Freundinnen und Freunden deS Brautpaares vereint.
) ( Hersfeld, 3. März. Die Zahl der Fremden, welche im Monat Februar in den hiesigen Gasthäusern übernachteten, betrug 499 gegen 391 im gleichen Monat bei Vorjahres.
Cassel, 2. März. Ein von Leineselde nach Cassel sahrender Güterzug überrannte gestern Abend gegen 8 Uhr beim Dorfe Westhausen bei Heiligenstadt eine aus dem genannten Orte stammende Frau namens Döring. Man verlautet, daß sich die an Schwermut leidende Frau aus die Schienen begeben hat, um den Tod zu suchen. Der Lokomotivführer bemerkte die Frau, konnte aber nicht mehr hindern, daß sie von dem Vorreiber der Maschine ergriffen und zur Seite geschleudert wurde. Schwerverletzt wurde sie von dem Personal deS Zuge« aufgefunden und im Zuge nach Heiligenstadt geschafft, wo sie im Krankenhaus Ausnahme fand. Die Frau war erst kürzlich Witwe geworden, sie hatte für 6 unmündige Kinder zu sorgen.
Mainz, 28. Februar. In der Kaserne der 5. Kompagnie deS Brandenburgischen ArtillerieregimentS kam eS dieser Tage zwischen alten Leuten und Rekruten zu einer Schlägerei. Die Rekruten griffen schließlich zu den Säbeln und schlugen er- barmungslos aus ihre Angreifer, die älteren Mannschaften, wobei drei Personen schwer verletzt wurden.
Standesamtsbezirk Hersfeld. Monat Januar. Eheschließungen.
Am 5. Julius Oppenheim Fellhändler, mit Rosa Nordhäuser.
— 16. Christian Manns, Schlosser, mit Anna Margrete Müller. — 19. DionisiuS Joschka, Oberfahnenschmied und Vizewachtmeister im 2. Garde-Feld-Artillerie-Regiment in Potsdam, mit der Köchin Anna Elisabeth Liebold von hier.
Geburten.
Am 1. Karl, S. des Dienstknechts Valentin Bock. — 2. Johanna Luise, T. des Maschinenbauers Emil Paul Schulze. — 4. Ernst Wilhelm, S. des Restaurateurs Karl Friedrich Heinrich Max Arnoldi. — 5. Anna Katharina, T. deS Metzgers Friedrich Lorenz Wolfs. — 8. Arthur Heinrich, S. des Kontoristen Wilhelm Christian Kranz. — 9. Christian, T. deS Färbers Jakob Kneisel. — 10. Karl Friedrich Wilhelm, S. deS Zimmermeisters Martin Vockroth. — 11. Cäcilie, T. des Kaufmanns Eduard Cohn. — 13. Martin Christian, S. des Pflasterers Georg Johann Wilhelm Steinacker. Ein Mädchen unehelich. — 14. Georg, S. des Schlosser- Karl Heinrich Fehling. — 16. Barbara Elisabeth, T.deS Tuchmachers Jakob Schott. Anna Elisabeth, T. des Dachdeckers Heinrich Kühn. — 17. Elisabeth, T.deS Schlossers Johann Georg Otto. Johann, S. des Ziegeleiarbeiters George Liebermann. — 21. Konrad Ernst, S. des DienstknechtS Heinrich Möller. — 24. Ein Knabe unehelich. — 25. Erika, T. des Gastwirts JustuS Schade. — 26. Wolfgang Friedrich Karl August, S. des Oberlehrers Dr. philosophiae August Eduard Karl Otto Preime. — 27. Erna, Elfrieda, Hildegard, T. des Formermeisters August, Karl, Wilhelm, Friedrich, Liebau. — 29. Wilhelm, Kurt, Willy, S. des Schornsteinfegermeisters StaniSlauS, Philipp Lubina. — 30. Ernst, Arnold, S. des Heilgehülfen Johannes Frick.
Sterbefälle.
Am L Konrad Heinrich Karl Apel auS KalkobeS, 14 Tage alt. — 3. Katharina Barbara Apel, Ehefrau des Hausdieners Georg Heinrich Apel, geb. Volland, 28 Jahre alt. Joseph ine Otto, 3 Jahre alt. — 6. Moses Nußbaum, Schneidermeister, 58 Jahre alt. — 7. Dorothea Scharb, Rentenempsängerin, 54 Jahre alt. — 9. Ehefrau Mario des Bürstenmachers Johannes Heinrich Weppler, geb. Krauß, 29 Jahre alt. — 10. Karl Eckhard auS KalkobeS. 1 Jahr alt. — 11. Sußmann Katzenstein, Rentner, 73 Jahre alt. — 18. Anna Katharina Kemmler auS HeeneS, 1 Jahr alt. — 23. Ehestau Elisabeth des Schuhmachermeisters Heinrich Justus Fey, geb. Wille, 52 Jahre alt. Heinrich Möller, OrtS- diener aus Lengers, 59 Jahre alt. — 24. Johann Heinrich Heyer, Landwirt aus KalkobeS, 82 Jahre alt. — 26. Elisabeth Land, stedel, 9 Jahre alt. — 29. Engelhard Knoth, Schlosser auS Gittersdorf, 15 Jahre alt. — 31. Philippine Pfeffer auS HeeneS, 9 Jahre alt.
Letzte Nachrichten.
Osterburg, 2. März. Die Kaiserin hielt bei ihrem Besuch in der Aula der Provinzialtaubstummenanstalt folgende Ansprache: Eine wehe Pflicht hat mich zu Ihnen gerufen* Die große Not, die durch die jüngsten Ueberschwemmungen das Land heimgesucht hat, hat mein Herz auf das tiefste bekümmert. Ich weiß schon, viele helsende Hände haben sich Ihnen entgegengestreckt. Auch mein Sohn, der Kronprinz hat durch Bildung einer HilsskomiteeS gesucht, Mittel für die Notleidenden heranzuschaffen. Doch war es des Kaisers und mein Herzensbedürfnis, auS eigener Anschauung mir ein Bild deS Unglücks zu machen. Leider kann ich persönlich die Verluste nicht abwcnden, aber ich kann in diesen schweren Tagen Ihren Kummer von Herzen mitempfinden und mittragen helsen. __
Berlin, 2. März. Die Erschwerung deS Verkehr- infolge deS andauernden Schneefalls war zeitweise bedeutend. Ein nach Tausenden zählendes Ausgebot von Straßenreinigern war auch nicht entfernt im stände, die Straßen frei zu halten- Erst mit dem Nachlassen des Fracht- und AutomobilverkehrS in den späten Abendstunden konnte die Straßenbahn den Fahrplan einigermaßen cinhalten. Bis gestern abend hatten sich aus den Unfallstationen 47 Personen eingesunden, die infolge der Glätte zu Schaden gekommen waren.
Essen, 3. März. Aus der Zeche Husbold bei Heißen sausten vier Bergleute, als das Seil im leeren Bremsgestell riß, mit dem Wagen den Bremsberg hinunter. Zwei waren sofort tot, der dritte starb nach der Einlieferung in da- Krankenhaus und der vierte liegt hoffnungslos danieder.
Altona, 2. März. Beim Rodeln stürzte der 18 jährige Primaner, der Sohn eine- Lehrers, den Abhang hinunter und war sofort tot.
Belgrad, 2. März. ES verlautet, die serbische Regierung werde gegenüber dem russischen Ratschlag, von den territorialen Forderungen abzusehen, den Standpunkt ein- nehmen, daß sie nicht umhin könne, die definitive Entscheidung über die territorialen Forderungen den Großmächten zu über- lassen. In deren gerechte Entscheidung setze Serbien das größte Vertrauen, zumal von dieser eine gründliche Lösung der schwebenden Fragen abhänge. Die serbische Regierung fei von der Ueberzeugung durchdrungen, daß ein die sachlichen Verhältnisse auf dem Balkan nicht beachtender Beschluß Europas keineswegs zur Festigung des allerseits gewünschten Frieden- beitragen würde.