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Mindesten» 1,65 m groß, kräftig, vor dem 1. Oktober 1890 geboren (jüngere Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwicklung). Bauhandwerker (Maurer, Zimmerleute, Dach­decker, Tischler, Glaser, Töpfer, Maler, Klempner usw.) und andere Handwerker (Schuster, Schneider, Gärtner usw.) bevorzugt.

In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0,50 Mark Teuerungszulage gewährt.

Meldungen mit genauer Adresse sind, unter Bcisügung eine- vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkomunssion ausgestellten Meldeschein- zum sreiwilligen Dicnstcintritt aus drei Jahre zu richten an:

Kommando deS IH. StammfecbataillonS, Wilhelmshaven.

Bekanntmachung.

Einstellung von Dreijährig-Freiwilligen für die Matrosen-Artillerie-Abteilung kiautschou in Tsingtau (China).

Einstellung: Oktober 1909, Ausreise nach Tsingtau: Januar 1910 bezw. 1911, Heimreise: Frühjahr 1912. Be­dingungen : Mindestens 1,67 m groß, kräftig, vor dem 1. Oktober 1890 geboren (jüngere Leute nur bei besonders guter körperlicher Entwicklung).

In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0,50 Mark Teuerungszulage gewährt.

Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beifügung eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission ausgestellten Melde­schein- zum sreiwilligen Diensteintritt aus drei Jahre zu richten an:

Kommando der Etammabteilung der Matrosenartillerie Kiautschou, Cuxhaven.

nichtamtlicher Ceil.

Abgeordnetenhaus.

Am Montag hielt Minister v. Moltke eine gründliche Ab­rechnung mit der Sozialdemokratie, die angeblich, wie der Abg. Hirsch (Eoz.) am Sonnabend auSgesührt habe, nur mitgeistigen" Mitteln kämpse. Die Straßendcmonstrationen könne er aber nicht gerade alS einen Kampf mitgeistigen" Waffen be­zeichnen. Dann nagelte er die Sozialdemokraten auf die be­kannten Bebelschen Ausführungen vom Nürnberger Parteitag fest, der den süddeutschen Genossen gegenüber von einem Kamps umKopf und Kragen" in Preußen gesprochen hatte, und wieS an der Hand anderer Aeußerungen die Notwendigkeit deS polizeilichen Eingreifens nach. Den Vorwurf, daß Geheim­polizisten als Spitzel in den Reihen der Sozialdemokraten provokatorisch gewirkt hätten, widerlegte er, indem er gleich­zeitig fein sofortiges Eingreifen zusagte, wenn sich tatsächlich ein solcher Fall ereignen sollte. Aber wie notwendig eine Ueberwachung durch die Geheimpolizei sei, daS hätten gerade die bedauerlichen Vorsälle am Einzugstage deS englischen KönigS gezeigt.Erst verhetzen und dann über Gewalt schreien, daS ist Ihr Prinzip!" so schloß der Minister unter lautem Beifall.

Am Dienstag wurde die zweite Beratung des Etats deS Ministerium» de» Innern festgesetzt. Langsam wird ein Kapitel nach dem andern erledigt. Die Aufmerksamkeit deS Hauses gehört weniger den Rednem, alS einer eifrigen Privatunter- haltung oder anderer nützlicher Tätigkeit. Be«m KapitelOber- verwaltungSgericht" ergreift Abg. Hagen (Zentr.) das Wort, er wünscht ein etwas beschleunigteres Verfahren und würde eS lieber dem Staatsministerium alS dem Ministerium deS Innern unterstellt sehen. Etwa» lebhafter wird die Debatte bei dem KapitelLandräte", mit dem gleichzeitig diePolizeiverwal- tungrn in den Provinzen" verbunden werden. Die übliche Beschwerde über daS Verhalten der Landräte bei den Wahlen taucht, wie alljährlich aus. Ein Beschützer erwächst jenen in dem Abg. von Goßler (kons.), der früher selbst diese Stellung bekleidete. Recht eingehend find dann die AuSsührungcn deS Abg. Sayda (Pole), der einen Antrag begründet, der die Aus­hebung der Legitimationskarten der ausländischen Arbeiter an- strebt. Er sieht in dieser ministeriellen Versügung einen Vor­stoß gegen die Reichsgesetze und das KoalitionSrecht und be- streitet dem preußischen Minister daS Recht, derartige in die ReichSbesugnisse eingreifende Anordnungen zu treffen. Im zweiten Teil seiner Rede bilden wieder die Wahlbeeinfluffungen der Landräte den Gegenstand der Beschwerde.

Reichstag.

Am Montag kam Staatssekretär Dernburg auf eine Reihe

dachte freilich damals nicht, daß es so lange währen würde, Hans!"

Ist Dir» zu lang geworden, Hedwig, um Deinen Liebsten zu weinen?" fragte HanS und saßte die Hände der Schwester, ehe sie diesmal von ihm zurückweichen konnte. Die Er­schütterung, die er während ihrer Erzählung empfunden hatte, ging in der neuen Erschütterung unter, in die ihn der letzte AuSruf der Schwester versetzte.

Der leise Klagelaut und der schmerzlich lebensmüde Zug um die wieder geschlossenen Lippen hätten verraten, wie ihr zu Mute sei, wenn er auch nicht gewußt hätte, daß die gesenkten Augen deS Mädchens unablässig den weißschäumenden Wasser­strudel vor sich sahen, in dem Gotthold Lindner sein Ende gesunden Halte.

Hedwig antwortete nicht aus seine Frage, als er aber sagte:

Du wirst dem Doktor hübsch Wort halten, Hedwig, auch nun ich da bin", da fuhr sie wie aus einem bösen Traum und vor dem Traum zurückschauernd aus und flüsterte:

Meines Bleibens ist hier nicht ich trage es so schwer so schwer; so lang Du mich brauchst, Hans, will ich tun, waS ich vermag. Führe bald eine junge Frau ins Haus, damit ich gehen kann, so oder so!"

Sie hatte die letzten Worte in herabfließenden Tränen »stickt der junge Mann las sie ihr dennoch von den Lippen.

Indem er noch nach einem kräftigen Zuspruch suchte, war Hedwig au» dem großen Gemach hinaus er hörte, .da sie die Tür hinter sich offen ließ, ihren Tritt von der Treppe, aus der ein Fenster offen stehen mußte.

Denn mit einmal zog die vom Gewitter erfrischte Nacht­lust in stärkeren stoßweißen Wellen durch den Raum, der Zug löschte die Lampe.

Han» Brieger fühlte sich mit leisem Grauen aus einmal an den Augenblick auS Hedwig» Erzählung erinnert, wo seine Schwester die alte Base hatte packen wollen und diese plötzlich zusammengebrochen war und blickte in den dunklen Raum hinein, all ob er Gestatten vor sich sehr. Doch überwand er

von Anfragen und Beschwerden zurück, die im Laufe der De­batte vorgebracht worden waren. Insbesondere charakterisierte er die negative Politik der Sozialdemokratie sehr scharf und treffend und versprach eine Reform deS Gouvernementsrate» nach der Richtung, daß die Nichtbeamten stärker herangezogen werden sollen. Er betonte die Einigkeit der bürgerlichen Par­teien in Kolonialfragen im allgemeinen und versprach daS nationale, kulturelle und kommerzielle Programm nach Kräften zu fördern. Schließlich wurde daS Gehalt deS Staatssekretärs bewilligt und dann noch nach unwesentlicher Debatte die ein­zelnen Kapitel deS Etats für Ostafrika.

Südwestafrika.

Ueber die im Ovambolande herrschende Not entnimmt die D. Südwcstasr. Z. einem Briefe des bekannten Missionars Rautanen auS Ondonga, 4. Januar, solgendes:Hier zu Lande spricht man zurzeit von nichts als vom Hunger. Die Landesvorräte gehen zu Ende; von Tag zu Tag nimmt die Not zu. Schon manches Hungerjahr habe ich hier erlebt (Missionar Rautanen ist bereits 38 Jahre im Lande), aber keiner hat bisher daS Land so hart betroffen. Viele Einge- borene haben bereits ihre Werften und Aeckcr verlassen, um anderSwo ihr Leben zu fristen. So wurde mir heute morgen ein kleines Mädchen gebracht, das allein in einer Werft zurück­geblieben war; der Vater war nach Oukuanjama geflohen, um dem Hungertode zu entgehen, und die Mutter war bereits verhungert. Die deutsche Regierung hat ihre Hülse nicht versagt, wäre da» nicht, so würden noch viel mehr Leute zu Grunde gegangen sein. Auf fünf Stationen werden täglich 10 bis 12 Ztr. Lebensrnittel verteilt, aber hier möchte man auch sagen: Wa» ist da» für so viele, für einen Stamm, der etwa 40 000 Seelen zählt!" Au» Oukuanjama lauten die Nachrichten nicht erfreulicher. Der PräseS der dortigen Rhei­nischen Mission, Wulshorst, schreibt darüber:

Die letzte Ernte ist so spärlich ausgefallen, dazu der Regen so wenig ergiebig gewesen, daß auch hier eine große Hungersnot ausgebrochen ist. Viele sind schon Hungers ge­storben, andere zu Skeletten abgemagert. Proviant auS dem Damaralande herauszubefördcrn ist wegen des schlechten WegeS fast eine Sache der Unmöglichkeit. Viele junge Leute versuchten deswegen, im Hererolande Arbeit zu finden, sie besaßen aber nicht mehr die Kraft und den nötigen Proviant, um den Weg nach Okakucjo machen zu können, und sind aus dem Wege umgekommen. Es muß dringend davor gewarnt werden, die in Swakopmund und anderen Orten arbeitenden Ovambo in dieser Zeit zurückkehren zu lassen. In hochherziger Weise hat das Kaiserliche Gouvernement durch Bereitstellung von Lebens- mittcln die Not der Leute gelindert. Diese Tat der Regierung war sehr klug und beginnt schon reiche Früchte zu tragen. DaS ganze Land spricht sich anerkennend darüber aus. Wenn die Häuptlinge schon früher Vertrauen zu der Regierung ge­faßt hätten, und sich freiwillig unter deutschen Schutz stellten, so sehen sie jetzt in der Tat, daß Herr Hauptmann Franke während der Zeit seines Hierseins ihnen nur zum Guten ge­raten hat." Die Direktion der Otavi-Minen- und Eisen- bahngesellschast hat auf dem Wege, der aus dem Ovamboland nach ihren Minen führt in Namutoni eine VerpflegungSstation für die heranziehenden Ovamboarbeiter eingerichtet. Auch nach Swakopmund kommen jetzt mehr OvamboS. Nach Lüderitz- bucht sind bis Anfang Februar an 200 Ovambo zur Arbeit auf den Diamantseldern übergeführt worden.

Die Ablehnung der Nachlaß- steuer in der Kommission.

Berlin, 2. März. Die Finanzkommission des Reichs­tags trat heute nach Unterbrechung ihrer Verhandlungen wieder zusammen. Zu Beginn der Sitzung wurde die Nach- laßstcuer gegen sechs Stimmen abgelehnt.

Berlin, 2. März. Die Ablehnung der Nachlaßsteuer in der Finanzkommission erfolgte gegen die Stimmen der Freisinnigen und Sozialdemokraten. Die Reichspartei gab eine Erklärung ab, wonach ihr die Nachlaßsteuer unsympathisch sei und sie ihr nur zustimmen könnten, wenn die Reichs- finanzrcsoim nur aus diesem Wege sich zustande bringen lasse. Da sie aber einen Antrag eingebracht hätte, der einen Ersatz für die Nachlaßsteuer bringe, stimmten sie gegen dieselbe, ohne ihre Stellung für die Zukunft zu präjudizieren. Auch die Nationalliberalcn behielten sich ihre endgültige Stellung für die^zweite Lesung vor. Gegen die Sozialdemokraten wurde beschlossen, über den nationalliberalen Antrag aus Einführung einer Reich»vermögenSsteuer vorweg zu debattieren und abzu- stimmen.

diese Anwandlung rasch, er trat tief atmend noch einmal anS Fenster und sah zwischen den triesenden Zweigen des Rotdorns hinaus.

ES war Heller als vorhin, die Lust wehte mild und kühl zugleich, der Fluß schien stärker zu rauschen, die letzte Wolke zog über dem Wasser rasch talabwärts, an ihren Säumen blitzte ein Gestirn um das andere aus. Der junge Mühlherr kam nur allmählich wieder zu sich selbst; ohne Licht anzu- zünden, ging er nach seinem Schlafzimmer. Obschon ihm der Hauch von draußen Haar und Stirn umspielte, fragte er sich seuszend, während er sich im Dunkeln entkleidete, ob der zuversichtliche Fabian recht behalten und ihm am Morgen alles frischer dünken werde, als an dem Abend seiner Heimkehr.

*

Früh genug war HanS Brieger auf den Füßen, er mußte sich, da das klappernde Mahlwerk stumm blieb, erst besinnen, daß es Sonntag Morgen sei. Er hatte trotz aller Schmerzen und Sorgen, die die vergangene Nacht auf seine Seele gewälzt hatte, ein paar Stunden traumloS geschlafen. Beim ersten Blick nach der roten Morgenwolke, die auf dem Bcrgzug des oberen Tales zu ruhen schien, war es ihm, alS ob er schwer geträumt habe, dann aber trat alles, was gestern geschehen war, in voller Deutlichkeit in sein Gedächtnis. Wie ein schmerzlicher Stoß durchjuhr ihn die Gewißheit, daß sein Leben daheim anders, ganz anders verlaufen werde, als er sich'» in seiner Schulstadt nach dem Tode de» Vater» auSgemalt hatte.

In jedem dieser Zukunft-träume war er natürlich der Mittelpunkt der kleinen Welt hier gewesen und nun lag es ja aus der Hand, daß er keine srohe Stunde haben würde, wenn die Schwester ihr dumpfe» Leid nicht überwand und neuen Lebensmut gewann.

Die arme Hedwig! Jede Aufwallung verletzten Stolzes und dieser Scham über den Fehltritt der Schwester, der sie allen Mäulern deS Tales preiSgegeben hatte, erstarb im Ge- sühl ihre» SlendS und der großen Buße, die ihr auser­legt war.

Ein Mitglied der Wirtschaftlichen Vereinigung sprach sich energisch gegen die Nachlaßsteuer aus. Dagegen wurde von freisinniger und sozialdemokratischer Seite für die Einführung der RcichSvcrmögenSstcuer unter wesentlicher Abänderung bei nationalliberalen EntwurseS eingetreten. Der sozialdemokratische Redner bezeichnete die Gegner der ReichsvermögenSsteuer alS einen Schutzverband der großen Vermögen gegen die Heran­ziehung derselben auf Kosten der breiten Massen. Die soge­nannten staat-erhaltenden Parteien sürchteten für ihren Geld­beutel. DaS hätte die Agrarier veranlaßt, die Nachlaßsteuer abzulehnen. Ein Mitglied der Reichspartei trat für ihren Antrag ein und erklärte sich nochmals gegen eine Reichsver- mögenssteuer wegen der Gefahr für die Einzelstaaten, zumal der von seiner Partei vorgeschlagene Weg dieses Hindernis nicht habe und auch für die verbündeten Regierungen gangbar sei. Ein Zentrumsmitglied sprach sich gegen die Reichsver- mögenssteuer aus, ebenso die konservative Partei, während der nationalliberale Antragsteller nochmals für sie eintrat.

Aus In- und Ausland.

Der Kaiser wohnte am 1. März vormittags der Feier bei 100jährigen Bestehens des p r efu ß i s ch e n K r i e g S m i ni­st e r i u m S bei, die in den Räumen deS KriegSministeriumS vor sich ging. Der Monarch hielt hierbei eine längere An­sprache, in der er von der Katastrophe der preußischen Waffen bei Jena und Auerstädt und der ihr solgenden Periode tiefster Erniedrigung Preußens auSging und dann deS Beginnens zunächst der militärischen Wiedergeburt des Staates mit der Errichtung eincS besonderen KriegsdepartementS feiten des Königs Friedrichs III. gedachte. Er hob hierin die erfolgreiche Tätigkeit des preußischen Kriegsministeriums in den nun ver­flossenen hundert Jahren hervor und feierte vor allem das Gedächtnis Scharnhorsts und RoonS. Der kaiserliche Redner wünschte, daß es dem Vaterlande nie an Männern schien möchte, welche diesen beiden in aufopfernder Treue und glühender Liebe zum Vaterlande nachciserten; er schloß mit dem Ausdrucke der Hoffnung, daß das preußische Kricg-- minifierium nie rasten werde in seinem Wirken und Schaffen. Später erschienen auch die Kriegsminister Bayerns, Sachsen» und Württembergs bei der Hundertjahrscier des preußischen Kriegsministeriums, um zu gratulieren, andere Gratulanten sprachen ebenfalls vor. Abends fand ein Festmahl im Hotel Adlon" statt, zu welchem sich der Kaiser gleichsalls eingc- sunden hatte; er wohnte schließlich auch der Festvorstellung von Paul Heyses vaterländischem SchauspielKolberg" im Königlichen Opernhause bei. Anläßlich der Hundertjahrseier des preußischen Kriegsministeriums wurden vom Kaiser zahl­reiche OrdenSauSzeichnungen verliehen; Kriegsminister v. Einem selber erhielt den Schwarzen Adlerorden.

Se. Majestät der Kaiser traf heute früh 8 Uhr 45 Min. in Oldenburg ein und wurde auf dem Bahnhose vom Großherzog und dem Erbgroßherzog begrüßt. Der Kaiser fuhr mit dem Großherzog nach dem großherzoglichen Palais, wo das Frühstück eingenommen wurde. Nach dem Frühstück suhr der Kaiser nach Wilhelmshaven weiter.

Zur Wahlrechtsresorm in Hessen hat die erste hessische Stammet einstimmig einen AuSschlußantrag ange­nommen, dem Anträge der Zweiten Kammer zuzustimmen, welcher dahin geht, daß die Regierung baldigst eine neue WahlrechtSvorlage auf der Grundlage deS direkten Wahlrechts vorlegc in Verbindung mit Gesetzentwürfen über Abänderung der Verfassung und der Wahlkreiseinteilung.

Wie dasEcho de PariS" auS Petersburg erfährt, wird die serbische Regierung in einer Rundnote an die Signatarmächte erklären, daß e» aus den Rat der russischen Regierung hin auf seiner Forderung nach einer Landent­schädigung aus Kosten der habSburgischen Monarchie nicht mehr besteht, sondern die Wahrung seiner Interessen vertrauensvoll in die Hände der europäischen Kabinette lege. Ob dies oHne Hintergedanken geschieht, ist sreilich eine andere Frage, denn in Belgrad scheint man sich zwar augenblicklich zu fügen, wartet aber nur eine passende Gelegenheit ab, um neuerdings mit seinen Forderungen hervorzutreten. So sagte der serbische Minister des Aeußern Milowanowitsch zu dem Belgrader Ver­treter desMatin", daß er zur Stunde noch keinerlei amtliche Mitteilung von dem Ratschlage Rußlands, daß Serbien aus seine territorialen Ansprüche verzichten möge, erhalten habe. Serbien werde aber wohl nunmehr nichts anderes übrig bleiben alS sich zu fügen, doch habe es damit feine Forderungen noch keineswegs für immer aufgegeben.

DaS englische Heeresbudget sür 1909/10 beläuft sich auf 27 435 000 Psund Sterling gegen 27 459 000

Und um feinetmiK-n, um ihm ein paar tausend Mark di» väteilichen Erbes mehr zu sichern, hatte Base Dore einen Menschen in den nassen Tod gejagt und Hedwig an Leib und Seele zertreten. Der Böse mochte ihr daS Dank wissen, er, Hans Brieger nicht.

HanS Brieger kam eS schon jetzt vor, als ob er zu viel habe, die ganze Herrlichkeit schrumpfte unter dem Hauch der Sorge um Hedwig unheimlich zusammen. Die Schwester war tief krank gerade weil er selbst mit feinen sünsund- zwanzig Jahren von frischer Lebenskrast und Lebensmut strotzte, war ihm die Todesmüdigkeit in HedwigS Zügen nicht entgangen.

Und der Ton, mit dem sie mehr für sich selbst als für ihn gesagt hatte, daß ihre- Bleibens hier nicht sei, klang ihm in Ohr und Seele nach. Hans sagte sich wohl, daß zum guten Glücke daS Schlimmste hinter ihm liege, doch selbst am frischen Maicnmorgen wollte der rechte zuversichtliche Glaube daran nicht kommen.

(Fortsetzung folgt.)

(Von einer Riesenschlange verschluckt.) Ein außergewöhnlicher Unglückstall hat sich, nach der deutsch- ostafrikanischen Zeitung, vor einigen Wochen bei Mgcta ereignet. Nach der dortigen Sitte hatte ein Eingeborener seine Pflanzung durch befreundete Eingeborene von Unkraut zur Feldbestellung reinigen lassen, indem die Leute kein Geld besamen, sich aber nach getaner Arbeit dem lastenfreien Genuß von Pombe (Eingeborenenbier) hingeben dursten. Einer dieser Arbeiter entdeckte aus dem stark bewachsenen Terrain eine Riesenschlange, welche in träger Ruhe dalag. Der Mann, welcher, wie alle Waluguru, daS Schlangenfleisch als Delikatesse schätzte, sagte seinen Kameraden nichts von seiner Entdeckung und ließ auch daS Stückchen Land, auf dem sich da» Tier befand, ungerodet. Gegen Abend gab ihm das inzwischen genossene Pombcbier etwas zu viel Mut. Mit einem Stock bewaffnet, ging er der Schlange zu Leibe. Dieselbe saßte jedoch den Mann, und verschlang ihn. Die Größe des Tieres geht schon daraus hervor, daß der Schwarze ein Gewicht von weit über 100 Pfund hatte.