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serbische Regierung ihre aufrichtige Friedensliebe, daS Fehlen jeglicher aggressiver Absichten und ihre seste Entschlossenheit versichert, sich aller provozierenden Handlungen zu enthalten, sowie die Beratung der durch die gegenwärtige Krisis be­rührten Rechte und Interessen Serbiens den Großmächten anhcimzustcllen. AlS Antwort aus diese Mitteilung bat die russische Regierung den Gesandten in Belgrad angewiesen, der serbischen Regierung den freundschaftlichen Rat zu erteilen, ihren von der russischen Regierung mit aufrichtiger Genug­tuung ausgenommen«' Entschluß betreffend die Beobachtung einer friedlichen Haltung aufrecht zu erhalten. DaS Peters­burger Kabinett sei überzeugt, daß ein solcher Entschluß bei der gegebenen politischen Lage den LebenSinleressen Serbiens entspricht. Gleichzeitig sei dem Kabinett bekannt, daß eine Erklärung Serbiens über territoriale Erwerbungen bei den Mächten weder Sympathie noch Unterstützung finden würde und daß Serbien ihre Zuneigung sich nur erhalten könne, wenn eS aus den erwähnten Forderungen nicht besteht, die einen bewaffneten Konflikt mit Oesterreich-Ungarn hcrvorruscn könnten. Im Hinblick aus die von der serbischen Regierung ausgesprochene Absicht, den Wünschen der Großmächte Rech­nung zu tragen, rate ihr Rußland, kategorisch zu erklären, daß sie auf Territorialsorderungen micht bestehe und in allen aus der Tagesordnung stehenden Fragen sich vollständig auf die Ditscheidung der Mächte verlasse.

Str PrWtnteMW in Mmnka.

An diesem Donnerstag, den 4. März, legt Theodor Roose- velt die Würde eines Präsidenten der nordamerikanischen Union in die Hände seines bereits im vergangenen November mit ge­waltiger Stimmenmehrheit gewählten Nachfolgers, Mr. Tast, nieder. 7Va Jahre lang hat Roosevelt, der ehemaligeRauh- reitet" von Cuba, den obersten Beamtenposten des großen transatlantischen StaatSwesens bekleidet, aus welchen er im Jahre 1901 durch den tragischen Tod Mac KinlcyS berufen wurde, dessen Amt er als bisheriger Vizepräsident verfassungs­mäßig antrat. Mit Roosevelt scheidet zweifellos einer der populärsten Präsidenten, den die Vereinigten Staaten neben George Washington und Abraham Lincoln je besessen haben, von seinem Posten, und sicherlich verdanktTeddy" diese seine Volkstümlichkeit nicht zum wenigsten der Art und Weise seines persönlichen Auftretens, namentlich in der Berücksichtigung der mancherlei Eigenarten des amerikanischen Wesens.Teddy" ist ein vorzüglicher Schütze und leidenschaftlicher Jäger, ein tüchtiger Ringer und Faustkämpser, überhaupt ein Mann von bedeutender Körperkraft und von großem Mute, ihm ist ferner die Gabe eines auf die Massen wirkenden Redners zu eigen und weiter hat er sich als Präsident nicht gescheut, mit jeder­mannHandS" zu schütteln, alles Eigenschaften, die der Durchschnittsyankee liebt. Doch auch in seinem politischen Wirten kann Roosevelt manches verzeichnen, was ihn populär gemacht hat; so in der auswärtigen Politik sein kräftiges Sinterten für die neue Weltmachtstellung der Union, und in der inneren Politik sein allerdings nicht sonderlich erfolgreich verlaufener Kampf gegen die Trusts, die mächtigen wirtjchast- lichen Vereinigungen Amerikas.

Jedenfalls folgen Theodor Roosevelt bei seinem Scheiden auS dem Präsidentenamte die lebhaften Sympathien weiter Volk-kreise der Union nach, und ob es auch seinem Nachsolger gelingen wird, sich solche Sympathien zu erwerben, das muß noch dahingestellt bleiben. Leugnen läßt sich freilich nicht, daß Mr. Tast die Uebernahme des Präsidentenpostens so manche Schwierigkeit vorfindet, die ihm sein Vorgänger hinter- laffen hat; von der Art und Weise, wie der neue Präsident diese schwierigen Probleme zu behandeln gedenkt, wird viel für seine künstige Stellung gegenüber den breiten Massen abhängcn. Da find auf dem Gebiete der inneren Angelegenheiten die nicht durchgesührten Rooseveltschen Kampsgesetze gegen die Trusts, die Zolltarisrevision, der namentlich in den Südstaaten hervortretende Gegensatz zwischen dem weißen und dem farbigen Bevölkerungselement und noch verschiedenes andere, woran der Nachfolger Roosevelts seinen Scharssinn und seine staats- männische Kunst erproben kann. Die Hauptschwierigkeit aber findet Tast in der auswärtigen Politik vor, in den gespannten Beziehungen, welche zwischen der Union und Japan durch die Behandlung der japanischen Einwanderer auf amerikanischem Boden hervorgerufen worden find; wenngleich offiziell das Verhältnis zwischen Washington und Tokio nach außen hin scheinbar nichts zu wünschen übrig läßt. Zwar ist es der Rooseveltschen Regierung mit vieler Mühe gelungen, die in mehreren Staaten des Westens geplanten scharfen antijapanischen Gesetze noch zu verhindern, aber es erscheint schon jetzt sraglich.

Sie brauchte nicht einmal wach zu werden, sie war immer lebendig gewesen, und war auswachte, war nur ein bischen Hoffnung. Ich war doch mündig und Base Dore nicht meine Mutter, nicht mein Vormund, und ich hoffte auch aus Dich, Bruder."

Hans Brieger nickte der Schwester zu.

Hedwigs Augen füllten sich wieder mit Tränen:

»Ich danke Dir, Hans hätt' ich Dir nur geschrieben! Aber ich dachte, ich wollte warten, bis Du heimkämst, als Bräutigam kämst und redete Gotthold zu, daß wir warten müßten und habe damit mein Glück und meines Liebsten Leben verscherzt. Wir verlobten uns und wie die Tage Hingingen und der Sommer immer wärmer und schöner warg und die Rosen in der Blüte standen, sing Gotthold an, gar beweglich zu bitten und in mich zu dringen, daß ich ihn zu mir einlassen sollte. Ach Hans recht war's wohl nicht, aber ich war doch kein Kind mehr und ich hatte ihn lieb und ich wußte, daß er sein Lebtag nur entbehrt und von seiner Jugend nichts genossen hatte. Und von meinen Ge­spielinnen, die einen Schatz hatten, wußte ich, daß sie dem ihre Türm nicht verschlossen, und eines Abends, als Gotthold wieder stumm bat und seine Augen mich anklagten, daß ich so gar erbarmungslos sei und ich trunken war von seinen Küssen da, Hans, konnt ich nicht mehr nein sagen"

Zitternd hielt baS Mädchen inne, ein furchtsamer Blick nach den Augen deS lauschenden Bruder-, die er jetzt mit der Hand beschattete, verriet, wie schwer ihr das Geständnis über me Lippen gekommen war.

Hans hatte ein Gefühl, ail müsse er der Armen jucut machen und sagte, als ob er ruhig die Umstände er- wage:

»Bester wär eS doch gewesen, Du hättest nicht ja gesagt! Doch Ihr konntet Euch ja an jedem Tage heiraten."

»Das wähnt' ich und Gotthold auch!" schluchzte Hedwig preßte ihr Tuch ein paarmal heftig vor das Gesicht und schien mit einmal in die Starrheit zuruckzusüllen, in der sie ihre Erzählung begonnen hatte.Ich fürchtete mich vor der

ob dies auch weiterhin möglich sein wird. Und gerade ange­sichts des Präsidentenwechsels setzt die japanseindliche Bewegung speziell in Kalifornien aufs neue ein, wie die Annahme einer Resolution im kalifornischen Senat beweißt, welche den Aus­schluß aller Asiaten aus den Vereinigten Staaten fordert; selbstverständlich ist die Resolution vor allem gegen die Japaner gerichtet. Präsident Tast sieht sich also in der japanischen EinwanderungSsragc vor eine besonders uneisreuliche und zugleich schwerwiegende politische Erbschaft gestellt. Wohl oder übel muß er eine Lösung dieses heiklen Problemes, in dessen Hintergründe der Entscheidungskampf zwischen Amerika und Japan über die künstige Oberherrschaft im Stillen Ozean droht, versuchen I

Aus In- und Ausland.

Berlin, den 27. Februar 1909.

Ihre Kaiserlichen Majestäten haben Sich gestern um 6V2 Uhr im Automobil von hier nach dem Neuen PalaiS zurückbegeben. Ihre Majestät die Kaiserin hatte am Nachmittag noch die Internationale Ausstellung für Volks­kunst besucht und eine Reihe von Einkäufen befohlen.

Der französische Botschafter C a m b 0 n stattete am Freitag vormittag dem Reichskanzler Fürsten von Bülow einen Besuch ab, um ihm die Genugtuung deS Präsidenten Fallicres über den Abschluß deS Marokko-Abkommens auSzu- drücken.

Bei der Reichstag-stichwahl in Bingen-Alzey erhielt der ZentrumSkandidat Uebel 12 027, der Freisinnige Pfarrer Korell 10 877 Stimmen. Uebel ist also gewählt. Die Nationalliberalen stimmten durchweg für daS Zentrum.

Bei der Reichstag-ersatzwahl in Verben» Hoya-Syke erhielt Dr. Heiligenstadt (natl.) 5881, Harnes (Bund der Landwirte) 3411, Lewin (fr. Vp.) 3162, von Dannenberg (Welse) 6315 und Henke (Soz ) 3909 Stimmen. Es ist also Stichwahl zwischen Dr. Heiligenstadt und von Dannenberg erforderlich.

Ueber das Ergebnis der internationalen See- kriegSrechtSkonferenz in London ist bis jetzt nur wenig an die Ocffentlichkeit gedrungen. Doch sollen sämtliche Delegierte einem Abkommmen von großer Wichtigkeit beige­stimmt haben, daS die Kriegsführung zur See in der Zukunft wesentlich beeinflussen wird. Näheres dürste nicht früher be­kannt werden, als bis die verschiedenen Regierungen in den Besitz von Abschriften dieses Vertrages gelangt sind. Das englische Auswärtige Amt teilt vorläufig nur mit, das Doku­ment enthalte einundsiebzig Artikel, die sich zumeist aus allge­mein anerkannte Regeln des Seekriege- beziehen.

In Belgrad ist ein geplantes Bombenattentat gegen den König von Bulgarien vereitelt worden. Die dortige Polizei hat einen Bulgaren namenS Anastasow und einen Serben namens Popowitsch verhaftet, welche beab­sichtigten, gegen den aus Petersburg zurückkehrenden König in Rustschuk ein Bombenattentat zu verüben. Beide Verhaftete gestanden, Mitglieder einer großen Verschwörung gegen da- Leben des KönigS und beauftragt zu sein, in Belgrad daS Bombenmaterial zu beschaffen, welche- durch eine Frauens­person nach Rustschuk geschmuggelt werden sollte. Anastasow gibt sich für einen Studenten der Philosophie und Korrespon­denten eines Blattes in Sofia aus, während Popowitsch er­klärte, er sei nach Belgrad gekommen, um sich als serbischer Freiwilliger einschreiben zu lassen. Gegen beide ist gerichtliche Untersuchung eingeleitet worden.

In London haben wieder einmal englische Frauen- stimmrechtlerinnen den Versuch gemacht, in das eng- lische Parlament einzudringen. Die Polizei schritt ein. Es kam zu wilden Szenen; 26 Verhaftungen wurden vorge- nommen. Von den Verhafteten wurden zweiundzwanzig zu ein bis zwei Monaten Gefängnis verurteilt.

Der englische Kriegsminister Halb ane erklärte in einer in Brighton gehaltenen Rede in bezug auf die nationale Verteidigung, der neue Generalstab sei eifrig an der Arbeit gewesen und habe die Pläne für die gesamte Küstenverteidigung nunmehr vollendet. Die ganze Küste fei in einzelne Abschnitte ungeteilt, und für alle Abschnitte seien Truppenteile der Territorialarmee vorgesehen. Wenn der Feind käme, würde er überall auf Truppen stoßen, die an einzelnen Plätzen viel­leicht nicht stark genug feien, um eine Landung zu verhindern, aber jedenfalls stark genug, den Feind zu beunruhigen, zu beschäftigen und in seinen Operationen auszuhalten.

Base Dore. und fühlte ihre scharfen Augen überall auf mir ruhen. Sie merkte, daß ich mit Gotthold Lindner, der in diesen Wochen Doktor ward, wieder angetnüpft hatte und da sie außer der Drohung mit Dir, der ich nicht glaubte, keine Waffe mehr gegen mich hatte, so schalt sie noch bitterer als in all den Jahren zuvor. Sie hätte keine Schonung ge­übt, wenn sie meinen Liebsten im Hause betroffen hätte, des Vaters beide große Hunde ließ sie allabeudlich im Flur frei wider Diebe und Herumstreicher, wie sie höhnisch sagte. Für Gotthold gabs nur einen Weg zu mir, am Sonnabend und Sonntag Abend, sobald die Mühle still stand, über das letzte große Mühlrad zu dem Flursenster, das Du kennst, neben dem meine Kammer ist. Die Ohra war im vorigen Sommer flach es war leicht, guter Gott, nur allzu leicht, in das Obergeschoß unserer Mühle zu gelangen und so kam und ging Gotthold und wir beide in unserem Taumel hielten unS nun für ganz sicher und haben wohl gar gelacht, wäh­rend Dore um die Türen schlich und ihr Ohr an alle Ritzen legte.

Bis heute weis ich nicht, Hans, ob sie uns wirklich be­lauscht hat, oder ob ihr meines Liebsten Kommen von irgend jemand verraten worden ist. Vielleicht ist er, alS Gotthold das letzte mal zu mir hereinstieg, zu hell gewesen, es war eine Vollmondnacht, in der er sich vom Mühlrad zum Fenster Hinüberschwang und ich ließ ihn nicht fort, als bis schon rote Wolken drüben aus den Ohrahügeln lagen. Und so kam daS Unheil über mich wie ein Gewitter daS mit dem Nachtdunkel heraufzieht und daS wir erst merken, wanns trifft, Gotthold und ich hatten unS auf den folgenden Sonnabend wieder eine Zusammenkunft versprochen ich saß nach der Abend­suppe vor dem Hause unter dem Rotdorn, wo mein Schatz zuerst gesessen hatte und sah in den wolkigen Abend und bal Tal hinaus, e< ging mir durch den Sinn, daß der Sommer ein Ende nehmen müsse und dann wieder ein Abschied von Gotthold bevorstände und daß unsere Heimlichkeit doch ein­mal zu Tage kommen müßte, und dabei ward mir schwer zu Sinn, und immer unruhiger und sehnsüchtiger zählte ich die Minuten nach, ob es nicht bald Nacht werden wolle. Er fiel mir auf, daß Base Dore beständig zwischen der Küche

Aus Provinz u.

* Die Hauptergebnisse der V i e h z ä h l u n g im deutschen Reiche vom 2. Dezember 1907 werden nunmehr im RcichS» anzeiger bekanntgegeben. Danach gab es im deutschen Reich Pferde 4 345 043, davon in der Provinz Hessen-Nassau 87 970 (4 267 400; 3 352 231). (Die beiden in Klammern beige» fügten Zahlen bedeuten die Zahlen von 1904 und 1873). Maultiere 942, H.-N. 47 (649; 1626). Efel 10 349, H.-N. 304 (7199; 11 689). Rindvieh 20 630 544, H.-N. 620 739 (19 331 568 ; 15 776 702). Schafe 7 703 710, H.-N. 226117 (7 907 173; 24 999 406). Schweine 22 146 532, H.-N. 702 481 (18 920 666; 7134 088). Ziegen 3 534 970, H.-N. 185 762) (3 329 881; 2 3L0 002). Federvieh 7 7 103 045, H.-N. 2 333 046 (64 453 171). Bienenstöcke 2 594 690, H.-N. 59 762 (2 605 350; 2 333 484).

* Die Sicherheit der Reisenden in den Eisenbahnzügen zu erhöhen, ist die Staatsbahnverwaltung unausgesetzt bemüht. Was auf diesem Gebiet in letzter Zeit alles geschaffen worden ist, ersieht man aus den soeben er­schienenen ErgänzungSbestimmungen zu den Dienstanweisungen für Zugführer, Schaffner usw. § 1 belehrt über den Gebrauch der Feuerlöschmittel, insbesondere der in den O-Zugwagen und Schlafwagen vorhandenenFeuerlöscher", der überaus bequem zu handhaben und nach Gebrauch leicht wieder betriebsfähig herzustellen ist. Die folgenden Paragraphen handeln von den Rettung-mitteln und deren Anwendung. Die O-Zugwagen haben inzwischen sämtlich breite, ganz Herablaßbare Fenster erhalten, um-dem Reisenden im Notfälle das Verlassen der Wagen zu erleichtern. Der AuSstieg durch die Fenster ist heute nicht mehr so schwierig wie früher; die hochliegenden Heizanlagen lassen sich als Fußtritte und die eisernen Gardinen- stangen usw. als Handgriffe benutzen. An der Außenwand der Wagen sind unter den Fenstern Not-Handgriffe und am Wagenboden ebensolche Fußtritte befestigt, so daß auch der Abstieg nach außen ermöglicht ist. Da diese Hilssmittel bei schief- oder auf der Seite liegenden Wagen nicht ausreichen, wird in jedem Wagen eine tu^e und eine lange Sprossenleiter mitgcsührt, außerdem befindet sich in jedem Packwagen noch eine größere Leiter, die für alle Fälle ausreicht. Ferner ist in der Mitte des Seitenganges der D- und Schlafwagen ein Wandschrank mit GlaStür vorgesehen, der ein Beil und eine Handsäge enthält. Mit diesen Werkzeugen können im Notfälle Türen und Fenster eingeschlagen, Zwischenwände, S'tzbänke beseitigt werden usw., um einen AuSgang zu schaffen, oder Personen, die zwischen Trümmern zerstörter Wagen festgeklemmt sind, zu befreien. Einen Werkzeugkasten mit allen größeren Instrumenten enthält endlich der Packwagen; hier wird auch der Rcttungskasten mit Verband- und Arzneinmitteln zur ersten Hilfeleistung aufbewahrt. ES gewährt zwar den Reisenden eine gewisse Beruhigung, daß im Bedarfsfällealles da" ist, zu wünschen aber bleibt stets, daß die Notwendigkeit des Ge­brauchs all dieser Rettungkgerätc niemals eintreten möge.

* (Darf ein Jagdpächter ohne weiteres auf einen Hund schießen, der herumwildert?) Diese Frage hat sieben Jahre lang alle Instanzen bis zum Reichs­gericht hinauf beschäftigt und ist hier endgültig verneint worden. ES muß immer erst erwogen werden, und zwar nach Par. 228 des B. G.-B., ob das Wegschießen zur Abwendung einer Gefahr erforderlich ist, und ob der Schaden im Verhältnis zu der Gefahr steht. Im Klagesalle hatte der erschossene Hund, der einen Hasen ausgestöbert hatte, einen Wert von 60 Mark. Der übereifrige Jäger wurde zur Zahlung dieses SchadenS und der Kosten verurteilt. Denn, so sagt das Urteil, das Töten des HundeS war nicht unbedingt nötig, und der Wert des gehetzten WildeS stand in keinem Verhältnis zum Werte deS Hundes. DaS Urteil schafft einen ganz neuen RechtSstandpunkt.

p. Hersfeld, 1. März. (M ä r z.) Der März war bei den alten Römern der erste Monat des JahreS und dem Kriegsgotte Mars geweiht. Unsere germanischen Vorfahren nannten ihn Thormonat zu Ehren des Donner- und Frühlings­gottes Donar oder Thor, der mit seinem glühenden Hammer Miölnir die Sturm-, Hagel-, und Reisriesen, in denen die Wintermächte verkörpert waren, aus dem Lande trieb. Im Kalender Karls des Großen hieß der März Lengitzinmanoth, weil in ihm die Tage längezen, d. h. länger werden, woraus der Name Lenz entstanden ist. Auch heute noch wird der März Lenz- oder Frühlingsmonat genannt. Wohl kaum ein Monat deS Jahres wird von den Menschen mit solchem Froh- gefühl begrüßt wie der März, bringt er unS doch ein köst­liche- Geschenk, dessen Wert wir nach den kalten und trüben Tagen des Winters doppelt zu schätzen wissen, den Lenz. Die wärmer gewordenen Strahlen der täglich höher steigenden Sonne wecken das Leben in der Natur. Der Saftaufftieg in

und der Mühle hin- und herwanderte, aber ich hatte mich nie viel darum bekümmert, was sie schaffte und kramte, ach und in diesem glücklichen Sommer vollends nicht. Wie es endlich finster wurde, sagte ich Fabian, der sich eben anschickle, ins Dorf zu gehen, und der alten Dore, die auf der Tür­schwelle stand, gute Nacht. Und es war mir doch, als ich die Treppe hinauf ging, als ob mir die Base unter ihren buschigen Brauen hervor einen tückischen Blick nach- schickte.

Aber ich hatte mich gewöhnt, nach ihr nichts mehr zu fragen und spann jetzt nur an dem Gedanken weiter, daß ich Gotthold diese Nacht sagen müßte, es sei Zeit zu einem Schritt vorwärts und er sollte zu Dir reifen. Mit solchem Vorsatz und dabei ungeduldig nach GottholdS Küssen, schob ich wie gewöhnt leise den Riegel vor meiner Kammertür zu- rück, den ich mit großem Geräusch vorgestoßen hatte, setzte mich aus den Ranv meines Bettes und lauschte auf die leichten wenigen Tritte vom Flursenster bis zu meiner Tür, die ich so gut im Ohr hatte."

(Fortsetzung folgt.)

(Beim Frisieren verbrannt.) Die bekannte Schauspielerin an dem Pariser Theater Antoine, Irene Muza, und ihr Friseur Gellis, fielen einem furchtbaren Unfall zum Opfer. Gellis wusch das Haar der Künstlerin mit einer ^stcnz als dies in Flammen geriet. Beide waren sofort von Flammen umhüllt. Aus das Hilfegeschrei kamen Nachbarn herbei, denen es gelang, das Feuer zu ersticken. Die Ver­unglückten wurden in hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhaus gebracht.

Neu - Stettin, 27. Februar. Heute nacht gegen 12 Uhr explodierte die Acetylengasanstalt auf Bahnhof Neu- Stettin. Die Anstalt wurde vollständig zerstört. Ein Plann wurde getötet, einer schwer verletzt. Die Ursache der Explo- sion ist noch nicht ausgeklärt. Der Betrieb der übrigen Bahnanlagen ist nicht gestört. Der Materialschaden ist be- deutend.